17.10.2014

Sektor - Alpha | 2014 | Rebirth The Metal Throne Productions / Satanath Records | CD | Death/Thrash Metal



SEKTOR aus Landshut ist eine noch junge Band, die erst seit 2012 besteht und nach einer Demo zurzeit auf das im Frühling veröffentlichte Debütalbum „Alpha“ zurück blickt. Laut Eigenbekunden spielen SEKTOR eingeschwärzten Death/Thrash Metal, wobei die Einflüsse des Black Metals jedoch verschwindend gering sind.

Mit „Iron Cold“ beginnt die Scheibe rasant, energisch und vielversprechend. Es ist ein schnelles Stück, welches die Stärken SEKTORS in sich vereint. Das Tempo ist hoch aber variabel und sofort erkennt man die Qualitäten des Schlagzeugers, der eine wirkliche gute Figur macht und sein Instrument überaus vielfältig und souverän bedient. Auch die Gitarristen überzeugen mit ihrem Handwerk. Das Riffing ist oftmals dezent melodisch aber dabei niemals  weichgespült oder übertrieben, was ich sehr zu schätzen weiß.

Stilistisch überwiegt auf „Alpha“ zwar der Death Metal, doch die Grenzen sind fließend und der Thrash Metal ist nahezu allgegenwärtig. „Alpha“ ist ein abwechslungsreiches und dynamisches Album. Sowohl melodisch als auch rhythmisch gibt es ein überaus breites Spektrum an Vielfalt, welches jedoch wohldosiert ist und sehr flüssig wirkt. Das Spiel an den Gitarren ist zwar immer wieder melodisch, hier und da wurde auch ein schönes Soli eingestreut, aber SEKTOR haben nicht an Härte gespart. Die Mischung aus Melodik, Riffing und Härte ist zwar nicht ganz so eindringlich und energisch wie etwa bei DEFLESHED, an welche mich SEKTOR zuweilen erinnern, doch geht das Ganze durchaus in die Richtung der Schweden.

Musikalisch ist „Alpha“ eine überzeugende Angelegenheit. SEKTOR verstehen ihr Handwerk, jedoch gefällt mir der Gesang leider nicht. Der oftmals heiser klingende Schreigesang trifft einfach nicht meinen Geschmack und wirkt deshalb manchmal etwas anstrengend. An der musikalischen Leistung ändert dies jedoch nichts und über Geschmack lässt sich vortrefflich streiten. „Alpha“ ist somit ein mehr als solides Debütalbum und ein absolut gelungener Einstand. Wer eine riffbetonte und dynamische Mischung aus Thrash  und Death Metal  mag, sollte die Landshuter also durchaus probieren.


01. Iron Cold
02. The Question
03. Monster
04. A Fire Burns
05. The Takeover
06. Interlude
07. Social Predator
08. The Rage
09. Awakening
10. Ritual

http://www.rebirththemetal.de.vu/
http://www.satanath.com/

16.10.2014

Luciferum Penis - Black Metal Satani-Cum | 2014 | Eigenproduktion | CD/Digital | Black Metal



LUCIFERUM PENIS sind ein italienisches Duo, welches wohl seit 1999 existiert. Die Demo „Black Metal Satani-Cum“ wurde bereits 2006 aufgenommen und 2014 neu gemastert und veröffentlicht. LUCIFERUM PENIS geben sich geheimnisvoll und satanisch.

Musikalisch sind die Italiener allerdings nur etwas für die wirklich Hartgesottenen, für Liebhaber primitiven und rohen Black Metals. Die fünf Lieder sind recht simpel gehalten und auch der Klang ist roh und rauschend. Das Schlagzeug poltert und peitscht simpel, während die Riffs dezente Melodien offenbaren und der Gesang stark verzerrt und geschrien wird. Man könnte das Ganze als räudigen und rumpeligen Black Metal abtun, was es einerseits auch ist, doch das ist nicht alles. Trotz aller Einfachheit gefallen mir LUCIFERUM PENIS. Nämlich dann, wenn der radikale und hasserfüllte Keifgesang auf dezente, kalte Melodien trifft. Dann erinnern mich die LUCIFERUM PENIS an Gruppen wie GOATREICH 666. Melodisch sind die zwei Italiener gar nicht so verkehrt, gibt es doch immer wieder kalte oder melancholische Riffs und Melodien die eine Atmosphäre ausbreiten. Andernorts wirken sie teilweise hochgradig aggressiv und gestört, was mir ebenfalls zusagt. Ebenso gibt es aber auch Parts die doch arg simpel und stark verbesserungswürdig sind.

„Black Metal Satani-Cum“ ist roher und hasserfüllter Black Metal ausschließlich für Liebhaber, alle anderen brauchen sich hiermit gar nicht erst zu befassen.

