19.01.2015

Squidhead - Prohibition | 2014 | Eigenproduktion | CD/Digital | Death/Thrash Metal



SQUIDHEAD ist das Soloprojekt des Belgiers Pierre „Pish“ Minet. Mit der EP „Prohibition“ setzte er ein erstes musikalisches Lebenszeichen. Es gibt instrumentalen Death Metal zu hören, den Minet mit Elementen des Thrash Metals anreichert.

Gleich mit dem Eröffnungstitel „Riding The Octopus“ geht es sehr abwechslungsreich los. Hier wechseln sich treibende Rhythmen mit schwungvollen Riffwänden und melodischen Soli ab. Harte Passagen gehen mit melodischen sowie atmosphärischen Arrangements einher. Minet kombiniert geradlinige Parts mit technischen Arrangements, welche stellenweise eine leicht progressive Note haben.

„Prohibition“ ist im Grunde gar nicht schlecht, denn Minet beherrscht seine Instrumente zweifelsohne. Selbst das programmierte Schlagzeug - eigentlich immer der Knackpunkt bei Einmannkapellen -  fällt nicht negativ auf. Klanglich und spielerisch kann er mit SQUIDHEAD also gänzlich überzeugen. Dennoch fehlt der EP etwas. Für mein Empfinden fehlt das Besondere. Es gelingt Minet noch nicht, mich durchgehend zu fesseln. Allerdings ist „Prohibition“ das erste Lebenszeichen und spielen kann der Belgier. Für eine Demo EP ist das Ganze demnach gelungen und anständig. Potential ist definitiv vorhanden und es gibt noch viel Luft nach oben. Eine Sache gibt es aber, die mich wirklich furchtbar stört. Und zwar finde ich das Cover unglaublich hässlich. Die Musik ist wesentlich besser als das Artwork, also bitte nicht davon abschrecken lassen.


1. Riding The Octopus
2. Edge Of Consciouscness
3. Prohibition
4. Coded Dreams
5. The Ritual

13.01.2015

Animo Aeger - Storchenwahrheit, -wirklichkeit | 2014 | Eternal Rabies Kult | Kassette | Black / Dark Metal



Zwei Jahre nach dem großartigen, letzten Album „Fieber“, ist nun mit „Storchenwahrheit,- wirklichkeit“ der Nachfolger erschienen. Erstmals seit der sehr rohen und aggressiven Demo „Wolfsvisionen“  wieder eine Veröffentlichung auf Kassette. Nach „Fieber“ waren die Erwartungen und Hoffnungen natürlich groß und ANIMO AEGER ist es gelungen, diese nicht zu enttäuschen.

Evolutionstechnisch liegt das neue Album einerseits voll im Soll, denn ANIMO AEGER entwickeln sich vom rohen und grimmigen Black Metal hinfort zu düsteren, atmosphärischen und experimentellen Klängen. Andererseits ist „Storchenwahrheit,- wirklichkeit“ klanglich um einiges roher und ungeschliffener als der Vorgänger „Fieber“. Auf dem neuen Album treffen düstere und melodische Arrangements auf einen dezidierten rauen und grimmigen Klang. Dadurch entsteht eine besonders eigentümliche Atmosphäre, die harmonische Momente mit morbidem Wahnsinn und latenter Grimmigkeit kombiniert.

ANIMO AEGER greifen häufig auf Klargesang, der sonor sowie stimmungsvoll für einen ganz eigenen, düsteren Aspekt sorgt, zurück. Ebenso gibt es viele gesprochene Flüsterstimmen aber auch giftiges Gefauche und brodelndes Gegurgel. Es ist ein sehr facettenreiches Album, welches viele melodische und atmosphärische Arrangements, etwa düstere Gitarrenklänge oder desolate, unheimliche, bizarre und teils undefinierbare Geräusche, geschickt miteinander verbindet. Es gibt Momente, wo ANIMO AEGER hochgradig düster und melancholisch klingen, was ob der gefühlvollen und ruhigen Instrumentierung verstörend wirkt. Überhaupt ist das melodische Spiel sehr gefühlvoll und nuanciert. Dies äußert sich nicht nur durch beseeltes Gitarrenspiel, sondern auch durch die Beschaffenheit des Materials an sich. Denn „Storchenwahrheit,- wirklichkeit“ ist komplexes Werk, das nicht nur durch verschiedene Rhythmen und Melodien lebendig wird, es ist auch ein Album der Abstufungen, der Zwischenschritte, denn es wird auch viel mit verschiedenen Lautstärken gearbeitet. Es gibt überaus leise, kaum wahrnehmbare Passagen, die nicht nur als Kontrast fungieren, sondern eben auch stimmungsvoll und verstörend wirken.

