Über TAL‘SET ist nur sehr wenig bekannt. Es handelt sich hierbei um eine italienische Gruppe, die mit dem Album La Via Del Guerriero
debütiert. Thematisch geht es auf dem Album um die Schriften von
Carlos Castaneda, der sich wiederum intensiv mit den Indianern Mexikos
beschäftigte. Damit dürfte sich auch das Cover erklären lassen. Dies
ist aber auch nur eine Nebeninformation, da man die italienischen Texte
nicht versteht und sich diese esoterischen oder schamanischen Einflüsse
in der Musik vor allem in instrumentalen Passagen finden kann. TAL’SET
spielen hier ziemlich modernen und abwechslungsreichen sowie
genreübergreifenden Metal. Die Band soll wohl stark durch
psychedelischen Rock der 1970iger beeinflusst sein und für Freunde von
DEATHSPELL OMEGA, SPITE EXTREME WING, ENSLAVED und THE DEVIL’S BLOOD
geeignet sein. Dazu kann ich nicht viel schreiben, bis auf DEATHSPELL
OMEGA kenne ich die besagten Gruppen kaum, und selbst bei DEATHSAPELL
OMEGA bin ich nur mit den älteren Sachen bewandert. Wie dem auch sei,
TAL’SET sind also modern orientiert.
Nach der kurzen Einleitung erklingt sogleich das Titellied,
welches durch kraftvolle, rockige Riffs und partiellem Klargesang
auffällt. Es ist rhythmisch als auch rifftechnisch ein ziemlich
technisches Stück, das auf mich wie eine Mischung aus Death Metal und
Hardcore wirkt. Zwischendurch gibt es melodische Einsprengsel, in denen
wohl so etwas wie eine Panflöte zu hören ist, was wohl auf die Indianer
verweisen soll. Das Titellied ist für meine Ohren sehr
gewöhnungsbedürftig, was gerade auch an dem italienischen, an Hardcore
erinnernden, Gesang liegt. Kombiniert mit der technischen Ausrichtung
wirkt das Lied sehr modern. Das nachfolgende Inteno beginnt sehr erhaben, Fanfarenklänge ertönen und es wirkt dadurch wie Neo-Folk, doch währt diese Einleitung nicht lange und Inteno
entwickelt sich zu einem riffbetonten, rhythmisch vielfältigen Lied in
dem der Gesang erneut in die Richtung Hardcore geht. Im letzten
Drittel wird es wieder folkig, da fanfarengleiche Klänge und
Akustikgitarre ertönen - was mir bisher an der Scheibe übrigens am
besten gefällt. Ihr merkt schon, es ist eine schwierige Platte, deren
Zugang mir bisher verwehrt bleibt. Dies ändert sich auch nicht mit Mescal. Mescal
ist eine sehr ruhige, atmosphärische und harmonische Komposition, die
verspielte Gitarrenmelodien, und an Wind erinnernde Geräusche bietet,
was ein wenig an HAGALAZ‘ RUNEDANCE erinnert. Herr Castaneda lässt wohl
grüßen. Da kommt dann aber das eher harsche Puno d'Unione,
in dem phasenweise verzerrter Gesang zu hören ist. Zudem gibt es hier
auch mal schnelle Tempi zu hören. Das Lied wirkt aber trotzdem nicht
sonderlich hart, die Riffs und auch der Gesang sind zu modern, zu
unstet. Dazu passt dann auch die ausladende Keyboardbegleitung im
Mittelteil.
Wenn man die Platte bis hierher gehört hat, weiß man auch wie es
mit dem Rest weitergeht. TAL’SET ändern ihren Stil nicht mehr. Es
wechseln sich moderne metallische Lieder mit ruhigen Liedern und
Passagen ab, in denen oft Akustikgitarre und andere liebliche
Arrangements zu hören sind. Es gibt sehr viel Abwechslung auf der
Scheibe, und durchaus auch mal den einen und anderen guten Part. Doch
in der Summe gibt es für meinen Geschmack viel zu viel Abwechslung,
viel zu viel unterschiedliches. Meiner Meinung nach funktioniert die
Vermischung von Hardcore, Death Metal, Black Metal, Rock und folkigen
sowie ethnischen Klängen einfach nicht. Mag sein dass ich dafür zu
engstirnig bin und mal wieder einen Trend verpenne, aber empfehlen kann
ich das Teil beim besten Willen nicht. Aber ich fand auch THE DEVIL’S
BLOOD damals als sie herauskamen nicht gut und heute sind sie extrem
angesagt und erfolgreich. Wer moderne und stilübergreifende Musik mag,
die sehr unterschiedliche Elemente beinhaltet, kann TAL’SET mal
probieren, aber bitte mit Vorsicht.
4/10
Aceust
01. Il vecchio alla stazione
02. La via del guerriero
03. Inteno
04. Mescal
05. Puno d'Unione
06. Gli atlantidi di tula
07. Follia controllata
08. Fermare il mondo
09. Fuoco dal profondo
10. Al di là dell'aquila
11. L'ultima danza
06.08.2012
Goatpsalm - Erset La Tari | 2012 | Aesthetic Death | CD | Funeral Black Doom
Für die russische Formation GOATPSALM ist die jüngst erschienene Platte Erset La Tari
mittlerweile schon die zweite Veröffentlichung und alle Freunde
düsterer und obskurer Gruppen wie etwa ABRUPTUM dürfen sich freuen.
GOATPSALM wurde 2009 gegründet und besteht aus drei Musikern, von denen
zumindest Sadist (u. a. MISANTHROPIC ART, SS-18) einigen
Interessierten bekannt sein dürfte.
