Abstract Satan haben dieses Demo den Amerikanern Von gewidmet. Die daraus resultierende Inspiration kann man Demo' 7512
gut anhören: simpler rauer und zuweilen barbarisch anmutender Black
Metal der bei keinem Lied länger als drei Minuten andauert. Dass ein
Drumcomputer angewendet wurde, stört nicht weiter da das Schlagzeugspiel
ohnehin von einfacher und sehr eingängiger Natur ist. Mehr Bedeutung
haben Gesang und Gitarre. Der Gesang ist zwar stark verzerrt und stets
in dunklen Tonlagen, doch tönt er manchmal überaus intensiv und
vernichtend. Überwiegend spielt die Gitarre einfache und leicht
einzuprägende Riffs doch manchmal werden ihr schräge und bizarre
Melodien entlockt die auch als seltsame Soli durchgehen könnten. In
solchen Momenten haben Abstract Satan einen liebenswerte chaotische Atmosphäre die durchaus ihren Reiz hat.
So liegt es nahe, dass Demo' 7512 nur für Freunde des
primitiven und einfachen Black Metals interessant ist. Erschienen ist
das Demo in einer Auflage von 66 Kopien.
01. Intro - Havohej
02. The return
03. Splinter of devil's mirror
04. Satanic blood (Von Cover)
05. Immortal god of thousand names
06. Future is behind his seal
07. Outro - Tsirhc susej
15.02.2005
Absolutus - Ostendit Quam Nihil Sumus | 2005 | Goatowa Rex | CD | Black Metal
Ostendit quam nihil sumus scheint die bisher erste und einzige Veröffentlichung von Absolutus zu sein. Über vier lange Titel verteilt wird schneller und überwiegend eingängiger Black Metal geboten. Bei Absolutus
kommen vor allem die Gitarren und der Gesang sehr zum Tragen. Die
Gitarren sind recht hell und klar gestimmt und aufgrund der lebendigen
flotten Spielweise hauptverantwortlich für jegliche Melodik. Allerdings
verzichten Absolutus hierbei gänzlich auf ruhige
Melodien oder Passagen, beschauliche akustische Einlagen – die gern
verwendet werden um Abwechslung oder Atmosphäre zu schaffen - gibt es
nicht. Diese schnelle antreibende Rhythmik mitsamt den sägenden,
einfachen aber mitreißenden Riffs und dem hell verzerrtem Gesang sorgen
für eine fesselnde Stimmung die bis zum letzten Takt aufrechterhalten
wird.
Selbstverständlich prügeln Absolutus nicht blindlings vom Anfang bis zum Ende durch, es gibt auch vereinzelt einige langsamere Strecken, diese sind jedoch ebenso geradlinig und direkt dass man hierbei kaum von ruhigen oder melodischen Elementen sprechen kann. Ostendit quam nihil sumus ist eine echte positive Überraschung und aufgrund der Tatsache, dass das Album in Australien verlegt wird, wohl auch ein kleiner Geheimtipp. Toller, schneller und gitarrenbetonter Black Metal ohne jeglichen überflüssigen Ballast!
Selbstverständlich prügeln Absolutus nicht blindlings vom Anfang bis zum Ende durch, es gibt auch vereinzelt einige langsamere Strecken, diese sind jedoch ebenso geradlinig und direkt dass man hierbei kaum von ruhigen oder melodischen Elementen sprechen kann. Ostendit quam nihil sumus ist eine echte positive Überraschung und aufgrund der Tatsache, dass das Album in Australien verlegt wird, wohl auch ein kleiner Geheimtipp. Toller, schneller und gitarrenbetonter Black Metal ohne jeglichen überflüssigen Ballast!
10.02.2005
Erhabenheit / Wolfsschrei - Split (Promo) | 2005 | Darkland Records | Kassette | Black Metal
Diese Split-Veröffentlichung, die im Laufe des Sommers als 7“ Vinyl
erscheinen wird, enthält von beiden Gruppen jeweils ein neues Lied. Den
Anfang machen Erhabenheit, die mich zuletzt mit der EP … verhallend mit des Todesboten Kunde zu begeistern wussten. So ist der erste Eindruck von Vom Kreisen der Geier etwas ernüchternd. Das liegt im Großen und Ganzen darin begründet, dass der Klang von Erhabenheit auf diesem Promo etwas unsauber, dumpf und leise ist. Das ist schade, denn Vom Kreisen der Geier erzeugt
durch die schleppende Rhythmik, den langsamen Kreischgesang und die
dunklen eingängigen Riffs durchaus ergreifende Atmosphäre. Ungefähr in
der Mitte des Liedes werden Rhythmik und Geschwindigkeit angehoben, doch
leider geht hierbei einiges - dank des Klanges - unter, respektive
verloren. Ich bin mir sicher, wäre der Klang klarer ausgefallen, hätte
man ein sehr gelungenes und überzeugendes Lied vor sich. Vielleicht bin
ich gerade auch nur etwas zu sehr von der letzten Erhabenheit EP verwöhnt.
Weiter geht es mit Wolfsschrei und dem Titel … in tiefer Erkenntnis meiner Verachtung. Hier ist der Klang hingegen besser ausgefallen, was dem Lied sehr zu gute kommt, denn diese Stück kann man getrost als ein ruhigeres bzw. melodischeres Wolfsschrei-Lied bezeichnen. Durch den differenzierten Klang ist die ruhig und langsam gespielte Gitarre gut zu hören, die über weite Strecken im Hintergrund steht und maßgeblich zur bedrückenden Stimmung beiträgt. … in tiefer Erkenntnis meiner Verachtung ist allerdings nicht durchgehend ein ruhiges Stück. Ungefähr in der Mitte gibt es eine sehr aggressive oder verächtliche Passage die Wolfsschrei äußerst geschickt und gelungen eingeleitet und inszeniert haben, wodurch diese kurze grimmig Strecke noch intensiver wirkt.
