19.04.2015

Tome Of The Unreplenished - Innerstanding

Tome Of The Unreplenished - Innerstanding
Tome Of The Unreplenished - Innerstanding
2015 | Black  Metal
CD / Digital | I, Voidhanger Records


TOME OF THE UNREPLENISHED ist das Soloprojekt des Zyprers Hermes, der unter anderem zuvor bei NECROSADIST tätig war. Mit dem rohen Black Metal NECROSADISTS hat sein Solodebüt „Innerstanding“ jedoch nichts zu tun. Vielmehr setzt Hermes auf Selbstverwirklichung und versucht künstlerisch sein Inneres nach außen zu kehren indem er atmosphärischen und kosmischen Black Metal spielt.

„Innerstanding“ ist folglich ein harmonisches Album, welches lange sphärische Lieder enthält und das Instrumentale in den Mittelpunkt rückt. Hermes kombiniert sphärische, hell und grell klingende Gitarrenläufe mit gelegentlichen astralen Keyboardklängen. Wenn das Tempo schnell und monoton ist, erschafft er eine raue und kalte Atmosphäre, während die langsamen Parts sehr atmosphärisch und sanft sein können.

„Innerstanding“ ist ein Wechselspiel von majestätischen, klaren Arrangements mit rauen und ruppigen Elementen.  Das Epische und Atmosphärische überwiegt jedoch. Hermes hat sich viel Zeit genommen um lange Instrumentalpassagen mit viel Melodik und Harmonie einzuspielen. Für sich genommen klingt das auch gar nicht schlecht, zumal er das Melodische nicht übertreibt, dennoch hätte ich mir mehr Kontrast gewünscht. Die bizarren oder schnellen Momente sind eben rar und so lebt das Album fast ausschließlich von den sphärischen und harmonischen Arrangements. Mir persönlich fehlt da die Spannung und so erlebe ich „Innerstanding“ über weite Strecken als zu harmlos und seicht. Dies ist schade, denn in den wenigen schnellen Schüben oder in den Parts mit Gesang, schafft es Hermes eine dichte und packende Atmosphäre zu erschaffen, die mich ein wenig an „Yearning“ von AURVANDIL erinnert.

Wer atmosphärischen Black Metal mit verträumten Melodien, sphärischen Elegien und epischen Momenten sowie kurzweiligen kontrastsetzenden Erschütterungen mag, der sollte TOME OF THE UNREPLENISHED eine Chance geben. Mir sagt das Album in seiner Gesamtheit nicht besonders zu, obgleich ich an einzelnen Parts durchaus Gefallen finde, doch das ist mir zu wenig. Ich hätte mir von Hermes mehr Mut zur Hässlichkeit, mehr Lust am Grotesken gewünscht.

1. Anima Mundi
2. Take Me To The Stars
3. Emanation Of The Purest Essence
4. Transcended Body
5. Planetary Transmissions
6. A Monument In Time
7. The Precessional March

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18.04.2015

Nyseius - De Divinatione Daemonum

Nyseius - De Divinatione Daemonum
Nyseius - De Divinatione Daemonum
2015 | Black  Metal
CD | ATMF


Das französische Trio NYSEIUS spielt auf seinem zweiten Album orthodoxen Black Metal, der eine schwedische Prägung mit überaus dezenten Einflüssen von BLUT AUS NORD und DEATHSPELL OMEGA kombiniert. Desweiteren erinnert mich der Gesang von NYSEIUS immer wieder an BEHEMOTHS 1998er Album „Pandemonic Incantations“.

„De Divinatione Daemonum“ ist in jedem Fall ein düsteres und intensives Album. Einerseits ist es überaus direkt, kompromiss- und bedingungslos, andererseits enthält es aber auch ein geringes Maß an Abwechslung. Die ist auch notwendig, denn mit einer Spielzeit von 66 Minuten ist das Album nicht gerade kurz zumal einzelne Lieder  auch gerne mal neun Minuten dauern.

