Sacrariums Debütalbum March To An Inviolable Death erschien bereits als stark limitierte Eigenproduktion 2009, ehe es nun im März zu einer Neuauflage kommen wird. Sacrarium
ist faktisch eine Einmanngruppe, auch wenn sich der V.R.S. jemanden
fürs Texte schreiben und Bassgitarre spielen gesucht hat. March To An Inviolable Death
ist ein über weite Strecken rasendes, treibendes und brachiales Werk,
auf dem teilweise sehr technische, trockene Arrangements mit einer
merkwürdig melodischen Führungsgitarre kombiniert wurden. March To An Inviolable Death soll angeblich an frühere Alben von Abigor erinnern, was ich nun überhaupt nicht bestätigen kann. Dafür ermangelt es Sacrarium viel zu sehr an Atmosphäre. Auch wenn der melodische und atmosphärische Aspekt bei Sacrarium wenig überzeugend ist, kann die franzözische Gruppe aber durchaus mit dem gewählten Pfad der Härte überzeugen.
In Liedern wie Demolish By Himself offenbaren sich die
Schwächen allerdings sehr deutlich. Von Anfang an flirrt und flackert
hier die melodische Führungsgitarre mit einer viel zu simplen und
unausgereiften Melodieführung, die einfach nur unpassend und störend
wirkt. Dies ist bedauerlich, da im Verlauf des Liedes, wenn V.R.S.
diese Gitarre weglässt, tatsächlich eine gute, brutale Stimmung erzeugt
wird und man derbe, basslastige Riffs schmettert. Zudem ist auch auch
der harsche und bissige Kreischgesang von V.R.S. überzeugend, welcher
gut zum hohen Tempo passt. Deshalb ist es schon verwunderlich, weshalb
er sich mit diesem melodischen Gefrickel selbst demontiert.
Die Abschnitte ohne diese melodische Gitarre sind überzeugend und können gefallen, zumal Sacrarium
auch für Abwechslung sorgt indem die Raserei mit Breaks und
Tempovariationen angenehm aufgelockert wird. Da die melodische Gitarre
aber viel zu oft viel zu präsent zu hören ist, kann March To An Inviolable Death bei mir aber nur für wenig Freude sorgen.
5,5/10
Aceust
01. A.c.r.h.
02. Heartless visions
03. Demolish by himself
04. In a circle of dead seraphs
05. Phantomatic landscape
06. Through centuries
07. Terribilis est locus iste
08. This is the final warning
09. Outro
31.01.2011
25.01.2011
Tephra - Tempel | 2011 | Golden Antenna Records | CD | Post-Metal
Hinter dem doch ziemlich überschaubaren Albumnamen und der
gleichfalls dezenten Optik versteckt sich ein überaus interessantes
sowie vielschichtiges Album. Stilistisch ist das dritte Album von Tephra
nicht ganz eindeutig festzulegen, da die vier Musiker spielerisch und
mühelos Post-Hardcore, Sludge, Post-Metal und Post-Rock kreuzen,
kombinieren und austauschen. Im Auftaktlied Ghost begeistert Tephra
umgehend mit bestechender Melodik und herrlichen Riffs, die einerseits
eingängig und spielerisch, andererseits zugleich auch sphärisch und
hypnotisch sind. So vergeht die erste Hälfte von Ghost
atmosphärisch ergreifend, während die zweite Hälfte von gewaltigen
Brachialriffs eingeleitet wird, die ein wenig in die Richtung Omega Massif und Adai gehen, doch dabei verweilt Tephra nicht. Brachiale Riffs, Geschreie und großartige melodische Riffs, die die Klasse von Gruppen wie Maserati und A. Armada haben, wechseln sich ab und verdichten zu einem musikalischen Hochgenuss, der dann und wann auch an Neurosis erinnert.
Auf Tempel gibt es so viele Einflüsse und verschiedene Stile zu hören, und trotzdem ist es Tephra grandios gelungen, die Musik niemals überladen oder zu experimentell wirken zu lassen. Tempel geht von der ersten bis zur letzten Minuten eiskalt runter wie Wasser und erinnert dann und wann an die oben genannten Gruppen, bleibt dabei aber insgesamt eigenständig. Chains And Pounding Hooves ist beispielsweise ein eindringliches Lied, in dem tolle melodische und verträumte Riffs der Marke Maserati mit treibender Rhythmik und Hardcore-Geschreie kombiniert wird. Ich bin eigentlich kein Freund von solchem Gesang, doch bei Tephra ist er einfach genau richtig, zumal der gesangsfreie, rein instrumentale Anteil sehr hoch ist. Tephra hat sich viel Zeit und Raum genommen, um Riffing, Melodik und Rhythmik ungestört und perfekt aufeinander abgestimmt wirken zu lassen.
