31.05.2015

Ars Irae - Dunkle Klänge

Ars Irae - Dunkle Klänge
Ars Irae - Dunkle Klänge
2015 | Blackened Death Metal
CD | Quality Steel Records


Die Rosenheimer ARS IRAE spielen auf ihrem zweiten Album „Dunkle Klänge“ eingeschwärzten sowie riffbetonten Death Metal mit dezenten paganesken Einflüssen. Die Scheibe ist vielfältig und kombiniert bebende Bassläufe mit Schunkelrhythmen und verständlichem deutschen Gesang.

ARS IRAE gehen nicht nur vielfältig sondern auch sehr eigenständig an die Sache heran. Gesanglich, melodisch und rhythmisch legt man sich nicht auf eine Spielweise fest und kombiniert stattdessen die volle Bandbreite an Möglichkeiten. Dies bedeutet, dass es sehr schleppende und schwere aber auch schnelle und antreibende Parts gibt. Der Gesang kann tief und kehlig aber auch schwarzmetallisch und energisch sein. Diese Vielfalt lässt sich auch an den Gitarren hören.

Insgesamt betrachtet überwiegt zwar der Death Metal doch durch die spielerische Vielfalt gibt es genügend Gelegenheiten, um diesen stilistisch aufzubrechen. So wird der traditionelle Death Metal beispielsweise gerne durch rasende Black Metal Passagen oder bunte Gitarrenmelodien kontrastiert. Mir gefallen dabei die schleppenden und mittelschnellen Death Metal Parts am besten. Meinem Empfinden nach entwickeln ARS IRAE hier das eindringlichste und brachialste Potenzial. Die melodischen Gitarrenläufe sowie die schwarzmetallischen Anleihen treffen meinen Geschmack jedoch nicht gerade, hier klingt man mir irgendwie zu Deutsch.

„Dunkle Klänge“ ist aber in jedem Fall eine interessante Scheibe, gerade auch weil ARS IRAE einen wirklich eigenständigen Stil haben. Es gibt zwar vereinzelt einen Part oder ein Riff welches mir bekannt vorkommt, doch insgesamt betrachtet gibt es keine andere Band, mit der ich ARS IRAE vergleichen könnte. Spielerisch und klanglich ist das Album ebenfalls gut gemacht und ansprechend. Lediglich die Vermischung von Black und Death Metal missfällt mir. Der Death Metal gefällt mir extrem gut, wohingegen mir die schwarzmetallischen Elemente eben nicht gefallen. Außerdem habe ich so meine Probleme mit Stücken wie „Schatten“, wo der deutsche Gesang überaus verständlich wird, was mich irgendwie an paganeske Lagerfeuerromantik mit Schunkelfaktor erinnert. Damit habe ich schon immer meine Probleme gehabt.

1. Des Jägers Fluch
2. Dunkle Klänge
3. In die Tiefe
4. Wieland der Schmied
5. Schatten
6. Als nichts war
7. Ein neuer König
8. Blutrote Flammen
9. Herbst
10. Homo sum humani

http://arsirae.de/
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http://quality-steel.de/

27.05.2015

Ered - Night Of Eternal Doom

Ered - Night Of Eternal Doom
Ered - Night Of Eternal Doom
2015 | Black / Death Metal
CD | War Anthem Records


Die spanische Formation ERED existiert bereits seit 1996 und wird am 29. Mai ihr drittes Album veröffentlichen. Obwohl es die Band schon so lange gibt und neben den Alben auch nicht wenige Demos und EPs veröffentlichte, ist der Drittling „Night Of Eternal Doom“ meine erste Berührung. ERED spielen eine abwechslungsreiche aber giftige Mischung aus Black und Death Metal unter ordentlichem skandinavischem Einfluss.

Mit einer Spielzeit von rund 60 Minuten ist das Album nicht eben kurz und entsprechend lang und vielschichtig präsentieren sich die einzelnen Lieder. ERED verstehen es, geradlinig, schnell und brachial zu spielen als auch langsam und melodisch. Sägende Death Metals Riffs werden mit eisigen Black Metal Riffs vermischt und immer wieder tun sich dabei atmosphärische Parts auf. ERED erinnern mit dem melodischen Gitarrenspiel immer wieder an DISSECTION aber auch UNANIMATED, NECROPHOBIC oder SACRAMENTUM kann man wiedererkennen. Im Prinzip kann man die letzten drei Namen beliebig mit anderen skandinavischen Bandnamen jener Zeit austauschen, denn ERED spiegeln den Geist jener Epoche perfekt wieder. Vor allem harmonisch und melodisch gibt es hier viele Einflüsse zu hören.

