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10.01.2015

Goats Of Purgatory - Rot In Hell | 2014 | Eigenproduktion | CD | Metal



Der Kölner Vierer GOATS OF PURGATORY veröffentlichte im Dezember in Eigenregie die zweite Demo „Rot In Hell“. Es ist eine Konzeptdemo, die eine Hommage an Gruppen wie RUNNING WILD, DAMNATION A.D., S.O.D. und CANDLEMASS darstellt. So unterschiedlich die Einflüsse und Vorbilder sind, so eigenständig klingen und wirken die Kölner.

Stilistisch kann man das rund 22 Minuten lange Treiben nur schwer festlegen. GOATS OF PURGATORY spielen wohl noch am ehesten rau klingenden Metal der alten Schule, der mich sofort an jede Menge Bier und Kutten denken lässt. Von Anfang an spürt man die Leidenschaft der vier Musiker für den alten Metal. Die Lieder besitzen eine etwas angestaubte aber liebenswürdige denn eigenartige Atmosphäre, die den Geist des frühen Metals gtekonnt aufgreift.

Am besten gefallen mir GOATS OF PURGATORY, wenn sie das Tempo rausnehmen und schwungvoller und melodischer werden. Hier entfalten sie für meinen Geschmack die dichteste Atmosphäre, die durchaus dreckig und gemein, manchmal auch düster und gequält ist. Dies liegt aber auch zu einem nicht unerheblichen Anteil am stets ruhig intonierten und verständlichen aber rauen und deshalb auch verächtlichen Gesang. Es gibt zwar auch schnellere Stücke, wobei man von echter Raserei oder Brutalität nicht sprechen kann. Das Tempo ist überwiegend langsam bis mittelschnell und dies steht ihnen auch am besten. Denn man hört den Democharakter natürlich heraus und gerade die schnelleren Parts sind klanglich – und auch spielerisch – noch verbesserungswürdig.

„Rot In Hell“ ist etwas eigensinnig und kauzig, was ich aber irgendwie mag und interessant finde. Ein wenig erinnern mich GOATS OF PURGATORY an GOAT MESSIAH, wobei die Kölner aber nichts von der Schnelligkeit der Schweizer haben, doch beide Gruppen preisen den Gehörnten und haben eine Vorliebe für alten, dreckigen Metal. Ich denke, wer so etwas mag, der darf GOATS OF PURGATORY gerne unterstützen und die auf 100 Kopien limitierte Demo im Digipak bestellen.


1. Blood Follows Blood
2. Rot In Hell
3. Rise Of The Dead
4. Enslaver Of The Weak
5. Absolute Nothingness
6. Tyrants
7. B.Y.F.H.
7. Soldiers In Fur

http://www.goatsofpurgatory.com/ 

03.12.2012

Haiku Funeral - Nightmare Painting | 2012 | Aesthetic Death | CD | Elektronik / Ambient / Metal

Wer es gerne grenzenlos und hochgradig experimentell mag, sollte weiterlesen, alle Anderen können diese Rezension und HAIKU FUNERAL getrost überspringen und vergessen. HAIKU FUNERAL ist ein Duo, welches sich aus dem Franzosen William Kopecky und dem Bulgaren Dimitar Dimitrov zusammensetzt. Kopecky hat bereits mit vielen Gruppen zig Alben herausgebracht, die aber alle grob zusammengefasst, dem experimentellen Rock zuzuordnen sind. Dimitrov war ebenfalls zuvor aktiv, unter anderem in der bulgarischen Folklore. Was hat das nun mit HAIKU FUNERAL zu tun? Gar nichts. Genau dies ist neben dem Resultat das Interessante an Nightmare Painting. Zwei Musiker unterschiedlicher Herkunft und Musikerfahrung haben sich zusammengetan, um mit HAIKU FUNERAL etwas für sie völlig Neues und Anderes zu machen.

Nightmare Painting ist ein Werk, welches düstere, alptraumbehaftete Gedichte mit freier Elektronik und einer kaum spürbaren Dosis Doom und Rock oder Metal vermischt. HAIKU FUNERAL greifen tief in die Kiste des Elektros und verwenden Dark Ambient, Noise und Industrial scheinbar wahllos und beliebig. Es gibt ja viele Bands die das machen, aber ich habe es noch nie so abgedreht und ungewöhnlich wie bei HAIKU FUNERAL gehört, zumal Kopecky gestandener Bassist ist, und seine Bassgitarre oft mit dem Elektro eine sehr interessante Verbindung eingeht. Manchmal wirkt sein Spiel improvisiert, was dem Ganzen dann sogar einen zarten Hauch von Jazz beimengt. An anderen Stellen wird das Ambient/Noise/Industrial-Gemisch sogar leicht tanzbar bzw. lebhaft (Heavy Breasted Innocence), gewiss schräg, aber rhythmisch mitnehmend, so als hätte man sich psychedelisch zugedröhnt und würde direkt auf einen Abgrund hinzu „tanzen“ und dabei LIBIDO AIRBAG und DAFT PUNK zeitgleich hören.

Auf Nightmare Painting gibt es aber auch viele Passagen, die ruhig und düster sind, in denen lediglich eine unverzerrte, flüsternde Stimme ein Gedicht vorträgt und dazu passend, dunkle, unheimliche Geräusche zu hören sind. Das ist zwar nett, spricht mich aber nicht so sehr an, wie die experimentelleren Stücke oder die verzerrten, bissigen Stimmen, die es auch gibt. Gerade wenn es kraftvoller zugeht, Industrial und Noise Einzug halten, wirkt Nightmare Painting interessant und fesselnd auf mich. Die Arrangements und Harmonien sind zuweilen sonderbar und düster, erinnern an unterschiedlichste Stile, Epochen und Bands, was das Ganze für meinen Geschmack sehr interessant macht.

Ich mag Nightmare Painting, eben auch, weil es für mich etwas Neues ist. Das Album ist speziell und abgedreht, besitzt aber extrem stimmungsvolle und atmosphärische Momente, die mich über die etwas flachen, reinen Ambientpassagen locker hinwegtrösten. Um Gefallen an HAIKU FUNERAL zu finden, muss man in jedem Fall eine gewisse Neigung für spezielle und schräge Düstermusik mitbringen.

01. The nightmare door
02. Blacklight amniotic erotica
03. Scorpion ritual
04. Behemoth rising
05. Raining nightbirds
06. Flags of a new empire burn
07. Death poem
08. Heavy breasted innocence
09. Your heart a black tunnel
10. Damnation

http://www.haikufuneral.com/
http://www.aestheticdeath.com/

06.08.2012

Tal'Set - La Via Del Guerriero | 2012 | ATMF | CD | Metal

Über TAL‘SET ist nur sehr wenig bekannt. Es handelt sich hierbei um eine italienische Gruppe, die mit dem Album La Via Del Guerriero debütiert. Thematisch geht es auf dem Album um die Schriften von Carlos Castaneda, der sich wiederum intensiv mit den Indianern Mexikos beschäftigte. Damit dürfte sich auch das Cover erklären lassen. Dies ist aber auch nur eine Nebeninformation, da man die italienischen Texte nicht versteht und sich diese esoterischen oder schamanischen Einflüsse in der Musik vor allem in instrumentalen Passagen finden kann. TAL’SET spielen hier ziemlich modernen und abwechslungsreichen sowie genreübergreifenden Metal. Die Band soll wohl stark durch psychedelischen Rock der 1970iger beeinflusst sein und für Freunde von DEATHSPELL OMEGA, SPITE EXTREME WING, ENSLAVED und THE DEVIL’S BLOOD geeignet sein. Dazu kann ich nicht viel schreiben, bis auf DEATHSPELL OMEGA kenne ich die besagten Gruppen kaum, und selbst bei DEATHSAPELL OMEGA bin ich nur mit den älteren Sachen bewandert. Wie dem auch sei, TAL’SET sind also modern orientiert.

