01.04.2003

Interview: Beltez



HATEFUL METAL: Grüß Dich, Garnaar.
The True Beltez wird nicht jedem gleich ein Begriff sein. Ebenfalls dürfte auch nicht jedem die Internetpräsenz der Band bekannt sein. Deshalb erzähle eingangs doch mal bitte, wie es dazu kam das vor ca. einem Jahr die Band gegründet worden ist.


Gnarv: Jo! Naja, ich bin nicht Garnaar. Das ist auch gut so... wenn ihr wüsstet was für ein krankes Schwein das ist. Spass beiseite, die Band wurde vor rund einem Jahr gegründet. Im Alkoholrausch hatte ich bei Burzum mitgekreischt und Garnaar meinte dann wir sollten mal ne Band gründen. Somit ist Beltez entstanden. Zum Bandnamen ansich: Garnaar hatte damals ein Soloprojekt was Beltez hieß. Der Name hat keine tiefere Bedeutung, er ist eher genauso stumpfsinnig wie wir es sind. Achso, im Internet findet man uns unter http://www.beltez.net, da stehen auch unsere Mail-Addies. Darüberhinaus bin ich eigentlich immer im IRC zu finden, #blackmetal.de.

Garnaar: So sollte das sein....ja.



Was hat es denn eigentlich mit dem "the true" im Bandnamen auf sich?

Gnarv: Hm, das kam einfach so. Soweit ich weiss war das auch nicht meine Idee. Wir dachten halt an das "the true" im Mayhem Schriftzug und wollten das halt auch reinpacken. Is aber weiter nix bei gedacht worden.

Garnaar: Ich dachte damit lässt sich besser Kohle verdienen. Wenn Mayhem das können, können wir das schon lange.



In dem einen Jahr der Bandbiographie habt ihr zwei Demos aufgenommen und diese dann gemeinsam auf einer CD (Beltane) gepresst. Was waren die Beweggründe dafür?

Gnarv: Beweggründe für die Aufnahme der beiden Demos? ;) Ne, also wir hatten die erste Demo halt recht schnell im Kasten, und das Zweite folgte dann kurze Zeit später. Wir wollten das halt unter die Leute bringen und für eine Eigenproduktion schön gestalten. Somit kamen wir auf ne Spielzeit von rund 50 Minuten und haben dann noch nen kleines Booklet gestaltet. Wenn wer in der heutigen Zeit noch CDs kauft, dem soll auch was geboten werden. Wenn das der Fall ist gibt's wohl auch weniger Raubkopien (vielleicht). Aber uns geht's halt eh mehr so ums Image und um den "Bekanntheitsgrad" im Underground.

Garnaar: Du nimmst mir die Worte aus dem Mund. Ich hatte Bock auf Blackmetal, da meine andere Band mir musikalisch nicht so zusagte. Achja, ausserdem war ich besoffen. Sonst hätte ich den Gnarv nieeeee daran gelassen.
Beltez: Beltane



Für die ersten beiden Demos ist die Produktion recht gut ausgefallen. Seit ihr selbst damit zufrieden, auch heute im Rückblick? Oder gibt es durchaus Dinge die ihr jetzt anders machen würdet?

Gnarv: Nuja, im Nachhinein will man halt immer irgendwas verändern oder besser machen. Ich bin wahrscheinlich mit dem Kram eher zufrieden als Garnaar. Das liegt wohl auch daran, dass ich selbst kein Instrument spiele und daher vom spielerischen her nicht wirklich was dazu sagen kann (also was man hätte besser machen können). Es sind halt zwei Demos, und wenn man die heutigen BM-Demos so vergleicht, ist unsere wohl noch ganz gut geworden. Aber wartet mal aufs Album ;)

Garnaar: Für unsere beschränkten Möglichkeiten, bin ich damit schon zufrieden. Wir hätten jedoch einen Bass aufnehmen sollen. Wenn es euch gefällt, gefällt es auch uns. Basta.



Es ist ja nicht zu leugnen das beim hören von "Beltane" durchaus Gemeinsamkeiten zu einer gewissen norwegischen Band zu hören sind. Nicht nur wegen der relativ langen Titel sondern teilweise auch durch den Gesang geschaffen. Ist diese Anlehnung ganz bewusst gewesen oder hat sich dies eher zufällig ergeben?