Retro sind ERED deswegen aber nicht unbedingt. Man hat das Ganze in ein aktuelles Gewand gekleidet, will heißen, der Klang ist professionell und modern und die bereits erwähnte Vielgestaltigkeit des Materials gibt den Liedern trotz aller markanten  Einflüssen auch eine gewisse Eigenständigkeit.

In dieser hohen Dichte an Vielfalt liegt für mich auch der Kritikpunkt an der Scheibe. „Night Of Eternal Doom“ ist eine gut gemachte Scheibe, die tolle Riffs, schöne Melodien aber auch fiese und aggressive Parts beherbergt. Das ist mir jedoch manchmal etwas zu viel des Guten. Mir sind die Lieder stellenweise einfach zu langatmig. Es ist oft sehr viel in Bewegung, immer wieder gibt es auch thrashige Einflüsse, die dem ohnehin schon dynamischen Album noch zusätzlich Lebendigkeit verleihen. Ab und an habe ich das Gefühl als würden ERED es nicht schaffen den Punkt zu setzen. Es kommt häufiger vor dass ich denke, jetzt ist das Lied aber zu Ende und dann kommt noch ein Break, und dann noch ein Soli und dann doch noch eine Strophe. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Für sich genommen sind die Lieder allesamt überzeugend. Die Spanier können definitiv spielen. Vor allem die Gitarren aber auch der energische Gesang wissen mich wirklich anzusprechen. Doch in der Summe ist mir das Album zu vielschichtig und zu sehr in die Länge gezogen. Etwas kürzere Lieder und etwas mehr Geradlinigkeit hätten dem Album meinem Empfinden nach gut getan. Am besten gefallen mir ERED übrigens, wenn sie das Tempo drosseln und mit ihren melodischen Gitarren eine wahrlich düstere, nordische Atmosphäre erschaffen.

Kurz zusammengefasst: Die Scheibe ist nicht schlecht und hat ihre spielerischen Reize. Wer Black / Death Metal alter skandinavischer Prägung mag, sollte zumindest probeweise ein Ohr riskieren.

1. Ancient Abominations
2. Ripped From The Abyss
3. Storms
4. Nocturnal Revelations
6. Night Of Eternal Doom
7. Pestilent Black Fog
8. Dark Temple Congregation
9. Black Coffins And Funeral Curses
10. Eternal Wisdom
11. A Black Mass For Satanas (Mortal Mutilation Cover)

https://www.facebook.com/eredofficial
http://www.war-anthem.de/


20.05.2015

Total Negation - Zeitzeuge

Total Negation - Zeitzeuge
Total Negation - Zeitzeuge
2015 | Black / Dark Metal
CD | Temple Of Torturous


Als mich die Kunde von der anstehenden Veröffentlichung eines neuen Albums von TOTAL NEGATION ereilte, war ich geradezu elektrisiert. So empfand ich doch den Vorgänger „Zur späten Stunde | Zeiträume“ großartig und schloss die Kritik mit folgender Feststellung: „…ist die CD in ihrer Gesamtheit eine stimmige und runde Angelegenheit, die auch nach diversen Durchläufen noch fesselt“. Dieses Resümee werde ich für „Zeitzeuge“ leider nicht wiederholen können.

Dafür hat sich einfach zu viel verändert. Einerseits ist die Musik wesentlich klarer, melodischer und geordneter ausgefallen, andererseits missfällt mir der Gesang von Wiedergaenger. Er singt wesentlich klarer und verständlicher, wodurch seine Texte zwar verständlicher werden, ihnen zugleich aber auch etwas Raues und Düsteres abhandenkommt. Erschwerend kommt auch der melodische Aspekt hinzu, der sich leider sehr nachteilig auswirkt. Die Gitarre erklingt oftmals einfach unschön, die lebendigen, hellen und vordergründigen Melodien haben häufig überhaupt nichts Dunkles. Wenn ich nun den ‚freundlicheren“ Gesang mit der aufgehellten Melodik addiere, dann keimt in mir schwere Enttäuschung und Unzufriedenheit. Wenn man „Zeitzeuge“ mit seinem Vorgänger vergleicht, dann fehlen die obskuren, eigensinnigen und düsteren Momente. Der sporadische Einsatz der Melodica sorgt zwar für kurzweilige kitzelnde Akzente, doch das ist gemessen an der langweiligen Länge des Albums viel zu wenig.

