Whirling ist eine jüngst gegründete Gruppe mit Musikern von Armagedda und Bergraven. Bei der Musik soll es sich um Avantgarde Dark Metal handeln. Dass die Schweden von Armagedda unkonventionell und experimentell ticken, haben sie ja schon mehrfach bewiesen. Nun gibt es mit Whirling und der Debüt MCD Faceless phenomena
ein weiteres Experiment. Wenn man das Material insgesamt betrachtet,
ist es Gitarrenmusik mit einer Vielzahl an Einflüssen und
Verwurzelungen, zu der am ehesten die Schublade Dark Metal passt. Aber
auch dies ist ein ziemlich oberflächlicher Begriff, der alles und
nichts heißen kann. Zwei wesentliche Merkmale der Musik Whirlings
sind jedenfalls die unverzerrten Gitarren sowie die Klargesang. Für
viele mag dies eine logische, perfekt zueinander passende, Verbindung
sein. Mir gefällt es nicht, da ich einerseits grundsätzlich mit
Klargesang nichts anfangen kann, und andererseits, da der Klargesang
von Whirling zu brav und harmlos ist, weshalb er im
Konflikt zur Schublade Dark Metal steht. Dabei ist die Musik an sich
gar nicht mal übel. Mir gefallen die dunklen, klaren Gitarrenmelodien -
die zwar nichts überwältigendes darstellen, aber schön und gut
gespielt wurden. Darüber hinaus gibt es hie und da auch kurze,
kraftvolle Ausflüge in den Black Metal, die gleichfalls ihren Reiz
haben. Faceless phenomena ist also durchaus abwechslungsreich
und wartet immer wieder mit interessanten, eigenartigen und
unerwarteten Arrangements auf. Manchmal entwickelt Whirling
dabei eine recht skurrile Atmosphäre, die ich nicht so recht
beschreiben kann. So ist das eben manchmal mit experimenteller Musik.
Auf die Dauer ist mir das alles aber eine Spur zu harmlos und
seicht. Mir fehlt es an echter Dunkelheit, an Momenten die entweder
überaus bizarr sind oder erdrückend vor Schwermut und Beklemmung. Hierzu
passt meiner Meinung auch gar nicht die Art und Weise des Klargesangs,
der mich eher an einen Lagerfeuergitarristen aus einer
Pfadfindergruppe erinnert, anstatt an gestandene Männer, die düstere,
unheilvolle Musik machen. Ich möchte die Musik von Whirling gar nicht schlecht reden, nur ist es nichts, was ich mir privat anhören würde. Dabei enthält Faceless phenomena
durchaus gute, hörenswerte Momente und Ansätze, die auch mir gefallen.
Nur sind diese für meinen Geschmack insgesamt zu wenig vorhanden.
Würde Faceless phenomena ohne den Klargesang auskommen, es würde bei mir wesentlich besser abschneiden.
5/10
Aceust
01. Prelude
02. The watcher
03. Infinity of ghost's
04. Globe in sway
05. Night after night
06. I bring...
29.03.2010
Dantalion - All Roads Lead To Death | 2010 | Xtreem Music | CD | Black Metal
Dantalion bleibt sich auch auf dem dritten Album All Roads Lead to Death
treu. Nach wie vor gibt es atmosphärisch kalten Black Metal zu hören,
der vor allem aus Tempowechseln und mannigfaltigen Gitarrenharmonien
schöpft. Wem schon die Vorgänger When the Ravens Fly Over Me und Call of the Broken Souls
gefiel, der wird auch hier bedenkenlos zugreifen können. Die
Veränderungen und Entwicklungen sind marginal und betreffen vornehmlich
die Produktion sowie Atmosphäre. All Roads Lead to Death ist beispielsweise nicht ganz so grimmig wie das vor zwei Jahren erschienene Call of the Broken Souls.
Dies liegt im Klang begründet, der aktuell weniger dumpf dafür klarer
und heller ausgefallen ist. Dadurch wirkt das Ganze etwas sauberer und
professioneller.
All Roads Lead to Death ist ein in sich absolut stimmiges und homogenes Album, vielleicht gar einen Tick zu sehr. Die Lieder, die oft und gern um die neun Minuten andauern, klingen recht ähnlich. Monoton ist das Material deshalb nicht, es gibt zahlreiche Tempovariationen, wobei Schnelligkeit meistens den Vorzug erhält. All Roads Lead to Death ist in jedem Fall ein kraftvolles Album, das atmosphärisch und schnell, aber immer wieder auch etwas schwermütig ist. Für Freunde der atmosphärischen Klänge also absolut empfehlenswert.