Tempel ist melodisch, rockig, sphärisch, psychedelisch, brachial und verspielt aber phasenweise auch etwas schwermütig und niemals zu aufgesetzt und übertrieben. Und obwohl man sich an einige andere Gruppen erinnert fühlt, ist und bleibt Tephra auf Tempel überaus eigenständig. Tempel wird am 18. Februar erscheinen und neben der regulären CD-Version auch auf schwerem Vinyl im Klappcover kommen.
8/10
Aceust
01. Ghost
02. Chains and pounding hooves
03. Agra
04. How the west was lost
05. City immersed in dust
06. Seven teeth
07. Deadman's path
08. Tempel
Auf Tempel gibt es so viele Einflüsse und verschiedene Stile zu hören, und trotzdem ist es Tephra grandios gelungen, die Musik niemals überladen oder zu experimentell wirken zu lassen. Tempel geht von der ersten bis zur letzten Minuten eiskalt runter wie Wasser und erinnert dann und wann an die oben genannten Gruppen, bleibt dabei aber insgesamt eigenständig. Chains And Pounding Hooves ist beispielsweise ein eindringliches Lied, in dem tolle melodische und verträumte Riffs der Marke Maserati mit treibender Rhythmik und Hardcore-Geschreie kombiniert wird. Ich bin eigentlich kein Freund von solchem Gesang, doch bei Tephra ist er einfach genau richtig, zumal der gesangsfreie, rein instrumentale Anteil sehr hoch ist. Tephra hat sich viel Zeit und Raum genommen, um Riffing, Melodik und Rhythmik ungestört und perfekt aufeinander abgestimmt wirken zu lassen.
Tempel ist melodisch, rockig, sphärisch, psychedelisch, brachial und verspielt aber phasenweise auch etwas schwermütig und niemals zu aufgesetzt und übertrieben. Und obwohl man sich an einige andere Gruppen erinnert fühlt, ist und bleibt Tephra auf Tempel überaus eigenständig. Tempel wird am 18. Februar erscheinen und neben der regulären CD-Version auch auf schwerem Vinyl im Klappcover kommen.
8/10
Aceust
01. Ghost
02. Chains and pounding hooves
03. Agra
04. How the west was lost
05. City immersed in dust
06. Seven teeth
07. Deadman's path
08. Tempel
24.01.2011
Disiplin - Radikale Randgruppe | 2011 | ATMF | CD | Black Metal
Disiplin ist eine norwegische Black Metal Gruppe die
schon seit einigen Jahren existiert, mehrere Besetzungswechsel
durchmachte und auch den Stil komplett veränderte. Gab es auf dem
2005er Album Anti-Life noch reinen Black Metal, so stellt das jüngste Album Radikale Randgruppe
Sick Industrial Black Metal dar. Zudem veränderte sich die Ideologie
von Bandgründer Weltenfeind, der nun militant auftritt, sich der
Paganfront anschloss und NS-Symbolik verwendet. Inwieweit das echte
Überzeugung ist oder einfach nur eine nihilistische Anti-Haltung um zu
provozieren und Aufmerksamkeit zu erzeugen, weiß ich nicht.
Losgelöst von solcherlei Dingen erweist sich Radikale Randgruppe aber als gut gemachte und überzeugende Musik, die durch und durch düster und unheilvoll ist. Disiplin geht zuweilen sehr verstörend zur Sache und erinnert mich dabei manchmal ein wenig an La Division Mentale oder auch SolarKult von Blacklodge. Auf den ersten Liedern des Albums dominiert noch eindeutig düsterer, teils modern und technisch arrangierter Black Metal mit elektronischem Industrialanteil. In White Earth kippt dann das Verhältnis weg vom Black Metal hin zur Elektronik. White Earth ist ein lautes und gequältes Stück, in dem Noise, Ambient und Industrial eine wunderbare dunkelatmosphärische Melange erzeugen. Radikale Randgruppe ist ein von Grund auf überaus negatives und verstörendes Album, auf dem der elektronische Anteil sehr hoch und der Black Metal sehr dreckig ist. Und obwohl das Album viel lauten "Krach" beinhaltet, verstecken sich hie und da einige gute Riffs und Melodieführungen, die das Ganze fein abrunden. Disiplin ist aber weitaus düsterer als viele andere Vertreter in diesem Bereich, was mir gut gefällt. Denn Disiplin beherrscht es ausgesprochen gut, düstere Klänge des Noise und Ambients mit einfließen zu lassen. Während Blacklodge eher brutal und tanzbar ist, verhält sich Disiplin verstörend und untanzbar - was mir sehr gut gefällt.