Gnarv: Hm. Beeinflusst sind wir natürlich auch irgendwie durch die Musik die wir selber hören. Wir stehen halt auf Blackmetal der Marke Burzum, Darkthrone, Shining usw. Ich kling halt ein bisschen krank von der Stimme her, ist nicht so dass ich so wie Varg Vikernes klingen will oder so ;) Zum Thema Songtitel: Wir hatten eigentlich nicht wirklich ein textliches Konzept für die beiden Demos, war am Anfang halt so reine Kreativitätsauslebung (das Wort bitte in den Duden). Die Texte waren schnell geschrieben, haha.

Garnaar: Durch "gewisse norwegische Band" waren wir definitiv beeinflusst. Eigentlich wurde deshalb auch das erste Demo aufgenommen. Eigentlich war das am Anfang auch auf elitäre zwei Stück beschränkt.



Beim zweiten Demo (Fliehende Stürme) gibt es einige Änderungen. Gerade die klaren Gesangspassagen und Chöre fallen positiv auf. Ist das eine Entwicklung der Band, etwas aus der Eingängigkeit zu fliehen und der Musik eine gewisse Atmosphäre zu verleihen?

Gnarv: Es kam einfach so. Garnaar hat das Mixing gemacht und ein paar Samples integriert. Das passte dann irgendwo. Wir stehen zwar auf Oldschool, aber das heisst ja noch lange nicht dass man sowas dann nicht machen darf. Alles in allem werden wir aber weiterhin rau klingen, aber ein wenig Atmosphäre muss manchmal halt doch eben sein. Hauptsache nich so Synth-überladener Schrott wie Silly Borgir oder die anderen Kasper.

Garnaar: Genau.



Ich selbst halte nichts von politischen Aussagen im Zusammenhang mit Musik. Ganz gleich welcher. Auf der Rückseite von "Beltane" prangen die Lettern "Anti NSBM". Deshalb drängt sich mir die Frage auf, weshalb ihr so direkt und bewusst in dieser Form Stellung dazu nehmt.

Gnarv: Weil Black Metal - Faschos Idioten sind? ;) Ich habe nichts gegen eine eigene politische Meinung, aber man sollte sie wenn überhaupt auch erst äußern wenn man danach gefragt wird. Es interessiert ganz einfach kein Schwein, vorallem nicht den Hörer. Ich sehe das ähnlich wie du, aber es gibt ja keine Blackmetal-Band die spontan gegen den Nationalsozialismus singt, oder? Außerdem gibt's wohl einen tollen Nebeneffekt: Damals so wie heute wird immer noch mit Satanismus im Blackmetal provoziert, aber heute provoziert man im Oldschool Blackmetal die Leute wohl eher mit einer Anti-faschistischen Haltung, hahaha. Politik hat in der Musik halt nichts zu suchen. Es wird ständig versucht (gerade auch im Metal-Bereich) soviele Emotionen und Gefühle irgendeiner Art in die Musik zu packen, um den Hörer zu fesseln - seien die Gefühle jetzt Melancholie, Wut oder sonst etwas. Aber ist Politik emotional? Das sei jetzt mal dahingestellt.

Garnaar: Ich finde, wenn Faschos ihrer Musik politische Aussagen / Themen aufzwingen, können wir das ebenso machen. Irgendwer muss ja das mal ausprechen was die meisten denken.



Gab es diesbezüglich Resonanzen irgend einer Form?

Gnarv: Bisher noch nicht, jedenfalls weiß ich nichts davon. Aber ich hab mit Leuten im IRC
gesprochen, und es schien so, als ob wir ihnen aus der Seele sprechen würden. Vielen ist es halt egal, weil die Musik ganz einfach gut ist. Leider Gottes werden die Bands immer in irgendwelche politischen Schubladen gesteckt, oder lassen sich stecken. Sowas find ich persönlich ziemlich lame. Nichtsdestotrotz: Wenn Bands wie Thor's Hammer oder andere versuchen wollen uns in unserer Meinung zu bekehren, gerne doch, wir sind immer für einen Spaß zu haben.