01. Only ashes remain
02. Bleakness
03. Walking to eternity
04. Claws of pestilence
05. My last breath
06. Thought of desolation
07. Scorn
08. Gloom and failure
http://www.dantalionband.com/
All Roads Lead to Death ist ein in sich absolut stimmiges und homogenes Album, vielleicht gar einen Tick zu sehr. Die Lieder, die oft und gern um die neun Minuten andauern, klingen recht ähnlich. Monoton ist das Material deshalb nicht, es gibt zahlreiche Tempovariationen, wobei Schnelligkeit meistens den Vorzug erhält. All Roads Lead to Death ist in jedem Fall ein kraftvolles Album, das atmosphärisch und schnell, aber immer wieder auch etwas schwermütig ist. Für Freunde der atmosphärischen Klänge also absolut empfehlenswert.
01. Only ashes remain
02. Bleakness
03. Walking to eternity
04. Claws of pestilence
05. My last breath
06. Thought of desolation
07. Scorn
08. Gloom and failure
http://www.dantalionband.com/
Kratein - Trauma | 2010 | Folter Records | CD | Black Metal
Kratein hat mit diesem Debütalbum eine, in mehrerer
Hinsicht, rätselhafte Scheibe veröffentlicht, bei der zuerst das
Plattencover sowie einen Augenblick später die griechischen Liednamen
auffallen. Allein vom Cover ausgehend, könnte es sich bei Kratein
um eine moderne Gruppe mit avantgardistischen Anleihen handeln - oder
auch um, an psychotischen Dark Metal, angelehnten Black Metal. Mit dem
ersten Titel έvα ist eine Einleitung zu hören, in der verschiedene
Rundfunkbeiträge, unter anderem zu 9/11, Weihnachten und urbi et orbi,
zusammengeschnitten wurden. Wenn man all diese unterschiedlichen
Eindrücke auf sich wirken lässt, wird man nicht so recht schlau aus Kratein. Interessant ist es allemal und macht Lust darauf, sich näher mit diesem Trauma zu beschäftigen.
Auf diese ungewöhnliche Einleitung folgt dann mit knapp zehn Minuten Spielzeit das längste Lied, in dem Kratein abwechslungsreich aufspielt. Die erste Hälfte des Liedes ist ruhig und atmosphärisch, die ganze Zeit über ist eine sanft und eingängig melodisch gespielte Gitarre zu hören, während Gesang, Schlagwerk und Dynamik dabei durchaus treibend und druckvoll das Lied vorantreiben. In der Mitte kommt es zu einem kurzweiligen Geschwindigkeitsausbruch, der grimmig und kalt ist, ehe das Lied dann wieder gitarrenbetont und atmosphärisch weiter geht. Dieses erste, richtige Lied gefällt auf Anhieb, auch wenn es noch nicht ganz deutlich macht, womit man es hier zu tun hat. Das dritte Stück setzt jedenfalls energisch, kraftvoll und treibend schnell ein. Doch dabei bleibt es nicht. Kratein wechselt oft das Tempo, spielt häufig gute und vordergründig platzierte Melodiebögen, die sowohl atmosphärisch als auch eisig sind. Auf Trauma sind ohnehin häufig klare oder minimal verzerrte Gitarren zu hören, die maßgeblich zur atmosphärischen Grundausrichtig beitragen. Ebenfalls der Atmosphäre dienlich sind die wiederkehrenden, klar sprechenden Stimmen, die man auf Trauma immer wieder mal vorfindet. Etwas aus der Reihe fällt das letzte Lied, da es phasenweise extrem schnell, peitschend und harsch ist. Vor allem der Anfang des Liedes überrascht, da zuvor ja vor allem dunkelatmosphärische Klänge das Geschehen dominierten. Diese sind zeitweise aber auch hier zu hören, womit sich der Kreis schließt.
