16.07.2007

Leichenbrand - Durch die Dunkelheit | 2006 | Black Metal | CDR | Black Metal

Es liegen nur zwei Monate zwischen Durch die Dunkelheit und ...und im Feuer lagen meine Träume. Trotz dieser direkten zeitlichen Nähe ähneln sich beide Werke nicht unbedingt. Dies wird schon allein durch die Anzahl der Lieder, bei ähnlicher Gesamtspielzeit deutlich.

Das erste Lied, Die Reise beginnt, ist dabei das mit Abstand kürzeste Lied. Es ist im Groben ein eingängig schleppendes Lied, das durch die verzerrten und überlagerten Gitarren bestimmt wird. Die Gitarren klingen nun nicht mehr so laut, kraftvoll und präsent wie auf …und im Feuer lagen meine Träume. Stattdessen ist ihr Klang unsauberer und verzerrter, was in der Kombination mit dem Gesang, der ebenfalls nicht mehr so laut und aggressiv ist, für eine konstant schwermütige Stimmung sorgt.

Das fast doppelt so lange In die Dunkelheit erweist sich bereits in den ersten Minuten als abwechslungsreicher. Der Anfang ist zwar schleppend und eingängig, doch schon sehr bald folgt eine melodische Passage mit ruhigem Rhythmus. Hiernach folgen schleppende Parts, die vereinzelt sehr eingängig beschaffen sind. Diese schleppenden Parts werden immer wieder durch strukturelle Variationen unterbrochen oder auch angereichert. Diese Variationen äußern sich in rhythmischen Veränderungen oder zusätzlichen Melodiebögen im Hintergrund. Über die Dauer von knappen zwölf Minuten erweist sich die Gitarrenarbeit als die abwechslungsreichste Komponente, da das Spektrum von sehr eingängig und ausdauernd bis hin zu klar und melodisch reicht.

Vergangenheit ist fast 15 Minuten lang und insgesamt gleichfalls schleppend strukturiert. Natürlich gibt es Variationen, schnellere und härtere Schübe oder auch eine klare, ruhige Passage mit sehr seichten Tönen. Doch Vergangenheit unterscheidet sich von In die Dunkelheit, da die Gitarren hier weniger komplex und verzerrt sind. Das Riffing und die Melodieführungen sind klarer und einfacher, wodurch Vergangenheit eine angenehmere Atmosphäre erfährt, da weniger Anstrengung vonnöten ist, um den Spielfluss zu folgen.

Das abschließende Heimgekehrt ist das längste Stück der CD und beginnt mit einer sehr ruhigen und angenehmen Melodie. Dieser ruhige Zustand währt jedoch nicht lange und es tut sich ein rhythmisch sehr eingängiges Lied auf, das über weite Strecken durch eingängige Gitarrenmelodien und Riffs bestimmt wird, ähnlich wie es in In die Dunkelheit der Fall war. Diese Passagen mit dem eingängigen Gitarrenspiel sind auf Dauer etwas anstrengend, da ihnen ein harmonisches Gegenstück fehlt, was für eine Art Gleichgewicht sorgen würde. Doch Heimgekehrt besteht nicht nur aus diesen Passagen, es gibt auch ruhige Parts, etwa in der Mitte des Liedes, wo eine Orgel zu hören ist, die von guten, passenden und dunklen Melodien begleitet wird. Darüber hinaus gibt es auch immer wieder mal Abschnitte, in denen Leichenbrand das anstrengende Gitarrenspiel verlässt, und melodischere und harmonischere Spielweisen einfließen lässt.

Durch die Dunkelheit ist kein einfaches Werk. Es ist sicherlich auch kein schlechtes, doch wäre in anbetracht der sehr langen Spielzeiten der einzelnen Lieder, etwas mehr melodische Abwechslung wünschenswert. Im Booklet der CD ist zu lesen, dass Leichenbrand keine Band sondern ein Zustand ist. Wenn man mit dieser Aussage im Hinterkopf Durch die Dunkelheit hört, kann man sich womöglich ein wenig an die Gemütslage des Musikers annähern, da die zuweilen eingängigen und anstrengenden Parts etwas verstörendes haben, was man auf Dauer nicht immer gut aushalten kann.

