23.03.2015

Downfall Of Nur – Umbras De Barbagia

Downfall Of Nur – Umbras De Barbagia
Downfall Of Nur – Umbras De Barbagia
2015 | Black Metal
CD | Avantgarde Music

DOWNFALL OF NUR ist eine argentinisches Einmannprojekt, welches atmosphärischen aber rohen Black Metal mit gelegentlichen dezenten folkigen Elementen kombiniert, aber auch vor Streichinstrumenten nicht zurück schreckt. Das liest sich jetzt womöglich hochgradig progressiv und bombastisch, ist es aber nicht.

Die Lieder sind lang und es überwiegt klar der Black Metal. Die Parts sind oft rasend schnell und gekennzeichnet von einem extrem verzerrten und mit Hall unterlegten Kreischgesang, was stellenweise in Richtung BATTLE DAGORATH oder auch DARKSPACE geht. Trotz der rasenden Geschwindigkeit und der rau klingenden Gitarren ist der Black Metal sowohl atmosphärisch als auch direkt und kompromisslos. Es ist vor allem der Gesang, der auffällt und Akzente setzt. Er ist hochgradig radikal, heftig und hasserfüllt. Dennoch ist der Black Metal zugleich auch atmosphärisch, obgleich Raserei und grellrauer Gitarrenklang von Kompromisslosigkeit zeugen.

Doch DOWNFALL OF NUR spielt eben nicht nur diesen sphärisch gelagerten Black Metal. Es gibt harmonische und melodische Ein- Über- und Ausleitungen, die folkige Elemente wie Flöte, Dudelsack oder auch Streicher beinhalten. Da diese Arrangements aber vor allem in der Peripherie der Lieder stattfinden, verwässern sie den Black Metal selbst nicht. Dennoch entstehen durch die Verbindung Kontraste und ein gelungener atmosphärischer Faden, der sich durchs Album zieht.

„Umbras De Barbagia“ ist eine überzeugende und interessante Scheibe, zumal es sich hier um ein Einmannprojekt handelt. Sowohl die ruhigen Einleitungen als auch der Black Metal sind ansprechend und eindringlich. Das Album ist atmosphärisch aber nicht überladen und neben den gefühlvollen melodischen Arrangements gibt es auch viel Schwärze, Hass und Aggression. Wer die oben genannten Bands und ähnliche Gruppen mag, der wird auch ganz sicher hiermit seine Freude haben.

22.03.2015

Black Flame - The Origin Of Fire

Black Flame – The Origin Of Fire
2015 | Black / Death Metal
CD | Avantgarde Music

Obwohl BLACK FLAME seit Jahren kontinuierlich neue Werke veröffentlichen, hatte ich die Italiener aus den Augen verloren. Das letzte mir bekannte Album war das 2006er Werk „Conquering Purity“, danach sind dann noch zwei weitere Scheiben erschienen und in wenigen Tagen wird mit „The Origin Of Fire“ das bereits sechste Album in den Regalen der Händler stehen. Vor rund zehn Jahren spielten BLACK FLAME rauen und aggressiven Black Metal mit viel Tempo. Inzwischen hat man sich weiter entwickelt und den Stil modifiziert.

Auch anno 2015 sind BLACK FLAME schnell und aggressiv, jedoch vielfältiger und differenzierter. Während früher einfache und geradlinige Rhythmen dominierten, werden nun häufige Tempowechsel und auch melodische Elemente gespielt. Dadurch wirkt die Musik einerseits nach wie vor brutal und direkt, andererseits aber auch interessanter. Es sind aber nicht nur die komplexeren und abwechslungsreicheren Strukturen die den Wandel der Zeit bezeugen. Es sind nämlich auch deutliche Einflüsse des Death Metals zu verzeichnen, die ich als überaus gelungen empfinde.