Trauma ist ein überaus gelungenes Debütalbum mit einer gehörigen Portion Potential für die Zukunft. Wenn nachfolgenden Veröffentlichungen in die selbe Kerbe wie Trauma schlagen, wird Kratein mit Sicherheit noch für einiges Aufsehen sorgen. Wirklich schlau geworden bin ich von der Veröffentlichung zwar nicht, Kratein bleibt erst mal rätselbehaftet und geheimnisvoll. Das Album ist randvoll gefüllt mit erstklassigen - teils rockigen Riffs, welche mich etwas an Sólstafir erinnern, die mir sofort im Gedächtnis haften bleiben und Lust auf mehr machen. Stilistisch kann man das Album also schon als eher modernen, atmosphärischen Black Metal mit tiefsinnigen, düsteren Anleihen betrachten, weshalb Kratein für mich zu großartigen Gruppen wie Animo Aeger und Vrångbild aufschließt. Lediglich die Kürze des Albums ist für mich kritikfähig, da sich neben der Einleitung auch noch ein Instrumentalstück auf der Scheibe befindet, weshalb man am Ende dann nur vier "echte Lieder" hat. Aber das ist ja mein persönliches Empfinden und andere brauchen solche Stücke vielleicht unbedingt. Der Einstand ist jedenfalls gelungen, und wer düsteren, atmosphärischen sowie geheimnisvollen Black Metal mag, sollte sich Trauma unbedingt kaufen.
8/10
Aceust
01. έvα
02. δύο
03. τρία
04. τέσσερις
05. πέvτε
06. έξι
Auf diese ungewöhnliche Einleitung folgt dann mit knapp zehn Minuten Spielzeit das längste Lied, in dem Kratein abwechslungsreich aufspielt. Die erste Hälfte des Liedes ist ruhig und atmosphärisch, die ganze Zeit über ist eine sanft und eingängig melodisch gespielte Gitarre zu hören, während Gesang, Schlagwerk und Dynamik dabei durchaus treibend und druckvoll das Lied vorantreiben. In der Mitte kommt es zu einem kurzweiligen Geschwindigkeitsausbruch, der grimmig und kalt ist, ehe das Lied dann wieder gitarrenbetont und atmosphärisch weiter geht. Dieses erste, richtige Lied gefällt auf Anhieb, auch wenn es noch nicht ganz deutlich macht, womit man es hier zu tun hat. Das dritte Stück setzt jedenfalls energisch, kraftvoll und treibend schnell ein. Doch dabei bleibt es nicht. Kratein wechselt oft das Tempo, spielt häufig gute und vordergründig platzierte Melodiebögen, die sowohl atmosphärisch als auch eisig sind. Auf Trauma sind ohnehin häufig klare oder minimal verzerrte Gitarren zu hören, die maßgeblich zur atmosphärischen Grundausrichtig beitragen. Ebenfalls der Atmosphäre dienlich sind die wiederkehrenden, klar sprechenden Stimmen, die man auf Trauma immer wieder mal vorfindet. Etwas aus der Reihe fällt das letzte Lied, da es phasenweise extrem schnell, peitschend und harsch ist. Vor allem der Anfang des Liedes überrascht, da zuvor ja vor allem dunkelatmosphärische Klänge das Geschehen dominierten. Diese sind zeitweise aber auch hier zu hören, womit sich der Kreis schließt.
Trauma ist ein überaus gelungenes Debütalbum mit einer gehörigen Portion Potential für die Zukunft. Wenn nachfolgenden Veröffentlichungen in die selbe Kerbe wie Trauma schlagen, wird Kratein mit Sicherheit noch für einiges Aufsehen sorgen. Wirklich schlau geworden bin ich von der Veröffentlichung zwar nicht, Kratein bleibt erst mal rätselbehaftet und geheimnisvoll. Das Album ist randvoll gefüllt mit erstklassigen - teils rockigen Riffs, welche mich etwas an Sólstafir erinnern, die mir sofort im Gedächtnis haften bleiben und Lust auf mehr machen. Stilistisch kann man das Album also schon als eher modernen, atmosphärischen Black Metal mit tiefsinnigen, düsteren Anleihen betrachten, weshalb Kratein für mich zu großartigen Gruppen wie Animo Aeger und Vrångbild aufschließt. Lediglich die Kürze des Albums ist für mich kritikfähig, da sich neben der Einleitung auch noch ein Instrumentalstück auf der Scheibe befindet, weshalb man am Ende dann nur vier "echte Lieder" hat. Aber das ist ja mein persönliches Empfinden und andere brauchen solche Stücke vielleicht unbedingt. Der Einstand ist jedenfalls gelungen, und wer düsteren, atmosphärischen sowie geheimnisvollen Black Metal mag, sollte sich Trauma unbedingt kaufen.