Nach der kurzen Einleitung erklingt sogleich das Titellied, welches durch kraftvolle, rockige Riffs und partiellem Klargesang auffällt. Es ist rhythmisch als auch rifftechnisch ein ziemlich technisches Stück, das auf mich wie eine Mischung aus Death Metal und Hardcore wirkt. Zwischendurch gibt es melodische Einsprengsel, in denen wohl so etwas wie eine Panflöte zu hören ist, was wohl auf die Indianer verweisen soll. Das Titellied ist für meine Ohren sehr gewöhnungsbedürftig, was gerade auch an dem italienischen, an Hardcore erinnernden, Gesang liegt. Kombiniert mit der technischen Ausrichtung wirkt das Lied sehr modern. Das nachfolgende Inteno beginnt sehr erhaben, Fanfarenklänge ertönen und es wirkt dadurch wie Neo-Folk, doch währt diese Einleitung nicht lange und Inteno entwickelt sich zu einem riffbetonten, rhythmisch vielfältigen Lied in dem der Gesang erneut in die Richtung Hardcore geht. Im letzten Drittel wird es wieder folkig, da fanfarengleiche Klänge und Akustikgitarre ertönen - was mir bisher an der Scheibe übrigens am besten gefällt. Ihr merkt schon, es ist eine schwierige Platte, deren Zugang mir bisher verwehrt bleibt. Dies ändert sich auch nicht mit Mescal. Mescal ist eine sehr ruhige, atmosphärische und harmonische Komposition, die verspielte Gitarrenmelodien, und an Wind erinnernde Geräusche bietet, was ein wenig an HAGALAZ‘ RUNEDANCE erinnert. Herr Castaneda lässt wohl grüßen. Da kommt dann aber das eher harsche Puno d'Unione, in dem phasenweise verzerrter Gesang zu hören ist. Zudem gibt es hier auch mal schnelle Tempi zu hören. Das Lied wirkt aber trotzdem nicht sonderlich hart, die Riffs und auch der Gesang sind zu modern, zu unstet. Dazu passt dann auch die ausladende Keyboardbegleitung im Mittelteil.

Wenn man die Platte bis hierher gehört hat, weiß man auch wie es mit dem Rest weitergeht. TAL’SET ändern ihren Stil nicht mehr. Es wechseln sich moderne metallische Lieder mit ruhigen Liedern und Passagen ab, in denen oft Akustikgitarre und andere liebliche Arrangements zu hören sind. Es gibt sehr viel Abwechslung auf der Scheibe, und durchaus auch mal den einen und anderen guten Part. Doch in der Summe gibt es für meinen Geschmack viel zu viel Abwechslung, viel zu viel unterschiedliches. Meiner Meinung nach funktioniert die Vermischung von Hardcore, Death Metal, Black Metal, Rock und folkigen sowie ethnischen Klängen einfach nicht. Mag sein dass ich dafür zu engstirnig bin und mal wieder einen Trend verpenne, aber empfehlen kann ich das Teil beim besten Willen nicht. Aber ich fand auch THE DEVIL’S BLOOD damals als sie herauskamen nicht gut und heute sind sie extrem angesagt und erfolgreich. Wer moderne und stilübergreifende Musik mag, die sehr unterschiedliche Elemente beinhaltet, kann TAL’SET mal probieren, aber bitte mit Vorsicht.


4/10
Aceust

01. Il vecchio alla stazione
02. La via del guerriero
03. Inteno
04. Mescal
05. Puno d'Unione
06. Gli atlantidi di tula
07. Follia controllata
08. Fermare il mondo
09. Fuoco dal profondo
10. Al di là dell'aquila
11. L'ultima danza

17.11.2011

Svarti Loghin - Sea Of Green | 2011 | A Sad Sadness Song | CD | Metal / Rock

Svarti Loghin ist eine schwedische Gruppe die melancholischen Rock spielt. Jedenfalls ist es hier auf der neuen MCD Sea Of Green so. Fünf ruhige, gitarrenlastige Stücke sind enthalten und sollen laut Infoblatt für Freunde von Alcest, Lantlôs und Katatonia sein. Zu den ersten beiden Gruppen kann ich nichts sagen, aber etwas von Katatonia zu Zeiten von Last Fair Deal Gone erkenne ich zumindest im Titellied Sea Of Green. Verträumt sind die Lieder alle, manchmal auch melancholisch, aber stets ruhig. Der Klargesang ist gefühlvoll und sonor, das Klargitarrenspiel ansprechend und gleichfalls gefühlvoll.

Mit Metal hat diese Veröffentlichung jedenfalls rein gar nichts zu tun. Dass solche Musik gerne gehört wird, weiß ich. Forgotten Woods oder die vielen Projekte von Armageddas Petterson zeugen davon. Manches in diesem Bereich ist gut, vieles langweilig. Svarti Loghin vermögen es jedenfalls nicht, mich zu berühren. Mich langweilt diese melancholische und gitarrenbetonte Rock Musik einfach, ich bekomme sogar kalte Füße. Schlecht gemacht ist das Teil aber nicht. Ihre Instrumente beherrschen Svarti Loghin und der Sänger kann sogar singen, das ist doch schon mal was. Und wer auf düsteren Rock mit verträumter Atmosphäre steht, soll doch ruhig mal rein hören. Für mich ist es bloß Zeitverschwendung.

01. Cloud man
02. Sea of green
03. Transparent
04. Celestial bounds in cosmic infinity
05. Black moon

23.09.2010

Licht- und Schattensaiten - 2010 | 2010 | Eigenproduktion | Digital | Metal

Die Reduzierung auf das Wesentliche treibt den Stefan Johannes derzeit an, was sich unter anderem auch in der schlichten Betitelung des mittlerweile schon achten Albums sowie der Armut an Liednamen wiederspiegelt. 2010 ist ein weitgehend instrumentales Album, geht demnach also in die Richtung von Sonnenwind. 2010 ist allerdings von Anfang an ein sehr melancholisches Werk, welches sehr ruhig vorgetragen wird und auf mich manchmal einen betrübten, nachdenklichen Eindruck macht. Neben den wunderschön gespielten Klargitarren sind auf 2010 auch leichte Anwandlungen klassischer Musik zu hören, die die Ernsthaftigkeit und Schwermut zusätzlich betonen. Melancholie war bei Licht- und Schattensaiten zwar schon immer ein Thema, aber es war noch nie so bestimmend wie auf 2010.
Etwas Licht ins Dunkel bringen dann die betitelten Lieder, die teilweise sehr kraftvolle Arrangements mit druckvollen Riffs und treibender Rhythmik aufweisen. Die dadurch versprühte Energie wirkt dann nicht mehr so elegisch und man könnt es als eine Form von Aufbruchsstimmung deuten. Denn auch Lied 9 macht einen lebendigen, warmen und freundlichen Eindruck.

