09.02.2015

Sarkrista - The Evil Incarnate | 2015 | Purity Through Fire | CD | Black Metal



Nach einem Album und zwei Split-Veröffentlichungen beglücken uns die Hamburger von SARKRISTA in Kürze mit einer neuen EP. Das fünf Lieder umfassende Manifest beherbergt erneut kalten, grimmigen und finnischen Black Metal par excellence.

SARKRISTA ziehen ihr Ding erbarmungslos durch, und das ist auch gut so. Die finnischen ‚Originale‘, die es namentlich zu benennen wohl nicht bedarf, hätten es nicht besser machen können. „The Evil Incarnate“ ist rauer Black Metal, der dezente und eisige Gitarrenmelodien mit schnellen, stampfenden Rhythmen sowie einem harschen, bissigen  und giftigen Kreischgesang kombiniert. Auch wenn der Takt oftmals schnell und peitschend ist, sind SARKRISTA auf detailreiches Spiel bedacht. Es ist einfach nur herrlich, wie Schlagwerker Exesor sein Instrument überaus vielfältig bespielt. Aber auch die Gitarristen haben ihre Hausaufgaben gemacht und erfreuen den Hörer mit ihren grellen Riffs, die nicht nur bedrohlich und kalt erklingen sondern auch subtile, fast schon melancholische anmutende Melodien, aus den Ärmeln schütteln.

Ich brauche gar nicht mehr zu schreiben, denn „The Evil Incarnate“ ist eine großartige EP, die jedem gefallen wird, der SARKRISTA bereits kennt oder den finnischen Black Metal zu schätzen weiß. Mich haut die EP jedenfalls um, da sie mich an die besten Tage von BAPTISM oder VITSAUS erinnert und SARKRISTA eben nicht nur die Atmosphäre der finnischen Größen erreichen, sondern auch spielerisch einiges auf dem Kasten haben. „The Evil Incarnate“ ist somit ein absoluter Pflichtkauf!


1. Intro
2. Hollow Of The Writhing Serpent
3. The Evil Incarnate
4. The Fury Of Revenants
5. Blaze Of Arrival

Macabre Demise - Homicidal Parasites | 2015 | Rebirth The Metal Productions | CD | Death Grind



Death Grind die Zweite! Rund dreieinhalb Jahre nach „Stench Of Death“ legt Andreas Rieger mit seinem Soloprojekt MACABRE DEMISE nach. Erneut gibt es abwechslungsreichen Death Grind auf die Ohren. Dabei kombiniert er grindiges Geknüppel mit schwungvollem Death Metal, vielen Breaks sowie technischen Riffs. Auf „Homicidal Parasites“ gibt es sehr viel zu hören, jedes einzelne Lied fällt durch überaus facettenreiche Strukturen auf, was das neue Album gegenüber seinem Vorgänger komplexer wirken lässt.

Im Titelstück gibt es neben treibendem Death Metal auch zäh schleppende Parts, die wuchtig und walzend alles zu Boden drücken. Das nachfolgende „Perverse Torture“ verbindet brutales Geknüppel mit dualem Gesang, sich verändernden Rhythmen und melodischen Riffs, was mich erneut etwas an DYING FETUS erinnert. Diese Spielweise ist ja schon vom Debütalbum bestens bekannt, deshalb finde ich Stücke wie „Blood Inhale“  interessanter. Denn „Blood Inhale“ kommt technischer, düsterer und komplexer daher. Gerade das vertrackte Gitarrenspiel erinnert mich stellenweise an das Album „…In Pains“ von CADAVER.

Obwohl es selbstverständlich Ähnlichkeiten zu großen Bands gibt, empfinde ich das Album insgesamt jedoch als eigenständig. Einflüsse sind zwar erkennbar aber MACABRE DEMISE macht dennoch sein eigenes Ding, was sich unter anderem in der sehr guten und vielfältigen Instrumentierung äußert. Spielerisch konnte sich Rieger gegenüber dem Debüt erheblich steigern. Rhythmisch und harmonisch gibt es nicht nur Vielfalt, das Ganze wurde auch noch sehr gut umgesetzt – was ich für eine Einmannband überaus beachtlich empfinde. Lediglich der Klang ist mir etwas zu dumpf und kraftlos ausgefallen. Vor allem die Gitarren könnten einen wärmeren und kräftigeren Klang vertragen, dann würde „Homicidal Parasites“ noch wesentlich brachialer wirken. Dies ist gemessen am hohen spielerischen Niveau aber eine Kleinigkeit, weshalb „Homicidal Parasites“ den Freunden gepflegten Death Grinds wärmstens zu empfehlen ist.


