26.06.2005

Licht- und Schattensaiten - Sonnenwind | 2005 | Eigenproduktion | CDR | Metal

Sonnenwind ist inzwischen die fünfte Veröffentlichung aus dem Hause Licht- und Schattensaiten. Wer vorheriges Material des Soloprojekts kennt, wird überrascht sein. Denn abgesehen von einer einzigen Ausnahme im vierten Lied, ist Sonnenwind ein reines Instrumentalalbum. Ich persönlich fand schon die einzelnen Instrumentalstücke auf den beiden Vorgängern sehr gut, so ist es also auch nicht verwunderlich dass mich die neue CD ebenfalls anspricht.
Obwohl Sonnenwind durch die instrumentalen Inszenierungen insgesamt ein ruhiges Album ist, gibt es immer wieder mal härtere Passagen zu hören. Diese Passagen kennzeichnen sich durch kraftvolleres Schlagzeugspiel und rockige Riffs aus. Da der Klang rundum gut und gelungen ist, das Schlagzeug sehr viel Druck und Kraft besitzt und der Bass sehr präsent und gut zu hören ist, macht es einfach Spaß den Liedern und ihren musikalischen Veränderungen und Facetten zuzuhören. Besonders gut gefallen mir dabei die beiden letzten Lieder. Beide sind im Vergleich sehr unterschiedlich strukturiert, doch gemeinsam haben sie das wunderbar gefühlvolle Wechselspiel von ruhigen, akustischen und melodischen Momenten mit härteren und kraftvolleren Passagen.

Sonnenwind ist für mich die bisher beste Licht- und Schattensaiten-Veröffentlichung. Es ist ideal für tiefe und ruhige Stunden und lädt ein zum Abtauchen in Gedanken- und Innenwelten. Jeder der sich instrumentaler experimenteller Musik aufgeschlossen fühlt, sollte in Sonnenwind reinhören.

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14.06.2005

Kathaarsys - Portrait Of Wind And Sorrow | 2005 | Eigenproduktion | CD | Black/Death/Doom

Bei Kathaarsys handelt es sich um eine Gruppe aus dem spanischen Galizien, die 2002 aus dem Schutt der Gothic / Doom Band Elsenor entstand. Portrait of wind and sorrow ist die bisher erste und einzige Veröffentlichung Kathaarsys' .

Mit dem Eröffnungsstück Perennial forest of winter legt Kathaarsys eine beeindruckende und zugleich überraschende Darbietung dar. Das Lied ist sehr abwechslungsreich, dabei aber stets kraftvoll und zuweilen richtig bissig. Dies lässt der Anfang des Liedes zunächst jedoch nicht erwarten, da dieser sehr atmosphärisch und beschaulich ausgefallen ist, zumal klarer Gesang zu hören ist. Doch dieser ruhige einleitende Part mündet in einer schnellen brachialen Passage, die ihre Härte vor allem durch das prägnante Riffing bezieht. Nun ist auch der Gesang schön eindringlich verzerrt. Mit den Veränderungen der Rhythmik und Intensität der Musik verändert sich auch der Gesang; der abwechselnd aus dem verzerrtem Kreischgesang, einer tiefen und kräftigen Death Metal-Stimme und den klaren Gesängen besteht.
Nach dem abwechslungsreichen Perennial forest of winter beginnt Gnostic seasons mit roher Brachialgewalt als astreiner Nackenbrecher. Doch dies bleibt natürlich nicht so, später kommen ruhige atmosphärische Passagen hinzu, welche die schnellen und schleppenden Passagen immer mal wieder durchbrechen. Das Konzept ist sicherlich nicht neu, die Lieder so zu strukturieren dass sich harte Abschnitte mit ruhigen oder melodischen abwechseln. Kathaarsys setzen diese Idee jedoch sehr gut um und zeigen dabei viel Eigenständigkeit. Die Spanier überzeugen nämlich sowohl in den Death Metal lastigen Momenten, mit dem tiefen Gesang, dem harten technischen Riffing wie auch in den melodischen und klaren Passagen als auch mit den zahlreichen schleppenden Arrangements. Das Schöne dabei ist, dass Kathaarsys jegliche Atmosphäre erzeugen, ohne auf ein Keyboard oder ähnliches zurückgreifen zu müssen. Lediglich die Passagen mit dem klaren Gesang sagen mir nicht ganz zu, da mir die Stimme ein wenig zu freundlich respektive harmlos erscheint.

