19.06.2004

Krieg / Morte Incandescente - Death GLorification | 2004 | Goatowa Rex | CD | Black Metal

Krieg legen nahtlos dort an, wo sie bereits mit den letzten Split-Veröffentlichungen und The black house aufgehört hatten. Der zerstörerisch barbarische Stil von einst scheint nun mit Death glorification vollends abgelegt zu sein. Auch auf der aktuellen Split mit den Portugiesen Morte Incandescente zelebrieren die Amerikaner um Imperial die inzwischen gefestigte Mischung aus eingängiger Rhythmik und tiefgehenden melancholischen Melodien. Von der Atmosphäre her, unterscheiden sich Krieg auf Death glorification nicht spürbar von den anderen jungen Erscheinungen. Allerdings ist das Tempo wieder etwas angehoben worden und die ruhigeren Passagen wurden kleiner gehalten, wenn man mal die sphärischen Klangpassagen außen vor lässt. Nichts desto trotz ist diese Veröffentlichung eine gutes Stück Krieg dass sich auf einem kontinuierlichen Niveau befindet.

Morte Incandescente ist ein Projekt von Nocturnus Horrendus von Corpus Christii. Musikalisch haben diese beiden Gruppen jedoch wenig gemeinsam. Morte Incandescente geben harschen und zuweilen sehr aggressiv anmutenden Black Metal zum Besten. Eine klare festgeschriebene Linie ist auf Death glorification aber nicht zu verzeichnen, die Lieder sind sehr unterschiedlich ausgefallen. Mal forciert antreibend und brachial, dann auch wieder schleppend und durchdrungen von morbiden Melodien und Arrangements. Das Lied Chaos here to stay wirkt gar chaotisch, auf eine angenehme Weise. Verschiedene - mehr oder weniger eingängige - Rhythmen geben sich ein Wechselspiel und auch der Gesang variiert hierbei.
Insgesamt ist der Beitrag von Morte Incandescente nicht schlecht, aber teilweise etwas zu unstrukturiert was aber durchaus gewollt sein könnte, denn die Stimmung die über allem liegt, ist doch eine recht bizarre und morbide.

KRIEG
01. Marching to my sepulture
02. The falling skin
03. Time
04. Dance of pills and razors
05. The fading form

MORTE INCANDESCENTE
06. Red rain
07. Eterna angustia
08. Chaos here to stay
09. Desabafo

Krieg / Azaghal - Split | 2004 | From Beyond | Vinyl | Black Metal

rieg legen mit den Titeln Every wound burned und ... and the stars fell on dort nach, wo sie mit der Split mit Satanic Warmaster und ihrem jüngsten Album, The black house aufgehört haben. Die Abkehr vom triebtätigen und brachialen The church wird immer mehr betont und unterstrichen, so ist auch diese Veröffentlichung voll gepackt mit subtilen Gitarrenmelodien, einem schleppenden Tempo und den ehrfürchtigen und markanten Gesängen eines Imperials.

Die B-Seite, mit den Finnen von Azaghal besteht aus einem einzige Lied mit Überlänge. Die zehn Minuten Markierung wird locker passiert. Wie es bei solchen langen Titeln zumeist üblich ist, ist auch Lähde (The source) im Grundtempo gemächlich und lebt von den Arrangements und der Strukturierung. Zwischenzeitlich kommt das Lied sogar "vollständig" zum Erliegen und es ist nur noch eine akustische Gitarre mit einer eindringlichen Melodie zu hören sowie einem leisen, dunklen Sprechen. Unterbrochen wird diese Atmosphäre dann von schnellen Passagen die das Gesamtbild abrunden und nachhaltig den Eindruck hinterlassen haben, eine schöne Vinyl-Veröffentlichung vor sich zu haben. Wer Krieg oder Azaghal zu schätzen weiß, wird seine Sammlung mit diesem 10" Stück auf jeden Fall bereichern, welches auf 666 handnummerierte Einheiten limitiert ist. Herausgebracht hat es das niederländische Sublabel From Beyond von Displeased Records, dass ja bekanntlich nur Vinyl veröffentlicht.

