28.11.2007

Infuneral - Sepulchral Monument | 2007 | Iron Fist Productions | CD | Black Metal

Sepulchral monument ist das erste Album Infunerals, einer schwedischen Black Metal-Gruppe, die zuvor mit drei Demobändern auf sich aufmerksam gemacht hat.

Die zehn Titel sind allesamt von einer übersichtlichen Spieldauer zwischen drei und vier Minuten. Ebenfalls gemeinsam haben fast alle Stücke, dass sie antreibend schnell sind und Infuneral weitgehend auf jedwedes Gedöns verzichtet.

Auf den ersten Blick ist Sepulchral monument demnach rhythmisch recht eingängig, doch beim genaueren Hinhören tun sich dann doch einige kleine Rhythmuswechsel auf und mit Black martyr enthält das Album auch ein kraftvoll und schleppend bis mittelschnell arrangiertes Lied. Die Gitarrenlinien sind viel abwechslungsreicher gestrickt und enthalten phasenweise sehr gute Riffs und eisige Harmonien.
Beim ersten und zweiten Durchgang von Sepulchral monument macht Infuneral einen dynamischen, druckvollen und packenden Eindruck. Dieser verflüchtigt sich jedoch nach dem dritten oder vierten Durchlauf. Dann sind es nur noch vereinzelte Passagen mit sehr guten und schnellen Riffs, die ergreifend und mitreißend wirken. Ein Manko dabei ist wohl auch, dass Infuneral ob der geradlinigen Schnelligkeit zu keinem Zeitpunkt brachial und heftig klingt. Dafür ist der Klang des Schlagzeugs leider etwas zu flach und drucklos und auch dem Gesang fehlt es etwas an Lautstärke und Eindringlichkeit.

Sepulchral monument ist ein nettes Debütalbm mit einigen sehr gute Stellen, doch fehlt es ihm insgesamt einfach an Härte und fesselnder Atmosphäre, die den Hörer länger als zwei, drei Durchläufe an die Musik bindet.

01. Frozen blood
02. Bloodstained journey
03. Beneath the false moon
04. Black martyr
05. Stigmata
06. Burning kingdom
07. The eternal end
08. Epitaph
09. The ritual
10. Inferno

04.11.2007

Todtgelichter - Schemen | 2007 | Folter Records | CD | Black Metal

Nachdem mir damals das Demo, Fluch / Sog in den Wahnsinn, gefiel und ich das Debütalbum Was bleibt… irgendwie verpasste, gibt es für mich nun nach vier Jahren seit diesem Demo einen Nachschlag. Damals attestierte ich Todtgelichter, ein sehr gelungenes Demo veröffentlicht zu haben, dies gilt nun auch für das inzwischen zweite Album Schemen.

Mit der instrumentalen Einleitung Impuls, wird das Album sehr atmosphärisch und stimmungsvoll eingeleitet, da Todtgelichter gute und packende Harmonien mit einigen kraftvollen Arrangements kombiniert und somit auf das folgende Larva vorbereitet.
Denn Larva beginnt sehr druckvoll, treibend und mit Bedrohlichkeit versprühenden Riffs bevor der Auftakt dann von einem sehr schnellen, energischen und gar ein wenig harschem Part abgelöst wird. Doch damit ist das Ende der Fahnenstange nicht erreicht, denn es folgt eine rasend schnelle Passage, die durchtränkt ist von Wut und Brutalität. Trotz aller Schnelligkeit wird Larva aber immer wieder durch melodisch gespielte Gitarren aufgelockert.

Schnelle Parts gibt es zwar auch in Segen, doch sind diese anders als zuvor in Larva, weniger brachial, dafür aber weitaus eingängiger gestaltet. Diese Eingängigkeit wird zusätzlich von den Gitarren vertieft, die dann recht eingängige helle Melodien veräußern. Segen ist aber nicht durchgehend schnell und eingängig, es gibt immer wieder langsamere Phasen in denen kurzweilig auch ein unverzerrtes Rufen zu hören ist, welches quasi als Duett mit dem verzerrten Gesang fungiert.