2010 ist ein weiteres, schönes und gutes Album von Licht- und Schattensaiten geworden. Wer die Band schon kennt und zu schätzen weiß, sollte sich also auch 2010 unbedingt zulegen. Alle anderen die Licht- und Schattensaiten bisher noch nicht kennen, können hier schöne, ernsthafte sowie experimentelle Musik mit Tiefgang erwarten.


8/10
Aceust

01. 1
02. 2
03. 3
04. 4
05. 5
06. Wehmut
07. an der Nebelschwelle
08. unter Sternen
09. 9

22.03.2010

Undertow - Don't Pray To The Ashes | 2010 | Prevision Music | CD | Metal

Undertow kannte ich noch gar nicht, obwohl ich mich mit vielen Metalsparten beschäftige. Sind schon eine Weile am Start, die Jungs – ihr erstes Album brachten sie 1997 raus. Als gute Liveband gelten sie nebenbei auch und das konnten sie schon neben Gruppen wie Crowbar, Katatonia, Danzig, Finntroll, Hypocrisy, Alice Cooper und vielen weiteren beweisen. Für das 6. Album wählte das deutsche Dreiergespann einen programmatischen Titel aus, Don't Pray To The Ashes bezieht sich auf ein Zitat von Gustav Mahler, wobei ganz ähnliche auch anderen Personen zugeschrieben werden. Sei es drum, im Falle Undertow kündet es bereits von der musikalischen Ausrichtung.

Sinngemäß geht es darum, daß Tradition nicht das Anbeten der Asche, sondern das Weitergeben des Feuers ist. Undertow meinen das gar nicht in geistiger Hinsicht, sie spielen damit eher auf metallische Traditionen an. Das hängt damit zusammen, daß sie verschiedene Stile des Metals verarbeiten und dabei auch nicht vor Modernität zurückschrecken, demzufolge also nicht bloß eingefahrenen, traditionellen Konzepten folgen. Ob das gut oder schlecht ist, liegt bekanntlich im Auge des Betrachters – viele Bands heben gerade das Traditionsbewusstsein europäischer Metaljünger hervor. Genug geschwafelt, auf zum Umriss der Musik des Trios. Verschiedenste Stilistiken innerhalb und außerhalb des Metals prägen den Einzugsbereich – Thrash Metal, Doom Metal, Hardcore und das reicht noch viel weiter. Anhaltspunkte gefällig? Offensichtlich war Crowbar der häufigste Vergleich, der zwar nicht völlig unbegründet entstand, aber man sollte Don't Pray To The Ashes nicht darauf reduzieren, Undertow als deutsche Antwort auf Crowbar zu sehen. Dem steht die Vielschichtigkeit des Albums entgegen – nicht nur der Riffgott Iommi hat seinen Einfluss hinterlassen, Drenched In Gasoline hämmert zum Beispiel an Pro Pain angelehnt aus den Boxen.  Sogar eine Sitar wird in Threedouble Chime gezupft und das doomige Smoke Garden wird von einem Klavier unterstützt. Sänger und Gitarrist Joshi schafft es immer, auch seinen Gesang an die jeweilige Situation anzupassen – egal ob hart und aggressiv oder etwas ruhiger und gefühlvoll, zweiteres beweist er sogar noch in einer Akustikballade, die versteckt am Ende des Albums kommt.  Als Gastsänger gewann man für Beyond Dreaming zusätzlich den Sänger von End of Green. Don't Pray To The Ashes gelingt es insgesamt, ungeachtet der Vielschichtigkeit an den richtigen Stellen eingängig zu bleiben, die Lieder brauchen nicht erst 10 Hördurchläufe, um zu zünden. Druck satt verschafft den Stücken die Studioproduktion, die selbstverständlich modern ausfällt.

Undertow zeigen auf ihrem 6. Album ihre unterschiedlichen Seiten und liefern ein starkes Brett ab. Wahrscheinlich muss man etwas über den Tellerrand blicken, um dieses Album genießen zu können. Don't Pray To The Ashes fällt auch auf unserer Seite ein wenig aus dem Raster, aber ich kann trotzdem nichts negatives über das Album sagen.


8,5/10
Der Einsiedler

01. Intro
02. The bitter taste
03. Art of falling
04. Still waiting
05. Threedouble chime
06. Smoke garden
07. Ashtray memories
08. Beyond dreaming
09. File under unexpected
10. Drenched in gasoline
 

18.02.2010

Camlann - Heaven's Feel | 2009 | SFH Records | Kassette | Metal

Camlann scheint eines jener Projekte zu sein, in denen sich ein Musiker hemmungslos auslebt, so wie ihm gerade der Sinn steht. Camlann wurde erst 2008 gegründet, kann aber bereits auf 13 Veröffentlichungen zurückblicken. Ich stehe solcher Veröffentlichungswut skeptisch gegenüber, was ich im Falle von Heaven's feel aber gar nicht sein muss. Das Kassettenalbum besteht aus einem einzigen, 36 Minuten langem Lied, das in mehrere Kapitel oder Etappen gegliedert ist. Es ist alles andere als leicht, die musikalische Darbietung zu beschreiben oder gar stilistisch einzugrenzen. Die große Überschrift ist Metal, der mit einer Vielzahl unterschiedlicher Stilelemente angereichert wurde. Neben schönen, treibenden Metalpassagen und erstklassigen Riffs sind auch sehr langsame, atmosphärische Strecken zu hören, welche stellenweise in die Richtung Drone Ambient gehen. Es ist sehr interessant zu hören, wie gut traditioneller old school Metal mit atmosphärischen, modernen Drone Ambient Passagen harmonieren und funktionieren kann. Ich bin angenehm überrascht.

Heaven's feel ist ein gelungenes und schönes Album, das tolle Riffs, eine gute Gesangsstimme und jede Menge Atmosphäre beinhaltet. Wie die anderen Veröffentlichungen von Camlann sind, weiß ich nicht. Heaven's feel kann ich jedenfalls empfehlen.


7/10
Aceust

01. Heaven's feel

http://www.camlannband.net/
http://www.sfh-records.com/

29.06.2008

Rapidforce - Burst Under Pressure | 2008 | Twilight Zone Records | CD | Thrash Metal

Aus der serbischen Hauptstadt Belgrad kommt Rapidforce, im Gepäck das zweite Vollalbum Burst under pressure. Gespickt ist das Album mit elf schwungvollen Thrash Metal Stücken, die ganz stark an frühere Pantera erinnern.

So ist das Spiel von Rapidforce sowohl extrem kraft- und druckvoll wie auch technisch gelagert, am Schlagzeug als auch an den Saiteninstrumenten. Mit dem Auftaktstück Who wept for them wird dies sogleich deutlich. Denn hier sind extrem druckvolle Doublebasseinlagen zu hören, die einem klar zu erkennen geben, dass Rapidforce sein Handwerk versteht. Durch solche Doublebassparts kreiert Rapidforce allerdings nicht primär eine brachiale und zerstörende Atmosphäre wie bei unzähligen Death Metal Gruppen. Stattdessen wird eine schwungvolle Stimmung beschwört, die durch das vielseitige Gitarrenspiel weiter angefacht wird. Neben den technischen, harten und trockenen Riffwänden sind auch zahlreiche melodische Anschläge und das eine und andere Soli zu hören.