01. Die Reise beginnt
02. In die Dunkelheit
03. Vergangenheit
04. Heimgekehrt

Hellvetic Frost - Cold, Grim, Evil | 2007 | Seelenkrieg Records | Kassette | Black Metal

Nachdem Seelenkrieg Records letztes Jahr bereits das erste Demo von Hellvetic Frost wiederveröffentlichte, kamen diesen Mai Cold, grim, evil und Vergeltungsschlag hinzu. Cold, grim, evil war das zweite Demo aus dem Jahre 2003.

Nach dem kurzen Intro legt Hellvetic Frost sogleich richtig los. Through the dark… ist ein ein sehr flottes Lied mit antreibendem Rhythmus, schnellen Breaks und übersichtlichem Riffing. Vor allem das Riffing ist ein barer Leckerbissen, da es zwar einfach aber dafür sehr wirksam ist und punktuell eine erhabene Eiseskälte ausstrahlt.
Mit From weapons, horses and the moon folgt ein erstklassiges Instrumentalstück in einem kraftvollen und schleppenden Rhythmus. Das Lied besticht ebenfalls durch grandiose Melodien und einem wunderbaren Riff, das glücklicherweise oft wiederholt wird.
Kompromisslos schnell und stampfend geht es dann mit Malicious I relieve my soul weiter. Auch hier unterlegt Hellvetic Frost das schnelle Spiel mit wunderbaren Riffs, die tatsächlich das Prädikat „kalt, grimmig, böse“ verdienen. Es ist schon ein wenig erstaunlich, was für eine immense Wirkung die Gruppe mit relativ geringem Aufwand erzielt. Doch Malicious I relieve my soul ist nicht nur schnell, die zweite Hälfte des Liedes ist schleppend und stampfend und erst kurz vor dem Ende wird es erneut treibend und schnell.

Ruhig und dementsprechend langsam ist Circulus vitiosus. Es ist ein langes Stück mit ruhigem Gesang und einer dunklen, schwermütigen Melodieführung. Im letzten Titel Eine Vision der Erlösung übernimmt der Schlagzeuger Paganwarrior Gesang und Gitarre, was man auch gut hören kann. Anfangs ist das Lied rhythmisch flott und antreibend, doch die Riffs werden nicht so schnell und eisig geschmettert wie sonst von Gitarrist Grim, sind dafür melodischer und abwechslungsreicher. Der Gesang von ihm ist lauter und verzerrter, wodurch der Gesang energischer, eindringlicher und letztlich auch hasserfüllter klingt. Die zweite Hälfte hingegen ist schleppender und durch melodischeres, teils düster angelegtes, Gitarrenspiel gekennzeichnet.

Hellvetic Frost konnte mich bereits mit dem ersten Demo Nihilstic thoughts… überzeugen und für sich gewinnen. Dies können die Schweizer mit Cold, grim, evil nun locker wiederholen, da mich das Riffing auf diesem Demo gnadenlos in seinen Bann zieht. Das schleppennde und ruhigere Circulus vitiosus hat zwar auch etwas, doch hat es für mich nicht so eine fesselnde und vereinnahmende Atmosphäre wie die schnellen und antreibenden Stücke.

Die Wiederveröffentlichung ist auf Kassette in einer Auflage von 100 Stück erschienen. Der Tonträger kann sich sehen lassen, da die Kassette weiß und beidseitig bedruckt ist und das Cover aus dickem, beschichtetem Papier ist.

01. Intro
02. Through the dark, through the black, through my heart
03. From weapons, horses and the moon
04. Malicious I relieve my soul
05. Circulus vitiosus
06. Eine Vision der Erlösung

12.07.2007

Donnergroll - Das Donnerduett | 2007 | Oskorei Bild und Tonkunst | CD | Black Metal

Bei, Das Donnerduett, handelt es sich nicht um ein neues Album. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine Zusammenstellung alter Rehearsal-Stücke aus der Zeit von 1997-2001, die für diese Veröffentlichung neu abgemischt wurden. Das Donnerduett ist dem Gründungsmitglied Myrkvid gewidmet, weshalb der Tonträger auch den Untertitel „A Tribute to Myrkvid“ enthält. Aktuell ist Donnergroll auf der Suche nach einem neuen Sänger um ein neues Kapitel zu beginnen.