Garnaar: Ja, da war der Gnarv aber zu besoffen um sich noch dran zu erinnern. Unsere CD wollten ein paar NSBMler haben, hatten dann aber festgestellt das wir mal ne Punk Coverversion gemacht hatten. Na ja, die CD wollten die dann doch nicht mehr haben. Aufs Maul haben wir aber noch nichts bekommen. Dies sollte auch nicht heißen, das wir in naher Zukunft darauf scharf wären.



Auf der Netzseite von The True Beltez kann man nachlesen das ihr mit den Veröffentlichungen im Black Metal unzufrieden gewesen seit. Was genau hat euch gestört und ist es noch immer so?

Gnarv: Also ich trenne mal ganz sporadisch die Veröffentlichungen in drei Sorten: Auf der einen Seite stehen die VÖs die zu chartkompatibel sind, das heisst zu melodisch und zu "lieblich". Daneben stehen die Hardcore-Underground VÖs, viele vielleicht gut, aber dann kommt eine wirklich miserable Produktion hinzu, die das Ganze versaut. Oder die Musik klingt wie 08/15 Fascho-Rock. In der Mitte dann leider die guten VÖs (zu denen auf jedenfall Shining, Khold, Satyricon etc. gehören) - aber eben die sind in der Minderheit. Außerdem kommt man da viel schwieriger dran, weil Auslandsbestellungen und so. Ist halt meine Meinung (und Garnaar's wohl auch) - darüberhinaus red ich hier nur von Blackmetal ;)

Garnaar: Ja das stört mich immer noch so.



Beltez: Selbstmord Auf den beiden Demos wurde ein Drum-Computer benutzt. Werdet ihr das künftig auch weiterhin so handhaben oder ist es angedacht in Zukunft auf ein richtiges Schlagzeug zurückzugreifen?

Gnarv: Hier in der Umgebung lässt sich leider kein Drummer finden der 1. Zeit hat, 2. Gut genug im Trommeln ist bzw. 3. Lust auf die Musik hätte. Wir haben einen Kontakt zu Malus (auch BM) aufgebaut, der vielleicht demnächst ein paar Drummings machen wird - aber mal sehen. Falls wir keinen finden machen wir es halt weiter mit unserem lustigen kleinen Drumcomputer.



Da wir nun bereits von der Zukunft sprechen. Bereits im ersten Quartal sollte das erste Album ("Angst") erscheinen. Inzwischen ist vom dritten Quartal die Rede. Weshalb diese Verzögerung?

Gnarv: Hm, das hat viele Gründe. Ich stehe zur Zeit kurz vor meiner Abschlussprüfung und hab auch Jobmäßig viel zu tun. Daher hab ich nur begrenzt Zeit. Außerdem muss man ja auch Ideen haben, Dinge ausprobieren und etwas geistreichere Texte (als die von den Demos ;) ) schreiben. Aber wir versprechen, dass "Angst" im Herbst auf jeden Fall zu ordern ist.

Garnaar: Außerdem muss ich ja auch erst mal die Songs fertig schreiben. Die 48 Stunden Arbeitsweise hat diesmal nicht so gut geklappt ;)



Gibt es im Bezug auf die beiden Demos nennenswerte Änderungen oder gar Neuerungen auf dem kommenden Album?

Gnarv: Zuerst muss ich mal was zu dem ursprünglich angedachten Konzept sagen. Wir hatten eigentlich geplant, ein rein misanthropisches, finsteres und depressives Album aufzunehmen - mit einem festen Konzept, das heißt: Mit einer Geschichte, die über einige Tracks verteilt erzählt wird. Im Nachhinein haben wir das allerdings doch für langweilig empfunden und wollten uns die "Freiheit" nicht nehmen. Jeder Song wird wohl eine andere Atmosphäre haben, ob's eher groovig, nachdenklich oder selbstzerstörerisch sein wird. Aber es wird auf jeden fall überwiegend Black Metal der alten Schule sein.

Garnaar: Es wird definitiv unser härtestes, ausgereiftestes und bestes Album bis jetzt werden. Also alles was man von einem Debut verlangen kann. (lacht)



Habt ihr für "Angst" eigentlich eine Plattenfirma an Land gezogen oder wird das Album in Eigenregie entstehen und veröffentlicht?