Erset La Tari besteht aus drei Liedern die gemeinsam auf eine Spielzeit von über 45 Minuten kommen. Dabei fungiert Bab Illu quasi als Überleitung, welche das Album in zwei Hälften aufteilt. Die erste Hälfte, namentlich Utuk Xul, ist ein langes, zähes und überaus düsteres Lied in dem GOATPSALM eine obskure, unheimliche Mischung aus Dark Ambient, Black Metal, Funeral Doom und Death Industrial zusammengebraut haben. Synthetische Klänge, langsame Riffs und eine verzerrt flüsternde Stimme erschaffen einen von Anfang an atmosphärischen sowie fesselnden Klangraum, dessen dunkle Faszination durchaus in Richtung ABRUPTUM oder BLACK PENTECOST geht. Auch wenn in Utuk Xul nicht viel passiert, sich die Riffs und Klänge und Töne stetig wiederholen, wird das 20 Minuten andauernde Lied nicht langweilig. Verschiedene Intensitäten und Lautstärken runden diese morbide und finstre Klangarchitektur ab, zumal sich die bleierne Schwere und Dunkelheit am Ende noch steigert. Auf dieses wunderbare Stück dunkler, ritueller Musik folgt dann das kurze Bab Illu, das im Gegensatz zu Utuk Xul durch die helle Klargitarre beinahe schon freundlich und lieblich wirkt. Lediglich die latente Begleitung monotoner Ambientklänge lässt die Negativität erahnen.
Das nachfolgende und abschließende Under The Trident Of Ramanu dauert zwar auch 20 Minuten, verfolgt aber zunächst einen gänzlich anderen Weg als die erste Hälfte des Albums. Während Utuk Xul mehr oder weniger nur eine Aneinanderreihung von einzelnen Klängen, Tönen und Geräuschen war, gibt es in der zweiten Hälfte echte Liedstrukturen mit Schlagwerk, Rhythmus und Gesang. Das Schlagwerk ertönt scheppernd und blechern, bleibt schleppend und die Saiteninstrumente haben einen grellen, dünnen und flirrenden Klang. Der Gesang ist langsam und ruhig, aber schön kehlig und zeitweise auch etwas heiser. Under The Trident Of Ramanu hat einen melodischen, atmosphärischen Charakter, dessen Melodik aber stark limitiert ist und phasenweise gar eine erhabene, majestätische Atmosphäre aufbaut. Im Mittelteil verändert sich das Lied allerdings zunehmend und düstere, gequält wirkende Riffs, morbide Stimmen und Ambient und Noise dominieren nun das Geschehen. Mit einem Mal ist jegliche, zuvor aufgebaute atmosphärische Entspannung dahin und GOATPSALM zelebrieren klangliche Schwärze, die roh, ungeschliffen und gemein ist.
Erset La Tari ist eine überaus angenehme und interessante Veröffentlichung, die drei sehr unterschiedliche Lieder besitzt. Gerade auch diese Unterschiedlichkeit macht das Album so gut. GOATPSALM erschaffen so eine verstörende und morbide Reise durch eigens erschaffene rituelle Klangwelten. Einfach gut, zumal mir auch der reduzierte Aufbau gut gefällt. Es gibt nicht zu viel zu hören, die Umsetzung ist nicht unbedingt minimalistisch, geht aber in die Richtung „weniger ist mehr“. Wer also düstere, obskure Musik mag, sollte Erset La Tari in keinem Fall verpassen!
8/10
Aceust
01. Utuk Xul
02. Bab Illu
03. Under the trident of Ramanu
Erset La Tari besteht aus drei Liedern die gemeinsam auf eine Spielzeit von über 45 Minuten kommen. Dabei fungiert Bab Illu quasi als Überleitung, welche das Album in zwei Hälften aufteilt. Die erste Hälfte, namentlich Utuk Xul, ist ein langes, zähes und überaus düsteres Lied in dem GOATPSALM eine obskure, unheimliche Mischung aus Dark Ambient, Black Metal, Funeral Doom und Death Industrial zusammengebraut haben. Synthetische Klänge, langsame Riffs und eine verzerrt flüsternde Stimme erschaffen einen von Anfang an atmosphärischen sowie fesselnden Klangraum, dessen dunkle Faszination durchaus in Richtung ABRUPTUM oder BLACK PENTECOST geht. Auch wenn in Utuk Xul nicht viel passiert, sich die Riffs und Klänge und Töne stetig wiederholen, wird das 20 Minuten andauernde Lied nicht langweilig. Verschiedene Intensitäten und Lautstärken runden diese morbide und finstre Klangarchitektur ab, zumal sich die bleierne Schwere und Dunkelheit am Ende noch steigert. Auf dieses wunderbare Stück dunkler, ritueller Musik folgt dann das kurze Bab Illu, das im Gegensatz zu Utuk Xul durch die helle Klargitarre beinahe schon freundlich und lieblich wirkt. Lediglich die latente Begleitung monotoner Ambientklänge lässt die Negativität erahnen.