Ouverture infernale ist ein ziemlich abgefahrener Instrumentaleinklang. Wie es sich für ein Rehearsal gehört, ist der Klang der Gitarre rau, unsauber und schrummig, und auch das Schlagzeug klingt etwas dumpf auf den Trommeln und das Becken hallt metallisch nach. Abgefahren ist aber nicht der Klang sondern die Spielweise. Donnergroll spielt ausschließlich ohne Bassgitarre, was Ouverture infernale sehr zu gute kommt. Der Rhythmus ist schleppend, wird aber sehr abwechslungsreich vorgetragen. Die Gitarren wurden gleichfalls sehr vielfältig gespielt. Manchmal ist schrummiges, verwaschenes Riffing zu hören aus dem sich dann gute Melodien herauskristallisieren. Ab und an kommt eine zweite Gitarre hinzu, die ruhige und sphärische Klänge anstimmt.
Nach dieser ausgesprochen erstklassigen Einleitung, folgt Macht der Gewohnheit. Es ist ein schleppendes Stück, in dem das Becken massiv verwendet wird. Der Gesang ist leise, rau und stark verzerrt und hat etwas sehr hasserfülltes. Phasenweise ist das Riffing sehr aggressiv und laut, dabei kommt es zu einem leichten Übersteuern und bei einem Rhythmuswechsel, ist gar ein kleiner Spielfehler zu verzeichnen, was mir das Ganze aber noch sympathischer macht. Denn wenn man Donnergroll so zuhört, hat man das Gefühl, mitten im Proberaum dabei zu sein. Dies wird nicht nur durch den Klang erzielt sondern auch durch die Spielweise. Macht der Gewohnheit ist sehr abwechslungsreich, es macht mehrere unterschiedlich strukturierte Etappen durch, so, als würden die Musiker verschiedenes ausprobieren.

Involved ist dann ein kurzes und sehr treibendes Lied, das zum Ende hin schneller wird und mit einem rauen Soli gespickt ist.
Düster geht es dann mit Abysical remains weiter, das am Anfang durch eine ruhige Gitarrenmelodie und einer lauten, heiseren „Flüsterstimme“ bestimmt wird. Abysical remains ist ein langes Lied, welches vorwiegend stampfend und schleppend beschaffen ist. An verschiedenen Stellen wird der eigenartige Gesang, der eine Mischung aus rauem, lauten Sprechen und Kreischgesang ist, sehr laut, sodass es zu einem Übersteuern kommt. Im Hintergrund ist die vielfältig und lebendig gespielte Gitarre zu hören, die zwischen melodischem Spiel und Soli pendelt, und dabei manchmal schon ziemlich beansprucht wird.
Ebenfalls abgefahren oder aber zumindest eigenartig ist I dwell in hell, welches sehr gitarrenbetont ist. In der ersten Minute besteht das Gitarrenspiel aus schnellen, schrägen Melodien zu denen der knurrende rabenhafte Gesang zu hören ist. Ab und zu wird dieses schnelle Gitarrenspiel dann aber ähnlich sphärisch, wie eingangs in Ouverture infernale. Nach diesem Einstieg wird I dwell in hell eingängig schnell.

Human game hört sich so an, als hätte Donnergroll hier einen Drumcomputer verwendet. Der Rhythmus hört sich sehr mechanisch an. Dafür sind aber die Gitarren umso interessanter inszeniert worden und auch der Gesang, der diesmal unverzerrt ist, und sich nach einem Rufen anhört, will beachtet werden.
Dieser klare und rufende Gesang, der irgendwie schon etwas Abfälliges hat, ist auch in Lions & tigers zu hören, einem Lied, in dem zum ersten Mal ein Keyboard zu hören ist. Dieses wurde allerdings dezent angewandt und fügt sich gut in die fiese, dreckige Atmosphäre ein. (Nachtrag: Es handelt sich nicht um ein Keyboard, sondern um eine unverzerrte Gitarre.)

Stand above the earth beginnt sehr schnell und druckvoll und hört sich in diesen anfänglichen Momenten nach gutem altem Speed / Thrash Metal an. Nach dem schnellen Einstieg verwandelt sich das Lied allerdings in ein langsames Stück, das durch den lauten klaren Gesang und einigen melodischen Einschüben bestimmt wird.
Die zwei letzten Titel sind beide Instrumentalstücke, wovon In thy blood jedoch das einzige Lied ist, welches 2006 aufgenommen wurde und damit ein Bonusstück ist.