Für beide Lieder gilt, dass man ihnen etwas Zeit geben und sie mehrmals hören muss bis sie sich einem ganz erschließen. Trotz des unglücklichen Klangs von Erhabenheit, sind beide Lieder gelungene Kompositionen die ihre Stärken im Detail haben. Wie bereits eingangs erwähnt, erscheint diese Split-Veröffentlichung jetzt irgendwann im Sommer auf 7“ Vinyl über Darkland Records und wird auf 500 Kopien limitiert sein.
ERHABENHEIT
01. Vom Kreisen der Geier
WOLFSSCHREI
02. ... in tiefer Erkenntnis meiner Verachtung
http://www.wolfsschrei.de/
Weiter geht es mit Wolfsschrei und dem Titel … in tiefer Erkenntnis meiner Verachtung. Hier ist der Klang hingegen besser ausgefallen, was dem Lied sehr zu gute kommt, denn diese Stück kann man getrost als ein ruhigeres bzw. melodischeres Wolfsschrei-Lied bezeichnen. Durch den differenzierten Klang ist die ruhig und langsam gespielte Gitarre gut zu hören, die über weite Strecken im Hintergrund steht und maßgeblich zur bedrückenden Stimmung beiträgt. … in tiefer Erkenntnis meiner Verachtung ist allerdings nicht durchgehend ein ruhiges Stück. Ungefähr in der Mitte gibt es eine sehr aggressive oder verächtliche Passage die Wolfsschrei äußerst geschickt und gelungen eingeleitet und inszeniert haben, wodurch diese kurze grimmig Strecke noch intensiver wirkt.
Für beide Lieder gilt, dass man ihnen etwas Zeit geben und sie mehrmals hören muss bis sie sich einem ganz erschließen. Trotz des unglücklichen Klangs von Erhabenheit, sind beide Lieder gelungene Kompositionen die ihre Stärken im Detail haben. Wie bereits eingangs erwähnt, erscheint diese Split-Veröffentlichung jetzt irgendwann im Sommer auf 7“ Vinyl über Darkland Records und wird auf 500 Kopien limitiert sein.
ERHABENHEIT
01. Vom Kreisen der Geier
WOLFSSCHREI
02. ... in tiefer Erkenntnis meiner Verachtung
http://www.wolfsschrei.de/
06.02.2005
Darkspace - Dark Space II | 2005 | Haunter Of The Dark | CD | Black Metal
Mit Dark space II haben Darkspace
erwartungsgemäß und deshalb auch konsequent die Fortsetzung vom
Debütalbum abgeliefert. Allein schon die Gestaltung des Digi-Paks, die
Namen des Albums und der Lieder machen deutlich, dass mit Dark space II bedingungslos an Dark space I
angeknüpft wurde. Die markanteste Veränderung stellt augenscheinlich
beim neuen Album noch die Aufteilung der Lieder dar. Diesmal sind es
drei überlange Titel, von denen zwei länger als 20 Minuten sind. Aber
beim genaueren und tieferen Hinhören und eintauchen in die kolossalen
Klangstürme die Darkspace entfesseln, gibt es dennoch
strukturelle Veränderungen zu verbuchen. Die komplexen und dichten
Strukturen sind noch enger zusammengerückt und verbunden sodass
streckenweise alles zu einer einzigen Masse tiefschwarzer Materie
verdichtet wird. Diese Charakteristik war auch schon beim ersten Teil
ausgeprägt, jedoch wurde sie auf Dark space II erheblich
intensiviert. Dazu gehört auch der flachere und verwaschenere Klang, so
sind Schlagzeug und die Gitarren nicht mehr so klar und deutlich zu
hören wie auf Dark space I. Dies empfinde ich ein wenig als
bedauerlich, denn ich mochte dieses harte Riffing, das auf dem ersten
Teil immer mal wieder aus diesen tosenden Klangstürmen heraus brach. So
gesehen ist Dark space II sphärischer ausgefallen als sein Vorgänger. Dies wird auch durch Dark 2.9
bekräftigt, das ein düsteres akustisches und instrumentales Stück ist,
in dem Flüsterstimmen und maschinelle Klänge zu hören sind.
Wie Dark space I ist auch Dark space II ein hervorragendes Album puren Black Metals dass allerdings hohe Anforderungen an den Hörer stellt. Darkspace sprengen mit ihrer Musik Grenzen und lösen alles in einer wahnsinnigen und hochgradig dichten Atmosphäre auf sodass ein Denken beim Hören der Musik kaum mehr möglich ist. Passagenweise wird alles so dicht miteinander verwoben dass es sich wie „Black Metal Noise“ anhört.
Die CD ist in einer Auflage von 500 Kopien erschienen und dürfte vermutlich ebenso schnell vergriffen sein wie das Debüt.
01. Dark 2.8
02. Dark 2.9
03. Dark 2.10
Wie Dark space I ist auch Dark space II ein hervorragendes Album puren Black Metals dass allerdings hohe Anforderungen an den Hörer stellt. Darkspace sprengen mit ihrer Musik Grenzen und lösen alles in einer wahnsinnigen und hochgradig dichten Atmosphäre auf sodass ein Denken beim Hören der Musik kaum mehr möglich ist. Passagenweise wird alles so dicht miteinander verwoben dass es sich wie „Black Metal Noise“ anhört.
Die CD ist in einer Auflage von 500 Kopien erschienen und dürfte vermutlich ebenso schnell vergriffen sein wie das Debüt.