„The Origin Of Fire“ ist ein sehr kraftvolles Album, selbst in den zähen Passagen gelingt es den Italienern, brachial und energiegeladen zu klingen. Die Gitarren haben einen sehr kräftigen und satten Klang und auch der aggressive, stellenweise extrem und bitterböse verzerrte Gesang, sorgt für eine heftige und brutale Atmosphäre. Gelegentlich erinnert mich der Gesang an NAZXUL, auch wenn BLACK FLAME ansonsten einen gänzlich anderen Stil spielen, erreichen sie atmosphärisch und gesanglich stellenweise eine zumindest vergleichbare ähnlich morbide und kraftvolle Atmosphäre wie die Australier.

Mit den ersten Alben hat „The Origin Of Fire“ nicht mehr viel zu tun, obgleich die Italiener nach wie vor schnell und aggressiv sind, so sind sie auch vielfältiger und melodischer geworden. Es ist ein gut gemachtes und überzeugendes Album, welches eine düstere Atmosphäre mit Härte und Abwechslung kombiniert.


1.    Wandering Hermit
2.    My Temple of Flesh
3.    Unholy Cult of Rejection
4.    Under the Bridge of Illusions   
5.    On the Trail of the Serpent   
6.    The Fire Union
7.    The Demiurge
8.    Wounded Torment   
9.    The Gateway of the Sun
10.    Lucifer Rising

http://www.black-flame.net/
https://www.facebook.com/officialblackflame
https://blackflame.bandcamp.com/
https://avantgardemusic.bandcamp.com/album/the-origin-of-fire
http://www.avantgardemusic.com/

19.03.2015

Outre - Ghost Chants

Black Metal | 14. 04. 2015
Vinyl / CD / Kassette
Godz Ov War Productions / Third Eye Temple / Essential Purification

Die Polen von OUTRE präsentieren mit ihrem Debütalbum „Ghost Chants“ ein überaus interessantes Album. OUTRE existieren seit 2012 und veröffentlichten bislang eine EP sowie eine Split mit THAW. „Ghost Chants“ wird am 14. April erscheinen und wer sich darauf freuen darf, wird im Folgenden geklärt.

OUTRE spielen einen Stil der einerseits modern, komplex und abwechslungsreich ist. Das Tempo ist oft hoch aber überaus variabel in der Ausführung. Schlagzeuger Maciej Pelczar geht in die Vollen und holt alles aus seinem Instrument raus, was zu einer gewissen technischen Kompliziertheit führt. Ähnlich vielschichtig ist auch das Gitarrenspiel. Es gibt eine Vielzahl an Riffs und Melodien die sich dem schnellen Tempo anpassen, was die Komplexität unterstreicht. Immer wieder erinnern mich OUTRE an DEATHSPELL OMEGA in ihrer Miko Aspa Ära, wobei die Polen aber bei weitem nicht so technisch und verschachtelt oder orthodox sind. Andererseits gibt es auf „Ghost Chants“ aber auch orthodox oder religiös anmutende Parts, denn atmosphärisch ist es ein sehr dunkles, stellenweise mysteriös anmutendes Album.

Ich empfinde die Verbindung von modernen und progressiv anmutenden Strukturen mit geerdeter und forscher Geradlinigkeit interessant. Das Album ist zwar facettenreich, doch ist die Stoßrichtung klar: direkt, fordernd und kompromisslos. Darum herum sind unzählige Riffs zu hören, die teils herrlich kalt und eisig sind. Andernorts gibt es gnadenlos ballernde Doublebass oder schwungvoll krachende Parts mit dezentem Death-Metal-Einschlag à la BEHEMOTH.

Auf „Ghost Chants“ dürfen sich also Freunde des modernen sowie technischen Black Metals freuen. Das Album ist komplex und anspruchsvoll und wurde einwandfrei umgesetzt. Auch wenn es viele bekannte Einflüsse gibt, neben DEATHSPELL OMEGA musste ich auch mehr als einmal an MAYHEM und THY DARKENED SHADE denken, dennoch haben OUTRE unter dem Strich einen recht eigenständigen Stil. Kurzum: „Ghos Chants“ ist brutal, modern und beseelt von einer düsteren Atmosphäre.