Es ist natürlich nicht alles schlecht. Es gibt auch Passagen in denen die grell klingenden Gitarren bedrückende und doomige Riffs verlautbaren, dann schimmert das Dunkle von einst mal kurz auf, doch gehen diese Parts eben im insgesamt viel zu lieben und melodischen Konzept unter oder werden durch den Gesang konterkariert.

Für mich ist „Zeitzeuge“ eine maßlose Enttäuschung. Mir gefallen Gesang und Melodik überhaupt nicht. Insgesamt betrachtet empfinde ich die oftmals zu melodisch inszenierte Gitarre nervig und das Album als langweilig und glatt. Es fehlen Ecken und Kanten, es fehlen wahrlich obskure oder depressive Momente.

1. Betrachter
2. Flüchtling
3. Augenzeuge
4. Kronzeuge
5. Heimkehrer
6. Zeitzeuge


http://www.totalnegation.de/
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http://www.templeoftorturous.com/


18.05.2015

Infesting Swarm - Desolation Road

Infesting Swarm - Desolation Road
Infesting Swarm - Desolation Road
2015 | Black Doom Metal
CD | Art Of Propaganda


INFESTING SWARM aus Nordrhein-Westfalen gründeten sich bereits 2007. 2011 kam dann die erste Demo und 2013 nahm man dann mit „Desolation Road“ das Debütalbum auf, welches diesen Frühling erschien. Anfänglich spielte man eine Mischung aus Death und Black Metal, inzwischen ist daraus abwechslungsreicher sowie moderner Black Metal geworden. „Desolation Road“ wird dem Subgenre des Post Black Metals zugeordnet, was man so stehen lassen kann, wobei ich den Begriff immer etwas schwammig finde.

INFESTING SWARM spielen jedenfalls facettenreichen Black Metal, der einige traditionelle Elemente mit vielen modernen Inszenierungen verbindet. Es gibt einige schnelle und harte Parts mit giftigem Gesang ebenso wie melodische, atmosphärische und verträumte Passagen. Die einzelnen Arrangements erweisen sich dabei als sehr vielseitig und es schimmert immer wieder melancholischer Death Doom durch. INFESTING SWARM scheinen jedoch darauf geachtet zu haben, alles in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander zu halten. Jedenfalls ist es so, dass die unterschiedlichen Elemente wie kalte Raserei, doomige Zähigkeit und Melancholie oder Melodik für sich genommen nicht überhand nehmen.

Während die schnellen Passagen den eher klassischen Black Metal wiedergeben, vermitteln die zahlreichen mittelschnellen oder schleppenden Parts eine drückende Melancholie, die mich bisweilen an Gruppen wie MOURNING BELOVETH, nicht zuletzt auch des Gesanges wegen, erinnert. „Desolation Road“ ist in jedem Fall ein Werk der dunklen Stimmungen. Auch wenn melodische Gitarrenläufe ein wichtiger Aspekt sind, so wird es jedoch nicht zu melodisch oder gar verspielt.

„Desolation Road“ ist ein vielseitiges, modernes und gut arrangiertes Album. Man besitzt ein Gespür für feine, unaufdringliche Melodien mit dezidiertem Hang zu Melancholie. Am besten gefallen mir INFESTING SWARM, wenn sie die Death-Doom-Keule auspacken. Ich empfinde diese langsamen und melancholischen Parts einfach am eindringlichsten und aussagekräftigsten. Auch wenn „Desolation Road“ keine nennenswerten Schwächen offenbart, so gelingt es dem Album jedoch nicht, mich vollumfänglich zu überzeugen. Es sind die schnellen Parts die mich nicht zur Gänze ansprechen. Ich empfinde rasende Stücke wie das deutschsprachige „Der Lauf der Zeit“ als etwas zu glatt. Da würde ich mir einfach etwas mehr Hässlichkeit wünschen. Aber dies würde womöglich nicht zum Konzept von INFESTING SWARM passen.