Teilweise hört sich Rapidforce enorm nach Pantera an, da auch der Gesang von Robert phasenweise eindeutig von Phil Anselmos Gesang inspiriert wurde. In manchen Liedern hat Roberts Gesang denselben roh-rauen Klang wie der von Phil. Auch im teilweise balladesken Apostol of madness, wo Robert klar singt, geht seine gefühlvolle Art der Intonation in Phils Richtung. Nun bin ich kein Experte in Sachen Pantera, doch sind die Gemeinsamkeiten auch für mich definitiv nicht zu überhören. Ungeachtet dessen, macht Rapidforce seine Sache aber sehr gut. Die Instrumente werden perfekt beherrscht, das Material ist anspruchsvoll und wurde einwandfrei umgesetzt und auch der schwung- und druckvolle Klang hat seinen Reiz.

Rapidforce trifft mit Burst under pressure zwar nicht meinen Geschmack, obgleich die technische Härte nicht zu übertrieben ist und sich mit schwungvollen und harmonischen Arrangements ausgewogen die Waage hält. Da die Anlehnung an Pantera sehr offensichtlich ist, muss ich einen Punkt abziehen. Lässt man diese Tatsache beiseite, ist Burst under pressure sicherlich ein ansprechendes Album, sofern man diese Art des „Power Thrash Metals“ mag.


6/10
Aceust

01. Who wept for them
02. Strong enough
03. Hero
04. Eyes for an eye
05. Worthless
06. Glamoch
07. I will stand alone
08. Apostol of madness
09. Something to destroy
10. Curb
11. A song for me
 

18.05.2008

Jahresringe - Die Zeit spielt den Wunden zu | 2008 | Eigenproduktion | CDR | Black Metal / Metal

Mittlerweile hat Stefan Johannes seinen festen Platz auf meinem Schreibtisch. Wenn nicht gerade eine neue Veröffentlichung von Licht- und Schattensaiten ansteht, dann gibt es eben etwas Neues von seinem zweiten Projekt Jahresringe. In diesem Fall handelt es sich um die zweite Jahresringe-Veröffentlichung die Zeit spielt den Wunden zu. Obwohl die CD sechs Titel enthält, handelt es sich hierbei aber tatsächlich um ein einziges langes Stück, welches lediglich in sechs Abschnitte unterteilt wurde.

Der erste Abschnitt ist von einer ruhigen Schönheit, die vor allem durch eine sehr dezent gehaltene Melodieführung und dem klaren, ein wenig an einen Chor erinnernden, Gesang auffällt. Dieser Gesang ist an und für sich nichts besonderes, doch durch die Art und Weise, wie er von Stefan vorgetragen wird, zusammen mit der sanften und unauffälligen melodischen Begleitung, entfaltet er eine Atmosphäre, die etwas demütiges in sich trägt.
Im zweiten Abschnitt wird es dann etwas dunkler, die Bassgitarre schimmert deutlicher durch, der Gesang ist nun leicht verzerrt und auch das melodische Gefüge birgt mehr Dunkelheit in sich. Im Verlauf fallen dabei aber viele Wechsel auf, die aus längeren instrumentalen Parts bestehen, die entweder langsam und dunkelharmonisch oder schnell und treibend sind. Diese wechselhafte Vielschichtigkeit trifft im Übrigen auf das gesamte Werk zu.

Der dritte Abschnitt enthält beispielsweise mehr Text und das druckvoll gestaltete und treibende Schlagzeugspiel wird von einer sehr lebendigen Gitarre begleitet, die selten still hält und dem Abschnitt einen sehr markanten Zug verleiht. Viel atmosphärischer, ruhiger und geradezu malerisch zeigt sich der vierte Abschnitt. Hier sind zum teil klare Gitarren zu hören, die schöne Melodien erzeugen die ein wenig schwermütig sind, was auch an der ruhig sprechenden aber minimal verzerrten Stimme liegt.
Lebhafter und schneller geht es im fünften Abschnitt zu. Die Gitarren stehen auffallend im Mittelpunkt und werden eingängig flott gespielt. Der ruhig im Hintergrund stehende Bass gibt dem Treiben eine tiefe und druckvolle Note. Dieses eingängige strukturierte Gitarrenspiel steigert sich allmählich und gleicht beinahe schon einem Soli als es abrupt endet und die anfängliche Eingängigkeit wieder einkehrt. Dieses stete flackernde Gitarrenspiel, mitsamt des ebenso antreibenden Schlagzeugs, erzeugt ein Gefühl der inneren Unruhe, ein Gefühl, dass einen nervös und zucken macht.

Der letzte Abschnitt beginnt ziemlich schnell und druckvoll. Diese barsche Schnelligkeit wird allerdings immer wieder von langsameren oder stampfenden Parts unterbrochen, die zum Teil aber nicht weniger brachial sind. In diesem letzten Abschnitt wird auch Stefans Gesang erstmalig richtig intensiv. Oft ist auch die Bassgitarre druckvoll und mächtig wabernd zu hören, was dazu führt, dass die erste Hälfte des letzten Abschnitts der heftigste und energischste Part des Albums ist. Die zweite Hälfte ist dann nämlich ein sehr ruhiger Ausklang, in dem ausschließlich Naturgeräusche, wie etwa Vogelgezwitscher, zu hören sind.

die Zeit spielt den Wunden zu ist weitaus weniger druckvoll und aggressiv als der Vorgänger Der Dunkelheit beraubt. Der Anteil an harmonischen und atmosphärischen Anteilen demnach also viel höher, was mir gut gefällt, da Stefan einfach ein ausgesprochen gutes Gespür für gute Melodien und Harmonien hat. Der Dunkelheit beraubt hat mich zwar auch schon angesprochen, doch sagt mir diese Form der Verbindung von atmosphärischen und energischen Anteilen mehr zu. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, wie fast immer, manchmal der Rhythmus und das Schlagzeugspiel, welches sich Stefan autodidaktisch beigebracht hat. Stellenweise wirkt und klingt es ein wenig mechanisch und mathematisch, was aber auch seinen Reiz hat, da es die niveauvolle Individualität der Musik unterstreicht.

Für aufgeschlossene Leute, die keine Scheu vor experimenteller Musik haben, ist – wie auch das übrige Material von Stefan Johannes – die Zeit spielt den Wunde zu, empfehlenswert.


7,5/10
Aceust

01.
02.
03.
04.
05.
06.

27.01.2008

Licht- und Schattensaiten - Geisterwald | 2007 | Eigenproduktion | CDR | Metal

Zwei Jahre nach dem herrlichen Instrumentalalbum Sonnenwind gibt es mit Geisterwald nun einen delikaten Nachschlag. Auch wenn Geisterwald mehr Text und Gesang enthält, ist es ebenfalls ein zumeist ruhiges Werk, welches sachte, sanft und mit Tiefgang einen sich selbst vergessen macht.

Mit dem Eingang beginnt das sechste Album denn auch ruhig, gefühlvoll und zuweilen sehr düster. Neben langsam gespielten dunklen Klängen und Tönen sind irgendwelche Tierlaute zu hören, die ich nicht wirklich dem dazugehörigen Tier zuordnen kann, es könnte sich aber dabei um eine Eule handeln. Dieser Anfang ist recht schwermütig, was von der tiefen Flüsterstimme untermauert wird. Nach einigen Minuten wird aus dem dunklen Flüstern ein bedrohliches Sprechen und kraftvolle Gitarren verdrängen kurzweilig diese naturmystische Atmosphäre. Die Stimmungen die Eingang verbreitet, spiegeln den Albumtitel Geisterwald perfekt wieder.