KRIEG
01. Every wound burned
02. ... and the stars fell on

AZAGHAL
03. Lähde (The source)

14.06.2004

Karkadan - Utmost Schizophrenia | 2004 | Supreme Chaos Records | CD | Heavy / Death Metal

Fünf Jahre nach dem Debut Eternal black reflections steht nun nach einigen Verzögerungen das zweite Werk der Schwaben an. Dass sich das Warten gelohnt hat, verdeutlicht einem schon unmittelbar der erste Titel Passing away, der einem das erfrischende Facettenreichtum von Utmost schizophrenia klar vor Augen hält und darüber hinaus ein eindrucksstarkes Stück ist, das durch wunderbare Melodien besticht. Überhaupt ist es ein sehr wandelbares und von Abwechslung geprägtes Album, dem man nicht einfach mal so einen Stempel aufzwängen kann. Stilistisch bedienen sich Karkadan ihrer Musik verschiedener Elemente aus dem traditionellem Heavy Metal, sowie dem Death und Black Metal. Die einzelnen Titel machen einen sehr ausgefeilten Eindruck, bieten viele wohlbedachte und zum Teil auch überraschende Arrangements. Die Spielfreude an den Saiteninstrumenten ist ein kennzeichnendes Merkmal von Utmost schizophrenia, genau so wie der intensive und lebendige Gesang. Die Stärken von Karkadan liegen darin, das sie es gekonnt und überzeugend verstehen, die technischen und spielerischen Fertigkeiten in ein Gewand zu kleiden das reich an intensiven und mitgehenden Stimmungen ist. Dazu trägt auch nicht zuletzt die sehr gelungene Produktion bei, die wie für Utmost schizophrenia gemacht zu sein scheint. Karkadan beweisen hiermit, das Ideenreichtum und Mut zur Innovation durchaus gelungene Früchte tragen kann.

Alles in allem ein sehr schönes und mitreißendes Album, das durch ein kluges und abwechslungsreiches Songwriting besticht. Also Bonus gibt es auf der CD eine Videodatei von dem Lied The ancient times für den heimischen Rechner.

01. Passing away
02. On your knees
03. The angel's death
04. Faint
05. Frenetic visions
06. The journey
07. Sea of bitterness

13.06.2004

Jigsore Terror - World End Carnage | 2004 | Listenable Records | CD | Death Metal

Hinter Jigsore Terror und ihrem ersten Werk World end carnage stecken einige Leute alter bekannter schwedischer Death Metal und Grind Gruppen, wie unter anderem Leukemia, General Surgery oder Birdflesh. So ist es auch gar nicht weiter verwunderlich, dass Jigsore Terror dann und wann mal, sehr nach Schwedentod alter Tage klingen. Dennoch handelt es sich hierbei nicht um eine Wiederbelebung alter Tugenden, World end carnage kombiniert viel mehr alte Traditionen mit neuzeitlichen Elementen, plus einiger Einflüsse aus dem Grind-Bereich. Großteils geht es recht schnell und brachial zur Sache, manchmal mehr technisch und komplex, genau so aber auch manchmal eingängig und schrummig wie eben früher. Zwischendurch sind aber auch immer wieder mal langsamere Parts eingebaut, bei denen die schön tief gestimmten Saiteninstrumente besonders gut zur Geltung kommen.

World end carnage ist ein Album, welches insbesondere deshalb zu überzeugen weiß, da die Schweden die richtige Mischung aus neu und alt, technischer Härte und flüssiger Bewegung gefunden haben. Durch die verschiedenen Elemente und die recht kurzen Lieder, wirkt das Album stets lebendig beim Hören, das ist viel wert.

01. Goating on exposed arteries
02. Skeletal decomposition
03. Slaughtered existence
04. Death rattle cacaphony
05. Senseless slaughter
06. Rotten heads
07. Reeking death
08. Insane torture
09. Scattered cranial remains
10. Violent molestation
11. Corpses on fire
12. Feast of dismembered limbs
13. Brutaly murdered
14. Bestial frenzy
15. World end carnage

12.06.2004

Inquisition - Unholy Inquisition Rites | 2004 | No Colours Records | CD | Black Metal

Unholy inquisition rites soll die Zeit verkürzen, bis das neue Album Magnificient glorification of lucifer erscheint und einen Vorgeschmack geben was zu erwarten ist. Auf der MCD befinden sich drei Stücke, zwei noch nicht fertig abgemischte und eine Probeaufnahme sowie Imperial hymn for our master satan, welches im Dezember 2001 live in Bitterfeld aufgenommen wurde als Inquisition gemeinsam mit Godless North, Krieg und Secrets of the Moon einige Konzerte gaben.

