09.05.2003

Godless North / Chemin De Haine - Only Human Ashes Are Real | 2003 | War Spirit / Semen And Blood | CD | Black Metal

Endlich gibt es neues von den Kanadiern Godless North. Gemeinsam mit den Franzosen von Chemin de Haine, welche bisher recht unbekannt sind und 1999 ein Split-Demo mit Seignur Voland veröffentlicht hatten. Es ist wohl ganz klar was auf dieser Veröffentlichung zu erwarten ist. Traditioneller und musikalisch radikaler Black Metal ohne Kompromisse. Zwei der drei Lieder (Intro mal aussen vor gelassen) von Godless North bestechen (wieder) durch aggressive Schnelligkeit und Härte. So war es schon auf dem vorangeganenden Album. Doch mit Sombre reflections of hate´s embrace haben Othalaz und Oblak Ilking einen getragenen und atmosphärischen Titel eingespielt, der zugleich auch deren längster Beitrag auf diesem Tonträger ist. Die drei Titel versprühen eine grimmige und aggressive Kälte, ganz einfach aus dem Naturell des Spielens der Musik. So manche Band könnte sich davon eine Scheibe abschneiden und versuchen, weniger krampfhaft zu versuchen eine bestimmte Atmosphäre erzeugen zu wollen.

Chemin de Haine sind zwar ebenso kompromisslos wie die Kanadier, doch weniger brutal dabei. Die Lieder sind nicht nur länger sondern auch meldiöser und abwechslungsreicher. Es fällt angenehm auf, das die Gitarren nicht nur ein begleitendes Instrument sind sondern aktiv die Stimmung der Musik mitgestalten. Da ist es schon ein wenig schade das die Produktion nicht ganz so gut ist, wie man es bei einem Split-Album vielleicht erwarten könnte. Aber dennoch eine gelungende Veröffentlichung auch wenn Chemin de Haine etwas im Schatten von Godless North stehen. Potential haben die Franzosen trotzdem allemal. Gerade im Bereich der längeren und schleppenderen Titeln gibt es gute Momente zu hören.


GODLESS NORTH
1. Intro
2. The fading cause of light´s crusade
3. Sombre reflections of hate´s embrace
4. Carnage by holy soil

CHEMIN DE HAINE
5. Sempiternelle existence
6. Ere du demon annee premiere
7. Le christ humilie

Goat Messiah / Goat Vengeance / Goat Wrath / Goat Semen - Satans Goat Tribute | 2003 | Goatwatchers United | Vinyl | Black Metal / Thrash Metal

Die vier Bands diesen wunderbaren Vinyls eint mehr, als nur die vier Buchstaben im jeweiligen Bandnamen. Sie spielen alle schön fiesen, dreckigen und durchschwärzten Metal. Den Anfang machen die Schweizer Goat Messiah, die sehr eingängig agieren und sofort in ihrer Spielweise und im Gesang an Hellhammer erinnern. Insbesondere einfach und dunkel gespielten Gitarren sowie der räudige Gesang, welcher teilweise heiser anmutet aber auch mal hell schreiend rüberkommt, sind die wohligen Kennzeichnungen von Command for the witches sabbath.

Weiter geht es mit Goat Vengeance aus Brasilien, die durch ihre ähnlich puritanische Atmosphäre und dem unverzerrten aber dennoch sehr eindringlichen Gesang, eher den 1980igern entsprungen zu scheinen als der Gegenwart. Sie spielen recht monoton, sowohl was die Riffs angeht als auch das Schlagzeug.
Auf der B-Seite geht es dann mit den Deutschen Goat Wrath weiter, die auf mich den nachhaltigsten Eindruck machen. Final war ist abwechslungsreicher als die anderen drei Titel, der Rhythmus ist ein überwiegend langsamer, die grelle Gitarre sorgt oft für einfache aber dafür sehr wohlige Melodien die sich schnell einprägen. Gesanglich reihen sich auch Goat Wrath in die Riege, des fiesen aber ehrlichen ein. Abschließend gibt es den wohl aggressivsten Titel der EP. Ein Probesong der Peruaner Goat Semen, der schnell und wütend vorgetragen wird, ohne irgendwelche störenden harmonischen Elemente. Dies trifft jedoch auf alle vier Bands zu, die sich allesamt auf das Wesentliche konzentrieren und somit einen äußerst überzeugenden Tonträger geschaffen haben, der von der Stimmung her in die Richtung Possessed / Hellhammer geht.

Das Ganze ist in einer Auflage von 333 Kopien erschienen. Bleibt nur zu hoffen, dass es vielleicht irgendwann mal eine Art der Fortsetzung geben wird.