Das Album enthält viele Lieder, die vor allem durch eine brachiale, teils unmenschliche Schnelligkeit auffallen. Dort hämmert das Schlagzeug wahrlich erbarmungslos und erzeugt gemeinsam mit dem morbiden Gesang eine dunkle, hasserfüllte Atmosphäre. In solchen Momenten erinnern mich NYSEIUS übrigens an „Pandemonic Incantations“. Es fehlt dann lediglich das Keyboard. Doch die Franzosen spielen nicht unentwegt geradlinig und schnell. Es gibt auch Stücke und Parts in denen das Tempo massiv gedrosselt wird, was dann gelegentlich leicht an DEATHSPELL OMEGA erinnern kann. Das eine und andere disharmonische Riff erinnert mich hingegen an die alten Sachen von BLUT AUS NORD.

NYSEIUS sind aber nur bedingt mit ihren Landsmännern zu vergleichen. Die Einflüsse sind wirklich sehr gering. Wesentlich häufiger sind da schon die Momente, wo ich an schwedische Gruppen wie WATAIN oder ONDSKAPT denken muss. Trotzdem sind NYSEIUS aber eigenständig, sofern das möglich ist. Die Franzosen haben nämlich eine eigene definitive Handschrift einfließen lassen. Diese manifestiert sich immer wieder in eigenwilligen Gitarrenläufen und Breaks, was vereinzelt gar progressiv anmuten kann. Aber solche komplexen Arrangements sind gemessen an der Geradlinigkeit rar.

Besonders gut gefallen mir NYSEIUS jedoch, wenn sie direkt und geradlinig spielen. Die schnellen und schlichten Passagen und Lieder sind von einer besonders dunklen, morbiden und hasserfüllten Atmosphäre beseelt, die ich als sehr intensiv und dicht empfinde. Dies ist sowohl dem exzellenten Gesang als auch der guten Gitarrenarbeit geschuldet. NYSEIUS wirken dann einfach nur böse, bedrohlich und auch kalt. Da die Lieder allerdings relativ lang sind, kommt es schon mal vor, dass sich der eine und andere Part etwas in die Länge zieht. An dieser Stelle muss ich noch das Schlagzeug gesondert erwähnen. Denn was da geleistet wurde grenzt an einigen Stellen wirklich ans Unfassbare und Unmenschliche. Es gibt rasende Parts, wo man nur schwerlich glauben kann, einen Menschen am am Schlagzeug zu hören.

„De Divinatione Daemonum“ ist kein leicht verdauliches Album. Es ist oftmals über weite Strecken hochgradig schnell, roh und brutal. Das ist zwar hart und bedingungslos - was mir gut gefällt, doch manchmal zieht es sich eben in die Länge. Wer auf der Suche nach schnellem Black Metal mit okkulter und satanischer Thematik ist, sollte sich aber in jedem Fall näher mit „De Divinatione Daemonum“ beschäftigen. Gut gemacht ist es definitiv und es gibt auch einige Passagen, in denen man sich von der bösartigen Heftigkeit erholen kann.

1. De Casu Diaboli
2. Extinction Of The Seven Divine Spirits
3. Job’s Revelation
4. Towards The True Light
5. Lamentation Prayers
6. Finis Terra Sancta
7. Possessor Of The Key To All Mysteries
8. Manifestation Of The Three Celestial Entities
9. Lucifer Contemplation
10. Black God Ascension

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15.04.2015

Antagoniste - The Myth Of Mankind

Antagoniste - The Myth Of Mankind
Antagoniste - The Myth Of Mankind
2015 | Black  Metal / Doom  / Sludge
CD / Digital | I, Voidhanger Records

Über die französische Band ANTAGONISTE ist nicht wirklich viel bekannt, die erhältlichen Informationen sind überaus spärlich. Mutmaßlich handelt es sich hierbei um ein Einmannprojekt, doch gesichert ist dies nicht. Bei dem Album „The Myth Of Mankind“ scheint es sich um das Debüt zu handeln.
Leicht verdaulich ist das Teil jedenfalls nicht. Wer die Veröffentlichungen von I, Voidhanger Records kennt, der weiß wie eigenwillig, obskur und düster die dort unter Vertrag stehenden Bands sind. Diese Attribute treffen auch uneingeschränkt auf ANTAGONISTE zu.

