Seit Szrons wunderbares Debütalbum The Purificating Flame of Annihilation
herauskam sind einige Jahre vergangen. Zwischendurch gab es auch zwei
Splits, die aber nicht wirklich Neues enthielten, weshalb Zeal nach sechs Jahren erstmalig neues Material bedeutet. In dieser Zeitspanne hat sich Szron hörbar verändert. Als erstes fällt einem dabei natürlich der runderneuerte Klang auf, der auf Zeal weit entfernt vom Grellrauen des Debüts ist. Die Instrumente auf Zeal klingen wärmer, lauter und differenzierter und auch der Gesang ist ein anderer. Früher war Szrons
Kreischgesang stark verzerrt, grell, rau und sehr eindringlich, kalt
und hasserfüllt. Nun ist er zumeist wärmer, tiefer und kehliger. Allein
durch diese Veränderungen macht Zeal von Anfang an einen
anderen Eindruck als die früheren Veröffentlichungen. Milder oder
zahmer ist das polnische Duo deshalb aber nicht geworden.
Gleich das erste Stück Permafrost ist ein interessantes
Lied, welches in der ersten Hälfte durch seine schleppend-treibende
Rhythmik und markante Riffs auffällt. Dreckig und oldschool spielt Szron hier auf, wobei mich ein melodisches Riff gar an Lugubrum
erinnert. Im Mittelteil gibt es dann einen Tempoausbruch und
Aggression pur, worauf dann wieder schleppendes und riffbetontes Spiel
folgt. Das hört sich sehr gut an, ist aber für Szrons
Verhältnisse erstmal gewöhnungsbedürftig, da das Kalte sowie
Hasserfüllte nicht mehr so vordergründig ist. Das direkt folgende The Race of Satan beginnt schon flotter und durch das schnellere Spiel am Schlagwerk und an den Gitarren entwickelt Szron dann hier ein wenig eine ähnliche Atmosphäre wie früher. Wirklich schnell oder gar brutal ist The Race of Satan
allerdings nicht, zumal die zweite Hälfte schleppender wird und auch
der Gesang vom Gekreische ins dunkel Gesprochene übergeht.
Auf ähnliche Weise funktioniert das komplette Album. Szron
spielt überwiegend mittelschnell auf und hat großen Wert auf markante
Riffs gelegt, die oftmals dreckig und oldschool sind. Echte Raserei
kommt nur selten vor, aber dann richtig. The Beckoning ist das kürzeste Lied der Platte und ein energisches, heftiges Stück mit Brutalität, Tempo und Hass. Ein wenig schade, dass Szron hieran gespart hat. Szron hat zwar schon immer viele mittelschnelle Tempi gespielt, aber auf Zeal nehmen sie den mit Abstand größten Anteil ein. Schlecht ist Zeal deshalb natürlich nicht, es ist halt etwas anders als das Debütalbum oder die Split mit Kriegsmaschine. Aber seitdem sind viele Jahre vergangen und Szron
klingt auch 2011 böse und gut. Vor allem die Riffs machen Spaß. Das
Vinyl, welches in einer Auflage von 500 Stück erschien, enthält Black
Metal pur und darf blind gekauft werden.
8/10
Aceust
01. Permafrost
02. The race of satan (Messengers of the void)
03. Reign in hydrogen cyanide
04. Nekronihilistik
05. The beckoning (The vision)
http://www.hassweg-prod.com/
http://www.thorshammerproductions.com/
31.03.2011
30.03.2011
Deadman - Spirito Di Pietra | 2011 | Dusktone | CD | Black Metal
Deadman ist eine italienische Gruppe deren gerade erschienenes Album Spirito di Pietra offenbar die erste Veröffentlichung überhaupt ist. Über Deadman
ist bis auf die Herkunft absolut nichts bekannt. Selbst die schlicht
durchnummerierten Liednamen geben hier keinen Aufschluss, da muss also
sofort die Musik selbst ran. Laut Dusktone soll es sich um
experimentellen sowie apokalyptischen Black Metal handeln.
