Mit Plecto Aliquem Capite gibt es an dieser Stelle eine Besprechung mit einem überaus exotischen Vertreter des extremen Metals. Plecto Aliquem Capite ist aus Sri Lanka, einem fernen Land, das eigentlich nur durch Bürgerkriegsnachrichten von sich reden macht. Plecto Aliquem Capite ist für mich jedenfalls die erste und einzige Band, die ich aus Sri Lanka kenne. So wird es wohl fast allen hier gehen.
Mit der Promo EP Atrocities will die Band nun auf sich
und auf den Metal im eigenen Land aufmerksam machen. Ob dies gelingt
ist fraglich, da die Musik sehr extrem, roh und in gewisser Weise auch
experimentell ist. Puristen und Anhänger des orthodoxen Black Metals
brauchen an dieser Stelle auch gar nicht weiter lesen. Plecto Aliquem Capite
beschreibt den eigenen Stil als Depressive Black Metal mit Ambient.
Das kann man so zwar bejahen, spiegelt meiner Meinung nach aber nicht
den exakten Stand wieder. Die Musik ist nämlich viel mehr als nur
melancholisch oder depressiv, sie ist in gewisser Weise krank und
gestört, vor allem der heftig verzerrte, oft sehr künstlich wirkende
Gesang, ist harsch und aggressiv. Stellenweise wird die Musik dermaßen
laut, dass es wie Krach wirkt, weshalb ich auch Noise-Einflüsse geltend
mache. Gesanglich ist Plecto Aliquem Capite dem italienischen Black-Metal-Noise-Projekt Decreto sehr nahe, wobei Plecto Aliquem Capite
allerdings durchgängig langsam bis schleppend spielt. Geschwindigkeit
und daraus resultierende Härte gibt es nicht, abgesehen von Broken glass fuck,
in dem man ein mittelschnelles, aber treibendes Tempo spielt.
Stattdessen weisen die langsamen Parts interessante Riffs auf, die zum
Teil sehr kraftvoll und raumfüllend rüberkommen. Einzelne Melodien sind
sogar ziemlich gut und haben einen schwermütigen Charakter.
Plecto Aliquem Capite hat interessante Ansätze
und besetzt mit dieser Musik eine Nische. Ich weiß zwar nicht, ob sich
solche extreme Form des Black Metals dazu eignet, Werbung für ein Land
zu machen, da man das Dargebotene auch mit Talentfreiheit assoziieren
könnte. In erster Linie ist es extremer Krach, der zuweilen auch
anstrengend sein kann. Doch diese rohe und wüste Aggression mochte ich
schon bei Decreto, und so liegt für mich auch ein Reiz bei Plecto Aliquem Capite.
Ich denke, die Band will so klingen wie sie klingt, denn in den
metallischen Parts beweist man, dass man auch anders, metallischer und
traditioneller spielen kann, wenn man möchte. Wer sich nicht vor
extremen, metallischen Klangmutationen aus einem untypischen Land
scheut, kann Atrocities mal antesten. Alle anderen sollten aber einen großen Bogen darum machen.
5/10
Aceust
01. Emaciate
02. I
03. Moses
04. Atrophy
05. Broken glass fuck
04.02.2009
03.02.2009
The Arrival Of Satan | 2009 | Black Hate | CD | Black Metal
Nachdem Black Hate bereits das Debütalbum Darkness dealer im vergangenen Jahr auf Vinyl wiedeveröffentlichte, legt man nun überraschend mit dem neuen, zweiten Album Vexing verses nach. T.A.O.S. macht auf dem neuen Werk von Anfang an einen guten Eindruck. Einen besseren Eindruck, als Darkness dealer
seinerzeit auf mich machte. Nicht, weil das Debüt ein schlechtes Werk
war, nur sprang der Funke nicht so recht über. Das ist diesmal anders. T.A.O.S. hat seinen rohen sowie wüsten Stil verfeinert, vor allem die grellen, rauen Gitarren sagen mir jetzt vielmehr zu.