01. Dark 2.8
02. Dark 2.9
03. Dark 2.10
01.01.2005
Forgotten Woods - Eine Würdigung
[FORGOTTEN WOODS - Ein Würdigung]
FORGOTTEN WOODS gehören wohl zu jener norwegischen Sorte von Gruppen, die im schier übermächtigen und gleissenden Strahlen von Satyricon, Mayhem, Burzum und Darkthrone in der Versenkung von Nichtbeachtung untergegangen sind. Es ist wohl der ostdeutschen Plattenfirma No Colours Records zu verdanken (nicht nur deshalb, weil sie 2002 die Box mit drei CDs herausbrachten), dass die Norweger um Olav Berland und Rune Vedaa hierzulande letztlich doch noch in einigen Kreisen verdientermaßen Beachtung fanden.
Denn was FORGOTTEN WOODS in den 1990iger Jahren musikalisches geleistet und vollbracht haben, steht dem in nichts nach, was etwa Burzum oder Darkthrone taten, es war nur leiser und weniger medial inszeniert. Auf dem ersten Demo „Through The Woods“ aus dem Jahre 1993 ließen sie bereits ein wenig erkennen, in welche Richtung sich das Ganze entwickeln könnte und sich aus heutiger Sicht ja auch entwickelt hat. Es waren zwar nur drei Lieder auf der Kassette enthalten, allerdings war „Inside the witches cave“ über zehn Minuten lang und besaß lange instrumentale Strecken die teilweise eigenwillig (eben bandtypisch) strukturiert waren. Lediglich der Gesang war auf dem ersten Demoband noch anders als man ihn von den späteren Alben her kennt.
Noch im selben Jahr erschien das zweite gleichnamige Demo. Es war weitaus rauer und räudiger als „Through the woods“. Der Gesang war extrem verzerrt, der Klang grell, schrill und unsauber aber wenn man sich die Mühe macht und trotz der ohrenunfreundlichen Grelle den Melodien der Gitarren zuhört, wird einem schnell klar das FORGOTTEN WOODS von Anfang an ihren eigenen wunderbaren Stil hatten.
FORGOTTEN WOODS sind stilistisch wohl auch zu den Vorreitern im düsteren und depressiven Black Metal zu zählen. Malefic von Xasthur wusste dies zu würdigen und spielte speziell für die Vinylversion von „The Funeral Of Being“ (From Beyond Productions, 2003) das Lied „Dimension Of The Blackest Dark“ nach.
Olav und Rune haben nicht nur mit FORGOTTEN WOODS großartige und ergreifende Musik gemacht sondern haben auch gespürt, zur richtigen Zeit die Gruppe zu Grabe zu tragen. 1996, nach dem „As the wolves gather“ erschien, war es aus mit FORGOTTEN WOODS. Um 1998 herum erschienen zwar unter dem neuen Namen JOYLESS noch – zum Teil unbekannte – Lieder aus der alten Zeit. Doch mit der ersten richtigen JOYLESS-Veröffentlichung, der 10“ MLP „Blue In The Face“ ( Lustreless Eyes Productions 1999, 200 Kopien) wurde es klar, dass es endgültig vorbei ist.
Bis heute sind die großartigen Werke und die ungetrübten Erinnerungen daran erhalten. Nicht zuletzt wahrscheinlich auch deshalb, weil Olav und Rune im Gegensatz zu den anderen norwegischen Bands, einen anderen (besseren!) Weg für sich gewählt haben. Wer weiß, vielleicht ist es am Ende sogar gut, dass FORGOTTEN WOODS niemals eine so große Aufmerksamkeit bekommen haben, ihnen blieb eine mediale und kommerzielle Ausschlachtung erspart.
Interview: Fallen Yggdrasil
HATEFUL METAL: Hallo Simon,vor einem halben Jahr
ist euer Debütalbum "Building up a ruin to come" erschienen. Nun, mit
etwas Abstand dazu. Bist Du zufrieden wie die CD bei den Leuten angekommen ist
und seid ihr als Band es auch?
FALLEN
YGGDRASIL: Hi, ich bin nach wie vor zufrieden mit der CD – obwohl ich sie im
Moment echt nicht mehr hören kann. Das hat aber weniger mit der Qualität der CD
zu tun, als damit, dass ich mir die Scheibe über einen Zeitraum von mehreren
Wochen jeden Tag mehrmals angehört habe, weil ich sie so cool fand, haha. Nach
dem ich sie nun vermutlich an die 400 mal angehört habe und wir die Songs ja
auch noch häufig live spielen, bin ich für's erste etwas „gesättigt“... Aber es
spricht vermutlich für die Platte, beziehungsweise zumindest für meine
Zufriedenheit damit, dass es so lange gedauert hat, bis dieser Zustand
eingetreten ist. Bei vielen anderen Cds reicht mir dazu ein halber Durchlauf
aus, haha. Natürlich gibt es, um auf Deine Frage zurückzukommen, so ein paar
kleinere Sachen, die ich nun mit etwas Abstand doch gerne etwas anders gemacht
hätte, aber das ist jetzt eh unerheblich, es bringt nichts, sich darüber zu ärgern.
Die Reaktionen der Leute waren für uns sehr zufrieden stellend, obwohl es
natürlich die ganze Bandbreite an Reaktionen gab, von schlechten, über
mittelmäßige, bis zu euphorischen Kritiken. In der Zwischenzeit kann man ein
erstes Fazit ziehen, und da können wir unter'm Strich sehr zufrieden sein, die
guten und sehr guten Kritiken überwiegen bei Weitem, die Klatschen beschränken
sich auf ein paar Ausnahmen. Wir werden demnächst sämtliche Reviews, also nicht
nur die Jubelkritiken, sondern auch die paar Ausreißer nach unten, auf unserer
Homepage gesammelt haben, also falls sich jemand einen Eindruck von den
Pressereaktionen bilden will, kann er das da tun.
Die auffälligste Veränderung zu der MCD „In no
sense innocence„ ist ja Dein Gesang, der so erst einmal gewöhnungsbedürftig
war. Weshalb dieser Schritt?