Mit Blutstern folgt ein wunderbar intensives Lied, das mit einem Zitat aus der Filmreihe „Matrix“ eröffnet wird. Obwohl Blutstern sehr schnelle und brachiale Parts hat, sind nicht sie es, die dem Lied die eindringliche Atmosphäre bescheren. Es sind die grandios gespielten und verzerrten Gitarren, die nicht einfach nur atmosphärisch sind sondern darüber hinaus, eine vereinnahmende Eindringlichkeit, einen Sog entwickeln, dem man sich nicht entziehen kann. Abgerundet wird diese großartige atmosphärische Leistung durch wohl dosierte Beigaben, wie etwa Walgesang oder die bereits erwähnten schnellen Brachialparts.

Für immer Schweigen ist durchweg ein schleppend oder langsam gehaltenes Lied, in dem vor allem facettenreich gestaltete Melodiestränge das Geschehen dominieren und somit für eine schwere Atmosphäre sorgen. Trotz der rhythmischen Langsamkeit hat Für immer Schweigen aber dennoch sehr kraftvolle Momente, was sowohl dem lebhaften Gesang wie auch dem gut gespielten Schlagzeug zu verdanken ist.

Das längste Lied Aschentraum ist ein sehr kraftvoll wie treibendes Stück mit einem hohem Maß an Abwechslung. Bis auf einen extrem energischen Part am Ende gibt es zwar keine wirklich schnellen oder brachialen Schübe, aber dennoch besitzt Aschentraum sehr treibende und druckvolle Züge, die durch das hervorragende Zusammenspiel von Schlagzeug und den Gitarren erwirkt werden. Die Melodien und Harmonien, die dabei erzeugt werden, haben phasenweise etwas sehr dunkles, bedrohliches und auch hypnotisierendes. Punktuell kommt dabei auch ein sehr leise gespieltes und unauffällig platziertes Piano zum Einsatz. An anderer Stelle, kurz bevor es extrem schnell wird, ist sogar kurzweilig ein Saxophon zu hören. Die dunklen Harmonien, die es in Aschentraum zuhauf gibt, erinnern mich in ihrer Intensität und Perfektion ein wenig an Lunar Aurora, die in diesem Metier ja wahre Meister sind.

Hierauf folgt mit Hammer ein sehr schnelles Stück mit hämmernden Passagen, treibenden Riffs und Melodiebögen, die sich dem Spielfluss stets anpassen und entweder eher hart oder eher harmonisch sind.
Zu guter letzt folgt Beginn des Endes, ein etwas anderes Lied auf Schemen, da neben dem melodischen Kern auch weiblicher Gesang zu hören ist. Schlecht ist es gewiss nicht, da es mit dem Gesang nicht zu sehr übertrieben wird aber als unbedingt nötig erachte ich ihn trotzdem nicht. Hat entfernt vielleicht etwas von In the Woods.

Wie dem auch sei. Schemen ist in jedem Fall ein sehr gutes Album, das mit sehr intensiven Stimmungen und Atmosphären aufwartet. Aber nicht nur diese harmonische Komponente ist beeindruckend sondern auch das Spiel an den Instrumenten als solches. Schemen ist ein tolles Album auf konstant hohem Niveau.


01. Impuls
02. Larva
03. Segen
04. Blutstern
05. Für immer Schweigen
06. Aschentraum
07. Hammer
08. Beginn des Endes

Hellsaw - Phantasm | 2007 | Folter Records | CD | Black Metal

Mit Phantasm ist das so eine Sache. Denn das Eröffnungsstück Silent landscape hat mich einfach nur umgehauen, machte mir glauben, endlich den (einen) lang ersehnten Nachfolger zu Lugubres „Anti-human Black Metal“ gefunden zu haben. So mächtig, so böse und so druckvoll fängt Phantasm mit Silent landscape an. Der Gesang, übrigens ähnlich wie bei Lugubre, ist schön warm, kehlig und stets kraftvoll und hasserfüllt und wird mit einer schnellen Rhythmik und superben Riffs kombiniert, die zwar schnell sind aber dennoch eine harmonische Ausstrahlung besitzen.

