Auf diesem 7 Zöller wird dem alten Thrash Metal Tribut gezollt. Das brasilianische Black Metal Kommando Evil würdigt mit dem Lied Iron Tyranny altgediente Größen wie Bathory, Sodom oder Iron Maiden. Entsprechend thrashig und riffbetont kommt das Lied auch rüber. Evil verlässt dabei allerdings nicht seine rohen Pfade des wüsten Black Metals. Iron Tyranny
ist schön dreckiger Black/Thrash Metal, der neben schönem Riffing und
einem Soli auch durch entsprechendes Schlagwerk und unterschiedliche
Passagen auffällt. Obwohl das Lied um die fünf Minuten lang ist,
enthält es eine gewisses Maß an Abwechslung, da das Lied in mehrere
Abschnitte unterteilt ist, was gut gefällt. Ehrlich gesagt, bin ich
erneut positiv von Evil überrascht. Ich kenne zwar bei weitem nicht alle Veröffentlichungen Evils, doch weiß ich, wenn ich etwa an die Split-Kassette mit Moonblood denke, dass Evil
auch recht grottig sein kann. Der positive Trend wird also mit diesem
erstklassigen Lied fortgeführt. Das Schöne ist, dass es vor allem
dreckig, authentisch und frei von Klischees ist.
Abigail widmen ihr Lied Hammer of damnation Warlord und Evil, und klingen kultig wie eh und je, wobei Hammer of damnation
ein besonders gutes Lied ist, welches in die Richtung der neueren
Veröffentlichungen wie den Splits mit Nekromantheon oder Syphilitic
Vaginas geht. Aber auch von Abigail kenne ich nicht alle Tonträger, was angesichts der Masse auch kaum möglich ist. Trotzdem gehört Hammer of damnation für mich zu den besten Liedern Abigails,
die ich kenne. Die Struktur des Liedes ist relativ simpel: Ein
einfacher, eingängiger Rhythmus und großartige, einprägsame Riffs
stellen gemeinsam mit dem unverkennbaren Gesang das Grundgerüst dar. Im
Mittelteil gibt’s dann auch das Soli. Zudem gefällt mir der Klang sehr
gut, da dieser differenziert und sehr druckvoll ist, was bei Abigail ja nicht immer der Fall ist.
Raw Black Thrashing Madness ist musikalisch eine
wunderbare Veröffentlichung, die jedem zu empfehlen ist, der puren,
dreckigen Metal mag. Zudem kommt die EP in einem schönen Klappcover aus
dickem Karton und mit einem A3 Poster. Eine rundum gelungene Sache
also!
9/10
Aceust
01. Evil - Iron tyranny
02. Abigail - Hammer of damnation
http://www.genocide-aesthetics.net/
10.10.2009
09.10.2009
Interview: Descending Darkness
Descending Darkness gehört
aktuell mit großer Wahrscheinlichkeit zum Extremsten, was der österreichische
Untergrund zu bieten hat. In der Alpenrepublik wird heftig, hasserfüllt und
menschenverachtend Black Metal vertont, und nachdem jüngst ein rüdes Rehearsal-Tape
erschien, ist es für mich nun an der Zeit, Gevatter (Gesang) und Arngrim
(Gitarre, Bass) ein wenig mit Fragen zu bohren.
HATEFUL
METAL: Seid gegrüßt, Ihr Zwei.
Kennengelernt
habe ich Descending Darkness durch die Wiederveröffentlichung von „Gevatter
Hein“, eurem zweiten Demo. Von Ashen Productions wird dieses Demo als die
„vermutlich extremste und abstoßendeste Veröffentlichung“ skizziert. Dem kann
ich zustimmen. Was mich hierbei nun interessiert, ist, wie es eigentlich dazu
kam, solch abscheulich rohen und primitiven Black Metal aufzunehmen? Es war
damals ja sicherlich nicht euer Anliegen, mit Absicht so heftige und
verstörende Musik aufzunehmen?
DESCENDING DARKNESS: Grüß Dich, Aceust.
Ja, es war durchaus unsere Intention, extremen
und für die trendverseuchten Massen „verstörenden“ Black Metal zu erschaffen,
da sich vor allem Ende der 90er, Anfang 2000 die Veröffentlichungen immer mehr
von unserem BM – Ideal entfernten. Der Sound war durchaus so gewollt, kam
allerdings eher zufällig aufgrund mangelnden Wissens und Equipment zustande.
Die ersten
Veröffentlichungen von Descending Darkness erschienen 2001 und 2002. Dann kam
eine längere Pause, bis „Gevatter Hein“ 2008 auf CD neu verlegt wurde. 2009
folgte dann die MCD „Blutrausch“ und wenig später das Rehearsal-Tape. Was sind
die Gründe für die Pause und die aktuelle Veröffentlichungswelle?
Für die Pause gab es viele verschiedene Gründe.
In den Jahren 2003 und 2004 waren wegen persönlicher Gründe Proben nicht
möglich. 2005 und 2006 waren „Dank“ wertloser Mitstreiter und Nebenprojekten
mehr oder weniger vergeudet, 2007 war uns proben wiederum nicht möglich.
Nachdem sich 2008 für uns beide die Umstände gebessert hatten und wir mit Mot
einen Drummer gefunden hatten, legten wir endlich wieder mit regelmäßigen
Proben los. Natürlich hatte sich dann seit 2002 einiges an Material
angesammelt. Zum Teil alte Stücke, die wir schon 2003 als Demo veröffentlichen
wollten, zum Teil auch einige neue Songs. Wir entschieden uns dann, das
Songmaterial auf eine MCD und ein Full-length Album aufzuteilen. Diese MCD ist
also "Blutrausch", auf welcher Lieder aus 2003 sowie 2008 und ein
Stück vom ersten Demo landeten...
Diese Verzögerungen sind eben der Grund dafür,
dass wir zurzeit viel veröffentlichen können...
