14.05.2015

Anal Vomit - Peste Negra, Muerte Negra

Anal Vomit - Peste Negra, Muerte Negra
Anal Vomit - Peste Negra, Muerte Negra
2015 | Death / Black / Thrash Metal
CD / Vinyl | Gates Of Hell Records


Rund sechs Jahre liegt die Veröffentlichung des Vorgängers „Gathering Of The Putrid Demons“ mittlerweile zurück. Obwohl sich ANAL VOMIT bereits 1992 gründeten, ist „Peste Negra, Muerte Negra“ erst das vierte Album. Aber das ist eigentlich auch egal, denn ANAL VOMIT spielen eingeschwärzten Death Thrash Metal, der absolut zeitlos ist.

Innovativ waren sie noch nie und deshalb ist „Peste Negra, Muerte Negra“ auch eine konsequente Fortsetzung der bisherigen Alben. Erneut spielen die Peruaner dreckigen Death Thrash Metal, der den alten südamerikanischen Größen (namentlich: HOLOCAUSTO, SARCÓFAGO, SEXTRASH) huldigt. Gerade im Riffing schimmern die Einflüsse der genannten Bands immer wieder durch, weshalb ANAL VOMIT auch stets von derer Atmosphäre partizipieren und sie in ihrem eigenen Spiel nostalgisch aufleben lassen.

Wer eines der Vorgängeralben kennt, der wird auch genau wissen was ihn auf dem neuen Album erwartet. ANAL VOMIT gehen in ihrem wilden Treiben voll auf und machen einfach das, was sie schon immer taten. Nämlich fiesen Metal spielen, der thrashige Soli mit kompromisslosem Death Metal kombiniert. Aber ganz so primitiv, wie es vielleicht den Anschein haben mag, sind die Peruaner nicht. Es gibt an den einzelnen Instrumenten eine Menge Vielfalt, neben den riffbetonten Gitarren ist es auch eine überaus lebhafte und gut hörbare Bassgitarre, die Akzente setzt. Nicht zuletzt sei auch das tempo- und variantenreiche Schlagzeug erwähnt. Das Tempo ist zwar häufig hoch, jedoch durchzogen von zahllosen rhythmischen Veränderungen. ANAL VOMIT sind zwar durchaus brachial, gemein mit direkt, jedoch nicht übertrieben und mit ausreichend Variation.

ANAL VOMIT bleiben sich auch im 23. Jahr ihrer Existenz treu und liefern exakt das ab, was von ihnen erwartet wird. Es gibt keine Überraschungen und keine Experimente. Auf „Peste Negra, Muerte Negra“ gibt es ausschließlich flotten und treibenden Death Thrash Metal südamerikanischer Art.

Die Vinylversion enthält gegenüber der CD übrigens noch das SARCÓFAGO-Cover „Inri“ als Bonus.

1. Brebaje De Muerte
2. Valle Des Tinieblas
3. Obsessive Sexual Slaughter
4. La Muerte Del Papa (Interludio)
5. Dios Muerto
6. Venganza Obscura
7. A Savage Fornication
8. Estado Comatoso
9. Pact To Kill (Outro)

https://www.facebook.com/pages/ANAL-VOMIT-oficial/301683759950705
http://www.gatesofhellrecords.com/

Hagl - Lenket Til Livet

Hagl - Lenket Til Livet
Hagl - Lenket Til Livet
2015 | Black Metal
CD | Folter Records


Das norwegische Trio HAGL setzt sich aus altbekannten der norwegischen Szene zusammen. Sänger Sorath trieb viele Jahre mit BEASTCRAFT und VULTURE LORD sein Unwesen, Gitarrist und Bassist Malphas tat es ihm gleich und ist darüber hinaus noch mit ENDEZZMA unterwegs. Lediglich Schlagzeuger Gheist ist ein neues Gesicht, was aber nichts macht, da er doch relativ wenig gefordert wird.