Mit dem zweiten Titel, einem unbetitelten Stück, geht es dann freundlicher und lebendiger weiter. Zu einem ruhigen Rhythmus sind die warmen und satt klingenden Gitarren, der Bass und das Schlagzeug zu hören. Im mittleren Teil kommt ein ruhiges Piano hinzu und zum Ende hin kommen auch noch Streichinstrumente dazu, sodass das Spiel kurzweilig einen sehr orchestralen Ausdruck bekommt. Dieser ist allerdings sehr kurz, da dass Stück wenig später schneller und energischer wird. Ebenfalls ohne Namen und atmosphärisch sehr vielfältig gestaltet ist der dritte Titel, in dem zum Teil sehr schnelle und harte Parts zu hören sind.

In Ein Gedanke prägt vor allem das Gitarrenspiel die Atmosphäre, da es stets in Bewegung ist und teilweise einige technische Riffs das sonst eher atmosphärische Spiel komplettieren. Am interessantesten ist jedoch der Part, in dem eine merkwürdige sprechende Stimme zu hören ist. Merkwürdig deshalb, weil sie ruhig, klar und unverzerrt aber dennoch unverständlich ist. Der Text der dazu abgedruckt ist, ist zwar deutsch, dennoch verstehe ich beim mitlesen kein einziges Wort. Bis hierhin war Ein Gedanke auch ruhig und atmosphärisch, doch nach diesem bizarren Stimmenpart, folgt eine schnelle, treibende und kurzweilig auch rasend aggressive Passage.

Baumhold ist zwar ein durchgängig ruhig und harmonisch vorgetragenes Lied, doch sind einzelne Passagen und Arrangements druck- und kraftvoll, was nicht nur an Stefans Spielweise liegt sondern auch am Klang seiner Instrumente, der einen sehr warmen und klaren Charakter hat. Durch diese Gegebenheit klingen auch vermeintlich ruhige und melodische Parts energisch und nachdrücklich.

Mit über zehn Minuten Spielzeit ist Nebelnächtlich das mit Abstand längste Lied des Albums. Es ist ein sehr schönes Lied, das sehr viele verschiedene atmosphärische Abstufungen besitzt. Es gibt ruhige, traumhaft schöne Melodien genau so zu hören wie harte und kraftvolle Arrangements. Zudem ist es das Lied mit dem meisten Text. In den anderen Liedern beschränkt sich der Gesang zumeist auf einen einzigen Part, wo der Gesang dann auch eigentlich kein Gesang ist sondern vielmehr ein Flüstern, mal klar oder mal verzerrt. In Nebelnächtlich ist sowohl klarer als auch verzerrter Gesang zu hören, wobei auch hier nicht von singen gesprochen werden kann, da Stefan mehr spricht als singt, was aber dennoch sehr eindringlich sein kann, da seine Stimme sehr kehlig ist und das rollende R etwas sehr bestimmendes in die Musik hineinlegt.
Ebenfalls textreich ist der abschließende Titel Der Waldrand hinter mir. Stimmentechnisch ist es ähnlich gelagert wie Nebelnächtlich. Die musikalische Intention hat allerdings neben den zarten und malerischen Harmonien auch zusätzlich laute und stürmische Anleihen.

Geisterwald ist ein schönes und atmosphärisches Album, in dem Licht- und Schattensaiten erneut durch wunderbare Stimmungen und Melodieführungen glänzen kann. Es ist abwechslungsreicher als Sonnenwind, nicht nur, weil es Gesang enthält, sondern weil auch immer wieder mal kurzweilige harte Parts zu hören sind. Licht- und Schattensaiten steht also auch 2007 für Musik mit Geist, zumal das textliche Konzept von Geisterwald Tiefe besitzt und naturmystisch und kunstfertig ist.

01. Eingang
02.
03.
04. Ein Gedanke
05. Baumhold
06. Nebelnächtlich
07. Der Waldrand hinter mir

12.06.2006

Jahresringe - Der Dunkelheit beraubt | 2006 | Eigenproduktion | CDR | Black Metal / Metal

Jahresringe ist das neue Musikprojekt von Stefan Johannes, dessen experimentelles Soloprojekt Licht- und Schattensaiten bereits fünf interessante Veröffentlichungen aufweist. Die Neugier auf die erste Jahresringe-Veröffentlichung Der Dunkelheit beraubt ist also groß.

Über Jahresringe selbst, sagt Stefan Johannes, dass es ein „naturmystisch-schwarzmetallisches“ Projekt ist. Dass Jahresringe musikalisch härter ist als Licht- und Schattensaiten, zeigt sich unmittelbar mit dem Anfangsstück Erinnerung an Nächte, welches zunächst mit einer wunderschön ruhigen Akustikgitarrenmelodie beginnt, die etwas leicht melancholisches oder sehnsüchtiges hat. Allmählich kommen weitere Instrumente hinzu, die Atmosphäre wird dadurch kraftvoller und baut sich auf, bis sich nach zwei Minuten alles in einem schnellen, harten und eingängig strukturierten Part entlädt. Es ist bereits jetzt zu sagen, dass Jahresringe um ein vielfaches härter ist, als es Licht- und Schattensaiten je war.
Mit Schwinden ruhiger Zeit geht es dann schleppend und dabei eingängig weiter. Hierbei ist die gute Klangproduktion zu erkennen, da Gitarre, Bass und Schlagzeug deutlich voneinander getrennt zu hören sind. Das Schlagzeug hat einen natürlich warmen und sehr druckvollen Klang. Während die Gitarre sehr eingängig bleibt, wechselt das Schlagzeug in einen sehr schnellen Rhythmus, womit sich auch der Gesang verändert, der nun heller ist und etwas mehr gekreischt wird als zuvor, wo er dunkler und kehliger war. Zum Ende von Schwinden ruhiger Zeit kommt eine längere instrumentale Strecke, die abwechslungsreicher gespielt wird. Die Gitarre ist nun spielfreudiger und es ist auch ein kleines Basssolo zu hören.

Das Titellied Der Dunkelhaut beraubt nimmt mit einem antreibend eingängigen Rhythmus seinen lauf, zu dem sich recht bald der tiefe, kehlige Gesang hinzugesellt, bei dem das rollende R besonders auffällt. Rhythmisch und an der Gitarre bleibt es eine Zeit lang recht eingängig. Hierbei ist das schnelle, ein wenig abgehackt wirkende, da sehr technische, Riffing auffallend, da es sich sehr in den Vordergrund schiebt und dabei leicht aufdringlich auf mich wirkt. Doch so bleibt es nicht, da ein ruhiger und schleppender Abschnitt diese Eingängigkeit ablöst. Finstertraum in falschem Licht fängt zwar ebenfalls schnell an, ist aber auf Anhieb abwechslungsreicher. Sowohl rhythmisch als auch melodisch. Ein wenig schimmert in der anfänglichen Gitarrenarbeit sogar ein wenig Licht- und Schattensaiten-Atmosphäre durch. Doch dies nur kurz und zaghaft, da der darauf folgende schnelle Part, mit der flüssig und schnell gespielten Gitarre, für ein pures Black Metal Gefühl sorgt. Da Lied bleibt überwiegend so schnell und voranpreschend, ist aber an der Gitarre hochgradig variabel. Lange Melodieführungen, schnelle Riffs und Soli wechseln sich nahezu pausenlos ab. Zuweilen gibt es schleppende Passagen, die entweder stampfend oder trotz des langsamen Taktes, durch das sehr facettenreich gespielte Schlagzeug, dennoch antreibend sind.

