21.02.2004

Antiphrasis - Gutsfuck | 2004 | Nebelfee Klangwerke | CD | Black Metal

Antiphrasis haben ein mehr oder weniger stark verändertes Gewand: der Schriftzug ist neu, Herr von Rabensang ist nicht mehr mit von der Partie und auch musikalisch hat sich seit Wiedergeburt einiges getan. Die rohe Atmosphäre ist vollends einem professionellem Auftreten gewichen, Antiphrasis haben mit Gutsfuck ein überraschendes Debutalbum vorgelegt. Zumeist geht es getrieben und schnell voran, zum Teil gar regelrecht brachial und den Schweden Dark Funeral nicht unähnlich. Laut Nebelfee Klangwerke soll auf Gutsfuck auch eine Coverversion eines Liedes der Schweden enthalten sein, jedoch konnte ich es nicht identifizieren (vermute aber das es Conquering heaven ist).

Gutsfuck ist explosive Mischung aus schnellem Black Metal und schleppenden Passagen mit leichtem Death Metal Einschlag. Die gesanglichen Leistungen Tormentors tragen zu der Atmosphäre gehörig bei, er zeigt sich von einer abwechslungsreichen Seite. Zum Teil hell verzerrt und gebrüllt, aber auch dunkel, tief und intensiv. Diese Dualität hat er für das Debut perfektioniert. Überhaupt sind auf Gutsfuck keine Schwächen auszumachen. Das Material ist interessant und reichhaltig gestaltet. Die verschiedenen Elemente sind gut miteinander vereint und münden in einem durchgehenden homogenen Hörgefühl. Neben den bereits erwähnten schnellen und schleppenden Passagen sind auch ab und zu Soli vertreten. Da auch der Klang klar und sauber, jedoch nicht überproduziert und steril ist, ist ein Gutsfuck ein sehr überzeugendes erstes Album von Antiphrasis.

01. Intro
02. Might and knowledge
03. Raping the angel
04. Everything ends
05. Black Metal
06. Gutsfuck
07. Insane
08. Conquering heaven
09. Last minute

19.02.2004

Veineliis - In This Forest Shall Be My Gallows | 2004 | Eigenproduktion | Kassette | Black Metal

n this forest shall be my gallows ist das zweite Demo von Veineliis. Da ich den Vorgänger allerdings nicht kenne, kann ich dazu auch nichts weiter sagen. Die Titelnamen von In this forest shall be my gallows verraten dem aufmerksamen Zeitgeist ein wenig, womit man es mit diesem Demo zu tun hat. Richtig, mit einer melancholisch, düsteren Spielart des Black Metals. Dies mit einer überzeugenden Intention; die längeren Stücke halten sich allesamt überwiegend in einem mittelschnellen Tempo auf, wobei es aber über Strecken auch schnell und antreibend vor sich geht, was gut in die Strukturierung der Lieder passt. Das Schlagzeug ist zwar von der spieltechnischen Natur her recht einfach gehalten, dafür besitzen die Gitarren aber umso mehr Tiefe. Ähnlichkeiten zu den dunklen und sehnsüchtigen Melodien für die Nargaroth bekannt und unverkennbar sind, sind nicht von der Hand zu weisen. Es bleibt jedoch bei den Ähnlichkeiten. Veineliis zeigen auf diesem Demo eine eigene Stilistik die trotz eines bestimmten Leitfadens facettenreich ist. Trotz der melancholischen Stimmung fehlt es nicht an etwas aggressiven Einlagen und neben der bereits erwähnten, stark verzerrten Gitarren kommt auch die Akustikgitarre zum Einsatz. Zum Gesang ist noch zu sagen, das er zwar ruhig aber mit einer gewissen Grimmigkeit die Klänge begleitet, erinnert manchmal ein wenig an frühere Odal oder Graveland. In this forest shall be my gallows ist auf 100 Kopien limitiert und handnummeriert und ist schön aufgemacht. Das Beiblatt ist nicht einfach nur kopiert sondern besteht aus beschichtetem Papier.