Das Donnerduett ist eine sehr interessante Veröffentlichung, die einen überblickenden Einblick in das Schaffen von Donnergroll gewährt. Es macht einfach Spaß, dem musikalischen Treiben von Donnergroll zuzuhören. Das Material enthält sehr interessante wie auch gute Elemente und ist zuweilen sehr unterschiedlich beschaffen. Um Gefallen hieran finden zu können, muss man allerdings voraussetzend mitbringen, Rehearsals schätzen zu wissen. Einerseits wegen dem Klang, andererseits aber auch des experimentellen Charakters wegen, da nicht immer alles vollendet und ausgewogen ist. Genau dies gefällt mir aber an Das Donnerduett. Es macht einen sehr authentischen Eindruck.

Bleibt abzuwarten, wie sich Donnergroll entwickelt, wenn ein neuer Sänger gefunden ist und neues Material geschrieben wird.

01. Ouverture infernale
02. Macht der Gewohnheit
03. Involved
04. Physical remains
05. I dwell in hell
06. Human game
07. Lions & tigers
08. Stand above the earth
09. In thy blood
10. Between heaven and hell

10.07.2007

Mørkriket - Hellwards | 2007 | Twilight | CD | Black Metal

Beim dritten Album Hellwards, fällt sofort der weitaus bessere sowie druckvollere Klang auf, sofern man den Vorgänger Hassgard noch im Gehör hat. Die ersten Sekunden von Hell in all its glory machen dies mehr als deutlich, da das Spiel hier aufbauend langsam ist und dadurch der klare und kraftvolle Klang sich voll entfalten kann. Hierauf folgt jedoch sehr bald ein sehr schneller, harscher und heftiger Part mit stampfendem Schlagzeugspiel und rasenden Riffs. Es wechseln sich dann schleppende aber treibende Parts mit diesen schnellen und brutalen Passagen ab.

Ähnlich verhält es sich auch mit Void und The faceless god, wobei in Void die Gitarrenarbeit subtiler ausgefallen ist und an einigen Stellen sogar das Bassspiel schön deutlich zu hören ist. Die Grundstimmung ist natürlich eine raue und grimmige, doch gerade in den etwas langsameren Abschnitten von Void beweist Mørkriket ein geschicktes Händchen für gute Harmonien.
Ebenfalls mit guten harmonischen Momenten beginnt Monuments, ein insgesamt eher schleppend gehaltenes Lied. Es gibt auch vereinzelte rhythmische Variationen die etwas schneller werden, doch von der anfänglichen spielerischen Brutalität, die mit dem ersten Stück Hell in all its glory so unheilvoll losbrach, spürt man nur noch wenig. Dies ändert sich mit Purification ein wenig, welches mit kraftvollem Riffing beginnt und in dieser Phase etwas dreckig klingt, was durch den kurzen verächtlichen Schrei verstärkt wird. Purification ist dann zwar zunächst auch schleppend, durchzogen von guten Melodien im Hintergrund, die mich entfernt an Kampfars „Fra Underverdenen“ erinnern. Im Mittelteil gibt es einen kurzen schnellen und aggressiven Einschub, bevor es dann bis zum Ende schleppend weitergeht.

Ganz anders ist es dann mit Wading through christian blood, welches stampfend und hämmernd anfängt und dabei sehr destruktiv rüberkommt. So heftig und hasserfüllt bleibt es dann aber nicht. Im mittleren Teil gibt es einen guten polternden Part mit wundervollen klaren Riffs worauf eine langsame und atmosphärische Passage folgt, in der gleichfalls wunderbare Melodien zu bestaunen sind.
Mehr Schnelligkeit gibt es in den beiden folgenden Liedern Greater than all gods und Gathering of souls, wobei ersteres mehr schleppende Strukturen aufweist als Gathering of souls, das zuweilen sehr aggressiv und tosend ist. Das letzte und längste Lied, Of fire and shadow, ist dann ein abwechslungsreiches Lied, in dem es sowohl dezidiert schnelle und eingängige Passagen gibt, wie auch langsamere Abschnitte in denen das melodisch angehauchte Gitarrenspiel zum Tragen kommt. Of fire and shadow ist aber nicht das wirklich letzte Lied, da es noch ein weiteres auf der CD gibt, das nicht in der Trackliste angeführt ist. Es ist ein kurzes Lied, das sehr riffbetont ist und etwas rockig wirkt.

Hellwards ist ein interessantes Album geworden, was auch ein wenig überrascht, da es nicht so rau und extrem ist, wie der Vorgänger Hassgard. Es sind auch auf dem aktuellen Album heftige Facetten enthalten, doch überwiegen diesmal weniger schnelle Strukturen, die nicht selten mit gitarrenbetonten, harmonischen Elementen unterlegt wurden.