8/10
Aceust
01. έvα
02. δύο
03. τρία
04. τέσσερις
05. πέvτε
06. έξι
Gzekhratüs - Nox Occulta | 2010 | Thor's Hammer Productions | Vinyl | Black Metal
Dieser Siebenzöller ist das erste Lebenszeichen von Gzekhratüs,
einer Gruppe aus Spanien. Ich gehe davon aus, dass es sich hierbei um
eine Einmanngruppe handelt, da auf dem Bandphoto nur eine einzige
Person abgelichtet wurde. Dieser Herr hat kein Interesse an irgendeiner
Szene, an Kontakt zu irgendwelchen Leuten und an Selbstdarstellung,
weshalb es auf der EP keinerlei Informationen zu ihm oder der Musik
gibt. Dies ist eh nur eine Randnotiz und nebensächlich, zumal Gzekhratüs mit seinen zwei Liedern vollends überzeugen kann.
Auf der A-Seite befindet sich In a forest beneath the glorious cold fullmoon.
Es ist ein grimmiges Lied, welches man kurz und treffend als puren,
traditionellen Black Metal beschreiben kann. Die Gitarren sind grell,
der Gesang ist bissig und klingt wie eine Mischung aus Moonblood und alten Deathspell Omega.
Das Schlagwerk hämmert schnell und treibend, das Becken peitscht.
Nichts besonderes also und dennoch auf Anhieb gut. Grimmigkeit, Groll
und hohes Tempo überrennen einen auch auf der B-Seite, doch offenbart
sich hier ein weitere Facette. Manch ein gespieltes Riff klingt in
seiner grellen und am Ende hochgezogenen Art nach Blut aus Nord zu Zeiten von "The mystical beast of rebellion" und seinem Nachfolgealbum.
Vielmehr muss ich zu Nox occulta gar nicht sagen. Es ist
einfach schneller, greller und ein wenig rau klingender Black Metal,
der sich an altgedienten Größen wie Moonblood oder alten Deathspell Omega orientiert. Ein Klon ist Gzekhratüs
deshalb nicht. Die Gruppen dienen lediglich als Referenz. Für
Verfechter des "echten" Black Metals also ein absolutes Muss, zumal die
EP in einer Auflage von 199 Kopien erschienen ist und nicht ewig
erhältlich sein wird. Ich hoffe nur, dass Nox occulta nicht die
erste und letzte Veröffentlichung sein und bleiben wird. Mir fehlen
aktuell nämlich genau solche Gruppen, die diese Art des Black Metal ein
wenig wiederbeleben.
9/10
Aceust
01. In a forest beneath the glorious cold fullmoon
02. Descending as the stars in the night
27.03.2010
Corpus Diavolis - Revolucia | 2010 | Eigenproduktion | CD | Black Metal
Corpus Diavolis ist ein Fünfer aus Südfrankreich und beschert uns mit Revolucia ein Debütalbum vollgepackt mit satanischen Versen, Hochgeschwindigkeitsparts und jeder Menge Brutalität. Weshalb man Revolucia selbst produzieren und veröffentlichen musste, erschließt sich mir nicht. Heutzutage bekommt eigentlich jede Gruppe, die es nicht total versaut, irgendwo für ein Album auch einen Plattenvertrag und Partner. Wie dem auch sei, Corpus Diavolis hat es jedenfalls nicht versaut und stattdessen ein Album erschaffen, das riffbetont, schnell und über weite Strecken brachial daher kommt.
Satanischen Hochgeschwindigkeits-Black-Metal gab und gibt es oft, weshalb es nicht unbedingt einfach ist, eigenständig zu klingen. Corpus Diavolis ist es gut gelungen, Eigenständigkeit zu bewahren, auch wenn ich mich vereinzelt an Dark Funeral erinnert fühle. Die schnellen Lieder, mit ihrer Vielzahl an Riffs und Rhythmusangriffen sind dazu auch noch von einer abwechslungsreichen Beschaffenheit. Monotonie kommt zu keinem Zeitpunkt auf. Corpus Diavolis hat das Liedgut teilweise mit vielen Wechseln und technischen Staffeleien gespickt. Zumeist ist dies auch gut gelungen, da sich die technischen und komplexen Strukturen gut in den Spielfluss einfügen. Ab und an wird das Ganze aber dann trotzdem etwas zu verschachtelt, technisch und trocken oder auch ideenlos. Nicht jedes Riff oder Soli ist ein Volltreffer. Aber solche Momente sind klar in der Unterzahl und zerstören nicht das Gesamtwerk, welches überzeugen kann. Zudem kann sich Revolucia auch klanglich "sehen" lassen. Die Produktion ist klar und differenziert, die Spuren wurden gut abgemischt. Lediglich das Schlagwerk ertönt manchmal etwas blechern und dumpf.