In The ember of your own setzt Hellsaw diese zügige antreibende Spielweise erstmal fort. So weit, so gut. An dieser schnellen, aggressiven und packenden Stimmung tun auch die zwei eingestreuten klaren und harmonischen Akustikgitarrenparts keinen Abbruch.
Mit dem Titelstück Phantasm setzt sich dann allerdings immer mehr eine melodische Note in Hellsaws Spielweise fest. Phantasm ist zwar streckenweise ebenfalls schnell und treibend, doch wurden die Gitarren oft recht melodisch gespielt, sodass sich die anfängliche aggressive Stimmung verflüchtigt. Dies wird dann auch von dem ruhigen Instrumental So far… zementiert, das zwar durch gute, schöne Melodien auffällt aber eben alles andere als zerstörerische Ambitionen erweckt.

Ähnlich verhält es sich auch mit dem folgenden The inner revenge of nature. Es ist ein kraftvoll arrangiertes Lied mit guten Metal Riffs und einer treibenden Doublebass. Und obwohl der Gesang wahrlich hasserfüllt ist, vermag das Stück keine aggressive Atmosphäre zu entwickeln.
Etwas mehr Härte findet sich in Omen vor. Der Anfang ist zwar recht harmonisch, da eine – überaus gut gespielte – klare Gitarre zu hören ist, doch phasenweise entwickelt Hellsaw in Omen eine ähnlich packende Atmosphäre wie eingangs in Silent landscape. Schnelles, treibendes Schlagzeug im Gleichschritt mit guten, schnellen Riffs.

Das mit weniger als drei Minuten Spielzeit recht kurz gehaltene In memory ist dann erneut ein melodisches Stück, in welchem vor allem die Gitarren für die harmonischen Bezugspunkte verantwortlich sind.
Bevor uns Hellsaw dann mit dem Outro entlässt, wird uns noch Frozen march vorgesetzt. Es ist ein abwechslungsreiches Stück mit schleppenden, sehr kraftvollen Parts aber auch schnellen Schüben und erstklassigen Melodien der Marke Dissection. Frozen march ist zwar nicht durchgängig schnell oder aggressiv, besitzt aber sehr gute und mitreißende Momente der Schnelligkeit wie auch schleppende und sehr kraftvoll, beinahe schon niederwalzende Arrangements.

Phantasm ist gewiss kein schlechtes oder misslungenes Album. Nein, im Grunde ist es ein sehr anständiges Werk, das sowohl klanglich durch den klaren, differenzierten und druckvollen Klang zu überzeugen weiß, wie auch spielerisch. Was mich stört, ist die mangelnde Härte, die pure Aggression, wie sie mit Silent landscape so wunderbar suggeriert wurde. Vermutlich würde mir Phantasm viel besser gefallen, hätte es einfach mit einem anderen Lied angefangen. Denn Silent landscape ist ein richtiger Knaller der es in sich hat und somit die Erwartungen an den Rest des Albums ziemlich hochschraubt.

Statt einem regelrecht aggressiven Inferno beizuwohnen, entwickelt sich Phantasm dann zu einem sehr druckvollem Album im mittelschnellen Bereich, das zwar immer wieder schnelle Schübe bereit hält, aber eben auch phasenweise sehr melodische Züge offen legt.

01. Silent landscape
02. The ember of your own
03. Phantasm
04. So far...
05. The inner revenge of nature
06. Omen
07. In memory
08. Frozen march
09. Outro

01.11.2007

Lutemkrat - The Last Survivor | 2007 | Bleak Art Records | CD | Black Metal

The last survivor ist das Debütalbum Lutemkrats, einem brasilianischen Soloprojekt, welches sich dem Pagan Black Metal verschrieben hat. The last survivor macht insgesamt einen recht nordischen Eindruck auf mich. Es sind vor allem der raue Klang sowie der stark verzerrte, etwas grell und ein wenig heiser wirkende Gesang, welche eine nordisch kalte Atmosphäre versprühen. Und wie es bei den meisten Einmanngruppen ist, wurde auch hier das Schlagwerk programmiert. Lutemkrat ist dies allerdings relativ gut gelungen. Die programmierten Rhythmen sind zumeist natürlich ausgefallen, lediglich am Klang und an vereinzelten  Stellen entlarvt es sich selbst. Mich stört das hier nicht, da ich schon ungleich schlechteres gehört habe. Für Leute, die Drumcomputer jedoch aus tiefstem Herzen verachten, könnte dies bereits zu viel des Guten sein.