Wenn man die drei Alben „Impuls“, „Fieber“ und „Storchenwahrheit,- wirklichkeit“ miteinander vergleicht, sieht man sowohl einen bestimmten roten Faden als auch teils frappierende Unterschiede. Alle Alben haben eine sehr tiefgreifende, düstere und morbide Atmosphäre, aber sie unterscheiden sich dennoch, so dass jedes Album sehr eigenständig für sich alleine stehen kann. Mir gefällt jedes Album verdammt gut, weshalb ich auch keinen Favoriten küren kann. ANIMO AEGER haben ein sehr intensives und verstörendes Album abgeliefert, welches bizarre Eleganz und klare Schönheit mit Grimm und Groll vereint.


1.         Straßenzüge in strahlendem Grau        
2.         Flucht           
3.         Wirrungen befreien und erheben         
4.         Die Ode ans Fiktive           
5.         Definitionssucht und Höhenangst        
6.         Akt Gestern, Vorhang (...versagt)          
7.         Flügge und Bereit zu lammen

Avitum - MMXIV | 2014 | Atavism Records | Kassette | Black Metal



Die schlicht „MMXIV“ betitelte Demo dürfte vermutlich das erste Lebenszeichen dieser südfranzösischen Gruppe sein. AVITUM spielten hierfür drei Lieder ein, die in bester französischer Tradition stehen. Es wird eine dezidierte Rohheit mit einem dünnen und grimmigen Klang sowie mit einer dezenten aber bestimmten Melodik kombiniert.

AVITUM spielen direkten und überaus geradlinigen Black Metal, der sich absolut auf das Wesentliche beschränkt. Es gibt weder Ein- und Ausleitungen, noch hält man sich mit atmosphärischen Überleitungen auf. Stattdessen dominieren die grell klingenden Gitarren sowie der grimmig und rabenhafte Kreischgesang das Geschehen. Man spürt den Liedern ihren Democharakter natürlich an. Der Klang ist dementsprechend rauschend und verwaschen aber absolut angemessen, zumal er das Rohe essentiell transportiert. Trotz der geradlinigen Grundatmosphäre, haben AVITUM die drei Lieder variantenreich ausgearbeitet. Es gibt antreibend schnelle Parts ebenso wie schleppende oder mittelschnelle Arrangements. Besonders gut gefallen mir AVITUM gleich am Anfang des ersten Liedes. Hier ist das Schlagwerk schnell und stampfend zu hören, während die Gitarren sehr vereinnahmende Riffs spielen, was zu einer sehr eindringlichen und dichten Atmosphäre führt.

Für die erste Demo ist „MMXIV“ eine gelungene wie auch ansprechende Arbeit. AVITUM spielen grimmig und roh, vergessen dabei aber nicht, das Ganze mit einer subtilen und guten Melodik anzureichern. Freunde des rohen und französischen Black Metals sollten sich „MMXIV“ mal näher anschauen, zumal die Kassette professionell gefertigt wurde und einen sehr wertigen Eindruck hinterlässt. Der erste Schritt ist also getan und nun muss man abwarten, ob und wie sich AVITUM entwickeln. Potential ist definitiv vorhanden, gerade melodisch haben die Franzosen einiges auf dem Kasten. Ich bin jedenfalls gespannt und erfreue mich am rauen, authentischen Black Metal ohne Schnickschnack.

1. La Race Du Grand Remplacement
2. Maquis (France De La Résistance)
3. La Nef Des Invaincus

10.01.2015

Caedere - The Lost Conveyance | 2014 | Sevared Records | CD | Death Metal



Behäbig aber in einer Regelmäßigkeit veröffentlichen die Niederländer CAEDERE ihre Alben. Fünf Jahre sind seit dem letzten Album „Clones Of Industry“ vergangen, davor gab es eine Pause von sechs Jahren. Zwischendurch sind zwar auch mal eine Promo sowie eine EP erschienen, doch wirklich eilig haben es CAEDERE offenbar nicht. Ganz taufrisch ist das Material von „The Lost Conveyance“ dann auch nicht mehr, so fanden die Aufnahmen bereits im Sommer und Herbst 2013 statt und auf der Platte befindet sich die komplette 2011er EP „Corruption“. Wie dem auch sei. CAEDERE haben erneut brutalen, zupackenden Death Metal eingespielt, der sich hören lassen kann.