Aus dem persönlichen
Schriftverkehr mit Gevatter weiß ich, dass „Gevatter Hein“ bei vielen Leuten
nicht gut ankam und unverstanden wurde. Für mich ist das Werk ob seiner
primitiven Rohheit ein gelungenes Manifest gegen jeden Trend und die
Menschheit. Dies ist aber nur meine Interpretation, was denkt Ihr, woran es
liegt, dass „Gevatter Hein“ zumeist schlecht abschnitt? Immerhin gibt es genug
Einmann-Gruppen, die am heimischen Computer billigen Black Metal produzieren,
der erschreckend oft seine Anhänger findet.
Zu allererst mal: mit Deiner Interpretation
liegst du schon ziemlich richtig! Das Interessante an dieser Sache ist, dass es
sich dabei um die Reaktionen auf ein Re-Release handelt. So ist für uns der
Wandel der Zeit gut zu vernehmen, vor allem da wir in der Zwischenzeit die
Black Metal „Szene“ kaum verfolgten. Die Reaktionen auf die Demo-Kassette waren
ursprünglich meist positiv, die Motivation und Emotion wurde meist verstanden
und gewürdigt. Bei der Wiederveröffentlichung war das in der Regel ganz anders.
Heutzutage sind entweder die Hörgewohnheiten so kommerzorientiert oder die
meisten Rezensenten einfach musikalisch zu ahnungslos, um „die einzelnen
Instrumente zu unterscheiden“. Oft liest man dann, dass „Gevatter Hein“ 30
Minuten dauert – auf die restlichen 15 Minuten wohl keinen Bock mehr gehabt???
- oder ähnlichen Scheiß. Musik wird nur mehr oberflächlich besprochen,
Atmosphäre und Emotionen spielen keine Rolle mehr. Zumindest solange nicht, wie
sie nicht im 08/15 „Norsecore“ - Sound verpackt werden.
Sind Euch
die Besprechungen in den diversen Magazinen und Blogs eigentlich wichtig oder
sind Euch die Gedanken und Kritiken der Verfasser eher gleichgültig?
Wie die Reaktionen im Großen und Ganzen
ausfallen wird von uns natürlich verfolgt. Aufgrund der Belanglosigkeit der
meisten Kritiken sind uns diese in der Regel aber auch meist gleichgültig. Das
Problem ist einfach, dass heutzutage jedes wertlose Individuum seine belanglose
und fachlich sinnlose Meinung über das Internet allzu einfach publik machen und
verbreiten kann. Allerdings gilt für uns seit jeher, dass auch eine
vernichtende, subjektive und ablehnende Kritik genauso erfreulich und wertvoll
sein kann wie ein gutes Review, wenn es von entsprechender Stelle kommt.
Auf der
Netzseite von Descending Darkness prangert in großen Lettern der Ausspruch
„Scheiß auf Euch“. Sind damit die Kostverächter gemeint oder entspricht diese
Aussage der generellen Haltung von Descending Darkness, misanthropisch
eingestellt zu sein? Auch die bewusste Ablehnung von Myspace, einem üblen
selbstdarstellerischen Moloch, suggeriert mir, dass es Euch im Grunde
scheißegal ist, ob und wer Descending Darkness zu schätzen weiß, oder nicht.
Hehe. Mit „Euch“ meinen wir in erster Linie die
sogenannte Black Metal Szene im Generellen (SOWOHL Undergroundszene als auch
Mainstream, falls es da heute überhaupt noch einen Unterschied gibt...) sowie
auch ehemalige Weggefährten und Verräter im Speziellen. Im Endeffekt ist doch
die ganze Szene selbst ein „selbstdarstellerischer Moloch“ für minderwertige
Individuen, die sich im und durch Black Metal profilieren wollen und Anschluss
suchen. Die Protagonisten des Black Metal spiegeln doch einfach die
Gesellschaft und die von uns verachteten menschlichen Wesenszüge in einem
kleineren Umfeld wieder. Schau dir doch nur all die Narren an, die von
Individualismus faseln weil das die ultimative satanische Tugend darstellen
soll, selbst allerdings uniformiert herumlaufen und sich jedem Trend anhängen,
nur um ein Beispiel zu nennen.
Das mit Myspace ist nur noch so ein Beispiel
dafür. Wozu all dieser sogenannte „Social Networking“ Scheiß, wenn man sich
nicht selbst profilieren will und ein Umfeld sucht, das einen schätzt und
respektiert? Vor allem, wenn man all das in der realen Welt nicht erreichen
kann. Und wenn man nur wegen des „Networking“ (haha) diesen Scheiß nutzt, warum
sind dann so viele Bandmitglieder diverser Bands zusätzlich noch mit eigenen
Seiten repräsentiert?
Descending Darkness ist eben definitiv
misanthrop, daher ist „Social-“ was auch immer sowie Freunde suchen und finden
etc., unvereinbar mit unserer Ideologie! Mit all dem wollen wir nichts zu tun
haben. Und ja, du hast recht, uns ist scheißegal wer uns schätzt und wer nicht.
Obwohl wir von den Massen minderwertiger „Individuen“ lieber Ablehnung als
Anerkennung erfahren.
Dazu fällt
mir eine Aussage von Zwingherr Greif von Eisenwinter ein, die ich
irgendwann
mal irgendwo in einem Interview mit ihm gelesen habe. Sinngemäß erzählte er,
dass Black Metal nicht dazu bestimmt sei, den Massen präsentiert zu werden,
weshalb er Konzerte ablehnt. Obwohl ich Konzerte nicht grundsätzlich ablehne,
finde ich diesen Gedanken im Zusammenhang mit Deiner Antwort allerdings
interessant, zumal nicht selten auf Konzerten und Festivals gleichfalls
fragwürdige Personen mit Profilneurose anzutreffen sind. Viele besuchen
Konzerte nur, um zu sehen und gesehen zu werden, so mein Eindruck. Sind
Konzerte für Dich auch ein zweifelhaftes Vergnügen und gibt/gab es Auftritte
von Descending Darkness?