Spielerisch bietet Lutemkrat ein breitgefächertes Repertoire, das eingängig schnelle Parts, langsame Strecken und auch seichte Akustikgitarren beinhaltet. Im Grunde könnte The last survivor musikalisch auch als reines Black Metal Werk durchgehen. Die Akustikgitarre kommt nicht oft zum Einsatz, sodass der atmosphärische Anteil im Werk nicht überdurchschnittlich groß ist, was mich freut. Stattdessen setzt Lutemkrat vielmehr auf riffbetontes Gitarrenspiel. Dabei kristallisieren sich immer wieder schöne Melodiestränge mit Tiefgang heraus. Diese Melodik, gemeinsam mit dem etwas grellen Klang, wirkt nordisch, was im Falle von Lutemkrat jedoch nichts mit Abkupferei zu tun hat. The last survivor wirkt sehr eigenständig, ohne Neues oder Überraschendes zu beinhalten. Solide Kost ist es aber allemal.

Wer atmosphärisch kalten und gitarrenbetonten Black Metal mag, der sich rhythmisch nicht festlegt, sollte The last survivor ruhig probieren. Ich weiß vor allem Gesang und Melodik zu schätzen, weshalb es ganz sieben Punkte gibt.


7/10
Aceust

01. Intro: Arising
02. Silent death
03. The last survivor
04. Vengeance
05. Awaiting the final breath
06. Journey through inner landscapes
07. Grieving over the dead
08. Outro: Surviving

27.10.2007

Sael - Océan | 2007 | Pictonian Records | CD | Black Metal

Sael wurde ursprünglich 2002 in München von Odem Arcarum Leuten gegründet, ist nun aber eine rein französische Gruppe mit Musikern, die unter anderem in Asmodée und Annthennath mitwirken. Nach zwei Demoveröffentlichungen und einer Split EP mit Azaghal ist die MCD Océan der inzwischen vierte Tonträger.

Den Anfang macht das elf Minuten lange Titelstück Océan, in dem Sael bereits klar macht, es hier mit abwechslungsreichen aber dennoch rohem und kalten Black Metal zu tun zu haben. So beginnt das Lied harmonisch und klar, mit lieblichen und wohlklingenden Gitarrenmelodien. Allmählich nimmt das Lied Fahrt auf, eine leise und treibende Doublebass ist zu hören. Diese anfänglichen, harmonischen Minuten hören sich sehr gut an, da neben den Melodien auch einige kraftvolle Riffs und Rhythmuswechsel für eine mächtige Atmosphäre sorgen. Irgendwann setzt dann natürlich das richtige Lied ein, welches aber gleichfalls vielschichtig bleibt. Neben eisigkalten, eingängig schnellen Parts sind auch zahlreiche langsam und mittelschnell geartete Parts zu hören, die zum Teil aber sehr kraftvoll und energiegeladen arrangiert wurden. Océan ist ein sehr interessantes Lied, welches sehr gute und dunkle Harmonien, aber auch klare atmosphärische Parts und rigorose Härte und Schnelligkeit beinhaltet.

Ivresse de lune beginnt enorm schnell und heftig und klingt dabei recht interessant, da das dumpf klingende Schlagzeug ziemlich laut abgemischt wurde und die Gitarren teilweise ein wenig überlagert. Dies erzeugt einen interessanten Effekt, zumal dieses zu laute Schlagzeug eben auch nur partiell ist. In anderen Parts des Liedes ist es dann umgekehrt, und das schnelle, extreme Riffing überlagert umgekehrt die Rhythmusmaschine. Ivresse de lune ist in jedem Fall ein sehr extremes Lied, da einige harsche Parts sehr heftig ausgefallen sind.

Das simpel betitelte Instrumental ist nicht, wie man erwartet, ein ruhiger und atmosphärischer Lückenfüller, sondern ein Lied, das sowohl schnell und hart, als auch schleppend und melodisch ist. Über weite Strecken ist dabei eine Stimme zu hören, die vor versammeltem Publikum eine Rede hält. Zu guter letzt folgt Un cri dans l'éternité. Wie Océan ist es ein längeres und abwechslungsreiches Lied, in dem sowohl atmosphärische und harmonische Elemente, wie auch kraftvolle und sehr schnelle Parts zu hören sind.