Mir erschien der Gesang auf „In no sense...“ im Nachhinein einfach
teilweise zu stumpf. Das hat auch ein bißchen daran gelegen, dass ich, als ich
im Studio an die Reihe kam, nicht mehr viel Zeit hatte & die Sachen darum
auf Sicherheit eingesungen habe. Das Ergebnis hat mir mit zunehmendem Abstand
aber immer mehr missfallen. Das heißt nun nicht, dass ich die Vocals schlecht
finde, aber es war nicht unbedingt das, was ich eigentlich gewollt hatte.
Deswegen habe ich bei „Building...“ mehr darauf geachtet, die Vocals variabler
zu gestalten. Das Ganze sollte erstens dazu dienen, die Gesangslinien besser
rüberzubringen, außerdem stand für mich eher das Ziel im Vordergrund, den
Liedern Emotion zu geben, nicht unbedingt das, was man gemeinhin als
„Brutalität“ bezeichnen würde. Letzten Endes lief es darauf hinaus, dass die
Vocals naturbelassen klingen, weswegen wir außer an den zwei Stellen, wo wir
aus Gründen des Textzusammenhanges verzerrte Vocals benutzen, auf Effekte
verzichtet haben. Viele Death Metal Sänger heute klingen ziemlich gleich,
vielleicht liegt das daran, dass sie im Studio alle dieselben Effekte benutzen,
keine Ahnung. Ich wollte statt dessen „echt“ klingen, also so, wie es klingen
würde, wenn ich unter der Dusche oder wo auch immer ein Yggie – Liedchen vor
mich hinbrüllen würde, haha. Meiner Meinung nach geht das Ganze in die Richung
der frühen Tage des Death Metal, als man jede Band noch sofort am Sänger
erkennen konnte. Relativ häufig wurde der Gesang zum Beispiel mit dem der alten
Tiamat verglichen, ein Vergleich mit dem ich persönlich sehr gut leben kann. Es
war uns aber bewusst, dass wir damit angesichts der Erwartungen, die viele
Leute heute an Death Metal – Gesang haben, ein gewisses Risiko eingehen, und
Vagelis Maranis, bei dem wir aufgenommen haben, hat auch an mehreren Stellen
gesagt: „Hei Alter, das ist kein richtiger Death Metal mehr, was Du hier machst
– die werden Euch zerreißen“.
Ja, an
älteren Death Metal à la Dismember hatte mich Dein Gesang auch ein wenig
erinnert. Dann ist also mit diesem naturbelassenem Gesangsstil auch weiterhin
zu rechnen?
Ja, auf jeden Fall. Während der letzten Proben
habe ich aber auch wieder vermehrt tiefer gesungen, es ist also möglich, dass
auf der nächsten Platte auch wieder die eine oder andere Gesangspassage mit
Vocals der Marke „In no sense...“ sind. Aber auch die werden ohne größere
Effektunterstützung auskommen. Aber ich werde vielleicht wieder einzelne
Passagen mit einem richtig krassen Effekt machen, so wie diese kurze Stelle bei
dem Song „Babylonian prayer “, wo wir diese extreme Verzerrung drauf haben.
Aber das werdet Ihr dann ja auf der nächsten Platte hören ...
Du hast
vorhin bereits das breite Spektrum der Reaktionen zur neuen CD und speziell
auch dem Gesang angepsrochen. Gab es also auch Stimmen die dem alten Gesang
nachgetrauert und eure CD deshalb zerrissen haben?
Insgesamt wurde der Gesang in den Reviews sehr
häufig thematisiert, was ich persönlich schonmal sehr positiv finde. Denn, mal
ehrlich: In der Regel ist bei Besprechungen von Death Metal Cds der Gesang so
ziemlich das Letzte, worüber konkrete Aussagen gemacht werden – das geht oft so
nach dem Motto: Wenn der Rezensent nicht explizit was drüber schreibt, dann ist
es halt das übliche. Insofern fand ich gut, dass wir offensichtlich auch in
dieser Hinsicht etwas Eigenes machen, so dass der Gesang für wert befunden
wurde, eigens erörtert zu werden. Allerdings gingen die Meinungen dabei zum
Teil weit auseinander, die Mehrheit fand ihn sehr gut, aber es gab wie Du
vermutet hast auch ein paar „Klatschen“ in meine Richtung. Das RockHard hat uns
sogar ausdrücklich wegen des Gesangs einen halben Punkt abgezogen. Aber wie
gesagt: Es war uns klar, dass der Gesang einige Leute irritieren wird. Was mich
persönlich aber zum Teil, das gebe ich ehrlich zu, etwas gekränkt hat, waren
die ein bis zwei Rezensionen, in denen mir unterstellt wurde, ich könnte nicht
tiefer oder „brutaler“ singen. Das fand ich nun nicht so nett, denn die Kollegen
sind einfach davon ausgegangen, dass ich ja eigentlich so oder so klingen
wollte, es aber nicht kann. Auf die Idee, dass der Gesang so klingen sollte,
wie er auf der Cd ist, sind sie nicht gekommen. Wenn wir gewollt hätten, dass
er anders klingt, dann hätte ich einfach anders gesungen ... Im Übrigen: Selbst
angenommen ich könnte nicht „brutaler“ singen und wir hätten trotzdem genau das
gewollt - dann hätten wir einfach die entsprechenden Effekte drauf machen
können und voilá. Aber wie gesagt: Die Kritik am Gesang war zu erwarten und sie
ist auch vollkommen ok, denn man kann da auf jeden Fall geteilter Meinung sein
und gerade für diejenigen, die die vorige Platte kennen ist der Unterschied
schon auffällig. Da wir aber in der absolut überwiegenden Zahl sehr gutes
Feedback darauf bekommen haben, war es wohl schon gut so.
