11.11.2008

Paragon Belial - Nosferathu Sathanis | 2008 | Bloodred Horizon Records | CD | Black Metal

Wer hätte das gedacht? Zwölf Jahre nach dem großartigen Debütalbum Hordes of the darklands gibt es von Paragon Belial nun ein zweites Album. Natürlich ist Nosferathu sathanis anders als sein Vorgänger. Da kommt es auch nicht von ungefähr, das sich mit Horus / Aggressor ein Hellhammer-Cover mit auf dem Werk befindet, denn die Richtung in die das neue Album geht, ist ganz klar zurück zu den Ursprüngen. Dieser Oldschool-Gedanke manifestiert sich bereits sofort mit dem Gesang im eröffnenden Titelstück. Denn, anders als auf Hordes of the darklands oder Dark Metal - dem ersten Album von Bethlehem, das Andreas Classen ebenfalls eingesungen hat – ist der Gesang nun rauer, roher und weniger kehlig. Es fehlt der offensive und intensive Charakter im Gesang, dennoch erkennt man Andreas Classens Stimme hier und da, was dann auch sofort die schon nostalgische Atmosphäre der beiden genannten Werke heraufbeschwört.

Musikalisch ist Nosferathu sathanis ein durchaus abwechslungsreiches Album, auch wenn die düsteren und atmosphärischen Elemente von einst fehlen. So sind nun keine dunkelatmosphärischen Gitarrenlinien mehr zu hören, die für düstere, unheimliche und bizarr klingende Momente sorgen. Stattdessen setzt Paragon Belial auf eher geradlinige Strukturen. Dabei bedient man sich allerdings subtiler Stilelemente, die sich erst nach mehreren Durchgängen vollständig entfalten. Dies betrifft vor allem die Melodieführungen, die anfänglich etwas platt und uninspiriert wirken, jedoch so unauffällig und geschickt strukturiert sind, dass man die Klasse nicht auf Anhieb erkennt. Aber nicht nur die harmonische Komponente ist hörenswert, Paragon Belial gibt sich auch rhythmisch variabel. Neben schleppenden, dunklen und drückenden Passagen sind auch schnell und aggressiv eingehämmerte Lieder zu hören.

Wirkliche Eingängigkeit kommt dabei nicht auf. Überladen, verspielt oder zu komplex ist Nosferathu sathanis aber auch nicht. Es ist vielmehr ein Album, auf dem vieles in Bewegung gehalten wird und auf dem man antreibende Rhythmen mit guten sowie subtilen Melodieführungen kombiniert. Es ist ein gutes Album, das anders ist als der Vorgänger, doch immer wieder an einigen Stellen an die früheren Zeiten erinnert. Man muss sich dazu nur Necromancer anhören, welches ganz klar auf frühe Bethlehem und Hordes of the darklands verweist.

Besonders interessant an dieser Veröffentlichung ist, dass die ersten 1000 Kopien als Doppel-Digi-CD verkauft werden, die neben dem neuen Album auch das Debüt beinhalten.


7/10
Aceust

01. Nosferathu sathanis
02. 666 calling of the dead
03. Goatspawn
04. Horus / Aggressor (Hellhammer Cover)
05. Abomoth
06. Solemnize me
07. Grimdozer
08. Necromancer
09. Black Metal united & strong

31.10.2008

Incorporea - Tongue Of The Moribund | 2008 | Oniric Records | CDR | Black Metal

Das spanische Zweimanngespann Incorporea wurde 2006 gegründet und debütiert mit diesem drei Lieder starken Demo. Die drei, jeweils etwa sieben Minuten langen Stücke, sind allesamt von einer ruhigen sowie dunkelatmosphärischen Natur. So manch einer würde an dieser Stelle von Depressive Black Metal sprechen, doch diesen überaus inflationären Begriff möchte ich für Tongue of the moribund nicht verwenden. Ich jedenfalls verbinde mit Depressive Black Metal eine intensive, gerne auch rohe und harsche Emotionalität, die im Fall von Incorporea jedoch nicht gegeben ist. Nur weil eine Band atmosphärisch, langsam und vielleicht auch melancholisch aufspielt, ist es nicht automatisch Depressive Black Metal. Nun aber zurück zum Eigentlichen: Incorporea arbeitet in seinen Liedern vor allem mit den Gitarren, die sowohl verzerrt als auch klar zum Einsatz kommen. Die Melodieführung ist ruhig, harmonisch und latent düster. Im ersten Durchlauf mögen die drei Lieder noch etwas farblos und langweilig erscheinen, doch mit mehrmaligem Hören eröffnen sich einem schließlich die schönen Melodien, zumal der Klang der Gitarren sehr gut und passend ist.