Zum Abschluss des Albums hat sich Jahresringe mit Das Ende - Zeitlosigkeit in Ewigkeit ein stampfendes Stück aufgehoben, das über weite Strecken in eingängiger Wut den Takt dahin hämmert. Es ist ein sehr kraftvolles Stück, das trotz der anfänglichen Eingängigkeit einen recht komplexen Eindruck macht, da es sich immer wieder verändert, ständig etwas in Bewegung ist. Der schleppende Mittelpart kommt mit einer harten und satten Gitarrenwand daher, wie man sie im Death Metal oft hört. Darauf folgt ein schneller Abschnitt mit flottem Riffing und zum Ende hin, wird es wieder ruhiger und atmosphärischer. Trotz dieser zahlreichen verschiedenen Elemente ist Das Ende - Zeitlosigkeit in Ewigkeit dennoch ein flüssiges und homogenes Stück.

Mit Jahresringe und der ersten Veröffentlichung Der Dunkelheit beraubt hat Stefan Johannes sein Ziel, ein hartes und metallisches Werk zu erschaffen, in jedem Fall erfüllt. Wenn man Licht- und Schattensaiten kennt, ist es schon ein wenig überraschend mit welcher Eingängigkeit es zuweilen zugeht. Der Dunkelheit beraubt ist ein sehr eigenständiges Werk, das insgesamt zwar abwechslungsreich aber auch phasenweise sehr eingängig ist. Diese eingängigen Elemente sind zum großen Teil auch gelungen, doch an einer Stelle wirkt das schnelle technische Riffing dabei etwas nervend. Darüber mache ich mir jedoch keine Sorgen, denn sollte Stefan Johannes mit Jahresringe eine ähnliche Entwicklung durchmachen wie mit Licht- und Schattensaiten, werden wir noch einiges von ihm zu erwarten haben.

Alles in allem ist Der Dunkelheit beraubt ein schönes Album mit Seele und Liebe zur Musik und Natur.

01. Erinnerung an Nächte
02. Schwinden ruhiger Zeiten
03. Der Dunkelheit beraubt
04. Finstertraum im falschen Licht
05. Das Ende - Zeitlosigkeit in Ewigkeit

03.12.2005

Deus Diabolus - The Warrior Of The Setting Sun | 2005 | Nocturnal Empire | CD | Metal / Death Metal

Obwohl The warrior of the setting sun gerade mal ein Jahr alt ist und das Album erst die zweite Veröffentlichung von Deus Diabolus darstellt, existiert die Gruppe inzwischen nicht mehr. Als Gründe für die Auflösung werden Besetzungsprobleme und Unstimmigkeiten innerhalb der Gruppe angeführt. Verwunderlich ist dies freilich nicht, denn als The warrior of the setting sun entstand, bestand Deus Diabolus aus sieben Bandmitgliedern sowie einem Gast-Schlagzeuger speziell für dieses Album.

Aber nun zum eigentlichen Thema. Den Einstieg ins Album liefert der Titel Eine düstere Legende. Es wird eine art Prophezeiung – von einer Stimme die mich an die „Herr der Ringe“ Figur „Gollum“ erinnert – verkündet. Für Fantasyfreunde (zumal die Thematik auf den Roman „Ronin“ von Eric van Lustbader basiert) vermutlich eine nette Einleitung, auf mich wirkt diese Inszenierung jedoch eher befremdlich. Schleppend und kraftvoll setzt dann das erste Lied In the lap of the earth ein. Nach etwa einer Minute endet diese treibende Eingängigkeit und es folgt eine ruhige und sehr melodisch arrangierte Passage, bevor das Ende wieder eingängiger und druckvoller wird. In The carrier of the sword agiert Deus Diabolus überaus abwechslungsreich und sehr Stil übergreifend. Der instrumentale Anfang ist sehr ruhig und melodisch, ein Keyboard steht im Hintergrund und der – zunächst deutsche – Gesang kommt im hell verzerrten Kreischgesang daher. Die englischsprachigen Passagen wurden härter gestaltet, sie sind zum Teil technisch und kraftvoll, dabei entweder schleppend oder geradlinig schnell und so klingt Deus Diabolus phasenweise nach Death Metal, zumal der Gesang in diesen Passage viel dunkler und tiefer ist. Dieses Schema, englische und deutsche Textzeilen innerhalb eines Liedes zu verwenden kommt in den meisten Liedern des Albums vor. Zumeist geht damit auch eine Veränderung im Gesang einher.

Strukturell sind auch die anderen Lieder sehr abwechslungsreich gestaltet. Es wechseln sich harmonische Abschnitte, oft mit melodischem Keyboard unterlegt, in schnellen und langsamen Variationen, mit den härteren und kraftvolleren, am Death Metal orientierten Passagen ab. Zuweilen erinnert mich The warrior of the setting sun an die deutsche Gruppe Crematory mit ihrem gleichnamigen Album.
Für meinen Geschmack setzten Deus Diabolus zu sehr auf die melodischen Keyboardelemente. Die härteren Abschnitte in denen die Gitarren in den Vordergrund treten gefallen mir da viel besser. Zudem ist mir die scheinbar konzeptionell angelegte Verwendung des dualen Gesangs auf die Dauer zu viel. Insgesamt kommen zu viele Wechsel zwischen den melodischen und harten Strukturen vor. Wer aber melodischen Dark Metal und Fantasythemen mag, der kann an The warrior of the setting sun durchaus Gefallen haben.

01. Eine düstere Legende
02. In the lap of the earth
03. The carrier of the sword
04. Dreams of alteration
05. Downwards
06. Into the city of the tenthousnd paths
07. The house of Dor-Sefrith
08. Makkon Part I - The phantom of night
09. The beginning of the end
10. Dem eisigen Wind entgegena

15.11.2005

Dark Suns - Existence | 2005 | Prophecy Productions | CD | Metal

Existence ist das zweite Album der Dark Suns aus Leipzig. Allerdings ist mir deren Erstlingswerk Swanlike unbekannt. Mit Existence höre ich zum ersten Mal etwas von dieser Gruppe. Von daher ist es mir natürlich nicht möglich, auf die musikalischen Veränderungen und Entwicklungen einzugehen, die laut Presseberichten stattgefunden haben sollen. Existence ist ein anspruchvolles und nachhaltig sehr beeindruckendes Album, welches sich so gar nicht einordnen und klassifizieren lassen möchte. Dazu haben Dark Suns ihre Stücke viel zu facettenreich, variabel und auch sehr lebendig gestaltet. Obwohl im großen Ganzen Existence ein ruhiges musikalisches Erlebnis ist, gibt es viele intensive von Leidenschaft geprägte Passagen und Momente, die mal sanft und behutsam vorgetragen werden, mal kraftvoll und eindringlich sind. Diese Merkmale treffen auch auf den Gesang zu, der zwar überwiegend sanft und sensibel wirkt - sensibel im Sinne von nuancenreich – dennoch eine große Ausdrucksstärke besitzt. Überhaupt ist es sehr zutreffend, wenn man sagen würde, Dark Suns würden auf leiser Art und Weise Großes tun.

