18.02.2003

Anaal Nathrakh - When Fire Rains Down From The Sky, Mankind Will Reap As It Has Sown | 2003| Mordgrimm Records | CD | Death/Grind

Wie schon das Debutalbum, The codex necro, ist auch das zweite Album der Briten durch und durch ein Album der Extreme und Brutalität. Die sechs Titel sind durchgehend in sehr hoher Geschwindigkeit eingespielt, verkommen aber dabei nicht zu einem dahingekloppten Einheitsbrei. Anaal Nathrakh gehen dabei nämlich nicht einfach nur subtil ans Werk, sondern beweisen auch das sie ein Gefühl für das Songwriting haben und nicht einfach nur für plumpes Gebolze stehen. Hören sich die Lieder zunächst alle recht gleich an, offenbart sich einem beim Hören aber, das die Musik viel abwechslungsreicher ist als man dachte. Die Gitarren verfallen nicht einfach in einfache und sich wiederholende Riffe, sondern bestimmen gemeinsam mit dem Schlagzeug die Atmosphäre dieser Veröffentlichung. Dabei gibt es einige gute und gelungene Momente zu hören. Einzig und allein fällt ein wenig negativ auf, das sich die Produktion zu steril, zu maschinell anhört. Ansonsten aber ein gelungenes (und kurzes) Album von der Insel, welches schnellen, brutalen und technischen Metal bietet.

01. Cataclysmic nihilism
02. How the angels fly in
03. Never fucking again
04. Genesis of the antichrist
05. Atavism
06. When fire rains down from the sky, mankind will reap as it has sown

17.02.2003

Altar Of Perversion - From Dead Temples | 2003 | Drakkar Productions | CD | Black Metal

So pervertiert ihr Altar auch sein mag, so anspruchsvoll ist das Werk From dead temples. Eine nahezu glasklare und saubere Produktion bekommt man zu hören die den Gehalt der Musik voll zur Geltung bringt. Die Lieder sind allesamt von einer längeren Spieldauer, und diese wurde dazu genutzt an einem ausgereiftem und tiefgreifendem Songwriting zu arbeiten. Eine wahre Klangwand von - wohl - überlagerten Gitarren bricht über einem herein, gut bei The wisdom of evil zu hören. Dabei verkommen die Gitarren aber zu keinem undurchsichtigen Brei, sondern bleiben klar und differenziert in ihrer Harmonie und Melodie. Dazu trägt auch die gelungene Abmischung bei, die dazu führt das keine Spur und kein Instrument zu laut ist und andere in den Hintergrund drängt und nervend überlagert. Vom Gesang über das Schlagzeug bis hin zu den Saiteninstrumenten ist alles deutlich zu hören und man kann unangestrengt den Italienern zuhören.

In den einzelnen Titeln sind viele Gitarrenmelodien versteckt die der Atmosphäre - eher unterschwellig oder beiläufig - einen Auftrieb und behagliche Abwechslung verleihen. Da die Lieder nicht alle von einer einzigen Sitzung sind, gibt es klangliche und atmosphärische Unterschiede auf dem Album. Ab dem vierten Stück geht es produktionstechnisch zwar etwas rauer und schneller zur Sache, dafür sind die Lieder aber streckenweise melodisch offensiver und dennoch brutaler.

Durch die Zusammenstellung verschiedener Aufnahmesitzungen entsteht aber nicht der - zumeist billig wirkende - Charakter einer CD mit den bisher besten Lieder; sondern gegenteilig, ein Charakter der das Werk gut ausgewählt in zwei Hälften respektive Akte aufteilt.

01. Sheitanhas
02. The wisdom of evil
03. Aeongrave
04. Behold the altar of perversion
05. Necromantia sexualis
06. Burningcoldvoiddemon
07. From dead temples