Anstatt an Depressive Black Metal zu denken, habe ich an manchen Stellen eher den Eindruck, minimale Einflüsse des Doom Metals zu hören. Sicherlich, der verzerrte, hell und zuweilen leicht heisere Gesang passt nicht wirklich dazu, doch ist es auch der instrumentale Aspekt, der mich zu dieser Annahme verleitet. Ganz interessant ist die zweite Hälfte von Mourner, in dem mich die harmonischen Riffs an die früheren Dissection erinnern.

Wer langsamen, atmosphärischen und durchaus melancholischen Black Metal mag, kann sich ruhig an Tongue of the moribund heranwagen. Es ist die erste Veröffentlichung von Incorporea und deshalb schon recht anständig. Für ein komplettes Album würde der jetzige Stand allerdings noch nicht ausreichen.


6,5/10
Aceust

01. A weird cold from nowhere
02. Cold blades of abandonment
03. Mourner

30.10.2008

Vinterthron - Reign Ov Opposites | 2008 | Ashen Productions | CD | Black Metal

Unter dem Namen Ancientblood gegründet, agieren die Brasilianer nun unter dem Namen Vinterthron und präsentieren mit Reign ov opposites ihr Debütalbum. Vinterthron hat sich, laut Eigenaussage, dem ursprünglichen Black Metal verschrieben. Vinterthron möchte den wahren Geist des Black Metals repräsentieren, was ziemlich hochgegriffen ist. Am auffälligsten in diesem Kontext ist der Umstand, dass sich auf dem Album zwei Lieder befinden, die sehr stark in Richtung Darkthrone gehen. In Blade’s blood taste und The new light sind typische Darkthrone-Riffs zu hören, was nicht schlimm ist, da Vinterthron sie in eine eigene Struktur eingebettet hat. Zudem soll Vinterthron ja eine Hommage an die großen Alten sein. Das Dumme daran ist nur, dass diese beiden Lieder mit zu den besten des Albums gehören. Die anderen, eigenständigeren Lieder können nicht so ganz überzeugen. Dabei strengt sich Vinterthron durchaus an, dem rohen Black Metal eine Oldschool-Atmosphäre zu verpassen. Herauskommen tut zumeist aber nur Durchschnittskost. Es sind vor allem die Gitarren, die mir nicht gefallen. Zu oft wirken die Riffs und die Melodieführungen etwas nervend, da sie sehr lebhaft sind und dabei eine dunkle und rohe Atmosphäre verfehlen. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Es gibt auch Stücke in denen es Vinterthron hingegen gut gelingt, riffbetonte Strukturen einzufügen, die dem Anspruch der Band gerecht werden. Beyond the night and fog ist ein gutes Beispiel dafür. Hier gelingt es Vinterthron schier mühelos, die Atmosphäre der früheren, glorreichen Zeiten einzufangen und mittels Eigenkomposition wiederzugeben.

Reign ov opposites ist ein durchwachsenes Album. Es gibt zwar gute Momente und Lieder, doch gibt es ebenso viel Durchschnitt und eben einige misslungene Melodieführungen. Unterm Strich bleibt zügig gespielter, riffbetonter Black Metal übrig, der zwar durchaus roh ist, dem Anspruch, den wahren Geist des Black Metals zu verkörpern, nicht gerecht wird.


5,5/10
Aceust

01. Rising (Intro) / Dark congregation
02. Blade's blood taste
03. Thy almighty pestilence
04. The new light
05. Reign ov opposites
06. Wormkind destruction
07. Imminent chaos
08. Beyond the night and fog
09. Downfall (Outro)

Descending Darkness - Gevatter Hein | 2008 | Ashen Productions | CD | Black Metal

Gevatter Hein ist die CD-Wiederveröffentlichung der zweiten Demokassette aus dem Jahre 2002. Anlass für die Neuauflage dürfte wohl die anstehende MCD Blutrausch sein. Wie dem auch sei, Gevatter Hein ist übler und rumpeliger Extrem Black Metal, für den man zwei Dinge mitbringen muss: Starke Nerven um die 44 Minuten Spielzeit durchzustehen und eine Neigung für rohen und primitiven Black Metal.

Spieltechnisch bietet Gevatter Hein ausschließlich minimalistische Rohkost, zumeist in simplen Rumpel- und Stampfrhythmen vorgetragen, die dann von extrem grellen, rauen und unsauberen Gitarren begleitet werden. Passend dazu ist auch der Gesang extrem verzerrt und fügt sich somit perfekt ins grelle, gern übersteuernde Klangbild ein. Ashen Productions liegt mit der Annahme, dass es viele geben wird, die Gevatter Hein hassen werden, schon ganz richtig.