Auf die ruhige, instrumentale Einleitung folgt II, wo Deadman recht abwechslungsreich aufspielt. Es gibt verschiedene Tempi zu hören, wobei das Schlagwerk in allen Geschwindigkeitsbereichen stets simpel gespielt wird. Vor allem in den schnellen Passagen wirkt der etwas dünne Klang zunächst gewöhnungsbedürftig, zumal Deadmans ruhig vorgetragener Gesang, der kehlig und oft eher sprechend ist, gleichfalls einer gewissen Eingewöhnungszeit bedarf. Das Spiel der Gitarren ist zwar melodisch doch in den grimmigen, schnellen Passagen angenehm zurückhaltend und direkt. Der Einstieg ins Album ist nicht gerade Liebe auf den ersten Blick aber das Interesse ist geweckt.
Wenn man dann dem gesamten Album lauscht, kann man es durchaus als apokalyptisch durchgehen lassen. Deadman fährt viel auf der Temposchiene, die zumeist auch recht grimmig daher kommt und nach der Gewöhnungszeit auch zu gefallen weiß. Doch wo ist der experimentelle Anteil? Im Promoschreiben stand sogar etwas von Post-Rock und Industrial. Nun, solche experimentellen Elemente gibt es in der Tat, doch wurden diese überaus dezent platziert und man könnte sie auch einfach als atmosphärische Passagen abtun. Einige Lieder enden mit atmosphärischen Arrangements, die allesamt gut gespielt und stimmungsvoll sind. Und da sie, wenn sie vorkommen, am Ende eines Liedes stehen, fallen sie gar nicht so sehr auf. Schließlich ist die Idee der instrumentalen Übergänge oder Zwischenstücke alles andere als neu. Diese atmosphärischen Übergänge von Deadman sind aber sehr gut, da sie extrem stimmungserzeugend sind und Anleihen von Ambient, Industrial und Melancholie besitzen. Vereinzelt hat sich das eine und andere atmosphärische Arrangement aber auch innerhalb des Black Metals verirrt. Dort sind sie aber überaus dezent, rar und gleichfalls stimmungsfördernd.
Spirito di Pietra ist eines jener Alben, welches erst nach mehreren Durchgängen seine Vorzüge Stück für Stück preis gibt. In VI gibt es beispielsweise eine interessante Bassgitarre zu hören, die träge und langsam den schnellen, an und für sich unspektakulären Black Metal begleitet, und diesen durch die schiere Anwesenheit schon aufwertet und interessant gestaltet. Mit dem Fortschritt des Albums wird die Musik von Deadman immer besser und da stört auch der anfänglich etwas holprig wirkende Black Metal nicht mehr, zumal dieser in anderen Liedern wie VII dann auch schön giftig und dreckig wird.
Spirito di Pietra ist sehr eigenständiger Black Metal, der auf der einen Seite sehr einfache, grimmige und direkte Seiten hat, aber genau so auch düstere, melodische und atmosphärische Kniffe beherbergt. In gewisser Weise dürfte Spirito di Pietra den Puristen ebenso ansprechen wie Anhänger der Avantgarde. Mir gefällt es jedenfalls, das Album ist einfach apokalyptisch und düster und wer sich davon selbst überzeugen möchte, kann bei Dusktone auch probehören.
8/10
Aceust
01. I
02. II
03. III
04. IV
05. V
06. VI
07. VII
08. VIII
09. IX
http://www.dusktone.eu/
Auf die ruhige, instrumentale Einleitung folgt II, wo Deadman recht abwechslungsreich aufspielt. Es gibt verschiedene Tempi zu hören, wobei das Schlagwerk in allen Geschwindigkeitsbereichen stets simpel gespielt wird. Vor allem in den schnellen Passagen wirkt der etwas dünne Klang zunächst gewöhnungsbedürftig, zumal Deadmans ruhig vorgetragener Gesang, der kehlig und oft eher sprechend ist, gleichfalls einer gewissen Eingewöhnungszeit bedarf. Das Spiel der Gitarren ist zwar melodisch doch in den grimmigen, schnellen Passagen angenehm zurückhaltend und direkt. Der Einstieg ins Album ist nicht gerade Liebe auf den ersten Blick aber das Interesse ist geweckt.
