24.06.2013

Sarkrista - The Acheronian Worship | 2013 | Misanthropic Art Productions | CD | Black Metal

SARKRISTA ist eine noch junge norddeutsche Gruppe deren Debütveröffentlichung The Acheronian Worship im Frühjahr über die südkoreanische Plattenschmiede Misanthropic Art Productions erschien, welche eine ausgesprochene Leidenschaft für europäischen Black Metal besitzt. SARKRISTA passen zum Label jedenfalls hervorragend, denn es wird grimmiger und melodischer Black Metal gespielt, der sehr stark von finnischen Größen wie etwa SARGEIST, BAPTISM oder auch VITSAUS geprägt wurde.

SARKRISTA machen ihre Sache dabei erstaunlich gut. Sie haben es quasi auf Anhieb hin bekommen, eine ausgewogene Mischung aus dezenter Melodik sowie grimmiger Rohheit zu finden und dem finnischen Original atmosphärisch dabei sehr nahe zu kommen. SARKRISTA haben ein Gespür für gute Harmonien, die jedoch niemals zu melodisch sind. Dabei entstehen an den Saiteninstrumenten ab und zu auch leicht melancholische Melodien und Stimmungen.

Spieltechnisch und atmosphärisch machen SARKRISTA ihre Sache sehr gut, zumal es sich um ein Debüt handelt und es zuvor nicht mal eine Demo gab. Auf The Acheronian Worship geht es sowohl schnell, bissig und grimmig zu als auch schleppend und mittelschnell. So gesehen handelt es sich hierbei um ein mehr als nur gelungenes Debütalbum, welches sicherlich relativ schnell relativ erfolgreich werden wird. Wer grimmigen, finnischen Black Metal mit einer gewissen Melodik und Melancholie mag, darf hier bedenkenlos zugreifen. Ich persönlich würde mir allerdings etwas mehr Eigenständigkeit und Hässlichkeit wünschen, aber das ist jammern auf hohem Niveau.

01. Introduction
02. Grim satanic vengeance
03. Funerals and flaring torches
04. Ruthless winter
05. Messenger of harm
06. Realm of eternal coldness
07. Wrath incarnation
08. Black clouds of revelation

https://www.facebook.com/Sarkrista
http://misanthropicart.dothome.co.kr/

10.06.2013

Die Toten kehren wieder mit dem Wind - Ein Wanderer | 2013 | Eigenproduktion | CDR | Black Metal / Ambient

Ich war sehr überrascht als ich Ein Wanderer im Briefkasten vorfand. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass so still und heimlich ein neues Werk von DIE TOTEN KEHREN WIEDER MIT DEM WIND erscheinen würde. Und so ist es geschehen. Es gibt ein neues Werk, welches in einer kleinen, von Hand aufwendig gefertigten Auflage, erschienen ist. Es ist kein klassisches Album von DIE TOTEN KEHREN WIEDER MIT WIND, jedenfalls ist es anders, als alle zuvor erschienen Werke. Im Infoschreiben zum Tonträger wird erklärt, dass es sich bei Ein Wanderer um den Versuch handelt, durch eine Abfolge von Bildern eine Art Reise, eine Atmosphäre auszudrücken - weshalb Ein Wanderer eher als „Kunst“ denn als herkömmliche „Musik“ in der Form einer Albumaufnahme zu verstehen ist.

Die Werke von DIE TOTEN KEHREN WIEDER MIT DEM WIND waren und sind von Anfang an etwas Besonderes, der musikalische Inhalt war immer von einem gewissen Anspruch geprägt. Dies gilt natürlich auch uneingeschränkt für Ein Wanderer. Auf Ein Wanderer gerät der Black Metal allerdings in den Hintergrund, er ist nur noch ein „Bild“ neben einer Vielzahl an verschiedenen Geräuschen und atmosphärischen Ambientklängen. Mit einer Gesamtspielzeit von 71 Minuten ist das Werk sehr lang geworden und so sind denn auch oftmals lange Passagen zu hören, die durchaus spezielle Bilder kommunizieren, wobei vermutlich jeder Hörer ein etwas anderes Bild vor dem geistigen Auge sieht.