Portrait of wind and sorrow ist ein sehr vielschichtiges Werk, bei dem es mit einer Gesamtspielzeit von über 65 Minuten einiges zu entdecken gibt. Wer stil übergreifenden, extremen Metal mag, der zwischen Black, Death und Doom Metal sowie progressiven Anteilen hin und her pendelt, wird hiermit sicherlich seine Freude haben. Das Album erschien bereits 2005 in Eigenregie und wird jetzt im Herbst über Silent Tree Productions wiederveröffentlicht.

01. Perennial forest of winter
02. Gnostic seasons
03. Epic pagan times
04. Portrait of wind and sorrow
05. Walk the mist in the lack
06. Nectar in the nocturnal river

11.06.2005

Infinite Hate - Heaven Termination | 2005 | Displeased Records | CD | Death Metal

Heaven termination ist das zweite Album der Niederländer Infinited Hate, bei denen auch zwei Leute vom Urgestein Sinister mitmischen. Geboten wird technischer Death Metal fernab brachialer Eingängigkeit. Demonic sepulture beginnt zwar recht viel versprechend: schnell, antreibend und eingängig mit überschaubarem Riffing und dem typischen tiefen Gesang. Doch schon recht bald werden die Strukturen komplexer, Rhythmuswechsel berauben die Eingängigkeit und die Gitarren werden bis aufs Äußerste mit schnellen, technisches Riffs und einem Soli strapaziert. Leider gelobt Unholy commandments keine Besserung. Schnelle, harte Passagen sind recht selten und vorwiegend beherrschen viele Rhythmuswechsel das Geschehen, die wieder mit den extrem spielfreudigen Gitarren ausgeschmückt werden. Infinited Hate halten ihre Musik pausenlos in Bewegung, einen konstanten oder eingängigen Spielfluss lassen sie gar nicht zu. Heaven termination wird als „Brutal Death Metal“ beworben, doch dies stimmt nur bedingt, denn diese technischen und abwechslungsreich gestalteten Strukturen machen eine wirklich brutale Spielweise einfach unmöglich.

Leider tut der Klang sein übriges dazu. Er ist zwar klar und differenziert, jedoch fehlt ihm der nötige Druck, um der Musik so noch etwas Brachialität einzuhauchen. Wer technischen mit vielen Rhythmuswechseln gespickten Death Metal mag, wird mit Heaven termination sicher zufrieden sein. Ich bevorzuge lieber brachialen eingängigen Death Metal.

01. Intro
02. Demonical sepulture
03. Unholy commandments
04. Horned priest
05. Citadel of carnage
06. See hell
07. Purity corrupted
08. First faced agressor
09. Memento recollection
10. Pierced with nails
11. Before the creation of time (Unleashed Cover)

10.06.2005

Incriminated - The Promise Of Worse To Come | 2005 | From Beyond Productions | CD / Vinyl | Black Death Metal

The promise of worse to come schwächelt etwas, es bedarf diesmal auch mehr Zeit um sich mit dem Werk anzufreuden. Incriminated hatten uns wohl zu verwöhnt. Ein wenig scheint es so, als sei die Luft raus wenn man sich das neuste Album anhört. The promise of worse to come fehlt es an Spritzigkeit, der fiese Charakter wie ein Schlag mitten ins Gesicht ist abhanden gekommen. Incriminated rumpeln zwar nach wie vor in ihrer unverkennbaren Art dahin, doch der liebenswürdige Charme fehlt. Das hat zwei Gründe. Zum einen ist das Material an sich homogener, eingängiger – es fehlen die Ecken und Kanten und zum anderen ist auch der Klang zu platt und flach, zu sauber und kalt. Beides zusammen genommen schlägt sich leider negativ auf die Atmosphäre aus. Es macht einfach nicht so einen Spaß The promise of worse to come anzuhören wie ältere Sachen von Incriminated.

Das Album macht einen entschärften, weniger fiesen und dreckigen sowie gemächlicheren Eindruck. Es ist nahezu komplett in schleppenden und langsamen Rhythmen eingespielt, aggressive Schübe fehlen bis auf eine oder zwei Ausnahmen gänzlich. Hier und da wirken vereinzelte Arrangements sogar etwas nach Doom Metal der Marke Black Sabbath, vor allem die Basslinie ist hierfür verantwortlich.

