Wer bereits in den Genuss kam LENTO einmal live zu erleben, der wird
wissen, dass LENTO eine großartige Liveband ist. Ich konnte LENTO
dreimal auf der Bühne bewundern und war jedes Mal begeistert, gerade
die Konzerte gemeinsam mit UFOMAMMUT waren damals grandios, denn LENTO
spielten ihr Material (auf den besagten Konzerten mit UFOMAMMUT nur vom
Debütalbum Earthen) einen Tick schneller und härter, was
angesichts des warmen und kräftigen Klanges live eine Offenbarung war.
Dementsprechend dürfte nicht nur bei mir die Freude über die Ankündigung
eines Livealbums groß gewesen sein. Das nun vorliegende Livealbum Live Recording 08.10.2011 wurde im italienischen Perugia aufgenommen und enthält Lieder von Earthen und Icon sowie das Stück Vault, welches auf keinem der beiden Alben vertreten ist.
Live Recording 08.10.2011 ist ein gutes und ein schönes
Livealbum welches zunächst durch die gute Klangqualität auffällt. Die
kräftigen und tiefen Töne erklingen schön satt, das Riffing der
Saiteninstrumente kommt fein zur Geltung und auch das wahnsinnige
Schlagzeugspiel ist gut zu hören. Nebenbei angemerkt, lohnt sich ein
LENTO-Konzert immer auch schon, nur um den Schlagwerker zu beobachten,
der die Felle voller Hingabe bis zur vollkommenen Erschöpfung
malträtiert. Klanglich und spielerisch handelt es sich hierbei um ein
einwandfreies Album und die einzelnen Stücke weichen leicht von den
Studioversionen der Alben ab. Dies fällt zwar nicht immer unbedingt
auf, doch gibt es Stücke wie Least, wo es offensichtlich ist. Die Liveversion von Least ist ungefähr anderthalb Minuten länger als auf Icon. Bereits die Icon-Version ist sehr kraftvoll, doch live ist Least
noch wüster und brachialer, die verlängerte Liedführung, das in die
Länge ziehen und Hinauszögern macht einfach nur Spaß und ist auch das
Besondere an solchen Liveaufnahmen. Das Lied Earth von Earthen ist der Originalversion sehr nahe, doch Need
vom selben Album, ist hier in der Liveausgabe etwas kürzer und härter,
einige atmosphärische Parts im Mittelteil wurden gekürzt und anders
gestaltet. Solche kleineren Abweichungen gibt es auch in anderen
Liedern, die nicht immer offenkundig sind. Das bisher unveröffentlichte
Lied Vault ist ein riffgewaltiges Lied, welches atmosphärisch sehr gut zu Earthen
passt. Atmosphärische Riffs, die phasenweise gar verträumt wirken,
wechseln sich mit harten Brachialriffs ab und auch ein Soli, vielleicht
speziell für diese Liveversion, fehlt nicht.
Wie schon mehrfach erwähnt, ist Live Recording 08.10.2011
ein verdammt gutes Livealbum, welches sich jeder LENTO-Anhänger nicht
entgehen lassen sollte. Der Klang ist sehr gut, die Liedauswahl
ebenfalls und die leicht veränderteren Versionen machen einfach jede
Menge Spaß. Sowohl das Digipak als auch die Vinylversion sind jeweils
auf 500 Kopien limitiert, weshalb man nicht allzu lange mit dem Kauf
warten sollte.
9/10
Aceust
01. Icon
02. Earth
03. Hymen
04. Hymn
05. Still
06. Need
07. Vault
08. Hadrons
09. Least
25.06.2012
20.06.2012
Heresiarch Seminary - Dark Ages Of Witchery | 2012 | Infernal Kommando Records
Dark Ages Of Witchery ist das erstmals 2010 auf CDR
erschienene Debütalbum des russischen Duos HERESIARCH SEMINARY. 2011
gab es eine Wiederveröffentlichung auf CD und nun gibt es das Album auch
auf Kassette mit vier Bonusstücken.
HERESIARCH SEMINARY spielen geradlinigen und schnörkellosen Black Metal, bestehend aus den Saiteninstrumenten, Schlagwerk und Gesang. Mehr gibt es nicht, selbst auf stimmungsvolle Ein- und Ausklänge wurde verzichtet. Stattdessen dominieren antreibende Rhythmen und ein giftiger, stark verzerrter Kreischgesang das Geschehen. Der Gesang erinnert mich manchmal an Gruppen wie MORTIFERA, jedoch ohne deren depressive oder hysterische Attitüde. HERESIARCH SEMINARY spielen gerne schnell und geradlinig. Das hohe Tempo wird mit dezenten melodischen Riffs kombiniert, so dass die Atmosphäre, die das Duo erzeugt, oftmals kalt und unheilvoll ist. Mich kann Dark Ages Of Witchery jedenfalls auf Anhieb überzeugen, da sich das Album absolut wie unverfälschter und authentischer Black Metal ohne Firlefanz anhört. Manchmal erinnert mich die Verbindung von rohem Black Metal, Gesang und dezenter Melodik an Gruppen wie SATANIC WARMASTER.
Dark Ages Of Witchery ist ein gutes Album, das nicht nur musikalisch ansprechend ist sondern auch vom Klang her überzeugt. Der Klang ist natürlich roh aber dennoch differenziert, die grellen Riffs der Gitarre kommen schön zur Geltung, das Schlagwerk ertönt ebenfalls gut und der Gesang wurde richtig, also nicht zu laut oder leise, abgemischt. Dark Ages Of Witchery hätte so auch vor zehn Jahren erscheinen können, was mir das Album zusätzlich sympathisch macht.
Das Bonusmaterial ist klanglich und spielerisch wesentlich harscher und räudiger als das Albummaterial. Dies gilt auch für das von JUDAS ISCARIOT nachgespielte From Hateful Visions, das klanglich um ein vielfaches roher und dünner als das Original ist. Man erkennt das Original nur an den speziellen melodischen Riffs im Refrain, ansonsten kommt von der ursprünglichen, düsteren Atmosphäre des Originals nur wenig an. Das Bonusmaterial scheint aus der Anfangszeit von HERESIARCH SEMINARY zu bestehen.