Spieltechnisch und strukturell pendelt man auf Vexing verses zwischen flottem Gerumpel, mittelschnellen Parts aber auch atmosphärisch gelagerte, schleppende Passagen fehlen nicht. Vor allem die schnellen Parts und Lieder haben es in sich, weshalb mir Vexing verses auch gleich auf Anhieb gefiel, da die drei ersten Titel schnell und roh sind, aber gitarrentechnisch auch durch eine sehr gute Melodieführung auffallen. Ich bin der Atmosphäre dieser drei Stücke sofort erlegen. Ein wenig erinnern mich diese eindringlichen und heftigen Parts an Morte Incandescente und Coldness. Vereinzelt, ich kann auch gar nicht so genau bestimmen weshalb, erinnern mich bestimmte Momente an Blacklodge. Der gemeinsame Nenner beider Gruppen ist zwar Saint Vincent, doch gehen die Stile beide Gruppen weit auseinander. Vexing verses ist in jedem Fall ein sehr gutes Album, das einem direkten Faustschlag mitten in die Fresse gleicht. Jedenfalls was die schnellen und aggressiven Parts anbelangt. Ein anderer Punkt der mir gut gefällt, ist die Melodieführung. Trotz aller Rau- und Rohheit offenbaren sich immer wieder gute und subtile Harmonien, die zwar stets einen klanglich bedingten, schroffen Charakter haben, aber sehr gut, bestimmte Stimmungen erzeugen.
Es ist T.A.O.S. gelungen, ein – für mich – überraschendes und überaus ansprechendes Album zu erschaffen. Es hat alles, was guter Black Metal braucht. Es ist wüst und roh, dreckig und rumpelig, aber auch der melodische Bereich kommt nicht zu kurz.
8/10
Aceust
01. Tragic awakening
02. Phantasms of hatred
03. For psychiatry
04. Aborted voices
05. Vexing verses
06. Morbid libido
07. Fascist whore
08. She's dead
09. Unworthy
Spieltechnisch und strukturell pendelt man auf Vexing verses zwischen flottem Gerumpel, mittelschnellen Parts aber auch atmosphärisch gelagerte, schleppende Passagen fehlen nicht. Vor allem die schnellen Parts und Lieder haben es in sich, weshalb mir Vexing verses auch gleich auf Anhieb gefiel, da die drei ersten Titel schnell und roh sind, aber gitarrentechnisch auch durch eine sehr gute Melodieführung auffallen. Ich bin der Atmosphäre dieser drei Stücke sofort erlegen. Ein wenig erinnern mich diese eindringlichen und heftigen Parts an Morte Incandescente und Coldness. Vereinzelt, ich kann auch gar nicht so genau bestimmen weshalb, erinnern mich bestimmte Momente an Blacklodge. Der gemeinsame Nenner beider Gruppen ist zwar Saint Vincent, doch gehen die Stile beide Gruppen weit auseinander. Vexing verses ist in jedem Fall ein sehr gutes Album, das einem direkten Faustschlag mitten in die Fresse gleicht. Jedenfalls was die schnellen und aggressiven Parts anbelangt. Ein anderer Punkt der mir gut gefällt, ist die Melodieführung. Trotz aller Rau- und Rohheit offenbaren sich immer wieder gute und subtile Harmonien, die zwar stets einen klanglich bedingten, schroffen Charakter haben, aber sehr gut, bestimmte Stimmungen erzeugen.
Es ist T.A.O.S. gelungen, ein – für mich – überraschendes und überaus ansprechendes Album zu erschaffen. Es hat alles, was guter Black Metal braucht. Es ist wüst und roh, dreckig und rumpelig, aber auch der melodische Bereich kommt nicht zu kurz.
8/10
Aceust
01. Tragic awakening
02. Phantasms of hatred
03. For psychiatry
04. Aborted voices
05. Vexing verses
06. Morbid libido
07. Fascist whore
08. She's dead
09. Unworthy
02.02.2009
Koltum - Funeral Of Flesh | 2009 | SFH Records | CD | Black Metal
Koltum ist eine portugiesische Gruppe die auf dem jüngst erschienenem Debütalbum Funeral of Flesh schnellen, riffbetonten und christen- sowie menschenverachtenden Black Metal spielt. Funeral of Flesh gefällt auf Anhieb, da das Spiel von Koltum geradlinig ist und man sich auf das Wesentliche konzentriert. Das Tempo ist zumeist schnell und treibend, wird aber immer wieder von Variationen aufgelockert, die gerne auch mal schleppend und mittelschnell sind. Streckenweise wirkt das Spiel brachial, andernorts sehr grimmig. Und, obwohl Koltum die Gitarren nebst Gesang zentral abgemischt hat, wirken die schnellen Riffs nicht überladen oder aufdringlich. Das Gitarrenspiel ist sehr ausgewogen, sodass sich schnelle Riffs, sachte Melodiebögen und Eingängigkeit sehr schön zu einem guten Spiel vereinen.
