01.05.2005

Interview: Odal


HATEFUL METAL: Grüß Dich, Taaken. Da ich von den Einleitungsfragen nach Bandgeschichte nichts halte – kann ohnehin jeder auf der Odal- Seite nachlesen -, hoffe ich, ist es Dir Recht, wenn ich sofort auf aktuelle Tatsachen zu sprechen komme. Die Veröffentlichung des zweiten Odal- Albums „… wilde Kraft“ steht kurz bevor. Steht denn ein genaues Datum bereits fest und bist Du mit dem Resultat zufrieden und entspricht es Deinen Vorstellungen?


TAAKEN: Sei gegrüßt Aceust,
für das Album gibt es kein genaues Datum zur Veröffentlichung, das Material liegt dem Label jetzt seit 1 Woche vor, und ist von da aus auch gleich zum Presswerk gegangen. Mit dem Material bin ich durchaus zufrieden, sonst wäre es nicht den Weg der Veröffentlichung gegangen. Sicher es gibt immer wieder einige Punkte die man hätte besser machen können, aber ich bin auch so vollauf zufrieden mit dem Erschaffenen. Einziges Manko ist, dass das CD Presswerk meinen Wunsch leider nicht ganz in die Tat umsetzen kann. Die ersten 1000 CD sollten mit einem Pappschuber im Goldprägedruck erscheinen. Da das Odal- Logo aber so viele feine Striche hat, ist das so mit dem Prägedruck nicht möglich. Die Konsequenz ist, dass es nun nur mit Gold gedruckt wird. Ich hoffe, dass es wenigsten bei der LP Version möglich sein wird.



Wenn man sich „…wilde Kraft“ anhört, fällt sofort auf dass das neue Werk um einiges professioneller produziert wurde als „Sturmes Brut“ damals. Siehst Du dabei die Gefahr oder Möglichkeit, durch die Verwendung besserer Aufnahmetechniken etwas an Atmosphäre oder Authentizität einzubüßen? Ich empfinde das neue Album um einiges kälter und abweisender als das alte Material, ist dies bewusst von Dir so gewollt oder siehst Du das vielleicht sogar ganz anders?


Die Frage hatte ich mir selbst bei den Aufnahmen immer wieder gestellt und ich bin für mich zu dem Entschluss gekommen; nein. Die Kälte die ich für „…wilde Kraft“ erspielen wollte ist zu 100% gelungen und wieder einmal muss ich zu einer der Odal- Aufnahmen sagen, dass der Sound wie die Faust aufs Auge passt. Er ist kalt, relativ roh und dennoch kraftvoll. Der Klang von „Sturmes Brut“ beispielsweise hätte zu „…wilde Kraft“ nicht gepasst, genauso wie es auch anders herum ist. In der Tat liegt das auch an der besseren Aufnahmetechnik, immerhin wurde „Sturmes Brut“ auf nur 4 analogen Spuren aufgenommen, „…wilde Kraft“ hingegen auf einigen mehr, was auch wieder der Musik zugute kommt, denn die Fülle an Gitarren hätte ich mit 4 Spuren nicht umsetzen können.
Allerdings muss man sicher etwas aufpassen, denn man kommt schnell dazu etwas zu verspielt im Sound zu werden, was aber dann nicht passieren kann, wenn man sich von vornherein im Klaren darüber ist, was man aufnehmen will. Und das bin ich mir grundsätzlicher immer, bevor ich etwas aufnehme.



Auffällig am neuen Klang ist nämlich auch, dass sowohl Gesang als auch – und vor allem – die Gitarren nicht mehr so im Vordergrund stehen. Warum? Gerade die vordergründigen Gitarren haben mir bei Odal immer sehr gefallen.