Das nachfolgende und abschließende Under The Trident Of Ramanu dauert zwar auch 20 Minuten, verfolgt aber zunächst einen gänzlich anderen Weg als die erste Hälfte des Albums. Während Utuk Xul mehr oder weniger nur eine Aneinanderreihung von einzelnen Klängen, Tönen und Geräuschen war, gibt es in der zweiten Hälfte echte Liedstrukturen mit Schlagwerk, Rhythmus und Gesang. Das Schlagwerk ertönt scheppernd und blechern, bleibt schleppend und die Saiteninstrumente haben einen grellen, dünnen und flirrenden Klang. Der Gesang ist langsam und ruhig, aber schön kehlig und zeitweise auch etwas heiser. Under The Trident Of Ramanu hat einen melodischen, atmosphärischen Charakter, dessen Melodik aber stark limitiert ist und phasenweise gar eine erhabene, majestätische Atmosphäre aufbaut. Im Mittelteil verändert sich das Lied allerdings zunehmend und düstere, gequält wirkende Riffs, morbide Stimmen und Ambient und Noise dominieren nun das Geschehen. Mit einem Mal ist jegliche, zuvor aufgebaute atmosphärische Entspannung dahin und GOATPSALM zelebrieren klangliche Schwärze, die roh, ungeschliffen und gemein ist.
Erset La Tari ist eine überaus angenehme und interessante Veröffentlichung, die drei sehr unterschiedliche Lieder besitzt. Gerade auch diese Unterschiedlichkeit macht das Album so gut. GOATPSALM erschaffen so eine verstörende und morbide Reise durch eigens erschaffene rituelle Klangwelten. Einfach gut, zumal mir auch der reduzierte Aufbau gut gefällt. Es gibt nicht zu viel zu hören, die Umsetzung ist nicht unbedingt minimalistisch, geht aber in die Richtung „weniger ist mehr“. Wer also düstere, obskure Musik mag, sollte Erset La Tari in keinem Fall verpassen!
8/10
Aceust
01. Utuk Xul
02. Bab Illu
03. Under the trident of Ramanu
Cold Body Radiation - Deer Twilight | 2012 | Dusktone | CD | Post-Black Metal
Zwischen dem Debütalbum The Great White Emptiness und dem aktuellen Nachfolger Deer Twilight
liegt gerade mal ein gutes Jahr. Große Veränderungen sind also vorab
ausgeschlossen, was den Einen freuen mag, den Anderen aber Missmut
macht. Mir gefiel bereits das Debüt nicht sonderlich. Ich kann mit
dieser atmosphärischen Vermischung von Black Metal und verträumtem
Shoegaze/Post-Rock nur bedingt etwas anfangen. Unglücklicherweise ist Deer Twilight
hochgradig geprägt von langen verzerrten und Hall unterlegten
Gitarrenläufen, die in der Tat verträumt und fern, sphärisch und
natürlich atmosphärisch sind. Dieser Logik folgend erweist sich Deer Twilight
als ein ruhiges Album, da verwundert es auch nicht, dass erst im
dritten Lied Gesang zu hören ist. Dieser ist sehr stark verzerrt und
wurde relativ leise abgemischt - sodass er manchmal nur noch wie ein
Rauschen im Klangmeer aus melodischer Gitarre und sphärischem Hall
wirkt. Hier trifft nun melodische Fröhlichkeit auf kehlgewordene
Depression. Viel interessanter als diese musikalische Darbietung ist
hingegen die technische Produktion des Albums. Diese ist nämlich nicht
gerade meisterlich. Auf der einen Seite fehlen tiefe Töne und Bässe, auf
der anderen Seite sind die Gitarren zu grell, was auch gleichermaßen
auf den Gesang zutrifft. Der Klang kommuniziert etwas tristes und
trostloses, weshalb er, so mutmaße ich, durchaus gewollt sein könnte.
Jedenfalls trifft der Klang jenes, was ich mir unter solcherlei Musik
vorstelle.
Ein guter und geschulter Rezensent weiß auch, dass man in einer solchen Kritik den Vergleich zu Alcest und Konsorten ziehen muss! Es ist unabdingbar! Dummerweise kann ich den Vergleich trotz meines Wissens um diese grundlegende Essenz nicht machen, da ich die Musik von Alcest und Anhang nicht wirklich kenne. Hiermit möchte ich Cold Body Radiation und das neue Album Deer Twilight auch nicht schlecht schreiben. Es wird sicherlich seine Berechtigung haben, immerhin ist diese moderne Spielart ja schwer angesagt, und es gibt ja auch durchaus ansprechende Melodien auf der Platte. Allerdings muss man wohl Post-Black Metal mitsamt seinen undurchsichtigen Ablegern der Shoegaze-Fraktion mögen, um hierin etwas ansprechendes zu finden. Ich finde das Album jedenfalls unsäglich langweilig. Anmerken möchte ich aber noch, dass mir Deer Twilight besser gefällt als sein Vorgänger. Immerhin ist es Cold Body Radiation gelungen, nicht mehr so aufdringlich und aufgesetzt zu wirken. Die Kompositionen und Arrangements sind subtiler, der Klang vereinheitlichend - was für meine Ohren insgesamt zu einer homogeneren Ausstrahlung und Atmosphäre als auf The Great White Emptiness führt. Deshalb ist das Album wohl jenen durchaus zu empfehlen, die am Vorgänger schon Gefallen hatten.