Gnarv: Ja, nein, vielleicht. So wie es jetzt aussieht wird's wohl komplett in Eigenregie entstehen. Es wird sich wenn's fertig ist bei uns oder in einigen Mailordern ordern lassen. Wer weiß, vielleicht finden wir ja noch ein Label bis dahin, oder ein Label findet uns... Aber wir haben keine Lust auf irgendwelche Zwänge oder Knebelverträge.

Garnaar: Ich schon.



Ich danke euch Zweien für das Gespräch und überlasse euch somit die letzten Worte.

Gnarv: Hm, toll.

Garnaar: Ich bin auch noch da...Hallo. Danke fürs Interview. Wundert mich, das das einer bis hierhin geschafft hat zu lesen. Na ja, unbekannte Leser. Du, der es bis hierhin geschafft hat: KAUFE UNSERE CD. SOFORT SOLDAT.

Beltez

Das Gespräch führte Aceust im April 2003

27.03.2003

Cryfemal - Raising Deads... Buring Alives!!! | 2003 | War Productions / Oniric Records | CDR | Black Metal

Bei Cryfemal handelt es sich um eine spanische Band, welche sehr intensiv im Sinne der Brutalität zugange ist. Das Werk Raising deads… buring alives spricht eine eindeutige und zerstörerische Sprache. Das Liedgut ist zumeist von schnellem Tempo, treibendes Schlagzeug und wird von einer sehr dezidiert aggressiven Gesangsstimme begleitet. Das Schlagzeug wirkt manchmal so, als verbirgt sich dahinter ein Drum-Computer, allerdings lässt sich dies beim Hören nicht eindeutig ermitteln. Denn die - nicht schlechte - Produktion hat ihre - wohl gewollte - Eigenart, und versprüht massig Funken von primitiver Brutalität. So kommt es auch, dass sowohl ein programmiertes Schlagzeug wie auch ein von Hand eingespieltes möglich ist. Ein weiteres auffallendes Merkmal von Raising deads... buring alives sind die Gitarren die gemeinsam mit dem Gesang zumeist sehr vordergründig sind und ungewöhnlich gestimmt sind. Cryfemal ist zwar eine Band, die schnell und aggressiv ist, jedoch nicht in der Flut von durchschnittlichen Erscheinungen untergeht. Dafür haben die / der Spanier zu sehr einen eigenen musikalischen Charakter der auffällt obwohl die Texte hierfür von verschiedenen spanischen Bands stammen wie etwa Nazgul oder Primigenium.

Diese CD-R Produktion ist auf 500 Kopien limitiert und demnächst erscheint ein neues Album.


01. The beginning of the end
02. Unbelievable storm in holy circle
03. Iberian werewolf warriors
04. Arrival of unholy knights
05. The sky burns
06. Macabre suicide
07. Walking with the deads
08. Disturbed conscious death
09. Hate the opposite

25.03.2003

Cockroach - Temple Of Mystery | 2003 | Supreme Chaos Records | CD | Thrash Meta

Die Formation Cockroach gibt es bereits seit 1992 und mit Temple of mystery haben die Süddeutschen das dritte Album veröffentlicht. Produziert wurde das Album von Alexander Krull, bekannt durch Atrocity. Demnach kann man vom Album eine gute Klangqualität erwarten. Und ja, so ist es auch. Das Album wurde klar, sauber und druckvoll abgemischt und produziert. Cockroach klingen sehr kräftig und gerade das Schlagzeug kommt sehr druckvoll durch die Lautsprecher. Das paßt auch gut zur Musik von Cockroach. Denn Cockroach spielen Trash Metal wie man ihn anfang der Neunziger kannte als einige Bands der Bay Area ihre Ruhmeszeit hatten. So liegtes auch nicht fern wenn die Band vereinzelt (beispielsweise mit Fallen angel) an Bands wie Testament erinnert. Gerade der Gesang läßt solche Vergleiche und Erinnerungen zu. Allerdings ist der Gesang auch der Schwachpunkt von Temple of mystery da er im Bezug zur Musik teilweise zu schwächeln wirkt, zu sehr in Regionen des traditionellen Metals abdriftet. Musikalisch allerdings kann davon nicht die Rede sein. Die Stücke sind sehr druckvoll und treibend, ähnlich wie bei den Niederländern von Dead Head, allerdings nicht ganz so brutal, denn Cockroach gehen da doch schon insgesamt etwas gemächlicher ans Werk und befinden sich auf der Distanz in einem zwar schon brachialen Gewand, aber einem das nicht primär Brutalität zum Ziel hat, sondern auf ein ausgeglichenes Songwriting setzt.