Spielerisch und substantiell ist das Material also gut und gelungen. Vom Hocker reißt mich Funeral of Flesh zwar nicht, dazu fehlt noch das gewisse Etwas. Doch mir gefällt die kompromisslose Umsetzung, des von Intoleranz kündenden Black Metals. Ich würde zwar nicht so weit gehen, Funeral of Flesh als „Orthodox Black Metal“ zu bezeichnen, zumal mir diese Kategorie grundsätzlich suspekt ist, doch ziehe ich diesen Gedankenstrich, da mir Koltum mit dieser Scheibe weitaus besser gefallen, als zurzeit angesagte Gruppen wie Aosoth, Ondskapt oder Funeral Mist. Koltum ist mit diesen Gruppen zwar nur bedingt zu vergleichen, doch sagt mir das schnelle und kompromisslose Spiel der Portugiesen eben mehr zu. Und wenn es jemanden wie mir geht, der mit diesen sogenannten „orthodoxen“ Gruppen nicht allzu viel anfangen kann, der sollte dann ruhig mal Koltum probieren. Funeral of Flesh ist ein solides und mehr als anständiges Debütalbum, das man auf einem zweiten Album aber noch steigern kann. Für überdurchschnittliche sieben Punkte reicht es aber dennoch, da mir die Gitarren und der eindringliche Kreischgesang gut gefallen.
7/10
Aceust
01. Intro
02. Murder by Baphomet
03. Rise of the beast
04. Burn your throne
05. Funeral of flesh
06. The story of death
07. Torments in graven
08. Demon of war
09. Flames of hell
http://www.koltum.pt.to/
http://www.sfh-records.com/
Cervix - In The Red Night, A Roar... A Chant Began... | 2008 | Trazeroeuno / Cuckold | CD | Doom Metal / Sludge
Cervix ist ein interessanter Vertreter des
italienischen Doom Metals, der keine psychedelischen Abstecher und auch
den Sludge nicht scheut. Nach der obskuren, instrumentalen Einleitung
„…“, folgt dumpf, schwer und etwas rau klingend The path of Oirat.
Rau sind vor allem die Gitarren, die dunkel und schwer gestimmt sind,
im Klang aber einen leichten rohen und grellen Charakter haben. Neben
der enorm kraftvollen Basslinie und zentnerschweren Riffwänden gibt Cervix
auch eine sehr düstere und stets etwas bizarr gestaltete
Melodieführung zum Besten. Irgendwann folgt dann ein klarer und
atmosphärischer Part mit Flöte und allerlei Geklingel, was nicht
weniger bizarr ist.
In Oboo sind phasenweise extrem dunkle und stampfende Strukturen zu hören, die sowohl bedrückend als auch erdrückend sind. Das Schlagzeug stampft und poltert unaufhörlich, die Saiteninstrumente wabern rau und eingängig, und der Gesang, eine bizarre Mischung aus verzerrtem und klarem Rufen, beflügelt diese irre und unheimliche Atmosphäre. Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich bei dieser Musik an Cervix’ Landsmänner von Ufomammut denken muss. Die Musik beider Gruppen lässt sich zwar nur bedingt vergleichen, doch ist es vor allem die Atmosphäre, die sich während bestimmter Parts ähnelt. Nämlich, wenn sie düster, bizarr, kraftvoll aber auch psychedelisch ist, und man meinen möchte, diese Musik kann nicht von dieser Welt sein.
In the red night, a roar… Slowly, a chant began… ist eine wunderbare Entführung in düstere und obskure Gefilde. Cervix versteht es hervorragend, sowohl während der harschen und rauen Parts, als auch mit den ruhigen und atmosphärischen Passagen, voll und ganz zu überzeugen. Also, wer psychedelischen Doom Metal, der zuweilen schroff und roh ist, mag, sollte sich diese Veröffentlichung nicht entgehen lassen. Die CDR kommt in einem handgemachten Digipak und ist auf 150 Einheiten limitiert.
7,5/10
Aceust
01. ...