Revolucia ist kein Meisterwerk aber ein mehr als anständiges Debütalbum einer noch nicht lang bestehenden Gruppe. Corpus Diavolis hat Potential und Eigenständigkeit. Wer es schnell und satanisch mag, technische Strukturen nicht scheut und auch eine gewisse Portion Melodik verträgt, kann hier also zugreifen.
6,5/10
Aceust
01. Anteros antigod
02. Lilith
03. Daemonic black scepter
04. The year is one
05. Horns of the black goat
06. Revolucia
07. Sveti razvrat
08. Nightsky orgia
http://www.corpusdiavolis.com/
25.03.2010
Cold Body Radiation - The Great White Emptiness | 2010 | Dusktone | CD | Post-Black Metal
Post-Black Metal, Shoegaze und Post-Rock ist im Zusammenhang mit diesem
Album zu lesen, dem ersten der niederländischen Einmanngruppe Cold Body Radiation.
In diesem Becken tummeln sich viele Gruppen, von denen einige
(kommerziell) überaus erfolgreich sind. Allerdings gab es aus diesem
Bereich der Musik bisher kaum eine Band, die mich richtig angesprochen
hat. Erst vor kurzem aber gelang es Sorgeldom, mich mit Inner Receivings zu überzeugen, weshalb ich vor dieser Besprechung auch sehr gespannt darauf war, ob es Cold Body Radiation ebenfalls gelingen würde.
The Great White Emptiness ist jedenfalls ein sehr wechselhaftes Album, auf dem sich die ruhigen und verträumten Post-Rock Passagen mit grellen, rohen Black Metal Strecken und Klängen abwechseln. Cold Body Radiation hantiert dabei mit großen Gegensätzen, wie schon die zwei ersten Lieder des Albums verdeutlichen. Mit dem Eingangslied Emission ist ein reines Post-Rock Stück zu hören, in dem melodische, sphärische Gitarren eine verträumte und sanfte Atmosphäre erschaffen. Das direkt folgende Lied Loss ist jedoch von Anfang an roh klingender Black Metal, der schnelle Parts und stark verzerrtes Gekeife aus der Ferne enthält. Allerdings sind auch in Loss, begleitend zum Black Metal, die Post-Rock Gitarren zu hören. Im weiteren Verlauf wird das Lied immer harmloser, da die melodischen und verträumten Arrangements deutlich zunehmen. Manchmal gelingt diese Vermischung ganz gut, vor allem dann, wenn Cold Body Radiation einen schleppenden Rhythmus auserwählte und diesen mit den sphärischen Gitarren kombiniert. Dabei entfaltet die Musik zwar keinen doomigen Sog, doch bleibt es hier trotz der lieblichen Melodik ernsthaft und geht in die richtige Richtung. Die schnellen und giftigen Passagen hingegen gefallen mir nicht so gut. In Silver gibt es zwischen sanften Post-Rock Passagen auch giftige Raserei zu hören. Ist handwerklich zwar gut gemacht, berührt mich atmosphärisch aber gar nicht.
Nun ist es ja nicht so, dass ich grundsätzlich etwas gegen Melodik habe. Ganz im Gegenteil. Wenn man das großartige melodische Potential des Post-Rocks dazu nutzt, gigantische Klangkulissen voller Melancholie und Sehnsucht mit Härte und einer gewissen Brise des Bizarren zu vermischen, können daraus wunderbare musikalische Erlebnisse entstehen. Deshalb denke ich auch, dass sich Post-Rock mit Doom Metal, Sludge und experimenteller, bizarrer Musik wesentlich besser vermischen lässt als mit Black Metal. Denn es fehlt Cold Body Radiation an tiefen, dunklen und warmen Tönen. Aber Cold Radiation Body ist halt "Shoegaze post Black Metal", und so klingt es auch. Wer verträumte Klänge in Wechselwirkung mit dünn produziertem Black Metal mag, soll hiermit sein Glück versuchen. Die Umsetzung ist ja gut und gelungen. Für meinen persönlichen Geschmack enthält das Album aber zu viel Shoegaze oder Post-Rock oder beides, ich weiß noch nicht mal worin der Unterschied liegt, falls es denn einen gibt. The Great White Emptiness ist unterm Strich jedenfalls sehr melodisch, und das auf eine freundliche, verträumte Art und Weise, die mir missfällt.