Sowohl Anhänger der Niederländer als auch Freunde des brutalen und technischen Death Metals können sich freuen und bedenkenlos zugreifen. So stellt das neue Album doch das ausgereifteste Werk dar. CAEDERE präsentieren sich nicht nur gewachsener sondern auch facettenreicher. Das Album ist 44 Minuten lang und offeriert schnellen und gutturalen Death Metal, der mit vielen harmonischen und rhythmischen Wechseln gespickt wurde. Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue Silberling jedoch nicht mehr ganz so direkt und offen brutal. CAEDERE agieren nun schwungvoller und drosseln etwas häufiger das Tempo. So wirkt „The Lost Conveyance“ insgesamt sehr drückend, massiv und brachial. Hohes Tempo und flinke Breaks sind natürlich nach wie vor vorhanden, nur wurden sie flüssiger ins Repertoire integriert. Der wesentlich verbesserte Klang spielt dabei aber auch eine elementare Rolle. CAEDERE klingen auf ihrem dritten Album differenzierter und druckvoller. So kommen die teils massiven, walzenden Riffwände als auch der tiefe, gutturale Gesang sauberer und besser zur Geltung. Die Kombination aus besserer Produktion und vielfältigerem Material machen „The Lost Conveyance“ im Vergleich zum Vorgänger zu einem ausgereifteren Album.

Dadurch wirken CAEDERE womöglich dem ersten Augenschein nach nicht mehr ganz so brutal und grindig wie bisher, dafür ist aber die Qualität merklich gestiegen. CAEDERE sind bisher wohl vor allem im eingefleischten Untergrund ein Begriff, doch das sollte sich hoffentlich mit dem dritten Album endlich ändern. Wer es technisch und brutal mag, aber auch schleppende und schwungvolle Parts nicht verachtet, der wird ganz sicher mit „The Lost Conveyance“ glücklich.


1. Corruption
2. Against Better Judgement
3. Union Of Substitutes
4. Uncivilized Order
5. Facing Reality
6. Fury Unleashed
7. Better Be Deceased
8. Conveyance Lost
9. Subject To None

Fanchon - Fanchon | 2015 | Negation Records | Vinyl/Digital | Black/Death Metal



FANCHON sind ein Münchner Duo, über das nichts weiter bekannt ist. Die beiden Musiker schätzen die Anonymität und veröffentlichten vor wenigen Tagen diesen selbstbetitelten Siebenzöller. Die EP beinhaltet fünf kurze und knackige Lieder, die eine raue und aggressive Mischung aus Black Metal, Death Metal sowie einem Hauch Crust darstellen.

Das Duo macht ordentlich Lärm, wobei der aber weniger durch betonte Raserei als vielmehr durch eine latente, knurrige Grimmigkeit verursacht wird. Das Tempo ist natürlich oftmals hoch, so dass das Schlagzeug treibend und peitschend zu hören ist, aber FANCHON versinken nicht in schierem Geballer. Neben den schnellen, peitschenden Stücken gibt es aber auch schleppende und mittelschnelle Parts, die nicht weniger roh und grimmig sind. Richtig gut gefällt mir gleich das erste Lied Ödipus. Hier spielen FANCHON derbe, eisige Black Metal Riffs, die das Potenzial haben, die Hölle gefrieren zu lassen. In „Eruptive Froth“ und „The Last Supper“ hingegen gibt es zwar auch tolle Riffs, doch gehen diese hier phasenweise eher in die Richtung Death Metal und Crust à la KEITZER.

Obwohl die Lieder kurz sind, enthalten sie eine beachtliche harmonische und rhythmische Vielfalt. Jedes Lied klingt anders und FANCHON vermeiden Wiederholungen. So haben die einzelnen Lieder, als auch die gesamte EP, einen hohen Wiedererkennungswert. Für mich stellt diese EP einen echten Leckerbissen dar. Für 6 Euro kann man sich das Teil ordern oder kostenlos als legalen Download besorgen. Ich werde FANCHON jedenfalls im Auge behalten, diese Mischung aus primitiver Rohheit und Aggressivität mit guten Riffs und Harmonien ist genau mein Ding.


1. Odipus
2. Eruptive Froth
3. The Last Supper
4. Motherly Prayers
5. Mass