Nun ja, um die Aggression etwas mehr aus dem Album zu holen musste das Schlagzeug diesmal einfach etwas mehr in den Vordergrund gerückt werden, was durch das Mastern im Necromorbus Studio noch etwas verstärkt wurde, aber letztlich denke ich, dass die Instrumente so nun gut ausgewogen sind. Sie sind gleichwertig und bilden eine geschlossene Einheit. Sodass der Gesang etwas mehr in den „Hintergrund“ gerückt ist, wenn man es mit Sturmes Brut vergleicht, aber es passt einfach auf dieses Album, es ist - wie ich finde - keine leichte Kost, man muss das Album erst einige Male in der angemessenen Stimmung hören, um es zu verstehen.



Einhergehend mit dieser kalten Atmosphäre, sind die Strukturen auf „…wilde Kraft“ eingängiger und schneller als man es von Odal bisher kannte und gewohnt war. Wie kam es zu dieser Entwicklung und wird sich dieser Weg festigen?


Das Material ist besser ausgearbeitet und hat deshalb flüssigere Zusammenhänge, ich denke aber nicht, dass das Album im Ganzen eingängiger ist, da es viel detailfreudiger als „Sturmes Brut“ ist. Auch deshalb denke ich, dass dieses Werk schwerer zu verdauen ist.
Richtig ist, dass es ein schnelles Album geworden ist, was einfach wieder an dem Material an sich liegt. Es war also nicht von vornherein klar, dass ein schnelles Album aufgenommen wird und genauso wenig kann ich sagen, dass Odal jetzt konsequent weiter so klingen wird. Bis zum nächsten Album werden sicherlich noch einige Stürme über das Land ziehen und ich vermag jetzt wirklich nicht zu sagen, wie Odal dann klingen wird.



Es ist ja allgemein bekannt, dass Du neben Odal die kleine Plattenfirma „Irminsul Records“ sowie dazugehöriger Klangschmiede betreibst. Weshalb erscheinen die Odal- Veröffentlichungen nicht darüber sondern über Christhunt Productions?


Das hat verschiedene Gründe, der wichtigste ist das ich mit Irminsul einfach nicht den Rahmen für eine Odal Veröffentlichung schaffen kann / will. Mit Christhunt arbeite ich nun auch schon seit vielen Jahren gut zusammen und man bekommt alles so wie man es will, also gibt es auch keinen Grund für mich das Label zu wechseln.



Bedeutet das, dass Du mit Odal ein anderes, größeres Publikum erreichen möchtest als mit Wolfsschrei, Barastir oder den Irminsul Records Erscheinungen generell?


Nein, es ist eher so, dass mir die Arbeit damit einfach zuviel werden würde und Christhunt auch viel professioneller arbeiten können. Wie viele Leute ich damit erreiche ist mir letztlich egal, darum muss sich das Label kümmern. Es ist ja nicht so, dass ich damit Geld verdiene, im Gegenteil, es wäre wohl sogar eher so wenn ich es selbst über Irminsul produzieren würde. Ich kann und will aber auch nicht über Irminsul so große Veröffentlichen finanzieren, also nicht mal eben so 500 LPs und ein Paar CDs pressen.


Was für Möglichkeiten eröffnen sich Dir, neben Odal noch in Barastir und Wolfsschrei tätig zu sein?


Zu Barasir ist zu sagen, dass ich hier einen Kameraden unterstütze, Skoll, welcher eben in einem Projekt singen wollte. Daraus gebaren wir die Idee Barastir. Maniac Thunder, ein langjähriger Freund von Skoll, wurde von ihm auch mit ins Boot geholt. Und die Idee war und ist rohe, einfache und ehrliche Musik zu machen.
(auf Wolfsschrei wird später eingegangen)



Von Barastir ist kürzlich die zweite Veröffentlichung „The hate legion“ erschienen. Seit der ersten Veröffentlichung hat sich vieles verbessert, da drängt sich mir die Frage auf, ob Du womöglich mit dem Barastir- Beitrag zur 7“ Split EP mit Yersinia unzufrieden warst oder liegt das lediglich in einer gewöhnlichen Entwicklung geschuldet?