Die ersten beiden Titel Crush the jewish prophet und Impaled by the cryptic horns of baphomet sollen noch nicht komplett abgemischte Versionen sein. Dies macht sich beim Hören allerdings überhaupt nicht bemerkbar. Die beiden Stücke sind vom Klang her besser als die beiden vorangegangenen Alben, die überlagernde Basslinie ist nicht mehr so präsent wie bisher. Baptized in black goat blood hört man seinen Probestatus allerdings noch an. Die drei neuen Lieder machen aber in jedem Fall sehr gespannt auf das folgende Album, Inquisition sind ihrem unverkennbaren Stil treu geblieben, sowohl vom Songwriting und der Umsetzung her als auch vom wohl schon legendären Gesang. Beim Gesang variiert Dagon bei einem Stück sogar, lässt die Stimme leicht vom knurrigen rabenhaften Krächzen zu etwas klarerem Gesang abdriften, der dann aber nach wie vor absolut nach Inquisition klingt und perfekt zur Musik passt.

Was Unholy inquisition rites vom neuen Album preis gibt, nährt das ungeduldige Warten und als geneigter Hörer der Band wird man vermutlich wohl auch nicht enttäuscht werden. Die MCD ist auf 500 Kopien limitiert und das abschließende Livestück kann sich auch sehr gut hören lassen. Besonders wenn man das Duo damals live gesehen hat und sich erinnert was sie nur zu zweit auf der Bühne geleistet haben.

01. Crush the jewish prophet
02. Impaled by the cryptic horns of baphomet
03. Baptized in the black goat blood
04. Imperial hymn for our master satan

11.06.2004

Inquisition - Magnificent Glorification Of Lucifer | 2004 | No Colours Records | CD | Black Metal

Nach dem nun schon legendären Album Into the infernal regions of the ancient cult und dem 2002er Werk Invoking the majestic throne of satan hat das in den Vereinigten Staaten lebende kolumbianische Duo ein weiteres Album fertig gestellt. Magnificent glorification of lucifer ist von allen dreien Alben das facettenreichste, differenzierteste Werk von Inquisition. Dies lies sich ja bereits aus der Miniauskopplung Unholy Inquisition rites ablesen. Nun wird der Eindruck komplettiert. Solche eindringlichen und langen Hymnen wie etwa Summoned by ancient wizards under a black moon oder Solitary death in the nocturnal woodlands sucht man vergebens. Die Lieder sind alle insgesamt kürzer und damit auch kompakter, denn sie enthalten im Gegensatz zu früher mehr Abwechslung, unterschiedliche Strukturen. Inquisition geben sich nicht mehr so durch und durch monoton grimmig wie auf Into the infernal regions of the ancient cult. Magnificent glorification of lucifer besitzt zwar auch die typischen Inquisition Gitarrenmelodien und Gesänge, doch sind beide Merkmale differenzierter, weiter ausgebaut worden. So hat Dagon von seinem rabenhaften Gesangsorgan das Spektrum leicht erweitert und verändert dann und wann die Tonlage, was angesichts seines knurrigen Gesangstils wunderbar klingt. Auch aus der Gitarre werden wieder eine menge herrlicher Melodien gezaubert, teilweise sogar recht freundlich und hell klingend, genauso aber auch düster, beklemmend und erschütternd so wie es Inquisition schon immer taten.

Alle die Inquisition bereits kennen und zu schätzen wissen, können auch beim neuen Album selbstverständlich bedenkenlos zugreifen. Für alle anderen ist es definitive Pflicht, sich diese Ausnahmegruppe mal anzuhören um ein anderes, durchaus erhabenes und elitäres Gefühl für den Black Metal zu bekommen, der sich den sonst gängigen Vorstellungen und Phrasen völlig verschließt.
Manko allein ist die reale Spielzeit von ungefähren 35 Minuten, sie ist bei solch grandioser Musik einfach zu wenig.