01. Emission
02. Loss
03. White light
04. Silver
05. Radiance
06. Nothing
07. Endless purity
08. The great white emptiness
The Great White Emptiness ist jedenfalls ein sehr wechselhaftes Album, auf dem sich die ruhigen und verträumten Post-Rock Passagen mit grellen, rohen Black Metal Strecken und Klängen abwechseln. Cold Body Radiation hantiert dabei mit großen Gegensätzen, wie schon die zwei ersten Lieder des Albums verdeutlichen. Mit dem Eingangslied Emission ist ein reines Post-Rock Stück zu hören, in dem melodische, sphärische Gitarren eine verträumte und sanfte Atmosphäre erschaffen. Das direkt folgende Lied Loss ist jedoch von Anfang an roh klingender Black Metal, der schnelle Parts und stark verzerrtes Gekeife aus der Ferne enthält. Allerdings sind auch in Loss, begleitend zum Black Metal, die Post-Rock Gitarren zu hören. Im weiteren Verlauf wird das Lied immer harmloser, da die melodischen und verträumten Arrangements deutlich zunehmen. Manchmal gelingt diese Vermischung ganz gut, vor allem dann, wenn Cold Body Radiation einen schleppenden Rhythmus auserwählte und diesen mit den sphärischen Gitarren kombiniert. Dabei entfaltet die Musik zwar keinen doomigen Sog, doch bleibt es hier trotz der lieblichen Melodik ernsthaft und geht in die richtige Richtung. Die schnellen und giftigen Passagen hingegen gefallen mir nicht so gut. In Silver gibt es zwischen sanften Post-Rock Passagen auch giftige Raserei zu hören. Ist handwerklich zwar gut gemacht, berührt mich atmosphärisch aber gar nicht.
Nun ist es ja nicht so, dass ich grundsätzlich etwas gegen Melodik habe. Ganz im Gegenteil. Wenn man das großartige melodische Potential des Post-Rocks dazu nutzt, gigantische Klangkulissen voller Melancholie und Sehnsucht mit Härte und einer gewissen Brise des Bizarren zu vermischen, können daraus wunderbare musikalische Erlebnisse entstehen. Deshalb denke ich auch, dass sich Post-Rock mit Doom Metal, Sludge und experimenteller, bizarrer Musik wesentlich besser vermischen lässt als mit Black Metal. Denn es fehlt Cold Body Radiation an tiefen, dunklen und warmen Tönen. Aber Cold Radiation Body ist halt "Shoegaze post Black Metal", und so klingt es auch. Wer verträumte Klänge in Wechselwirkung mit dünn produziertem Black Metal mag, soll hiermit sein Glück versuchen. Die Umsetzung ist ja gut und gelungen. Für meinen persönlichen Geschmack enthält das Album aber zu viel Shoegaze oder Post-Rock oder beides, ich weiß noch nicht mal worin der Unterschied liegt, falls es denn einen gibt. The Great White Emptiness ist unterm Strich jedenfalls sehr melodisch, und das auf eine freundliche, verträumte Art und Weise, die mir missfällt.
01. Emission
02. Loss
03. White light
04. Silver
05. Radiance
06. Nothing
07. Endless purity
08. The great white emptiness
22.03.2010
Undertow - Don't Pray To The Ashes | 2010 | Prevision Music | CD | Metal
Undertow kannte ich noch gar nicht, obwohl ich mich
mit vielen Metalsparten beschäftige. Sind schon eine Weile am Start,
die Jungs – ihr erstes Album brachten sie 1997 raus. Als gute Liveband
gelten sie nebenbei auch und das konnten sie schon neben Gruppen wie Crowbar, Katatonia, Danzig, Finntroll, Hypocrisy, Alice Cooper und vielen weiteren beweisen. Für das 6. Album wählte das deutsche Dreiergespann einen programmatischen Titel aus, Don't Pray To The Ashes
bezieht sich auf ein Zitat von Gustav Mahler, wobei ganz ähnliche auch
anderen Personen zugeschrieben werden. Sei es drum, im Falle Undertow kündet es bereits von der musikalischen Ausrichtung.