1. Chant 1. – Departure
2. Chant 2. – Shadow
3. Chant 3. – The Fall
4. Chant 4. – Lament
5. Chant 5. – Equilibrium
6. Chant 6. – Vengeance
7. Chant 7. – Arrival

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17.03.2015

Dark Zodiak - See You In Hell | 2015 | STF-Records | CD | Death/Thrash Metal

Dark Zodiak - See You In Hell


Freunde des gepflegten Death Thrash Metals sollten aufpassen, denn mit „See You In Hell“, dem Debütalbum der Süddeutschen Formation DARK ZODIAK, gibt es unter Umständen neues Futter. Das Album erschien zunächst als Eigenproduktion und wird kommende Woche über STF-Records weltweit wiederveröffentlicht.

Obwohl DARK ZODIAK dem Deathrash fröhnen, ist das Tempo welches die vier Musiker an den Tag legen, überraschend gedrosselt. Überwiegend bewegt man sich schleppend bis mittelschnell fort, wobei es selbstverständlich antreibende Ausreißer nach oben gibt. Es ist zwar schon seit langem nicht neu, wenn eine Frau den Part am Mikrofon übernimmt, dennoch bin ich über die stimmliche Gewalt von Sängerin Simone Schwarz positiv überrascht. Sie beherrscht sowohl den tiefen und kehligen Death-Metal-Gesang als auch stark verzerrtes Gekeife, welches giftig und aggressiv ist und auch einer Black-Metal-Gruppe gut stehen würde.

DARK ZODIAK gründeten sich zwar erst 2011, doch sind die Beteiligten gestandene Musiker mit zum Teil 20jähriger Erfahrung. Es weht also ein Hauch von alter Schule mit, wobei DARK ZODIAK sich aber nicht darauf versteifen und die alten Zeiten wiederbeleben wollen. Trotz des liebenswerten angestaubten Charakters der Musik, der mich an Gruppen wie THANATOS oder SINISTER aus Holland erinnert, gibt es auch moderne Einflüsse und Elemente. Ich empfinde die Mischung von alt und neu als gelungen, zumal die Vier auch spielerisch und klanglich voll überzeugen. Gleichfalls positiv empfinde ich die dezente melodische Komponente. Selbstverständlich gibt es melodische Riffs und Soli, doch bleiben diese  unaufdringlich und stehen in Einklang zu den schwungvollen, rollenden Brachial-Riffs.

Trotz der Kürze von rund 28 Minuten und ob der fehlenden Geschwindigkeit ist „See You In Hell“ ein schwungvolles, treibendes sowie kraftvolles Album. Auch wenn ich mich an der einen oder anderen Stelle an Veteranen alter Zeiten erinnert fühle, empfinde ich den Stil von DARK ZODIAK insgesamt als sehr eigenständig. Wenn man den Thrash und Death Metal der frühen 90iger in einem modernen Klanggewand mag, sollte man die Süddeutschen im Auge behalten.

1. March Through Purgatory
2. See You In Hell
3. Blowout
4. Endless Pain
5. Black Soul
6. I Can’t Breathe
7. Time
8. Holidays

16.03.2015

Funerary Bell - Graveyard Séance | 2015 | Saturnal Records | Vinyl | Death/Doom/Black/Heavy Metal

Funerary Bell - Graveyard Séance
„Graveyard Séance“ ist der Name dieses neuen Siebenzöllers, den die Finnen FUNERARY BELL im Mai veröffentlichen werden. Gespielt wird eine atmosphärisch und okkult aufgeladene Mischung aus Death Metal, Doom, Black Metal und traditionellem Heavy Metal.