Océan ist eine sehr anständige Veröffentlichung, die sowohl vielversprechende dunkelatmosphärische Parts als auch kalten, schnellen und zum teil harschen Black Metal bereit hält. Dabei übertreibt es Sael mit der Abwechslung oder Melodik jedoch nicht. Der Gesamteindruck von Océan ist sehr ausgewogen, weshalb man auf das im Frühjahr 2009 erscheinende Debütalbum wohl sehr gespannt sein darf.


7/10
Aceust

01. Océan
02. Ivresse de lune
03. Instrumental
04. Un cri dans l'éternité

22.10.2007

Todesweihe - Finsternis und Tod | 2007 | Eigenproduktion | Kassette | Black Metal

Mit Finsternis und Tod gibt es von Todesweihe nun eine Live-Kassette, die bereits im Februar 2005 irgendwo aufgenommen wurde und auch ohne irgendwelche Angaben über die enthaltenen vier Titel auskommt. Lediglich das erste Stück, Mit einem Herzen voller Verachtung, ist eindeutig zuzuordnen.

Aber das stört nicht weiter, da Todesweihe auf Finsternis und Tod vier raue, zumeist schnelle und räudige Lieder spielt, wie es Darkthrone zu Zeiten von "Transilvanian hunger" nicht hätte besser machen können. Damit schließt Todesweihe an das Demo Nachtmahre an, welches entschieden schneller und aggressiver als das gleichnamige Debüt ein Jahr zuvor ausfiel.
Der Klang ist, soweit man es von einem Untergrund-Black Metal-Konzert erwarten kann, recht anständig ausgefallen. Vor allem aber betont der Klang der Aufnahme die rohe und aggressive Atmosphäre der Musik. Der Gesang ist, ähnlich wie auch Nachtmahre, laut, warm und hasserfüllt und auch die Instrumente lassen sich recht deutlich voneinander unterscheiden. Als ebenfalls positiv empfinde ich die Tatsache, dass die Geräusche des Publikums während der Pausen zwischen den Liedern nicht herausgeschnitten wurden. Somit handelt es sich hierbei um eine vollständige, und, so vermute ich, unbearbeitete Aufnahme des damaligen Konzertauftrittes.

Für mich ist Finsternis und Tod ein hörenswerter Tonträger, der vor allem Hass und Vernichtung in einer absolut ungeschliffenen Form transportiert und predigt.


01. Mit einem Herzen voller Verachtung
02.
03.
04.

21.10.2007

Vargnatt - Nur ein Traum | 2007 | Karge Welten Kunstverlag | Kassette | Black Metal

Die erste Vargnatt-Veröffentlichung liegt gerade mal ein halbes Jahr zurück, da folgt nun mit Nur ein Traum bereits der zweite Streich. Stilistisch ist sich Vargnatt treu geblieben und so gibt es auch mit dem zweiten Tonträger des Koblenzers schwermütigen und atmosphärischen Black Metal.

Der Anfang von Seelensang (Hyperions Schicksal) ist allerdings alles andere als von Schwermut und Harmonie gezeichnet. Vargnatt steigt ziemlich grimmig mit einem schnellen, eingängigen und antreibenden Part in das Lied ein. Die Schnelligkeit bleibt in Grundzügen zunächst erhalten und wird phasenweise mit einem leisen Keyboard untermalt. Doch anstatt ein von Schnelligkeit durchtriebenes Lied zu hören entwickelt sich Seelensang nach einer kurzen klaren Akustikgitarrenpassage zu einem ruhigen Stück, in dem dunkle und bedrohlich anmutende Melodien und Harmonien den Ton angeben.

Mit Portrait einer Nacht geht es dann sehr atmosphärisch weiter. Das Schlagzeug trommelt sehr konstant seinen mittelschnellen aber treibenden Rhythmus, während das gleichbleibend im Hintergrund stehende Keyboard, die helle, schnell gespielte Gitarrenmelodie und der Kreischgesang für eine dichte, sehnsüchtige Atmosphäre sorgen. Ziemlich genau in der Mitte des Liedes vollzieht sich eine Wandlung. Zunächst sind nur ruhig gespielte, klare Gitarrenmelodien zu hören, zu denen dann ein stampfend schnelles Schlagzeug hinzukommt. Dieser Part erzeugt sehr interessante Stimmungen, da die Melodien von einer ruhigen wie auch dunklen Natur sind und das stampfende Schlagzeug eine Art Unruhe einbringt.