Wenn man dann dem gesamten Album lauscht, kann man es durchaus als apokalyptisch durchgehen lassen. Deadman fährt viel auf der Temposchiene, die zumeist auch recht grimmig daher kommt und nach der Gewöhnungszeit auch zu gefallen weiß. Doch wo ist der experimentelle Anteil? Im Promoschreiben stand sogar etwas von Post-Rock und Industrial. Nun, solche experimentellen Elemente gibt es in der Tat, doch wurden diese überaus dezent platziert und man könnte sie auch einfach als atmosphärische Passagen abtun. Einige Lieder enden mit atmosphärischen Arrangements, die allesamt gut gespielt und stimmungsvoll sind. Und da sie, wenn sie vorkommen, am Ende eines Liedes stehen, fallen sie gar nicht so sehr auf. Schließlich ist die Idee der instrumentalen Übergänge oder Zwischenstücke alles andere als neu. Diese atmosphärischen Übergänge von Deadman sind aber sehr gut, da sie extrem stimmungserzeugend sind und Anleihen von Ambient, Industrial und Melancholie besitzen. Vereinzelt hat sich das eine und andere atmosphärische Arrangement aber auch innerhalb des Black Metals verirrt. Dort sind sie aber überaus dezent, rar und gleichfalls stimmungsfördernd.
Spirito di Pietra ist eines jener Alben, welches erst nach mehreren Durchgängen seine Vorzüge Stück für Stück preis gibt. In VI gibt es beispielsweise eine interessante Bassgitarre zu hören, die träge und langsam den schnellen, an und für sich unspektakulären Black Metal begleitet, und diesen durch die schiere Anwesenheit schon aufwertet und interessant gestaltet. Mit dem Fortschritt des Albums wird die Musik von Deadman immer besser und da stört auch der anfänglich etwas holprig wirkende Black Metal nicht mehr, zumal dieser in anderen Liedern wie VII dann auch schön giftig und dreckig wird.
Spirito di Pietra ist sehr eigenständiger Black Metal, der auf der einen Seite sehr einfache, grimmige und direkte Seiten hat, aber genau so auch düstere, melodische und atmosphärische Kniffe beherbergt. In gewisser Weise dürfte Spirito di Pietra den Puristen ebenso ansprechen wie Anhänger der Avantgarde. Mir gefällt es jedenfalls, das Album ist einfach apokalyptisch und düster und wer sich davon selbst überzeugen möchte, kann bei Dusktone auch probehören.
8/10
Aceust
01. I
02. II
03. III
04. IV
05. V
06. VI
07. VII
08. VIII
09. IX
http://www.dusktone.eu/
Beyond Helvete - Self Therapy | 2011 | Dusktone | CD | Black Metal
Seit der 2009 erschienenen Mini
The Path of Lonely Suicide hat sich im Hause Beyond Helvete einiges getan. Man kann sogar den Albumnamen Self Therapy
wörtlich nehmen und dem Alleinmusiker Sven K. eine gewisse
Emanzipation früherer Werke attestieren. Die Mini war noch in der
Sparte DSBM verortet und auch seine anderen Projekte Smashed Ruins oder Nachtfrost gingen in eine andere Richtung. Der gemeinsame Nenner ist aber stets eine gefühlbeladene, atmosphärische Komponente, die auf Self Therapy in eine neue Richtung geht. Von der Mini unterscheidet sich Self Therapy wesentlich. Es ist abwechslungsreicher und experimenteller. Gleich das erste Lied Soul Reflection geht in die Vollen, was das Neue anbelangt. Soul Reflection
ist ein kraftvolles Lied mit rockigen Arrangements und einem
abgedrehten und zumeist unverzerrten Gesangsstil, der sowohl Wahnsinn,
Verzweiflung, Wut und Abscheu bedeuten kann. Emotional also. Wenn man
noch The Path of Lonely Suicide im Ohr hat ist es eine sehr
gewöhnungsbedürftige Umstellung. Gesanglich geht es im folgenden
Titellied gleichermaßen weiter, allerdings sind in dem Lied schwere und
satte Death Metal Riffs zu hören, es kommen aber auch atmosphärisch
klare Parts vor, in denen vor allem die Stimme im Mittelpunkt steht.