HAGL spielen nämlich unerwartet langsamen Black Metal. Das rund eine Stunde lange Debüt kennt eigentlich kein hohes Tempo, dafür viel dunkelmelodisches Gitarrenspiel, und einen kehlig-erdigen Gesang, der eine erstklassige norwegische Atmosphäre vermittelt. „Lenket Til Livet“ ist ein düsteres und bedrückendes Album, welches eigenwillige Riffs und Disharmonien gemeinsam mit Soraths Gesang in den Mittelpunkt stellt. Laut Malphas wollten HAGL einen so genannten „Old School Grove“ erzielen, was auch immer das heißen mag. Jedenfalls fühle ich mich gelegentlich an norwegische Gruppen wie etwa CARPATHIAN FOREST oder KHOLD erinnert. Das langsame Spiel ist ein Konzept, mit dem das Trio versucht auszudrücken, wie es sich wohl anfühlt, als vereinsamtes Wesen einen langsamen Tod zu sterben. Ob dieses Vorhaben aufgeht muss jeder Hörer für sich selbst entscheiden. Bei mir perlt „Lenket Til Livet“ jedoch ab. Mir gefällt Soraths Gesang sehr gut, seine Stimme ist ausdrucksstark und präsent. Auch Malphas‘ Spiel an den Saiten kann sich hören lassen, er versteht es ausgezeichnet, seine Instrumente zu spielen. Aber verteilt auf eine gute Stunde ist mir das langsame Treiben der drei Nordmänner einfach zu langweilig und ich kann auch das einsame Sterben des Verstoßenen ehrlich gesagt nicht nachfühlen.

Malphas und Sorath wollten mal etwas Neues machen, das ist ihnen gelungen. Mit HAGL wandeln sie auf neuen Pfaden und wohin diese das Trio führen werden, wird die Zukunft zeigen. „Lenket Til Livet“ ist jedenfalls eines jener Werke, welches man liebt oder gähnend langweilig findet. Handwerklich ist es einwandfrei gemacht, klanglich ist es differenziert aber nicht zu glatt, lediglich das Konzept ist gewagt. Die verordnete Langsamkeit ist meine Sache nicht, mir fehlen Abwechslung und Kontraste. Zwar gibt es punktuelle Stiche, mit denen HAGL aufbrechende Akzente setzen, etwa Synthesizerklänge, die wie in „Vardøgn“ kurzweilig an BURZUM erinnern, oder der ruppig-schnelle Schlussspurt „Endelikt“, doch ist das meinem Empfinden nach nicht genug. Wer eine Vorliebe für norwegischen Black Metal hat und eine konsequente Langsamkeit reizvoll findet, der sollte HAGL aber gerne eine Chance geben. Wer aber Abwechslung oder Hässlichkeit und Härte braucht, der sollte hiervon besser die Finger lassen.

1. Askefast
2. Den Sorte Porten
3. Ulvehyrde
4. Frau Kulden Til Flammene
5. Helvete Ligger Så I Lende
6. Ondskapt
7. Liksøk
8. Sjelefiend
9. Vardøgn
10. Endelikt

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11.05.2015

Corpus Christii - PaleMoon

Corpus Christii - PaleMoon
Corpus Christii - PaleMoon
2015 | Black Metal
CD | Folter Records

Dass Nocturnus Horrendus fiesen Black Metal kann, hat er mehrfach bewiesen. Nicht nur mit CORPUS CHRISTII sondern auch mehrfach mit MORTE INCANDESCENTE und COLDNESS, zwei Bands die ich sehr zu schätzen weiß. Unter dem Banner CORPUS CHRISTII ist mit „PaleMoon“ das siebte Album erschienen und erstmals hat sich Horrendus für die Studioaufnahmen Unterstützung an den Gitarren geholt. CORPUS CHRISTII konnte mich 2003 mit „Tormented Belief“ nachhaltig beeindrucken, doch danach ist noch viel passiert und das letzte Album „Luciferian Frequencies“ liegt bereits vier Jahre zurück.

„PaleMoon“ ist in gewisser Weise ein fieses, hässliches und rücksichtsloses Album geworden. Die Portugiesen verzichten nahezu komplett auf atmosphärische Elemente und setzen stattdessen auf tradierte Normen des rauen Black Metals. Im Mittelpunkt steht die Stimme von Nocturnus Horrendus. Sie ist nicht mehr so harsch und verzerrt wie etwa auf „Tormented Belief“ und „The Torment Continues“. Sein Gesang ist zwar bissig, knurrend, giftig und manchmal nahe dran an der Hysterie, doch mit dem kalten Hass von früher hat der gesangliche Aspekt von „PaleMoon“ nur noch wenig zu tun. Ein Umstand an den ich mich gewöhnen muss. Netter wirkt der Gesang deshalb nicht, nur anders und Horrendus beweist ein stimmliche und emotionale Vielfalt, gerade auch weil oftmals seine klare Stimme durchkommt.