01. Deer twilight
02. Make believe
03. The night reveals
04. Shimmer
05. A change of piece
06. Concept of forever
07. Yes, maybe the stars
Ein guter und geschulter Rezensent weiß auch, dass man in einer solchen Kritik den Vergleich zu Alcest und Konsorten ziehen muss! Es ist unabdingbar! Dummerweise kann ich den Vergleich trotz meines Wissens um diese grundlegende Essenz nicht machen, da ich die Musik von Alcest und Anhang nicht wirklich kenne. Hiermit möchte ich Cold Body Radiation und das neue Album Deer Twilight auch nicht schlecht schreiben. Es wird sicherlich seine Berechtigung haben, immerhin ist diese moderne Spielart ja schwer angesagt, und es gibt ja auch durchaus ansprechende Melodien auf der Platte. Allerdings muss man wohl Post-Black Metal mitsamt seinen undurchsichtigen Ablegern der Shoegaze-Fraktion mögen, um hierin etwas ansprechendes zu finden. Ich finde das Album jedenfalls unsäglich langweilig. Anmerken möchte ich aber noch, dass mir Deer Twilight besser gefällt als sein Vorgänger. Immerhin ist es Cold Body Radiation gelungen, nicht mehr so aufdringlich und aufgesetzt zu wirken. Die Kompositionen und Arrangements sind subtiler, der Klang vereinheitlichend - was für meine Ohren insgesamt zu einer homogeneren Ausstrahlung und Atmosphäre als auf The Great White Emptiness führt. Deshalb ist das Album wohl jenen durchaus zu empfehlen, die am Vorgänger schon Gefallen hatten.
01. Deer twilight
02. Make believe
03. The night reveals
04. Shimmer
05. A change of piece
06. Concept of forever
07. Yes, maybe the stars
Ebon Lore - Wisdom Of The Owl | 2012 | Nordvis Produktion | CD | Neo-Folk
EBON LORE ist das neue Soloprojekt von LUSTREs Nachtzeit. Ebenso wie LUSTREs neues Werk
Of Strength And Solace ist auch Wisdom Of The Owl
eine überaus ruhige und entspannende Veröffentlichung. Allerdings ist
der musikalische Weg ein gänzlich anderer. Während LUSTRE für Ambient
Black Metal steht, steht EBON LORE für minimalistischen Neo-Folk.
Die vier Lieder umfassende Scheibe kommt nahezu ausschließlich mit leise und gedämpft eingesungenem Gesang sowie Akustikgitarre aus. Im ersten Lied The Owl ist anstatt der leisen Stimme eine stark verzerrte Stimme zu hören, die kratzig und roh ist, aber einen sehr interessanten Kontrast zur überaus ruhigen Gitarre darstellt. Der Gesang wirkt verstörend, das liebliche Neo-Folk-Gitarrenspiel hingegen ist sanft, behutsam und freundlich, sodass eine interessante Atmosphäre entsteht, die durchaus bipolar oder ambivalent sein kann. Die beiden nachfolgenden Titel Flying und Woods kommen ohne diese verzerrte Stimme aus, sind aber nicht weniger gut, auch wenn ihnen durch das Fehlen das Obskure fehlt. Dafür sind die sonor, schön, ruhig und unaufdringlich. Das Gitarrenspiel ist gut, die Melodik überaus ansprechend und der atmosphärische Faktor vereinnahmend.
Wisdom Of The Owl ist eine sehr schöne überaus ruhige und entspannte Veröffentlichung, die trotz der gänzlich anderen Musik durchaus mit Of Strength And Solace zu vergleichen ist, wenn man die Stimmungen, das Ruhige und das Tiefe in beiden Veröffentlichungen betrachtet. Wer ruhigen Neo-Folk mag, kann sich also auf den 22. April freuen, denn dann wird diese Debütveröffentlichung erhältlich sein. Bis dahin kann man sich bei Soundcloud immerhin das Lied The Owl anhören.
01. The owl
02. Flying
03. Woods
04. Epilogue
http://www.nordvis.com/
Of Strength And Solace ist auch Wisdom Of The Owl
eine überaus ruhige und entspannende Veröffentlichung. Allerdings ist
der musikalische Weg ein gänzlich anderer. Während LUSTRE für Ambient
Black Metal steht, steht EBON LORE für minimalistischen Neo-Folk. Die vier Lieder umfassende Scheibe kommt nahezu ausschließlich mit leise und gedämpft eingesungenem Gesang sowie Akustikgitarre aus. Im ersten Lied The Owl ist anstatt der leisen Stimme eine stark verzerrte Stimme zu hören, die kratzig und roh ist, aber einen sehr interessanten Kontrast zur überaus ruhigen Gitarre darstellt. Der Gesang wirkt verstörend, das liebliche Neo-Folk-Gitarrenspiel hingegen ist sanft, behutsam und freundlich, sodass eine interessante Atmosphäre entsteht, die durchaus bipolar oder ambivalent sein kann. Die beiden nachfolgenden Titel Flying und Woods kommen ohne diese verzerrte Stimme aus, sind aber nicht weniger gut, auch wenn ihnen durch das Fehlen das Obskure fehlt. Dafür sind die sonor, schön, ruhig und unaufdringlich. Das Gitarrenspiel ist gut, die Melodik überaus ansprechend und der atmosphärische Faktor vereinnahmend.
Wisdom Of The Owl ist eine sehr schöne überaus ruhige und entspannte Veröffentlichung, die trotz der gänzlich anderen Musik durchaus mit Of Strength And Solace zu vergleichen ist, wenn man die Stimmungen, das Ruhige und das Tiefe in beiden Veröffentlichungen betrachtet. Wer ruhigen Neo-Folk mag, kann sich also auf den 22. April freuen, denn dann wird diese Debütveröffentlichung erhältlich sein. Bis dahin kann man sich bei Soundcloud immerhin das Lied The Owl anhören.