Wenn man den rohen und wüsten Klangsturm aber genauer betrachtet, hält Descending Darkness durchaus einige interessante und gute Ansätze bereit. In Burning Zion wechseln sich schleppende und eingängig schnelle, vom Becken durchgepeitschte Parts ab. Dabei schimmert immer wieder ein gutes, dunkles und dumpfes Riff durch, während die schnellen und extremen Passagen überaus heftig und fast schon krank sind. Mir gefällts, da Descending Darkness in Burning Zion so hässlich und grässlich aufspielt, dass man damit jemanden durchaus zu Tode quälen könnte. Manchmal erinnert mich Descending Darkness in seiner menschenverachtenden Rohheit an das großartige Album "Nihilistic Holocaust" von Svart Hat. Die Strukturen von Gevatter Hein sind jedoch noch wüster und primitiver.

Gevatter Hein ist vertonter Menschenhass, was durch das mit Leichen bebilderte Booklet unterstrichen wird. Die Meisten werden Gevatter Hein wohl als abstoßend empfinden und sich fragen, wie man so etwas bloß veröffentlichen kann. Dies dürfte wohl ein erwünschter Nebeneffekt sein, denn Gevatter Hein ist mit Sicherheit nicht für eine breite Masse, schon gar nicht für irgendwelche, von Trends versauten Ohren gemacht. Mir gefällt Gevatter Hein jedenfalls, auch wenn die 44 Minuten recht lang werden können, wenn man nicht die richtige Stimmung für derlei negativ aufgeladenen Klangkrach hat.


6/10
Aceust

01. Burning Zion
02. Nectar of innocence
03. Spiegel meiner Seele
04. Triumph des Hasses
05. Gedanken
06. Gevatter Hein
07. Awakening in hell
08. Voyage (The darkest star)

http://www.descending-darkness.net/

Sektarism - L'Offrande | 2008 | Insidious Poisoning Records | CD | Funeral Doom / Black Metal

L’Offrande stellt die Debütveröffentlichung von Sektarism dar und beinhaltet ein 17 Minuten langes, roh klingendes, satanisches Funeral Doom Lied. Den musikalischen Ansatz, den Sektarism verfolgt, ist überaus minimalistisch gehalten. Wie für Funeral Doom üblich, ist der Rhythmus überaus langsam, der Einsatz des Schlagzeuges demnach auf das Nötigste beschränkt. Dafür sorgt die Gitarre mit ihrer gleichfalls bleiernen Melodieführung für einige gute Momente, da Sektarism hier und da, einen wahrlich düsteren, dunklen und trostlosen Riff einfügt. Über die Dauer der 17 Minuten gibt es recht wenig Abwechslung, weshalb L’Offrande zuweilen monoton wird, was aber positiv besetzt ist. Am auffälligsten und herausragend jedoch ist der Gesang, der bizarr ist und ob der französischen Sprache, dem satanischen Inhalt einen regelrechten bösen und rituellen Charakter verleiht. Die Stimme ist nämlich nicht wirklich verzerrt, aber dennoch im Klang roh und rau, und sie wirkt punktuell wie ein grimmiges Knurren aus dem Jenseits.

L’Offrande weiß zu gefallen, da Sektarism es schafft, trotz des puristischen musikalischen Einsatz eine düstere und böse Atmosphäre zu erschaffen, welche die komplette Spielzeit aufrecht erhalten wird. Wer rohen Funeral Doom mag, sollte mal ein Ohr riskieren.


7/10
Aceust

01. L'Offrande

29.10.2008

Mondstille - Am Ende... | 2008 | White Bird | CD | Black Metal

Wenn man bei der 2004 gegründeten Kombo Mondstille vom Namen auf die Musik schließen möchte, dürfte man eher langweiliges und einfallsloses erwarten, was im Endeffekt auch nicht großartig anders ist.

Die ersten sieben Stücke des in diesem Jahr veröffentlichten Albums (was auch gleichzeitig die erste Veröffentlichung der Band ist)  probieren sich an "atmosphärischem" Black Metal mit zwischenzeitlichen, akustischen Passagen. An der Qualität der Produktion ist alles in allem nichts auszusetzen, allerdings fehlt der Band das, was sie zu dem macht, was sie ist. Auch der Versuch mithilfe der folgenden, akustischen Stücke etwas "besonderes" zu machen ist nicht wirklich aufgegangen, auch wenn man zwischenzeitlich diesbezüglich einige "Lichtblicke" wahrzunehmen vermag, wobei es alles in allem immer etwas zuviel des Guten ist.