ANTAGONISTE spielen extremen und düsteren aber absolut stilübergreifenden Metal. Die Scheibe ist extrem abwechslungsreich und offenbart Black Metal, Doom, Sludge aber auch atmosphärische Element, Ambient und einen Hauch Industrial. Stellenweise gibt es überaus schnellen und brutalen Black Metal, wie im zweiten Stück „The Barren Lands“. Doch mit Direktheit hat das Ganze dennoch nichts zu tun. Die Strukturen des Liedes sind überaus komplex, technisch und verschachtelt. Das Ganze ist modern und geht schon in Richtung Avantgarde. Die schnellen Parts wirken jedenfalls trocken, steril und mechanisch. Das Schlagzeug (vermutlich ist es ein Drumcomputer) wirbelt furios und vielfältig, während es eine stimmliche Mannigfaltigkeit zu hören gibt. Der Gesang ist mal heiser und gurgelnd und eher gesprochen oder auch extrem verzerrt und harsch (was mich in „The Demiurge“ stellenweise an SOLEFALDS Debütalbum „The Linear Scaffold“ erinnert. Das alles klingt definitiv düster und lichtlos, ist aber facettenreich und komplex.

Man kann aber auch anders. Neben modernem Black Metal gibt es auch viele atmosphärische Passagen und finsteren, langsamen Doom. Wenn das Tempo gedrosselt wird, gefällt mir ANTAGONISTE wesentlich besser. Hier gelingt es viel wirkungsvoller eine konstante dichte Atmosphäre zu erschaffen. In dieser Hinsicht besonders gelungen empfinde ich „The Ritual“, welches mit langsamen, kräftigen Riffs beginnt (welche mich an TIDES erinnern) und sich kaum verändert. Irgendwann wurden noch sphärische Gitarrenläufe hinzugefügt, doch im Grunde ist das Lied monoton und ruhig aber dennoch enorm stimmungsvoll. Hier ist von der technischen Komplexität der vorangegangen Stücke überhaupt nichts zu spüren.

Direkt im Anschluss folgt „The Nihilist“, wo ANTAGONISTE eine weitere Facette seiner Vielseitigkeit offenbart. Das Stück ist mittelschnell aber treibend sowie drückend und wird wiederholend von disharmonischen, fast schon nervigen Riffs getragen. Das hat partiell einen morbiden Industrial-Anstrich, zumal irgendwann synthetische Klänge aus dem Hintergrund dazu kommen. Das Lied ist sehr beklemmend und verstörend, dabei aber eigenwillig - was ich persönlich sehr interessant finde. Definitiv elektronisch wird es in „The Ubermensch“, wo es elektronische Beats und Ambient gibt.

Ich weiß nicht so recht was ich von „The Myth Of Mankind“ halten soll. Ich habe mir das Album mehrere Male angehört und es hinterlässt mich jedes Mal ratlos. Die langsamen und dunkelatmosphärische Parts und Lieder gefallen mir gut. Hier löst sich die Komplexität zumeist auf und es herrschen schwere aber klare Harmonien vor - jedoch nicht immer. Der Black Metal, zumal wenn er schnell ist, gefällt mir hingegen gar nicht. Dann ist mir ANTAGONISTE zu modern, komplex und mechanisch. In jedem Fall muss man sich für genreübergreifenden und modernen aber durchaus extremen Metal interessieren, um an diesem Debüt Gefallen zu finden. Wer eher auf traditionelle Klänge schwört, der sollte ANTAGONISTE aber meiden.