Radikale Randgruppe wird für viele aufgrund der ideologischen Veränderungen absolut nicht infrage kommen. Doch wer sich nicht daran stört und absolut düstere, obskure Musik mag, sollte dieses Album nicht verpassen - zumal eine Nachpressung von vornherein ausgeschlossen wurde.
8/10
Aceust
01. Nuclear catharsis
02. Me ne frego
03. Triarii
04. White earth
05. Oath of blood
06. Radikale Randgruppe
07. Soldier of the black sun
08. The golden age
09. Exile
10. The empire
Losgelöst von solcherlei Dingen erweist sich Radikale Randgruppe aber als gut gemachte und überzeugende Musik, die durch und durch düster und unheilvoll ist. Disiplin geht zuweilen sehr verstörend zur Sache und erinnert mich dabei manchmal ein wenig an La Division Mentale oder auch SolarKult von Blacklodge. Auf den ersten Liedern des Albums dominiert noch eindeutig düsterer, teils modern und technisch arrangierter Black Metal mit elektronischem Industrialanteil. In White Earth kippt dann das Verhältnis weg vom Black Metal hin zur Elektronik. White Earth ist ein lautes und gequältes Stück, in dem Noise, Ambient und Industrial eine wunderbare dunkelatmosphärische Melange erzeugen. Radikale Randgruppe ist ein von Grund auf überaus negatives und verstörendes Album, auf dem der elektronische Anteil sehr hoch und der Black Metal sehr dreckig ist. Und obwohl das Album viel lauten "Krach" beinhaltet, verstecken sich hie und da einige gute Riffs und Melodieführungen, die das Ganze fein abrunden. Disiplin ist aber weitaus düsterer als viele andere Vertreter in diesem Bereich, was mir gut gefällt. Denn Disiplin beherrscht es ausgesprochen gut, düstere Klänge des Noise und Ambients mit einfließen zu lassen. Während Blacklodge eher brutal und tanzbar ist, verhält sich Disiplin verstörend und untanzbar - was mir sehr gut gefällt.
Radikale Randgruppe wird für viele aufgrund der ideologischen Veränderungen absolut nicht infrage kommen. Doch wer sich nicht daran stört und absolut düstere, obskure Musik mag, sollte dieses Album nicht verpassen - zumal eine Nachpressung von vornherein ausgeschlossen wurde.
8/10
Aceust
01. Nuclear catharsis
02. Me ne frego
03. Triarii
04. White earth
05. Oath of blood
06. Radikale Randgruppe
07. Soldier of the black sun
08. The golden age
09. Exile
10. The empire
09.01.2011
Woebegone Obscured - Deathstination | 2011 | I, Voidhanger Records | CD | Funeral Doom
Deathstination ist die Wiederveröffentlichung des 2007 in Eigenregie veröffentlichten Debütalbums. Woebegone Obscured
kommt aus Dänemark und spielt hier rohen Death Funeral Doom ohne
Kompromisse. Die Musik ist überaus zäh, der dunkel und kehlig verzerrte
Gesang könnte bösartiger und unheiliger gar nicht sein. Und da die
Klangproduktion alles andere als hochglanzpoliert ist, erfährt die
ohnehin schon düstere Musik noch einen zusätzlich negativen Charakter.
Manchmal klingt Woebegone Obscured wie eine rauere Version von Evoken, der man noch einen Schuss Nortt und dISEMBOWELMENT hinzugefügt hat. Allerdings sind die Riffs von Deathstination weniger atmosphärisch und bestimmend wie bei Evokens Meisterwerk Quietus und auch nicht ganz so verzweifelt wie bei Nortts Gudsforladt.
Dafür sorgen die vereinzelten Tempoausbrüche für wahrliche obskure
Momente. Leicht atmosphärische Elemente gibt es aber auch auf Deathstination.
Neben dunkelatmosphärischen und bizarren Gitarrenmelodien ist
beispielsweise auch einmal Klargesang zu hören. Allerdings nur sehr
kurz und auch im direkten Wechsel zum death-doomigen Gegurgel.
Deathstination ist ein feines Album, das düster und gern auch obskur ist. Wer die drei genannten Bands mag, wird mit Woebegone Obscured absolut nichts falsch machen. Aber auch sonst, wenn man Funeral Doom mag, ist Deathstination empfehlenswert, da es nicht zu monoton geraten ist und sowohl atmosphärische als auch rhythmische Variation bietet.
7/10
Aceust
01. A gust of demention
02. Maestitia
03. Coils of inane comatose
04. Stalactites
05. Deathscape
Deathstination ist ein feines Album, das düster und gern auch obskur ist. Wer die drei genannten Bands mag, wird mit Woebegone Obscured absolut nichts falsch machen. Aber auch sonst, wenn man Funeral Doom mag, ist Deathstination empfehlenswert, da es nicht zu monoton geraten ist und sowohl atmosphärische als auch rhythmische Variation bietet.