Der Gedanke ist ja grundsätzlich richtig,
allerdings, wenn man ihn zu Ende denkt, darf man ja nicht einmal irgendetwas
veröffentlichen. Es könnte ja immer in die „falschen“ Hände gelangen, die
Massen haben ja immer irgendwie Zugriff darauf. Man kann einfach nur hoffen,
dass zumindest der eine oder andere Käufer, Zuhörer dabei ist, den man
erreichen möchte. Daher ist unserer Ansicht nach der Black Metal, der sich als
nicht massentauglich/kommerziell versteht, nur in extremster Form sinnvoll!
Bisher gab es erst zwei Konzerte von uns da es
nicht einfach ist eine volle Besetzung für ein Konzert als auch passende
Rahmenbedingungen für solche zu finden.
Nachdem
„Gevatter Hein“ ja durch und durch roher Black Metal war, schimmerten auf der
MCD „Blutrausch“ einige Anleihen des Thrash Metals durch. Ist der dreckige
Thrash Metal für Euch auch eine der Wiegen des Black Metals oder ist der Thrash
Metal einfach nur in seiner ursprünglichen Rohheit eine Facette des
musikalischen Hasses?
Thrash Metal ist unserer Ansicht nach der
Ursprung allen extremen Metals! Man braucht sich ja nur die alten Klassiker zu
Gemüte führen.
Wie sind
eigentlich die Resonanzen zu „Blutrausch“ ausgefallen und seid Ihr mit ihnen
zufrieden?
Als die Promos verschickt waren, bekamen wir
selbst erst etwas Abstand von der Produktion und waren dann besorgt, dass der
Sound zu harmlos und „schön“ ausgefallen ist (wovon wir immer noch überzeugt
sind...). Die meisten Kritiken zeugten allerdings von schockierenden
Klangerlebnissen hahaha. Es gab aber auch zum Teil gute Kritiken – im Ausland.
Ich
empfinde den Klang von „Blutrausch“ ganz und gar nicht als zu harmlos und
schön. Aus Eurer Antwort leite ich ab, dass Black Metal für euch klanglich
unbedingt dreckig und roh sein muss? Eine druckvolle und mächtige
Klangproduktion wie auf Marduks „Panzer Divison Marduk“ oder Mayhems „De
Mysteriis Dom Sathanas“ würde für euch niemals in Frage kommen?
Der Klang kann ja auch dreckig, roh UND
druckvoll sein. Das streben wir auf unserer nächsten Veröffentlichung genau so
an. Räudiger und dreckiger Sound gehört einfach zum Black Metal. Man braucht
sich ja nur die Anfänge anzuhören. Wenn das Dreckige und Räudige fehlt, dann
bleibt doch meist einfach nur mehr irgendeine gewöhnliche Metal Scheibe über,
MTV- und radiotauglich. Leider klingen unserer Meinung nach solche Bands meist
nur auf Demos und eventuell Debuts „gut“.
Woran
müsst Ihr unweigerlich denken, wenn Du an Black Metal denkst?
Intoleranz, Fatalismus, Extremismus,
Menschenverachtung... Descending Darkness.
Ich war
von „Bloody Rehearsals“ ein wenig überrascht, da es sich ja immerhin um
Probeaufnahmen handelt und der Klang dafür relativ gut ist, wenn man „Gevatter
Hein“ noch im Ohr hat.
Das liegt daran, dass wir inzwischen besser
darüber Bescheid wissen wie man den gewünschten Sound erzielt.
Auf dieser
Kassette ist auch ein Titel mit dem Namen „Abschied (Het bittere einde)“,
vertreten. Wieso der niederländische Titel, und weshalb steht er in Klammern?
Das begründet sich mit einem persönlichen und
emotionalen Erlebnis mit niederländischem Bezug...
Überrascht
haben mich auch die unbetitelten Stücke der Kassette. Auf der einen Seite sind
sie wunderbar roh und heftig, dennoch wohnt ihnen eine gewisse Melodik und
Schwermut bei, vor allem bei dem Stück „Untitled 2“. Da die Lieder 2002 und
2003 entstanden sind, frage ich mich, wieso von dieser Atmosphäre kaum etwas
auf „Gevatter Hein“ vorhanden ist, wenn man einmal vom schleppenden Titellied
absieht.
Ganz einfach weil sie nach den Aufnahmen zu
„Gevatter Hein“ entstanden und für das darauf folgende Demo geplant waren.
Melancholische Lieder oder zumindest Songpassagen waren – mit Ausnahme von
„Blutrausch“ - ja auch seit Anbeginn ein Teil von Descending Darkness und
werden es auch in Zukunft immer sein, wenn auch in Maßen. Zum Beispiel neben
dem angesprochenen Titeltrack etwa auch „Awakening...“. Auch „Blutrausch“ hat
bei vielen fälschlicherweise den Eindruck erweckt, wir wären aus der „War
Metal“ Ecke. Dass hauptsächlich schnelle und brutale Stücke darauf gelandet
sind, liegt eben daran, dass melancholische Songs nicht ins Konzept gepasst
hätten. Das wird auf dem kommenden Album wieder etwas anders sein, da es dann
konzeptionell Platz für solche Songs geben wird.
Da wir
gerade bei schleppender Musik und Melancholie sind. Wie seht Ihr den aktuellen
Trend des „Depressive Black Metals“? Nimmt er überhand oder ist er eine
berechtigte Stilrichtung, die neben Depression und Verzweiflung ebenfalls
Menschenhass und Vernichtung äußert?
Diesen „Trend“ haben wir in neuerer Zeit kaum
verfolgt. Es gab ein paar großartige Veröffentlichungen, allerdings kann ich
mich kaum erinnern, dass man damals z.B. bei Burzum von „depressive Black
Metal“ sprach. Das scheint heutzutage aber schon bei jedem Klon der Fall zu
sein.
Verzweiflung bzw. verzweifelter Hass waren schon
immer ein Bestandteil des BM. Denn wenn man Misanthropie verinnerlicht hat und
nicht nur davon spricht, dann ist jeder Tag eine Gratwanderung zwischen
rasendem Hass und resignierender Verzweiflung. Wenn die Raserei fehlt, bleibt
allerdings nur mehr weinerliche Scheiße...