01. The owl
02. Flying
03. Woods
04. Epilogue
http://www.nordvis.com/
Kvlt Of Hiob - Thy Kingly Mask | 2012 | Blut & Eisen | CD | Black Metal
Thy Kingly Mask ist das Debütalbum des deutschen Duos KVLT
OF HIOB, welches sich aus Deathkvlt Prayer (Musik und Instrumente) und
Hvman Antithesis (Gesang und Texte) zusammensetzt. Den beiden ist es
gelungen, ein überaus düsteres Album mit pechschwarzer Atmosphäre zu
erschaffen, das sowohl den orthodoxen Black Metal als auch den
experimentellen Flügel bedient.
Als erstes fällt wohl der sehr facettenreiche sowie unkonventionelle Gesang auf. Hvman Antithesis verzichtet nämlich komplett auf den typischen Kreischgesang. Stattdessen ergeht er sich in einer Vielzahl an mehr oder weniger verzerrten Gesangsarten, Rufen und Schreien - wobei er oft leidvoll geplagt wirkt. Mir gefällt das ziemlich gut, da diese morbide Gesangsweise sehr gut zur Instrumentalisierung passt. Homogene, geradlinige Strukturen gibt es nämlich, wenn überhaupt, nur dezent und nebensächlich. Stattdessen dominieren abwechslungsreiche sowie opulente Strukturen das Geschehen. Es gibt viele atmosphärische Arrangements, die immer wieder auftauchen und gerne sehr düster und zuweilen auch regelrecht bizarr und dunkel sind. Das Gitarrenspiel, welches tolle Riffs und Melodien offenbart, steht dabei neben dem Gesang klar im Mittelpunkt. Die atmosphärischen Arrangements wechseln sich häufig mit schnellen Parts ab, die dann bedingungslos ballern.
Thy Kingly Mask ist sicherlich kein ganz einfaches Album, da es sowohl thematisch als auch musikalisch enorm viel Substanz und Tiefe besitzt. Mich können KVLT OF HIOB damit aber auf Anhieb begeistern, da ich das Album stimmungstechnisch überaus gelungen finde. Manchmal wirken KVLT OF HIOB so düster und grotesk wie TRAUMATIC VOYAGE, andernorts so böse und ergreifend wie BLUT AUS NORD oder DEATHSPELL OMEGA. Aber nicht nur die Atmosphäre stimmt, auch die Umsetzung an den Instrumenten ist sehr gelungen. Sowohl das Gitarrenspiel als auch das Schlagwerk wurde von Deathkvlt Prayer sehr gut inszeniert. Für ein Debütalbum, zuvor gab es nur eine Demo, ist die Leistung sehr beachtlich. Die atmosphärischen, düsteren Passagen sind insgesamt zwar sehr gut, doch haben sie manchmal die eine und andere Länge, was aber kaum ins Gewicht fällt, da dann unmittelbar das verstörende und großartige Theos folgt, in dem KVLT OF HIOB keine Gefangenen machen.
Unterm Strich ist Thy Kingly Mask ein eindringliches und nicht ganz einfaches Debütalbum. Es ist düster, bizarr, religiös, eigensinnig und intensiv! Was will man mehr, zumal auch die Aufmachung des Digipaks sehr ansprechend ist?
8/10
Aceust
01. The lords prayer
02. Witches wine
03. Sacrament
04. Le moine
05. Procession of the bvrning eyes
06. Vltima tempestas
07. Abominations of the earth
08. Theos
09. Conclave ends
10. The beholder (Bonus)
Als erstes fällt wohl der sehr facettenreiche sowie unkonventionelle Gesang auf. Hvman Antithesis verzichtet nämlich komplett auf den typischen Kreischgesang. Stattdessen ergeht er sich in einer Vielzahl an mehr oder weniger verzerrten Gesangsarten, Rufen und Schreien - wobei er oft leidvoll geplagt wirkt. Mir gefällt das ziemlich gut, da diese morbide Gesangsweise sehr gut zur Instrumentalisierung passt. Homogene, geradlinige Strukturen gibt es nämlich, wenn überhaupt, nur dezent und nebensächlich. Stattdessen dominieren abwechslungsreiche sowie opulente Strukturen das Geschehen. Es gibt viele atmosphärische Arrangements, die immer wieder auftauchen und gerne sehr düster und zuweilen auch regelrecht bizarr und dunkel sind. Das Gitarrenspiel, welches tolle Riffs und Melodien offenbart, steht dabei neben dem Gesang klar im Mittelpunkt. Die atmosphärischen Arrangements wechseln sich häufig mit schnellen Parts ab, die dann bedingungslos ballern.
Thy Kingly Mask ist sicherlich kein ganz einfaches Album, da es sowohl thematisch als auch musikalisch enorm viel Substanz und Tiefe besitzt. Mich können KVLT OF HIOB damit aber auf Anhieb begeistern, da ich das Album stimmungstechnisch überaus gelungen finde. Manchmal wirken KVLT OF HIOB so düster und grotesk wie TRAUMATIC VOYAGE, andernorts so böse und ergreifend wie BLUT AUS NORD oder DEATHSPELL OMEGA. Aber nicht nur die Atmosphäre stimmt, auch die Umsetzung an den Instrumenten ist sehr gelungen. Sowohl das Gitarrenspiel als auch das Schlagwerk wurde von Deathkvlt Prayer sehr gut inszeniert. Für ein Debütalbum, zuvor gab es nur eine Demo, ist die Leistung sehr beachtlich. Die atmosphärischen, düsteren Passagen sind insgesamt zwar sehr gut, doch haben sie manchmal die eine und andere Länge, was aber kaum ins Gewicht fällt, da dann unmittelbar das verstörende und großartige Theos folgt, in dem KVLT OF HIOB keine Gefangenen machen.