Incriminated's neuste Veröffentlichung ist gewiss nicht schlecht, die konsequente Art und Weise wie sie in stets dunklen Tonlagen langsam schleppend spielen, vereinzelt ein langsames Soli einfügen kommt schon gut rüber. Die Umsetzung ist ihnen hervorragend gelungen und das Album für sich genommen wirkt schon stimmig, doch es fehlen eben die schnelleren und thrashigen Elemente die man sonst von der Band her kannte.

Wenn man The promise of worse to come öfters gehört hat und es nicht zu sehr mit den vorherigen Veröffentlichungen vergleicht, kann man durchaus Gefallen daran finden. Wer Incriminated bisher nicht kennt, für den wird das neue Album wohl leichter bekömmlich sein.

01. The task is black
02. Born to rule
03. Melting the core
04. Morbid utopia
05. The age of deserved doom
06. Noble are the warriors
07. The grand downfall
08. In sin
09. The last nightmare
10. We will be remembered

05.06.2005

Horna - Envaatnags Eflos Solf Esgantaavne | 2005 | Woodcut Records | CD | Black Metal

Nun ist es endlich so weit: nach diversen 7“ Vinyls sowie der Split LP mit Behexen vom vergangenen Jahr haben Horna ein neues Album fertig gestellt. Einige der EPs seit dem letzten regulären Album Sudentaival waren ja nicht immer das Gelbe vom Ei. Mit Envaatnags eflos solf esgantaavne ist dies nicht der Fall, das neue Album offenbart keinerlei Schwächen. Weder beim Klang noch im Material. Sofort mit dem Anfangstitel Vihan tie legen die Finnen erst einmal ungezügelt los und erschaffen schnell eine intensive Stimmung. Die Stücke sind im Großen und Ganzen allesamt im typischen Stile von Horna; treibender Black Metal - auch wenn nicht immer aggressiv und schnell - umsäumt von spielfreudigen Gitarren und dem unverkennbaren Gesang von Corvus. Wie bereits eben kurz erwähnt, gibt es neben diesen schnellen Stücken und Passagen auch einige mittelschnelle und schleppende Phasen auf Envaatnags eflos solf esgantaavne die zum Teil von sehr schönen melodischen Riffs und Arrangements begleitet werden. Überhaupt birgt das neue Werk an einigen Stellen äußerst gelungene Gitarrenmelodien die wunderbar akzentuiert worden sind und somit für eine eindringliche Atmosphäre sorgen.

Horna haben mit Envaatnags eflos solf esgantaavne ein in jeder Hinsicht überzeugendes und gelungenes Album kreiert das reichhaltig an Facetten ist, Schnelligkeit und Kälte besitzt aber auch melodische Inszenierungen die ergreifend sind.

Demnächst erscheint über Blut & Eisen auch eine Vinylversion des Albums die allerdings ohne Kuilunhenki ausgeliefert wird.

01. Vihan tie
02. Musta temppeli
03. Vala pedolle
04. Kirous ja malja
05. Saastainen kaste
06. Kuoleva lupaus
07. Zythifer
08. Kuilunhenki

04.06.2005

Hithlum - In The Land Of Mordor, Where The Shadows Lie | 2005 | Ketzer Records | CD | Pagan / Viking Metal

In the land of Mordor, where the shadows lie scheint die bisher erste und einzige Veröffentlichung von Hithlum zu sein, einer Gruppe die sich inhaltlich den Büchern Tolkiens widmet. Man muss sich nur die Liednamen durchlesen um zu wissen, womit man es zu tun hat – jedenfalls inhaltlich. Musikalisch machen es Hithlum einem schon schwerer. Einerseits gibt es sehr atmosphärische Passagen mit Chören und gelungener (nicht übertriebener) Keyboard-Begleitung, doch anderseits ist der Klang rau und erinnert stellenweise, wenn das Schlagzeug eingängig stampft, etwas an ältere Graveland-Veröffentlichungen, beispielsweise die Following the voice of blood. Rein vom musikalischen Aspekt her, könnte In the land of Mordor, where the shadows lie durchaus als ein Pagan / Viking Metal Album durchgehen, alle dafür benötigten Zutaten sind in dem Werk jedenfalls enthalten.

Hithlum zeigen sehr interessante Ansätze und erzeugen phasenweise auch ergreifende Atmosphären. Gerade diese Kombination atmosphärischer und rauer Elemente hat Potential. Insgesamt betrachtet fehlt dem Album allerdings etwas Reife und Gewachsenes, was jedoch für ein Debüt oft typisch ist. Deshalb fallen diese Schwächen auch nicht so sehr ins Gewicht und wenn Hithlum die guten Ansätze ausbauen und an den teilweise wirren Strukturen arbeiten, ist für die Gruppe noch einiges drin.