Mit
„Kshatriya“ ist ein kurzes aber sehr heftiges Lied auf der Rehearsal-Kassette
enthalten. Kshatriya ist eine Bezeichnung im indischen Kastensystem für
Mitglieder des zweiten Standes, die aus Kriegern und Königen bestand. Welchen
Bezug habt Ihr dazu, und wie passt dies zur menschenfeindlichen Haltung von
Descending Darkness?
Zum Hinduismus haben wir inhaltlich absolut
keinen Bezug. Ich las damals einen Artikel über die Entstehung dieser Kaste,
die zu Beginn nur aus Kriegern bestand und war von dem Thema inspiriert. Das
System des Kastensystems ist für mich auch absolut interessant, wenn man den
eigentlichen Sinn religiöser Systeme erkennt: nämlich Kontrolle und Macht über
die Massen zu erlangen. Darin ist das Kastensystem in seiner misanthropen
Funktionalität seit Jahrtausenden erfolgreich, was faszinierend ist...
Allerdings war dieser Song ursprünglich auch nicht für Descending Darkness
sondern für ein Nebenprojekt, welches allerdings nie realisiert wurde, gedacht.
Wie sieht
die Zukunft von Descending Darkness aus? Gibt es irgendwelche Pläne oder gar
schon neue Aufnahmen?
Das Einzige, was sicher anzunehmen ist, ist die
Veröffentlichung der „Seelenruhe“ CD Anfang 2010 via Ashen Productions. Geplant
ist weiter ein Split Album Mitte/Ende des nächsten Jahres mit einer noch
unbekannten und in jeder Hinsicht extremen Band aus Österreich.
Gevatter,
Arngrim, ich danke Euch für das Gespräch, die abschließenden Worte gehören nun
Euch.
Dank Dir fürs Gespräch, Dank den Unterstützern,
Gruß den Kameraden, scheiß auf den Rest. PROST!
08.10.2009
Kain - Weltenfluch | 2009 | Düsterwald Produktionen | CD | Death Metal
Kain wurde Ende 2007 gegründet und wartet nun mit dem Debütalbum Weltenfluch
auf. Im Infoblatt von Düsterwald wird ein Vergleich zu Gruppen wie den
frühen Apokalyptischen Reitern, Graveworm und Eisregen gezeichnet.
Dies kann ich weder bestätigen noch dementieren, da mich jene
Formationen nie interessiert haben. Kain spielt aber in
jedem Fall abwechslungsreichen, deutschsprachigen Death Metal, der
gerne melodisch sowie keyboardunterlegt daher kommt. Das sind
eigentlich keine guten Vorraussetzungen um mir zu gefallen, aber Kain macht seine Sache ganz respektabel.
Neben den atmosphärischen, melodischen und mit Keyboard angereicherten Parts gibt es immer wieder auch härtere Einlagen, mit brachialen Riffwänden und angezogenem Tempo. Das Tempo ist aber grundsätzlich sehr variabel, was die Vielfältigkeit zusätzlich beflügelt. Bisweilen agiert Kain auch recht komplex und technisch, weshalb ich mich dann und wann an die längst vergessenen Eternal Dirge und Ninnghizhidda erinnert fühle. Obwohl mir solch melodisch eingefärbter und keyboardlastiger Extrem Metal im Grunde nicht zusagt, gibt es spielerisch an Weltenfluch kaum etwas zu bemängeln. Ein wenig stört mich allerdings der Klang des Schlagzeuges, welches gerade in den schnelleren Passagen etwas dünn und schwachbrüstig klingt. Wenn man so „hymnischen“ Metal spielt, sollte der Klang dementsprechend wuchtig und bombastisch sein. Aber Weltenfluch ist ja die erste Veröffentlichung Kains überhaupt, weshalb man über solche Kleinigkeiten getrost wegsehen kann.
Weltenfluch ist eine nette und gelungene Veröffentlichung, die mich zwar nicht vom Hocker reißt, aber dennoch mit einigen guten Melodiebögen und Riffs punkten kann. Und wenn Ihr deutschsprachigen Extrem Metal mit Keyboardeinsatz mögt, kann es sicherlich nicht schaden, Weltenfluch mal anzutesten.
6/10
Aceust
01. Weltenfluch
02. Mängelwesen
03. Nur die Würmer
04. Rachepfad
05. Des Weges Anfang
06. Deine Dekadenz
07. Scharfrichter
08. Das Ende
Neben den atmosphärischen, melodischen und mit Keyboard angereicherten Parts gibt es immer wieder auch härtere Einlagen, mit brachialen Riffwänden und angezogenem Tempo. Das Tempo ist aber grundsätzlich sehr variabel, was die Vielfältigkeit zusätzlich beflügelt. Bisweilen agiert Kain auch recht komplex und technisch, weshalb ich mich dann und wann an die längst vergessenen Eternal Dirge und Ninnghizhidda erinnert fühle. Obwohl mir solch melodisch eingefärbter und keyboardlastiger Extrem Metal im Grunde nicht zusagt, gibt es spielerisch an Weltenfluch kaum etwas zu bemängeln. Ein wenig stört mich allerdings der Klang des Schlagzeuges, welches gerade in den schnelleren Passagen etwas dünn und schwachbrüstig klingt. Wenn man so „hymnischen“ Metal spielt, sollte der Klang dementsprechend wuchtig und bombastisch sein. Aber Weltenfluch ist ja die erste Veröffentlichung Kains überhaupt, weshalb man über solche Kleinigkeiten getrost wegsehen kann.
Weltenfluch ist eine nette und gelungene Veröffentlichung, die mich zwar nicht vom Hocker reißt, aber dennoch mit einigen guten Melodiebögen und Riffs punkten kann. Und wenn Ihr deutschsprachigen Extrem Metal mit Keyboardeinsatz mögt, kann es sicherlich nicht schaden, Weltenfluch mal anzutesten.