15.02.2003

Aborym - With No Human Intervention | 2003 | Code 666| CD | Industrial Metal

"Necro Post Black Metal" lautet die Verkaufsstrategie zu diesem vierten Album der Italiener Aborym. So beschissen diese Stilbezeichnung klingt und anmutet hört sich für mich auch das Album an. Schon von dem Cover und aus den Titelnamen kann man entnehmen, das sich das Werk With no human interventions industralisierten Endzeitvisioen annimmt. Genau so klingt auch die Musik. Die Musik ist äußerst steril, schnell, technisch und reichlich an Effekten angereichert. Die Lieder klingen maschinell - eben industialisiert. Das ganze Album ist hochgradig technisch (dabei durchaus gekonnt und perfekt) und bietet zwischen den meist durchgehend schnellen Passagen kurze elektronische Spielereien die mich an fragwürdigen Gothic/Electro - Krempel erinnern, im Stile von Terminal Choice. So überdauert es auch die ganzen 14 Titel des Albums und bietet keine nennenswerte Abwechslung. Ganz ausgeprägt mit elektronischen Spielereien bzw. bewußt eingesetzten Klangelementen ist es bei Does not compute, welches völlig elektronisch (Industrial / Techno?) gestaltet ist. Da ist es auch vollkommen unerheblich das Attila Csihar für den Gesang sorgt. Ein Album das den typischen Weg des Black Metals geht. Immer experimentieller und ein immer größer werdender Einzug an verschiedenen Einflüssen. Diese CD sollte man sich ganz bewußt nicht kaufen.

01. Intro
02. With no human intervention
03. U.V. Impaler
04. Humechanics-virus
05. Does not compute
06. Faustian spirit of the earth
07. Digital coat masque
08. The triumph
09. Black hole spell
10. Me(n)tal strike terror action 2
11. Out of shell
12. Chernobyl generation
13. The alienation of a blackened heart
14. Automatik rave'olution sata

Abigail / Barbatos - Sexual Metal Holocaust | 2003 | Bestial Onslaught | CD | Black Thrash Metal

Die ersten vier Titel von Abigail entstammen einer Konzertaufnahme und erhalten dadurch einen klanglich fiesen Charakter wie er zu dieser Form alten und geradlinigen Metal´s wunderbar passt. Die Aufnahme ist nicht schlecht, nein, aber roh geschliffen dass wohl nur Ohren aus jenem vergangenen Zeitalter die Qualitäten hören und zu schätzen wissen. Wer Abigail damals auf der gemeinsamen Tour mit Impiety und Decayed in Deutschland verpasst hat, kann sich deren Live-Atmosphäre von schwarz angehauchtem und an die alten Tage anlehnenden Metal ins Wohnzimmer holen. Das fünfte und letzte Stück von Abigail auf dem Tonträger, ist ein Studiotitel und mutet geradezu wie eine Ballade an. Guter und kräftiger Klang, langsamer und bedachter Rhythmus mit einem einfachen und leicht zu merkendem Refrain.

Die Lieder von Barbatos sind alle im Studio produziert und sind dunkler gestimmt und bass belasteter als der Pendant Abigail, musikalisch aber ebenso im alten Metal verbunden und verwurzelt. Teilweise wurden sehr rockige Riffs samt dazu passendem Schlagzeug. Dabei wirken die Japaner aber authentischer als viele europäische Bands die versuchen diese Stimmung in ihrer Musik zu erzeugen.

Der Titel dieser Split-Veröffentlichung macht seinem Namen alle Ehre und enthält als Dreingabe einen leichten Hauch Atmosphäre auf dem Land der aufgehenden Sonne.

ABIGAIL
01. Violence kill and destruction
02. Hellfire and damnation
03. Prophecy of the evening star
04. War 666
05. Great swordman

BARBATOS
06. We're crazy fighters
07. Into the battlefield
08. Alcohol soldiers
09. Fuck the world
10. World war 2

14.02.2003

A Forest - The Spirit Of The Forest (To Bleed Northern Spirit) | 2003 | Wotan's Reich Productions | CD | Black Metal

Die Italiener spielen altbewährtes, nämlich traditionellen und schlichten Black Metal welcher im gesanglichen Bereich frühzeitigen Darkthrone-Veröffentlichungen ähnlich ist. Von einem Plagiat kann aber nicht gesprochen werden, dafür sind A Forest musikalisch zu eigenständig. Das Schaffen wirkt grimmig, es sind auch anständige Griffe vorhanden und das blecherne Schlagzeug wurde nicht einfach stupide eingetrommelt, dennoch fehlt A Forest etwas. The spirit of the forest (To bleed northern forest) hört sich platt an, was aber auch auf die schlechte Produktion zurückzuführen ist. Der Klang ist sehr leise und vollkommen ohne Druck. Dieses Manko trübt nachhaltig den Hörgenuss, da der Klang nicht nur kraftlos ist sondern dazu auch noch schroff und unrein.