01. Hell in all its glory
02. Void
03. The faceless god
04. Monuments
05. Purification
06. Greater than all gods
07. Wading through christian blood
08. Gathering of souls
09. Of fire and shadow

08.07.2007

Funeral Forest - Against The Modrn Black Metal | 2007 | Oskorei Bild und Tonkunst | Kassette | Black Metal

Der Name des aktuellsten Demobandes, Against the modern Black Metal, ist wie eh und je Programm bei Funeral Forest. Nachdem das Intro ausgeklungen ist, folgt mit Simerian hate ein Lied, welches in einer anderen Version bereits auf der Split Deep in the Spirit of Underground Black Metal vertreten war. Es ist ein gutes Lied, das zwar rau und grimmig ist aber dennoch einfache aber feine melodische Züge aufweist. Zuweilen erinnern mich Gesang und Riffing ein wenig an Odal mit der EP „Traitor“ oder dem ersten Album „Sturmes Brut“.

Diese Ähnlichkeit bestätigt und verfestigt sich mit Misanthropic forest, dessen Riffing in den ersten Sekunden „A New Beginning“ vom „Sturmes Brut“ Album zum verwechseln ähnlich ist. Doch während im Lied von Odal die Strophe recht bald beginnt, dauert es in Misanthropic forest zwei Minuten bis es soweit ist. Ich möchte nicht darüber spekulieren, ob es eine zufällige Ähnlichkeit ist oder ob sich Funeral Forest etwas bei Odal abgeguckt hat. Diese Ähnlichkeiten sind jedenfalls nicht zu leugnen. Mit dem Beginn der ersten Strophe wird Misanthropic forest eigenständiger, es wandelt sich zu einem schleppenden Lied, mit eingängigen Riffs und rauem Rabengesang.

Mit schnellem Riffing nimmt Funeral Holocaust seinen Lauf. Hierauf folgt alsbald eine ruhige und gitarrenbetonte Passage, die dann wiederum von einem eingängig schnellen Part abgelöst wird. Aus den Wechseln zwischen langsamen und schnellen Passagen besteht dann das gesamte Lied, wobei die langsamen Passagen überwiegen und im stilistischen Rahmen von Funeral Forest sogar recht melodisch ausgefallen sind.
Sehr ruhig, und von schönen, leicht melancholisch eingehauchten Melodien durchzogen, sind die ersten Minuten von Winter mayhem, einem Instrumentalstück. Und auch als das Schlagzeug einsetzt und die ruhigen Melodien einer raueren Variante weichen, bleibt es angenehm ruhig und schwermütig. Winter mayhem ist ein langes Lied in dem es wenig Variation gibt. Erst kurz vor dem Ende sorgt ein kurzer schneller Schub für ein wenig Abwechslung.

Against the mordern Black Metal wurde bereits 2003 aufgenommen, was man dem Material allerdings nicht anhört, wenn man etwa Barbarian supremacy und/oder Winter forest kennt, da der Klang etwas besser und differenzierter ist. Against the modern Black Metal unterscheidet sich aber nicht nur klanglich von den besagten Demos. Ihm fehlen die schroffen und aggressiven Anteile, es gibt nur sehr wenige schnelle Parts wodurch Against the modern Black Metal zunächst einmal nicht mehr ganz so rau und extrem klingt. Es herrschen lange und schleppende Passagen vor, die oftmals mit einfachen aber wirksamen melodischen Gitarrenmelodien unterlegt wurden.
Obwohl Simerian hate und Misanthropic forest zum Teil große Ähnlichkeiten zu Odal aufweisen, sind es dennoch unterm Strich zwei gute Titel. Wer sich also von dem Titel Against the modern Black Metal angesprochen fühlt, dürfte auf keinen Fall hiervon enttäuscht werden.

Erschienen ist das Ganze natürlich wieder auf Kassette, in einer Auflage von 198 Stück.

01. Intro - Into the pagan forest
02. Simerian hate
03. Misanthropic forest
04. Funeral Holocaust
05. Winter mayhem
06. Outro - Valhalla kingdom of Crom

02.07.2007

Sworn - The Alleviation | 2007 | Twilight | CD | Black Metal

The alleviation heißt das Debütalbum, dieses norwegischen Quintetts, in dem Lars Jensen von Myrkgrav als Sänger fungiert. Sworn steht in erster Linie für melodischen Black Metal, in dem manchmal eine gewisse nordische, atmosphärische Kälte mitschwingt.