1. Homicidal Parasites
2. Perverse Torture
3. Resurrection Of The Walking Dead
4. Blood Inhale
5. Back From The Dead
6. Zombie Squad
7. Depth Of Horror
8. Bloodbath

05.02.2015

VholdGhast - Låt Oss Förbrinna | 2015 | ViciSolum Productions | CD | Black/Death Metal



Obwohl VHOLDGHAST bereits seit 2002 existieren, wird erst am 20. Februar das Debütalbum erscheinen. Gegründet wurde die Band von Jonny Pettersson (WOMBBATH, SYN:DROM) sowie Fredrik Ringström. Es wurde eine erste Demo aufgenommen und später stießen Christian Netzell (VOLTURYON, IN MOURNING) und Rickard Persson hinzu, um mit „Låt Oss Förbrinna“ das erste Album einzuspielen. Das Ziel von VHOLDGHAST ist es, grenzenlosen extremen Metal zu spielen.

Gleich zum Anfang ist das Titellied zu hören, welches rasanten und abwechslungsreichen Death Metal mit atmosphärischen sowie schwarzmetallischen Einflüssen offenbart. VHOLDGHAST greifen stellenweise auf synthetische, sphärische Klänge zurück, was mich stellenweise an den Industrial Death Metal von THE MONOLITH DEATHCULT auf deren Album „Trivumvirate“ erinnert. Anders als bei den Niederländern ist es aber nur ein atmosphärisches, unterstreichendes Element. Ohnehin ist „Låt Oss Förbrinna“ ein überaus vielschichtiges Album. Das Grundtempo ist zwar hoch, es gibt viele rasende Parts, doch man versteift sich nicht auf eine Geschwindigkeit und drosselt auch gerne mal ds Tempo. Neben brachialem und schwungvollem Death Metal verstehen sich VHOLDGHAST auch in dezenten sowie offenen melodischen Riffs, welche gemeinsam mit den atmosphärischen Synthesizerklängen die Brutalität aufbrechen.

„Låt Oss Förbrinna“ ist definitiv reichhaltig. VHOLDGHAST zünden an den Instrumenten ein bares Feuerwerk ab. Rhythmisch und melodisch gibt es sehr viel Bewegung und Abwechslung, trotz allem ist das Album hart und brachial. Zudem ist es VHOLDGHAST gelungen, die Lieder nicht überladen oder zu komplex wirken zu lassen. Ob aller Abwechslung ist das Album angenehm flüssig und homogen ausgefallen. „Låt Oss Förbrinna“ ist modern, atmosphärisch, melodisch, abwechslungsreich und brutal. Mir persönlich gefallen die brutalen Death Metal Passagen am besten. Die Einflüsse des Black Metals sind zwar nicht unbedingt schlecht, doch schlagen sich VHOLDGHAST mit geradlinigem und brachialem Death Metal wesentlich besser. Die punktuellen synthetischen Klänge sind gleichfalls überzeugend, da sie dem Death Metal gekonnt eine düstere Atmosphäre verleihen.


1. Låt Oss Förbrinna
2. I Am
3. Born God
4. Walk With Me
5. Disillusion Of Grandeur
6. False Divination
7. The End Of Existence

8. Worhsip Us


02.02.2015

Eerie - Into Everlasting Death | 2014 | Arachnophobia Records | CD | Black Metal



EERIE ist die neu gegründete Gruppe des polnischen Duos Ancestor (Gitarren) und V.O.W.O.C. (Gesang). Letzterer half mehrfach bei BLAZE OF PERDITION und OREMUS aus, indem er dort den Klargesang übernahm. Musikalisch haben sich EERIE dem schnellen aber abwechslungsreichen Black Metal verschrieben, der eine klare polnische Handschrift erkennen lässt.