Ein Wanderer ist sehr atmosphärisch und stimmungsvoll, dies ist schon allein den langen und zahlreichen ruhigen Instrumentierungen geschuldet, in denen etwa sanfte Akustikgitarre und Windgeräusche zu hören sind. Diese ruhigen, atmosphärischen Arrangements sind teilweise sehr lang und verändern sich dabei eher unauffällig und gemächlich und obgleich die Titel viele solcher stimmungsgeladenen Arrangements enthalten, gibt es reichlich Dunkelheit in den Klängen. Für den Black Metal gilt es in jedem Fall. Im Black Metal lässt sich DIE TOTEN KEHREN WIEDER MIT DEM WIND zweifelsfrei erkennen, auch wenn es hier kleinere Veränderungen gegenüber den Vorgängern gibt. Gewisse Melodieführungen und Spielweisen sind zwar bandtypisch, doch manchmal ist der Kreischgesang enorm harsch und heftig, dann klingt der Gesang wie eine wahnsinnige Mischung aus alten AKITSA und VELES - was natürlich zum hohen instrumentalen und atmosphärischen Anteil des Werkes ein radikaler Kontrast ist.

Ein Wanderer ist eine klanggewordene Reise auf die man sich einlassen muss. Man muss Lust haben, sich dem Werk und der Musik Schritt für Schritt zu nähern, sich dafür zu öffnen und sich darauf einzulassen. Es wird sicherlich nicht wenige geben, die Ein Wanderer ob der langen ruhigen Instrumentalmusik langweilig finden werden, dies wird vom Schöpfer sogar vorausgesagt, aber hierbei handelt es sich ja auch um etwas Anderes als herkömmliche Musik. Ein Wanderer ist für mich ein Werk, welches schön und verstörend zugleich ist. Der Black Metal kann sehr düster und beklemmend sein, ja geradezu lichtverzehrend, während die sphärischen Stücke entgegensetzt wirken und eine kristalline Schönheit und Klarheit zutage fördern. Ebenso gibt es aber auch bizarre oder obskure Ambientpassagen, die düster und bedrückend ausgefallen sind. Ein Wanderer ist ein Werk, welches unterschiedliche Stimmungen, Atmosphären und Bilder kombiniert, abwechselt und vertauscht.

In jedem Fall ist Ein Wanderer ein geistreiches Werk welches dem geneigten Hörer viel Tiefgang bietet. Über weite Teile ist es aber ein sehr ruhiges und sphärisches Opus, welches selbst eingefleischten Fans von DIE TOTEN KEHREN WIEDER MIT DEM WIND unter Umständen einiges abverlangen wird. Da es aber ohnehin keine Veröffentlichung im traditionellen Sinne ist, sondern vielmehr ein Kleinod darstellt, welches nur für eine kleine Menschenzahl gedacht ist, wird es sicherlich die wenigen Richtigen erreichen, die bereit sind für solche Form der Musik oder Kunst. Und um all jene, die es langweilig finden und keinen Zugang bekommen, ist es nicht schade.


http://www.dietotenkehrenwiedermitdemwind.de/

Mirthless - A Dirge For Your Suicide | 2013 | Dunkelheit Produktionen | CD | Death/Doom Metal

Die peruanische Gruppe MIRTHLESS existiert seit 2003 und hat zwei Demos sowie eine EP aufgenommen ehe vor wenigen Tagen das Debütalbum A Dirge For Your Suicide erschien. Hinter MIRTHLESS steht ein Trio, welches sich gänzlich der Trauer, Verzweiflung und Dunkelheit hingibt. Der Niederschlag dieser Emotionen auf die dargebotene Musik ist sehr präsent und morbide. MIRTHLESS spielen auf dem Debütalbum wahrlich düsteren Death/Doom, der stark an alte Zeiten erinnert und eine gehörige Portion Obskures beinhaltet.