Gleich das allererste Riff von Alleviation ist sehr melodisch wie auch einprägsam und weiß zu gefallen, da es einerseits relativ einfach beschaffen ist und andererseits eine eher schwere statt fröhliche Atmosphäre vermittelt. Nach diesem melodischen Auftakt gibt Sworn dann aber ordentlich Stoff, wird rhythmisch dezidiert treibend und schnell. Im Mittelteil wird es dann erneut sehr harmonisch, beide Gitarren spielen melodisch auf und kurzweilig ist auch ein leises und wohldosiertes Keyboard sphärisch im Hintergrund zu hören, welches dann in einem nahtlosen Übergang vom guten Eingangsriff abgelöst wird.

Mit einem mittelschnellen und stampfenden Rhythmus beginnt Heart of decay, welches aber wenig später langsamer und weniger druckvoller wird. Die Gitarren werden hier durchgängig melodisch gespielt und zusammen mit dem ruhigen Schlagzeugspiel wirkt das Lied zeitweise schon beinahe etwas rockig. Lediglich der verzerrte Gesang von Lars Jensen ist dann noch ein wirkliches hartes Element. In den letzten Sekunden wird es dann aber schnell und diese Spielweise erinnert mich dann ein wenig an die alten Dissection. Das melodische, helle Spiel der Führungsgitarre während des schnellen Parts, hat stimmungstechnisch etwas, was auch oftmals in der Musik der Schweden vorzufinden war. Etwas melodisches aber kaltes.

Silhouettes of a broken world ist ein kraftvoll intoniertes Lied, in dem Sworn abwechslungsreich agiert. Neben der melodischen Komponente gibt es mehrere Rhythmuswechsel und auch Parts, in denen die Gitarren schnelle und druckvolle Riffs schmettern. Hierauf folgt dann Derived, ein kurzes, von Streichinstrumenten vorgetragenes, Instrumental.
Ein weiteres druckvolles und treibendes Lied folgt dann mit Crow of passage. Das Tempo ist zumeist mittelschnell, wobei es hier zu zahlreichen Variationen kommt, die vor allem im mittleren Teil schön kräftig und stampfend klingen. Der Refrain ist langsam und von einem sehr melodischen Gitarrenspiel ausgekleidet.

Antreibend und sehr schnell beginnt Vivid visions, das längste Stück des Albums. Auch während der ersten Strophe wird dieser schnelle Zug beibehalten und Sworn klingt phasenweise regelrecht brachial. Das schnelle Riffing hat zwar nach wie vor einen harmonischen Charakter, doch in diesen schnellen Parts entwickelt es feine, eisige Züge. Bis auf das etwas ruhigere Ende, ist Vivid visions ein druckvolles und schön energisches Lied.

Das letzte Lied The beaty of my funeral ist zwar ebenfalls ein längeres Lied, doch ist es komplett in einem ruhigen Rhythmus gehalten und enthält einen hohen Anteil an harmonischen und melodischen Elementen. Manchmal macht es einen hymnenhaften Eindruck, da die Melodieführung sehr einprägsam ist.

Ich muss sagen, dass ich von Sworn angenehm überrascht bin. Für gewöhnlich mache ich mir nicht viel aus melodischem Black Metal. Gerade wenn es sich dabei um eine Gruppe aus Norwegen handelt, habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Doch bei Sworn ist es anders. Das Melodische ist zwar der Anker, der alles zusammenhält, doch hat Sworn es verstanden, der Melodie nicht die Überhand zu lassen. Es ist also kein überladenes Album, in dem die Melodien einen fröhlichen Ton anstimmen. Stattdessen gibt es aber auch kraftvolle und schnelle Parts, mit hervorragender Arbeit an den Saiteninstrumenten. Wer melodischen Black Metal mag, der dürfte mit The alleviation seine helle Freude haben.

Im Handel ist das Album ab dem 20. Juli erhältlich.

28.06.2007

Sol - Let There Be A Massacre | 2007 | Ván Records | CD | Doom Metal

Sol ist eine dänische Einmann-Gruppe, die, mit Let there be a massacre, ihr Debüt veröffentlicht hat. Stilistisch handelt es sich hierbei um Doom Metal, der je nach Phase, mehr in Richtung Funeral Doom geht oder auch zuweilen, ziemlich melodische Züge trägt.