Die EP macht auf Anhieb Spaß, ist sie doch sehr stimmig. FUNERARY BELL setzen zwar klar auf atmosphärische (Keyboard) und melodische (Heavy-Metal-Riffs und Soli) Elemente, dennoch wirken die beiden Lieder düster und kraftvoll. Mich erinnern FUNERARY BELL hier übrigens stellenweise an ihre Landsmänner von BARATHRUM. Überhaupt ist die Atmosphäre der EP in den 80igern und 90igern verhaftet. Mit dem Black Metal wie sie ihn noch auf der Split mit BLOOD RED FOG spielten, hat „Graveyard Séance“ überhaupt nichts mehr zu tun. Der Anteil des Black Metals ist ohnehin verschwindend gering.

Die EP wurde erstmals professionell mit fünf Musikern aufgenommen, zuvor wurde alles mehr oder weniger in Heimarbeit geleistet. Im Vergleich zur Split mit BLOOD RED FOG liegen Welten zwischen beiden Veröffentlichungen, klanglich als auch stilistisch.

Wer die Vermischung von Death Metal, Doom und Heavy Metal mag, der darf sich auf „Graveyard Séance“ ganz sicher freuen. Beide Lieder besitzen eine dichte, düstere Atmosphäre und schöne Melodien. Als besonders positiv erachte ich die Tatsache, dass FUNERARY BELL trotz des hohen atmosphärischen und melodischen Anteils stets drückend und dunkel klingen. Mit eunuchenhaftem Geseier à la MERCYFUL FATE hat das hier glücklicherweise nichts zu tun.

1. Afterlife On Earth
2. Eleanor’s Garden

15.03.2015

Deaf Aid - Shreds Of Insanity | 2015 | Eigenproduktion | CD | Death Metal



Die Freiburger Death-Metal-Gruppe DEAF AID gründete sich bereits 1989 und doch ist das im Februar veröffentlichte Werk „Shreds Of Insanity“ erst das zweite Album. Sieben Jahre zuvor ist das Debütalbum erschienen. Ansonsten hat man viele Konzerte gespielt und sich kurzweilig auch mal aufgelöst. Mit der neuen Platte möchte man nun voll angreifen.

Das könnte gelingen, doch ist es nicht ganz so einfach. Denn DEAF AID spielen keinen gefälligen Death Metal nach Schema F. Will heißen, dass was die Freiburger da machen, hat einen verdammt eigenständigen Charakter. Das Album ist fies und derbe. Es gibt einerseits traditionellen Old School Death Metal, doch gibt es andererseits auch dezente Einflüsse des Thrash Metals und auch den einen oder andern Doom-Part.

DEAF AID spielen also nicht nur schwungvoll und brutal, wobei es natürlich schön treibende und brachiale Stücke gibt. Immer wieder gibt es Lieder und Passagen mit einer obskuren und morbiden, teils merkwürdigen Atmosphäre. Dies sind dann Stimmungen, die gut zu einem Horrorstreifen passen würden, wie etwa in „Der Erlöser“, wo es stellenweise ein düsteres Keyboard zu hören gibt. In „Meat Meets Murderer“ beginnen DEAF AID zunächst locker und bluesig, um dann in bedrückendem und ruppigem Doom weiterzumachen.

Am besten gefallen mir jedoch die deutschsprachigen Lieder, da mich DEAF AID hier mit Gesang und schwungvollen Death Metal an ORTH aus Berlin erinnern. Ich finde, der gut verständliche deutsche Gesang produziert gemeinsam mit den Instrumenten eine richtig finstere und morbide Atmosphäre.

„Shreds Of Insanity“ ist eine höchst interessante sowie vielseitige Scheibe. Rhytmisch und melodisch gibt es das volle Brett an Vielfalt. Es ist aber wie oben erwähnt keine Massenware. DEAF AID machen ihr Ding und haben dabei einen ganz eigenen Sound mit Ecken und Kanten. Wer Eigenständigkeit schätzt, wird mit diesem fiesen und morbiden Klumpen ganz sicher glücklich.