Unterm Strich ist Thy Kingly Mask ein eindringliches und nicht ganz einfaches Debütalbum. Es ist düster, bizarr, religiös, eigensinnig und intensiv! Was will man mehr, zumal auch die Aufmachung des Digipaks sehr ansprechend ist?
8/10
Aceust
01. The lords prayer
02. Witches wine
03. Sacrament
04. Le moine
05. Procession of the bvrning eyes
06. Vltima tempestas
07. Abominations of the earth
08. Theos
09. Conclave ends
10. The beholder (Bonus)
Seremoni - Gedanken-Zeremonie | 2012 | Karge Welten / Black BLood Records | CDR | Black Metal
Nachdem die Kassettenversion der erste Demo SEREMONIS ziemlich schnell
ausverkauft war, gibt es nun die Möglichkeit, sich das erste
Lebenszeichen des Duos auf professioneller CDr zu sichern. SEREMONI
besteht aus Karg (Bass, Gesang) sowie G.N. (Gitarren, Schlagwerk) und
hat sich laut Black Blood Records dem Post / Depressive Black Metal
verschrieben. Das Attribut „Post“ trifft auf die drei, jeweils rund 5
Minuten langen Stücke, glücklicherweise sehr weit gefasst und
unverbindlich zu.
Das erste Lied Moment der Stille beginnt ruhig und düster mittels einer mürrischen Vermischung aus präsenter Bassgitarre und Akustikgitarre sowie einer, dem Depressive Black Metal zuzuordnenden, Stimme - was mich in der obskuren dunklen Atmosphäre ein wenig an DEFUNTOS aus Portugal erinnert. Moment der Stille ist also ein atmosphärisch negativ aufgeladenes Lied, das aber nicht so ruhig und langsam bleibt und im Verlauf auch kraftvolle, schnelle Arrangements aufweist. Mir gefällt das Lied sehr gut, da es SEREMONI neben der guten atmosphärischen Umsetzung auch gelungen ist, einen schönen Demo-Klang zu produzieren. Auf der einen Seite erklingen die einzelnen Instrumente zwar differenziert, dabei aber immer auch etwas verwaschen, schroff und rau, wie es sich für eine Demo eben gehört. Das nachfolgende Titellied weiß ebenfalls zu gefallen, wobei mir hier vor allem die verzerrten und langsam gespielten Gitarrenriffs der ersten Hälfte gefallen, die durch ihren hellgrellen Klang eine negative, zerstörerische Atmosphäre erzeugen. Die zweite Hälfte ist atmosphärischer und ruhiger ausgefallen, sphärische Gitarrenlinien, die sich kaskadengleich auffächern, durchfluten den Raum, während qualvolle Stimmen mal mehr und mal weniger verzerrt zu hören sind. Das abschließende Stück Im Nirgendwo steht den beiden anderen Titeln in nichts nach und ist eine rhythmisch antreibende Nummer mit sehr präsenter Bassgitarre, eingängigen Gitarrenriffs sowie peitschendem Schlagwerk. Kurzweilig ist sogar eine weibliche Stimme zu hören, die sonor und unaufdringlich zu hören ist und gut mit Kargs eigenwilligem Gesang harmoniert, der mich, nebenbei angemerkt, ab und zu an EGO NOIR erinnert.
Gedanken-Zeremonie ist eine sehr anständige Demoveröffentlichung, die vor allem düsteren, dunkelatmosphärischen Black Metal beinhaltet. „Post“ kann man dazu sagen, muss man aber nicht. Der Gesang ist gut, der Klang ist ebenfalls sehr gelungen und es gibt schön düstere Harmonien und Melodien, weshalb ich Gedanken-Zeremonie eher und lieber in die Schublade Depressive / Dark Metal stecken würde.
7/10
Aceust
01. Moment der Stille
02. Gedanken-Zeremonie
03. Im Nirgendwo
Das erste Lied Moment der Stille beginnt ruhig und düster mittels einer mürrischen Vermischung aus präsenter Bassgitarre und Akustikgitarre sowie einer, dem Depressive Black Metal zuzuordnenden, Stimme - was mich in der obskuren dunklen Atmosphäre ein wenig an DEFUNTOS aus Portugal erinnert. Moment der Stille ist also ein atmosphärisch negativ aufgeladenes Lied, das aber nicht so ruhig und langsam bleibt und im Verlauf auch kraftvolle, schnelle Arrangements aufweist. Mir gefällt das Lied sehr gut, da es SEREMONI neben der guten atmosphärischen Umsetzung auch gelungen ist, einen schönen Demo-Klang zu produzieren. Auf der einen Seite erklingen die einzelnen Instrumente zwar differenziert, dabei aber immer auch etwas verwaschen, schroff und rau, wie es sich für eine Demo eben gehört. Das nachfolgende Titellied weiß ebenfalls zu gefallen, wobei mir hier vor allem die verzerrten und langsam gespielten Gitarrenriffs der ersten Hälfte gefallen, die durch ihren hellgrellen Klang eine negative, zerstörerische Atmosphäre erzeugen. Die zweite Hälfte ist atmosphärischer und ruhiger ausgefallen, sphärische Gitarrenlinien, die sich kaskadengleich auffächern, durchfluten den Raum, während qualvolle Stimmen mal mehr und mal weniger verzerrt zu hören sind. Das abschließende Stück Im Nirgendwo steht den beiden anderen Titeln in nichts nach und ist eine rhythmisch antreibende Nummer mit sehr präsenter Bassgitarre, eingängigen Gitarrenriffs sowie peitschendem Schlagwerk. Kurzweilig ist sogar eine weibliche Stimme zu hören, die sonor und unaufdringlich zu hören ist und gut mit Kargs eigenwilligem Gesang harmoniert, der mich, nebenbei angemerkt, ab und zu an EGO NOIR erinnert.