Trotz der Länge von insgesamt über 77 Minuten Spielzeit ist es keinen Augenblick lang langweilig oder sonstwie flach. Die Leipziger haben die Lieder klug und geschickt strukturiert, alles ist sehr stimmig platziert und miteinander kombiniert worden. Die Übergänge von ruhigen und sphärischen Klängen zu den progressiven rockigen und metallastigen Passagen sind bemerkenswert flüssig und fließend, sodass sie bewusst kaum auffallen.

Existence ist ein sehr gefühlvolles Album mit großartigen Kompositionen an Bord, die es scheinbar mühelos schaffen besitzergreifend und stimmungsintensivierend zu wirken. Wer also kluge, anspruchsvolle und progressive Musik zu schätzen weiß, sollte es nicht verpassen sich Existence zu besorgen. Die CD ist ab März im Handel erhältlich.

01. Zero
02. A slumbering portrait
03. The euphoric sense
04. Her and the element
05. Daydream
06. Anemone
07. You, a phantom still
08. Gently bleeding
09. Abiding space
10. Patterns of oblivion
11. One endless childish day 

08.09.2005

The Vision Bleak - Carpathia / A Dramatic Poem | 2005 | Prophecy Productions | CD | Metal

Carpathia – A dramatic poem ist das inzwischen zweite Album von The Vision Bleak, sozusagen der neuen Band von Herrn Schwadorf den viele als Markus Stock von Empyrium kennen dürften. Musikalisch gehen The Vision Bleak in eine ganz andere Richtung, die recht abstrakt und mit Worten kaum zu benennen ist. Carpathia – A dramatic poem beinhaltet sehr verschiedene Facetten und Strukturen. Es sind Elemente aus Gothic Metal, Death Metal und Rock zu hören die, von dem Duo aus dem die Gruppe besteht, zu einer sehr eigenen musikalischen Mischung vermischt und verdichtet worden sind.
Die Lieder sind zwar überwiegend langsam und ruhig gegliedert, haben streckenweise einen orchestralen Charakter doch dann und wann überraschen harte Riffs die einem kurz glauben machen, eine alte Schweden Death Metal Band vor sich zu haben. Oft ist eine locker gespielte Gitarre im Vordergrund zu hören, die das ganze etwas auflockert, denn die Grundstimmung die The Vision Bleak erzeugen ist recht düster und bedrückend, gerade auch dann wenn das Keyboard zum Einsatz kommt.

Wesentlich für die Atmosphäre und auch Vielschichtigkeit des Albums sind die sehr variablen Gesänge, die ein breites Spektrum abdecken und für manch einen Hörer sicherlich zunächst gewöhnungsbedürftig sind. Der Gesang klingt oft klassisch und mag erst mal nicht so recht zur „harten“ Musik passen, sofern man die Musik überhaupt so bezeichnen will. Hat man sich der Musik und den Gesängen aber erst einmal geöffnet, fangen sie vollständig an zu wirken. Ein weiteres eigenständiges Merkmal von The Vision Bleak sind die – zum Teil - sehr eigenen Rhythmen sowie deren Wechsel und Anordnungen, die anfangs ebenfalls etwas seltsam wirken aber nach einer Zeit, die man Carpathia – A dramatic poem einfach geben muss, sehr passend und schlüssig klingen.

Carpathia – A dramatic poem ist eben ein eigenständiges wie eigenwilliges Werk, welches sehr unterschiedliche Stile und Ideen aufgreift und für sich benutzt. Da auch die Umsetzung und Inszenierung tadellos ist und der Klang sehr klar und kräftig ist, kann ich dieses Album jedem empfehlen, der neuen und anderen Ideen im Metal aufgeschlossen ist.

Die CD erscheint am 29. August im Handel.

01. The drama of the wicked
02. Secrecies in darkness
03. Carpathia
04. Dreams in the witch-house
05. Sister Najade (The tarn by the firs)
06. The curse of Arabia
07. Kutulu!
08. The charm is done

26.06.2005

Licht- und Schattensaiten - Sonnenwind | 2005 | Eigenproduktion | CDR | Metal

Sonnenwind ist inzwischen die fünfte Veröffentlichung aus dem Hause Licht- und Schattensaiten. Wer vorheriges Material des Soloprojekts kennt, wird überrascht sein. Denn abgesehen von einer einzigen Ausnahme im vierten Lied, ist Sonnenwind ein reines Instrumentalalbum. Ich persönlich fand schon die einzelnen Instrumentalstücke auf den beiden Vorgängern sehr gut, so ist es also auch nicht verwunderlich dass mich die neue CD ebenfalls anspricht.
Obwohl Sonnenwind durch die instrumentalen Inszenierungen insgesamt ein ruhiges Album ist, gibt es immer wieder mal härtere Passagen zu hören. Diese Passagen kennzeichnen sich durch kraftvolleres Schlagzeugspiel und rockige Riffs aus. Da der Klang rundum gut und gelungen ist, das Schlagzeug sehr viel Druck und Kraft besitzt und der Bass sehr präsent und gut zu hören ist, macht es einfach Spaß den Liedern und ihren musikalischen Veränderungen und Facetten zuzuhören. Besonders gut gefallen mir dabei die beiden letzten Lieder. Beide sind im Vergleich sehr unterschiedlich strukturiert, doch gemeinsam haben sie das wunderbar gefühlvolle Wechselspiel von ruhigen, akustischen und melodischen Momenten mit härteren und kraftvolleren Passagen.

Sonnenwind ist für mich die bisher beste Licht- und Schattensaiten-Veröffentlichung. Es ist ideal für tiefe und ruhige Stunden und lädt ein zum Abtauchen in Gedanken- und Innenwelten. Jeder der sich instrumentaler experimenteller Musik aufgeschlossen fühlt, sollte in Sonnenwind reinhören.

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26.06.2004

Licht- und Schattensaiten - Winter | 2004 | Eigenproduktion | CDR | Metal

Licht- und Schattensaiten sind eine ungewöhnliche wie zugleich auch eine außergewöhnliche Band. Nicht nur in einem Bereich, dem der musikalischen Darbietung oder dem der Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit. Licht- und Schattensaiten sind in jedem Bereich, der bei der Erschaffung anfällt, positiv anders und man wünscht sich, diese Selbstverständlichkeit öfters vorzufinden. Winter ist bereits die vierte Veröffentlichung von Stefan Johannes, der allein hinter Licht- und Schattensaiten steht.