1. Walking Dead
2. Amok
3. Shreds Of Insanity
4. Meat Meets Murderer
5. Step Into Nothingness
6. Hass
7. Der Erlöser
8. No Consense
9. Goreleben
10. K.O.T. / Fuck It All

11.03.2015

Fhoi Myore / Wyrms - Les Limbes Pourpres / Mehxôhorr - Les IV Dimensions Cosmogoniques | 2015 | Ossuaire Records | Vinyl | Black Metal

Fhoi Myore / Wyrms - Les Limbes Pourpres / Mehxôhorr - Les IV Dimensions Cosmogoniques
Zwei französische Untergrundgruppen geben sich auf diesem edlen Split-Vinyl die Ehre. Obwohl beide Bands bereits seit einigen Jahren existieren und mehrere Veröffentlichungen aufweisen, ist dieses Split-Album dennoch die erste Berührung für mich. Anscheinend habe ich einiges verpasst, denn „Les Limbes Pourpres / Mehxôhorr - Les IV Dimensions Cosmogoniques“ ist ein richtig heißes Eisen!

Auf der A-Seite heizen FHOI MYORE ordentlich ein, spielen sie doch eine höchst explosive Mischung, die harsche Aggression und Schnelligkeit mit eisigen Riffs und vielen Breaks kombiniert. FHOI MYORE ballern phasenweise infernalisch schnell, dass die Heftigkeit und Brutalität kaum zu fassen ist. Doch ist der Black Metal alles andere als nur eine profane Prügelorgie. Rhythmisch als auch harmonisch gibt es eine immense Vielfalt. Das Riffing ist phasenweise kalt und melodisch, erinnert mich stellenweise gar an DISSECTION, während der Schlagzeuger die Felle überaus vielschichtig malträtiert. Das Tempo ist über weite Strecken hoch bis sehr hoch, doch nehmen FHOI MYORE das Tempo auch immer wieder mal raus und fahren mittelschnell bis schleppend.

Aber auch Sänger Sreng hinterlässt einen fantastischen Eindruck. Er beherrscht es perfekt, überaus harsch und aggressiv zu schreien, was im Übrigen meistens von ihm zu hören ist. Doch gibt es auch stellenweise eine tiefe und kehlige Stimme, was mich irgendwie an AASKEREIA erinnert, welche neben dem hohen, hysterischen Keifgesang eine ähnlich tiefe Stimme verwendeten.

FHOI MYORE haben hier zwei grandiose Titel abgeliefert, die brutale und bedingungslose Schnelligkeit mit spielerischer Vielfalt und Raffinesse sowie guten Melodien eigenständig miteinander verbindet. Es ist selten Black Metal zu hören, der so großartig eine hasserfüllte Atmosphäre und Brutalität mit Spielwitz und Melodik verbindet.


WYRMS stehen FHOI MYORE in puncto Geschwindigkeit in nichts nach. Auch hier ist das Tempo oftmals und ausgiebig hoch. Allerdings erweisen sich WYRMS insgesamt melodischer, denn stellenweise gibt es vordergründige Riffs und Soli, die den schnellen, rohen und kalten Black Metal aufbrechen. Einerseits klingen WYRMS direkt und kompromisslos, dann sind kalte sägende Riffs und ein rasendes Schlagwerk zu hören. Andererseits gibt es aber Parts, die stellenweise sehr melodiebetont und harmonisch, ja fast schon als atmosphärisch zu bezeichnen sind. Das ist nicht schlecht, nur beim ersten Durchgang überraschend und ungewöhnlich. Doch mit den weiteren Durchläufen werden diese Arrangements schlüssiger und stimmiger, zumal das Spiel an den Instrumenten sehr vielfältig ist, wenn man aufmerksam zuhört.

Dieses Split-Vinyl ist absolut uneingeschränkt zu empfehlen. Beide Bands wissen zu überzeugen und ergänzen sich hervorragend, da sie sich stilistisch zwar ähnlich sind dennoch unterschiedlich klingen und wirken. Besonders angetan bin ich von FHOI MYORE, die hier zwei exzellente Lieder verewigten. Das Vinyl kommt im Gatefold-Cover und ist auf 300 Einheiten limitiert.