7/10
Aceust
01. A gust of demention
02. Maestitia
03. Coils of inane comatose
04. Stalactites
05. Deathscape
Near - The Opening Of The Primordial Whirl | 2010 | De Tenebrarum Principio | CD | Black Metal
Die italienische Gruppe Near exisitert bereits seit
einigen Jahren aber erst kürzlich gelang die Veröffentlichung eines
Debütalbums, welches nun in der Form von The Opening of the Primordial Whirl vorliegt. Obwohl von den Landsmännern Tenebrae in Perpetuum
lediglich Schlagzeuger Vidharr mit dabei ist, sind stellenweise
auftretende Ähnlichkeiten im Gitarrenspiel nicht von der Hand zu weisen.
Ähnlich wie Tenebrae in Perpetuum spielt man auch bei Near geradlinigen Black Metal, dem mittels kaltem, grell klingendem Riffing Kälte eingehaucht wird. The Opening of the Primordial Whirl
ist in der Tat ein sehr aufgeräumtes, klar definiertes Album auf dem
es keine (böse) Überraschungen gibt. Wenn man das erste Lied gehört
hat, weiß man bereits wie das gesamte Album klingt. Innovation oder
Abwechslung gibt es bei Near nicht, stattdessen aber Black Metal pur.
Vor allem wenn Near sehr direkt, nämlich rhythmisch monoton aufspielt und nur wenige aber gute Riffs aneinanderreiht, macht das Album einen wirklich guten Eindruck. So minimalistisch ist es die meiste Zeit, dann und wann wurden langsamere Passagen eingestreut, die vereinzelt sogar ziemlich melodisch ausgefallen sind. Zu den Stärken von Near gehört das aber definitiv nicht. Die Vorzüge die The Opening of the Primordial Whirl zu bieten hat, sind ganz klar die eingängig schnellen Passagen und Lieder mit blanker, kalter Ausstrahlung.
The Opening of the Primordial Whirl ist ein anständiges Debütalbum mit Höhen und Tiefen. Für Freunde des schnellen, kalten und riffbetonten Black Metals allemal zu empfehlen, aber noch kein Meisterwerk, da nicht jede melodische Passage perfekt sitzt.
6,5/10
Aceust
01. Ventrar
02. Aquile nere
03. The mountain's blood
04. Old wolf
05. Vein's cut on man
06. Human illusion
07. Pian della cenere
08. The dead side of the human nature
Vor allem wenn Near sehr direkt, nämlich rhythmisch monoton aufspielt und nur wenige aber gute Riffs aneinanderreiht, macht das Album einen wirklich guten Eindruck. So minimalistisch ist es die meiste Zeit, dann und wann wurden langsamere Passagen eingestreut, die vereinzelt sogar ziemlich melodisch ausgefallen sind. Zu den Stärken von Near gehört das aber definitiv nicht. Die Vorzüge die The Opening of the Primordial Whirl zu bieten hat, sind ganz klar die eingängig schnellen Passagen und Lieder mit blanker, kalter Ausstrahlung.
The Opening of the Primordial Whirl ist ein anständiges Debütalbum mit Höhen und Tiefen. Für Freunde des schnellen, kalten und riffbetonten Black Metals allemal zu empfehlen, aber noch kein Meisterwerk, da nicht jede melodische Passage perfekt sitzt.
6,5/10
Aceust
01. Ventrar
02. Aquile nere
03. The mountain's blood
04. Old wolf
05. Vein's cut on man
06. Human illusion
07. Pian della cenere
08. The dead side of the human nature
07.01.2011
Vesper - Possession Of Evil Will | 2010 | Düsterwald Produktionen | CD | Black Thrash Metal
Possession of Evil Will ist das ambitionierte Debütalbum des italienischen Trios Vesper, welches hier Black Thrash zum Besten geben. Als Vorbilder beruft Vesper sich auf Venom und Hellhammer, aber auch Gruppen wie Aura Noir oder Bestial Mockery dürften Pate gestanden haben. Mit von der Partie sind Sho und Haemon, die mir erst kürzlich schon mit Vidharr und dem Debütalbum Eclipse die Aufwartung machten. Gemeinsamkeiten zwischen Vidharr und Vesper gibt es keine, denn vom nordisch kalten Black Metal Vidharrs findet sich auf dem alkoholförderndem Possession of Evil Will
keine Spur. Auf dem Album dreht sich im Grunde alles um Sex, Bier und
Satan - eine klassische Thematik also. Musikalisch passt sich Vesper dem Thema an und so klingt man etwas altbacken, was auch kein Wunder ist, wenn man sich eben mit Venom und Hellhammer vergleicht. Dabei bleibt es aber leider auch. Niemand erwartet von Vesper
das Rad neu zu erfinden, doch ein wenig inspirierender hätte man das
Material schon gestalten können. Auf solchen Alben steht und fällt
alles mit den Riffs, und diese sind auf Possession of Evil Will
leider nur mittelmäßig und dazu oft auch noch langweilig. Da hilft
auch die rohe, dreckige Atmosphäre nicht weiter. Der Musik von Vesper fehlt es an besonderen Momenten. Zwar klingt Flesh for Masses ganz nett, wo Vesper es dann schafft, ähnlich versoffen und räudig wie Venom oder Motörhead zu klingen, aber das war es dann auch schon fürs Album.