Den Anfang macht Centuries of human filth, ein düsteres und schweres Lied im schleppenden Rhythmus, durchsetzt von langsamen und druckvollen Riffs, die teilweise sehr erdrückend wirken. Der Gesang von Sol ist dunkel verzerrt und manchmal auch etwas kehlig, was sehr gut zur Musik passt. Neben den bleiernen Riffs, sind auch ruhige, einfache Melodien zu hören, die sehr traurig oder gar trostlos klingen.
Der Mittelteil des folgenden Apathetic pride ist recht melodisch ausgefallen. Die Gitarre wurde in diesem Abschnitt viel lebendiger gespielt als im gesamten Centuries of human filth zuvor. Diese melodische, gitarrenbetonte Passage, wirkt aber keineswegs fröhlich. Es ist ein ruhiger Part, der wie das gesamte Lied eine bedächtige und ruhige Ausstrahlung hat.

Um einiges abwechslungsreicher geht es mit Boginki, dem längsten Titel des Albums, weiter. In der ersten Minute ist ausschließlich das Schlagzeug zu hören, wie es seinen Marschrhythmus trommelt. Nach dieser ersten Minute setzt die Gitarre schwer und dunkel ein, jeder Anschlag an den Saiten klingt ruhig aus. Nach einer weiteren Minute setzt eine Stimme ein, die so klingt, als würde jemand laut durch ein Megaphon schreien oder sogar schon kreischen. Obwohl die Zutaten in den Anfangsminuten recht simpel beschaffen sind, erschafft diese – vom Marschrhythmus bestimmte – Intonierung eine Spannung, die nicht so einfach loslässt. Diese Atmosphäre wird noch verfestigt, als ein ruhig gespieltes Instrument einsetzt, welches eine einfache aber wohlklingende Melodie zum Besten gibt. Was es für ein Instrument ist, kann ich nicht bestimmen, doch für mich klingt es nach einem Akkordeon oder etwas ähnlichem. Nach mehr als fünf Minuten, enden Marschrhythmus, das Akkordeonspiel und die Megaphonstimme und Sol setzt schleppend, dunkel und druckvoll ein, so wie auch in den Liedern zuvor. Allerdings ist es diesmal einen Tick langsamer, dunkler und erdrückender. Irgendwann ist dann auch die Gitarre mit einer hellen, ruhigen aber zutiefst traurigen Melodie zu hören, die hervorragend von Gesang und den dunklen, schweren Riffs begleitet wird. Dieser Part ist schwer zu beschreiben, alle Elemente passen perfekt zusammen, harmonieren exzellent miteinander.

Sehr düster und schleppend ist Where angels rot. Phasenweise ist wieder die langsam gespielte Gitarre zu hören, die ruhige, schwermütige Melodien von sich gibt. Ein ebenfalls sehr düsteres Lied ist Era of decadence, in dem vor allem der Gesang für heftige und dunkle Momente sorgt, da dieser phasenweise sehr energisch ist. Aber auch gute, diesmal dunkle, Melodien tragen zu dieser schweren Atmosphäre bei.
The inanity of man fällt durch mehr Abwechslung auf. Es ist nach Boginki das zweitlängste Lied des Albums und enthält neben den klassischen Doom Metal-Passagen auch Strecken, in denen sich leichte Rhythmuswechsel häufen, und das ansonsten, klar und fest klingende Riffing, etwas rauer und unsauberer wirkt.

Das abschließende Apocalypse könnte man als ein Outro bezeichnen, da es ein reines Instrumental ist, welches sich strukturell und spieltechnisch von den restlichen Lieder des Albums unterscheidet. Es ist ein sehr ruhiges Instrumental, in dem lediglich, ein sich wiederholender Paukenschlag, das einzige rhythmische Instrument ist. In Apocalypse ist dann auch wieder dieses Instrument zu hören, welches ich für ein Akkordeon halte. Zusätzlich zu dem vermeintlichen Akkorden, gibt es noch zwei weitere Instrumente, die ich nicht eindeutig zuordnen kann. Eines ist ein Saiteninstrument, das andere könnte eine Oboe oder eine Klarinette sein. Die Melodien und Harmonien, die mit diesen Instrumenten erzeugt werden, sind jedenfalls von ernster Statur und drücken – passend zum Titel – etwas Endgültiges aus.