Die Stimme ist denn auch der Dreh- und Angelpunkt von Self Therapy. Er ist stets sehr zentral und zudem auch durch seine hohe emotionale Aufladung das Merkmal des Albums schlechthin. Für meinen Geschmack hätte der Gesang gerne auch etwas dezenter gestaltet werden können. Er versperrt für mich zu sehr den Blick aufs Musikalische, denn das ist in seiner schwungvollen und abwechslungsreichen Dynamik durchaus gelungen. Mit etwas weniger Emotionen geht es aber auch: Confession ist ein langsames, im Grunde doomiges Lied, in dem die Stimme dann phasenweise auch sehr tief, dunkel und verzerrt ist, was mir gleich viel besser gefällt. Besser gefallen tut mir auch der leicht verzerrte Kreischgesang im letzten Lied The More I Know. Hier geht er zwar etwas in die Richtung DSBM, was ebenfalls mit Gefühl behaftet ist, allerdings passt dieser besser zur Musik als die klaren und unverzerrten Schreie und Röcheleien der anderen Lieder.
Das ist schade, denn rein von der musikalischen Seite betrachtet ist Self Therapy durchaus angenehm, die stilübergreifende Vielfalt wurde interessant sowie gut zusammengebracht. Aber der Gesang macht mir vieles kaputt. Das gibt klare Punktabzüge und ich empfehle ganz klar vor einem Kauf erst einmal ein Antesten.
5/10
01. Soul reflection
02. Self therapy
03. Fears
04. Confession
05. A nameless desire
06. The more I know
The Path of Lonely Suicide hat sich im Hause Beyond Helvete einiges getan. Man kann sogar den Albumnamen Self Therapy
wörtlich nehmen und dem Alleinmusiker Sven K. eine gewisse
Emanzipation früherer Werke attestieren. Die Mini war noch in der
Sparte DSBM verortet und auch seine anderen Projekte Smashed Ruins oder Nachtfrost gingen in eine andere Richtung. Der gemeinsame Nenner ist aber stets eine gefühlbeladene, atmosphärische Komponente, die auf Self Therapy in eine neue Richtung geht. Von der Mini unterscheidet sich Self Therapy wesentlich. Es ist abwechslungsreicher und experimenteller. Gleich das erste Lied Soul Reflection geht in die Vollen, was das Neue anbelangt. Soul Reflection
ist ein kraftvolles Lied mit rockigen Arrangements und einem
abgedrehten und zumeist unverzerrten Gesangsstil, der sowohl Wahnsinn,
Verzweiflung, Wut und Abscheu bedeuten kann. Emotional also. Wenn man
noch The Path of Lonely Suicide im Ohr hat ist es eine sehr
gewöhnungsbedürftige Umstellung. Gesanglich geht es im folgenden
Titellied gleichermaßen weiter, allerdings sind in dem Lied schwere und
satte Death Metal Riffs zu hören, es kommen aber auch atmosphärisch
klare Parts vor, in denen vor allem die Stimme im Mittelpunkt steht.Die Stimme ist denn auch der Dreh- und Angelpunkt von Self Therapy. Er ist stets sehr zentral und zudem auch durch seine hohe emotionale Aufladung das Merkmal des Albums schlechthin. Für meinen Geschmack hätte der Gesang gerne auch etwas dezenter gestaltet werden können. Er versperrt für mich zu sehr den Blick aufs Musikalische, denn das ist in seiner schwungvollen und abwechslungsreichen Dynamik durchaus gelungen. Mit etwas weniger Emotionen geht es aber auch: Confession ist ein langsames, im Grunde doomiges Lied, in dem die Stimme dann phasenweise auch sehr tief, dunkel und verzerrt ist, was mir gleich viel besser gefällt. Besser gefallen tut mir auch der leicht verzerrte Kreischgesang im letzten Lied The More I Know. Hier geht er zwar etwas in die Richtung DSBM, was ebenfalls mit Gefühl behaftet ist, allerdings passt dieser besser zur Musik als die klaren und unverzerrten Schreie und Röcheleien der anderen Lieder.
Das ist schade, denn rein von der musikalischen Seite betrachtet ist Self Therapy durchaus angenehm, die stilübergreifende Vielfalt wurde interessant sowie gut zusammengebracht. Aber der Gesang macht mir vieles kaputt. Das gibt klare Punktabzüge und ich empfehle ganz klar vor einem Kauf erst einmal ein Antesten.