01. The yearning yell's
02. Ghastly life
03. Wind
04. The most lifeless darkness of all nights
05. In this forest shall be my gallows
06. A silent hanging corpse

18.02.2004

Anal Vomit - Demoniac Flagellations | 2004 | From Beyond | CD | Black/Death Metal


Demoniac flagellations ist das Debütalbum der Peruaner Anal Vomit. Orientieren tun sie sich an einstigen brasilianischen Größen wie Sarcófago, Sextrash, Holocausto und auch frühe Sepultura. Demoniac flagellations ist also eine aggressive und schnelle Mischung aus Black-, Death- und Thrash Metal, die recht spielfreudig umgesetzt wurde. Trotz des relativ eingängigen Rahmens der Stilistik, zeigen sich Anal Vomit spielerisch von einer vielseitigen Seite. Oft sind die Passagen sehr brachial und schnell, dennoch bleibt das Riffing überwiegend in Bewegung und facettenreich. Anal Vomit ist es gut gelungen, sich nicht einzig und allein durch kompromissloses Geprügel zu inszenieren, das Wechselspiel von Soli und schnellen Riffs verleiht dem ganzen eine wohlige Atmosphäre – die alten Helden lassen grüßen. Sicherlich haben Anal Vomit mit ihrem Debüt nichts überraschendes oder neues gemacht, aber sie haben es gut geschafft bestimmte Momente und Elemente einer alten Ära einzufangen und in ihrer eigenen Musik einzufügen ohne einfach nur die Alten zu kopieren.

Wer diese alte und derbe südamerikanische Stilistik mag, sollte Anal Vomit auf jeden Fall mal probieren, alle anderen werden vermutlich keinen Zugang zu dieser Musik finden.

01. Intro
02. Sendero siniestro
03. Temptation and pleasure
04. Total sacrilegious
05. Seed of evil
06. Signo de la bestia
07. Kingdom of the cruelty II
08. Bestial masacre
09. Carmara de torturas
10. Tales of sorcery

17.02.2004

Alghazanth - The Polarity Axiom | 2004 | Woodcut Records | CD | Black Metal

The polarity axiom ist das nun bereits vierte Album von Alghazanth. Mit Subliminal antenora konnten sie mich ja nicht wirklich überzeugen, seitdem gab es aber einige Veränderungen im Bandgefüge der Finnen. Der vierte Silberling sagt mir definitiv mehr zu. Alghazanth haben die symphonischen Anteile um einiges herunter geschraubt. Es gibt sie zwar noch, aber weitaus dezenter als auf Subliminal antenora. Diesen Schritt halte ich der Band sehr zu gute, denn das neue Material ist sehr interessant beschaffen und die einzelnen Lieder enthalten jeweils eigenständige und hörenswerte Ideen und Arrangements. Mit The polarity axiom verbinden Alghazanth die leisen symphonischen Elemente gekonnt mit eingängiger Schnelligkeit und zum Teil auch mit einer gewissen Schroffheit. Diese Vermischung dieser gegensätzlichen Bausteine ist ihnen gut gelungen, anders kann man das nicht ausdrücken. Die Band beweist ein gutes Gespür für das richtige Maß dieses Mischverhältnisses. Mal geht es etwas melodischer voran, und mal geht es brachialer und schnell zugange, doch immer geschickt miteinander verknüpft. Alghazanth haben sich deutlich gesteigert, die veränderte Zusammensetzung der Mitglieder scheint einen positiven Effekt mit sich gebracht zu haben.

Eine abwechslungsreiche Scheibe, die sowohl melodisch und symphonische Momente und Anteile besitzt, die es aber auch wagt in Schnelligkeit und Härte auszubrechen.