Sinngemäß geht es darum, daß Tradition nicht das Anbeten der Asche, sondern das Weitergeben des Feuers ist. Undertow meinen das gar nicht in geistiger Hinsicht, sie spielen damit eher auf metallische Traditionen an. Das hängt damit zusammen, daß sie verschiedene Stile des Metals verarbeiten und dabei auch nicht vor Modernität zurückschrecken, demzufolge also nicht bloß eingefahrenen, traditionellen Konzepten folgen. Ob das gut oder schlecht ist, liegt bekanntlich im Auge des Betrachters – viele Bands heben gerade das Traditionsbewusstsein europäischer Metaljünger hervor. Genug geschwafelt, auf zum Umriss der Musik des Trios. Verschiedenste Stilistiken innerhalb und außerhalb des Metals prägen den Einzugsbereich – Thrash Metal, Doom Metal, Hardcore und das reicht noch viel weiter. Anhaltspunkte gefällig? Offensichtlich war Crowbar der häufigste Vergleich, der zwar nicht völlig unbegründet entstand, aber man sollte Don't Pray To The Ashes nicht darauf reduzieren, Undertow als deutsche Antwort auf Crowbar zu sehen. Dem steht die Vielschichtigkeit des Albums entgegen – nicht nur der Riffgott Iommi hat seinen Einfluss hinterlassen, Drenched In Gasoline hämmert zum Beispiel an Pro Pain angelehnt aus den Boxen. Sogar eine Sitar wird in Threedouble Chime gezupft und das doomige Smoke Garden wird von einem Klavier unterstützt. Sänger und Gitarrist Joshi schafft es immer, auch seinen Gesang an die jeweilige Situation anzupassen – egal ob hart und aggressiv oder etwas ruhiger und gefühlvoll, zweiteres beweist er sogar noch in einer Akustikballade, die versteckt am Ende des Albums kommt. Als Gastsänger gewann man für Beyond Dreaming zusätzlich den Sänger von End of Green. Don't Pray To The Ashes gelingt es insgesamt, ungeachtet der Vielschichtigkeit an den richtigen Stellen eingängig zu bleiben, die Lieder brauchen nicht erst 10 Hördurchläufe, um zu zünden. Druck satt verschafft den Stücken die Studioproduktion, die selbstverständlich modern ausfällt.
Undertow zeigen auf ihrem 6. Album ihre unterschiedlichen Seiten und liefern ein starkes Brett ab. Wahrscheinlich muss man etwas über den Tellerrand blicken, um dieses Album genießen zu können. Don't Pray To The Ashes fällt auch auf unserer Seite ein wenig aus dem Raster, aber ich kann trotzdem nichts negatives über das Album sagen.
8,5/10
Der Einsiedler
01. Intro
02. The bitter taste
03. Art of falling
04. Still waiting
05. Threedouble chime
06. Smoke garden
07. Ashtray memories
08. Beyond dreaming
09. File under unexpected
10. Drenched in gasoline
Sinngemäß geht es darum, daß Tradition nicht das Anbeten der Asche, sondern das Weitergeben des Feuers ist. Undertow meinen das gar nicht in geistiger Hinsicht, sie spielen damit eher auf metallische Traditionen an. Das hängt damit zusammen, daß sie verschiedene Stile des Metals verarbeiten und dabei auch nicht vor Modernität zurückschrecken, demzufolge also nicht bloß eingefahrenen, traditionellen Konzepten folgen. Ob das gut oder schlecht ist, liegt bekanntlich im Auge des Betrachters – viele Bands heben gerade das Traditionsbewusstsein europäischer Metaljünger hervor. Genug geschwafelt, auf zum Umriss der Musik des Trios. Verschiedenste Stilistiken innerhalb und außerhalb des Metals prägen den Einzugsbereich – Thrash Metal, Doom Metal, Hardcore und das reicht noch viel weiter. Anhaltspunkte gefällig? Offensichtlich war Crowbar der häufigste Vergleich, der zwar nicht völlig unbegründet entstand, aber man sollte Don't Pray To The Ashes nicht darauf reduzieren, Undertow als deutsche Antwort auf Crowbar zu sehen. Dem steht die Vielschichtigkeit des Albums entgegen – nicht nur der Riffgott Iommi hat seinen Einfluss hinterlassen, Drenched In Gasoline hämmert zum Beispiel an Pro Pain angelehnt aus den Boxen. Sogar eine Sitar wird in Threedouble Chime gezupft und das doomige Smoke Garden wird von einem Klavier unterstützt. Sänger und Gitarrist Joshi schafft es immer, auch seinen Gesang an die jeweilige Situation anzupassen – egal ob hart und aggressiv oder etwas ruhiger und gefühlvoll, zweiteres beweist er sogar noch in einer Akustikballade, die versteckt am Ende des Albums kommt. Als Gastsänger gewann man für Beyond Dreaming zusätzlich den Sänger von End of Green. Don't Pray To The Ashes gelingt es insgesamt, ungeachtet der Vielschichtigkeit an den richtigen Stellen eingängig zu bleiben, die Lieder brauchen nicht erst 10 Hördurchläufe, um zu zünden. Druck satt verschafft den Stücken die Studioproduktion, die selbstverständlich modern ausfällt.