02. The path of Oirat
03. Oboo
04. The water of life
In Oboo sind phasenweise extrem dunkle und stampfende Strukturen zu hören, die sowohl bedrückend als auch erdrückend sind. Das Schlagzeug stampft und poltert unaufhörlich, die Saiteninstrumente wabern rau und eingängig, und der Gesang, eine bizarre Mischung aus verzerrtem und klarem Rufen, beflügelt diese irre und unheimliche Atmosphäre. Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich bei dieser Musik an Cervix’ Landsmänner von Ufomammut denken muss. Die Musik beider Gruppen lässt sich zwar nur bedingt vergleichen, doch ist es vor allem die Atmosphäre, die sich während bestimmter Parts ähnelt. Nämlich, wenn sie düster, bizarr, kraftvoll aber auch psychedelisch ist, und man meinen möchte, diese Musik kann nicht von dieser Welt sein.
In the red night, a roar… Slowly, a chant began… ist eine wunderbare Entführung in düstere und obskure Gefilde. Cervix versteht es hervorragend, sowohl während der harschen und rauen Parts, als auch mit den ruhigen und atmosphärischen Passagen, voll und ganz zu überzeugen. Also, wer psychedelischen Doom Metal, der zuweilen schroff und roh ist, mag, sollte sich diese Veröffentlichung nicht entgehen lassen. Die CDR kommt in einem handgemachten Digipak und ist auf 150 Einheiten limitiert.
7,5/10
Aceust
01. ...
02. The path of Oirat
03. Oboo
04. The water of life
01.02.2009
Interview: Leraje
Leraje,
ein noch relativ junger und ambitionierter Vertreter des deutschen Untergrund
Black Metals, konnte mit zwei guten Demobändern für Aufsehen sorgen. Grund
genug dem Sänger, Gitarristen und Liederschreiber Svartedauden mal auf den Zahn
zu fühlen.
HATEFUL
METAL: Hey. Danke schon mal, dass Du dich dafür bereit erklärt hast, dieses
Interview mit uns zu führen. Da Leraje ja doch noch ziemlich unbekannt ist
würde ich dich bitten, dass du erstmal kurz sagst, worum es für dich dabei
geht.
SVARTEDAUDEN: Heil Satan! Leraje wurde gegründet
2006 mit mir als Ein-Mann-Band. 2007 kam Vargsvrede als Sessiondrummer dazu.
Leider blieb er nicht lange, da wir beide Komplikationen mit den Aufnahmen
hatten, aufgrund der großen Entfernung. Ende 2007 kam dann C.G. als
Sessiondrummer dazu. Er spielte auch die Drums bei "Saturni Satanas"
ein und wird auch weiterhin Rituale von mir einspielen.
Der Bandname "Leraje" kommt aus dem
Necronomicon. Er ist ein Dämon welcher für Kriege und Schlachten verantwortlich
ist. Mit Leraje präsentiere ich auch jedeglich mein eigenes Ich."
Wenn du
sagst, dass Du dein "eigenes Ich" repräsentierst wirst du demzufolge
eine Menge Herzblut in die Sache stecken, was man meiner Meinung nach auch gut
raushören kann. Aber was ging in Dir vor und was war der Grund, dass du Leraje
ins Leben gerufen hast?
In der Tat steckt in Leraje sehr viel Herzblut.
Wenn ich Lieder komponiere kehre ich in mein tiefstes Inneres und falle in
einen sehr tiefen Trancezustand. Der Grund warum ich Leraje ins Leben gerufen
habe, ist, dass ich meinen eigenen Kosmos erschaffen wollte, was ich in der Tat
auch umsetzte.
Würdest Du
sagen, dass Du mit dem, was Du geschaffen hast zufrieden bist, oder würdest Du
Dir vielleicht etwas wünschen, was Du (noch) nicht realisieren kannst oder
irgend etwas anderes?
Ich habe alles so geschaffen wie ich es auch
haben wollte! Jedes einzelne Lied kam zu mir. Es gibt keine gewissen
Songstrukturen nach den ich arbeite. Ich lass mich fallen und drücke den
Aufnahmeknopf. Was bei heraus kommt/kam, hört man ja.
Hast Du
schon Rückmeldungen bekommen, oder interessiert es Dich nicht, was jemand über
die Musik sagt? Die Tapes vertreibst Du schließlich ja auch größtenteils
selbst, ist es Dir also wichtig zu wissen, wem Du deine Musik zugänglich
machst?
Mir geht es ultra am Arsch vorbei was gewisse
Lebewesen sich für eine Meinung über meine Musik oder meiner Person bilden.