A Dirge For Your Suicide richtet sich ganz eindeutig an eine spezielle Hörerschaft, nämlich an jene, die dreckigen und rohen Death/Doom Metal schätzen und auch bizarre sowie obskure Elemente mögen. Die Musik die das peruanische Trio regelrecht zelebriert, ist nämlich alles andere als geeignet für den Massenkonsum. Mit dem Eröffnungsstück Chapter I: Pantheon Of Disgrace beginnen MIRTHLESS noch recht tradiert, so erinnert das Eingangsriff stark an die alten Scheiben von PARADISE LOST. Der Rhythmus ist schleppend aber stampfend und die Stimme ertönt sehr dunkel, erdig und kehlig. Und obwohl der Klang sauber ist, wirkt er dennoch etwas gedämpft und rau, was mir gut gefällt und was zudem gut zur düsteren, schweren Musik passt. Chapter I: Pantheon Of Disgrace ist ein guter Einstieg ins Album, da er sich als das zugänglichste Stück erweist, obgleich der kurze grimmige Tempopart im Mittelteil sehr roh und knarzig wirkt. In den zwei nachfolgenden Kapiteln II und III sind phasenweise typische südamerikanische Gitarrenmelodien zu hören, die mich stark an Gruppen wie PROFANE CREATION und MURDER RAPE erinnern. Beides brasilianische Gruppen, deren Zeit schon länger vorbei ist und zurück liegt und die ich beide sehr schätze. Besonders deutlich wird dieser Bezug im Bonusstück, der Rehearsal-Version von Prelude To Doomsday - welche ich großartig finde und die mir gar besser als die Studio-Version gefällt. Ich habe einfach eine Schwäche für solchen organischen Rehearsal-Klang, und bei MIRTHLESS kommt er sehr gut rüber.

MIRTHLESS verweisen mit und in ihrer Musik vielfältig auf frühere Gruppen und Strömungen und bleiben dabei dennoch eigenständig und morbide. Neben dem tiefen und gurgelndem Gesang ist auch öfters eine unverzerrte, eher klagende oder wimmernde Stimme zu hören, welche aber nicht plakativ zum Einsatz kommt und stattdessen trocken und nüchtern desolate Emotionen zum Ausdruck bringt.

A Dirge For Your Suicide ist für mich ein verdammt gutes Album, da es MIRTHLESS ausgesprochen gut gelungen ist, englischen Doom Metal mit südamerikanischer okkulter Atmosphäre zu kombinieren. Das Album ist zwar durch die Bank weg schwer und drückend, dennoch gibt es atmosphärische Abstufungen und Schattierungen, da MIRTHLESS mit sehr unterschiedlichen Stilmitteln, Stimmen, Melodien und Rhythmen arbeiten. Ab und zu werden die Peruaner auch sehr grimmig und bösartig, was die düstere Grundatmosphäre aufbricht und bereichert. Für Genreliebhaber ist A Dirge For Your Suicide ein absoluter Pflichtkauf, zumal auch die Gestaltung des Digipaks sehr ansprechend ist. Die geplante Vinylversion wird dem sicherlich in nichts nachstehen.

01. Chapter I: Pantheon of disgraces
02. Chapter II: Prelude to doomsday
03. Chapter III: A dirge for your suicide
04. Chapter IV: Paz
05. Chapter V: Prelude to doomsday (Rehearsal 2011)

http://www.dunkelheit-produktionen.de/

Ater Era - Beneath Inanimate Grime | 2013 | Pestilence Records | CD | Black Metal

Bei ATER ERA handelt es sich um ein slowenisches Trio, welches jetzt mit Beneath Inanimate Grime das zweite Album veröffentlichte. In Deutschland dürften die Drei wohl noch weitgehend unbekannt sein, da das Debütalbum 2011 auf einem kleinen slowenischen Label erschien. Mit Pestilence Records als neuen Partner dürfte sich dies aller Wahrscheinlichkeit nach ändern.