Gedanken-Zeremonie ist eine sehr anständige Demoveröffentlichung, die vor allem düsteren, dunkelatmosphärischen Black Metal beinhaltet. „Post“ kann man dazu sagen, muss man aber nicht. Der Gesang ist gut, der Klang ist ebenfalls sehr gelungen und es gibt schön düstere Harmonien und Melodien, weshalb ich Gedanken-Zeremonie eher und lieber in die Schublade Depressive / Dark Metal stecken würde.
7/10
Aceust
01. Moment der Stille
02. Gedanken-Zeremonie
03. Im Nirgendwo
Ab Imo Pectore - The Dissociative Path | 2012 | Debemur Morti | Kassette | Black Metal
Von Debemur Morti gab es schon seit längerer Zeit keine Kassette mehr.
Und jetzt ist die erste Veröffentlichung in diesem Jahr eine
professionelle und auf 100 Stück limitierte Demokassette von Ab Imo Pectore, die mit dieser Demo erstmalig in Erscheinung treten.
Über Ab Imo Pectore ist bis auf die portugiesische Herkunft nichts weiter bekannt. Musikalisch geht man einen recht eigenständigen sowie eigenwilligen Weg. Auf sechs Lieder verteilt, die zusammen eine knappe halbe Stunde lang sind, gibt es eine obskure Mischung aus okkultem, mystischem und unkonventionellem Black Metal. Der Klang ist relativ dünn, was für eine Demo aber absolut standesgemäß ist, und neben eigenwilligen Gitarrenläufen, sind es oft wechselnde Takte und häufige unverzerrte Stimmen, die das Bild von Ab Imo Pectore prägen. Diese Klarstimmen singen nicht, sondern ertönen eher rituell im Hintergrund, was zur okkulten und geheimnisvollen Stimmung der Kassette beiträgt. Die Musik ist aufgrund ihrer eigensinnigen und verschachtelten Struktur bisweilen etwas chaotisch, was aber nicht überhandnimmt. Eine gewisse technische Komplexität trifft hier auf düstere Atmosphären und dezidierte Rohheit. Überragende Momente gibt es noch nicht, was aber für eine junge Band mit der ersten Demo nicht verwunderlich ist. Aber auch ohne überragend zu sein, gibt es auf der Demo gute sowie interessante Ansätze. Nicht jedes Riff ist skurril oder komplex, Ab Imo Pectore greifen auch auf konventionelle Strukturen zurück, die durchaus gelungen sind und Potential haben. Sulphur Garden ist für meine Begriffe ein sehr gutes Lied, in dem die Portugiesen dunkle aber ruhige Melodien mit harscher Rohheit und Bissigkeit kombinieren.
The Dissociative Path ist eine überaus interessante Veröffentlichung, weil eigentlich erst beim zweiten Durchlauf deutlich wird, das diese Demo kaum Gesang im herkömmlichen Sinne beinhaltet. Entweder sind diese bereits erwähnten Klarstimmen zu hören, oder man greift ganz tief in die Effektkiste und serviert überaus verzerrten und entfremdeten Kreischgesang, der gleichfalls nicht dem traditionellen Black-Metal-Gesang zuzuordnen ist. Gewöhne Gesangseinlagen gibt es zwar, aber diese sind rar und kurz. The Dissociative Path ist stimmlich eine sehr vielseitige sowie abgefahrene Sache, deren Liedaufbau bisweilen auch überraschende und eigenwillige Wendungen aufweist. Manchmal gibt es zwar sonderbare Gitarrenläufe, die etwas nervig sein können, aber sie passen bestens zum düster-bizarren Gesamtbild, das Ab Imo Pectore hier von sich zeichnen. Für Freunde professioneller Kassetten die zudem auch noch düsteren und eigenwilligen Black Metal mit okkulten und rituellen Themen mögen, ist The Dissociative Path wärmstens zu empfehlen. Die 100 Kopien werden sicherlich nicht allzu lange vorrätig sein.
7/10
Aceust
01. Shearers of god
02. Mother of mothers
03. Mass grave emanations
04. Space devouring space
05. Sulphur garden
06. A boundless dispersion
http://abimopectore.bandcamp.com/
Über Ab Imo Pectore ist bis auf die portugiesische Herkunft nichts weiter bekannt. Musikalisch geht man einen recht eigenständigen sowie eigenwilligen Weg. Auf sechs Lieder verteilt, die zusammen eine knappe halbe Stunde lang sind, gibt es eine obskure Mischung aus okkultem, mystischem und unkonventionellem Black Metal. Der Klang ist relativ dünn, was für eine Demo aber absolut standesgemäß ist, und neben eigenwilligen Gitarrenläufen, sind es oft wechselnde Takte und häufige unverzerrte Stimmen, die das Bild von Ab Imo Pectore prägen. Diese Klarstimmen singen nicht, sondern ertönen eher rituell im Hintergrund, was zur okkulten und geheimnisvollen Stimmung der Kassette beiträgt. Die Musik ist aufgrund ihrer eigensinnigen und verschachtelten Struktur bisweilen etwas chaotisch, was aber nicht überhandnimmt. Eine gewisse technische Komplexität trifft hier auf düstere Atmosphären und dezidierte Rohheit. Überragende Momente gibt es noch nicht, was aber für eine junge Band mit der ersten Demo nicht verwunderlich ist. Aber auch ohne überragend zu sein, gibt es auf der Demo gute sowie interessante Ansätze. Nicht jedes Riff ist skurril oder komplex, Ab Imo Pectore greifen auch auf konventionelle Strukturen zurück, die durchaus gelungen sind und Potential haben. Sulphur Garden ist für meine Begriffe ein sehr gutes Lied, in dem die Portugiesen dunkle aber ruhige Melodien mit harscher Rohheit und Bissigkeit kombinieren.