6/10
Aceust
01. Weltenfluch
02. Mängelwesen
03. Nur die Würmer
04. Rachepfad
05. Des Weges Anfang
06. Deine Dekadenz
07. Scharfrichter
08. Das Ende
Nargaroth - Jahreszeiten | 2009 | No Colours Records | CD | Black Metal
Um Nargaroth (bzw. Kanwulf oder Ash, wie er seit
einiger Zeit genannt wird) ranken und zanken sich seit langem unzählige
Mythen, Geschichten, Wahrheiten und Unwahrheiten. Sicherlich ist die
Person an sich mit gewisser Skepsis zu betrachten; interessant in diesem
Zusammenhang ist die Seite des Shaddais. Trotzdem ist dies alles für meine Begutachtung vom neuen Album Jahreszeiten uninteressant. Ob Kanwulf ein Idiot und Lügner ist oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Mit Herbstleyd gab es 1998 ein verdammt gutes Debütalbum und auch danach konnte mich Nargaroth noch mit Rasluka I und II sowie Geliebte des Regens überzeugen. Andere Veröffentlichungen hingegen empfand ich eher schwach und durchschnittlich. Aber nun zu Jahreszeiten, welches übrigens nicht die meteorologischen Veränderungen behandelt, sondern innere Abläufe und Veränderungen in Anbetracht der Liebe.
Nachdem der Prolog vorbei ist, ertönt mit dem Frühling ein musikalisch gewagtes Lied. Denn es enthält eine sehr schunkelhafte und schlagerartige Melodieführung, die meiner Meinung nach deplatziert wirkt und ziemlich gewagt ist. Wenn man diese Schunkelmelodik aber einmal ausblendet, sowie dem schlagerfreien Mittelteil lauscht, entpuppt sich Frühling als gutes und gelungenes Lied, so wie ich Nargaroth mag. Mittelschnell aber treibend, begleitet vom Hall unterlegten Kreischgesang. Allerdings ist der Klang des Schlagzeuges punktuell etwas suspekt, da er mechanisch und künstlich klingt. Nun kann man versuchen zu deuten und zu interpretieren, was Kanwulf uns mit dieser sonderbaren Melodik sagen will, ich lasse es allerdings bleiben. Ganz gleich was der Frühling im Bezug auf die Entstehung der Liebe auch bedeuten mag, diese Melodie ist einfach unpassend. Zum Glück ist sie aber nur am Anfang und Ende des Liedes zu hören.
Im Sommer wird auf solche Wagnisse komplett verzichtet. Stattdessen wird das Stück locker und filigran mittels langem Soli eingeleitet, was sich ganz gut anhört. Nachfolgend entwickelt sich Sommer zu einem vielschichtigen Lied, da es über 13 Minuten lang ist (alle Lieder von Jahreszeiten liegen jenseits der zehn Minuten, Prolog ausgenommen) und somit reichlich Raum für verschiedene Stimmungen gibt. Auf eine eindringliche, energische und auf mich hasserfüllt wirkende Passage folgt ein ruhigerer, von Schwermut bestimmter Abschnitt. Die grell verzerrten Gitarren wissen zu gefallen, geben schöne Riffs zum Besten und auch das Schlagzeugspiel weiß in seiner Vielfalt zu überzeugen. Zum Ende hin wird das Tempo ein wenig angezogen und Nargaroth entwickelt eine nordische Atmosphäre, die mich ein wenig an frühe Kampfar erinnert. Aber gewisse Gitarrenklänge erinnern in ihrer rohen Melancholie aber auch an Rasluka I und II sowie Geliebte des Regens.
Das 22 Minuten lange Lied Herbst beginnt ruhig, seicht und auf angenehme sowie angemessene Art und Weise melodisch. Diese melodische Einleitung wirkt etwas wehmütig aber zugleich auch sehnsüchtig. Regengeplätscher, Donnergrollen und Rabenlaute komplettieren diese herbstromantische Anfangsphase. Im Verlauf des Herbstes gibt sich Nargaroth längeren, tragenden Instrumentalpassagen hin. Obwohl der Liedtext nicht gerade kurz ist, relativiert und verläuft sich der Gesang in der Länge des Liedes. Neben Wechseln und Tempovariationen gibt es in den Schlussminuten von Herbst auch Klargesang zu hören. Dieser ist zwar nicht schlecht, hätte meiner Meinung aber auch nicht sein müssen. Die Atmosphäre der Instrumentalisierung ist mehr als ausreichend.
Passend zum strengen Frost eines unerbittlichen Winters gibt es im letzten Jahreszeiten-Kapitel schnelle Passagen von rasendem Tempo zu hören. Schnelle Riffs und ein eingestreuter Kampfschrei befördern die angestrebte aggressive Atmosphäre. In den ersten Minuten wird durch diese Passagen auch eine gewisse Eingängigkeit geschaffen, die dann irgendwann von einem sphärischen Soli abgelöst wird. Nach diesem Soli kommt es zu einer Tempodrosselung, wobei es zunächst dennoch zügig bleibt und wiederkehrende Schreie, die diesmal gepeinigt wirken, die anfängliche aggressive Stimmung allmählich auflösen, bevor der Winter dann immer atmosphärischer wird. Erst kurz vor dem Ende ist dann erneute Raserei zu hören.
Ich bin von Jahreszeiten angenehm überrascht, da mir die letzten Veröffentlichungen Nargaroths nicht so gut gefielen und die neue Scheibe wider Erwarten als gelungen zu bezeichnen ist. Jahreszeiten ist sicherlich nicht das beste Album, gehört für mich aber dennoch zu den besseren Erscheinungen von Kanwulf. Spielerisch kann es gänzlich überzeugen, aber atmosphärisch und melodisch ist es nicht immer so treffsicher, wie etwa Frühling und seine kuriose Schunkelmelodie oder auch der Klargesang, zeigen. Aber das sind Fragen des Geschmacks, über den man ohnehin nicht streiten kann.
7,5/10
Aceust
01. Prolog
02. Frühling
03. Sommer
04. Herbst
05. Winter
Mit Herbstleyd gab es 1998 ein verdammt gutes Debütalbum und auch danach konnte mich Nargaroth noch mit Rasluka I und II sowie Geliebte des Regens überzeugen. Andere Veröffentlichungen hingegen empfand ich eher schwach und durchschnittlich. Aber nun zu Jahreszeiten, welches übrigens nicht die meteorologischen Veränderungen behandelt, sondern innere Abläufe und Veränderungen in Anbetracht der Liebe.