Letztlich lässt sich nur zusammenfassen: Vesper ist am eigenen Anspruch komplett gescheitert und Possession of Evil Will ist einfach nur ein durchschnittliches Album.
5/10
Aceust
01. Narcotoxic overdose
02. Scat 'till death
03. Gruesome fornication
04. White poison
05. Proliferation of the planet's cancer
06. Possessed by evil will
07. Analfisted by satan
08. Flesh for masses
09. Raging dogs
10. Sex slave zombie
11. H.K.H.K.H.F.
Letztlich lässt sich nur zusammenfassen: Vesper ist am eigenen Anspruch komplett gescheitert und Possession of Evil Will ist einfach nur ein durchschnittliches Album.
5/10
Aceust
01. Narcotoxic overdose
02. Scat 'till death
03. Gruesome fornication
04. White poison
05. Proliferation of the planet's cancer
06. Possessed by evil will
07. Analfisted by satan
08. Flesh for masses
09. Raging dogs
10. Sex slave zombie
11. H.K.H.K.H.F.
Tantalos - Ab Luce | 2010 | Naturmacht Productions | CDR | Black Metal
Tantalos ist ein Einmannprojekt aus Baden-Württemberg und legt mit Ab Luce
das zweite Album vor. Stilistisch bewegt sich Tantalos im weiten Feld
des experimentellen, ambientlastigen Depressive Black Metals. Die
Betonung liegt hierbei aber besonders auf experimentell. Auch wenn es
in diesem Zweig des Black Metals unendlich viele Gruppen gibt, versucht
Tantalos dennoch einen eigenständigen Weg zu gehen
und mittels der Kanalisierung durch die Musik, die eigene Sicht
menschlicher Dinge darzustellen.
Musikalisch ist Ab Luce jedenfalls eine zwiespältige und zugleich auch sonderbare Angelegenheit, was einerseits am experimentellen Charakter liegt, andererseits aber auch an den offensichtlichen Schwächen des Materials. Den Einstieg ins Album macht Tristitia, in dem zunächst der für den DSBM typische, stark verzerrte und emotional aufgeladene Kreischgesang auffällt. Die Gitarren flirren dünn und grell, das Schlagwerk donnert schleppend und so würde Tristitia ein gewöhnliches düsteres Lied sein, wären da nicht die atmosphärischen Zwischenparts. Dort sind recht einfache Melodien mitsamt Keyboardbegleitung zu hören. Eigentlich nichts Besonderes, aber im Falle von Tantalos trotzdem ungewöhnlich, da diese Parts merkwürdig sind, einfach und unbeholfen wirken. Diese (experimentelle) Eigenartigkeit setzt sich im folgenden Ases Tod fort. Es ist ein rein instrumentales Stück, in dem melodisches Gitarrenspiel, zum Teil akustisch, aber auch Keyboardklänge zu hören sind. Der Akustikgitarrenteil ist dabei gelungen und überzeugt durch die klare, flüssige Melodieführung. Die Keyboardpassage hingegen wirkt überaus kurios und kann mich wenig überzeugen.
Grundsätzlich sind die Melodien und Harmonien von Tantalos etwas eigenartiges, da sie ziemlich ungewöhnlich sind und zudem viel Zeit und Raum auf dem Album beanspruchen. Hinzu kommt das programmierte Schlagzeug, welches ab und zu extrem künstlich und programmiert ertönt - was den stellenweise plumpen Eindruck verstärkt. Des Mädchens Klage ist beispielsweise ein ganz gutes DSBM Lied mit sehr ausdrucksstarkem Kreischgesang und passender, roher Instrumentalisierung. Leider hat sich Tantalos aber auch hier dazu entschlossen, irgendwann melodisches Geklimper hinzuzufügen, welches die zuvor erschaffene Atmosphäre zunichtemacht. In Lux mihi, me deure! wechseln sich roh-grelle Black Metal Passagen mit elektronischem Piano ab, was mich zum wiederholten Male ein wenig an die alten Griechen von Zephyrous auf ihrem experimentellem Album Towards... erinnert.