…vom Suchen der Hölle ist das längste Lied von Nur ein Traum. Der Anfang ist schleppend und wird durch unstetes Riffing bestimmt, welches mir teilweise einen Tick zu nervig ist. Da die schnelle Abfolge der hellen und grellen Töne auf Dauer zu monoton und aufreibend ist. Diese, durchaus Melancholie erzeugende, Gitarrenarbeit bestimmt zwar das Lied, doch gibt es über das Lied verteilt auch einige auflockernde, klare und atmosphärische Elemente.

Umnachtung und Weisheit ist ein durchgängig ruhiges und atmosphärisches Lied mit düsteren Keyboardklängen, traurigen Melodien und einem dazu passend ruhig intonierten „Kreischgesang“, der die von den Instrumenten erzeugte Beklemmung und Schwere geschickt unterstreicht. Am Ende des Liedes ist dann sogar eine klar und unverzerrt gesprochene Stimme zu hören, die dieser Atmosphäre keinen Abbruch tut.
Bei dem Titel Karge Welten handelt es sich dann um ein reines Instrumental aus ruhigen Klängen und Tönen, für mich hat es etwas sehr friedliches und beruhigendes.

Am Anfang des Tittelliedes Nur ein Traum ist eine sehr ruhig gehaltene Passage zu hören, in der zunächst lediglich ein ruhiges Piano und ein ebenso sanft gespielter Bass zu hören sind. Als nächstes Instrument kommen dann die verzerrten Gitarren hinzu, die allerdings noch sehr ruhig gespielt werden und mit ihnen zeitgleich eine flüsternde Stimme, bevor dann das ebenfalls ruhig gespielte Schlagzeug die Instrumentalisierung komplettiert. Irgendwann geht die Flüsterstimme in eine verzerrte über, während das Piano nach wie vor, nun eingängig und hypnotisierend, im Hintergrund zu hören ist. Vargnatt hat sich für den weiteren Verlauf noch einige interessante Variationen einfallen lassen, sodass Nur ein Traum ein sehr interessantes und atmosphärisches Lied ist.

Das abschließende Welk fungiert faktisch als ein ruhig gestalteter Ausklang in dem eine klare Gitarre und leise eingespielte Naturgeräusche zu hören sind.

Nur ein Traum gefällt mir besser als der Vorgänger Wintergrab. Es ist Vargnatt gelungen, das Liedgut strukturell zu verbessern und mir gefallen vor allem die zahlreich eingewobenen atmosphärischen Elemente, die durch ihre feinen Abstufungen und Nuancen ihre Wirksamkeit voll entfalten können.
Lediglich …vom Suchen der Hölle kann mich nicht so recht überzeugen. Aber das ist zu verschmerzen da alle anderen Titel voll und ganz überzeugen können.

01. Seelensang (Hyperions Schicksal)
02. Portrait einer Nacht
03. ...vom Suchen der Hölle
04. Umnachtung und Weisheit
05. Karge Welten
06. Nur ein Traum
07. Welk

Idhafels / Throndt - Split | 2007 | Karge Welten Kunstverlag | Kassette | Black Metal

Bei dieser Split-Kassette handelt es sich um eine Wiederveröffentlichung der 2003 erschienenen und mittlerweile vergriffenen CD.

Den Anfang macht Idhafels mit dem ersten Teil von The prophecy of the seeress. Nach einer kurzen stimmungsvollen Einleitung - die mich in ihrer tragenden und erhabenen Art und Weise ein wenig an die Viking Metal-Tage von Bathory erinnert - wuchtet Idhafels voller Groll grimmigen, rauen Black Metal aus den Lautsprechern. Das Schlagzeug ist eingängig schnell, die Gitarren schroff, leise und unsauber und der Gesang ist stark verzerrt und mit leichtem Hall. Aus dem Hintergrund ist leichtes Keyboardspiel zu hören, welches während der schnellen Passagen die Aufgabe übernimmt, für Melodien und Harmonien in der Musik zu sorgen, da die Gitarren während dieser Parts arg leise sind. Besser ist es in den langsamen und mittelschnellen Abschnitten. Hier kommen die Saiteninstrumente besser zur Geltung und das Keyboard sorgt dann für majestätische Momente, ähnlich wie in der Einleitung.