HERESIARCH SEMINARY haben mit Dark Ages Of Witchery jedenfalls ein sehr gelungenes Debütalbum abgeliefert. Das Album enthält gute, stets dezente Melodien, geradlinige aber abwechslungsreiche Strukturen. HERESIARCH SEMINARY verstehen es Andeutungen von Schwermut und Melodik mit Härte und Hass zu vermischen. In jedem Fall verdient das Album mehr Aufmerksamkeit, weshalb die Neuauflage auf Kassette richtig ist. Allerdings gibt es nur 150 Kopien, weshalb man nicht allzu lange warten sollte.
01. Dark ages of witchery
02. Hyperborean nostalgia
03. Obscure wallachian woods
04. Funeral march of rats
05. Hordes of the winter wolves
06. At the walpurgis night
07. Darkened abyss of eternal solitude torment
08. Dark ages of witchery (Rehearsal)
09. Hyperborean nostalgia (Rehearsal)
10. Hell's maw chamber
11. From hateful visions (Judas Iscariot Cover)
http://infernalkommando.blogspot.com/
HERESIARCH SEMINARY spielen geradlinigen und schnörkellosen Black Metal, bestehend aus den Saiteninstrumenten, Schlagwerk und Gesang. Mehr gibt es nicht, selbst auf stimmungsvolle Ein- und Ausklänge wurde verzichtet. Stattdessen dominieren antreibende Rhythmen und ein giftiger, stark verzerrter Kreischgesang das Geschehen. Der Gesang erinnert mich manchmal an Gruppen wie MORTIFERA, jedoch ohne deren depressive oder hysterische Attitüde. HERESIARCH SEMINARY spielen gerne schnell und geradlinig. Das hohe Tempo wird mit dezenten melodischen Riffs kombiniert, so dass die Atmosphäre, die das Duo erzeugt, oftmals kalt und unheilvoll ist. Mich kann Dark Ages Of Witchery jedenfalls auf Anhieb überzeugen, da sich das Album absolut wie unverfälschter und authentischer Black Metal ohne Firlefanz anhört. Manchmal erinnert mich die Verbindung von rohem Black Metal, Gesang und dezenter Melodik an Gruppen wie SATANIC WARMASTER.
Dark Ages Of Witchery ist ein gutes Album, das nicht nur musikalisch ansprechend ist sondern auch vom Klang her überzeugt. Der Klang ist natürlich roh aber dennoch differenziert, die grellen Riffs der Gitarre kommen schön zur Geltung, das Schlagwerk ertönt ebenfalls gut und der Gesang wurde richtig, also nicht zu laut oder leise, abgemischt. Dark Ages Of Witchery hätte so auch vor zehn Jahren erscheinen können, was mir das Album zusätzlich sympathisch macht.
Das Bonusmaterial ist klanglich und spielerisch wesentlich harscher und räudiger als das Albummaterial. Dies gilt auch für das von JUDAS ISCARIOT nachgespielte From Hateful Visions, das klanglich um ein vielfaches roher und dünner als das Original ist. Man erkennt das Original nur an den speziellen melodischen Riffs im Refrain, ansonsten kommt von der ursprünglichen, düsteren Atmosphäre des Originals nur wenig an. Das Bonusmaterial scheint aus der Anfangszeit von HERESIARCH SEMINARY zu bestehen.
HERESIARCH SEMINARY haben mit Dark Ages Of Witchery jedenfalls ein sehr gelungenes Debütalbum abgeliefert. Das Album enthält gute, stets dezente Melodien, geradlinige aber abwechslungsreiche Strukturen. HERESIARCH SEMINARY verstehen es Andeutungen von Schwermut und Melodik mit Härte und Hass zu vermischen. In jedem Fall verdient das Album mehr Aufmerksamkeit, weshalb die Neuauflage auf Kassette richtig ist. Allerdings gibt es nur 150 Kopien, weshalb man nicht allzu lange warten sollte.
01. Dark ages of witchery
02. Hyperborean nostalgia
03. Obscure wallachian woods
04. Funeral march of rats
05. Hordes of the winter wolves
06. At the walpurgis night
07. Darkened abyss of eternal solitude torment
08. Dark ages of witchery (Rehearsal)
09. Hyperborean nostalgia (Rehearsal)
10. Hell's maw chamber
11. From hateful visions (Judas Iscariot Cover)
http://infernalkommando.blogspot.com/
19.06.2012
Heresiarch Seminary - Spill The Cursed Wine | 2012 | Self Mutilation Services / Deathcult Records
Nachdem mir das Debütalbum Dark Ages Of Witchery so gut gefiel, war ich auf die neue, kürzlich erschienene EP Spill The Cursed Wine,
natürlich sehr gespannt. Doch recht schnell musste ich feststellen,
dass HERESIARCH SEMINARY eine grundlegende Sache verändert haben.
Während das Album ohne Ein- und Ausklang ausgekommen ist, gibt es auf
der EP nun sehr viel instrumentalen Ambient zu hören. Genau genommen
besteht die Hälfte aus ruhigen Ambientklängen. Die andere Hälfte
hingegen beinhaltet eben jenen Black Metal, mit dem die Russen schon
auf dem Album gefielen.
Stilistisch hat sich am Black Metal kaum etwas verändert. HERESIARCH SEMINARY spielen auch auf Spill The Cursed Wine geradlinigen Black Metal mit harschem Gesang. Allerdings wurde am Klang geschraubt, der nun etwas wärmer, druckvoller und voluminöser ist. Die drei Black Metal Stücke überzeugen aber nach wie vor, da HERSIARCH SEMINARY weiterhin auf leicht melodische Gitarren, antreibende Rhythmen und den bissigen Gesang setzen.