Let there be a massacre ist ein sehr anständiges Doom Metal-Album, das neben den traditionellen Stilelementen glücklicherweise auch eigenständige, wie auch untypische Anteile enthält. Gerade diese Eigenheiten von Sol, wissen mir zu gefallen. Die eher normalen Doom Parts sind zwar ebenfalls nicht schlecht, aber auch nicht überwältigend, ausgenommen die grandiosen Riffs, die Sol vereinzelt in den Liedern platziert hat.

 01. Centuries of human filth
02. Apathetic pride
03. Boginhi
04. Where angels rot
05. Era of decadence
06. The inanity of man
07. Apocalypse

27.06.2007

Locus Mortis - Voust | 2007 | ATMF | CD | Black Metal

Nachdem mich die zwei Musiker MZ und RM letztes Jahr bereits mit ihrer Funeral Doom Black Metal-Gruppe Urna und deren Album Sepulcrum begeistern konnten, gibt es nun ein neues Album von ihrer okkulten Black Metal-Gruppe Locus Mortis.
Wer nun insgeheim hofft, ein weiteres überaus düsteres Werk der Marke Urna oder Arcana Coelestia zu bekommen, wird enttäuscht werden. Denn Voust ist ein vorwiegend schnell vorgetragenes Album, das weitgehend ohne abgründige und atmosphärische Klangpassagen auskommt.

Harmonien und Melodien gibt es zwar auch bei Locus Mortis, doch spielen dieser im Bezug zu Urna und Arcana Coelestia eine eher untergeordnete Rolle. Stattdessen gibt eine schnelle, zuweilen gar regelrecht pressend wirkende Spielweise, den bestimmenden Ton an. Hinzu kommt als zweites Hauptmerkmal der gut inszenierte Gesang, der rau und grell verzerrt ist und eine Eiseskälte versprüht.
Von den Saiteninstrumenten, vornehmlich den Gitarren, gehen natürlich auch diverse Melodiestränge aus, die zuweilen sehr komplex wirken, da sie nicht selten sehr schnell und dabei abwechslungsreich gespielt werden. Manche dieser Melodiebögen wirken zuweilen auch düster und beklemmend, gerade wenn sie etwas langsamer und ruhiger daherkommen. Vereinzelt wurde von Locus Mortis auch ein sehr gelungenes Soli eingestreut, wie etwa in Tempus mortis, wo es gekonnt als Überleitung von einem schnellen in einen dunkelharmonischen Part fungiert.

Der erste Eindruck, nämlich, dass Voust ein schnelles und nicht selten auch brachial sowie komplex verwobenes Album ist, verflüchtigt sich nach einigen Durchläufen, da Locus Mortis ziemlich geschickt eine Vielzahl von unauffälligen harmonischen Elementen implementiert hat. Diese wollen jedoch entdeckt werden, bevor sie ihre atmosphärische und vereinnahmende Pracht offenbaren. Denn so schnell, harsch und brutal das rhythmische Spiel auch manchmal sein mag, so mystisch und erstklassig sind auch diese versteckten harmonischen Schnipsel, die in fast jedem Lied ihren Ort haben. Dann erkennt man auch einige düstere Parallelen zu Urna und Arcana Coelestia.

Voust ist kein Werk, welches sich einem auf Anhieb erschließt. Man muss ihm eine Zeit zum Reifen geben und sich der Musik vollends widmen, um die zahlreichen Feinheiten und Abstufungen wahrzunehmen. Denn sonst sieht man sich von der harschen Schnelligkeit geblendet und verpasst die versteckten, hervorragend arrangierten, harmonischen Elemente. So manches Mal sind nämlich auch die Gitarren, vor allem wenn sie schnell, grell und sehr abwechslungsreich gespielt werden, etwas anstrengend, da sehr komplex.

Unterm Strich ist Voust ein gutes und gelungenes Album, auch wenn mir einige Passagen zu komplex angelegt sind. Am Ende überwiegt dann aber dennoch die erstklassig umgesetzte Vermischung von brachialer Härte und Schnelligkeit, mit feinen, düsteren, und harmonischen Akzenten und der gut darauf abgestimmten Gesangsstimme, die alles gefrieren lässt.

01. Lasciate che vengano a me
02. La XIII porta
03. Sonno eterno
04. Resti
05. Avvento
06. Il respiro dei morti
07. Tempus mortis
08. Voust