Musikalisch ist „PaleMoon“ trotz aller Rohheit und Aggressivität eine vielfältige, spielerisch nuancierte Platte. Das Tempo ist zwar oftmals hoch, doch durchzogen von zahllosen Variationen und selbiges gilt auch für die Gitarren. Es ist ein riffgewaltiges Album geworden, welches einerseits natürlich die traditionellen grell-kalten Riffs als auch thrashige und punkige Akkorde bietet. CORPUS CHRISTII vermischen sozusagen geradlinigen, kalten Black Metal mit der Rotzigkeit von Punk und Thrash. Diese Vermischungen und Einflüsse sind rar gesät, doch sie sind da. Andererseits gibt es aber auch viele direkte Parts mit monoton stampfenden Takten und schlichten, wirkungsvollen Riffs.

Nocturnus Horrendus hat sich mit CORPUS CHRISTII in all den Jahren verändert. Ich kenne zwar nicht jedes Album auswendig, doch „PaleMoon“ macht mir den ausgereiftesten Eindruck, gerade wenn man das überaus facettenreiche Gitarrenspiel betrachtet. Mein Lieblingsalbum bleibt aber nach wie vor „Tormented Belief“, welches ich atmosphärisch am eindringlichsten empfinde. Aber auch „PaleMoon“ kann sehr heftig, aggressiv und forsch sein. Deshalb sind meine Anspieltipps auch „Last Eclipse“ und „Livid Night“, da sie die beste Kombination aus Riffing, Schnelligkeit und Härte bieten. Kurzum: „PaleMoon“ ist eine gut gemachte Platte mit viel Dampf unter der Haube und sehr eindringlichen Arrangements, doch trotz aller giftigen Rotzigkeit fesselt mich „PaleMoon“ nicht so sehr wie einst „Tormented Belief“.

1. Far Beyond The Light
2. Under Beastcraft
3. The Great Death
4. Eternal Bliss
5. Last Eclipse
6. Being
7. Night Of Flaming Hatred
8. From Darkness To Total Blackness
9. Livid Night
10. Carving A Light In Me

https://www.facebook.com/corpuschristii
https://officialcorpuschristii.bandcamp.com/
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10.05.2015

Evil - Studňa

Evil - Studňa


Evil - Studňa
2015 | Black Metal
CD | Hexencave Productions / Devil’s Obsession Productions

Die Slowaken von EVIL erscheinen mir hierzulande noch zu wenig Beachtung zu finden, zumal das formidable Debütalbum „Legenda Neskrotných Živlov“ noch gar nicht lange her ist und entsprechend gut in Erinnerung liegt. Nun gibt es mit  „Studňa“ den Nachfolger, welcher erst das zweite Album in der langjährigen Bandgeschichte ist. Man knüpft quasi exakt dort an, wo man zwei Jahre zuvor endete. EVIL führen ihren Stil konsequent fort und präsentieren erneut osteuropäisch geprägten Black Metal, der spielerische Vielfalt mir Direktheit und einem guten, ruppigen Gesang verbindet.

„Studňa“ ist auf der einen Seite facettenreich instrumentiert, gerade was das Gitarrenspiel betrifft gibt es viele subtile und offene Melodien und Riffs, doch deshalb zu dem Resultat zu kommen, EVIL würden besonders abwechslungsreich oder gar atmosphärisch spielen, wäre vorschnell. Denn EVIL besinnen sich immer wieder auf Geradlinigkeit und traditionellen, kalten Black Metal. Aber eben nicht ausschließlich. Wie schon beim Vorgänger, gibt es atmosphärische und melodische Arrangements, die das Raue und Kalte wohldosiert und ausgewogen bereichern. Doch sind es gerade die schnellen Parts mit ihrem statischen Schlagzeug und den eisigen Riffs, die mich in den Bann ziehen. Hier wirken EVIL einfach grimmig, böse und kompromisslos.

Die atmosphärischen und melodischen Auflockerungen sind deshalb nicht schlechter, zumal EVIL diese gekonnt inszenieren, aber es sind eben harmonische Brüche, die das Kalte und Grimmige kontrastieren. Für meinen Geschmack könnten diese Brüche etwas dezenter sein. Teilweise sind diese atmosphärischen Passagen nämlich recht ausführlich und opulent.