Was hat es
mit dem Namen „Building up a ruin to come“ auf sich? Steckt da ein ganz
spezieller Gedanke hinter oder lässt diese Bezeichnung jedem Hörer selbst seine
eigene Interpretation zu? Wenn ich mir die Liednamen anschaue, steckt hinter
dem Werk nicht wirklich eine konzeptionelle Absicht, oder?
Richtig, wir hatten nicht die Absicht, ein
Konzeptalbum zu machen. Die Lieder handeln von komplett anderen Dingen und das
einzige, was sie verbindet, ist, dass ich die Texte geschrieben habe und alle
Texte meine Sicht der Dinge widerspiegeln. Wenn es also auf de Platte ein
Konzept gibt, dann müsste es „Simon's world“ heißen, haha. „Building up a ruin
to come“ handelt einfach davon, dass man oft Dinge beginnt, von denen von
vornherein schon klar ist, dass sie zum Scheitern verurteilt sind. Es geht also
im weitesten Sinne um vergebliche Bemühungen, enttäuschten Idealismus,
vielleicht sogar die Sinnlosigkeit menschlichen Strebens schlechthin. Womit
konkret er diesen Rahmen, den der Text vorgeben soll, füllt, bleibt jedem Hörer
aber selbst überlassen.
Ihr seid
auf der Suche nach einem neuen Gitarristen. Weshalb ist der alte ausgestiegen
und wie ist der derzeitige Stand der Dinge?
Dennis hatte offenbar zunehmend Zeitprobleme und
konnte deswegen nicht mehr das
Tempo mitgehen, dass die Dynamik der Band
vorgegeben hat. Es gab deswegen zeitweilig ein paar kleinere Missstimmungen in
der Band und letzten Endes haben wir uns dann eben voneinander getrennt. Das
Ganze war aber keine dramatische Sache, von den genannten kleineren
Verstimmungen im Vorfeld abgesehen, ging das alles absolut „sauber“ und
freundschaftlich über die Bühne. Jetzt suchen wir halt – mal wieder – einen
neuen Gitarristen. Getan hat sich in der Hinsicht bisher noch nichts. Machen
wir uns nichts vor: Die Band verlangt schon einiges von ihren Mitgliedern,
gerade auch was den Zeitaufwand anbetrifft. Wohl über die Hälfte aller
Wochenenden im Jahr gehen teilweise oder komplett für Konzerte und Proben drauf
– und wenn man diese Zeit, aus welchen Gründen auch immer, als „Opfer“
empfindet und nicht als „Gewinn“, dann hat das keinen Wert. Aber vielleicht
fühlt sich ja einer Eurer Leser berufen? Also wer denkt, dass ihn der Posten interessieren
könnte, der sollte mir einfach eine Mail schicken, dann kann ich ihm weitere
Infos geben. Aber gleich vorweg: Geld wird man mit der Band nicht verdienen –
eher im Gegenteil - , aber dafür können wir ein gutes Bandklima, eine Menge
Spaß und coole Erlebnisse bieten...
Glaubst Du
echt, dass jemand mit der Intention an die Sache herangeht, am Ende des Monats
eine gefüllte Brieftasche zu haben? Kann ich mir ehrlich gesagt gar nicht
vorstellen, aber das passiert mir ja öfters mal…
Ich glaube auch nicht, dass jemand mit einer
Band wie uns unbedingt die große Kohle verbindet – dazu hat es sich wohl weit
genug rumgesprochen, dass Bands des extremen Sektors nur in den wenigsten
Fällen wirklich viel Geld verdienen. Und das gilt auch für Bands, die weit,
weit bekannter sind als wir. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass jemand
die Vorstellung hat, dass wir das Geld aus der Bandkasse in regelmäßigen
Abständen an die Mitglieder auszahlen. Dem ist aber kaum so: Was reinkommt,
wird in der Regel wieder investiert oder geht für laufende Kosten drauf.
Unter'm Strich zahlen wir sogar alle drauf, denn Fahrtkosten zum Proberaum und
ähnliches trägt jeder selbst... Aber hei: Jedes Hobby kostet Geld. Und wenn wir
Fallen Yggdrasil auch von der Einstellung her sehr professionell betreiben,
dann bleibt es alles in allem trotzdem „nur“ ein Hobby, von dem wir nie werden
leben können. Und das ist ja auch nicht wichtig. Jemand der gesteigerten Wert
darauf legt, mit der Band die große Kohle zu scheffeln, würde vermutlich auch
von der generellen Einstellung her nicht zu uns passen. Aber mal Gegenfrage:
Wie darf ich denn den letzen Satz Deiner Frage verstehen ??? ;-)
Es kommt
öfters mal vor, wo ich in der Annahme bin, wenn etwas für mich klar und
selbstverständlich ist, dass es für alle anderen auch so sein muss. Doch das
ist manchmal gar nicht so selbstverständlich und ich wundere mich dann.
Kannst Du
schon was zu neuem Material sagen? Seit ihr am Schreiben und Proben oder lasst
ihr euch da einfach noch etwas Zeit?
Wir sind fleißig am Proben, was unter den uns
gegebenen Umständen aber eher nach dem Motto „Mühsam ernährt sich das
Eichhörnchen“ abläuft. Aber es geht doch recht gut voran und ein paar neue
Sachen stehen auch schon, so dass wir sie in absehbarer Zeit „am lebenden
Objekt“, also live, vorstellen werden. Mal sehen, wie sie bei den Leuten
ankommen. Musikalisch wird es, soweit sich das bisher sagen lässt, keine großen
Veränderungen geben. Es wird einige Neuerungen im Detail geben, aber an der
Marschrute an sich wird sich nichts ändern. Ich denke, wir haben unseren Stil
gefunden, der wird nun in absehbarer Zeit wohl nur noch modifiziert, aber nicht
mehr radikal umgestellt.