FHOI MYORE
1. Chair-Monde
2. Le Prince des Mers de Sang

WYRMS
3. Ràhiissis, L'Origine et L'Eternité
4. Wohrnnakx, Le Vide et La Matière
5. Yôehrhrr, La Conscience et La Mort
6. Mehxôhorr, La Réalité et Au-delà


https://fhoimyore.bandcamp.com/
https://www.facebook.com/fhoimyore
https://www.facebook.com/wyrmsblackmetal
http://www.ossuairerecords.fr/

09.03.2015

Eris Somnium - Discorde | 2015 | Hass Weg Productions | CD | Black Metal



Über die französische Formation ERIS SOMNIUM gibt es nur spärliche und kaum gesicherte Informationen. Vor wenigen Tagen ist mit „Discorde“ das Debütalbum erschienen, zuvor gab es im Jahre 2009 eine selbstbetitelte Demo. Dies ist im Grunde schon alles was, was sich in Erfahrung bringen lässt. Stilistisch spielt man im weitesten Sinne traditionellen französischen Black Metal, der Melodik mit Rohheit verbindet. Thematisch behandelt man den Kosmos, wie man auch schon unschwer am Cover erkennen kann.

ERIS SOMNIUM spielen Black Metal, der vor allem von den Gitarren und dem Gesang lebt. An den Gitarren werden viele melodische und auch atmosphärische Riffs gespielt, stellenweise ist auch die Bassgitarre sehr schön herauszuhören. Das Schlagzeug geht indessen etwas unter, da es einfach zu leise aufgenommen oder abgemischt wurde und oftmals keine Chance gegen Gitarren und Gesang hat. Doch dies passt zum rauen Charakter der Musik.

Auch wenn es immer wieder melodische und atmosphärische Arrangements an den Saiten zu hören gibt, so ist „Discorde“ auch gerne kalt, grimmig und gemein. Das Thema ist der Kosmos und passend dazu sind eben die obligatorischen sphärischen Elemente zu hören, allerdings beschränken sich ERIS SOMNIUM nicht ausschließlich darauf. Oft genug gibt es auch wahrlich dreckigen und ruppigen Black Metal zu hören, der stellenweise gar morbide anmutet, dergestalt sind die teils eigenwilligen Melodien und Riffs.

„Discorde“ ist also keine Scheibe, die durch eine atmosphärische und melodische Eleganz verzaubern will, so wie es zahlreiche andere Bands im Space Black Metal tun. Hier ist alles eine Spur dreckiger und hässlicher, schließlich schimmert auch immer wieder der französische Untergrund durch, was sich nicht nur von der Sprache sondern auch von der Melodik herleiten lässt. Deshalb richten sich ERIS SOMNIUM auch nicht an Anhänger von Gruppen wie DARKSPACE sondern an Liebhaber rauer und authentischer Klänge. ERIS SOMNIUM ordnen sich dem traditionellen französischen Stil jedoch nicht absolut unter, dafür ist der Anteil an eigenständigen Elementen einfach zu groß.

„Discorde“ haut mich zwar nicht um, doch ist die Darbietung dennoch als solide zu beschreiben. Es ist ERIS SOMNIUM jedenfalls gelungen, eine ziemlich eigenständige sowie facettenreiche Scheibe einzuspielen. Es gibt zwar Bezüge zum französischen als auch zum ‚kosmischen‘ Black Metal, dennoch ist das Album letztlich eine eigenwillige und dunkle Vermischung ebendieser Einflüsse. Wer den rohen französischen Black Metal mag, der sollte ERIS SOMNIUM ruhig probieren, denn melodisch und harmonisch gibt es einige überaus interessante Momente. Mir für meinen persönlichen Geschmack ist an den Gitarren oftmals  zu viel los, wobei mir aber die grimmigen und rohen, weniger melodischen Passagen durchaus gefallen.

1. Introduction
2. Hurle, Sauvage
3. Iris
4. Stellar Scale
5. Within The Gas Cloud
6. Discorde