Nein, das ist etwas anders gelegen, die Stücke der EP wurden von mir und :corvus:
(Yersinia) zusammen in 4 Stunden geschrieben und mit Schlagzeug und Gesang aufgenommen, die Stücke des Tapes habe ich hingegen im Alleingang geschrieben. Die beiden Stücke wurden allerdings auch in wenigen Stunden geschrieben und mit Schlagzeug aufgenommen. Barastir besteht jetzt auch nur noch aus 3 Mitgliedern, was das Ganze auch einfacher macht. Ich bin aber mit beiden Veröffentlichungen relativ zufrieden, die Musik soll roh und ehrlich klingen und ich denke das ist uns gelungen. Es ist also im Allgemeinen so, dass Barastir, was die Musik betrifft, eher ein „improvisiertes“ Projekt ist, also kann in der jetzigen Phase nicht von einer Entwicklung die Rede sein. Es ist geplant zu gegebener Zeit ein Album in der jetzigen Besetzung aufzunehmen, allerdings wird das Material dann etwas länger durchdacht werden. Auch hier kann ich jedoch nicht sagen was letztlich - außer ehrlicher Musik - entstehen wird.



Mit Wolfsschrei (Deinem Solo-Projekt) bist Du auch recht aktiv, zuletzt sind zwei Split-Veröffentlichungen mit Har Shatan sowie Erhabenheit erschienen. Im Bezug zu „…wilde Kraft“ scheint sich Wolfsschrei an alte und rauere Odal- Zeiten zu orientieren. Interpretiere ich da zuviel hinein oder ist Wolffschrei für Dich tatsächlich ein Mittel und Weg, musikalische Intentionen zu verwirklichen die mit Odal nicht mehr möglich sind?


Ja es ist richtig, ich lebe in Wolfsschrei meine Liebe zum Black Metal der alten Schule aus, was sich mit Odal nicht vereinen lässt und nie hat lassen. Wolfsschrei ist pur und antichristlich, gelegentlich melancholisch. Etwas das ich noch in Wolfsschrei auslebe ist meine Schwäche fürs Schlagzeugspiel, welches ich leider nur bescheiden beherrsche.



Aufgrund Deiner zahlreichen und inzwischen jahrelangen Aktivitäten hast Du einen guten Überblick über die Entwicklungen im deutschen Black Metal. Wie beurteilst Du die die Tendenz, dass immer mehr Gruppen entstehen, da die Möglichkeiten Musik generell (Black Metal insbesondere) durch Internet und preiswerte technische Hardware-Lösungen für den heimischen PC immer einfacher werden?


Ah, das ist mittlerweile ein wunder Punkt bei mir, es gibt nur noch sehr wenige deutsche Gruppen die ich wirklich schätze, mich kotzen diese Ein-Mann-Drumcomputer-Combos, welche kein Instrument beherrschen, nur noch an.



Nicht nur die Zahl der Gruppen steigt stetig, auch Plattenfirmen und Vertriebe vermehren sich schier unkontrolliert, was einerseits vorteilhaft sein kann, andererseits aber auch eine Orientierung erschwert. Welche Position nimmt Irminsul Records hierbei ein und welche Philosophie und Ziele verfolgst Du mit Deiner Plattenfirma?


Welche Position Irminsul dabei einnimmt, diese Beurteilung überlasse ich anderen. Irminsul gibt es nun schon einige Zeit und mein Ziel war stets dasselbe; Untergrund-Gruppen zu veröffentlichen ohne gewinn orientiert zu arbeiten oder danach zu gehen, welche Band oder welcher Trend gerade in ist.



Wie sieht es mit künftigen Veröffentlichungen über Irminsul Records aus, gibt es nennenswerte Vorhaben?


Das erste Wolfhetan Album „Entrückung“ wird wohl noch dieses Jahr als CD erscheinen und man kann auf dieses Album wirklich sehr gespannt blicken, eines der besten deutschen Black Metal Alben das ich in den Letzten Jahren hörte. Sonnst gibt es derzeit keine Pläne, aber ich bin für gute Untergrund Bands, die mir gefallen, immer offen.