1. Sermon
2. Black Metal Satani-Cum
3. In The Mouth Of The Nun
4. Aarmon (Mortyrknir Tribute)
5. Midnight Copula

13.10.2014

Roadkill XIII - Triskaidekaphobia | 2014 | Rebirth The Metal Productions | CD | Death / Thrash Metal



Die deutsche Formation ROADKILL XIII geistert bereits seit 2002 durch den Untergrund und im Mai erschien mit „Triskaidekaphobia“ das zweite Album. Der Begriff „Triskaidekaphobia“ bedeutet die abergläubische Angst vor der Zahl 13, was natürlich ein schöner Name für ein Album von einer Band mit solch einem Namen ist.

„Triskaidekaphobia“ ist acht Lieder Stark und beinhaltet ein treibendes und packendes Gemisch aus Thrash Metal und Death Metal. Welcher Stil gerade überwiegt ist oftmals gar nicht so leicht auszumachen, was meiner Meinung nach für die Qualität der Band spricht. ROADKILL XIII spielen einfach direkt geradeaus, was sich oftmals in schnellen und stampfenden Rhythmen, einem dreckigen Gesang und zahlreichen Riffs äußert. Doch ROADKILL XIII sind nicht nur schnell und brutal, im Gegenteil. Immer wieder sind auch düstere und schleppend bis mittelschnelle Passagen und Lieder zu hören, die trotz des gedrosselten Tempos mächtig Dampf haben. „Exitus Letalis Yersinia Pestis“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man trotz einer angezogenen Handbremse schön druckvoll und unheilvoll aufspielen kann. Doch Schnelligkeit ist wesentlich häufiger zu hören, und dann erinnern mich ROADKILL XIII an die Amerikaner ENGRAVE und deren  1998er Album „The Rebirth“. Ich habe keine Ahnung ob die Scheibe heute noch jemand kennt, doch ROADKILL XIII spielen einfach ähnlich auf, gerade die Kombination aus trockenem Gesang und schwungvollem Riffing ist vergleichbar.

„Triskaidekaphobia“ ist eine feine und druckvolle Scheibe die jede Menge Spaß macht. Der Gesang ist dreckig, das Riffing melodisch und abwechslungsreich und das Tempo variabel, aber überwiegend schnell. Das Album hat für mich keine erkennbaren Schwächen und überdies gefällt mir die relative Eigenständigkeit. Bis auf die zufällige Ähnlichkeit zu ENGRAVE haben mich ROADKILL XIII schön eigenständig unterhalten.


1. Hunt And Kill
2. Swarm Of Rats
3. Quintessence Of Fire
4. No Salvation
5. Downfall
6. Exitus Letalis Yersinia Pestis
7. Purblind Gods
8. Inferno

Suicide Of Disaster - Evisceration Of Pregnant Abdomen | 2014 | Rebirth The Metal Productions | CD | Death Metal



SUICIDE OF DISASTER sind ein indonesisches Trio, welches seit 2010 existiert und im vergangenen Jahr mit einer EP debütierte. In diesem Jahr folgte dann mit „Evisceration Of Pregnant Abdomen“ das erste Album. Das Cover lässt es natürlich vermuten: SUICIDE OF DISASTER sind Freunde des Splatters und entsprechend ist auch der Death Metal.

„Evisceration Of Pregnant Abdomen“ ist ein gutturales, röchelndes, stampfendes, peitschendes und böses Album. Der Gesang gleicht einem tiefen und brodelndem Geröchel und Gegurgel, während das Schlagzeug poltert, zischt und peitscht. SUICIDE OF DISASTER machen absolut nichts Neues, unzählige Armadas haben sich im Gore Death Metal ausgetobt, und nun sind eben die drei Indonesier an der Reihe. Auch wenn das Album nichts Neues oder Überraschendes enthält, so ist es dennoch eine CD, die einfach Spaß macht. Mir gefällt der konsequent lärmende Charakter. Der Klang ist alles andere als perfekt und überproduziert, was dem Death Metal von SUICIDE OF DISASTER meiner Meinung nach einen besonderen Charme verleiht. Vor allem das Schlagzeug hat einen teilweise blechernen Klang, die Becken sind häufig und ausgiebig zu hören, so dass es ordentlich zischt und mich gemeinsam mit dem Gesang ein wenig an die Demos von WORMED erinnert.

Spielerisch erweist sich das Album als relativ vielfältig. Die kurzen Lieder sind sowohl rasend schnell und brutal als auch schleppend und mittelschnell. Dabei kann es geradlinig und direkt zu gehen als auch technisch, abrupt und abgehackt. Kurzweilige technische Komplexität wird stets durch dunkelharmonische Riffs oder geradlinige Geschwindigkeitsausbrüche aufgelöst. Diese kurzweiligen dunkelharmonischen Riffs erinnern mich stellenweise an LYMPHATIC PHLEGM.

„Evisceration Of Pregnant Abdomen“ ist eine interessante Scheibe für alle jene, die sich für derlei Gore Death Metal begeistern. Auch wenn mich die Scheibe spielerisch und klanglich anspricht, so empfinde ich die Lautstärke der Gitarre stellenweise als etwas zu leise. Gerade während der schnellen Parts geht die Gitarre im Klanggemisch aus Gesang und Schlagwerk unter, was ich etwas schade finde. Doch dies tut dem insgesamt positiven Eindruck, den die Indonesier bei mir hinterlassen, keinen Abbruch.