1. Dead Transmission
2. Ending
3. Desperation
4. Year Of No Light
5. Abandoned Life
6. Der Lauf der Zeit
7. Horizon On Fire
8. Desolation Road

https://www.facebook.com/infestingswarmofficial
http://www.art-of-propaganda.de/
https://artofpropaganda.bandcamp.com/album/desolation-road


17.05.2015

Streams Of Blood / Chant Of Blasphemy - Infernal Lamontations

Streams Of Blood / Chant Of Blasphemy - Infernal Lamontations
2014 | Black Metal
CD | Folter Records

Wem MARDUK in all den Jahren zu kommerziell oder glatt geworden sind, der sucht womöglich nach Alternativen und kann sie unter anderem in STREAMS OF BLOOD finden. STREAMS OF BLOOD spielen seit ihrem Debütalbum „The Descent To The Source Of Disorder“ kompromisslosen und auf Brachialgewalt getrimmten Black Metal. Daran hat sich absolut nichts geändert und so sind auch die drei neuen Lieder auf diesem Splitalbum vor allem eines: gnadenlos und brachial.

Auch wenn STREAMS OF BLOOD das Gaspedal oftmals voll durchdrücken, ist es nicht nur blindes Geprügel, was den derben, giftigen und brachialen Charakter beschwört. Der Rhythmus ist variabel, das Schlagzeug poltert und drischt unbändig aber eben auch vielfältig. In „Open Your Third Eye“ wird das Tempo gerne gedrosselt und mit angezogener Handbremse gefahren, was nicht weniger eindringlich und sehr mächtig klingt. Manchmal wirkt das schnelle Spiel an den Fellen schon fast unnatürlich, so vielfältig und rasantwerden sie malträtiert. Aber auch an den Gitarren gibt es Gutes zu hören. Nämlich klirrend kalte Riffs, die den grimmigen Unterbau liefern, welcher von Thymos‘ Gesang verächtlich abgerundet wird.

Dass es CHANT OF BLAPSHEMY noch gibt, wusste ich gar nicht. Das letzte mir bekannte Lebenszeichen war die 2005er EP „Revelation“. Danach war sechs Jahre Funkstille und es wurde das Album „Godless Extermination“ veröffentlicht. Wie dem auch sei. Die vier neuen Lieder sind variantenreicher Black Metal, der sehr giftige und knurrende Elemente mit dezenten melodischen Gitarrenläufen verbindet. Es gibt Momente, da erinnert mich der grimmige Gesang von Dr. Stench an INQUISITION zuzeiten von „Incense Of Rest“, was einen interessanten Kontrast zu den leicht thrashigen Einflüssen darstellt.

CHANT OF BLASPHEMY machen einen anständigen und vor allem eigenständigen Eindruck. Sie kommen aus dem tiefen Untergrund und versprühen hasserfüllte Grimmigkeit, gepaart mit dezent gehaltenem, dreckigem Thrash. Das alles ist zwar überhaupt nicht neu und auch nicht besonders aber grundsolide und authentisch.

Insgesamt betrachtet ist „Infernal Lamontations“ ein interessantes Splitalbum, welches Ecken und Kanten hat und sich vor allem an Untergrundjünger richtet. Wer sich vor allem mit den großen und erfolgreichen Bands beschäftigt, wird solche Scheiben sicherlich nicht verstehen, aber für die ist derlei Black Metal ohnehin nicht gedacht. Mein Favorit sind hier STREAMS OF BLOOD, die mich vor allem mit „Open Your Third Eye“ zum Gefangenen machten. Aber auch CHANT OF BLASPHEMY wissen ob ihrer grimmig-kauzigen Eigenständigkeit zu gefallen.

STREAMS OF BLOOD
1. Open Your Third Eye
2. Iron Sky
3. Inferno

CHANT OF BLASPHEMY
4. Morgenandacht
5. Paradise Perverse
6. Inquisition
7. Phosphorus Nights

http://www.streamsofblood.com/
https://www.facebook.com/StreamsOfficial
http://www.chantofblasphemy.de/
https://www.facebook.com/pages/Chant-of-Blasphemy/251487741553149
http://www.folter666.de/

Vanhelga - Ångest

Vanhelga - Ångest
Vanhelga - Ångest
2015 | Black Metal / Depressive Rock
CD | Folter Records

Die EP „Ångest“ erschien bereits 2011 in einer streng limitierten Auflage von 100 Kopien und wurde nun wiederveröffentlicht. Wahrscheinlich nicht nur für mich eine interessante Neuauflage, zumal meine erste Berührung mit VANHELGA das 2012er Album „Höst“ ist.