„Studňa“ ist ein mehr als würdiger Nachfolger von „Legenda Neskrotných Živlov“, der klanglich und spielerisch noch überzeugender ist. EVIL verbinden kalte Grimmigkeit und eine osteuropäische Atmosphäre mit spielerischer Vielfalt und harmonischen Fragmenten. Ich bevorzuge zwar die rauen und grimmigen Parts, doch in seiner Summe ist es dennoch ein gelungenes Album. EVIL haben definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.

1. Intro
2. Zlí duchovia vstupujú do sna
3. Prebudenie (V tieni popraviska...)
4. Portál smrti
5. Obraz hrôzostrasnej noci



Warfaith - Wise Man Is Dead

Warfaith - Wise Man Is Dead


Warfaith - Wise Man Is Dead
2015 | Thrash Metal
CD | Eigenproduktion

Nach einer 2013 veröffentlichten EP gibt es mit „Wise Man Is Dead“ nun das Debütalbum der französischen Band WARFAITH. Das Quintett hat sich dem Thrash Metal verschrieben, den man hier abwechslungsreich und zackig rüber bringt.

Thrash Metal ist heutzutage aber nicht mehr gleich Thrash Metal und WARFAITH bevorzugen dabei eine Spielart, die nicht gerade modern ist und stattdessen Anleihen von Punk und Hardcore aufweist. Vor allem gesanglich spürt man die Einflüsse der anderen Stile, was dem Thrash einen dreckigen Anstrich verleiht. Musikalisch gibt es das volle Brett an Instrumentierungen. Das Tempo ist überwiegend hoch aber variabel und häufig sind auch langsamere Tempi zu hören. Der Schlagzeuger macht dabei durchweg eine sehr anständige Figur. Das Gleiche gilt aber auch für die Gitarrenfraktion. Der Bass ist sehr schön herauszuhören, was den leicht dreckigen Charakter unterstreicht und zum dynamischen Umfang beiträgt. Aber auch die Gitarren erweisen sich als mannigfaltig. WARFAITH schmettern sowohl satte und schwere Death-Metal-Riffs, als auch dreckige Thrash-Akkorde und das eine und andere Soli.

Spielerisch und klanglich kann sich „Wise Man Is Dead“ durchaus hören lassen. Man beherrscht seine Instrumente und diese kommen gut zur Geltung, was für eine Eigenproduktion schon mal beachtlich ist. Dennoch können mich WARFAITH nicht zur Ekstase bringen, wobei ich das Album nicht schlecht finde. Mir fehlt einfach noch das gewisse Etwas. Am überzeugendsten empfinde ich WARFAITH, wenn sie zielgerichtet und geradlinig schnell spielen. Diese übersichtlichen Parts haben meiner Meinung nach das meiste Feuer. Es sind auch genau jene Parts, in denen der traditionelle Thrash Metal am deutlichsten zutage tritt. Etwas weniger Abwechslung und dafür etwas mehr Eingängigkeit und Härte hätte der Scheibe also gut getan.

Es ist keine schlechte Platte, zumal man das spielerische Talent besitzt und authentisch wirkt. Meinen persönlichen Geschmack treffen die Franzosen zwar nicht gänzlich, doch gehen sie schon mal in eine richtige Richtung, da sie offenbar das Dreckige dem Glatten und Langweiligen vorziehen. WARFAITH haben Potential und wer abwechslungsreichen Thrash Metal mag, der darf die Franzosen gerne unterstützen.

1. Intro
2. Wise Man Is Dead
3. Jesus Sucks
4. Cracks Whore
5. Purgatory
6. Terrorist
7. Furious Pig
8. Kill With Truth
9. Warslave
10. Addiction
11. Redemption


07.05.2015

Kommandant - The Architects Of Extermination

Kommandant - The Architects Of Extermination
Kommandant - The Architects Of Extermination
2014 | Black/Death Metal
CD | ATMF

Vor rund drei Jahren konnten mich die martialischen Extremisten KOMMANDANT mit „The Draconian Archetype“ voll von sich überzeugen. Nun ist der Nachfolger „The Architects Of Extermination“ erschienen und KOMMANDANT klingen mindestens genau so unmenschlich, böse und zerstörerisch.