The Dissociative Path ist eine überaus interessante Veröffentlichung, weil eigentlich erst beim zweiten Durchlauf deutlich wird, das diese Demo kaum Gesang im herkömmlichen Sinne beinhaltet. Entweder sind diese bereits erwähnten Klarstimmen zu hören, oder man greift ganz tief in die Effektkiste und serviert überaus verzerrten und entfremdeten Kreischgesang, der gleichfalls nicht dem traditionellen Black-Metal-Gesang zuzuordnen ist. Gewöhne Gesangseinlagen gibt es zwar, aber diese sind rar und kurz. The Dissociative Path ist stimmlich eine sehr vielseitige sowie abgefahrene Sache, deren Liedaufbau bisweilen auch überraschende und eigenwillige Wendungen aufweist. Manchmal gibt es zwar sonderbare Gitarrenläufe, die etwas nervig sein können, aber sie passen bestens zum düster-bizarren Gesamtbild, das Ab Imo Pectore hier von sich zeichnen. Für Freunde professioneller Kassetten die zudem auch noch düsteren und eigenwilligen Black Metal mit okkulten und rituellen Themen mögen, ist The Dissociative Path wärmstens zu empfehlen. Die 100 Kopien werden sicherlich nicht allzu lange vorrätig sein.
7/10
Aceust
01. Shearers of god
02. Mother of mothers
03. Mass grave emanations
04. Space devouring space
05. Sulphur garden
06. A boundless dispersion
http://abimopectore.bandcamp.com/
Caedere - Corruption | 2012 | Eigenproduktion | CD | Death Metal
Rund zweieinhalb Jahre nach dem tollen Album Clones Of Industry melden sich CAEDERE mit einer selbst produzierten EP zurück. Auch auf Corruption
steht zuvorderst natürlich die Brutalität. CAEDERE ist und bleibt ein
Synonym für schnellen, brutalen und auch technischen Death Metal. Auf Corruption
wird ein neuer Schlagwerker präsentiert, der seine Sache sehr gut
macht. Zudem kann man die EP auch als eine Art Demo verstehen, da
CAEDERE wohl wieder auf der Suche nach einer Plattenfirma sind. An eine
Demo erinnert aber auch der Klang, der wesentlich roher als auf Clones Of Industry ist und stark an die Promo 2007 erinnert.
Corruption ist wüst, ungestüm, laut, roh und schnell. Trotzdem verlieren sich CAEDERE nicht in eine eingängig aneinandergehängte Monotonie. Schon das kurze Titellied strotzt nur so vor Wechseln, Breaks und jede Menge Abwechslung. Brutale Raserei wechselt sich ab mit flotten Riffs oder mittelschnellen Brachialparts. Ähnliches spielt sich auch in Fury Unleashed ab. Lediglich in Better Be Deceased gibt es zeitweilig etwas mehr „Ruhe“, in der Form von melodisch eingefärbten Passagen. Allerdings geht es in Better Be Decased auf der anderen Seite auch übel zur Sache. Rigorose Schnelligkeit und dualer Kreischgesang besorgen eine wahnsinnig brutale Atmosphäre, die schon in Richtung Grindcore geht.
Musikalisch ist Corruption eine feine EP. Lediglich der rohe Klang trübt den Hörgenuss ein wenig, da die Instrumente nicht ganz so differenziert und klar herauszuhören sind wie auf dem Album. Musikalisch und handwerklich ist Corruption aber ein erneuter Volltreffer für jeden Liebhaber des brutalen Death Metals.
7/10
Aceust
01. Corruption
02. Fury unleashed
03. Better be deceased
Corruption ist wüst, ungestüm, laut, roh und schnell. Trotzdem verlieren sich CAEDERE nicht in eine eingängig aneinandergehängte Monotonie. Schon das kurze Titellied strotzt nur so vor Wechseln, Breaks und jede Menge Abwechslung. Brutale Raserei wechselt sich ab mit flotten Riffs oder mittelschnellen Brachialparts. Ähnliches spielt sich auch in Fury Unleashed ab. Lediglich in Better Be Deceased gibt es zeitweilig etwas mehr „Ruhe“, in der Form von melodisch eingefärbten Passagen. Allerdings geht es in Better Be Decased auf der anderen Seite auch übel zur Sache. Rigorose Schnelligkeit und dualer Kreischgesang besorgen eine wahnsinnig brutale Atmosphäre, die schon in Richtung Grindcore geht.
Musikalisch ist Corruption eine feine EP. Lediglich der rohe Klang trübt den Hörgenuss ein wenig, da die Instrumente nicht ganz so differenziert und klar herauszuhören sind wie auf dem Album. Musikalisch und handwerklich ist Corruption aber ein erneuter Volltreffer für jeden Liebhaber des brutalen Death Metals.
7/10
Aceust
01. Corruption
02. Fury unleashed
03. Better be deceased
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