Ab Luce ist ein sehr sonderbares Werk mit erheblichen Schwächen. Sowohl die Melodik - vor allem was das Keyboard betrifft - als auch das programmierte Schlagwerk lassen das Material erheblich wanken. Gute Passagen und Lieder gibt es zwar auch, Mensch inmitten und Des Mädchens Klage gefallen mir, doch gehen diese insgesamt viel zu sehr unter. Für die Zukunft sollte man sich unbedingt einen gelernten Schlagzeuger sichern. Wer es gerne experimentell und kurios mag, kann Ab Luce aber gerne probieren.
4/10
Aceust
01. Tristitia
02. Ases Tod
03. Dionysos
04. Mensch inmitten
05. Des Mädchens Klage
06. Lux mihi, me deure!
07. Phantasma II
08. Outroduction
Musikalisch ist Ab Luce jedenfalls eine zwiespältige und zugleich auch sonderbare Angelegenheit, was einerseits am experimentellen Charakter liegt, andererseits aber auch an den offensichtlichen Schwächen des Materials. Den Einstieg ins Album macht Tristitia, in dem zunächst der für den DSBM typische, stark verzerrte und emotional aufgeladene Kreischgesang auffällt. Die Gitarren flirren dünn und grell, das Schlagwerk donnert schleppend und so würde Tristitia ein gewöhnliches düsteres Lied sein, wären da nicht die atmosphärischen Zwischenparts. Dort sind recht einfache Melodien mitsamt Keyboardbegleitung zu hören. Eigentlich nichts Besonderes, aber im Falle von Tantalos trotzdem ungewöhnlich, da diese Parts merkwürdig sind, einfach und unbeholfen wirken. Diese (experimentelle) Eigenartigkeit setzt sich im folgenden Ases Tod fort. Es ist ein rein instrumentales Stück, in dem melodisches Gitarrenspiel, zum Teil akustisch, aber auch Keyboardklänge zu hören sind. Der Akustikgitarrenteil ist dabei gelungen und überzeugt durch die klare, flüssige Melodieführung. Die Keyboardpassage hingegen wirkt überaus kurios und kann mich wenig überzeugen.
Grundsätzlich sind die Melodien und Harmonien von Tantalos etwas eigenartiges, da sie ziemlich ungewöhnlich sind und zudem viel Zeit und Raum auf dem Album beanspruchen. Hinzu kommt das programmierte Schlagzeug, welches ab und zu extrem künstlich und programmiert ertönt - was den stellenweise plumpen Eindruck verstärkt. Des Mädchens Klage ist beispielsweise ein ganz gutes DSBM Lied mit sehr ausdrucksstarkem Kreischgesang und passender, roher Instrumentalisierung. Leider hat sich Tantalos aber auch hier dazu entschlossen, irgendwann melodisches Geklimper hinzuzufügen, welches die zuvor erschaffene Atmosphäre zunichtemacht. In Lux mihi, me deure! wechseln sich roh-grelle Black Metal Passagen mit elektronischem Piano ab, was mich zum wiederholten Male ein wenig an die alten Griechen von Zephyrous auf ihrem experimentellem Album Towards... erinnert.
Ab Luce ist ein sehr sonderbares Werk mit erheblichen Schwächen. Sowohl die Melodik - vor allem was das Keyboard betrifft - als auch das programmierte Schlagwerk lassen das Material erheblich wanken. Gute Passagen und Lieder gibt es zwar auch, Mensch inmitten und Des Mädchens Klage gefallen mir, doch gehen diese insgesamt viel zu sehr unter. Für die Zukunft sollte man sich unbedingt einen gelernten Schlagzeuger sichern. Wer es gerne experimentell und kurios mag, kann Ab Luce aber gerne probieren.
4/10
Aceust
01. Tristitia
02. Ases Tod
03. Dionysos
04. Mensch inmitten
05. Des Mädchens Klage
06. Lux mihi, me deure!
07. Phantasma II
08. Outroduction
05.01.2011
Vom Fetisch der Unbeirrtheit | 2011 | Temple Of Torturous | CD | Black Metal / Experimental
An dieser Veröffentlichung ist alles ein wenig sonderbar, was mit
Sicherheit auch so gewollt ist. Neben dem Bandnamen und den
Liedbetitelungen ist es auch der Umstand, dass man sich mit
Informationen über die beiden Musiker mehr als bedeckt hält. Zudem
stellt Psychohygiene nicht nur ein Debütalbum dar, es ist die
allerstere Veröffentlichung überhaupt. Dafür sind zwei CDs mit einer
Gesamtspielzeit von knapp 108 Minuten echt enorm. Mir liegen leider
keine Texte vor, doch die Liednamen wecken in jedem Fall mein
Interesse, da ich doch abgefahrene, extreme Musik sehr mag und zu
schätzen weiß. Jedenfalls soll es sich hierbei um ein Konzeptwerk
handeln, welches sich in die überaus schwierige und komplexe Thematik
der menschlichen Psyche mit all ihren Gegensätzen, Widersprüchen und
Belanglosigkeiten stürzt.