01. Baptized in black goat blood
02. Crush the jewish prophet
03. Under the black inverted pentagram
04. Of blood and darkness we are born
05. Dark mutilation rites
06. Magnificent glorification of lucifer
07. Impaled by the cryptic horns of baphomet
08. We summon the winds of fire (For the burning of all holiness)
09. Eternal loyalty to our lord satan
10. Outro

Infinity - The Birth Of Death | 2004 | Total Holocaust Records | CD | Black Metal

Mit The birth of death hat das niederländische Trio ein unheilvolles zweites Album fertig gestellt. Am Schlagzeug verrichtet Balgradon XUL von Funeral Winds seine Arbeit sehr gekonnt. Neben der klugen Fuß- und Handarbeit ist auch der sehr mächtige und druckvolle Klang des Schlagwerks eine wahre Freude. Trotz des Banners des intoleranten Black Metals sind Infinity nicht ausnahmslos überschwänglich brutal und zerstörerisch. Zwar überwiegt die aggressive und schnelle Spielweise klar, doch gibt es auch genügend harmonische und melodische Komponenten die geschickt ins Material eingearbeitet wurden. Besonders tut sich da Flames in hunger vor, welches mit seinen dunklen, schnellen und hintergründigen Gitarrenmelodien gar ein wenig nach Darkthrone klingt aber zwischendurch immer mit ruhigen und klaren Passagen aufwartet, die durch kurze akustische Klänge verziert wurden. Überhaupt ist The birth of death sehr intensives und gut geschriebenes Material, das beim Hören sofort ins Mark zu gehen scheint. Präzise aggressive Stücke und Strecken wechseln sich mit kurzen feinfühligen Parts ab. Diese Übergänge sind sehr gut in Szene gesetzt worden und ordnen sich so in ein homogenes Hörgefühl ein.

Infinity haben hiermit ein klasse Album abgeliefert dass durch intelligente Umsetzung und einem kräftigen Klang besticht, aber niemals seine brutale Grundstimmung ablegt.

01. Our cruel vengeance
02. Flames in hunger
03. Back to the source
04. Heart in stone
05. Corvus corax
06. Frozen cries
07. The birth of death
08. The sun no longer rises

10.06.2004

Inferi - Rise Of Deceased | 2004 | Northern Heritage | Kassette | Black Metal

Rise of deceased ist das zweite Demo dieser finnischen (Ein-Mann?)Band. Enthalten sind zwei Stücke mit jeweils ca. acht Minuten Spielzeit. Inferi spielen klassischen depressiven Black Metal. Über weite Strecken ist das Tempo langsam, manchmal dabei auch schleppend. Sehr selten sind kleinere dezidierte Ausbrüche zu verzeichnen, die dann aber auch schnell wieder abebben und wenig zum Ausdruck von Rise of deceased beitragen. Auf die erzeugte Stimmung kommt es an, die langsam gespielten Gitarren sorgen dafür mit ihren traurigen Melodien. Für ein Demo ist der Klang passabel. Gesang, Schlagzeug und Gitarre lassen sich klar voneinander heraushören, nur manchmal hat das Schlagzeug zu viel tiefen Druck sodass die Lautsprecher kurz brummen. Das passiert aber selten. Viel mehr störend ist ein undefinierbares Geräusch im letzten Drittel von dem Lied Rise of deceased, das sich wiederholend mal kurz auftaucht. Wahrscheinlich eine Störung die sich beim Kopieren der Kassette eingeschlichen hat.

Inferi tragen mit diesem Demo nichts schlechtes vor, die Töne sind von einer ruhigen Art die ohne übertriebene Darstellung verzweifelter und depressiver Aspekte auskommt. Jedoch ist Rise of deceased auch nichts weltbewegendes und furioses das entfesselt. Solide und dadurch überzeugend. Die Kassette ist in einer Auflage von 200 Kopien erschienen.


01. Drift of sun
02. Rise of deceased