Part I: Cry of the Bleeding Raven und Part II: Far Tower Beacon sind zwei lange, vornehmlich rhythmisch eingängige aber schnelle Stücke, die von den Riffs und dem Gesang leben. Die Gitarren spielen leicht melodische Riffs, die gern auch kalt sind und gemeinsam mit dem Gesang und dem hohen Tempo, für eine hasserfüllte Atmosphäre sorgen. Part III: Spill the Cursed Wine ist da etwas anders. Das Lied ist über weite Strecken langsam, fällt streckenweise durch sehr präsente und melodische Riffs sowie den radikalen Kreischgesang auf. Ich würde nicht unbedingt behaupten, es wäre DSBM, geht aber partiell schon in eine melancholisch eingehauchte Richtung. Aber nicht nur, es gibt auch schnelle und harsche Wutausbrüche, womit sich HERESIARCH SEMINARY quasi treu bleiben und zurück zum direkten Black Metal kehren.
Abgesehen von den drei Ambientstücken ist die EP ebenso wie das Album überzeugend, in Teilen auch überaus energisch und eindringlich. Die Ambientstücke hätten meiner Meinung nach nicht sein müssen, da der Black Metal gut genug ist, es viele gute Riffs und eine dichte Atmosphäre gibt, für die es gar keinen Ambient bedarf. Aber diese „Pausenfüller“, so empfinde ich den Ambient jedenfalls, kann man ja einfach überspringen. Für die Zukunft von HERESIARCH SEMINARY hoffe ich nur, dass man dem Ambient nicht noch mehr Raum gibt, denn der Black Metal ist hörenswert genug und davon sollte man nicht ablenken.
Stilistisch hat sich am Black Metal kaum etwas verändert. HERESIARCH SEMINARY spielen auch auf Spill The Cursed Wine geradlinigen Black Metal mit harschem Gesang. Allerdings wurde am Klang geschraubt, der nun etwas wärmer, druckvoller und voluminöser ist. Die drei Black Metal Stücke überzeugen aber nach wie vor, da HERSIARCH SEMINARY weiterhin auf leicht melodische Gitarren, antreibende Rhythmen und den bissigen Gesang setzen.
Part I: Cry of the Bleeding Raven und Part II: Far Tower Beacon sind zwei lange, vornehmlich rhythmisch eingängige aber schnelle Stücke, die von den Riffs und dem Gesang leben. Die Gitarren spielen leicht melodische Riffs, die gern auch kalt sind und gemeinsam mit dem Gesang und dem hohen Tempo, für eine hasserfüllte Atmosphäre sorgen. Part III: Spill the Cursed Wine ist da etwas anders. Das Lied ist über weite Strecken langsam, fällt streckenweise durch sehr präsente und melodische Riffs sowie den radikalen Kreischgesang auf. Ich würde nicht unbedingt behaupten, es wäre DSBM, geht aber partiell schon in eine melancholisch eingehauchte Richtung. Aber nicht nur, es gibt auch schnelle und harsche Wutausbrüche, womit sich HERESIARCH SEMINARY quasi treu bleiben und zurück zum direkten Black Metal kehren.
Abgesehen von den drei Ambientstücken ist die EP ebenso wie das Album überzeugend, in Teilen auch überaus energisch und eindringlich. Die Ambientstücke hätten meiner Meinung nach nicht sein müssen, da der Black Metal gut genug ist, es viele gute Riffs und eine dichte Atmosphäre gibt, für die es gar keinen Ambient bedarf. Aber diese „Pausenfüller“, so empfinde ich den Ambient jedenfalls, kann man ja einfach überspringen. Für die Zukunft von HERESIARCH SEMINARY hoffe ich nur, dass man dem Ambient nicht noch mehr Raum gibt, denn der Black Metal ist hörenswert genug und davon sollte man nicht ablenken.
23.04.2012
No Return - Inner Madness | 2012 | Great Dane Records | CD | Thrash / Death Metal
Für NO RETURN stellt Inner Madness bereits das achte Album
dar. Gegründet wurde die Gruppe 1989, zuvor hatte man aber schon 1987
eine Demo unter dem Namen EVIL POWER veröffentlicht. Im Laufe der Jahre
hatte die Band aber einen ansehnlichen Verschleiß von Musikern, so
dass von der einstigen Besetzung nicht mehr viel übrig geblieben ist.
Auf Inner Madness spielen NO RETURN melodischen Thrash Metal
mit einigen Ausflügen in den Heavy Metal, aber auch der eine und andere
Einfluss des Death Metals schimmert durch.
Inner Madness ist ein enorm riffbetontes Album. Die beiden Gitarristen verstehen ihr Handwerk und beherrschen sowohl melodische Soli des Heavy Metals als auch harte Death Metal Riffs und nicht zuletzt auch technische Thrash Riffs. Teilweise erinnern mich NO RETURN an IRON MAIDEN, um andernorts in ihrer technischen Schiene dann in die progressive Richtung von DEATH zu gehen. Inner Madness ist ein reichhaltiges Album, das vor allem für Freunde des gitarrenbetonten Metals geeignet ist. Mir persönlich fehlt nämlich die Härte. Ich mag meinen Thrash Metal gerne mit einer gewissen Härte und Hässlichkeit, davon lässt sich hier kaum etwas finden. Dabei gibt es durchaus schnelle und geradlinige Passagen, nur nicht sonderlich lang. Die Lieder sind sehr vielschichtig und abwechslungsreich, zwischendurch gibt es auch die eine und andere Klargesangseinlage sowie viele melodische Gitarrenparts.
Wer melodischen Thrash Metal mit Death Metal Einfluss mag, wird hiermit ganz sicher seine Freude haben. NO RETURN können in jedem Fall hervorragend spielen, tolle Riffs gibt es massig. Aber alles ist eben eher melodisch als brutal, was mir persönlich sauer aufstößt und geschmacklich nicht so zusagt.