01. Soulquake
02. The herald for reason
03 Chaos attributes
04. Blood beguiles phantoms
05. Drakomorphos
06. 8th sphere
07. With black aureoles
08. Forsaking the yoke

16.02.2004

Akitsa - Soleil Noir | 2004 | Tour De Garde | Kassette | Black Metal

Nach zwei Studioalben und zweijähriger Pause gibt es nun neues von Akitsa, in Form einer Demokassette. Die extreme, raue typische Stilistik die für Akitsa kennzeichnend ist, ist auch auf Soleil noir beibehalten. Es wird einem schnell klar, so klingen nur Akitsa. Soleil noir bewegt sich in einem musikalischem Rahmen, der der Sang nordique nahe kommt und somit auch deutliche musikalische Parallelen zum dreckigen Punk aufweist. Trotz der langsamen und schleppenden Spielart, ist die Stimmung zumeist von einer speziellen aggressiven und verächtlichen Essenz durchdrungen. Zum Gros liegt das natürlich an den eigensinnigen aber sehr extremen Gesängen die bei Akitsa stets ihre Anwendung finden. Jemand, der Akitsa kennt und mag, wird dieses Demo garantiert auch mögen aber allen anderen kann diese Kassette zu eintönig, langweilig und räudig sein. Die fünf Titel glänzen nämlich nicht gerade durch eine herausragende Ausarbeitung oder Umsetzung des Materials. Wer so etwas hören mag, greift wohl ohnehin nicht zu einer Band wie Akitsa.

Das Demo ist auf 300 Einheiten beschränkt und nur direkt in Kanada bei Tour de Garde zu erwerben. Irgendwann in nächster Zeit, erscheint das neue Album das auch den Namen Soleil noir trägt, allerdings nicht bei Tour de Garde sondern bei Autistiartili Records.


01. Hymne à la guerre
02. Le soleil noir
03. Celui qui est sans peur
04. Le retour du soleil noir
05. Totale servitude

Akitsa - Prophétie Hérétiquee | 2004 | Winter Assault Productions / Sabbath's Fire Records | Vinyl | Black Metal

Dieses Vinyl geht wieder mehr in die radikale und aggressive Richtung von Goétie. Der Rhythmus ist zwar nach wie vor von einer langsamen und holperig geprägten Gangart, doch Gesanglich ist es genau so extrem und grell kreischend wie seinerzeit bei besagtem Album.  

Akitsa haben noch nie für anspruchsvolle Strukturen gestanden, und genau so verhält es sich auch mit Prophétie hérétique. Es ist absolut monotoner Black Metal der eindringlich vorgetragen wird. Viel mehr gibt es hierzu auch nicht zu sagen, wer Akitsa und die beiden Alben von 2002 kennt, wird wissen was ich meine.
 Die EP ist auf 500 Kopien limitiert


A1         L'Union Des Coeurs Noirs    
A2         Prophétie Héritique    
B         Goétie 

15.02.2004

Acheron - Decade Infernus 1988-1998 | 2004 | Black Lotus Records | CD | Death Metal

Die Amerikaner Acheron sind wohl eine der dienstältesten satanischen Death Metal Bands überhaupt. 15 lange Jahre haben sie bisher dunklen kraftvollen Death Metal zelebriert. So sind auch die beiden CDs von Decade infernus 1988 - 1998 mit jeweils 16 eindringlichen Titel aus zehn Jahren Bandgeschichte. Das schöne an Acheron ist, dass sie stets ihren treibenden und schleppenden Grundstil beibehalten haben, manchmal basslastig, trocken und eingängig oder melodiöser und symphonischer, aber sie entfernen sich nicht zu weit von dem Grundfundament des langsamen Death Metals. Obwohl das neuere Material schon weitaus mehr Unterstützung von Keyboardklängen bekommen hat als die alten tieftönigen Stücke wie Prayer of hell oder Thou art lord. Diese langsame Stilistik hat ihren ganz eigenen kraftvollen Zauber, der im heutigen Death Metal leider recht selten vorzufinden ist. Umso mehr ist diese Zusammenstellung von Acheron eine Freude für all jene, die den Death Metal noch etwas anders kennen gelernt haben.