Soll doch jeder denken was er will solange ich damit nicht belästigt werde.
Bedenke, dass ICH mir MEINEN eigenen Kosmos erschaffen habe und nicht für
andere. Wer mit in diese Welt eintauchen möchte (falls er sie verstehen
sollte), dem verwehre ich es auch nicht.
Was
würdest Du Dir demzufolge als "richtige" Reaktion des Hörers auf
Deine
Musik erwarten?
Entweder er schafft es, sich bis zu meiner erschaffenen
Welt durchzudringen oder nicht. Aber um in diese Welt eintauchen zu können muss
man über sein Ich und seiner Hülle in der man steckt hinausgehen.
Was ist
der Grund für die Limitierungen? Fehlt es womöglich nur an Geld und/oder
Unterstützern, möchtest Du Deine Musik nur einer bestimmten Anzahl an Hörern
zugängig machen, oder hat es einen möglicherweise komplett anderen Grund?
Andererseits wurde ja Deine erste Veröffentlichung bereits
wiederveröffentlicht.
Der Grund meiner Limitierungen ist einerseits,
die Musik nur einer bestimmten Anzahl an Hörern zugänglich zu machen aber
einerseits auch, weil ich einfach zu faul bin so viele Tapes selber zu kopieren
und die Cover auszuschneiden/falten, usw. usw. Self-releases sind immer mit
sehr viel Arbeit verbunden, die ich mir bis zu einem gewissen Punkt auch gerne
mache. Aber irgendwann verlässt mich dann mein Enthusiasmus, weil ich mir denke
"Wofür? Und für wen eigentlich“?
Könntest
Du Dir denn vorstellen in der Zukunft auch mit einem Label zusammen zu arbeiten,
oder bleibst Du dabei, Deine Sachen selbst rauszubringen? Was müsste Dir ein
Label bieten, dass ihr euch einig werdet?
Natürlich kann ich mir vorstellen mit einem
VERNÜNFTIGEN Label zusammen zu arbeiten. Aber nur unter der Voraussetzung, dass
deren Arbeit und die Personen die dahinter stehen, Lebewesen sind, mit denen es
einstellungs- und persönlichkeitsmäßig passt. Wie z.B., um es dann dieser
Stelle mal zu erwähnen, "Unholy Black Art". Der Mann der dahinter
steckt ist sehr in Ordnung. "Unholy Black Art" bringen auch gerade
ein Re-Release des "Saturni Satanas" heraus. Daher hier an dieser
Stelle meine Grüße und meinen Dank an den guten Herren für seine ordentliche
Arbeit die er leistet!
Wird man
denn in naher Zukunft auch wieder etwas neues von Dir zu hören bekommen, oder
gibt es für Dich momentan andere Dinge mit höherer Priorität?
Natürlich wird man in naher Zukunft wieder von
mir penetriert werden. Arbeite grade an neuen Stücken. Die Aufnahmesituation
ist noch nicht ganz geklärt aber es wird noch. Zumal ich gerade auch an einer
Demo meines Nebenprojektes "Mescalin Massacre" arbeite. Zeit ist in
dieser Welt leider sehr kostbar und leider auch viel zu wenig. Spätestens ende
des Jahres wird wieder etwas Neues von mir erscheinen.
Dann hoffe
ich, dass du gut vorankommst! Magst Du schon ein paar Worte darüber verlieren,
was einen in musikalischer Sicht erwartet?
Geduld ist einer der größten Tugenden.
Dann
belassen wir es dabei, da mir ehrlich gesagt auch momentan nichts weiter
einfällt. Damit möchte Ich Dir die letzten Worte überlassen und hoffe, dass man
möglichst bald wieder etwas von Dir vernehmen kann!
CONGERIES IN VIAM LEMNISKATE!
Das Gespräch führte F.
26.01.2009
Kaeos - Wolves For The Throat / Ravens For The Eyes | 2007 | Eigenproduktion | CDR | Black Metal
Ende 2007 gegründet, gibt es nun nach einem Jahr mit Wolves for the throat – Ravens for the eyes
das erste Demo. Wer die professionell gestaltete CDR besitzt, könnte
von der modernen und stilvollen Aufmachung Irre geführt werden. Modern
inszenierter Black Metal, der technisch und komplex, und/oder mit
Ausflügen in elektronische Bereiche angereichert ist, ist schwer
angesagt, und so dachte ich nach der visuellen Begutachtung auch, Kaeos würde sich diesem Trend anschließen. Weit gefehlt. Bereits die ersten Sekunden vom Auftaktstück I
machen alle Vorurteile zunichte. Das Schlagzeug rumpelt und hämmert
eingängig einen flotten Rhythmus, die Bassgitarre flimmert surrend im
Hintergrund und die Gitarren erklingen roh und minimalistisch. Trotz
der monotonen Schnelligkeit erzeugen die Gitarren, und der ruhige,
langsam und tief vorgetragene Doom Metal Gesang, eine schwermütige und
trostlose Atmosphäre.