Musikalisch ist Temple of mystery tatsächlich vielschichtig und interessant ausgefallen und es ist auch zu hören das die Vier davon auch etwas verstehen. So sind die Stücke zwar kräftig und treibend, vereinzelt auch schön walzend und sogar aggressiv aber auch immer daran bedacht, nicht zu sehr ins Extrem zu verfallen so das immer wieder musikalische Abwechslung in die Lieder eingebrach worden ist.
Alles in allem ein Album das sich hören lassen kann, wobei aber wie schon erwähnt, der Gesang durchaus mehr Biss und Aggressivtät haben könnte.

01. Witch trial
02. Phantom of the dawn
03. Total gym
04. Temple of mystery
05. Underworld
06. Inner fire
07. Fallen angel
08. Tears
09. Cockroach
10. Sucm me beautiful
11. Personal war
12. Tekilla 

22.03.2003

Carpathian Forest - Defending The Throne Of Evil | 2003 | Season Of Mist | CD | Black Metal

Neue Plattenfirma, neues Album. Mit Defending the throne of evil melden sich die Norweger Carpathian Forest zurück. Nachdem die Bindung mit Avantarde zu ende gegangen war, kam die Band beim französischen Label Season of Mist unter. Schwächelte die einst grandiose Band in letzter Zeit ein wenig und wirkte etwas ideenlos auf den Tonträgern, so scheint es mit dem kommenden Album (wird am 17. März veröffentlicht) wieder etwas bergauf zu gehen. Carpathian Forest klingen teilwiese vermehrt nach älteren Werken. Schlecht war die Band ja nie, das muß man zugeben, aber man vermisste das bandeigene gewisse Etwas. Auf Defending the throne of evil ist das nun glücklicher Weise anders. Besonders auffallend ist dieser "betagte Geist" gleich bei dem zweiten Lied zu hören. Gleich zu beginn sind die für Carpathian Forest typischen, markanten Gitarren zu hören, die sofort Erinnerungen an Through chasm, caves and titan woods wecken. Allerdings ist Defending the throne of evil kein Plagiat älterer Scheiben. Es ist ein schlagkräftiges und intensives Album auf dem Weg der Band. Typische Merkmale sind ebenso enthalten wie auch der bekannte Drang zur Nutzung und Einarbeitung unkonventioneller Instrumente wie etwa den Dudelsack bei Hymne to døden. Dabei verfallen Carpathian Forest aber nicht in einer verspielte Experimentierfreudigkeit.

Trotz dem bekannten Klangbild der Band, der auch durch die gesamten 12 Titel präsent ist und das Album zweifelsfrei zu einem typischen Carpathian Forest Album macht, ist das Album alles andere als langweilig oder ein weiters Album für das Regal. Dazu ist die Musik zu hochwertig und einfach auch zu gut. Die Band versteht es, das Songwriting und Arrangement bizarr und grotesk, aber auch morbid und aggressiv klingen zu lassen. Schon bei Strange old brew gab es einen Vergleich zu den Schweden Pan Thy Monium, wegen der Blasinstrumente wie dem Saxophon. Damals konnte ich den Vergleich nicht nachvollziehen, doch gibt es bei dem Lied Ancient spirit of the underwold diesmal tatsächlich eine Saxophoneinlage, die schwer an Pan Thy Monium erinnert.

Das Album ist sehr klar und sauber produziert. Normaler Weise ist dies eher lästig bei solchen Veröffentlichungen. Doch Defending the throne of evil kommt diese klare und druckvolle Produktion nur zu gute. Alles in allem ist das neue Album ein typisches, aber abwechslungsreiches Album aus bewährtem Hause. Meiner Meinung nach deutlich besser als die beiden vorangegangenen Alben.