Undertow zeigen auf ihrem 6. Album ihre unterschiedlichen Seiten und liefern ein starkes Brett ab. Wahrscheinlich muss man etwas über den Tellerrand blicken, um dieses Album genießen zu können. Don't Pray To The Ashes fällt auch auf unserer Seite ein wenig aus dem Raster, aber ich kann trotzdem nichts negatives über das Album sagen.
8,5/10
Der Einsiedler
01. Intro
02. The bitter taste
03. Art of falling
04. Still waiting
05. Threedouble chime
06. Smoke garden
07. Ashtray memories
08. Beyond dreaming
09. File under unexpected
10. Drenched in gasoline
Drephjard - Maktdominans | 2009 | Frostscald Records | CD | Black Metal
Drephjard existiert bereits seit einigen Jahren und
alle Musiker sind auch in einigen anderen Gruppen involviert, und
dennoch ist es jetzt das erste Mal, dass ich mit Maktdominans etwas von Drephjard
zu hören bekomme. Und das was ich höre, gefällt auf Anhieb verdammt
gut! Denn das was die Norweger hier auf MCD verewigt haben, ist nichts
anderes als geradliniger, schneller Black Metal ohne wenn und aber. Die
Lieder halten überhaupt nichts überraschendes oder neues bereit, im
Gegenteil, das alles habe ich ähnlich schon gefühlte fünftausend mal
anderswo gehört, und dennoch ist Maktdominans genau mein Ding.
Der Klang ist etwas dünn und blechern, die Riffs geradlinig und
deshalb extrem einprägsam, das Tempo in der Regel hoch und der giftige
Gesang schreit und bellt bissig und extrem. Dann und wann schimmert bei
Drephjard auch noch tatsächlich der einstige
glorreiche Glanz Norwegens durch, ohne auch nur im Ansatz bei
irgendwelchen altgedienten Größen anzuklopfen. Drephjard zieht vielmehr sein Ding durch und überzeugt mich damit sofort.
Was soll ich hier noch groß rumschwärmen? Maktdominans ist eine tolle Veröffentlichung auf der alles absolut stimmig ist. Es ist nichts anderes, als einwandfrei vorgetragener norwegischer Black Metal. Mehr brauche ich nicht, zumal Maktdominans auch nach dem x-ten Durchlauf wie beim ersten Mal zündet. Wer die Veröffentlichung verpasst, ist selbst schuld.
8/10
Aceust
01. Intro
02. Rovmord
03. Maktdominans
04. Djevelsk møy
05. Pt. II
06. Kald jord
07. Slag
Was soll ich hier noch groß rumschwärmen? Maktdominans ist eine tolle Veröffentlichung auf der alles absolut stimmig ist. Es ist nichts anderes, als einwandfrei vorgetragener norwegischer Black Metal. Mehr brauche ich nicht, zumal Maktdominans auch nach dem x-ten Durchlauf wie beim ersten Mal zündet. Wer die Veröffentlichung verpasst, ist selbst schuld.
8/10
Aceust
01. Intro
02. Rovmord
03. Maktdominans
04. Djevelsk møy
05. Pt. II
06. Kald jord
07. Slag
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