01. Chainsaw Guttural
02. Dissection Virgin Hole
03. Aroma Vagina Membusuk
04. Otopsi Ogan Babi
05. Emasculate Prostitue
06. Excision Repulsive Entrails
07. Gestational Trophoblastic
08. Gastrosophageal Reflux
09. Show Me Your Cunt (Cuntopsy Cover)
10. Prostatic Hyperplasia
11. Presevation Cerebrum

09.10.2014

Blut Aus Nord - Memoria Vetusta III - Saturnian Poetry | 2014 | Debemur Morti | CD/Vinyl | Black Metal



Anhänger von BLUT AUS NORD können sich freuen, am 10. Oktober gibt es ein neues Album der Franzosen. Zwei Jahre nachdem man die 777-Trilogie abschloss, folgt nun mit „Memoria Vetusta III - Saturnian Poetry“ ein weiterer, anderer dritter Teil. Musikalisch gehen BLUT AUS NORD damit ein paar Schritte in ihrer eigenen Historie zurück. Denn das neue Album verbindet musikalisch Altes mit Neuem. Wer BLUT AUS NORD erst seit der 777-Trilogie kennt, wird womöglich enttäuscht sein. Deren progressiven und gesangsarmen, aber sehr atmosphärischen und langsamen Elemente, sind einer altbekannten, ebenfalls progressiven, doch teils schnellen und rohen Art gewichen.

Nach der obligatorischen Einleitung beginnen BLUT AUS NORD mit dem Stück „Païen“ verdammt stark. Es sind ein schnelles Schlagwerk und tolle Gitarrenmelodien zu hören, was teilweise atmosphärisch in die Richtung der beiden großartigen Alben „The Mystical Beast Of Rebellion“ und „The Work Which Transforms God“ geht. „Païen“ ist zwar nicht ganz so roh, besitzt aber sehr kalte und grimmige Passagen. Überdies ist es aber auch ein verdammt melodisches Lied, die Gitarren stehen eigentlich nie still, immerzu gibt es Riffs und Melodien, mal offen und direkt, mal dezent und im Hintergrund. An anderen Stellen wird es gar ein wenig episch und kurzweilig sind Klargesänge zu hören. Derlei Vielfalt lässt sich auf dem gesamten Album finden.

Leider ist „Païen“ aber auch das beste Lied des Albums. Hier funktioniert diese Vielfalt noch für mich. In den restlichen Liedern ist mir zu viel los, denn diese immense und kompakte Fülle bleibt erhalten. BLUT AUS NORD präsentieren sich insgesamt unerhört melodisch, wobei Melodik für die Franzosen ja nichts Neues ist. Gute Melodien und Harmonien mit Tiefgang gehören von Anfang zum Geschäft der Band, jedoch haben sie es für mich diesmal einfach etwas übertrieben.  Das ist schade, denn es gibt teilweise sehr rohe und energische Momente; das Album ist gekennzeichnet durch stets wiederkehrende schnelle und peitschende Parts, jedoch sind diese eindringlichen und aggressiven Momente niemals von Dauer und werden für mich letztlich durch das hohe Maß an Melodik und Atmosphäre zunichte gemacht.

Interessant ist „Memoria Vetusta III - Saturnian Poetry“ aber allemal, denn es deckt das gesamte bisherige Schaffen der Band ab. Wenn man genau hinhört, lässt sich von jedem der zehn zuvor veröffentlichten Alben etwas wiederfinden. BLUT AUS NORD haben öfters etwas Neues gewagt und ihren Stil entsprechend verändert. Mir sind BLUT AUS NORD in ihrer ‚mittleren Ära‘, die 2001 mit „Mystical Beast Of Rebellion“ anfing und 2007 mit „Odinist – The Destruction Of Reason By Illumination“ endete, am liebsten. Mit allem was davor und danach kam, hadere ich ein wenig. Wirklich schlecht waren die Franzosen nie und ihre Werke sind immer anspruchsvoll gewesen, BLUT AUS NORD verstehen ihr Handwerk zweifelsohne.

Mir ist „Memoria Vetusta III - Saturnian Poetry“ in seiner Gesamtheit zu melodisch und darin auch nochz zu kompliziert und komplex. Daran ändern auch die teils monoton rasenden Parts nichts, die mir gut gefallen und die geschickt eine archaische Rohheit mit graziler Eleganz und Melodik verbinden. Dennoch: Wem das Schaffen von BLUT AUS NORD bisher gefiel, der wird sich über „Memoria Vetusta III - Saturnian Poetry“ freuen. Für mich ist es nicht die beste Veröffentlichung der Band, aber eine der besseren außerhalb meiner ‚Lieblingsära‘.


1. Prelude
2. Païen
3. Tellus Mater
4. Forhist
5. Henosis
6. Metaphor Of The Moon
7. Clarissima Mundi Lumina