Wie sieht
es mit anderen Bands aus, seit ihr ausschließlich in Fallen Yggdrasil aktiv?
Für andere Bands haben wir gar keine Zeit. Es
ist so schon so zuweilen schwierig genug, Studium / Job, Privatleben und Band
unter einen Hut zu bringen, das kannst Du mir glauben. Ich bin ohnehin der
Meinung, dass es besser ist, sich auf eine Sache zu konzentrieren, und die
dafür möglichst gut zu machen. Es ist wohl auch so, dass ich generell kein
Freund von Nebenprojekten bin. Es gibt ja so Musikergestalten, die in fünf
Projekten spielen, die nicht nur irgendwie alle den selben Stiefel spielen –
sondern die oft genug auch jedes für sich genommen doch nur durchschnittlich
sind. Da Frage ich mich immer, warum die nicht einfach von allen fünf Projekten
die jeweils besten Ideen nehmen und daraus EINE richtig gute Band machen. Dem
unter der Veröffentlichungsflut stöhnenden Fan wäre damit sicherlich geholfen
...
Da stimme
ich Dir zu. Wo Du gerade die Veröffentlichungsflut ansprichst. Was hältst Du
denn von diesen vielen Ein-Mann-Bands mit Drumcomputer, oder bekommst Du davon
stilistisch bedingt eher weniger etwas mit? Die sind ja vor allem im Black
Metal zur Zeit sehr massenhaft vertreten mit ihren Veröffentlichungen.
Da bin ich in der Tat nicht so auf dem
Laufenden, weil ich nun nicht gerade Black Metal – Spezialist bin. Aber ganz
generell würde ich sagen: Wenn einer keine Band zusammenbekommen kann oder will
und deswegen ein Ein – Mann – Projekt startet, dann muss das nicht
grundsätzlich falsch sein. Es ist eher die Frage, was dabei herauskommt. Ich
mein, das kann ja durchaus musikalisch gut sein, oder? Der Grund, warum solche
Ein – Mann – Sachen oft nicht so der Bringer sind, ist wohl eher, dass die
betreffenden Einzelmusiker überfordert sind mit den verschiedenen Instrumenten.
Wer zum Beispiel keine Ahnung vom Schlagzeugspielen hat, kann wohl kaum einen
Drumcomputer gescheit programmieren ...
Das
Gründungsdatum von Fallen Yggdrasil liegt ja im Jahre 1996. Warum habt ihr euer
Debütalbum aber erst nach acht Jahren gemacht?
Na ja, ganz einfach: Davor wollte uns keine
Plattenfirma, haha. Beziehungsweise: Wir haben uns lange Zeit auch erst gar
nicht beworben, weil wir uns erst mal selbst beweisen wollten. Und die zarten
Kontakte, die es danach zu Zeiten gegeben hat, haben wir durch unseren
Eigensinn schon im Ansatz zerstört, haha. Shit happens. Aber auch abgesehen davon
gibt es für diese lange Zeit die verschiedensten Gründe, wie zum Beispiel
verschiedene Besetzungswechsel, wiederholte Zeiten, in denen wir ohne Proberaum
dastanden, und so weiter und so weiter. Dann war es für lange Zeit in unserer
Bandgeschichte einfach auch eine finanzielle Frage. So eine Fulllength
aufzunehmen kostet einigen Schotter, den muss man erstmal haben, wenn man keine
Plattenfirma hat, die einem da was zustreckt. Und da wir als zunächst Schüler,
dann Studenten nicht gerade reich betucht sind beziehungsweise waren, war das
nicht so einfach. Mal ehrlich: Du darft nicht glauben, dass wir in der
Bandkasse genug Kohle gehabt hätten, um damit eine professionelle Fulllength
aufzunehmen! Wenn man übrigens genau ist, sollte man die Geburt der Band ein
Jahr später ansetzen, denn die Band wurde zwar der Ideen nach 1996 gegründet,
aber bis wir uns halbwegs organisiert hatten, war‘s schon 1997. Man könnte also
sagen: Gezeugt wurde das Kidchen 1996, aber auf die Welt gekommen ist es erst
nach satten 12 Monaten Schwangerschaft.
Wenn ich
mir eure Diskographie anschaue, sind die Veröffentlichungen in all der Zeit ja
recht übersichtlich. Spielt ihr lieber live auf den vielen Konzerten die ihr
gebt, anstatt regelmäßig an neuem Material zu arbeiten?
Ein leidiges Thema, das sich durch die gesamte
Bandgeschichte zieht ... Ich bin auch überzeugt davon, dass wir in der
Vergangenheit immer viel verschenkt haben dadurch, dass es immer so lange
gedauert hat bis zur nächsten Veröffentlichung. Die Gründe dafür liegen neben
dem oben geschilderten Geldproblem vor allem zum einen in der Bandgeschichte
und zum Andern in den Umständen, unter denen diese Band zu arbeiten gezwungen
ist. Was die Bandgeschichte anbetrifft, kann ich's ja kurz machen: Wir haben
einfach „traditionell“ bis in die jüngste Vergangenheit eine recht rege
Fluktuation innerhalb der Band und jeder Besetzungswechsel hat uns auf's neue
zurückgeworfen, weil es einfach viel Zeit und Energie kostet, neue Leute zu
finden und einzulernen. Die andere Sache ist, dass wir ziemlich selten zusammen
proben können. Wir leben eben einfach nicht alle in der selben Stadt, sondern
zum Teil recht weit von einander entfernt. Das bedeutet, dass wir nicht unter
der Woche oder spontan proben können. Stattdessen geht das nur am Wochenende –
und da haben wir eben oft Konzerte. Auf die Konzerte wollen wir aber nicht
verzichten, denn wir identifizieren uns selbst schon sehr stark über unsere
Liveaktivitäten. Außerdem ist das in der Zwischenzeit fester Bestandteil in
unserem Leben – ohne die vielen Konzerte würde mir vermutlich schon bald die
Decke auf den Kopf fallen. Wie dem auch sei: So kommt es eben, dass wir viel
mit Tapes arbeiten müssen. Das läuft dann so, dass wir Ideen und neue Songs auf
Kassetten aufnehmen und austauschen. Jeder macht sich zuhause dann seine
Gedanken dazu und bereitet seine Parts vor, so dass wir, wenn wir das nächste
Mal alle zusammen im Proberaum sind, nur noch an Feinheiten und am
Zusammenspiel zu feilen brauchen. Dieses System klappt ganz gut, aber es ist
schon etwas umständlich und störanfällig.