Teil 2 wird ebenfalls ruhig eingeleitet, doch diesmal leiser und harmonischer und weniger imposant als im ersten Teil. Auf diese Einleitung setzt Idhafels diesmal gemächlicher, nämlich schleppend ein. Das Keyboard ist zwar wieder sachte im Hintergrund zu hören und solange es schleppend bleibt, sind auch die Gitarren gut zu vernehmen. Es kommt jedoch zu schnellen, aggressiven und hämmernden Parts in denen die Differenziertheit der einzelnen Spuren rapide abnimmt. Ich kann nicht behaupten, dass es sich schlecht anhört oder der Atmosphäre abträglich ist. Vielmehr ist es so, dass Idhafels in diesen, gewissermaßen primitiven und entarteten Passagen, eine barbarische Rohheit entwickelt, die ihren ganz eigenen Reiz hat.
Ähnlich verhält es sich auch im dritten Teil von The prophecy of the seeress. Rohe und schnelle Elemente treffen auf langsame oder schleppende, mit harmonischen Keyboardklängen verzierten Passagen.


Nach dem ruhigen Intro legt Throndt in Hear me all ye hallowed beings eingängig schnell und grimmig los. Das Schlagzeug hämmert in dieser Anfangsphase sehr dezidiert seinen eingängigen Takt, während der stark verzerrte, minimal kehlig und rauchig wirkende Gesang, gemeinsam mit den Gitarren die grimmige Atmosphäre besorgen. Es gibt zwar Passagen, die langsamer sind und behutsame melodische Ansätze haben, doch insgesamt bleibt der Auftakt von Throndt ein unheilvoller und aggressiver.

Vornherein harmonischer geartet ist das folgende In iron woods, in dem an vereinzelten Stellen sehr unauffällig ein Keyboard platziert ist. Es ist sehr geschickt und gelungen in das schleppende und treibende Spiel integriert und reichert die raue Atmosphäre harmonisch an.

Schneller, eingängiger und somit auch rauer ist Northern shore. Hier wird zwar ebenfalls phasenweise das Keyboard angewandt, doch aufgrund der Schnelligkeit und des lauten, teils sehr hasserfüllt wirkenden Gesangs, ist es weitaus weniger harmonisch als In iron woods. Nach dieser anfänglichen schnellen und harschen Passage folgt ein überaus interessant angelegter Part, in dem Throndt das Schlagzeug ruhig spielt und die Saiteninstrumente dunkle, gute Melodien zum Besten geben. Im Anschluss folgen sehr aggressive Abschnitte, die sowohl extrem schnell als auch schleppend sind und sich dank des Gesanges und der Gitarren sehr gut anhören.

Der letzte Titel, The mighty tree, ist dunkler und ruhiger gestaltet. Der Rhythmus ist zwar schleppend aber antreibend und der Kreischgesang kreiert gemeinsam mit den düsteren Gitarrenlinien eine bedrohliche Atmosphäre.

Sowohl Idhafels als auch Throndt wissen zu gefallen und können für sich überzeugen. Idhafels ist allerdings gewöhnungsbedürftiger, da die klanglichen Eigenschaften während der schnellen Passagen nicht die Besten sind. Bei Throndt hingegen stimmt alles: Fieser, gemeiner Black Metal, der hasserfüllte wie auch vereinzelte dunkelharmonische Momente besitzt, präsentiert in einem dazu passendem Klanggewand.

Diese Split-Kassette ist also für all jene interessant, die den rauen Black Metal mögen und professionell produzierte Kassetten zu schätzen wissen. Denn sowohl die Kassette, die schwarz und mit Silberdruck ist, wie auch das Cover sind sehr schön anzuschauen.

IDHAFELS
01. The prophecy of the seeress I
02. The prophecy of the seeress II
03. The prophecy of the seeress III

THRONDT
04. Intro
05. Hear me all ye hallowed beings
06. In iron woods
07. Northern shore
08. The mighty tree