ATER ERA spielen klanglich gut und druckvoll produzierten Back Metal, der abwechslungsreich ist und immer wieder mit düsteren Harmonien unterlegt ist. Beneath Inanimate Grime ist ein abwechslungsreiches Werk, da ATER ERA weniger auf Eingängigkeit und stattdessen auf detailreiche , vielseitige und lebendige Strukturen setzen, welche in relativ lange, im Schnitt um die acht Minuten andauernde Lieder, gesteckt wurden. Obwohl das Spiel an der Gitarre riff- und melodiebetont ist, wirkt der Black Metal von ATER ERA nicht über die Maßen melodisch. Das Riffing und die Harmonien erzeugen oft eine düstere und schwere Atmosphäre, was wohl auch dem hohen Anteil an tiefen Tönen geschuldet ist. Es sind aber nicht nur die von den Saiteninstrumenten erzeugten Melodien und Stimmungen, die das Album vielschichtig machen, auch am Schlagwerk zeit sich ATER ERA abwechslungsreich und eindringlich zugleich. Schlagzeuger A.S. versteht sein Handwerk und beschert nicht nur variable Tempi und rhythmische Veränderungen sondern nutzt auch die vielfältigen Möglichkeiten des Instruments geschickt. Ich weiß es immer sehr zu schätzen, wenn das Schlagwerk mehr ist als nur purer Taktgeber. Die Musik erhält so viel mehr Tiefe und Härte, was auch für Beneath Inanimate Grime gilt.

ATER ERA legen sich nicht fest, es gibt sowohl sehr schnelle und harte Passagen als auch zahlreiche mittelschnelle und schleppende Parts, rockige Riffs, die teils leicht psychedelisch oder auch dezent punkig eingehaucht sind, als auch harte, düstere oder eisige Riffs. Trotz dieser spielerische Vielfalt wirkt das Album aber überhaupt nicht überladen. Beneath Inanimate Grime ist ein stimmiges, flüssiges und rundes Album. Der gute, differenzierte und druckvolle Klang kommt der Spielweise sehr zugute, vor allem das Schlagwerk hat in den richtigen Momenten einen sehr kraftvollen und eindringlichen Klang.

Beneath Inanimate Grime ist ein gutes sowie abwechslungsreiches Album, welches Härte und Hässlichkeit mit dezenter Melodik, spielerischer Lebendigkeit und einer düsteren Grundatmosphäre verbindet.

01. Death of the bell ringer
02. Drifts of dead ground
03. My beast my age
04. Drowning in the depths
05. To shatter limbs
06. Sors est quid sumus
07. Tormented in limbo

https://www.facebook.com/pages/Ater-Era/212265212235294
http://www.pestilence-records.de/

27.05.2013

Drengskapur - Der Urgewalten Werk | 2013 | Eigenproduktion | CD / Vinyl | Black Metal

In gewisser Weise scheint das Duo von DRENGSKAPUR im Purismus verhaftet zu sein, da die Parallelen zum Vorgänger Von Nebel umschlungen auf den ersten Blick frappierend sind. Die Aufmachungen der beiden Alben sind sich optisch sehr ähnlich und wieder gibt es sieben Titel zu hören. Aber auch musikalisch sind sich DRENGSKAPUR absolut treu geblieben und so setzt man mit Der Urgewalten Werk exakt dort an, wo Von Nebel umschlungen sein Ende fand.