Die älteren Odal- Veröffentlichungen sind längst schon ausverkauft und zuweilen gesuchte Raritäten. Besteht jemals die Möglichkeit einer Wiederveröffentlichung und unabhängig davon, wie stehst Du zu Wiederveröffentlichungen generell?


„Sturmes Brut“ wurde ja bereits als Digipack wieder veröffentlicht, für LP Widerveröffentlichungen bin ich jedoch nach wie vor nicht zu sprechen, die „Einst verehrt von allen“ MCD war ja nicht limitiert und sie wird voraussichtlich Anfang kommendes Jahr noch einmal aufgelegt werden. Also meine Meinung zu Widerveröffentlichen: CD neu auflegen ja, LP Version auf keinen Fall.



„…wilde Kraft“ ist zwar noch nicht veröffentlicht worden, gibt es dennoch bereits Pläne oder Neuigkeiten für anstehende Aktivitäten die schon spruchreif sind?


Für Odal ist im Moment nichts spruchreif, ich arbeite an neuem Material, aber es wird allerdings eine Zeit dauern bis neue Veröffentlichungen fixiert werden. Für Wolfsschrei - wenn ich an dieser Stelle darauf hinweisen darf - nehme ich zur Zeit das erste Album auf, welches Anfang/Mitte 2006 erscheinen soll. Und es wird an der Seelengreif CD gearbeitet, das Projekt in welchem die Ideen von Grroll umgesetzt werden.



Taaken, ich danke Dir für das Gespräch und überlasse Dir das letzte Wort.


Ich bedanke mich bei Dir Aceust, für deine Unterstützung und dein Interesse an unserem Schaffen. Des Weiteren wünsche ich Dir weiterhin ein Gutes gelingen mit deinem Netzmagazin.
 


22.04.2005

Dusk - Carpathian Darkness | 2005 | Regimental Records | CD | Black Metal

Nachdem auf dem letzten Werk The darksoul's scream lediglich altes Material neu aufbereitet wurde, ist mit Carpathian darkness nun ein komplett neues Album von Dusk erhältlich. Stilistisch unterscheidet sich das neue Album von seinen beiden Vorgängern stark. Dusk haben ihren dunklen und melancholischen Pfad verlassen und verhalten sich auf Carpathian darkness entsprechend wilder, schneller und aggressiver als zuvor. Es sind zwar nach wie vor typische Elemente der Band vorhanden, wenn auch in deutlich milderer Form als bisher. Die alten und bekannten Elemente Dusk's ordnen sich der neuen Gangart absolut unter; so fehlen beispielsweise harmonische Keyboardklänge gänzlich. Carpathian darkness ist zu jedem Zeitpunkt schneller und energischer als irgendeine Veröffentlichung zuvor. Daran ändern auch die typischen langen Passagen mit den eingängigen Riffs und der bekannte verzerrte Kreischgesang nichts. Der Gesang ist zwar nach wie vor Dusk, wird aber bei weitem nicht mehr so innbrünstig und verzweifelt gesungen und eingesetzt wie bisher. Im Gegenteil, Dusk kehren den Effekt sogar um und setzen den Gesang als aggressives Element ein, etwa bei dem sehr schnellen und eingängigen Stück Black gate.
Bis auf Power of revenge und Follow the call sind alle Stücke schnell, treibend bis peitschend und eingängig strukturiert. Vor allem aber das letzte Lied Follow the call besitzt noch die größte Nähe zum älteren Material. Hier fehlt jegliche Aggressivität und Härte, stattdessen herrschen melancholische dunkle Melodien vor und auch der Gesang ist emotionaler, hinsichtlich früherer hysterischer Schreie und Ausbrüche.

Diese Entwicklung fort vom (reinen) „Depressiv Black Metal“ ist positiv zu bewerten, denn die Veränderungen in eine andere Richtung haben Dusk mit Carpathian darkness gut hinbekommen. Die neuen, schnellen und harten, Elemente befinden sich in einem stimmigen Verhältnis zur typischen Atmosphäre und bisherigen Spielweise Dusk's, die trotz aller Neuerungen in der Musik existent ist.