5/10
01. Soul reflection
02. Self therapy
03. Fears
04. Confession
05. A nameless desire
06. The more I know
Fangorn - Mysterious Land | 2010 | Purity Through Fire | CD | Folk / Viking Metal
Wer kein Viking/Folk Metal Jünger ist, braucht diese Zeilen gar nicht weiter zu lesen. Die russischen Vikinger Fangorn präsentieren auf ihrem Debütalbum Mysterious Land
nichts anderes als überaus melodischen Viking / Folk Metal. Mir
gefällt es überhaupt nicht, viel zu melodisch, viel zu fröhlich, viel
zu viel Sonnenschein. Wer aber solche Musik und solche Gruppen mag, der
wird hiermit vielleicht durchaus Spaß haben und seinen Met auspacken
und die Trinkhörner schwingen. Für mich bleibt diese Musiksparte
uninteressant. Fangorns Labelkollegen Irminsul
konnten mich musikalisch noch ansprechen, da sie es mit dem
melodischen Spaß- und Schunkelfaktor nicht übertrieben. Diesmal kann
mich Purity Through Fire aber nicht für sich gewinnen.
Wer Gute-Laune-Metal à la Ensiferum mag, ist mit Fangorn gut beraten, alle anderen sollten Mysterious Land aber meiden.
01. Mysterious land
02. Under the banner of berserk
03. Forgotten hero
04. Beautiful spring
05. Shield and sword
06. Krepkoe pivo trolley
07. The long way
Wer Gute-Laune-Metal à la Ensiferum mag, ist mit Fangorn gut beraten, alle anderen sollten Mysterious Land aber meiden.
01. Mysterious land
02. Under the banner of berserk
03. Forgotten hero
04. Beautiful spring
05. Shield and sword
06. Krepkoe pivo trolley
07. The long way
25.03.2011
Purgatory - Necromantaeon | 2011 | War Anthem Records | CD | Death Metal
Seit fast 20 Jahren veröffentlicht Purgatory Death Metal, der hierzulande mit zum Besten gehören dürfte. Seit den beiden ersten EPs Psychopathia Sexualis und Sadistic Spell
hat sich viel getan, das Bandgefüge veränderte sich, man wird älter
und damit geht auch eine Weiterentwicklung einher, der man sich über so
einen langen Zeitraum nur schwerlich entziehen kann. Düster war Purgatory schon immer, jedoch wurde man von Album zu Album härter, brutaler, direkter. Diese Entwicklung gipfelt nun im sechsten Album Necromantaeon.
Es ist ein geradliniges Album mit einer sehr dichten, tief tönenden
Klangwand aus Todesriffen und treibenden Rhythmen. Somit steht Necromantaeon dem Vorgänger Cultus Luciferi in nichts nach, im Gegenteil: Purgatory
hat noch nie so flüssig geradeaus und brachial wie 2011 gespielt. Die
neun Lieder kommen wie aus einem Guss, sind sehr homogen und stimmig.
Auch die langsameren Passagen wurden überaus massiv und wuchtig
arrangiert, kräftige Gitarrenwände oder Doublebass-Angriffe lassen einen
nie vergessen, es hier mit Tod, Zerstörung und Metal zu tun zu haben.
Dabei gefiel mir Necromantaeon am Anfang gar nicht so gut. Zunächst erschien es mir zu glatt, professionell und abgeklärt. Doch beim zweiten und dritten Durchgang sprang der Funke über und die Feinheiten offenbarten ihre Reize. Glorification of Lightbearer ist ein erstklassiges Lied, in dem sich brutales Tempo und ein atmosphärisch langsamer Part die Klinke in die Hand geben und mich einfach umhauen. Necromantaeon ist aber nicht nur aufgrund seiner Brutalität und Geradlinigkeit so gut sondern auch der Klangproduktion wegen. Purgatory klang noch nie so klar und differenziert wie auf Necromantaeon.
Auch mit dem sechsten Album konnten Purgatory erneut beweisen zur Speerspitze des deutschen Death Metals zu gehören. Zudem gelang Purgatory das Kunststück mit jedem Album zu gefallen. Ich mag das eher langsame und dafür düster atmosphärische Damage Done By Worms ebenso wie die neuen, brutalen Alben.
Neben der CD von War Anthem Records gibt es übrigens auch noch limitiertes Vinyl von Animate Records.