Dabei sind es nicht einmal unbedingt die heftigen und schnellen Stücke und Parts, die so brutal und finster klingen. Schnelle und überaus brachiale Strecken gibt es zuhauf, doch KOMMANDANT entfalten ihr krankes und verstörendes Potential gerade auch während der zahlreichen langsamen Passagen. Da kann es schon mal vorkommen, dass ein dunkelatmosphärischer und religiös wirkender Part, an okkulte Death Metal Truppen wie NECROS CHRISTOS erinnert. Auf der anderen Seite spielen KOMMANDANT aber auch erbarmungslos schnell, so dass sich Gitarren, Schlagzeug und bestialischer Gesang zu einer tosenden, alles niederreißenden Klangwand auftürmen. In solchen Momenten fluten die gestörten Amerikaner die Gehörgänge mit primitiver und rohrer, klanggewordener Wut.

Mir gefällt dieser Kontrast sehr gut, da er dem Album Abwechslung verleiht aber auch schöne Spannungsbögen aufbaut, die KOMMANDANT rigoros und teils auch grotesk auflösen. Vor allem den Ansatz, immer wieder dezente atmosphärische Elemente einzuweben, empfinde ich als sehr gelungen. Dadurch wirkt der tosende Black/Death Metal wesentlich düsterer und morbider. Auch hier fühle ich mich, wie schon beim Vorgänger, an der einen und anderen Stelle an BLUT AUS NORD erinnert.

KOMMANDANT haben sich gegenüber dem Vorgänger deutlich steigern können und haben ein atmosphärisch dichtes, verstörendes sowie brachiales Album eingespielt. Sowohl die radikalen, schnellen Lieder als auch die etwas „atmosphärisch“ aufgeladenen Stücke sind absolut überzeugend.

1. Let Our Vengeance Rise
2. The Architects Of Extermination
3. Oedipism
4. Acquisition Of Power
5. Killing World
6. And Nation Shall Rise Against Nation
7. Rise And Fall Of Empire
8. Onward To Extinction

http://kommandant.us/
https://www.facebook.com/Kommandantofficial
http://www.atmf.net/

06.05.2015

Gathering Darkness / Tyrants Blood - The Light Won’t Save You

Gathering Darkness / Tyrants Blood - The Light Won’t Save You
Gathering Darkness / Tyrants Blood - The Light Won’t Save You
2014 | Death Metal
CD | Hecatombe Records


Brutal, rau und dreckig, so kann man dieses Splitalbum zusammenfassen. Sowohl GATHERING DARKNESS aus Spanien als auch TYRANTS BLOOD aus Kanada spielen ungnädigen Death Metal. Den Anfang machen die Spanier, wo auch zwei Leute von CRYSTALMOORS mitspielen, doch mit deren Pagan Black Metal haben die fünf Stücke absolut nichts zu tun.

GATHERING DARKNESS spielen stattdessen gemeinen Death Metal, der hohe Geschwindigkeiten mit Verlangsamungen und einigen melodischen Gitarrenläufen verbindet. GATHERING DARKNESS sind brutal und hasserfüllt, allen voran der Gesang, der wahrlich finster, derbe und ausdrucksstark ist. Doch die Spanier versteifen sich nicht auf komplexe, technische Spielereien und gehen es überwiegend geordnet und geradlinig an. Die eine oder andere technische Frickelei gibt es zwar, doch es überwiegen ganz klar die einfachen Strukturen, wobei es rhythmisch und harmonisch recht abwechslungsreich zugeht. Brachiale Geschwindigkeit befindet sich im Wechselspiel zu mittelschnellen und auch langsamen Parts. Zwischendurch werden immer wieder dreckige old school Riffs eingestreut, welche die raue Brachialgewalt auflockern. GATHERING DARKNESS haben hier fünf grundsolide Stücke verewigt, die Freunden des rauen, gemeinen und brutalen Death Metals durchaus gefallen sollten.