Der Grundrhythmus ist schnell, stellenweise regelrecht rasend, doch EERIE verlieren sich nicht in monotoner Raserei. Es gibt zahlreiche rhythmische Verschiebungen und Breaks, die gekonnt mit dem mannigfaltigen Gitarrenspiel und dem großartigen Gesang harmonieren und so für eine dichte aber facettenreiche Atmosphäre sorgen. Einerseits spielen EERIE direkt und geradlinig, andererseits versteht es Gitarrist Ancestor aber auch, tolle, eisige Melodien einzustreuen. Ob aller Härte und Geschwindigkeit ist „Into Everlasting Death“ auch ein Album, welches feine und wohldosierte dunkelatmosphärische Momente besitzt. Sowohl stilistisch als auch atmosphärisch erinnern mich EERIE ein wenig an ihre Landsmänner von KRIEGSMASCHINE und MGŁA. Es gibt aber auch Momente, vor allem dann, wenn das Tempo gedrosselt, es atmosphärischer und klar gesungen wird, wo ich mich etwa an FÄULNIS erinnert fühle.

EERIE haben mit „Into Everlasting Death“ ein überaus anständiges sowie ansprechendes Debütalbum abgeliefert. Einerseits steht das Duo für polnischen Black Metal, andererseits greift man aber auch auf eigene Ideen und Elemente zurück. Sowohl Gitarrist Ancestor als auch Sänger V.O.W.O.C. können mit ihren tollen Leistungen überzeugen. Lediglich für das Schlagzeug würde ich mir einen kräftigeren und präsenteren Klang wünschen, denn dann hätte das Album noch mehr Druck. Aber auch so ist es eine empfehlenswerte Scheibe. „Into Everlasting Death“ kombiniert Härte und Schnelligkeit mit subtiler Melodik, eisiger Atmosphäre und maßvoller Abwechslung.


1. Mining Out Of Black Earth
2. Into Everlasting Death
3. Among The Ashes…
4. Of Descending Moon

Sigihl - Trauermärsche (And A Tango Upon The World's Grave) | 2014 | Arachnophobia Records | CD | Black/Drone/Sludge



Ein schleppender Rhythmus, tieftönende und bebende Riffs, ein verzerrter und gequälter Kreischgesang sowie ein knarzendes Saxophon sind die Hauptzutaten von SIGIHL aus Polen. Das Quartett veröffentlichte im Dezember mit „Trauermärsche (And A Tango Upon The World’s Grave) ihr Debütalbum, welches ganz sicher nicht leicht verdaulich ist und eine eigenwillige Mischung aus depressivem Black Metal, Drone und Sludge bietet.

Die Musik wirkt tatsächlich wie ein Trauermarsch, was vor allem dem präsenten Saxophon zuzuschreiben ist, welches durchgängig zu hören ist und dem zähen Drone Rhythmus einen Hauch von Marsch einflößt. Die Gitarren wurden dem natürlich angepasst. Die einzelnen Akkorde ertönen überaus langsam und basslastig und bringen mit ihrem voluminösen, schweren Schwingungen, den Raum zum Beben. Lediglich der heisere Kreischgesang und das Saxophon bringen stellenweise etwas Lebendigkeit ein.

SIGIHL spielen übersichtlich und homogen. Die Lieder sind sich atmosphärisch und stilistisch sehr ähnlich. So etwas wie Abwechslung lässt sich eher im Detail finden. „Trauermärsche“ ist ein schweres und morbides Album, keine Frage. Das Spiel am Saxophon ist oftmals verstörend und geht stellenweise mit seiner eruptiven Art in Richtung Noise.

Obwohl das Album gar nicht mal schlecht ist, gelingt es SIGIHL jedoch nicht, mich vollständig zu überzeugen. Obwohl mit dem Saxophon ein Mittel an Bord ist, mit dem man etwas Interessantes anstellen kann, fehlt mir unterm Strich das Besondere. Am besten gefallen mir SIGIHL dann auch, wenn sie wirklich bleischwer, monoton und eingängig wie im ersten Lied „Daymare“ spielen. Dann erschaffen die Vier eine schwere und bedrückende Atmosphäre, die einem Trauermarsch gerecht wird. Somit ist „Trauermärsche“ auch nur jenen zu empfehlen, die düstere, depressive Klänge sowie eine stoische Langsamkeit mögen.


1. Daymare
2. Non Credo Quia Absurdum Est
3. Christ-off Waltz
4. The Rite Of Pain
5. Tango Catholico