8/10
Aceust
01. Arrival of the divine
02. Reaping the diseased
03. Where darkness reigns
04. Glorification of the lightbearer
05. Downwards into unlight
06. Scourging blasphemies
07. Calling the grand destroyers
08. Necromataeon
09. The collapse of tides
Dabei gefiel mir Necromantaeon am Anfang gar nicht so gut. Zunächst erschien es mir zu glatt, professionell und abgeklärt. Doch beim zweiten und dritten Durchgang sprang der Funke über und die Feinheiten offenbarten ihre Reize. Glorification of Lightbearer ist ein erstklassiges Lied, in dem sich brutales Tempo und ein atmosphärisch langsamer Part die Klinke in die Hand geben und mich einfach umhauen. Necromantaeon ist aber nicht nur aufgrund seiner Brutalität und Geradlinigkeit so gut sondern auch der Klangproduktion wegen. Purgatory klang noch nie so klar und differenziert wie auf Necromantaeon.
Auch mit dem sechsten Album konnten Purgatory erneut beweisen zur Speerspitze des deutschen Death Metals zu gehören. Zudem gelang Purgatory das Kunststück mit jedem Album zu gefallen. Ich mag das eher langsame und dafür düster atmosphärische Damage Done By Worms ebenso wie die neuen, brutalen Alben.
Neben der CD von War Anthem Records gibt es übrigens auch noch limitiertes Vinyl von Animate Records.
8/10
Aceust
01. Arrival of the divine
02. Reaping the diseased
03. Where darkness reigns
04. Glorification of the lightbearer
05. Downwards into unlight
06. Scourging blasphemies
07. Calling the grand destroyers
08. Necromataeon
09. The collapse of tides
24.03.2011
Wedard - Eiskrieg II | 2011 | Ewiges Eis Records | CD | Black Metal
Wedard ist so ein Phänomen welches ich schon öfters
zur Sprache brachte. Auf einmal war die Gruppe da und seitdem wird in
kurzen Abständen regelmäßig ein Tonträger veröffentlicht. Ich bin
solchen Gruppen und Erscheinungen stets skeptisch gegenüber, zumal wenn
sie aus dem Bereich des DSBM kommen.
Eiskrieg II heißt die aktuelle Veröffentlichung und sie bestätigt dann auch recht schnell meine Skepsis. Langsam, lang und melancholisch sind die Lieder ohne dabei eine wirklich dichte und ergreifende Atmosphäre zu kreieren, jedenfalls wenn man kein DSBM-Jünger ist, wie ich. Deshalb ist Eiskrieg II zwar nicht per se schlecht, nur ist es eine pure Genre-Veröffentlichung die außerhalb der eingeschworenen Hörerschaft wohl kaum auf fruchtbaren Boden fallen wird.
Dabei ist Eiskrieg II in gewisser Weise durchaus abwechslungsreich, es gibt nicht nur lange, langsame Stücke zu hören sondern auch grimmige Tempopassagen, die die ansonsten vorherrscheschende rhythmische Starre etwas in Schwung bringen. Das Gitarrenspiel der grell und hoch gestimmten Gitarren ist atmosphärisch und verlautbart schwermütige Melodien. Am besten gefällt mir allerdings eine düster gesprochene Stimme in Winterdepression II, die mich entfernt ein wenig an Fäulnis und EgoNoir erinnert. Ansonsten gibt es über Eiskrieg II nicht viel mehr zu berichten. Wedard und sein Gründer Sternenfrost stehen und standen ja immer wieder in Kritik, worauf ich hier natürlich nicht eingehe, da ich mich damit nie beschäftigt habe und es mich auch nicht kümmert was andere Leute da draußen alles so im Netz tun. Die anderen Wedard-Veröffentlichungen kenne ich jedenfalls nicht und über Eiskrieg II lässt sich sagen, dass der Platte das Besondere fehlt und sie deshalb lediglich Durchschnitt ist. Melancholisch und atmosphärisch, teilweise gar verträumt, ist die Scheibe, und wenn dies der Anspruch Wedards ist, steht Eiskrieg II voll im Soll.
5/10
Aceust
01. Solitude (Intro)
02. Eiskrieg II
03. Winterdepression II
04. Towards the lonely path of winter
05. Diminshed (feat. Midnight Odyssey)
Eiskrieg II heißt die aktuelle Veröffentlichung und sie bestätigt dann auch recht schnell meine Skepsis. Langsam, lang und melancholisch sind die Lieder ohne dabei eine wirklich dichte und ergreifende Atmosphäre zu kreieren, jedenfalls wenn man kein DSBM-Jünger ist, wie ich. Deshalb ist Eiskrieg II zwar nicht per se schlecht, nur ist es eine pure Genre-Veröffentlichung die außerhalb der eingeschworenen Hörerschaft wohl kaum auf fruchtbaren Boden fallen wird.