Die Kanadier TYRANTS BLOOD dürften einen größeren Bekanntheitsgrad haben. Einerseits weil zwei bekannte Gesichter mit von der Partie sind (Marco Banco von BLASPHEMY und Brian „Messiah“ Langley von INFERNÄL MÄJESTY), andererseits weil man schon drei Alben veröffentlichte. Brutal sind auch TYRANTS BLOOD, jedoch wesentlich ruppiger, chaotischer und stilübergreifender als GATHERING DARKNESS. Die Kanadier haben nämlich ein giftiges Gebräu aus Death Metal, Thrash Metal und Black Metal zusammengemischt. Das Tempo ist durch die Bank hoch aber durchzogen von vielen Breaks. Die vier Stücke sind heftig und dreckig aber dabei sehr agil und fordernd. Es gibt sehr heftige, sehr wütende und absolut zerstörerische Parts, die an Heftigkeit kaum zu überbieten sind. Durch die zahllosen Veränderungen wirken die Stücke manchmal sehr technisch, abstrakt und komplex. Doch mit dem gewöhnlichen technischen Death Metal haben TYRANTS BLOOD allerdings nicht wirklich etwas zu tun. Dafür sind sie viel zu dreckig, düster und thrashig. Überdies gibt es auch mal einen schlichten und primitiven Part, der es in sich hat.

Auf diesem Splitalbum treffen sich zwei unterschiedliche Gruppen, deren gemeinsamer Nenner die schonungslose und dreckige Brutalität ist. Mich können beide überzeugen, die Scheibe macht einfach Spaß, ist giftig und bösartig und wer auf der Suche nach kaputten Gruppen wie ABHORER oder ZYGOATSIS ist, der sollte sich die Kanadier genauer anschauen.

GATHERING DARKNESS
1. Decadence Of The Plague
2. Devoured By Earth
3. Riding The Horse Of Selfdestruction
4. Negative Metamorphosis
5. Through The Oceans Of Misery

TYRANTS BLOOD
6. Destroyer
7. Disowned And Defiled
8. Conjure The Watcher
9. Fragments Of A Dying World

https://www.facebook.com/gatheringdarknessofficial
https://www.facebook.com/TYRANTSBLOOD
http://www.tyrantsblood.com/
http://www.hecatomberecords.es/

04.05.2015

Grave Wave Magazine #1

Grave Wave Magazine #1


Das GRAVE WAVE MAGAZINE ist ein neues, kleines Fanzine aus der Schweiz, welches sich in seiner ersten Ausgabe voller Leidenschaft dem harten metallischen Untergrund in der Alpenrepublik widmet. Die beiden Macher Ultraxx und Superion schreiben in einem sehr lockeren und unterhaltsamen Umgangston, der immer wieder die Popularisierung des Metals zum Thema macht. Das GRAVE WAVE MAGAZIN ist gegen totproduzierte Hochglanzveröffentlichungen und setzt sich liebevoll, ja anders kann man das gar nicht nennen, vor allem für die kleinen Untergrundbands ein.

Als erstes fällt dem Leser natürlich die gelungene Aufmachung des Heftes auf. Es macht einfach unheimlich viel Spaß durchzublättern, nur der tollen Typographie und des gelungenen Schriftsatzes wegen. Das Magazin wurde auf 34 Seiten schwarz/weiß gedruckt und genäht, macht ob der Typographie einen professionellen Eindruck, wobei es natürlich so aussieht, als wäre alles wild zusammen kopiert worden. Ganz so, wie früher.

Auch wenn vor allem die Szene in der Schweiz durchleuchtet wird, ist es interessant und auch ein wenig unterhaltsam, die kritischen Berichte, Interviews und Kommentare über eben diese zu lesen. Mir gefällt die kritische Haltung der Macher gegenüber dem seelenlosen Mainstream Metal, der sich offenbar auch in der Schweiz breit macht. Obwohl ich als Berliner weit weg wohne, fühle ich mich angesprochen. Auch wenn der Fokus der ersten Ausgabe auf der Schweiz liegt, ist das GRAVE WAVE MAGAZINE unbedingt auch für Deutsche und Österreicher interessant. Die nächste Ausgabe soll dann den Untergrund der benachbarten Länder ins Visier nehmen, ich bin gespannt.

Die Bands die im Heft behandelt werden, sind mir bis auf HOTEL GREULICH, total unbekannt. Das musikalische Spektrum der Gruppen geht von Heavy Metal, über Thrash bis hin zu Death und Black Metal. Das GRAVE WAVE MAGAZINE bietet stilistisch also die gesamte Bandbreite des hässlichen und gemeinen Metals.

Das Heft ist inzwischen für sechs Euro zu bekommen. Die 100 ersten Exemplare waren kostenlos…! Ich denke, dies sagt alles und macht deutlich, dass die Macher definitiv jede Unterstützung verdient haben!