Nachdem der Prolog vorbei ist, ertönt mit dem Frühling ein musikalisch gewagtes Lied. Denn es enthält eine sehr schunkelhafte und schlagerartige Melodieführung, die meiner Meinung nach deplatziert wirkt und ziemlich gewagt ist. Wenn man diese Schunkelmelodik aber einmal ausblendet, sowie dem schlagerfreien Mittelteil lauscht, entpuppt sich Frühling als gutes und gelungenes Lied, so wie ich Nargaroth mag. Mittelschnell aber treibend, begleitet vom Hall unterlegten Kreischgesang. Allerdings ist der Klang des Schlagzeuges punktuell etwas suspekt, da er mechanisch und künstlich klingt. Nun kann man versuchen zu deuten und zu interpretieren, was Kanwulf uns mit dieser sonderbaren Melodik sagen will, ich lasse es allerdings bleiben. Ganz gleich was der Frühling im Bezug auf die Entstehung der Liebe auch bedeuten mag, diese Melodie ist einfach unpassend. Zum Glück ist sie aber nur am Anfang und Ende des Liedes zu hören.
Im Sommer wird auf solche Wagnisse komplett verzichtet. Stattdessen wird das Stück locker und filigran mittels langem Soli eingeleitet, was sich ganz gut anhört. Nachfolgend entwickelt sich Sommer zu einem vielschichtigen Lied, da es über 13 Minuten lang ist (alle Lieder von Jahreszeiten liegen jenseits der zehn Minuten, Prolog ausgenommen) und somit reichlich Raum für verschiedene Stimmungen gibt. Auf eine eindringliche, energische und auf mich hasserfüllt wirkende Passage folgt ein ruhigerer, von Schwermut bestimmter Abschnitt. Die grell verzerrten Gitarren wissen zu gefallen, geben schöne Riffs zum Besten und auch das Schlagzeugspiel weiß in seiner Vielfalt zu überzeugen. Zum Ende hin wird das Tempo ein wenig angezogen und Nargaroth entwickelt eine nordische Atmosphäre, die mich ein wenig an frühe Kampfar erinnert. Aber gewisse Gitarrenklänge erinnern in ihrer rohen Melancholie aber auch an Rasluka I und II sowie Geliebte des Regens.
Das 22 Minuten lange Lied Herbst beginnt ruhig, seicht und auf angenehme sowie angemessene Art und Weise melodisch. Diese melodische Einleitung wirkt etwas wehmütig aber zugleich auch sehnsüchtig. Regengeplätscher, Donnergrollen und Rabenlaute komplettieren diese herbstromantische Anfangsphase. Im Verlauf des Herbstes gibt sich Nargaroth längeren, tragenden Instrumentalpassagen hin. Obwohl der Liedtext nicht gerade kurz ist, relativiert und verläuft sich der Gesang in der Länge des Liedes. Neben Wechseln und Tempovariationen gibt es in den Schlussminuten von Herbst auch Klargesang zu hören. Dieser ist zwar nicht schlecht, hätte meiner Meinung aber auch nicht sein müssen. Die Atmosphäre der Instrumentalisierung ist mehr als ausreichend.
Passend zum strengen Frost eines unerbittlichen Winters gibt es im letzten Jahreszeiten-Kapitel schnelle Passagen von rasendem Tempo zu hören. Schnelle Riffs und ein eingestreuter Kampfschrei befördern die angestrebte aggressive Atmosphäre. In den ersten Minuten wird durch diese Passagen auch eine gewisse Eingängigkeit geschaffen, die dann irgendwann von einem sphärischen Soli abgelöst wird. Nach diesem Soli kommt es zu einer Tempodrosselung, wobei es zunächst dennoch zügig bleibt und wiederkehrende Schreie, die diesmal gepeinigt wirken, die anfängliche aggressive Stimmung allmählich auflösen, bevor der Winter dann immer atmosphärischer wird. Erst kurz vor dem Ende ist dann erneute Raserei zu hören.
Ich bin von Jahreszeiten angenehm überrascht, da mir die letzten Veröffentlichungen Nargaroths nicht so gut gefielen und die neue Scheibe wider Erwarten als gelungen zu bezeichnen ist. Jahreszeiten ist sicherlich nicht das beste Album, gehört für mich aber dennoch zu den besseren Erscheinungen von Kanwulf. Spielerisch kann es gänzlich überzeugen, aber atmosphärisch und melodisch ist es nicht immer so treffsicher, wie etwa Frühling und seine kuriose Schunkelmelodie oder auch der Klargesang, zeigen. Aber das sind Fragen des Geschmacks, über den man ohnehin nicht streiten kann.
7,5/10
Aceust
01. Prolog
02. Frühling
03. Sommer
04. Herbst
05. Winter
Munarheim - ...und der Wind sang | 2009 | Düsterwald Produktionen | CDR | Dark Metal / Folk
Eigentlich wollte ich …und der Wind sang gar nicht besprechen,
da es sich laut Infoschreiben um „Melodic Darkfolk“ handelt, was weder
zu Hateful Metal passt noch meinem Musikgeschmack entspricht. Doch
nachdem ich neugierig kurz reinhörte, war ich angenehm überrascht, denn
das, was ich mir zuvor unter „Melodic Darkfolk“ vorstellte, entsprach
nicht dem, was ich da zu hören bekam. Stattdessen offenbarte sich mir
erstklassig gespielter, malerischer „Dark Folk Metal“, der in seiner
idyllischen Schön- und Klarheit hie und da an Empyrium erinnert.
Neben den ruhigen Folk Passagen mit Flöte, Geige und sanftem Klargesang sind auch härtere, metallische Anleihen zu hören, die eindringlich und kraftvoll sind. Nicht zuletzt auch wegen des stark verzerrten aber stets verständlichen Gesangs, der bisweilen durch ein starkes rollendes sowie tief aus der Kehle kommendes R auffällt. Irgendwo habe ich dies schon mal gehört, kann mich allerdings nicht mehr erinnern, wo das war. Egal, …und der Wind sang hört sich einfach wunderschön, beseelt und naturverbunden an. …und der Wind sang ist insgesamt eine überaus stimmige und abgerundete Demoveröffentlichung, die nicht nur durch träumerische Folk Musik, sondern auch durch den glasklaren und druckvollen Klang besticht.