 01. First step of the Halflings journey
02. Land of the Horse Lords
03. When Saruman's words were wise
04. Hidden beneath Fangorn
05. The Morgul Lord
06. As the dead lay on the fields of Pelennor
07. Children of Thorondor
08. Through fire and water
09. Lieutenant of Barad Dur
10. Amon Amarth awakening (Return home to reclaim)

31.05.2005

Hate Forest - Sorrow | 2005 | Supernal Music | CD | Black Metal

Sorrow ist das inzwischen vierte Album von Hate Forest aus der Ukraine. Die früheren Werke sind mir nur flüchtig bekannt, deshalb ist es mir nicht möglich zu eventuellen Veränderungen Stellung zu beziehen. Sorrow jedenfalls hat es aber in sich. Die sieben Titel wirken wie aus einem eisernen Guss dem sich nichts entgegenzustellen vermag. Das Grundtempo ist stets sehr schnell ohne dabei nach Geknüppel zu klingen. Der schnelle Grundtakt wird selten verändert was natürlich eine starke Eingängigkeit mit sich führt. Diese Eingängigkeit von Sorrow ist jedoch von erlesener Qualität da Hate Forest konsequent und rücksichtslos diese Linie vom ersten bis zum letzten Lied durchziehen. Gut möglich dass es dem Einen oder Anderen auf Dauer zu langweilig ist, denn Sorrow ist ein Werk dessen Feinheiten beachtet werden wollen. Zu den hervorragenden Merkmalen gehören nämlich die Saiteninstrumente. Sowohl die Gitarren als auch der Bass sind für die Abwechslung und Atmosphäre verantwortlich. Natürlich werden auch sie über längere Strecken eingängig gespielt und man muss aufmerksam zuhören, doch dann eröffnen sich beim Hören wunderbare, zum Teil lang gezogene und verstecke Melodien, die sehr ausdrucksstark sind.Sorrow ist ein erstklassiges Album voller Härte, Kälte und edler Eingängigkei.

01. Cold of the grave
02. Fullmoon
03. What the ruins remember
04. Fog
05. As the sunlight dies
06. Night harvest
07. Chambers of the winds

Har Shatan / Front Beast - Pain & Misery / Laws Of The Cemetary | 2005 | Deathstrike Records | Vinyl | Black Metal

Mit Pain & misery gehen Har Shatan schneller und heftiger zur Sache als zuletzt beim überwiegend schleppenden Through the eyes of the night von der Split EP mit Wolfsschrei. Der neue Titel Pain & misery besitzt aber ebenso jene raue, unverfälschte und fiese Atmosphäre wie auch schon besagtes Lied zuvor. Vor allem die erste Hälfte des neuen Stücks besteht aus eingängigen Riffs und einem schnellem stampfenden Takt, was dank der fiesen Atmosphäre und konsequenten Eingängigkeit sehr brachial rüberkommt. In der zweiten Hälfte von Pain & misery herrscht hingegen ein langsamer Rhythmus vor, der von den jetzt mehr im Vordergrund und abwechslungsreicher gespielten Gitarren bestimmt wird.




 
Front Beast präsentieren sich mit Laws of the cemetary in bester Tradition. Laws of the cemetary ist ähnlich genial wie etwa Geschichten aus der Folterkammer von der Split EP mit Staub, wobei sich seit jener EP einiges am Schlagzeug verbessert hat. Langsam und rumpelnd, stetig die typischen grellen und lauten Gitarren und dazu der unverkennbare herrlich verzerrte Gesang. Laws of the cemetary ist ein typisches Front Beast Lied ohne Schwächen. Den Trend zum besseren und differenzierteren Klang setzen Front Beast mit dieser Veröffentlichung übrigens weiterhin fort.

Sowohl Har Shatan als auch Front Beast überzeugen mit ihren Beiträgen vollauf, vor allem die erste Hälfte von Pain & misery hat es in sich und lässt für die Zukunft frohes erwarten.

Die EP ist in einer Auflage von 666 Kopien erschienen, und kann und sollte von jedem gekauft werden, der bisherige Veröffentlichungen beider Bands mochte.

HAR SHATAN
01. Pain & misery

FRONT BEAST
02. Laws of the cemetary