Musikalisch ist Psychohygiene leider weitaus sperriger und unangenehmer als es der erste Eindruck durch Namensgebung und Aufmachung vermuten lassen würde. Bereits das erste Lied Filterlose Trunkenheit nervt von der ersten Sekunde an mit seltsam anmutendem Riffing, welches mich irgendwie an schlechten Goregrind erinnert. Technisch, steril und abgehakt ist dieses Eingangsriff. Zudem ist Filterlose Trunkenheit neuneinhalb Minuten lang und wird leider nicht besser. Das Riffing ist wirklich grausam, es fehlt jegliches Gefühl für irgendeine Form der Harmonie. Stattdessen sägt die Gitarre jenseits von Gut und Böse mit abstrakten, technischen Verrenkungen die einfach nur nerven. Zudem ist der gedrungene und sehr leise abgemischte Gesang ebenfalls alles andere als gelungen. Eigentlich ist es kein Gesang, vielmehr handelt es sich um eine Stimme, die unverständlich daher spricht und manchmal auch giftig keift.
Die Musik ist in jedem Fall experimentell und kann irgendwo als extremer Dark Metal kategorisiert werden. Rhythmisch gibt es die volle Palette von sehr langsamen Passagen über mittelschnelle Parts bis hin zum rasenden Gekloppe. Zwischen abstrakten, technischen Riffs tauchen auch ruhige, atmosphärische Passagen auf, die das Ganze für mich angenehm auflockern, sodass ich mich vom verstörenden, nervenden Experimental Metal erholen kann. Irgendwann, nach einer ganzen Weile, im über elf Minuten langen Non-Narkotikum, gibts dann sphärischen Ambient. Dieser ist nicht schlecht, kann man gut laufen lassen, ist aber auch nichts besonderes. Danach folgt dann erneut wirrer, starrsinniger Black/Dark Metal mit sehr anstrengenden Strukturen. Erst mit Geistesinfarkt, einem Noisestück, kann ich wieder aufatmen und dem verstörenden Geist von Vom Fetisch der Unbeirrtheit etwas Positives abgewinnen. Damit ist dann der erste Akt Antipodensystem I zum Glück beendet.
Die zweite CD beginnt mit ruhigem Dark Ambient ehe mit Schändungszyklus experimenteller Noise folgt, der in der Tat düster ist und sehr interessante Arrangements besitzt. Weshalb das beste Lied erst nach über 65 Minuten kommt bleibt ein Rätsel. Die zweite CD ist in insgesamt wesentlich interessanter und ansprechender als seine Antipode - um beim Sprachgebrauch der Band zu bleiben. Hier sind die Lieder wesentlich kürzer und es sind eigentlich nur wirre, düstere Klanglandschaften aus Ambient, Noise und anderen abstrakten experimentellen Geistesinfarkten zu hören. In Epitaph gibt es sogar ein wenig EBM mit deutschen Sprachsamples aus irgend einem Film zu hören.
Ich bin von Psychohygiene sehr enttäuscht, so hatte ich mir vom düsteren, experimentellen Black/Dark Metal der ersten CD doch weitaus mehr erhofft, und insgeheim etwas verstörendes und großartiges wie Traumatic Voyage, Bethlehem oder auch EgoNoir erwartet. Davon ist hier keine Spur auszumachen. Vom Fetisch der Unbeirrtheit ist mit seinem Metal Lichtjahre von solchen Bands entfernt. Die zweite CD mit ihren experimentellen elektronischen Liedern kann da schon mehr überzeugen. Und da es sich um zwei Tonträger mit unterschiedlichen Inhalten handelt, werden diese auch gesondert bewertet.