01. Power of revenge
02. Shadows
03. Carpathian darkness
04. Black gate
05. Enter the realm of death
06. Follow the call

07.04.2005

Demonic Chorals - Power Of Immortal Hatred | 2005 | Schwarzmetall Musikproduktionen | CD | Black Metal

Power of immortal hatred ist das Debütalbum des slowakischen Duos Demonic Chorals. Von der ersten bis zur letzten Sekunde, über acht Titel verteilt, prügelt sich das Gespann brachial und wütend voran. Die Lieder sind allesamt aggressiv und technisch strukturiert, sowohl im Bereich des Schlagzeugs als auch an der Gitarre. Trotz aller Härte und Schnelligkeit erweist sich das Schlagzeug als sehr abwechslungsreich eingespielt. Es gibt Double-Bass, viele Breaks und pressendes Geprügel zu hören. Streckenweise klingt das Schlagzeug in seiner trockenen und technischen Spielweise nach einer brutalen Death / Grind Band. An der Gitarre geben sich Demonic Chorals ebenso facettenreich wie auch technisch. Vor allem was die Führungsgitarre betrifft, die oft schnelle und harte Riffs zum Besten gibt. Der Gesang ist passend zur instrumentalen Aggressivität eindringlich und hasserfüllt verzerrt. Er ist sehr kontinuierlich gehalten, ab und zu gibt es tiefere Gesangseinlagen die ebenfalls an Death Metal erinnern.

Demonic Chorals haben es mit der technischen Versiertheit allerdings ein wenig übertrieben. Durch die akkurate technische Umsetzung der vielen Elemente, der häufigen Breaks und die sehr abwechslungsreich gespielte Führungsgitarre wirkt die Musik zuweilen etwas zähflüssig und in viele kleine Stücke zerlegt, es entsteht kein homogener Spielfluss. Es ist von allem ein wenig zu viel, etwas mehr gleich bleibende Eingängigkeit hätte der Atmosphäre gut getan.

01. March forward!
02. My servants
03. Blood for our liberty
04. Manifest of the false god
05. Demonic chorals
06. Eternally forgotten
07. Land of pain
08. Armed with willpower

04.04.2005

Deathgate Arkanum - Totenwerke | 2005 | Blutvergießen / Kenosis Kult | CD | Black Metal

Nach zwei Demobändern und zwei Splitvinyls ist nun die erste CD von Deathgate Arkanum veröffentlicht worden. Totenwerke enthält vier längere Titel die man als depressiven Black Metal bezeichnen kann, sofern einem diese Namensgebung zusagt. Auf der Split MLP mit Branstock, Cultus und Odal gefielen mir Deathgate Arkanum nicht sonderlich gut, doch jetzt auf den beiden 2005er Veröffentlichungen Totenwerke sowie der 7“ Split EP mit Todesstoß sagt mir das Liedgut weitaus mehr zu. Da ich die beiden Demos nicht kenne, weiß ich nicht inwieweit der aktuelle musikalische Standpunkt eine logische Weiterentwicklung ist oder eher als Rückgesinnung zu verbuchen ist.

Wie dem auch sei, Totenwerke ist ein melancholisches Werk mit sehr eindringlichem und intensiven Gesang, der in Intension und extremen Gefühlsausdruck durchaus Ähnlichkeiten zu Todesstoß aufweist. Die vier Stücke sind von übersichtlicher und eingängiger Struktur, für die man beim Hören ziemlich schnell ein Gefühl bekommt. Angesichts der düsteren und eindringlichen Atmosphäre ein positiver Aspekt des Songwritings.
Ein wenig schwach empfinde ich das Schlagzeug, gerade was den Klang betrifft. Der geht nämlich an einigen Stellen etwas unter, hinter den grellen und sehr präsenten Gitarren sowie dem Gesang. Allerdings gefallen mir deren Melodien gepaart mit der Stimme sehr gut, weshalb ich die Schwachstelle Schlagzeug nicht weiter schmerzhaft finde.