Alles was man auf „Höst“ und „Längtan“ hören kann, lässt sich auch bereits auf „Ångest“ erleben. Allerdings weniger ausgereift und noch stärker vom klassischen Black Metal geprägt. Solist 145188 kombiniert ruppig knurrenden Black Metal mit bizarren, melodischen Arrangements, wie etwa Keyboard, Klargesang oder Akustikgitarre. Das kennt man von VANHELGA, doch hier klingt alles noch etwas rauer. Außerdem stehen Depressive Rock und Black Metal noch voneinander abgegrenzt nebeneinander und sind nicht, wie auf späteren Werken, miteinander verschmolzen.

Diese Wiederveröffentlichung richtet sich vor allem an Fans von VANHELGA. „Ångest“ ist sicherlich nicht die interessanteste Veröffentlichung aber sie bietet einen Einblick ins frühere Schaffen. Um VANHELGA kennenzulernen eignet sich „Ångest“ also nicht, doch wer das eigensinnige Treiben des Schweden mag und seine Sammlung komplettieren möchte, der kann gerne zugreifen.

1. Desperation
2. Pessimist
3. Sorg
4. Unknown
5. Suicide
6. Ångest

https://www.facebook.com/vanhelgaofficial
http://www.deathlust.net/
http://www.folter666.de/

14.05.2015

Anal Vomit - Peste Negra, Muerte Negra

Anal Vomit - Peste Negra, Muerte Negra
Anal Vomit - Peste Negra, Muerte Negra
2015 | Death / Black / Thrash Metal
CD / Vinyl | Gates Of Hell Records


Rund sechs Jahre liegt die Veröffentlichung des Vorgängers „Gathering Of The Putrid Demons“ mittlerweile zurück. Obwohl sich ANAL VOMIT bereits 1992 gründeten, ist „Peste Negra, Muerte Negra“ erst das vierte Album. Aber das ist eigentlich auch egal, denn ANAL VOMIT spielen eingeschwärzten Death Thrash Metal, der absolut zeitlos ist.

Innovativ waren sie noch nie und deshalb ist „Peste Negra, Muerte Negra“ auch eine konsequente Fortsetzung der bisherigen Alben. Erneut spielen die Peruaner dreckigen Death Thrash Metal, der den alten südamerikanischen Größen (namentlich: HOLOCAUSTO, SARCÓFAGO, SEXTRASH) huldigt. Gerade im Riffing schimmern die Einflüsse der genannten Bands immer wieder durch, weshalb ANAL VOMIT auch stets von derer Atmosphäre partizipieren und sie in ihrem eigenen Spiel nostalgisch aufleben lassen.

Wer eines der Vorgängeralben kennt, der wird auch genau wissen was ihn auf dem neuen Album erwartet. ANAL VOMIT gehen in ihrem wilden Treiben voll auf und machen einfach das, was sie schon immer taten. Nämlich fiesen Metal spielen, der thrashige Soli mit kompromisslosem Death Metal kombiniert. Aber ganz so primitiv, wie es vielleicht den Anschein haben mag, sind die Peruaner nicht. Es gibt an den einzelnen Instrumenten eine Menge Vielfalt, neben den riffbetonten Gitarren ist es auch eine überaus lebhafte und gut hörbare Bassgitarre, die Akzente setzt. Nicht zuletzt sei auch das tempo- und variantenreiche Schlagzeug erwähnt. Das Tempo ist zwar häufig hoch, jedoch durchzogen von zahllosen rhythmischen Veränderungen. ANAL VOMIT sind zwar durchaus brachial, gemein mit direkt, jedoch nicht übertrieben und mit ausreichend Variation.

ANAL VOMIT bleiben sich auch im 23. Jahr ihrer Existenz treu und liefern exakt das ab, was von ihnen erwartet wird. Es gibt keine Überraschungen und keine Experimente. Auf „Peste Negra, Muerte Negra“ gibt es ausschließlich flotten und treibenden Death Thrash Metal südamerikanischer Art.