Mit House of spirit haben A Forest ein Instrumentalstück komponiert, das auf der einen Seite eine bessere Produktion bekommen hat, auf der anderen Seite auch noch wunderbar klingt. Es ist ein einfaches, langsames Stück das von den einprägsamen Melodien der Saiteninstrumente lebt und man wünscht sich, der Rest des Albums möge ähnlich sein. Abschließend gibt es gleichfalls mit Bjarka ein gesangloses Lied. Jedoch mit knapp 18 Minuten Spielzeit definitiv zu lang, da einfach langweilig und somit schon überflüssig. Es sind lediglich irgendwelche Sphärenklänge zu hören die sich zum Ende hin in einem Spektrum von Wasserrauschen und einer Akustikgitarre verlaufen.


01. Wolf spirit
02. A walk through the forest unknown
03. Forest
04. Choices
05. Between eagles and worms
06. House of spirit
07. Bjarka

01.02.2003

Zorn - Menschenfeind | 2003 | Neon Knights | CD | Black Metal



Schon als vor zwei Jahren das erste Album erschien, machte die Aufmachung der CD jedem klar, dass es ZORN um musikalische Inhalte gelegen ist - die Aufmachung war nicht plump oder anspruchslos, aber eben minimal und auf das Nötigste reduziert. Mit dem neuen Werk „Menschenfeind“ hat das aus Sabnock, Nachtschatten und Astaroth bestehende Trio das Angebot an Informationen noch puristischer gehalten. Lediglich Namen und Funktion wurden festgehalten. Alles Überflüssige wie etwa Grüße, Botschaften oder Bandphotos fehlen. Mir gefällt diese Form der Gestaltung. Musik und Titelnamen sprechen für sich, dass sollten sie auch. Allerdings halt ich das Frontcover für etwas misslungen. Immerzu erinnert es mich neuere Werke von Satyricon. Aber es ist ohnehin sekundär, womit sich ein Cover ähnelt oder nicht.

Musikalisch sind ZORN eindeutig zahmer geworden. Die Lieder bestehen nicht mehr überwiegend aus rasender und aggressiver Schnelligkeit, und auch der für ZORN bekannte, etwas eigene und sterile Klang fehlt auf der aktuellen Scheibe. Da ist es nicht abwegig, diese Veränderungen auf die Besetzungsänderungen zurückzuführen. So sind von „Schwarz Metall“ nur noch Sabnock (Gesang und Schlagzeug) sowie Nachtschatten (Gitarren) erhalten. Astaroth löste Winterzorn am Bass ab und A. Blackwar fehlt ganz und wurde nicht ersetzt. Trotz all dem spielen ZORN deutschen militanten Black Metal, den sie selbst als Terror Black Metal bezeichnen.

Die sieben Titel sind in einem ausgewogenen Verhältnis abwechslungsreich ausgefallen und wurden in einem klareren Klangbild verpackt, so dass die Gitarren nicht mehr so grell klingen wie früher und sich die Instrumente einfacher und differenzierter heraushören lassen. Selbst langsames Tempo und tragende Melodien wurden eingebaut („Triumphmarsch Zorn II“) und runden „Menschenfeind“ damit gelungen ab. Insgesamt stellt das aktuelle Album ein ehrliches und deshalb auch überzeugendes Album dar, welches sich auf das Wesentliche des Black Metals beschränkt.


01. Intro
02. Endsieg
03. Faustschlag (in die christliche Welt)
04. Mordlust
05. Kristallnacht
06. Sohn der manvatarischen Dämmerung
07. Die Gegenoffensive
08. Triumphmarsch Zorn II (Zerfall der Religionen)

12.11.2002

Zorn / Battlehorns - Genickschuss / Pestenberserker | 2002 | Suprme Chaos Records | Vinyl | Black Metal



Dieses Split Vinyl der deutschen Band ZORN und der aus Frankreich stammenden Band BATTLEHORNS hat es absolut in sich und macht auf Anhieb Lust auf mehr! Beide Bands spielen eine Art des Black Metals, welche den älteren Geist des Black Metals beinhaltet und dies musikalisch sehr eindrucksvoll bestätigt.