Textlich gesehen ist das Album nicht zu gebrauchen. Die fast schon kitschigen Texte stammen aus der Hand eines Musikers, der in dieser Hinsicht nicht mit Talent gesegnet wurde und deren Formulierungen nicht gerade zu dem passen, was versucht wird, zu sein.

In musikalischer Hinsicht  ist das dargebotene keinesfalls etwas wirklich besonderes, oder etwas, was man unbedingt hören muss. Allerdings  sind besonders die Texte dafür verantwortlich, dass das Album nicht unbedingt mehr als einen Durchlauf macht.

Ob es nun an der Unerfahrenheit der jungen Band liegt sei dahingestellt, jedoch sollte, wenn es einen Nachfolger geben wird, allem nochmals der ein oder andere Feinschliff verpasst werden.


3,5/10
F.

01. Ich bin der Tod
02. In der Ferne
03. Tränen
04. In Mondes Stille
05. Dem Tod zum Gruße
06. Und wenn der Regen fällt
07. Mir träumt
08. Flucht
09. Frei...
10. Mystikum
11. Minneleid
12. Vom Wind und der Leidenschaft
13. Am Ende...
14. Ausklang

28.10.2008

Lyrinx / Elysian Blaze / D.O.R. - Universal Absence | 2008 | Insidious Poisoning Records | CD | Black Metal

Lyrinx vermochte mich erst kürzlich mit der Split mit Austere in seinen Bann zu ziehen, da gibt es nun erneuten Nachschub in der Form einer weiteren Splitveröffentlichung. Im Vergleich zur Split mit Austere fällt zuallererst der dumpfere und weniger kraftvolle Klang auf, was ein wenig bedauerlich ist, da doch gerade der warme, druckvolle und energische Klang während der schnellen Parts überaus wirksam und vereinnahmend war. Schlecht ist der Klang deshalb nicht, er ist im Vergleich nur flacher und greller, was aber auch wiederum seine Vorzüge hat. Im ersten Titel Expect the end gibt es im mittleren Teil eine wunderbare, ruhig vorgetragene Passage, in der die eingängig gespielten und grell gestimmten Gitarren eine wunderbare, düstere und unter die Haut gehende Melodie erzeugen. Durch diesen flachgrellen Klang bekommt dieser Part eine sehr intensive und unheilvolle Ausstrahlung.

Im zweiten Lied Astral collapse gibt es neben guten Melodieführungen auch schön schnell gespielte Strecken, in denen das Schlagzeug eingängig poltert. Überhaupt ist das Schlagzeugspiel in Astral collapse überaus interessant, da vielfältig und zum Teil sehr überraschend und eigenwillig mit manchen Breaks. War Expect the end atmosphärisch und hypnotisch, so ist Astral collapse aufrüttelnd, packend und schüttelnd.

Sehr schön, nämlich mit tollem, leicht melodischem Riffing beginnt Universal negativity, das in dieser kurzen Anfangsphase gar ein wenig rockig wirkt. Hier an dieser Stelle kommt der dünnere und rohere Klang dem Gitarrenspiel noch mal sehr zugute. Schade ist dabei nur, dass dieser Anfangspart recht kurz ist. Dafür wird er allerdings im Verlauf des über zwölf Minuten langen Liedes wiederholt. Aber auch die anderen Passagen, zumeist flott und antreibend, sind sehr gelungen. Lyrinx versteht es ausgesprochen gut, mit wenigen Riffs und eingängigem Spiel an den Saiteninstrumenten, ein Maximum an dichter und tiefer Atmosphäre zu erschaffen.


Elysian Blaze ist mit nur einem, dafür aber über 12 Minuten langem Stück, auf dieser Split vertreten. Das letzte Album Levitating the carnal war für mich nach den beiden großartigen Vorgängern ein eher ernüchterndes Erlebnis. Dieser Trend setzt sich mit Black hole euphoria ganz klar fort. Mit diesem Lied ist Elysian Blaze vollständig davon abgerückt, bizarre und mechanisch wirkende Elemente zu integrieren. Stattdessen geht das Ganze immer mehr in Richtung Funeral Doom. Black hole euphoria ist ein extrem langsames und schleppendes Stück, in dem sich streckenweise sämtliche Elemente aneinandergereiht wiederholen. Die Atmosphäre, die durch diese düstere sowie bleierne Musik kreiert wird, ist in jedem Fall aufgeladen an negativem.