DRENGSKAPUR spielen nach wie vor kalten und grimmigen Black Metal, der sehr gut zur nebligen Waldlandschaft des Artworks passt. Die Lieder sind wieder lang, von Ein- und Ausleitung abgesehen, erreichen alle die Grenze von zehn Minuten. Stilistisch hat sich eigentlich nichts verändert, die langen Lieder fallen durch grimmigen Gesang sowie sehr auffällige und sehr zentral positionierte Riffs auf, die mich in Erhaben Erdengrund immer wieder an DRUDKH erinnern. Rhythmisch geben sich DRENGSKAPUR sehr vielseitig und wechseln brachiale Raserei mit mittelschnellen und einigen schleppenden Parts ab. Aber ganz gleich welches Tempo auch zu hören ist, DRENGSKAPUR klingen und wirken stets überaus grimmig. Richtig gut gefallen mir die rhythmischen Wechsel in Wilde Fluten, in denen das Schlagwerk wunderbar vielfältig und druckvoll zur Geltung kommt. Aber auch andernorts hinterlässt das Schlagwerk einen fantastischen Eindruck. Mit dem Lied Vom Sturme gepeitscht wird es etwas melodischer. Eingeleitet wird das Lied von einer Akustikgitarre und auch im weiteren Verlauf sind atmosphärische und beinahe schon episch anmutende aber trotzdem rau und grell klingende Riffs zu hören. Hier geht es wieder ein wenig in Richtung DRUDKH, auch wenn DRENGSKAPUR im Kern aber wesentlich grimmiger bleiben. Dies wird dann auch unterstreichend durch den akkuraten und brachial rasenden Part in der Mitte zweifelsfrei unterstrichen.

Der Urgewalten Werk ist ein zeitloses Album, welche so auch vor zehn, fünfzehn Jahren erschienen sein könnte. Die kompromisslose Grimmigkeit erinnert mich immer wieder an Gruppen wie JUDAS ISCARIOT. Da passt es irgendwie wunderbar, dass DRENGSKAPUR Barbarians von den mächtigen MANIAC BUTCHER nachspielen; was diesen besonderen Geist des Black Metals perfekt verkörpert. Zudem haben DRENGSKAPUR die richtige Klangproduktion für das Album gefunden, welche diesen speziellen Geist exzellent trifft und kommuniziert. Die Gitarren klingen immer etwas grell und rau, gerade in den etwas ruhigeren Passagen tönen sie aber auch überaus dunkel und bedrohlich. Doch auch das Schlagwerk wurde gut abgemischt und kommt schön zur Geltung. Als Von Nebel umschlungen damals erschien, wirkte es auf mich ein wenig in die Länge gezogen. Diese Kritik kann ich nicht wiederholen. Der Urgewalten Werk ist ein großartiges Album, welches klanglich und musikalisch kaum besser zu machen ist und einen ganz speziellen, heutzutage etwas in Vergessenheit geratenen Geist in die Gegenwart zurück holt. Purismus kann man auch als Konsequenz und Tradition lesen, was im Falle von DRENGSKAPUR genau richtig ist. Der Urgewalten Werk ist exzellenter deutscher Untergrund Black Metal, der sehr gut und gekonnt Grimmigkeit mit spielerischer Vielfalt und tollen Harmonien kombiniert.

01. Ursprung
02. Erhaben Erdengrund
03. Wilde Fluten
04. Vom Sturme gepeitscht
05. Entflammt
06. Vereint
07. Barbarians (Maniac Butcher Cover)

http://www.drengskapur.de/

Ctulu - Seelenspiegelsplitter | 2013 | Nocturnal Empire | CD | Black Metal

CTULU wurde 2004 in Delmenhorst gegründet und hat seitdem viele Besetzungswechsel aber auch Konzertauftritte hinter sich. Inzwischen ist mit Seelenspiegelsplitter das dritte Album erschienen und laut Eigenaussage spielen die Norddeutschen „Seastorming Extreme Metal“. Thematisch sind CTULU stark von H.P. Lovecraft geprägt, was sich auf Seelenspiegelsplitter aber nur am Rande bemerkbar macht.

Seelenspiegelsplitter ist ein abwechslungsreiches sowie melodisches Album, welches sehr stark in Richtung Black Metal geht aber auch ein wenig von Death Metal hat und vereinzelt dezent paganesk wirkt. Von daher ist die Bezeichnung Extreme Metal wohl sehr passend. Die melodische Komponente wird einzig und allein von den Gitarren besorgt, was ich sehr gut finde. CTULU verzichten weitgehend auf atmosphärische Instrumentalpassagen, Keyboardteppiche oder schunkelnde Chorgesänge. Stattdessen gibt es gut verständlichen Kreischgesang, lebendiges und melodisches Riffing sowie rhythmische Vielfalt, wobei das Grundtempo zumeist hoch ist. Die skandinavische Einfärbung ist zwar präsent doch schreiten CTULU auf eigenen Pfaden und die wenigen atmosphärischen Arrangements, etwa Klargesang oder Akustikgitarre, sind überaus rar und tatsächlich nur ein kleines, dezentes Stilmittel.