ie 32 enthaltenden Lieder setzen sich aus sechs unterschiedlichen Acheron-Veröffentlichungen zusammen und bieten einen abwechslungsreichen Überblick über den entsprechenden Zeitraum. Positiv dabei ist, dass die Reihenfolge der Titel nicht chronologisch ist, so wechseln sich ältere mit neueren Stücken ständig ab, was bei einer insgesamten Spieldauer von über 135 Minuten einen erfrischenden Effekt hat. Decade infernus 1988 - 1998 ist ganz sicher für all jene interessant, die sich für Death Metal der älteren Machart interessieren und für Freunde von Acheron wahrscheinlich ohnehin. Black Lotus Records hat das Werk in einer Auflage von 3000 Kopien herausgebracht.

CD 1
01. Thou art lord
02. God is dead
03. Slaughterization for satan
04. Blessed by damnation
05. Immortal sigil
06. Let us depart
07. Satanic erotica
08. One with darkness
09. Fuck the ways of Christ
10. Lifeforce
11. The enchoian key
12. Six six six
13. Enter the coven
14. Final harvest
15. Ave satanas
16. Prayer of hell

CD 2
01. Out of body
02. Alla XUL
03. To thee we confess
04. Shemhamforash
05. Purification day
06. Hekal Tiamat
07. Seven deadly sins
08. Cursed nazarane
09. Necromanteion communion
10. Baptism for Devilyn Alexandra
11. Legions of hatred
12. Unholy praises
13. Summoning the master
14. Voices within
15. Undead celebration
16. The entity

14.02.2004

Pest - Vado Mori | 2004 | Ketzer Records | CD | Black Metal

Mit Vado mori hat die deutsche Formation Pest ihr drittes Studioalbum abgeliefert. Recht schnell wird deutlich, dass Pest sich seit Ad se ipsum weiterentwickelt haben, herangereift sind. Denn insgesamt ist der Eindruck der von Vado mori bleibt, ein professionellerer als bei den vorherigen Werken. Zum Einen liegt das im besseren und differenzierteren Klang begründet, zum Anderen aber auch in der Kontinuität des Materials, das durchgängig sein Niveau hält und keine nennenswerten Schwankungen hat.

Die elf Titel sind unterschiedlicher Machart. Es gibt kurze, ruhige und klare Zwischenstücke, ebenso wie schnelle, antreibende und harsche Lieder und auch einige Kompositionen die gut strukturiert und arrangiert, alle eben genannten Attribute in sich vereinen. Die Gitarren sind äußerst spielfreudig und dabei variabel. Sie verlieren sich eigentlich nie in plumpen Wiederholungen des immer selben. Insgesamt ist Vado mori auch etwas aggressiver und schneller ausgefallen, als die zwei Alben zuvor es waren. Trotz des größeren Anteils an Härte, haben Pest ihre Harmonien und Melodien gut eingebaut und dadurch ein Album erschaffen, das die Band zwar eindeutig identifiziert und wiedererkennen lässt, dennoch innerhalb der Banddiskographie eigenständig klingt.

Waren es auf Ära und Ad se ipsum eher einzelne Titel die herausragend waren, so besticht diesmal Vado mori als Ganzes in seiner facettenreichen aber dennoch dezidiert bissigen und eindringlichen Ausstrahlung. Für mich ein gutes und ausgewogenes Stück Black Metal aus deutschem Lande, welches sich von vielen anderen deutschen Veröffentlichungen dadurch unterscheidet, das es gar nicht erst versucht, besonders grimmig, verachtend und böse zu klingen sondern lieber durch seine musikalischen Akzente überzeugt.

01. Prelude to the end
02. The failure of creation
03. Eternal darkness
04. Infinity awaits
05. Vado mori
06. Before the storm
07. The glimmer
08. Yersinia
09. Der Ewige
10. Into madness
11. Es lebe der Tod