Das portugiesische Einmannprojekt D.O.R war mir bisher völlig unbekannt, obgleich es schon einige Veröffentlichungen gibt. Mit dem ersten Lied Funeral of the sun beginnt D.O.R gleichermaßen atmosphärisch wie schroff und roh. Der schroffe und rohe Anteil resultiert vor allem aus dem hellgrellen Klang der Gitarren und dem stark verzerrten aber stets ruhig vorgetragenen Gesang. Der Rhythmus ist schleppend, vor allem sind es die die Gitarren, die das Geschehen und die Atmosphäre dominieren, und die sich phasenweise zu kraftvollen, dichten Wänden auftürmen.

Solche undurchdringlichen Klangstürme und Gitarrenwände sind auch im nachfolgenden Death overcomes reality zu hören, welches allerdings weitaus abwechslungsreicher ist, da neben schleppenden und mittelschnellen Passagen auch einige harsche und schnelle Parts zu hören sind. Atmosphärischer und schleppend geht es mit dem längsten Titel der CD weiter. Testimony of decadence ist ein durchgängig langsam und ruhig gehaltenes Stück, in dem vor allem die Saiteninstrumente, mit ihren grell klingenden Melodiebögen und einigen klaren Hintergrundklängen das Geschehen bestimmen. Allerdings ist das Lied über 13 Minuten lang und wirkt deshalb auf Dauer etwas langatmig, da D.O.R auf spezielle, einprägsame Elemente verzichtet hat. Das abschließende Dreamwalk ist dann ein ruhiger, atmosphärischer Ausklang, in dem klare, melodische Gitarren zu hören sind.


Universal absence ist eine mehr als nur interessante und gelungene Splitveröffentlichung. Maßgeblich zu dieser positiven Bewertung trägt Lyrinx bei. Lyrinx spielt zurzeit in einer eigenen Liga völlig außer Konkurrenz. Elysian Blaze fällt zwar gleichfalls positiv auf, denn Black hole euphoria ist für sich genommen ein gutes und sehr düsteres Lied. Doch trauere ich persönlich immer noch den früheren Werken nach. D.O.R ist da schon mehr durchwachsen. Mir fehlt bei D.O.R die spezielle, eigene Note.

LYRINX 8/10
ELYSIAN BLAZE 7/10
D.O.R 6,5/10

Aceust

LYRINX
01. Expect the end
02. Astral collapse
03. Universal negativity

ELYSIAN BLAZE
04. Black hole euphoria

D.O.R
05. Funeral of the sun
06. Death overcomes reality
07. Testimony of decadence
08. Dreamwalk

27.10.2008

Mortjuri - ...Desoulate | 2008 | Nocturnal Empire Records | CD | Black Death Metal

…desoulate ist das sehr melodische Debütalbum von Mortjuri. Zwölf Lieder und 58 Minuten lang bekommt der geneigte Hörer hier das volle Brett an melodischen Kompositionen geboten. Sowohl das Spiel an den Saiteninstrumenten als auch die zahlreichen Keyboardeinlagen besorgen den melodischen Aspekt, der auf …desoulate alles dominiert. Hier und da gibt es zwar den einen und anderen schnellen und härteren Einschub, doch verpuffen diese Schübe umgehend, da der verhängnisvolle Drang von Mortjuri, ständig harmonisch aufzuspielen, diese härteren Fragmente sofort in Schall und Rauch auflöst. Das ist bedauerlich, denn es gibt durchaus gelungene Momente und Passagen, doch können diese beim Hörer nicht wirklich wirken und überzeugen, da diese famose Harmoniebedachtheit in einem unerträglichem Maße überschwänglich ist.

Positiv anmerken und Mortjuri dabei zugute halten muss man dann aber dennoch die Bemühungen, in das nicht gerade kurze Album, ein gewisses Maß an Abwechslung zu bringen. Das Spektrum der melodischen Kompositionen ist breitgefächert, ebenso auch der Gesang. Dieser wechselt zwischen tief und dunkel verzerrtem Death-Metal-Gesang bis hin zu hohen und hell verzerrten Black-Metal-Einlagen. Gefallen tut mir dieses melodische Metalgemisch deshalb aber nicht. Witzigerweise sagen mir die klaren, atmosphärischen und unmetallischen Parts am meisten zu.


4/10
Aceust

01. Among dead I come to life
02. The eye that foresees
03. Wintersturm
04. It shall be done
05. Closure
06. Ashes beneath the sky
07. Forsaken horizon
08. Calm is death's hand
09. At times darkly foreboding...
10. Death - But not for you
11. Mortjuri
12. At l(e)ast we reach the sky