01. It´s darker than you think
02. Skjend hans lik
03. The wall of all tears
04. Put to sleep like a sick animal!!!
05. Hymne to døden
06. Ancient spirit of the underworld
07. Spill the blood of the lamb
08. One with the earth
09. Christian incoherent drivel
10. The old house on the hill
11. Necrophiliac, anthropophagus maniac
12. Cold murderous music 

Calvarium - The Skull Of Golgotha | 2003 | Dynamic Arts Records | CD | Black Metal

Calvarium, eine junge Band, entstanden aus dem erlesenen finnischen Dunstkreis um Größen wie Satanic Warmaster, Behexen oder Baptism. So überrascht das erste Album The skull of Golgotha denn auch gleich, denn im Gegensatz zu genannten Bands ist Calvarium keine Band, die sich musikalisch dem rauen, fiesen und gnadenlosen Black Metal verschrieben hat. Calvarium gehen (sehr) atmosphärisch zugange und benutzen dabei auch das Keyboard, welches sich allerdings geschickt einfügt und die Stimmung - so wie es sich gehört - unterstreicht. Dabei wird es auch schon mal episch, wunderbar zu spüren und zu hören bei Jumalviha, welches an Blood on ice von Bathory erinnert. The skull of Golgotha ist eine sehr gelungene Mischung aus technischer Geschwindigkeit sowie Härte und den langsameren Passagen die eine atmosphärische Tiefe besitzen. Das Songwriting ist abwechslungsreich und dabei ausgewogen ausgefallen. Beim Hören der einzelnen Titel entdeckt man immer wieder "versteckte" Meldodien, die so geschickt eingearbeitet wurden, das wenn man sie für sich entdeckt hat, leicht einen Ohrwurm-Charakter entwickeln. Zu diesem Stil passt und eignet sich die gute und klare Produktion des Albums, die dem Ganzen eine respektvolle und würdige Abrundung gibt.


01. Three nails and the hammer of satan
02. Horns of hate
03. Jumalviha
04. Death worship
05. Siunatum surma
06. Morbid hordes revenge
07. Herramme on saapuva
08. Dedication in misanthropy
09. Suicide manifesto

18.03.2003

Blut Aus Nord - The Work Which Transforms God | 2003 | Appease Me... | CD | Black Metal

Die Franzosen machen mit ihrem vierten Album dort nahtlos weiter, wo sie zuletzt mit The mystical beasts of rebellion aufgehört haben. Blut aus Nord haben nicht nur einfach weiter gemacht sondern sich deutlich gesteigert und ihren Stil und ihre Atmosphäre verfeinert und perfektioniert. Schon zugleich nach dem Verklingen des Intros hört und spürt man die völlig eigene Atmosphäre der Band, diese mechanisch-gequält wirkenden Gitarren die an entgeisterte, schreiende Seelen erinnern. Passenderweise der Titelname The choir of the dead. Dieses vereinnahmende und faszinierende Klanggefühl bleibt aber durch die ganze Spielzeit von The work which transforms god erhalten. Bei dem Vorgängeralbum war dies so in der ausgeprägten Form noch nicht der Fall gewesen. Blut aus Nord haben gerade diesen kranken, vom geistigen Wahnsinn zerfressenen Stil gefestigt und sich darin hörbar weiterentwickelt. Als Ganzes mutet das Album ohnehin etwas pervers an. Nicht nur dieses morbide Gefühl das mit jeder Sekunde durch die Lautsprecher versprüht, sondern auch wegen dem Konzept des Albums. Denn The work which transforms god ist vom Spieltechnischen her abwechlsungsreich und enthält mehrere kurze, hymnenhafte und spherische Stücke die zwischen die längeren und heftigeren Lieder eingegliedert sind.

Da auch die Produktion sehr gut und überaus passend zum Werk ist, entsteht beim Hören fast schon ein regelrechter Sog die Lieder bzw. das gesamte Album immer wieder zu hören.

Mit The work which transforms god ist ein wunderbar extremes wie auch bizarres Album entstanden das nicht einzig und allein auf bestimmte Attribute eines besonderes Metal Stil´s zurückgreift sondern etwas eigenes und neues geschaffen hat daß in den Bann zieht und auch nachdenklich stimmt. Für mich in diesem Frühjahr bisher ganz klar das beste Album.