Der musikalische Stil von Winter ist nicht eindeutig und klar festzulegen. Unterschiedliche Einflüsse aus verschiedenen Stilrichtungen und eigenen Vorstellungen wurden verarbeitet und so wurde Winter ein Werk, welches dunkler Black Metal ist, der auch Elemente des Death Metals enthält. Diese Vermischung wurde von Licht- und Schattensaiten so umgesetzt, dass Winter etwas völlig Eigenständiges geworden ist und kaum mit anderen Bands vergleichbar ist (am ehesten in der Gesamtausstrahlung vielleicht in einer gewissen Weise mit Bethlehem). Die sieben enthaltenen Lieder sind von der Stimmung her dunkel ausgefallen wie auch von der Tonart, die tief und basslastig rüberkommt. Musikalisch besteht in den einzelnen Stücken ein ausgewogenes Maß an Abwechslung. Weder wird es zu eingängig oder ideenarm, noch verhaspelt es sich im Unübersichtlichen. Trotz unterschiedlicher Geschwindigkeiten bewegt sich Winter in einem mittelschnellen Tempo und wird melodisch von Gitarre und Bass getragen. Die Titel sind in einfachen Mustern geschrieben und komponiert worden, alles behält etwas Klares und Einfaches und verliert sich nicht in einer Komplexität, die schnell zu etwas Anstrengendem kippen kann. So etwas passiert leicht, wenn man wie Licht- und Schattensaiten auf ganz eigenen musikalischen Pfaden wandert. Ebenso klar wie die Atmosphäre ist die Produktion, die schön sauber und lebendig ist und die Instrumente und den Gesang gut und zu gleichen Anteilen erkennen und hören lässt. Die Gesangsstimme variiert auf Winter, von tieferen Gesangseinlagen über düsteres Wispern bis hin zu einem grelleren Kreischen. Dabei fügt und gliedert sich der Gesang stets in die Musik ein. Dieses Prinzip, sofern dabei von einem Prinzip gesprochen werden kann, ist insgesamt bei Winter vorzufinden. Es gibt kein Element, das überwiegt. Die Last der Stimmung und Ausstrahlung wird gleichermaßen auf alle beteiligten Elemente verteilt - was mir persönlich sehr gut gefällt.

Auf der CD befindet sich auch noch Material, das am heimischen Computer anzusehen ist. Neben Informationen zur Band und dem Werke Winter ist auch ein Musikvideo enthalten sowie einige Photographien, die den Künstler und landschaftliche Winterimpressionen festhalten. Winter ist eine überaus überzeugende Erscheinung, die zu 100% in Eigenregie entstanden ist. Winter kann man bei Stefan Johannes für mindestens drei Euro (inklusive Versand und Porto) bestellen und kommt in einer durchscheinenden Pergamenthülle. Auf der Heimseite von Licht- und Schattensaiten gibt es auch einige Hörproben und weitere lesenswerte Informationen, die die Bestellung betreffen.

01. Todesschmerz I
02. Von einsamer Warte
03. Eisestanz
04. Verloren in der Ewigkeit
05. An meinem Grabe
06. Todesschmerz II
07. Verschneiter See

Licht- und Schattensaiten - Herbstwärts | 2004 | Eigenproduktion | CDR | Metal

Ähnlich kreativ, innovativ und anders wie auf der letzten CD Winter zeigen sich Licht- und Schattensaiten mit dem brandneuen Werk. Herbstwärts ist ein gleichsam intensives wie auch ruhiges Album, welches kraftvolle Elemente beinhaltet wie auch leise Arrangements, die einer andächtigen Stille gleichkommen. Herbstwärts weist sehr eigenwillige Strukturen auf, Stefan arbeitet viel mit ungewöhnlichen Takten und Rhythmen was zu interessanten Hörmomenten führt aber auch ein genaues Hinhören erforderlich macht. Teilweise wird das Schlagzeug in polternder und dabei sehr antreibender Art und Weise gespielt, wie etwa bei dem langen Stück Unausgeglichenheit, die Stille suchend. Das Stück ist geprägt von einem Wechselspiel dieser aggressiveren, schnelleren Fragmente die immer mal wieder losbrechen; zwischendurch gibt es aber auch immer mal wieder ruhigere und sanftere Strecken die teilweise mit akustischer Gitarre oder hymnenhafter Atmosphäre arrangiert wurden. Licht- und Schattensaiten setzen zur Stimmungserzeugung aber nicht nur verschiedene Spielweisen der Instrumente ein sondern auch unterschiedliche Lautstärkern und Betonungen des Gesangs und der Töne. Durch diese zum Teil sehr detaillierten Inszenierungen wirken die einzelnen Lieder manchmal etwas zu komplex, vielleicht auch in Ansätzen einen Tick zu verspielt. Diese Eigenschaft liegt aber wohl allen Werken zugrunde, denen man die volle Aufmerksamkeit zuwenden sollte um sich der Musik voll und ganz erschließen zu können.
Ein kleines Meisterwerk - und für mich geheimer Höhepunkt dieser CD - ist das Instrumentalstück Sonnenuntergang. Es beginnt leise und sanft, baut sich über die Spieldauer immer ein Stück weiter auf um zum Schluss hin in einem sehr schönen und intensiven Finale zu münden.

Wer Licht- und Schattensaiten bereits kennt und Gefallen an früheren Werken gefunden hat, wird auch mit Herbstwärts seine Freuden haben. Für alle Anderen ist das neue Album eine Investition wert, die sich nicht zu sehr auf eine Stilistik festlegen und Musik zu schätzen wissen die mit Hingabe geschaffen wurde und etwas andersartige, experimentelle Grundzüge hat.

Zu bestellen gibt es Herbstwärts direkt bei Licht- und Schattensaiten für mindestens vier Euro.

01. Traum von Winter
02. Sonnenaufgang
03. Die Blüte im Sand
04. Weite Ebenen
05. Unausgeglichenheit, die Stille suchend
06. Weiterführung von Nr. 5
07. An die Freiheit
08. Spätsommertag
09. Reise
10. Herbstwärts
11. Sonnenuntergang
12. Trauerlied

14.06.2004

Karkadan - Utmost Schizophrenia | 2004 | Supreme Chaos Records | CD | Heavy / Death Metal

Fünf Jahre nach dem Debut Eternal black reflections steht nun nach einigen Verzögerungen das zweite Werk der Schwaben an. Dass sich das Warten gelohnt hat, verdeutlicht einem schon unmittelbar der erste Titel Passing away, der einem das erfrischende Facettenreichtum von Utmost schizophrenia klar vor Augen hält und darüber hinaus ein eindrucksstarkes Stück ist, das durch wunderbare Melodien besticht. Überhaupt ist es ein sehr wandelbares und von Abwechslung geprägtes Album, dem man nicht einfach mal so einen Stempel aufzwängen kann. Stilistisch bedienen sich Karkadan ihrer Musik verschiedener Elemente aus dem traditionellem Heavy Metal, sowie dem Death und Black Metal. Die einzelnen Titel machen einen sehr ausgefeilten Eindruck, bieten viele wohlbedachte und zum Teil auch überraschende Arrangements. Die Spielfreude an den Saiteninstrumenten ist ein kennzeichnendes Merkmal von Utmost schizophrenia, genau so wie der intensive und lebendige Gesang. Die Stärken von Karkadan liegen darin, das sie es gekonnt und überzeugend verstehen, die technischen und spielerischen Fertigkeiten in ein Gewand zu kleiden das reich an intensiven und mitgehenden Stimmungen ist. Dazu trägt auch nicht zuletzt die sehr gelungene Produktion bei, die wie für Utmost schizophrenia gemacht zu sein scheint. Karkadan beweisen hiermit, das Ideenreichtum und Mut zur Innovation durchaus gelungene Früchte tragen kann.

Alles in allem ein sehr schönes und mitreißendes Album, das durch ein kluges und abwechslungsreiches Songwriting besticht. Also Bonus gibt es auf der CD eine Videodatei von dem Lied The ancient times für den heimischen Rechner.

01. Passing away
02. On your knees
03. The angel's death
04. Faint
05. Frenetic visions
06. The journey
07. Sea of bitterness