GOAT MESSIAH
01. Command for the witches sabbath

GOAT VENGEANCE
02. The goat vengeance shine in your eyes

GOAT WRATH
03. Final war

GOAT SEMEN
04. Rehearsal track 2000

Goatlord Corp. - Early Beginnings Of War | 2003 | Battlesk'rs Productions | CD | Black Metal

Diese neue französische Band hat mit Early beginnings of war ihr fünfzehnminütiges Debut hingelegt. Von der ersten bis zur letzten Sekunde prügeln und hämmern sich Goatlord Corp. durch die vier Titel. Die Band möchte brutal und aggressiv klingen, das spürt man beim Hören und sie schafft es auch. Dennoch langweilt Early beginnings of war schnell; alles schon zig mal da gewesen. Nicht das die Franzosen schlecht wären, sie beherrschen ihre Instrumente, die Produktion ist gut doch fehlt etwas Innovation, ein spezieller Charakter der Band. Erschienen ist das Ganze in einer auf 999 Kopien limitierten Auflage.

01. Early beginnings of war
02. Tormentor 666
03. In the name of the black lord
04. I praise war

30.04.2003

Fallen Yggdrasil - In No Sence Innocence | 2003 | Supreme Chaos Records | CD | Death Metal

An sich ist es schon etwas seltsam das eine Band nach nur einem Jahr ein Album (in diesem Fall eine Mini CD) bereits wiederveröffentlicht. Bei In no sense innocence ist dies allerdings berechtigt und wird einem auch schnell klar wenn man die Scheibe das erste Mal hört. Fallen Yggdrasil aus der Universitätsstadt Tübingen haben auf diesem Debut sechs stampfende und niederwalzende Titel eingespielt und anfang 2001 in Eigenregie veröffentlicht. Die Mini CD war allerdings bald ausverkauft und so entschied man sich über Supreme Chaos Records In no sense innocence ein zweites mal zu veröffentlichen.

Die Lieder sind sehr kraft- und druckvoll, zuweilen auch brachial und mit einer gewissen Härte. Allerdings ist dies nicht ein alleinstehendes Attribut der CD sondern paart sich wunderbar mit einem milden Hang zum Melodiösem. Dazu sei aber angemerkt das Fallen Yggdrasil absolut nicht eine Band sind, die etwas härteren Melodic Death Metal spielen. Mit einer solchen Aussage würde man der Band in den Rücken fallen. Denn die Stärke der Band liegt darin nicht in eine subtile Schlachterei musikalische Zerstörungswut zu verfallen sondern den brachialen Charakter mittels einiger melodischer Elemente intelligent zu verfeinern - der Musik eine unverfälschte, eigene Atmosphäre zu verleihen. Dies bewerkstelligen die Fünf aus Tübingen in dem sie offenbar sehr wert auf die beiden Gitarren gelegt haben, die durchgehend gestaltend präsent sind.

Gemeinsam mit dem kräftigen und bestimmten Gesang sowie dem Schlagzeug das nicht nur eingänig im Takt hämmert entsteht eine gewaltige Klangwand aus der die Instrumente dank der Produktion sauber heraus zu hören sind. Etwas schade ist es vielleicht, daß das Schlagzeug manchmal einen Hauch zu leise wirkt. Dies ist aber auch nicht immer so und auch nicht wirklich auffallend.
Es ist eine gute Entscheidung In no sense innocence ein zweites Mal belebt zu haben.


01. NewAgeMephisto
02. You suicide me
03. Crown of all creatures
04. In no sense innocence
05. Odyssey in sorrow
06. Nightflower

22.04.2003

Dusk - The Shadowsoul | 2003 | Regimental Records | CD | Black Metal

The shadowsoul ist ganz klar gleich von Anfang an ein intensives Album voller Melancholie und Dunkelheit. Markantestes Merkmal dabei ist der sehr gequälte und verzweifelte Gesang der sofort Assoziationen zu Pein, Marter und Tortur in einem frei legt. Gesanglich sind manchmal gewisse Ähnlichkeiten zu Burzum nicht von der Hand zu weisen, jedoch sind Dusk aus Ungarn musikalisch sehr eigenständig was sie auch mit The Shadowsoul beweisen. Die Titel halten sich alle um die Zehn-Minuten-Grenze auf und bewegen sich zumeist in einem schnellen und treibenden Grundtempo der von einer Klangwand von rauen Gitarrenmelodien getragen wird. Dazu ist oft begleitend ein harmonischer Effekt zu hören, der diese bedrückende Stimmung noch verfeinert und festigt. Trotz der Länge der Lieder werden sie aber nicht langweilig, zum Einen ist die Atmosphäre die geschaffen wird einfach zu gut, zum Anderen sind die Lieder nicht langweilig oder monoton ausgefallen. Sie bieten einen relativ schnellen Wiedererkennungswert und sind besonders im Bereich der Gitarren interessant und hörenswert. Es sind aber auch Stücke vertreten die langsamer sind und bei denen diese morbide und schmerzerfüllte Atmosphäre dadurch sogar noch intensiver und ausfüllender wirkt. Bei den langsamere Titeln zeigt sich die gute Produktion von The Shadowsouls, da die Instrumente klarer von einander getrennt sind und das Schlagzeug schön kräftig und druckvoll klingt. Das Werk ist auf CD erschienen und auf 1000 Einheiten beschränkt.