Dabei ist Eiskrieg II in gewisser Weise durchaus abwechslungsreich, es gibt nicht nur lange, langsame Stücke zu hören sondern auch grimmige Tempopassagen, die die ansonsten vorherrscheschende rhythmische Starre etwas in Schwung bringen. Das Gitarrenspiel der grell und hoch gestimmten Gitarren ist atmosphärisch und verlautbart schwermütige Melodien. Am besten gefällt mir allerdings eine düster gesprochene Stimme in Winterdepression II, die mich entfernt ein wenig an Fäulnis und EgoNoir erinnert. Ansonsten gibt es über Eiskrieg II nicht viel mehr zu berichten. Wedard und sein Gründer Sternenfrost stehen und standen ja immer wieder in Kritik, worauf ich hier natürlich nicht eingehe, da ich mich damit nie beschäftigt habe und es mich auch nicht kümmert was andere Leute da draußen alles so im Netz tun. Die anderen Wedard-Veröffentlichungen kenne ich jedenfalls nicht und über Eiskrieg II lässt sich sagen, dass der Platte das Besondere fehlt und sie deshalb lediglich Durchschnitt ist. Melancholisch und atmosphärisch, teilweise gar verträumt, ist die Scheibe, und wenn dies der Anspruch Wedards ist, steht Eiskrieg II voll im Soll.
5/10
Aceust
01. Solitude (Intro)
02. Eiskrieg II
03. Winterdepression II
04. Towards the lonely path of winter
05. Diminshed (feat. Midnight Odyssey)
Vspolokh - Sorrow Of The Past | 2010 | Purity Through Fire | CD | Black Pagan Metal
Vspolokh ist ein russisches Dreiergespann welches seit 2006 exisitert und nach einer Mini im Jahr 2007 nun mit Sorrow of the Past das Debütalbum präsentiert. Hier wird Black Metal mit einer Prise Melancholie, Pagan und Heathen Metal gespielt. Sorrow of the Past
ist für diese Sparte aber ein eher unauffälliges Album mit langen
Liedern und subtilen Melodiesträngen und Harmonien. Melodisches
Gitarrengefrickel gibt es nicht, einzig eine angenehm und dezent
gespielte Maultrommel sowie vereinzelte Instrumentalpassagen mit Flöte
und Akustikgitarre verweisen auf den Heathen / Pagan Metal.
Als erstes fällt bei Vspolokh der raue, kaum aber natürlich verzerrte Gesang auf, der mich in seiner Klangfarbe und Intonation immer wieder an Drudkh, Forest und Kroda erinnert. Vspolokh spielt dabei aber nicht so rau und minimalistisch wie Forest, nicht so episch und majestätisch wie Drudkh oder folkig wie Kroda. Das Tempo von Sorrow of the Past ist überwiegend mittelschnell, dabei aber stets druckvoll, was dem kräftigen Klang geschuldet ist, der vor allem die Saiteninstrumente schön zur Geltung bringt. Die Saiteninstrumente sind zudem neben dem Gesang auch das wesentliche Element. Die Gitarren tönen melodisch, bleiben dabei aber stets kräftig, raumfüllend und verlieren sich nicht in Belanglosigkeiten. Somit macht Vspolokh von Anfang an einen sehr stimmigen Eindruck. Die Atmosphäre die Vspolokh dabei erschafft ist eher dunkel und leicht melancholisch.
Sorrow of the Past ist ein gelungenes Album, welches gekonnt Melodik mit Kälte, Rauheit und Melancholie verbindet und zudem jedem gefallen dürfte, der die erwähnten die Bands kennt und mag.