1. The Rise Of The Lightbringer
2. The Barren Lands
3. The Demiurge
4. The Fall Of Man
5. The Ritual
6. The Nihilist
7. The Black Sun
8. The Ubermensch
9. The Wanderer

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12.04.2015

Arvas - Black Satanic Mysticism

Arvas - Black Satanic Mysticism
Arvas - Black Satanic Mysticism
2015 | Black  Metal
CD / Digital | ATMF


Die norwegische Gruppe ARVAS existiert mehr oder weniger seit rund zwei Dekaden, wobei die Historie durch eine Namensänderung und zwei Pausen gekennzeichnet ist. ARVAS ist das Kind von V-Rex, der zuletzt mit DØDSFALL sein Unwesen trieb, aber in den 90igern auch mal bei AETERNUS und ANCIENT seine Finger mit im Spiel hatte. Obwohl die Geschichte von ARVAS weit in die Geschichte des norwegischen Black Metals zurück reicht, erschien erst 2009 der erste Tonträger. Mit „Black Satanic Mysticism“ ist nun das dritte Album erschienen. Konstanz scheint kein Merkmal von ARVAS zu sein, da sich die Besetzung permanent verändert.

Auf „Black Satanic Mysticism“ spielen die Norweger abwechslungsreichen Black Metal, dem man seine skandinavische Herkunft durchaus anhört. ARVAS setzen vor allem an den Gitarren eigene Akzente. Die Riffs sind dezidiert melodisch aber nicht verspielt, bisweilen auch eisig und auch das eine und andere Soli ist zu hören. Das Tempo ist überaus variabel und geht von schleppend über mittelschnell bis hin zur furiosen Raserei. Am besten gefällt mir jedoch der bissige und grimmige Keifgesang von Sänger Hexzaldre, welcher der Band allerdings nicht mehr angehört. Schade, denn sein Organ versprüht die kalte, norwegische Atmosphäre perfekt. Gerade wenn das Tempo hoch ist und ARVAS bitterböse und aggressiv spielen, ergeben Gesang und Schnelligkeit eine angriffslustige, grimmige und kalte Atmosphäre.

Das Album ist jedoch sehr vielseitig und neben dem grimmigen norwegischen Black Metal sind auch die bereits erwähnten melodischen Gitarrenläufe und gemäßigte Tempi zu hören. Das ist nicht schlecht, zumal ARVAS durchaus interessante und eigenwillige Riffs spielen. Doch das lebendige Gitarrenspiel und die vielen rhythmischen Wechsel verwässern für meinen Geschmack jedoch die grimmigkalte Atmosphäre der harschen und schnellen Parts.

„Black Satanic Mysticism“ ist ein zweischneidiges Schwert. Wenn ARVAS hart, harsch und schnell spielen, gefallen sie mir richtig gut. Die gemäßigten und melodischen Arrangements sind hingegen nicht unbedingt mein Ding. Für meinen persönlichen Geschmack ist die Scheibe etwas zu abwechslungsreich ausgefallen.

1. Intro
2. Flames Of Black
3. Beholder Of Demons
4. Redemption Black
5. Faith Of Negatron
6. Follow The Raven
7. Consumer Of Filth
8. Path To The Fires Of Hell
9. Starlight Eclipse
10. Summoning
11. Call Of The Abyss
12. Outro

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09.04.2015

Goatblood - Adoration Of Blasphemy And War

Goatblood - Adoration Of Blasphemy And War
Goatblood - Adoration Of Blasphemy And War
2015 | Black/Death Metal
CD/Kassette/Digital | Dunkelheit Produktionen


Schon mit der 2013er Demokassette „Sadistic Body Rites“ konnte mich das Duo GOATBLOOD voll und ganz von sich überzeugen. Nun scheinen die Zwei voll durchzustarten, vor kurzem ist ein Split-Vinyl mit NUCLEAR PERVERSIONS erschienen und am 1. Mai kommt das Debütalbum. GOATBLOOD sind neben TRUPPENSTURM die deutsche Antwort auf Gruppen wie VON, BLASPHEMY, BLACK WITCHERY oder PROCLAMATION.