6/10
Aceust
01. N.I.L. 2
02. Inquisitive hegemony ($even)
03. Backdoor
04. Near death experiences
05. Morgane's song
06. Inner madness
07. Borderline
08. The dead inside
09. Death scars
Inner Madness ist ein enorm riffbetontes Album. Die beiden Gitarristen verstehen ihr Handwerk und beherrschen sowohl melodische Soli des Heavy Metals als auch harte Death Metal Riffs und nicht zuletzt auch technische Thrash Riffs. Teilweise erinnern mich NO RETURN an IRON MAIDEN, um andernorts in ihrer technischen Schiene dann in die progressive Richtung von DEATH zu gehen. Inner Madness ist ein reichhaltiges Album, das vor allem für Freunde des gitarrenbetonten Metals geeignet ist. Mir persönlich fehlt nämlich die Härte. Ich mag meinen Thrash Metal gerne mit einer gewissen Härte und Hässlichkeit, davon lässt sich hier kaum etwas finden. Dabei gibt es durchaus schnelle und geradlinige Passagen, nur nicht sonderlich lang. Die Lieder sind sehr vielschichtig und abwechslungsreich, zwischendurch gibt es auch die eine und andere Klargesangseinlage sowie viele melodische Gitarrenparts.
Wer melodischen Thrash Metal mit Death Metal Einfluss mag, wird hiermit ganz sicher seine Freude haben. NO RETURN können in jedem Fall hervorragend spielen, tolle Riffs gibt es massig. Aber alles ist eben eher melodisch als brutal, was mir persönlich sauer aufstößt und geschmacklich nicht so zusagt.
6/10
Aceust
01. N.I.L. 2
02. Inquisitive hegemony ($even)
03. Backdoor
04. Near death experiences
05. Morgane's song
06. Inner madness
07. Borderline
08. The dead inside
09. Death scars
22.04.2012
Lustre - Of Strength And Solace | VERÖFFENTLICHT: 2012 | PLATTENFIRMA: Nordvis Produktion
Die schwedische Einmanngruppe LUSTRE wird am 22. April das Minialbum Of Strength And Solace
veröffentlichen. Die vier Lieder starke Scheibe ist ein hochgradig
atmosphärisches Werk, auf dem der Ambient sehr stark vertreten ist.
LUSTRE koppelt ruhigen Keyboard Ambient mit stark verzerrten Gitarren
und punktuellem und seltenem Kreischgesang. Die Lieder sind so ruhig
und atmosphärisch, dass sie meiner Meinung nach der ideale Soundtrack
für eine kleine Rundreise durch den Kosmos sind. Beim Lauschen der
Ambientklänge muss ich jedenfalls unweigerlich an die Weiten des Alls,
an Sterne und dergleichen denken. Dieser atmosphärische und zugleich
auch entspannende Aspekt wird auch durch die minimalistische Gestaltung
und Umsetzung verstärkt. LUSTRE agiert hier nicht nur einfach ruhig
sondern auch sehr reduziert und übersichtlich. Es gibt also nicht viel
Abwechslung.
Ich kenne die anderen Werke von LUSTRE nicht, möglich also, dass alle Veröffentlichungen so sind wie Of Strength And Solace. Man muss aber in jedem Fall minimalistischen Keyboard Ambient mögen, um an diesem Minialbum Freude zu haben. Ich hätte mir eine stärkere Betonung des Black Metals gewünscht, der im Grunde nur als Hintergrundbegleitung existiert. Trotzdem muss ich der Scheibe einen gewissen Charme zusprechen, da sogar ich, als Kostverächter des Ambients, mich in gewisser Weise angesprochen sowie entspannt fühle. Ob dies die Intention des Musikers ist, weiß ich nicht, aber wenn er es schafft, auch mich irgendwie anzusprechen, ist das gut und spricht für die Qualität dieser Veröffentlichung.
01. Part 1
02. Part 2
03. Part 3
04. Part 4
http://www.facebook.com/lustresweden
http://www.nordvis.com/
Ich kenne die anderen Werke von LUSTRE nicht, möglich also, dass alle Veröffentlichungen so sind wie Of Strength And Solace. Man muss aber in jedem Fall minimalistischen Keyboard Ambient mögen, um an diesem Minialbum Freude zu haben. Ich hätte mir eine stärkere Betonung des Black Metals gewünscht, der im Grunde nur als Hintergrundbegleitung existiert. Trotzdem muss ich der Scheibe einen gewissen Charme zusprechen, da sogar ich, als Kostverächter des Ambients, mich in gewisser Weise angesprochen sowie entspannt fühle. Ob dies die Intention des Musikers ist, weiß ich nicht, aber wenn er es schafft, auch mich irgendwie anzusprechen, ist das gut und spricht für die Qualität dieser Veröffentlichung.
01. Part 1
02. Part 2
03. Part 3
04. Part 4
http://www.facebook.com/lustresweden
http://www.nordvis.com/
12.03.2012
Germ - Wish | 2012 | Eisenwald | CD | Experimental Black Metal
Hinter GERM steht der umtriebige Australier Tim, der unter anderem
durch sein Mitwirken in AUSTERE, NAZXUL oder GREY WATERS bekannt sein
dürfte. Es gibt noch wesentlich mehr Gruppen in denen er seine Finger
mit im Spiel hat oder hatte, aber für GERMs Debütveröffentlichung
reichen diese Informationen völlig aus. Mit GREY WATERS konnte ich
persönlich zwar nicht viel anfangen, doch war der Einsiedler von Below The Ever Setting Sun begeistert. Das Album Wish könnte man nun irgendwie als eine Mischung aus AUSTERE und GREY WATERS verstehen. Musikalisch ist Wish
ein eher ruhiges, atmosphärisches und sphärisches Werk, auf dem oft und
ausgiebig Synthesizerklänge zu hören sind, die mich stark an die
Synthesizermusik der 80iger erinnern (da verwundert auch der Verweis zu
Jean Michel Jarre nicht, den GERM hier mit den Liednamen Oxygen
gibt). Zumeist ist dies auch richtig gut, aber manchmal auch etwas zu
viel, da der Synthesizer dann die weitaus besseren Gitarren übertönt.