01. Grief
02. Deadly frost of oblivion
03. Eternity
04. Long forest paths of Rus'
05. Extrinsic obscurantism
06. The call
http://www.vspolokh.org/
http://www.purity-through-fire.com/
Als erstes fällt bei Vspolokh der raue, kaum aber natürlich verzerrte Gesang auf, der mich in seiner Klangfarbe und Intonation immer wieder an Drudkh, Forest und Kroda erinnert. Vspolokh spielt dabei aber nicht so rau und minimalistisch wie Forest, nicht so episch und majestätisch wie Drudkh oder folkig wie Kroda. Das Tempo von Sorrow of the Past ist überwiegend mittelschnell, dabei aber stets druckvoll, was dem kräftigen Klang geschuldet ist, der vor allem die Saiteninstrumente schön zur Geltung bringt. Die Saiteninstrumente sind zudem neben dem Gesang auch das wesentliche Element. Die Gitarren tönen melodisch, bleiben dabei aber stets kräftig, raumfüllend und verlieren sich nicht in Belanglosigkeiten. Somit macht Vspolokh von Anfang an einen sehr stimmigen Eindruck. Die Atmosphäre die Vspolokh dabei erschafft ist eher dunkel und leicht melancholisch.
Sorrow of the Past ist ein gelungenes Album, welches gekonnt Melodik mit Kälte, Rauheit und Melancholie verbindet und zudem jedem gefallen dürfte, der die erwähnten die Bands kennt und mag.
01. Grief
02. Deadly frost of oblivion
03. Eternity
04. Long forest paths of Rus'
05. Extrinsic obscurantism
06. The call
http://www.vspolokh.org/
http://www.purity-through-fire.com/
Isolfur - Pfad des Canis Lupus | 2010 | Ewiges Eis Records | CD | Black Metal
Nach der 2008 erschienen Demo Schrei des Wolfes bestreiten die thüringischen Recken von Isolfur nun mit dem Debütalbum den Pfad des Wolfes. Die Demo ist mir nicht bekannt, aber es haben einige Lieder von Schrei des Wolfes
den Weg aufs Album geschafft. So bietet das Album also einen guten
Überblick über die noch nicht lang bestehende Gruppe. Man hat sich bei Isolfur
dem deutschsprachigen Black Metal mit Pagan Einschlag verschrieben.
Der grell verzerrte Gesang ist stets verständlich und giftet so manches
Mal auch angenehm. Spielerisch gibt sich Isolfur
vielschichtig, und so deckt man das breite Spektrum von langsamen und
melodischen Kompositionen über mittelschnelle Strecken bis hin zu
schnellen, aggressiven Passagen ab. Die Lieder sind im Schnitt um die
drei Minuten lang, was für einen flotten und stimmigen Durchgang sorgt.
Ob aller rhythmischer Vielfalt ist Pfad des Canis Lupus eine
melodiebetonte Platte. Neben den kalten, sägenden Riffs in den
schnellen Parts gibt es viele Melodieführungen und klare
Instrumentalpassagen zu hören. Mir ist das für meinen Geschmack
manchmal zu viel des Guten, was sehr schön im Titellied deutlich wird.
Es ist ein schnelles, bissiges und aggressives Lied, doch gibt es auch
einen Part mit Klargesang, der die Eisigkeit des Liedes zunichte macht.
Aber dies liegt im gewählten Stil Isolfurs begründet.
Für Liebhaber des deutschsprachigen, thüringischen Black Metals mit dezidiertem Pagan Einschlag sicherlich ein Tipp. Klanglich, spielerisch und strukturell ist die Platte wirklich überzeugend. Anhänger der eher rohen und primitiven Fraktion sollten aber erst mal probehören, der melodische Einschlag ist zuweilen recht hoch.
7/10
Aceust
01. Wiederkehr des Eiswolfes
02. Entbrannte Wut
03. Krieger des Göttervaters
04. Tod des Sonnengottes
05. Inferno des Hasses
06. Der Baum er lebt
07. Grabgesang
08. Fatum der Schicksalsfrauen
09. Bragis met
10. Der Pfad des Canis Lupus
Für Liebhaber des deutschsprachigen, thüringischen Black Metals mit dezidiertem Pagan Einschlag sicherlich ein Tipp. Klanglich, spielerisch und strukturell ist die Platte wirklich überzeugend. Anhänger der eher rohen und primitiven Fraktion sollten aber erst mal probehören, der melodische Einschlag ist zuweilen recht hoch.
7/10
Aceust
01. Wiederkehr des Eiswolfes
02. Entbrannte Wut
03. Krieger des Göttervaters
04. Tod des Sonnengottes
05. Inferno des Hasses
06. Der Baum er lebt
07. Grabgesang
08. Fatum der Schicksalsfrauen
09. Bragis met
10. Der Pfad des Canis Lupus
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