„Adoration Of Blasphemy And War“ enthält 15 knackige Stücke, die auf eine Gesamtlänge von 31 Minuten kommen. Das heißt, die Lieder sind kurz, bitterböse und gemein. Das Album ist ein giftiges Gebräu satanischen Black/Death Metals, wie es im Lehrbuch steht. Die tiefen Gitarren dröhnen, der kehlige Gesang knurrt und das Schlagzeug hämmert, poltert und peitscht. Wie es sich für derlei Klangterror gehört, sind die Strukturen klar und schlicht. Das Tempo variiert zwar, es gibt sogar zahlreiche mittelschnelle und vereinzelt sogar schleppende Parts, doch auf komplizierte und anspruchsvolle Spielereien wurde verzichtet. GOATBLOOD gefallen mir während der mittelschnellen Parts besonders gut, denn dort kommen die wirkmächtigen Riffs und Harmonien erst richtig zur Geltung. Die sehr dröhnenden und tieftönigen Gitarren spielen tolle düstere und morbide Melodien, die trotz des nicht besonders aggressiven Tempos überaus zerstörerisch wirken. Aber auch die schnellen Parts überzeugen mich gänzlich, stellenweise erinnern mich GOATBLOOD harmonisch und gesanglich an „Mincer“ von AGATHOCLES. Es ist die Kombination aus Riffing und barbarischer Prügelei, die punktuell in die Richtung der Belgier geht.

GOATBLOOD steigerten sich gegenüber „Sadistic Body Rites“ angenehm und blieben sich dabei strikt treu. Auch wenn der Stil an viele Gruppen, unter anderem die oben genannten, erinnert, so bewahren GOATBLOOD dennoch ein beachtliches Maß an Eigenständigkeit. Wer solch barbarischen, rohen, primitiven und satanischen Black/Death Metal mag, der wird „Adoration Of Blasphemy And War“ definitiv ebenfalls lieben. Die Scheibe ist einfach verdammt gut, gerade auch, weil sie beim genauen Hören alles andere als einfach und schlicht ist.


1.    The Appearance of the Goatloard   
2.    Sado Liquidator
3.    Animal Anal Acrobatic
4.    Arkoholocausted
5.    Eve Pisses on Adam   
6.    Deluge in Heaven   
7.    Bombing Blood
8.    Necromorph Application Point
9.    Human Waste Disposal
10.    Trident Warship
11.    Op Vulva
12.    Ascension to the South
13.    Mary Fisted Amen
14.    Trumpets of Baphomet
15.    La Chisea della Capra

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06.04.2015

Exhumation - Opus Death

Exhumation - Opus Death
Exhumation - Opus Death
2015 | Death Metal
CD | Dunkelheit Produktionen

Im vergangenen Jahr vermochten mich EXHUMATION aus Indonesien mit ihrem Debütalbum „Hymn To Your God“, welches ursprünglich bereits 2012 erschien, zu überraschen und entzücken. Nun ist der Nachfolger „Opus Death“ auf CD erschienen und EXHUMATION haben eine ordentliche Schippe drauf gelegt.

„Opus Death“ ist noch besser und noch bösartiger und noch eindringlicher als sein Vorgänger. EXHUMATION spielen dreckigen, düsteren und aggressiven Death Metal mit Einflüssen von altem Black und Thrash Metal. Da kommen einen viele Bands in den Sinn, die man im Todesblei der Indonesier zu entdecken glaubt - doch EXHUMATION holen einen dann immer wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. Denn „Opus Death“ ist einfach eine Scheibe die auf Anhieb Spaß macht, da sie absolut authentisch ist und eine sinistere Atmosphäre besitzt, die an die 80iger und auch 90iger denken lässt, als Metal noch dreckig, laut, aggressiv und extrem war. Trotz des Bezuges zur alten Schule wirken EXHUMATION aber keineswegs retro oder angestrengt oldschool. Ganz im Gegenteil: EXHUMATION spielen locker und lässig auf, so als hätten sie nie etwas anderes getan.

Ich war bereits auf dem Debüt von den tollen Riffs angetan. Diese Begeisterung können EXHUMATION auf „Opus Death“ steigern. Egal ob es thrashige Soli und Riffs wie in „Possessed“ (welches mich verdammt noch mal an NIFELHEIM erinnert) oder sägende, dreckige Riffs wie in „Ironheart“ sind, EXHUMATION verstehen es einfach hervorragend, an den Saiteninstrumenten Ekstase zu erzeugen. Obwohl „Opus Death“ zunächst dreckig und rau ist, so sind die spielerischen Feinheiten doch beachtlich und immens. Das Tempo ist zumeist hoch, dann kracht und scheppert es ordentlich, doch gibt es auch langsamere Parts, die durch eine nicht weniger dunkle und morbide Stimmung bestechen.