Anders geht es im folgenden The grinding gears of time zu, dem mit knapp acht Minuten Spielzeit längsten Lied. Der Titel ich durchgängig langsam und entwickelt im Verlauf einen monotonen Sog, der mich atmosphärisch ein wenig an Drone Doom erinnert. Das gleich bleibende Flackern der Saiteninstrumente führt zu dieser Stimmung, aber auch der durchgängig ruhige und verständliche Gesang trägt dazu bei.
Der Anfang von Wolves for the throat, der eingängig schnell ist, erinnert mich hingegen an Judas Iscariot. Das polternde Schlagzeug, die hell, grell gestimmte Gitarre und der knarrende, rabengleiche Gesang gehen in die Richtung Akhenatens. Doch dies ist nur am Anfang so. Nach dem ersten Wechsel wird das Lied abwechslungsreicher und damit auch eigenständiger. Es wechseln sich nun langsame und mittelschnelle Tempi ab, die Gitarren werden melodischer und das Lied tauscht die anfängliche Grimmigkeit gegen eine latente Schwermut ein. Zum Abschluss folgt Ravens for the eyes, das kürzeste Lied, welches durchgängig stampfend schnell ist. Es ist allerdings zugleich auch das schwächste Lied, da das Riffing und der Gesang zuweilen etwas unstimmig auf mich wirken.
Kaeos ist mit Wolves for the throat – Ravens for the eyes eine sehr interessante Veröffentlichung gelungen, auf der die Band verschiedene Ansätze verfolgt. Vor allem I und The grinding gears of time haben es in sich, da es Kaeos dort ausgezeichnet schafft, die Monotonie packend und vereinnahmend vorzutragen. Ich bin gespannt, welche Ansätze Kaeos in Zukunft weiterverfolgen wird. Wer möchte, kann sich das Demo auf der Homepage der Band runterladen oder auch die CDR bestellen.
7/10
Aceust
01. I
02. The grinding gears of time
03. Wolves for the throat
04. Ravens for the eyes
Anders geht es im folgenden The grinding gears of time zu, dem mit knapp acht Minuten Spielzeit längsten Lied. Der Titel ich durchgängig langsam und entwickelt im Verlauf einen monotonen Sog, der mich atmosphärisch ein wenig an Drone Doom erinnert. Das gleich bleibende Flackern der Saiteninstrumente führt zu dieser Stimmung, aber auch der durchgängig ruhige und verständliche Gesang trägt dazu bei.
Der Anfang von Wolves for the throat, der eingängig schnell ist, erinnert mich hingegen an Judas Iscariot. Das polternde Schlagzeug, die hell, grell gestimmte Gitarre und der knarrende, rabengleiche Gesang gehen in die Richtung Akhenatens. Doch dies ist nur am Anfang so. Nach dem ersten Wechsel wird das Lied abwechslungsreicher und damit auch eigenständiger. Es wechseln sich nun langsame und mittelschnelle Tempi ab, die Gitarren werden melodischer und das Lied tauscht die anfängliche Grimmigkeit gegen eine latente Schwermut ein. Zum Abschluss folgt Ravens for the eyes, das kürzeste Lied, welches durchgängig stampfend schnell ist. Es ist allerdings zugleich auch das schwächste Lied, da das Riffing und der Gesang zuweilen etwas unstimmig auf mich wirken.
Kaeos ist mit Wolves for the throat – Ravens for the eyes eine sehr interessante Veröffentlichung gelungen, auf der die Band verschiedene Ansätze verfolgt. Vor allem I und The grinding gears of time haben es in sich, da es Kaeos dort ausgezeichnet schafft, die Monotonie packend und vereinnahmend vorzutragen. Ich bin gespannt, welche Ansätze Kaeos in Zukunft weiterverfolgen wird. Wer möchte, kann sich das Demo auf der Homepage der Band runterladen oder auch die CDR bestellen.