Seelenspiegelsplitter ist ein dynamisches und lebendiges Album, welches trotz des melodischen Gitarreneinsatzes nicht verspielt oder überladen wirkt. Genau hierin liegt für mich die Stärke von CTULU. Es ist ihnen gut gelungen, melodischen Extreme Metal nicht zu melodisch wirken zu lassen. Stattdessen haben sie ein ausgewogenes Verhältnis von Melodik, Härte und einer dezenten Prise Grimm gefunden. Ich denke, wer melodischen und deutschsprachigen (Black) Metal mag, der wird mit Seelenspiegelsplitter voll auf seine Kosten kommen. Meinen persönlichen Geschmack konnten CTULU zwar nicht treffen, doch muss ich die Qualität und gelungene Umsetzung anerkennen und zu der Erkenntnis gelangen, dass es sich hierbei um eine rundum gelungene Scheibe handelt.

01. Seelenbrand
02. Amokkoma
03. Im Widerlicht (blutbefleckter Spiegel)
04. Durch Sturmbruch Corridore
05. Insignia dagonis
06. Bleichenblass
07. Tornasuk
08. Flammengestirn
09. Tiara aus 10 Phobien
10. Serenadenhallen

http://www.ctulu.de/
http://www.nocturnalempire-mailorder.de/

Acherontas - Amenti | 2013 | W.T.C. Productions | CD/Vinyl/Kassette | Black Metal

ACHERONTAS entstand 2007 aus der Asche STUTTHOFS und ist seither ein überaus aktives und kreatives Klangkollektiv. Immerhin stellt die aktuelle Scheibe Amenti bereits das vierte Album dar. Zwischen den vier Alben wurden auch noch zahlreiche Splits und eine EP veröffentlicht. Und trotzdem sind ACHERONTAS in all den Jahren irgendwie unbemerkt an mir vorbei gezogen. Dabei finde ich den griechischen Black Metal überaus interessant. Mit dem typischen hellenischen Black Metal haben ACHERONTAS allerdings auch nicht viel gemeinsam, jedenfalls stilistisch betrachtet. Okkulte und mystische Thematiken sind im griechischen Black Metal zwar schon immer ein zentraler Dreh- und Angelpunkt, doch gehen ACHERONTAS musikalisch einen eigenen, irgendwie internationalen Weg.

Amenti ist ein okkultes und mystisches Album mit viel Melodik und Harmonik, mit viel Abwechslung und Dunkelheit. Die Lieder sind allesamt sehr vielseitig beschaffen und beinhalten mannigfaltige Einflüsse. Interessant ist da ganz sicher The Stele Ov The Last Conjuration, welches ruhig und melodisch beginnt und wo anfangs eine tief, dunkel und nasal sprechende Stimme zu hören ist, welche mich an MOONSPELL erinnert. Natürlich verändert sich das Lied und mit dem späteren schnelleren Rhythmus erinnern mich ACHERONTAS plötzlich ein wenig an KRIEGSMASCHINE. Diese strukturelle als auch atmosphärische Vielfalt auf engstem Raum ist ohnehin ein wesentliches Stilmerkmal von Amenti. Der eigentliche Black Metal, der mir gut gefällt und der gute Gesänge und Riffs besitzt, wird durch zahllose atmosphärische, mystische und okkulte Instrumentalpassagen unterbrochen. Genau dies zerstört für mich die gute, teils messerscharfe und eisige Atmosphäre des Black Metals. Für meinen Geschmack haben es ACHERONTAS definitiv übertrieben und diesen düsteren, okkulten und rituellen Überleitungen und diesen viel zu viel Raum gegeben, zumal solche Passagen gerne auch mal sieben Minuten dauern können.