Deathgate Arkanum haben mit Totenwerke ein interessantes und solides Album erschaffen, das vor allem von der sehr starken, düsteren und präsenten Atmosphäre lebt. Sollten Deathgate Arkanum künftig so weitermachen, wird der Ein-Mann-Gruppe sicherlich noch einiges an Bedeutung zuteil werden.

01. ... und Hass gebar jen' Fluten Glück
02. Ave imperium antichristus
03. Freigeist
04. I open my veins (In disgust for this world)

18.03.2005

Blut Aus Nord - Thematic Emanation Of Archetypal Multiplicity | 2005 | Candlelight Records | CD | Black Metal

Nicht nur Candlelight Records als Plattenfirma ist neu, sondern auch die Tatsache dass sich Blut aus Nord mit dieser neusten Veröffentlichung vom extremen Metal losgesagt haben. Diese düstere und einzigartige Strukturierung und Atmosphäre der letzten drei Werke ist auf Thematic emanation of archetypal multiplicity nur noch am Anfang vorhanden. Allerdings fehlen hierbei schon jegliche extreme Elemente des Metals. Darüber hinaus fehlt auf dieser CD auch komplett der Gesang, abgesehen von einer kurzen gesprochenen Flüsterpassage. Thematic emanation of archetypal multiplicity ist ein beklemmendes Werk, moderner industrialisierter Instrumentalkompositionen die mal mehr elektronisch und maschinell wirken, mal weniger und dafür ruhiger in eine Richtung des Ambience gehend.

Wer wieder den typischen endzeitlichen Blut aus Nord Metal erwartet hat, wird aller Wahrscheinlichkeit nach ziemlich enttäuscht sein. Abgesehen vom ersten Titel, der noch die typischen Riffs beinhaltet, sind Metal-Elemente faktisch nicht vorhanden. Bleibt also vorerst nur abzuwarten, ob Blut aus Nord diesen neuen Weg weitergehen werden oder ob Thematic emanation of archetypal multiplicity eine einmalige Angelegenheit ist.


01. Enter (The transformed god basement)
02. Level-1 (Nothing is)
03. Level-2 (Nothing is not)
04. Level-3 (Nothing becomes)
05. Exit (Towards asylum)

15.03.2005

Bloodoline - Storm & Brilliance | 2005 | Blackened Records | CD | Black Metal

Storm & brilliance ist die erste Veröffentlichung dieses spanischen Duos. Das auffälligste Merkmal ist der ungewöhnliche wie eigenwillige Gesang, an den man sich zunächst mal etwas gewöhnen muss. Obwohl die Titelnamen allesamt englisch sind, wirken die Texte aufgrund der Intonation und Betonung teilweise recht fremd und unverständlich. Gut möglich, dass Bloodoline den Gesang ganz bewusst so schräg ausgelegt haben. Denn auch spieltechnisch ist Storm & brilliance kein gewöhnliches Durchschnittswerk. Die Lieder sind sehr eigenständig strukturiert, es wurden viele überraschende Rhythmuswechsel verwendet die man so nicht erwartet hätte. Manchmal entsteht durch diese eigenartigen Arrangements eine leichte disharmonische Atmosphäre. Allerdings haben Bloodoline es verstanden, diese schwierigen Elemente flüssig und homogen miteinander zu verbinden sodass letztlich ein rundes Klangbild entsteht. Zwischen den eigentlichen Liedern gibt es jedes Mal kurze ruhiger instrumentale Klänge die sich dann nahtlos in das nächste Stück ergießen. So gibt es zwischen den 13 Liedern kaum einen Moment der Stille der klar festlegt wann ein Lied endet und wo das nächste beginnt.