„Genickschuss“ von ZORN besticht gerade durch seine verwobenen und fest ineinander übergehenden Riffs, die eine Wand aus Gitarrenklängen manifesteren, wozu dann der gut passende und durchaus etwas eigenwillige sowie schleppend wirkende Gesang kommt. Die Gitarren erinnern klanglich und atmosphärisch ein wenig an den Stil von BLUT AUS NORD mit ihrem neuestem Album.

Bei „Pestenberserker“ von BATTLEHORNS ist es mit der Stimmung und Atmosphäre nicht
viel anders. Wie schon bei ZORN kommt eher Black Metal der traditionelleren Natur daher, welcher durch das scheppernde Schlagzeug und der mit leichtem Echo versehenen Stimme eine tiefe in sich gekehrte Stimmung schafft. Zudem bietet „Pestenberserker“ auch einige Rhythmuswechsel und einen etwas ruhigeren Gitarrenpart, der die Stimmung aber nur untermauert.

Insgesamt ist es eine großartige EP zweier Bands, die sich wunderbar zusammen auf einer EP machen. Sowohl ZORN als auch BATTLEHORNS präsentieren hier rohen sowie hasserfüllten Black Metal, der Da ist es schade, dass es jeweils nur ein Lied zu hören gibt.

A. Zorn - Genickschuss
B. Battlehorns - Pestenberserker (L'insufleur de peste)

04.10.2002

Wyrd - Huldrafolk | 2002 | Millenium Metal | CD | Black Metal

Mit dem zweiten Album der finnischen Band Wyrd geht es mit einem Schlag ganz schön vorwärts. So konnte mich der Vorgänger Heathen, das nur ein Lied beinhaltete, welches aber über 50 Minuten Spielzeit hatte. So ist es mit Huldrafolk doch anders. Diese sechs, zum Teil epischen Stücke erstrecken sich über eine Gesamtlaufzeit von 50 Minuten und ein paar Sekunden. Nicht nur an der Liedaufteilung wurde etwas verändert, sondern auch musikalisch hat sich viel getan und verbessert. Um es mal drastisch zu formulieren. Huldrafolk ist eins der wenigen Alben, das mich beim ersten Hören, vom ersten Lied an in den Bann gezogen hat.

Um das Album im Vorfeld mal ein wenig zu umschreiben. Es handelt sich hier um eine gelungene (Misch)Form von Pagan Metal mit einschlägigen musikalischen Black Metal Einflüssen. Allerdings ist Huldrafolk keineswegs, eine, jener typischen Pagan Metal Veröffentlichungen die sich gänzlich im musikalischen Bereich auf das kategorische Métier beschränken. So wirkt das Album über die gesamte Dauer sehr ausgeglichen und wartet mit einigen ruhigen und epischen Momenten auf, die immer mal wieder mit folklorischer Untermalung einhergehen. Das ist neben der der schön und gut umgesetzten Musik nämlich ein positiver Aspekt. Die vollkommen fliessenden Übergänge erschaffen so eine mitreissende Atmosphäre und Spannung welche zuweilen auch durchaus etwas bedrückend und mit Melancholie angereichert sein kann, das man schon dazu geneigt ist, die CD gleich ein zweites Mal zu hören.

Es paßt einfach alles. Die andächtigen, folklorischen Elemente, sowie die leicht rauhen Metal-Passagen. Das liegt aber auch zu einem gewissen Teil an der guten und gelungenen Produktion, die das Schaffen von Wyrd wunderbar und auch zu recht positiv ins Licht des Hörers rückt. Das Schlagzeug kommt warm und etwas druckvoll rüber, die normalen Riffs sind etwas rauh, wie es im hohen Norden Europas typisch ist, und die ruhigen Momente des Albums sind sehr klar und sauber produziert.

Die Musik ist so "liebevoll" und authentisch umgesetzt, wie man z.B. sehr gut bei Aijeke nachvollziehen kann, da es ein sehr folklorisches Stück ist, das durch seine grandiose Inszenierung einen direkt in die Vergangenheit an ein großes Lagerfeuer katapultiert und zum Tanz lädt.

01 - Ashes of Man and Oak and Pine
02 - Aijeke
03 - Die Entstehung
04 - Huldrafolk
05 - Misanthropes Masterplan
06 - The Harvest Day