Die Vinylversion enthält gegenüber der CD übrigens noch das SARCÓFAGO-Cover „Inri“ als Bonus.

1. Brebaje De Muerte
2. Valle Des Tinieblas
3. Obsessive Sexual Slaughter
4. La Muerte Del Papa (Interludio)
5. Dios Muerto
6. Venganza Obscura
7. A Savage Fornication
8. Estado Comatoso
9. Pact To Kill (Outro)

https://www.facebook.com/pages/ANAL-VOMIT-oficial/301683759950705
http://www.gatesofhellrecords.com/

Hagl - Lenket Til Livet

Hagl - Lenket Til Livet
Hagl - Lenket Til Livet
2015 | Black Metal
CD | Folter Records


Das norwegische Trio HAGL setzt sich aus altbekannten der norwegischen Szene zusammen. Sänger Sorath trieb viele Jahre mit BEASTCRAFT und VULTURE LORD sein Unwesen, Gitarrist und Bassist Malphas tat es ihm gleich und ist darüber hinaus noch mit ENDEZZMA unterwegs. Lediglich Schlagzeuger Gheist ist ein neues Gesicht, was aber nichts macht, da er doch relativ wenig gefordert wird.

HAGL spielen nämlich unerwartet langsamen Black Metal. Das rund eine Stunde lange Debüt kennt eigentlich kein hohes Tempo, dafür viel dunkelmelodisches Gitarrenspiel, und einen kehlig-erdigen Gesang, der eine erstklassige norwegische Atmosphäre vermittelt. „Lenket Til Livet“ ist ein düsteres und bedrückendes Album, welches eigenwillige Riffs und Disharmonien gemeinsam mit Soraths Gesang in den Mittelpunkt stellt. Laut Malphas wollten HAGL einen so genannten „Old School Grove“ erzielen, was auch immer das heißen mag. Jedenfalls fühle ich mich gelegentlich an norwegische Gruppen wie etwa CARPATHIAN FOREST oder KHOLD erinnert. Das langsame Spiel ist ein Konzept, mit dem das Trio versucht auszudrücken, wie es sich wohl anfühlt, als vereinsamtes Wesen einen langsamen Tod zu sterben. Ob dieses Vorhaben aufgeht muss jeder Hörer für sich selbst entscheiden. Bei mir perlt „Lenket Til Livet“ jedoch ab. Mir gefällt Soraths Gesang sehr gut, seine Stimme ist ausdrucksstark und präsent. Auch Malphas‘ Spiel an den Saiten kann sich hören lassen, er versteht es ausgezeichnet, seine Instrumente zu spielen. Aber verteilt auf eine gute Stunde ist mir das langsame Treiben der drei Nordmänner einfach zu langweilig und ich kann auch das einsame Sterben des Verstoßenen ehrlich gesagt nicht nachfühlen.

Malphas und Sorath wollten mal etwas Neues machen, das ist ihnen gelungen. Mit HAGL wandeln sie auf neuen Pfaden und wohin diese das Trio führen werden, wird die Zukunft zeigen. „Lenket Til Livet“ ist jedenfalls eines jener Werke, welches man liebt oder gähnend langweilig findet. Handwerklich ist es einwandfrei gemacht, klanglich ist es differenziert aber nicht zu glatt, lediglich das Konzept ist gewagt. Die verordnete Langsamkeit ist meine Sache nicht, mir fehlen Abwechslung und Kontraste. Zwar gibt es punktuelle Stiche, mit denen HAGL aufbrechende Akzente setzen, etwa Synthesizerklänge, die wie in „Vardøgn“ kurzweilig an BURZUM erinnern, oder der ruppig-schnelle Schlussspurt „Endelikt“, doch ist das meinem Empfinden nach nicht genug. Wer eine Vorliebe für norwegischen Black Metal hat und eine konsequente Langsamkeit reizvoll findet, der sollte HAGL aber gerne eine Chance geben. Wer aber Abwechslung oder Hässlichkeit und Härte braucht, der sollte hiervon besser die Finger lassen.

1. Askefast
2. Den Sorte Porten
3. Ulvehyrde
4. Frau Kulden Til Flammene
5. Helvete Ligger Så I Lende
6. Ondskapt
7. Liksøk
8. Sjelefiend
9. Vardøgn
10. Endelikt

https://www.facebook.com/haglbyge
http://www.folter666.de/