„Opus Death“ ist eine wunderbare Scheibe die für jeden einen Pflichtkauf darstellt, der den extremen Black/Death/Thrash Metal der 80iger und 90iger mag. Schon allein das bitterböse, aggressive aber dynamische „Soul Wanders“ am Anfang, rechtfertigt ehrlich gesagt den Erwerb.



1. Soul Wanders
2. Upon Our Hordes
3. Witching Evil
4. Possessed
5. The Sleeping Darkness
6. Graveyard Alike
7. Labyrinth Of Fire
8. Ironheart
9. Hymn Of Death
10. Lullabyss

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Mor - Lutanja Sakatoga Bespucima Samsare (Лутања сакатога беспућима самсаре)

Mor - Lutanja Sakatoga Bespucima Samsare (Лутања сакатога беспућима самсаре)
Mor - Lutanja Sakatoga Bespucima Samsare (Лутања сакатога беспућима самсаре)
2014 | Black Metal
CD | Odmetnik


Das serbische Trio MOR dürfte hierzulande wohl weitgehend unbekannt sein. Dabei existiert die Gruppe bereits seit über einer Dekade. Jedoch spart man an Veröffentlichungen und zum Jahreswechsel ist mit „Lutanja Sakatoga Bespucima Samsare“ erst das zweite Album erschienen. Wenn man an Serbien und Black Metal denkt, fallen einen zuerst THE STONE, MAY RESULT und vielleicht noch KOZELJNIK ein. Danach kommt eigentlich nichts mehr. MOR könnten daran etwas ändern, schließlich ist „Lutanja Sakatoga Bespucima Samsare“ ein überaus anständiges Album.

MOR spielen sehr interessanten und eigenständigen Black Metal, der zu meiner Überraschung gar nicht an ihre bekannten Landsmänner denken lässt, stattdessen erinnern mich Gesang und atmosphärische Arrangements häufiger an die beiden ersten Alben von MASTER’S HAMMER, während so manches eigenwillige aber gute und morbide Riff in die Richtung von LUCIFUGUM geht. MOR sind aber bei weitem nicht so experimentell und eigenwillig wie die legendären Tschechen, und die stimmliche Ähnlichkeit ist sicherlich nur ein Zufall. Dennoch ist das Spiel von MOR häufig atmosphärisch und melodisch. Das Spiel an den Gitarren ist riffbetont und es sind häufig dezent arrangierte Keyboardklänge zu hören. Diese wurden aber sehr gut eingegliedert, da die synthetischen Harmonien überaus unauffällig sind und das Dunkelharmonische behutsam betonen.

Die sieben Lieder des Albums sind aber nicht nur harmonisch und melodisch, wobei mir die Gitarrenmelodien wirklich gut gefallen. MOR arbeiteten auch das eine und andere grimmige Moment ein, gepaart mit Tempo und direktem Spiel. Doch echte Brutalität ist die Sache der Serben nicht. Im Mittelpunkt stehen harmonisch ausgefeilte Arrangements mit einer dichten und düsteren Atmosphäre.

„Lutanja Sakatoga Bespucima Samsare“ ist ein gelungenes Album, welches klanglich und spielerisch überzeugt. Es ist eine facettenreich (an den Gitarren) gespielte Scheibe die viele melodische und dunkelharmonische Momente besitzt, überdies klingen MOR angenehm osteuropäisch. Rhythmisch mag das Album womöglich etwas statisch und langweilig wirken, was meinem Empfinden nach der guten Atmosphäre aber überhaupt nicht schadet. Wer den osteuropäischen Untergrund schätzt und dunkelatmosphärische Arrangements und gute Melodien mag, der sollte MOR unbedingt probieren.  