Storm & brilliance ist sicherlich kein einfaches Album, schon gar nicht wenn man es zum ersten Mal hört. Man muss Bloodoline schon ein wenig Zeit geben um den richtigen Zugang zur Musik zu finden. Doch hat man sich erst mal an diese etwas andere Art des extremen Metals gewöhnt, offenbart sich einem ein sehr interessant strukturiertes Album mit teilweise wahnsinnigen und wütenden Passagen. Anders gesagt, könnte Storm & brilliance auch gut als Soundtrack der Apokalypse fungieren. Ein relativ gutes Gefühl für das Album bekommt man mit dem Lied Vicious torment, welches man sich auf der Internetseite der Band runterladen kann.

Das Album ist ab dem 7. März im Handel erhältlich.

01. Necrorder
02. Warlike spirit
03. Interlude I
04. Unity to oneness
05. 133 before death
06. What never was dead
07. Triumph of death I
08. Aeon's dead
09. Triumph of death II
10. Vicious torment
11. Interlude II
12. Nihil storm
13. Brilliance in the eternal darkness 

11.03.2005

Old Wainds - Scalding Coldness | 2005 | Miriquidi Productions / City Of The Dead Records | CD / Vinyl | Black Metal

Scalding coldness ist nun das zweite Album (die Where the snow are never gone CD / LP ist lediglich eine Widerveröffentlichung des ersten Demos) der Nordrussen von Old Wainds. Bereits das Debütalbum Religion of spiritual violence wusste auf ganzer Linie zu überzeugen, so legen Old Wainds nun mit Scalding coldness eindrucksvoll nach. Das neue Album fesselt vom ersten bis zum letzten Lied, ohne sich zwischendrin irgendwelche Schwächen zu leisten. Das Trio spielt wie gewohnt, den grimmigen und rauen Black Metal wobei sie sich auf dem aktuellen Werk aber gegenüber dem Debüt ausgereifter und differenzierter präsentieren. Die wunderbaren, zum Teil ziemlich düsteren, Gitarrenmelodien sind jetzt öfters zu hören und sie sind nicht mehr so versteckt wie es noch bei Religion of spiritual violence der Fall gewesen ist. Auch am Klang wurde gefeilt, er ist sauberer ausgefallen und hat einen warmen und kräftigen Klang.

Trotz der rauen Gangart, die für Old Wainds kennzeichnend ist, bietet Scalding coldness viel Abwechslung. Die Titel sind nicht alle ähnlich eingängig strukturiert sondern wurden detail- und facettenreich gestaltet - sowohl was Melodik betrifft als auch Rhythmik - sodass das Album auch nach mehrmaligem Hören genauso mitreißt wie am Anfang.

Eine Ausnahme gibt es aber dennoch. Mittig im Album platziert liegt In the forgotten darkened spheres. Es ist ein kurzes Instrumentalstück mit ruhigen sphärischen Ambient-Klängen. Obwohl es so ganz anders ist als der Rest von Scalding coldness, passt es sehr gut zur Atmosphäre von Old Wainds.

01. Scalding coldness
02. Freezing winter breath
03. ... in the glance of the dead
04. In the forgotten darkened spheres
05. Through icy wilderness of the forest
06. Wolves in white
07. Passing the burials of dead stars
08. North from the south

Black Circle - The Distant Wind... | 2005 | Total Holocaust Records | CD | Black Metal

BLACK CIRCLE präsentieren sich auch mit dem zweiten Album The distant wind… voll und ganz als Judas Iscariot-Ableger. Die einzige wirkliche Veränderung oder Entwicklung zum vorangegangenen Behold my visions and wisdom ist der verbesserte Klang. Von daher ist dieses Werk auch enttäuschend, obwohl es qualitativ alles andere als schlecht ist, aber diese überaus extreme und offensichtliche Orientierung an das Original trübt die Freue an The distant wind…

Das ist schade, denn der Kopf von BLACK CIRCLE, Strijd, kann sehr wohl gute und eigenständige Musik machen, was er mit seiner anderen Gruppe Svartr Strijd bereits bewiesen hat. BLACK CIRCLE sind und bleiben wohl nur für alle jene interessant, die Judas Iscariot nicht kennen, alle anderen sind gut damit beraten, die Finger davon zu lassen.

Die CD ist in einer limitierten Auflage von 500 Kopien erschienen.