Munarheim stellt für mich eine hervorragende Alternative zu Empyrium dar, zumal mir Weiland nicht mehr gefiel, und auf …und der Wind sang neben den tollen Folk Darbietungen auch kraftvolle, metallische Arrangements zu hören sind. Da kann ich nur hoffen, dass Munarheim diesen Weg beibehalten wird und auf einer kommenden Veröffentlichung ebenso überzeugen und vereinnahmen kann.
8/10
01. Ruhelos
02. Auf Schwingen einst erdacht
03. Hexentanz
04. Herbst
Neben den ruhigen Folk Passagen mit Flöte, Geige und sanftem Klargesang sind auch härtere, metallische Anleihen zu hören, die eindringlich und kraftvoll sind. Nicht zuletzt auch wegen des stark verzerrten aber stets verständlichen Gesangs, der bisweilen durch ein starkes rollendes sowie tief aus der Kehle kommendes R auffällt. Irgendwo habe ich dies schon mal gehört, kann mich allerdings nicht mehr erinnern, wo das war. Egal, …und der Wind sang hört sich einfach wunderschön, beseelt und naturverbunden an. …und der Wind sang ist insgesamt eine überaus stimmige und abgerundete Demoveröffentlichung, die nicht nur durch träumerische Folk Musik, sondern auch durch den glasklaren und druckvollen Klang besticht.
Munarheim stellt für mich eine hervorragende Alternative zu Empyrium dar, zumal mir Weiland nicht mehr gefiel, und auf …und der Wind sang neben den tollen Folk Darbietungen auch kraftvolle, metallische Arrangements zu hören sind. Da kann ich nur hoffen, dass Munarheim diesen Weg beibehalten wird und auf einer kommenden Veröffentlichung ebenso überzeugen und vereinnahmen kann.
8/10
01. Ruhelos
02. Auf Schwingen einst erdacht
03. Hexentanz
04. Herbst
03.10.2009
Ancestors Blood - When The Forest Call | 2009 | Heidens Hart | CD | Pagan Black Metal
| 01. Intro 02. When the forest calls 03. Reborn spirit in a new flesh 04. Metsäpirtti (Part 1) 05. A dark passage from the past 06. Day of victory / Outro |
When The Forest Calls ist ein sehr gute Album welches uneingeschränkt zu empfehlen ist. Wer auf packenden sowie kraftvollen Pagan Black Metal mit tollen Harmonien steht, kommt hieran jedenfalls nicht vorbei!
8/10
Aceust
Wallachia - Ceremony Of Ascension | 2009 | Twilight | CD | Black Metal
Zehn Jahre nach dem Debütalbum und 17 Jahre nach der Gründung gibt es mit Ceremony of ascension das zweite Album Wallachias.
Das Debüt ist mir nicht bekannt und so kann ich mich voll und ganz auf
das aktuelle Werk konzentrieren, welches sehr vielfältig ausgefallen
ist. Ein Grundpfeiler der Musik ist zunächst eine sehr orchestrale und
melodische Grundausrichtung. Ceremony of ascension ist allerdings nicht einfach nur orchestraler Black Metal. Wallachia überrascht mit markanten Einflüssen aus Death und Thrash Metal. So legt der erste Titel Self-inflicted stigmata antreibend schnell, mit technischen und kraftvollen Death-Metal-Riffs los. Auf diesen sehr anständigen Anfang folgt dann mit Refusalvation
ein sehr melodiebetontes und keyboardlastiges Stück, das sich sowohl
stilistisch als auch atmosphärisch sehr vom vorangegangen Lied
unterscheidet. Diese melodische Überschwänglichkeit wird mir schon fast
zuviel, als Wallachia plötzlich und überraschend
wieder einige harte Death-Metal-Riffs schmettert. Wieder anders und
deshalb auch überraschend, kommt das nachfolgende Kamikaze christians
daher. In der ersten Hälfte des Liedes bekommt man heftigen und
brachialen Death Metal vorgesetzt. Die zweite Hälfte ist dann aber sehr
melodisch und verträumt.
Von solchen Gegensätzen ist das gesamte Album geprägt, weshalb ich auch nach mehreren Durchgängen nicht so recht weiß, was ich davon halten soll. Die melodischen, oftmals temporeichen und mit Keyboard unterlegten Black-Metal-Parts sind mein Ding jedenfalls nicht. Trotz einer gewissen Härte und gesanglichen Bissigkeit erscheinen mir diese Passagen als zu fröhlich und nett. Die verarbeiteten Einflüsse aus Death und Thrash Metal gefallen mir hingegen gut. Allerdings kann mich die orchestrale und epische Umsetzung im längsten Stück Void expansion überzeugen. Zwar ist der orchestrale Aspekt auch hier recht opulent, doch ist die Melodieführung insgesamt ruhiger und bedächtiger, was stellenweise zu einer majestätisch wirkenden Atmosphäre führt.
Spieltechnisch ist Ceremony of ascension zweifelsfrei ein gutes sowie gelungenes Werk. Freunde des melodischen Black Metal dürfen hier sicherlich bedenkenlos zugreifen. Gleiches gilt auch für generell aufgeschlossene Hörer. Wer aber Keyboards und orchestrale Elemente nicht mag, sollte hiervon definitiv die Finger lassen!
7/10
Aceust
01. Self-inflicted stigmata
02. Refusalvation
03. Kamikaze christians
04. Rival of a cursed destiny
05. Sanctimonia XXIII
06. Genesis enigma
07. Void expansion
08. The wreckage of innocence
Von solchen Gegensätzen ist das gesamte Album geprägt, weshalb ich auch nach mehreren Durchgängen nicht so recht weiß, was ich davon halten soll. Die melodischen, oftmals temporeichen und mit Keyboard unterlegten Black-Metal-Parts sind mein Ding jedenfalls nicht. Trotz einer gewissen Härte und gesanglichen Bissigkeit erscheinen mir diese Passagen als zu fröhlich und nett. Die verarbeiteten Einflüsse aus Death und Thrash Metal gefallen mir hingegen gut. Allerdings kann mich die orchestrale und epische Umsetzung im längsten Stück Void expansion überzeugen. Zwar ist der orchestrale Aspekt auch hier recht opulent, doch ist die Melodieführung insgesamt ruhiger und bedächtiger, was stellenweise zu einer majestätisch wirkenden Atmosphäre führt.