1. Мртва вода
2. Алкохол у сурогат крви
3. Зрење јада
4. Збогом
5. Ронилац у земљу
6. Бог бивствује једино у храму
7. Црни јарац, бела врана


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04.04.2015

Auðn - Auðn



Auðn - Auðn
2015 | Black Metal
Kassette | Nebular Winter Productions

Die isländische Formation AUÐN existiert bereits seit 2010, doch erst kürzlich wurde dieses selbstbetitelte Debütalbum veröffentlicht. Das Quintett spielt atmosphärisch und melodisch aufgeladenen Black Metal, der Kälte und Grimmigkeit mit viel Abwechslung kombiniert.

AUÐN klingen einerseits sehr nordisch, die kalten atmosphärischen Arrangements haben etwas ur-skandinavisches und lassen einen an endlose Wälder und Winterlandschaften denken. Doch andererseits haben sie trotzallem etwas sehr Eigenständiges. Es gibt unheimlich viele Gruppen an die man denken könnte doch niemand klingt letztlich som, wie es AUÐN auf ihrem Debüt tun.

Die Scheibe enthält zahlreiche melodische Akustikgitarrenparts, die ich als überaus gelungen, ja geradezu hervorragend, empfinde. Sie sind sowohl spielerisch als auch atmosphärisch wunderbar und verleihen dem Black Metal eine gefühlvolle Dichte, die gut zum kraftvollen und in Teilen auch ruppigen Black Metal passt. Es sind aber nicht nur Akustikgitarren, die für melodische Momente sorgen, auch die verzerrten Gitarren spielen viele melodische Riffs. Diese sind zwar nicht immer so grandios wie an der Akustikgitarre, doch auch hier verstehen es AUÐN weitgehend, melodisch aber kalt zu spielen. Überdies ist es AUÐN gelungen, ob aller Vielfalt und Melodik keinesfalls überladen oder verspielt zu wirken, stattdessen ist alles überaus homogen, flüssig und stimmig.

Das Album ist ein dynamisches, vielschichtiges Werk.  AUÐN arbeiten mit zahlreichen Tempovariationen und neben der häufigen langsamen Parts sind auch zahlreiche Geschwindigkeitsausbrüche zu verzeichnen, die mir persönlich besonders gut gefallen. In „Feigð“ wurde etwa geradlinige Raserei mit prägnanten, eingängigen Riffs kombiniert, was eine kalte, eisige Atmosphäre zur Folge hat. In „Sífreri“ hingegen gibt es eine großartige atmosphärische sowie dezent melancholische Passage, die mich in ihrer Schönheit und Tiefe an SÓLSTAFIRS Album „Köld“ erinnert. Die schnellen und grimmigen Parts lassen mich dann mitunter an ARCKANUM denken. Wie bereits erwähnt sind dies nur punktuelle und subjektive Eindrücke, denn in der Gesamtheit ist das Debütalbum der Isländer verdammt eigenständig und nur bedingt zu vergleichen.

Das beste und längste Lied kommt dann als Letztes. Das Titellied ist knapp neun Minuten lang und beinhaltet am Anfang ein tolles atmosphärisches Arrangement, welches mich an „Diadem Of 12 Stars“ erinnert. Doch im Verlauf gibt es facettenreiche Strukturen und auch kraftvolle, erbarmungslose Raserei. Es ist ein intensives und eindringliches Lied, welches geschickt Melodik mit Atmosphäre und  Härte vermischt.

Im ersten Durchlauf fand ich das Album offen gestanden eher mäßig, da sprachen mich insbesondere die atmosphärischen Akustikgitarren an. Doch mit den weiteren Durchläufen wurde das Album schließlich immer besser und inzwischen bin ich voll von AUÐN überzeugt. Es ist ein exzellentes erstes Album, welches ich jedem ans Herz legen möchte, der an die Kraft des nordisch kalten aber atmosphärischen und melodischen Black Metals glaubt.

1. Klerkaveldi
2. Undir blóðmána
3. Sífreri
4. Feigð
5. Landvættur
6. Þjáning heillar þjóðar
7. Auðn

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https://audnofficial.bandcamp.com/ 
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