7/10
Aceust
01. I
02. The grinding gears of time
03. Wolves for the throat
04. Ravens for the eyes
Rex Satanachia - First Legion Of Hell | 2008 | Grom Records | CD | Black Metal
Das dänische Zweiergespann Rex Satanachia debütiert mit dieser First legion of hell
betitelten MCD und zelebriert darauf schnellen, tosenden und
aggressiven Black Metal. Obwohl Schnelligkeit und Brachialgewalt das
alles bestimmende Element sind, versteifen sich die Musiker nicht zu
sehr auf die rasenden und heftigen Arrangements. Neben einigen
mittelschnellen Parts sind es vor allem die Gitarren, die immer wieder
für atmosphärische Momente sorgen. Punktuell kommt auch ein überaus
dezent gehaltenes Keyboard zum Einsatz.
So manches Mal erinnert mich Rex Satanachia an Dark Funeral und das „Vobiscum satanas“ Album, obgleich die Dänen natürlich nicht die Präzision und Durchschlagskraft der Schweden erreichen. Spieltechnisch geht es aber in jedem Fall in diese Richtung. Rasende Geschwindigkeiten, abrupte Wechsel und ein sehr riffbetontes Gitarrenspiel, das sowohl extrem temporeich als auch lebendig und abwechslungsreich ist, werden hier ordentlich vorgetragen. Gesanglich agiert man meistens im typischen Black Metal Kreischgesang, doch hier und da sind auch tiefe, kehlige Death Metal Intonationen zu hören.
First legion of hell ist eine anständige Debütveröffentlichung, die vor allem aufzeigt, dass Rex Satanachia spielerisches Potenzial hat. Es ist nicht einfach, diese Vielzahl an Tempowechseln und hohen Geschwindigkeiten punktgenau und kontinuierlich durchzustehen. Hier und da mag es vielleicht noch ein minimales Timingproblem geben, doch fällt das kaum auf. Wer es schnell, satanisch und heftig mag, sollte ruhig mal ein Auge auf Rex Satanachia werfen, darf dabei allerdings nicht die Perfektion und Klasse der Schweden erwarten. Auch klanglich kann First legion of hell noch nicht mithalten, da es vor allem im Bereich der tiefen Töne noch an Volumen und Durchschlagskraft fehlt.
6,5/10
Aceust
01. The breath of Satanachia
02. Channeling the paragon of supernatural evil
03. Path of the magus
04. Luciferian bloodrites
05. As the first legion descends
06. Revelations of sathanas rex
So manches Mal erinnert mich Rex Satanachia an Dark Funeral und das „Vobiscum satanas“ Album, obgleich die Dänen natürlich nicht die Präzision und Durchschlagskraft der Schweden erreichen. Spieltechnisch geht es aber in jedem Fall in diese Richtung. Rasende Geschwindigkeiten, abrupte Wechsel und ein sehr riffbetontes Gitarrenspiel, das sowohl extrem temporeich als auch lebendig und abwechslungsreich ist, werden hier ordentlich vorgetragen. Gesanglich agiert man meistens im typischen Black Metal Kreischgesang, doch hier und da sind auch tiefe, kehlige Death Metal Intonationen zu hören.
First legion of hell ist eine anständige Debütveröffentlichung, die vor allem aufzeigt, dass Rex Satanachia spielerisches Potenzial hat. Es ist nicht einfach, diese Vielzahl an Tempowechseln und hohen Geschwindigkeiten punktgenau und kontinuierlich durchzustehen. Hier und da mag es vielleicht noch ein minimales Timingproblem geben, doch fällt das kaum auf. Wer es schnell, satanisch und heftig mag, sollte ruhig mal ein Auge auf Rex Satanachia werfen, darf dabei allerdings nicht die Perfektion und Klasse der Schweden erwarten. Auch klanglich kann First legion of hell noch nicht mithalten, da es vor allem im Bereich der tiefen Töne noch an Volumen und Durchschlagskraft fehlt.
6,5/10
Aceust
01. The breath of Satanachia
02. Channeling the paragon of supernatural evil
03. Path of the magus
04. Luciferian bloodrites
05. As the first legion descends
06. Revelations of sathanas rex
23.01.2009
Anael - From Arcane Fires | 2008| Paragon Records | CD | Black Metal
Nach dem stark an Samaels Frühwerke erinnernden Debütalbum Necromantic rituals, und dem kraftvollen wie riffbetonten, an neue Zemial erinnernden Zweitling On wings of mercury, folgt nun mit From arcane fires der dritte Streich. Das neue Album der stets okkult orientierten Gruppe Anael klingt wieder ganz anders. From arcane fires
vereint quasi die Rohheit vom Debüt mit der Melodik vom zweiten Album.