So ist es jedenfalls in An Overdose On Cosmic Galaxy, in dem es
hervorragende Gitarrenmelodien gibt, die absolut ergreifend sind und
eine packende Emotionalität zwischen tiefster Depression und
frühlingshaftem Erwachen besitzen. Durch den permanenten - und gewiss
nicht schlechten - Synthesizer wird dieser Gitarrenklang aber manchmal,
bedauerlicherweise, abgeschwächt.
Wish ist durch seine Konzeption heraus ohnehin ein sehr emotionales Werk. Da ist der sterile Kreischgesang, wie man ihn von AUSTERE her kennt, der mit 80iger Jahre Synthesizer gemeinsam ertönt, was für sehr interessante und intensive Momente sorgt. Durch diese kontrastreiche Komposition entstehen aneinander reibende und aufreibende Gebilde, die, wie in Breathe In The Sulphur / A Light Meteor Shower dann auch noch großartig orchestral angereichert werden. Dort treffen dann klassischer Bombast, schwärzeste Depression und die unbedachte Leichtigkeit der 80iger Jahre grandios aufeinander. Musikalisch kann man diese Form der Musik kaum in ein Genre zusammenfassen. Dafür ist Wish zu eigenständig. Durch den Gesang ist der Black Metal zwar vertreten, doch musikalisch und instrumental, ist Wish rockig, „spacig“, auch hinsichtlich der Liednamen, aber auch bombastisch, atmosphärisch, klassisch und episch. Ich weiß nicht so genau für welche Hörerschaft dieses Werk geeignet oder gedacht ist, aber das was GERM hier geschaffen hat, ist in jedem Fall großartig. Da stören mich sogar die Klargesänge nicht, die meinen Geschmack zwar verfehlen, doch durch die großartigen Harmonien und ausladenden epischen Arrangements mehr als wett gemacht werden. Anders als bei AUSTERE, gefällt mir hier jedoch der sterile und von Depression geschwängerte Kreischgesang. Denn die Musik, die durchaus auch sehr melodisch ist und viel Synthesizer-Elektronik beinhaltet, gibt dem Kreischgesang einen völlig neuen Kontext, in dem er ganz anders wirkt und zur Geltung kommt. Im Grunde kann man Wish auch als düsteren Space Rock kategorisieren, der auch Elemente der Klassik und Elektronik beinhaltet. Am Ende des Albums, genau genommen mit Your Smile Mirrors The Sun, schlägt sich dann doch vermehrt der Black Metal durch. Es ist ein schnelles, ja geradezu rasendes Lied, mit symphonischer Untermalung, die orchestral anmutet und durchaus auch an NAZXUL erinnert.
Ich bin jedenfalls sehr überrascht, wie gut die Vermischung von Klassik, Rock, 80iger Jahre Elektronik und Depressive Black Metal funktioniert. Wish ist ein überaus eindringliches und emotionales Album, welches wohl auch eine eigenes Genre bildet. Der Verweis auf Musik der 80iger ist zwar nicht neu, neu hingegen ist aber doch diese vehemente Verwendung der Synthesizerklänge, wie man sie früher viel und gern von Jean Michel Jarre hörte. Mindestens ebenso gelungen und gut sind die Einflüsse der Klassik, die der Musik eine sehr bombastische und eindringliche und nicht zuletzt auch epische Beseelung beschert. Wish ist absolut empfehlenswert und seit heute im Handel erhältlich! Auch wenn mir persönlich der Klargesang - der selten vorkommt - missfällt und ich in An Overdose On Cosmix Galaxy die Gitarre gern etwas deutlicher hören würde, komme ich nicht umhin für Wish die volle Punktzahl zu vergeben, denn Wish hat Klasse und ist ein Gesamtkunstwerk von herausragendem Range, dies gilt es zu würdigen.
10/10
Aceust
01. An overdose on cosmic galaxy
02. Asteroid of sorrow
03. Oxygen
04. Breathe in the sulphur / A light meteor shower
05. Gravity
06. Flowers bloom and flowers fall, but I'm still waiting for the spring
07. Infinity
08. Your smile mirrors the sun
09. Wish
http://www.facebook.com/germofficial
http://www.eisenton.de/
Wish ist durch seine Konzeption heraus ohnehin ein sehr emotionales Werk. Da ist der sterile Kreischgesang, wie man ihn von AUSTERE her kennt, der mit 80iger Jahre Synthesizer gemeinsam ertönt, was für sehr interessante und intensive Momente sorgt. Durch diese kontrastreiche Komposition entstehen aneinander reibende und aufreibende Gebilde, die, wie in Breathe In The Sulphur / A Light Meteor Shower dann auch noch großartig orchestral angereichert werden. Dort treffen dann klassischer Bombast, schwärzeste Depression und die unbedachte Leichtigkeit der 80iger Jahre grandios aufeinander. Musikalisch kann man diese Form der Musik kaum in ein Genre zusammenfassen. Dafür ist Wish zu eigenständig. Durch den Gesang ist der Black Metal zwar vertreten, doch musikalisch und instrumental, ist Wish rockig, „spacig“, auch hinsichtlich der Liednamen, aber auch bombastisch, atmosphärisch, klassisch und episch. Ich weiß nicht so genau für welche Hörerschaft dieses Werk geeignet oder gedacht ist, aber das was GERM hier geschaffen hat, ist in jedem Fall großartig. Da stören mich sogar die Klargesänge nicht, die meinen Geschmack zwar verfehlen, doch durch die großartigen Harmonien und ausladenden epischen Arrangements mehr als wett gemacht werden. Anders als bei AUSTERE, gefällt mir hier jedoch der sterile und von Depression geschwängerte Kreischgesang. Denn die Musik, die durchaus auch sehr melodisch ist und viel Synthesizer-Elektronik beinhaltet, gibt dem Kreischgesang einen völlig neuen Kontext, in dem er ganz anders wirkt und zur Geltung kommt. Im Grunde kann man Wish auch als düsteren Space Rock kategorisieren, der auch Elemente der Klassik und Elektronik beinhaltet. Am Ende des Albums, genau genommen mit Your Smile Mirrors The Sun, schlägt sich dann doch vermehrt der Black Metal durch. Es ist ein schnelles, ja geradezu rasendes Lied, mit symphonischer Untermalung, die orchestral anmutet und durchaus auch an NAZXUL erinnert.