Wie kommt
es eigentlich, dass ihr so selten (oder gar nicht) in der nördlichen Hälfte
Deutschlands zu sehen seit?
Das hat glaube ich keinen bestimmten Grund. Ich
mein, wir spielen schon auch weiter nördlich, unser Aktionsradius reicht ja
durchaus vom Bodensee bis Flensburg, aber unter'm Strich und im Vergleich zu
anderen Gegenden Deutschlands sind wir tatsächlich recht selten im Norden. Ich
glaube, dass das gar nicht so sehr an uns liegt – es hat sich bisher einfach
nicht anders ergeben. Vielleicht befürchten die Gigveranstalter, dass es zu
viel kostet, uns von ganz im Süden nach Norden zu holen? Falls irgendwelche
norddeutschen Gigveranstalter das lesen sollten: Wir hätten ganz und gar nichts
dagegen, in Zukunft noch häufiger im Norden zu zocken, also bei Interesse
meldet Euch – und finanziell werden wir uns bestimmt auch einig, haha.
Ich
glaube, auf den großen Sommer-Festivals wart ihr bisher noch nicht vertreten.
Kein Interesse von eurer Seite oder hat bisher noch nie jemand angefragt?
An Interesse von unserer Seite mangelt es sicher
nicht, aber bei den richtig großen Sachen wie meinetwegen Wacken haben wir kaum
eine Chance. Da sollte man einfach realistisch sein: Dazu sind wir insgesamt zu
unbekannt, bzw. verfügen auch nicht über die Kontakte, die für eine Band
unserer Kragenweite nötig wären, um auf so eine Sache zu kommen. Eine Bewerbung
macht da also schon von vornherein für uns gar keinen Sinn. Das wäre eher
verschwendete Energie – und das Porto für ein Promopaket kann man sich folglich
getrost sparen.
Die
Festival-Saison beginnt ja in wenigen Monaten. Sind schon erwähnenswerte
Auftritte geplant oder gar fest und spruchreif?
Da kann ich dir im Moment leider gar nichts
Konkretes sagen, weil noch nichts spruchreif ist. Aber ich denke schon, dass
wir zumindest bei den kleineren Events wieder vertreten sein werden. Ich hoffe,
dass sich da bald noch das eine oder andere tut.
Weshalb
liest man so oft Tübingen im Zusammenhang mit Fallen Yggdrasil? Laut
Kontaktseite euer Homepage wohnt dort niemand.
Das ist eine einigermaßen verwickelte
Geschichte. Ursprünglich waren wir eine „rein tübinger“ Band, alle
Bandmitglieder lebten in Tübingen, der Proberaum war in Tübingen und so weiter.
Aber aufgrund von Umzügen und Besetzungswechseln ist es zwischenzeitlich
tatsächlich so, dass niemand von uns mehr dort wohnt. Der letzte, der zumindest
halbwegs in der Gegend wohnte, war Dennis, der aber ja seit Dezember letzten
Jahres nicht mehr dabei ist. Wir sind nun über den gesamten Südwesten verteilt,
und auch der Probraum ist schon einige Zeit nicht mehr in Tübingen, sondern in
Freiburg ... Somit hast Du also vollkommen Recht: Mit Tübingen haben wir kaum
noch etwas zu tun. Trotzdem geistert das mit „Fallen Yggdrasil aus Tübingen“
noch durch die Szene, gerade bei Leuten, die uns schon länger kennen. Es ist
für mich persönlich auch nicht unbedingt wichtig, aber es könnte schon sein,
dass das zum Teil für Verwirrung sorgt.
Wie
bereits erwähnt, existieren Fallen Yggdrasil schon einige Jahre. Wie werdet ihr
in Deutschland wahrgenommen? Noch immer als „Underground Death Metal Band“ die
für Überraschungen sorgt oder seit ihr inzwischen – vor allem auch nach dem
ersten Album – etwas etablierter?
Puh, das ist nicht einfach zu beantworten. Ich
persönlich habe im Moment so den Eindruck, dass wir dazwischen stehen mit nach
wie vor deutlicher Tendenz zum Underground. Ehrlich gesagt gefällt mir das
nicht so sehr weil es weder Fleisch noch Fisch ist. Wenn ich so meine Gefühle im
Moment bildlich darstellen müsste, dann würde ich es so tun: Ich bin der
Stürmer in einem Fußballverein namens Fallen Yggdrasil. Dieser hat jahrelang
mit Erfolg in der zweiten Bundesliga gekickt. Nun stehen wir in der Nähe eines
Aufstiegsplatzes und irgendwie schiele ich nach der Bundesliga. Dort werde ich
aber gar nicht so richtig ernst genommen, obwohl ich schon dem einen oder
anderen Bundesligaverein bei Pokalspielen und in der Hallenrunde ordentlich
eingeheizt habe. Außerdem hängt mein Herz doch eher an der 2. Bundesliga, weil
ich mich da jahrelang wohl gefühlt habe, einigermaßen erfolgreich war und mich
alles in allem ganz gut eingerichtet habe in den dortigen Stadien, mit den
dortigen Fans und so weiter.