Antipodensystem I: 3/10
Antipodensystem II: 5/10
Aceust
ANTIPODENSYSTEM I
01. Filterlose Trunkenheit
02. Anschließendes Verstummen
03. In erigierter Abgründigkeit
04. Non-Narkotikum
05. Infantile Sinnesfrüchte
06. Zerissenes Stück Hirn-Masse
07. Geistesinfarkt
ANTIPODENSYSTEM II
01. Annäherung: Wechselwirkung - Bipolar
02. Schändungszyklus
03. Infantilismus II
04. Psychogramm
05. Ein toter Wurf
06. Epitaph
07. Imperativ: Kategorische Zerstörung, XIIIx losgelöst
08. Du magst solche Szenen
09. Die Kybernetikfunktion der Psychohygiene
Musikalisch ist Psychohygiene leider weitaus sperriger und unangenehmer als es der erste Eindruck durch Namensgebung und Aufmachung vermuten lassen würde. Bereits das erste Lied Filterlose Trunkenheit nervt von der ersten Sekunde an mit seltsam anmutendem Riffing, welches mich irgendwie an schlechten Goregrind erinnert. Technisch, steril und abgehakt ist dieses Eingangsriff. Zudem ist Filterlose Trunkenheit neuneinhalb Minuten lang und wird leider nicht besser. Das Riffing ist wirklich grausam, es fehlt jegliches Gefühl für irgendeine Form der Harmonie. Stattdessen sägt die Gitarre jenseits von Gut und Böse mit abstrakten, technischen Verrenkungen die einfach nur nerven. Zudem ist der gedrungene und sehr leise abgemischte Gesang ebenfalls alles andere als gelungen. Eigentlich ist es kein Gesang, vielmehr handelt es sich um eine Stimme, die unverständlich daher spricht und manchmal auch giftig keift.
Die Musik ist in jedem Fall experimentell und kann irgendwo als extremer Dark Metal kategorisiert werden. Rhythmisch gibt es die volle Palette von sehr langsamen Passagen über mittelschnelle Parts bis hin zum rasenden Gekloppe. Zwischen abstrakten, technischen Riffs tauchen auch ruhige, atmosphärische Passagen auf, die das Ganze für mich angenehm auflockern, sodass ich mich vom verstörenden, nervenden Experimental Metal erholen kann. Irgendwann, nach einer ganzen Weile, im über elf Minuten langen Non-Narkotikum, gibts dann sphärischen Ambient. Dieser ist nicht schlecht, kann man gut laufen lassen, ist aber auch nichts besonderes. Danach folgt dann erneut wirrer, starrsinniger Black/Dark Metal mit sehr anstrengenden Strukturen. Erst mit Geistesinfarkt, einem Noisestück, kann ich wieder aufatmen und dem verstörenden Geist von Vom Fetisch der Unbeirrtheit etwas Positives abgewinnen. Damit ist dann der erste Akt Antipodensystem I zum Glück beendet.
Die zweite CD beginnt mit ruhigem Dark Ambient ehe mit Schändungszyklus experimenteller Noise folgt, der in der Tat düster ist und sehr interessante Arrangements besitzt. Weshalb das beste Lied erst nach über 65 Minuten kommt bleibt ein Rätsel. Die zweite CD ist in insgesamt wesentlich interessanter und ansprechender als seine Antipode - um beim Sprachgebrauch der Band zu bleiben. Hier sind die Lieder wesentlich kürzer und es sind eigentlich nur wirre, düstere Klanglandschaften aus Ambient, Noise und anderen abstrakten experimentellen Geistesinfarkten zu hören. In Epitaph gibt es sogar ein wenig EBM mit deutschen Sprachsamples aus irgend einem Film zu hören.
Ich bin von Psychohygiene sehr enttäuscht, so hatte ich mir vom düsteren, experimentellen Black/Dark Metal der ersten CD doch weitaus mehr erhofft, und insgeheim etwas verstörendes und großartiges wie Traumatic Voyage, Bethlehem oder auch EgoNoir erwartet. Davon ist hier keine Spur auszumachen. Vom Fetisch der Unbeirrtheit ist mit seinem Metal Lichtjahre von solchen Bands entfernt. Die zweite CD mit ihren experimentellen elektronischen Liedern kann da schon mehr überzeugen. Und da es sich um zwei Tonträger mit unterschiedlichen Inhalten handelt, werden diese auch gesondert bewertet.
Antipodensystem I: 3/10
Antipodensystem II: 5/10
Aceust
ANTIPODENSYSTEM I
01. Filterlose Trunkenheit
02. Anschließendes Verstummen
03. In erigierter Abgründigkeit
04. Non-Narkotikum
05. Infantile Sinnesfrüchte
06. Zerissenes Stück Hirn-Masse
07. Geistesinfarkt
ANTIPODENSYSTEM II
01. Annäherung: Wechselwirkung - Bipolar
02. Schändungszyklus
03. Infantilismus II
04. Psychogramm
05. Ein toter Wurf
06. Epitaph
07. Imperativ: Kategorische Zerstörung, XIIIx losgelöst
08. Du magst solche Szenen
09. Die Kybernetikfunktion der Psychohygiene
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