Ich bin jedenfalls sehr überrascht, wie gut die Vermischung von Klassik, Rock, 80iger Jahre Elektronik und Depressive Black Metal funktioniert. Wish ist ein überaus eindringliches und emotionales Album, welches wohl auch eine eigenes Genre bildet. Der Verweis auf Musik der 80iger ist zwar nicht neu, neu hingegen ist aber doch diese vehemente Verwendung der Synthesizerklänge, wie man sie früher viel und gern von Jean Michel Jarre hörte. Mindestens ebenso gelungen und gut sind die Einflüsse der Klassik, die der Musik eine sehr bombastische und eindringliche und nicht zuletzt auch epische Beseelung beschert. Wish ist absolut empfehlenswert und seit heute im Handel erhältlich! Auch wenn mir persönlich der Klargesang - der selten vorkommt - missfällt und ich in An Overdose On Cosmix Galaxy die Gitarre gern etwas deutlicher hören würde, komme ich nicht umhin für Wish die volle Punktzahl zu vergeben, denn Wish hat Klasse und ist ein Gesamtkunstwerk von herausragendem Range, dies gilt es zu würdigen.
10/10
Aceust
01. An overdose on cosmic galaxy
02. Asteroid of sorrow
03. Oxygen
04. Breathe in the sulphur / A light meteor shower
05. Gravity
06. Flowers bloom and flowers fall, but I'm still waiting for the spring
07. Infinity
08. Your smile mirrors the sun
09. Wish
http://www.facebook.com/germofficial
http://www.eisenton.de/
20.02.2012
Animo Aeger - Fieber | 2012 | Ashen Productions | CD | Black Metal
Fieber heißt die neue Veröffentlichung Animo Aegers, die zwei Jahre nach dem tollen Debütalbum Impuls nun auf die Menschheit losgelassen wird. Gelistet wird Fieber
zwar als Minialbum, kommt aber dennoch auf knapp 39 Minuten Spielzeit.
Minialbum deshalb, weil es sich nur bei den ersten fünf Titeln um
neues Material handelt. Die beiden letzten Lieder sind zwei ältere
Rehearsal-Stücke.
Schon gleich im ersten Stück Die Gedanken ans Gefüge merkt und hört man die Veränderung. Der Klang ist wesentlich professioneller als auf Impuls. Die Instrumente ertönen lauter und klarer, zudem auch weniger dünn und rau. Aber dies ist nicht die einzige Neuerung. Auf Fieber gibt es in verschiedenen Abstufungen zahlreiche unverzerrte Stimmen zu hören. Dies ist für Animo Aeger zwar kein Novum, in dieser Ausprägung aber dennoch neu. Gleich am Anfang von Die Gedanken ans Gefüge bekommt man verzerrten Kreischgesang sowie Klargesang gleichzeitig zu hören, was sich sehr wahnsinnig und eindringlich, abgefahren und verstörend anhört. Aber nicht nur gesanglich ist das Lied vielfältig und wahnwitzig, auch die instrumentale Darbietung ist abwechslungsreich und reicht von ruhigen und atmosphärischen Akustikgitarrenparts bis hin zu schnellen sowie aggressiven Ausbrüchen.
Ein wesentliches Merkmal dabei sind die Gitarren. Es gab ja bereits auf Impuls viele großartige Riffs und Melodien zu hören, die Tiefgang und Gänsehautcharakter haben. Auf Fieber ist es nicht anders, es gibt in jedem Lied wunderbare Gitarrenläufe zu hören, die sowohl zum Augen schließen und träumen verführen als auch kraftvoll zupackend und energisch sind. Da der Klang im Vergleich zu Impuls wesentlich druckvoller und klarer ist, wirken die vier neuen Kompositionen (bei ... ist lediglich Stille zu hören) zudem auch sehr modern, manchmal regelrecht progressiv. Denn es ist ständig etwas in Bewegung, der Gesang ist wie gesagt überaus variabel. Klargesänge wechseln sich mit Kreischgesang und manchmal sogar tiefem, kehligem Death-Metal-Gegurgel ab. Monotonie und Eingängigkeit gibt es im Grunde nicht, auch wenn es natürlich vereinzelt geradlinige Passagen gibt, so lebt die Musik auf Fieber doch von der lebhaften Veränderung - ohne jedoch zu überladen zu sein. Zudem spielen Animo Aeger auf Fieber geschickt mit unterschiedlichen Stimmungen, die innerhalb von kurzer Zeit durch Gegensätze aufgelöst werden. In Schabe und Kolkrabe teilen sich das Weltenende gibt es beispielsweise eine fröhliche und melodisch lebhafte Passage mit sonnigem Klargesang, was sich sehr positiv anhört, fast schon ins Schunkelhafte geht, um nur wenig später von einer düsteren, schweren und melancholischen Passage abgelöst zu werden.