Spieltechnisch ist Ceremony of ascension zweifelsfrei ein gutes sowie gelungenes Werk. Freunde des melodischen Black Metal dürfen hier sicherlich bedenkenlos zugreifen. Gleiches gilt auch für generell aufgeschlossene Hörer. Wer aber Keyboards und orchestrale Elemente nicht mag, sollte hiervon definitiv die Finger lassen!
7/10
Aceust
01. Self-inflicted stigmata
02. Refusalvation
03. Kamikaze christians
04. Rival of a cursed destiny
05. Sanctimonia XXIII
06. Genesis enigma
07. Void expansion
08. The wreckage of innocence
01.10.2009
Pest - Tenebris Obortis | 2009 | Stronghold Diaphora | Vinyl | Black Metal
Fünf lange Jahre sind seit dem letzten Album Vado mori vergangen. 2007 gab es eine großartige selbstbetitelte MLP, die neben neuem Material auch neu aufgenommenes enthielt. Die positive Entwicklung und stetige Steigerung setzt Pest mit Tenebris obortis eindrucksvoll fort.
Die instrumentale Einleitung Tenebris obortis geht nahtlos in Trance, dem ersten Höhepunkt des Albums, über. In Trance wird nämlich die Groß- sowie Einzigartigkeit Pests bereits sehr schön deutlich: Treibende Schnelligkeit, gutes melodisches Riffing sowie der heisere, immer etwas hysterisch wirkende Kreischgesang. Trotz der hohen Grundgeschwindigkeit ist Trance allerdings kein besonders brutales Lied. Dank des großartigen Melodien und Harmonien im Hintergrund entwickelt das Lied tatsächlich einen durchaus als „Trance“ zu bezeichnenden Sog. Schnell und energisch geht es dann auch mit Ewiges Grab weiter, das zwar auch gute und verführerische Melodien hat, doch enorm straff und treibend gegliedert ist. Ewiges Grab ist vom Anfang bis zum Ende von treibender Raserei durchzogen, dabei allerdings weder monoton noch langweilig. Mehr rhythmische Abwechslung gibt es dann mit Weltgericht, das zwar auch insgesamt zügig vorgetragen wird, zwischendurch aber auch langsame Parts mit großartigem Gitarrenspiel hat. Dieses großartige Gitarrenspiel, nicht nur spieltechnisch sondern auch klanglich, ist ja seit jeher ein markantes Merkmal von Pest und fesselte mich bereits auf dem Album Ära mit dem Lied Nebel. Aber nun weiter mit Tenebris obortis. Nach den bisher schnellen Stücken folgt nun mit Wasteland ein langes, langsames und atmosphärisches Stück. Wasteland ist ein nettes Stück, doch vielleicht etwas langatmig auf die Dauer. Aber da kommt das kurze Decontamination genau richtig, da es überaus schnell und aggressiv ist und die von Wasteland aufgebaute schwermütige, harmonische Atmosphäre mit einem Wisch regelrecht zerstört. Es ist schon sehr beachtlich, in welcher Geschwindigkeit Pest hier spielt. Ich würde sehr gerne sehen, wie Pest dies live auf der Bühne umsetzen würde. Es ist schon atemberaubend, mit welchem Tempo die Gitarren regelrecht malträtiert werden.
Mit Bonded befindet sich auch ein wunderbares Instrumentalstück auf dem Album. Es ist atmosphärisch und enthält sehr schöne Melodien und Riffs. Bonded ist zwar nicht wirklich kurz, doch hätte es für meinen Geschmack durchaus noch einige Minuten länger sein können. Hierauf folgt dann das kurze Riding the storms, welches ähnlich wie Decontamination brutal, heftig und giftig ist. Riding the storms fällt aber nicht nur durch schnell gespielte Brutalität auf, sondern auch durch filigrane, etwas thrashig wirkende Riffs. Abschließend gibt es dann Entering forest, das mit Abstand längste Lied von Tenebris obortis. Hier wechselt sich der typische, hell verzerrte Kreischgesang mit einer dunkleren, raueren Variante ab. Daneben gibt es aber auch wieder sehr gute Riffs und Melodien, sowie atmosphärische Parts zu hören.
Tenebris obortis ist ein durch und durch großartiges Album, das bereits beim allerersten Durchgang wie eine Brandbombe einschlug. Ich war von den deutschen Pest ja schon immer angetan, und alle bisherigen Alben gefielen mir gut. Doch Tenebris obortis ist das ultimative Pest Album und dürfte in Zukunft wohl kaum zu überbieten sein. Es ist einfach faszinierend, wie Pest großartige Melodik mit Härte und Tempo kombiniert. Pest entwickelt auf jedem Album eine ganz eigene fesselnde Atmosphäre. Den einzigen Fehler den Pest wohl begangen hat, ist, sich den Namen "Pest" auszusuchen, da die schwedischen und finnischen Namensvetter wohl – ungerechtfertigter Weise – mehr Beachtung finden.
Tenebris obortis ist bisher nur auf Vinyl erhältlich. Das Gatefold Cover kommt mit UV-Lackierung und Silberdruck, macht also einen sehr hochwertigen Eindruck und ist natürlich auch haptisch nicht zu verachten. Also: Kaufen, auflegen und staunen!
9,5/10
Aceust
01. Tenebris obortis
02. Trance
03. Ewiges Grab
04. Weltgericht
05. Wasteland
06. Decontamination
07. Schnee und Eis
08. Bonded
09. Riding the storms
10. Entering forest
http://www.pest-musik.de/
http://www.stronghold-diaphora.de/
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