Herausgekommen ist dabei ein sehr eigenständiges und vom Anfang bis
Ende packendes Album.
Mit einer Spielzeit von über 61 Minuten ist das Album nicht gerade kurz geraten, doch Anael nutzt die Zeitspanne geschickt, indem abwechslungsreich gestrickte Lieder durch das Werk geleiten. Die Länge der einzelnen Lieder bewegt sich dabei zwischen fünf und zwölf Minuten, wobei man sich gerade in den längeren Stücken ausführlich Zeit nimmt, um den Hörer mit subtilen, atmosphärischen Parts zu berauschen. Das Schöne an dem Album ist nämlich, dass es zur keinem Zeitpunkt zu melodisch oder atmosphärisch wirkt. Anael spielt stets bedacht und subtil, was schlussendlich natürlich auch die mystische Ausstrahlung der Lieder und Passagen unterstreicht. Essentiell dafür ist das sehr gute Gitarrenspiel, welches immer wieder sehr gute Riffs und Melodien offenbart, die einerseits so offensichtlich sind wie auf On wings of mercury, aber auch sehr versteckt und unauffällig platziert und gestaltet wurden. Die atmosphärischen Strukturen sind zwar insgesamt betrachtet das dominierende Element, doch gibt es selbstverständlich auch harte und teils sehr kraftvoll arrangierte Parts, die einen dann regelrecht wach rütteln.
Anael hat mit dem dritten Album From arcane fires ein weiteres Mal ein überaus gelungenes und ansprechendes Werk erschaffen. Es ist das bisher eigenständigste Werk, welches mir auch am besten gefällt. Obwohl es atmosphärisch ist, ist es weniger melodisch als der Vorgänger. Es wirkt nicht so „verspielt“, besitzt stattdessen mehr Dunkelheit und ist auch in den kraftvollen und harten Parts energisch und packend.
7,5/10
Aceust
01. Devil's tongues
02. She is ever a moon
03. Down winding stairs
04. Blood and honey
05. Song of the moth
06. All souls night
07. Mûspilli
http://www.anael.de/
Mit einer Spielzeit von über 61 Minuten ist das Album nicht gerade kurz geraten, doch Anael nutzt die Zeitspanne geschickt, indem abwechslungsreich gestrickte Lieder durch das Werk geleiten. Die Länge der einzelnen Lieder bewegt sich dabei zwischen fünf und zwölf Minuten, wobei man sich gerade in den längeren Stücken ausführlich Zeit nimmt, um den Hörer mit subtilen, atmosphärischen Parts zu berauschen. Das Schöne an dem Album ist nämlich, dass es zur keinem Zeitpunkt zu melodisch oder atmosphärisch wirkt. Anael spielt stets bedacht und subtil, was schlussendlich natürlich auch die mystische Ausstrahlung der Lieder und Passagen unterstreicht. Essentiell dafür ist das sehr gute Gitarrenspiel, welches immer wieder sehr gute Riffs und Melodien offenbart, die einerseits so offensichtlich sind wie auf On wings of mercury, aber auch sehr versteckt und unauffällig platziert und gestaltet wurden. Die atmosphärischen Strukturen sind zwar insgesamt betrachtet das dominierende Element, doch gibt es selbstverständlich auch harte und teils sehr kraftvoll arrangierte Parts, die einen dann regelrecht wach rütteln.
Anael hat mit dem dritten Album From arcane fires ein weiteres Mal ein überaus gelungenes und ansprechendes Werk erschaffen. Es ist das bisher eigenständigste Werk, welches mir auch am besten gefällt. Obwohl es atmosphärisch ist, ist es weniger melodisch als der Vorgänger. Es wirkt nicht so „verspielt“, besitzt stattdessen mehr Dunkelheit und ist auch in den kraftvollen und harten Parts energisch und packend.
7,5/10
Aceust
01. Devil's tongues
02. She is ever a moon
03. Down winding stairs
04. Blood and honey
05. Song of the moth
06. All souls night
07. Mûspilli
http://www.anael.de/
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