Durch diesen verwässernden Umstand verliert Amenti für mich leider seinen eigentlichen Reiz. ACHERONTAS können Black Metal, und das auch unverschämt gut, aber es gibt eben auch extrem ausgedehnte dunkelatmosphärische Instrumentalpassagen, die sicherlich gut instrumentiert wurden, bei mir ihre angestrebte Wirkung aber vollständig verfehlen. Das ist schade, da dadurch der eigentlich gute Black Metal stark in Mitleidenschaft gerät.

01. Voluntas supra materiam "Vocatio Prima"
02. Amenti - The lamp ov the desert
03. The stele ov the last conjuration - Ιερος Γαμος
04. Nebt-Het - Divulgence of her sacral temples
05. Set triumphant - Nubti
06. Dissolution (In the sands ov time) - Νεκροπολις
07. Wines of blood & pestilence
08. Erset la tari - The red temple
09. Πανσεληνος "Vocatio Ultima"

http://www.facebook.com/pages/Acherontas/144671698890576
http://w-t-c.org/

Paria - Surrealist Satanist | 2013 | W.T.C. Productions | CD | Black Metal


Surrealist Satanist ist das dritte Album PARIAS und es scheint zur Tradition zu werden, auf jedem Album jemand anderes singen zu lassen. Nachdem die ehemaligen Sänger Qual und Nekrophiliakk verschlissen wurden, hat nun Bassist Panzerdaemon den Gesang übernommen. Er macht seine Sache verdammt gut, seine Stimme ist abwechslungsreich sowie stets bedrohlich und unheilvoll zu hören, was übrigens sehr gut zum direkten Black Metal PARIAS passt.

PARIA mischen den deutschen Untergrund seit über eine Dekade auf und machten sich wohl 2007 einer breiteren Hörerschaft mit 11 Years Of Blood, Cum & Satan auf sich aufmerksam. Dort wurde altes und unveröffentlichtes Material auf einer Doppel LP gesammelt. Diese alten Sachen sind mit Surrealist Satanist nur noch bedingt zu vergleichen, obgleich PARIA nach wie vor kompromisslos böse und morbide sind. Musikalisch ist Surrealist Satanist eine relativ abwechslungsreiche Scheibe, die sowohl bedingungslose Schnelligkeit als auch mittelschnelle und schleppende Parts beinhaltet und eine Menge dreckiger Riffs offeriert. Geradlinig und direkt sind die Stücke, das Schlagwerk poltert brachial und an der Gitarre gibt es sehr viel Bewegung und Wechsel so dass man von einer echten Eingängigkeit, zumindest harmonisch betrachtet, nicht sprechen kann. Dafür verändern sich Melodik als auch der Rhythmus zu häufig, dann und wann wurde sogar ein Soli eingestreut. Surrealist Satanist wird allerdings erst durch Panzerdaemons Gesang wirklich interessant und böse. Er keift, kreischt, faucht und gurgelt was das Zeug hält und tut dies auf eine abwechslungsreiche Art und Weise mit unterschiedlichen Stimmlagen - was das Ganze so schön morbide und bösartig macht.

Surrealist Satanist ist trotz der phasenweisen Lebendigkeit an der Gitarre ein heftiges und böses Album mit viel Härte und Tempo. Darüber hinaus ist es auch ein erstaunlich dichtes und komplexes Album, welches zahlreiche Durchläufe bedarf, bis es sich einem vollständig erschließt. Und mit jedem Durchgang verfestigen sich PARIA mehr und mehr und Surrealist Satanist wird mit jedem Mal besser.

01. Psychonautikkch paradigma
02. Surrealist satanist
03. The green angels of obscurity
04. Wormlike proseltism
05. (Behold) The face of the timeless usher
06. Sodomsphinx
07. Oceans of spermwhite solitude

http://www.paria-devilworship.de/
http://w-t-c.org/