Die vier (bzw. fünf) neuen Lieder zeugen von großartigem Dark/Black Metal mit jeder Menge verstörendem Wahnsinn und großartigen Melodien. Animo Aeger haben zweifelsohne ihren eigenen Stil, doch brauchen sie sich hinter Größen wie etwa Bethlehem (die ohnehin stark nachgelassen haben) oder auch Nocte Obducta nicht im Geringsten zu verstecken. Die beiden Rehearsal-Stücke runden den überragenden Gesamteindruck angenehm ab, da man hier noch sehr schön das Rohe und Ungeschliffene früherer Tage spürt - was natürlich ein wenig an Impuls oder auch Wolfsvisionen erinnert. Ich bin überrascht, wie gut es funktioniert, sich klanglich so professionell weiterzuentwickeln. Im Vorfeld wäre ich skeptisch gewesen, da ich auch das Wüste und Rohe von Impuls sehr zu schätzen weiß. Animo Aeger haben also alles richtig gemacht und Fieber ist ein vielschichtiges und stimmungsreiches Werk, das wohl für viele neue Hörer sorgen dürfte.
9/10
Aceust
01. Die Gedanken ans Gefüge
02. Heufeuer: Man war gewarnt
03. Schabe und Kolkrabe teilen sich das Weltenende
04. Zweifel
05. ...
06. Der letzte Diamant
07. Spuck mich ins Nirgendwo!
http://www.ashenproductions.net/animoaeger.html
Schon gleich im ersten Stück Die Gedanken ans Gefüge merkt und hört man die Veränderung. Der Klang ist wesentlich professioneller als auf Impuls. Die Instrumente ertönen lauter und klarer, zudem auch weniger dünn und rau. Aber dies ist nicht die einzige Neuerung. Auf Fieber gibt es in verschiedenen Abstufungen zahlreiche unverzerrte Stimmen zu hören. Dies ist für Animo Aeger zwar kein Novum, in dieser Ausprägung aber dennoch neu. Gleich am Anfang von Die Gedanken ans Gefüge bekommt man verzerrten Kreischgesang sowie Klargesang gleichzeitig zu hören, was sich sehr wahnsinnig und eindringlich, abgefahren und verstörend anhört. Aber nicht nur gesanglich ist das Lied vielfältig und wahnwitzig, auch die instrumentale Darbietung ist abwechslungsreich und reicht von ruhigen und atmosphärischen Akustikgitarrenparts bis hin zu schnellen sowie aggressiven Ausbrüchen.
Ein wesentliches Merkmal dabei sind die Gitarren. Es gab ja bereits auf Impuls viele großartige Riffs und Melodien zu hören, die Tiefgang und Gänsehautcharakter haben. Auf Fieber ist es nicht anders, es gibt in jedem Lied wunderbare Gitarrenläufe zu hören, die sowohl zum Augen schließen und träumen verführen als auch kraftvoll zupackend und energisch sind. Da der Klang im Vergleich zu Impuls wesentlich druckvoller und klarer ist, wirken die vier neuen Kompositionen (bei ... ist lediglich Stille zu hören) zudem auch sehr modern, manchmal regelrecht progressiv. Denn es ist ständig etwas in Bewegung, der Gesang ist wie gesagt überaus variabel. Klargesänge wechseln sich mit Kreischgesang und manchmal sogar tiefem, kehligem Death-Metal-Gegurgel ab. Monotonie und Eingängigkeit gibt es im Grunde nicht, auch wenn es natürlich vereinzelt geradlinige Passagen gibt, so lebt die Musik auf Fieber doch von der lebhaften Veränderung - ohne jedoch zu überladen zu sein. Zudem spielen Animo Aeger auf Fieber geschickt mit unterschiedlichen Stimmungen, die innerhalb von kurzer Zeit durch Gegensätze aufgelöst werden. In Schabe und Kolkrabe teilen sich das Weltenende gibt es beispielsweise eine fröhliche und melodisch lebhafte Passage mit sonnigem Klargesang, was sich sehr positiv anhört, fast schon ins Schunkelhafte geht, um nur wenig später von einer düsteren, schweren und melancholischen Passage abgelöst zu werden.
Die vier (bzw. fünf) neuen Lieder zeugen von großartigem Dark/Black Metal mit jeder Menge verstörendem Wahnsinn und großartigen Melodien. Animo Aeger haben zweifelsohne ihren eigenen Stil, doch brauchen sie sich hinter Größen wie etwa Bethlehem (die ohnehin stark nachgelassen haben) oder auch Nocte Obducta nicht im Geringsten zu verstecken. Die beiden Rehearsal-Stücke runden den überragenden Gesamteindruck angenehm ab, da man hier noch sehr schön das Rohe und Ungeschliffene früherer Tage spürt - was natürlich ein wenig an Impuls oder auch Wolfsvisionen erinnert. Ich bin überrascht, wie gut es funktioniert, sich klanglich so professionell weiterzuentwickeln. Im Vorfeld wäre ich skeptisch gewesen, da ich auch das Wüste und Rohe von Impuls sehr zu schätzen weiß. Animo Aeger haben also alles richtig gemacht und Fieber ist ein vielschichtiges und stimmungsreiches Werk, das wohl für viele neue Hörer sorgen dürfte.
9/10
Aceust
01. Die Gedanken ans Gefüge
02. Heufeuer: Man war gewarnt
03. Schabe und Kolkrabe teilen sich das Weltenende
04. Zweifel
05. ...
06. Der letzte Diamant
07. Spuck mich ins Nirgendwo!
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07.02.2012
Permafrost - Porcus Christus | 2012 | Nebelklang
Zuletzt war es um PERMAFROST etwas ruhig, die letzte Studio-Veröffentlichung, die Split
mit MENNESKERHAT und ANNIHILATION 666, liegt gute drei Jahre zurück
und das letzte Album erschien 2008. Nun gibt es eine EP mit fünf neuen
Liedern, wobei man die Ein- und Ausleitung eigentlich nicht mitzählen
kann, sowie zwei Bonusstücke. Ich bin Gott ist der Kompilation Dawn Of The Antichrist entnommen und Suizid gab es bisher lediglich auf der ersten Kassettenversion von Pervers & Geisteskrank.
Aber nicht nur diese Tatsache dürfte für Anhänger von PERMAFROST ein
Kaufanreiz sein. Die Extremisten sind sich treu geblieben und geben auf
Porcus Christus teuflischen, aggressiven und menschenverachtenden Black Metal zum Besten.