01. End
02. The choir of the dead
03. Axis
04. The fall
05. Metamorphosis
06. The supreme abstract
07. Our blessed frozen cells
08. Devilish essence
09. The howling of god
10. Inner mental cage
11. Density
12. Procession of the dead clowns

15.03.2003

Blood Vengeance - Panzerschlag | 2003 | Obscure Abhorrence | Vinyl | Black/Death Metal

Brachial und mit dezidierter Aggressivität strömt die aktuelle EP von Blood Vengeance aus den Lautsprechern. Die drei eigenen Titel sind ohne Ausnahme gnadenlos in ihrer Brutalität und lassen keinen Moment der Entspannung zu. Stets in einem schnellen und vorantreibenden Tempo, durchsetzt durch viele Breaks und Rhythmuswechsel des Schlagzeugs. Gerade diese militante Härte und Brutalität des Schlagzeugs und der Gitarren lässt an einige berüchtigte Thrash Bands der Vergangenheit erinnern. Allerdings wurden vereinzelte Samples (Schreie oder Kugelhagel) eingespielt die der musikalischen Ernsthaftigkeit und Klasse ein wenig entgegenstehen. Nichts desto trotz ist diese EP ein wahrhaftiger Schlag ins Gesicht für all jene die in dem Glauben beseelt sind, Black Metal müsse eine gewisse Epik und Ästhetik aufweisen. Es geht auch anders, Blood Vengeance beweisen dies eindrucksvoll.

01. Panzerschlag
02. Exterminate the mankind
03. Goatfuck sodomy
04. Gasmasked ritual (Blasphemy Cover)

06.03.2003

Baltak - Makedonski Boj (Macedonian War) | 2003 | Battlegod Productions | CD | Black Metal

Man muss bei der (noch) aktuellen Veröffentlichung von Baltak aufpassen, nicht (zu schnell) zu ungerecht zu werden. Es war ja bereits mit Kral na dva svetoi absehbar dass der einstige glorreiche Höhepunkt von Zaginatiot grad passé ist und nicht mehr erreicht werden kann. Dies liegt eben in der Natur der Sache. Mit Makedonski boj gehen Baltak ihren geschichtsträchtigen Weg weiter (für den sie vor allem in Griechenland wegen angeblicher Verzerrung der Geschichte kritisiert werden), den sie mit Kral na dva svetoi eingeschlagen haben. Obwohl diese - für Baltak typische - radikale harsche und durch und durch aggressive Produktion einer besseren gewichen ist; Gesang und Grundtempo weitaus gediegener sind, beinhaltet Makedonski boj dennoch ein besonderes Stück Tonkunst. Baltak arbeiten nun mehrfach mit Geschwindigkeitswechseln und unzähligen verwobenen Gitarrenmelodien. Drei Jahre liegen zurück, seit das vorhergegangene Album erschienen ist. Diesen Zeitraum kann man dem neuen Album anhören, denn das Songwriting ist mehr als gelungen und wenn man sich erst einmal an den ungewöhnlich hellen und heiseren Gesang gewöhnt hat, weiß er auf ganzer Linie schlagkräftig zu überzeugen. An dieser Stelle findet dann auch die gute und saubere Produktion gefallen. Baltak sind heutzutage zwar nicht mehr in ihrer Spielweise so kriegerisch, primitiv und aggressiv, doch sticht die Komponierung heraus und verleiht Makedonski boj einen neuen Glanz. Hierbei ist es wohl ausnahmsweise Mal angebracht von einer Entwicklung zu sprechen, ohne gleich einen negativ behafteten Unterton zu treffen. Auffallend ist die Abwechslung und Spielfreude an den Gitarren, welche voll und ganz überzeugen und dem Album eine besondere Ausstrahlung verleihen. Trotz aller Veränderungen und Entwicklungen, stehen Baltak mit Makedonski boj für extremen und kriegerischen Black Metal. Noch dieses Jahr soll das neue Album erscheinen.

01. Makedonski boj (Macedonian war)
02. Odime na borba (Going to war)
03. Bolni lujge (Sick people)
04. We the Macedonians
05. Sega & isekogus (Now & forever)
06. Svetot gori (World burning)
07. Filip II od Makedon (Filip of Macedon)
08. Nesvess (Unconcious)
09. The Un-Greek barbarians