Simon, ich
hoffe meine Fragen waren interessant und haben nicht so gelangweilt. Ich
wünsche Dir mit Fallen Yggdrasil für die Zukunft viel Spaß und alles Gute und
überlasse Dir an dieser Stelle das letzte Wort.
Hey, das Interview hat Spaß gemacht, hast mir ja
ordentlich auf den Zahn gefühlt ... Ich hoffe, Deine Leser werden das Teil mit
Interesse lesen. Vielen Dank für die Gelegenheit, uns bei Hateful Metal
ausbreiten zu dürfen & ganz speziell „Danke“ für die Mühe, die Du Dir
gegeben hast! Wir wissen es sehr wohl zu würdigen, wenn Ihr Schreiberlinge Eure
Zeit dafür hergebt, Interviews und Reviews zu verfassen. Und wenn ich manchmal
so wie oben geschehen über Reviews meckere, dann darf man das nicht persönlich
nehmen. Ich bin eben eine alte Motzkuh und stehe auf dem Standpunkt, dass nicht
nur die Presse die Bands kritisieren dürfen sollte, sondern auch die Bands die
Presse. „Offener Schlagabtausch zum Wohle der Szenekommunikation“ sozusagen –
aber bitte nur verbal, haha.
25.11.2004
Nach der bereits beeindruckenden
MCD In no sense innocence haben Fallen Yggdrasil nun ihr
erstes Album veröffentlicht. Das Warten hat sich definitiv gelohnt,
die Fünf präsentieren mit Building up a ruin to come
ein frisches Death Metal Werk, welches die eingängigen Einflüsse
der früheren 1990iger Jahre mit neuzeitlicheren Attributen wie technische
Umsetzung und melodischen Harmonien auf sich vereint. Dabei überwiegt
aber keiner dieser Aspekte, das neue Album ist in sich stimmig und ausgewogen.
Fallen Yggdrasil haben ihre ganz eigene Stilistik geformt, die
Gitarren werden mal schön schrummig und antreibend gespielt aber
auch sehr technisch mit vielen abwechselnden Riffs, begleitet von Rhythmuswechsel.
Das Material auf Building up a ruin to come macht einen ausgereiften
und vielschichtigen Eindruck, die einzelnen Stücke unterscheiden
sich spürbar voneinander, die neun Lieder gehen nicht passiv an einem
vorbei ohne Spuren zu hinterlassen. Dazu trägt auch die große
Spielfreude und das gute Songwriting bei. Es ist im gesamten Verlauf der
CD ständig etwas in Bewegung und es fällt scher still zu sitzen.
Einziger Wehmutstropfen ist der Gesang, der manchmal streckenweise etwas
zu kraftlos wirkt. Allerdings gewöhnt man sich schnell daran, was
dann auch nicht weiter wirklich stört.
01. Intro
02. Buildung up a ruin to come
03. Bequest
04. The snake
05. Just another lullaby
06. Babylonian prayer
07. I burn
08. For those masters of the undone
09. My family
01. Intro
02. Buildung up a ruin to come
03. Bequest
04. The snake
05. Just another lullaby
06. Babylonian prayer
07. I burn
08. For those masters of the undone
09. My family
23.11.2004
Foscor - Entrance To The Shadows' Village | 2004 | Sacral Productions | CD | Black Metal
Entrance to the shadows village ist das Debütalbum von Foscor, einer noch recht jungen Gruppe aus Spanien. Einem ersten, kurzweiligen Eindruck nach spielen Foscor
eher rauen und eingängigen Black Metal. Doch ganz so ist es nicht, denn
die Spanier haben in das raue und ungeschliffene Klanggewand eine Menge
Melodien und Harmonien verpackt und sozusagen geschickt kaschiert.
Neben den melodiösen und atmosphärischen Elementen arbeiten Foscor auf Entrance to the shadows village
auch mit sehr unterschiedlichen Tempi in ihren Liedern. Manche Strecken
sind sehr monoton und schnell, andere dagegen langsam, schleppend und
zum Teil auch sehr ruhig. Das Material ist also schon recht
vielschichtig ausgefallen, beinhaltet somit einige verschiedene
Elemente, vereint auf diesem Silberling. Nur ist es nicht unbedingt
einfach und offensichtlich herauszuhören, da wie bereits gesagt, die
Produktion relativ roh und einfach ist, was bei solcher Musik eher ein
Nachteil sein kann als eine Betonung primitiver und barbarischer
Gelüste.
Dennoch ist das Debüt der Spanier ganz ordentlich, denn auch wenn überragende Momente fehlen, haben sie sich bemüht ihr eigenes Ding zu machen und nicht einfach etwas zu fabrizieren, das 1000 andere zuvor auch schon gemacht haben. Vor allem die Taktwechsel und die damit verbundenen Übergänge innerhalb eines Liedes, sind Foscor gut gelungen.
01. Vers la Foscor
02. Inferus (Dungeons and caves)
03. Lunar landscapes
04. Old winds revenge
05. Ravens of battle
06. Al cor de la boscuria
07. The sorrow of delight
08. Entrance to the shadows village
Dennoch ist das Debüt der Spanier ganz ordentlich, denn auch wenn überragende Momente fehlen, haben sie sich bemüht ihr eigenes Ding zu machen und nicht einfach etwas zu fabrizieren, das 1000 andere zuvor auch schon gemacht haben. Vor allem die Taktwechsel und die damit verbundenen Übergänge innerhalb eines Liedes, sind Foscor gut gelungen.
01. Vers la Foscor
02. Inferus (Dungeons and caves)
03. Lunar landscapes
04. Old winds revenge
05. Ravens of battle
06. Al cor de la boscuria
07. The sorrow of delight
08. Entrance to the shadows village
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