Das Titellied Porcus Christus ist im ersten und letzten Drittel zwar langsam und geschwängert durch ruhige, dunkle Riffs sowie dem eindringlichen Kreischgesang, doch in der Mitte machen PERMAFROST keine Gefangenen und spielen angenehm schnell und bestialisch auf. Das wesentlich kürzere All For Satan ist von Anfang an satanisches Gemetzel, in dem es aberwitzige Schnelligkeit und einfache, prägnante Riffs zu hören gibt. Lediglich eine sehr kurze Ruhephase im letzten Drittel, mit leicht thrashigem Einschlag à la NIFELHEIM, lockert das ansonsten überaus aggressive Lied ein wenig auf. Der Teufel, das letzte der drei neuen Stücke, beginnt sehr langsam und mit Keyboardbegleitung, was sehr überraschend ist, angesichts der zuvor versprühten Blutrünstigkeit und der bekannten Kompromisslosigkeit von PERMAFROST. Der Teufel ist jedenfalls ein langsames dunkles Lied, in dem die Keyboardklänge unheilvoll aber majestätisch im Hintergrund zu hören sind und der sehr ruhige aber energische sowie gut verständliche Kreischgesang, stark im Mittelpunkt steht. Der Teufel ist ein böses sowie überraschendes Lied, welches PERMAFROST aber gut zu Gesicht steht.
Nach dem Ausklang folgen dann die zwei Bonusstücke. Suizid, welches wohl nur den wenigsten bekannt sein dürfte, ist über 14 Minuten lang. Der Name ist hier Programm. Suizid ist ein langsames Lied mit gefühlvollem Riffing, welches Melancholie und Wehmut versprüht. Selbst der Gesang ist emotional aufgeladen und setzt verzweifelt anmutende oder auch klagende Akzente. In Ich bin Gott gehen PERMAFROST dann wieder derbe zur Sache und lassen ihrer kompromisslosen, aggressiven Neigung freien Lauf. Ich bin Gott ist schnell, die Raserei überaus minimalistisch, während die mittelschnellen Passagen hingegen durch gutes Riffing aufwarten. Im letzten Drittel gibt es gar düster gespielte Klargitarre zu hören, was dem Stück nicht nur Abwechslung sondern auch eine böse und dunkle Atmosphäre verleiht.
Porcus Christus ist eine rundum überzeugende Veröffentlichung, die wohl für jeden Anhänger PERMAFROSTS ein Pflichtkauf darstellt. Neben klassischem Gemetzel den man von der Gruppe kennt, gibt es auch unerwartetes und auch die Bonusstücke sind mehr als nur blanker Kaufanreiz. Wer sich Porcus Christus entgehen lässt, ist selber schuld. Hier gibt es erstklassigen, kompromisslosen und bestialischen Untergrund Black Metal aus Deutschland.
8/10
Aceust
01. Einleitung
02. Porcus christus
03. All for satan
04. Der Teufel
05. Ende
06. Suizid
07. Ich bin Gott
http://permafrost-horde.de/
Das Titellied Porcus Christus ist im ersten und letzten Drittel zwar langsam und geschwängert durch ruhige, dunkle Riffs sowie dem eindringlichen Kreischgesang, doch in der Mitte machen PERMAFROST keine Gefangenen und spielen angenehm schnell und bestialisch auf. Das wesentlich kürzere All For Satan ist von Anfang an satanisches Gemetzel, in dem es aberwitzige Schnelligkeit und einfache, prägnante Riffs zu hören gibt. Lediglich eine sehr kurze Ruhephase im letzten Drittel, mit leicht thrashigem Einschlag à la NIFELHEIM, lockert das ansonsten überaus aggressive Lied ein wenig auf. Der Teufel, das letzte der drei neuen Stücke, beginnt sehr langsam und mit Keyboardbegleitung, was sehr überraschend ist, angesichts der zuvor versprühten Blutrünstigkeit und der bekannten Kompromisslosigkeit von PERMAFROST. Der Teufel ist jedenfalls ein langsames dunkles Lied, in dem die Keyboardklänge unheilvoll aber majestätisch im Hintergrund zu hören sind und der sehr ruhige aber energische sowie gut verständliche Kreischgesang, stark im Mittelpunkt steht. Der Teufel ist ein böses sowie überraschendes Lied, welches PERMAFROST aber gut zu Gesicht steht.
Nach dem Ausklang folgen dann die zwei Bonusstücke. Suizid, welches wohl nur den wenigsten bekannt sein dürfte, ist über 14 Minuten lang. Der Name ist hier Programm. Suizid ist ein langsames Lied mit gefühlvollem Riffing, welches Melancholie und Wehmut versprüht. Selbst der Gesang ist emotional aufgeladen und setzt verzweifelt anmutende oder auch klagende Akzente. In Ich bin Gott gehen PERMAFROST dann wieder derbe zur Sache und lassen ihrer kompromisslosen, aggressiven Neigung freien Lauf. Ich bin Gott ist schnell, die Raserei überaus minimalistisch, während die mittelschnellen Passagen hingegen durch gutes Riffing aufwarten. Im letzten Drittel gibt es gar düster gespielte Klargitarre zu hören, was dem Stück nicht nur Abwechslung sondern auch eine böse und dunkle Atmosphäre verleiht.
Porcus Christus ist eine rundum überzeugende Veröffentlichung, die wohl für jeden Anhänger PERMAFROSTS ein Pflichtkauf darstellt. Neben klassischem Gemetzel den man von der Gruppe kennt, gibt es auch unerwartetes und auch die Bonusstücke sind mehr als nur blanker Kaufanreiz. Wer sich Porcus Christus entgehen lässt, ist selber schuld. Hier gibt es erstklassigen, kompromisslosen und bestialischen Untergrund Black Metal aus Deutschland.
8/10
Aceust
01. Einleitung
02. Porcus christus
03. All for satan
04. Der Teufel
05. Ende
06. Suizid
07. Ich bin Gott
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