01. Innerself
02. Dusk
03. The secret
04. Diewish
05. Eternal pain
06. Vow

10.04.2003

Disgorge - Necrholocaust | 2003 | Xtreem Music | CD | Death / Grind

Die Mexikaner gehen mit ihrem dritten Album heftig und gnadenlos zur Sache. Äußerst brutaler Grind / Death Metal wird auf Necrholocaust über acht Lieder verteilt. Disgorge haben sich spürbar und hörbar (positiv) weiter entwickelt. Zum Einen ist die Produktion besser geworden, klarer und kräftiger. Die brachialen Klänge kommen wie eine massive, walzende Wand daher und erdrücken und zerschmettern alles was im weg steht. Die Mexikaner sind aber auch technischer und präziser geworden, gerade wenn man das erste Album Chronic corpora infest als Relation nimmt. Disgorge grinden und knüpplen nicht nur auf Necrholocaust sondern bieten auch derbes Songwriting und ein Angebot an Abwechslung. Riffs, Soli und Breaks sind ebenso enthalten wie traditionellere Grindtitel. Zudem ist der Gesang auch verständlicher geworden und ist nicht mehr ganz so extrem geröchelt.
Insgesamt ein geiles und überaus brachiales Album an dem Freunde dieser Musik ihre bare Freude haben werden. Rein musikalisch gesehen, macht der Titel Necrholocaust dem Album alle Ehren.

01. Rise the pestilence
02. Sodomic baptism
03. Macabre realms of inhuman bestiality
04. Ravenous funeral carnage
05. Necroholocaust
06. Goremassacre perversity
07. Excremental lust
08. Boiling vomit through my veins

08.04.2003

Deströyer 666 - Terror Abraxas | 2003 | Iron Pegasus Records | Vinyl / CD | Black/Thrash Metal

Die australischen Holocaust Wölfe eröffnen den Frühling mit einer neuen Mini CD / LP. Vor einigen Monaten erst ist ja von der Band eine EP erschienen die, die Spannung auf Terror abraxas gesteigert hat. Auf dem ersten Moment möchte man gar erst ein wenig enttäuscht und nüchtern sein, da einem kein wirklicher Knaller direkt um die Ohren fliegt. Deströyer 666 kommen auch weitaus Death Metal lastiger daher als es sonst üblich für die Band war. Besonders auffallend ist das an dem Gesang, gerade bei dem Titel Terror. Er wirkt etwas tiefer und auch nicht so einzigartig wie bisher. Aber nun die Behauptung aufzustellen Deströyer 666 wären schlechter geworden oder hätten etwas von ihrer Klasse eingebüßt, wäre fatal und falsch zugleich. Die Band hat durchgehend immerzu äußerst gute Veröffentlichungen gemacht, so auch mit Terror abraxas. Die Mini ist womöglich etwas anders ausgefallen als mancher erwartet hatte. Dennoch und trotz alldem sind Destroyer 666 nach wie vor Deströyer 666 mit ihren begnadeten Gitarrenhymnen und Melodien, der einfach einmaligen Atmosphäre.
In den nahenden Sommermonaten tourt die Band ja unter anderem mit Desaster und Zemial durch Deutschland. Man darf wohl zurecht mehr als nur voller Vorfreude gespannt sein.

01. A breed apart
02. Those who dare beyond
03. Trailed by fire
04. Terror
05. Prometheus 

07.04.2003

Delirium X Tremens - Cyberhuman | 2003 | Eigenproduktion | CDR | Death Metal

CyberHuman ist die erste Veröffentlichung der Italiener. Geboten wird eine frische Mischung aus technischem und traditionellem Death Metal, den Delirium X Tremens kompakt vortragen. Angenehm an der Spielweise ist, dass die Musik trotz langsamerer Takte in den Grundzügen zumeist eine brachiale Atmosphäre besitzt. Begründet ist dies sicherlich in der technischen Versiertheit der Italiener, die aber glücklicher Weise nur selten an Oberhand gewinnt und sich sonst in einem ausgewogenen Verhältnis dem Ganzen fügt. Es ist auch nicht ganz einfach, die Beschreibung von CyberHuman auf einen aussagekräftigen Nenner zu bringen, da die fünf Titel zum Teil recht unterschiedlich und facettenreich gestaltet sind. Einige melodische Fragmente lassen sich genau so finden, wie eingängige und walzende Passagen mit einer staubtrockenen Stimmung. Die bereits mehrfach erwähnte technische Spielweise schlägt sich am markantesten an den Gitarren aus, die vielleicht auch überhaupt das eigenständigste Merkmal von Delirium X Tremens sind. Brachiale Riffs kommen ebenso vor, wie melodiöse Zwischenspiele und bizarre Rhythmuswechsel. Manchmal erinnert mich dies an …in pains von Cadaver, die damals recht ähnlich agierten.

Manchmal ist CyberHuman einen Tick zu technisch, wirkt dadurch etwas zu undurchsichtig, dennoch bleibt zu sagen, dass die Scheibe angenehm zu hören ist und für eine erste Eigenproduktion ist der Klang auch sehr gut ausgefallen. Ebenso positiv ist die Tatsache, dass das Bass gut zu hören ist.

01. 1000 wolves
02. Science
03. Deliriium 9991
04. ... inside me
05. CyberHuman