23.11.2005

Front Beast - Walpurgisnacht | 2005 | Deathstrike Records | Kassette | Black Metal


Die vier Titel auf der Demokassette Walpurgisnacht, werden alle auf künftigen Veröffentlichungen von Front Beast vertreten sein. So ist Walpurgisnacht quasi ein kleiner Blick in die Zukunft, und der verheißt gutes. Das gleichnamige erste Lied besticht schon ganz alleine durch seine rumpelnde, dreckige und fiese Art. Es ist das mit Abstand längste Lied auf der Kassette und Evil Avenger zelebriert dort genüsslich und eindringlich seinen „Black Heavy Metal“ in vollen Zügen. Es macht Spaß zuzuhören und auch die drei anderen Titel, darunter ein nachgespieltes Lied von Burzum, stehen dem hervorragenden Walpurgisnacht in nichts nach.

Ein weiterer Pluspunkt von Walpurgisnacht ist der – für Front Beast – gute und differenzierte Klang. Auf einigen Demos war der Klang ja leider manchmal etwas unglücklich, von daher darf man jetzt sehr gespannt sein auf die folgenden Veröffentlichungen und kann bei Walpurgisnacht bedenkenlos zugreifen, wenn einem die älteren Sachen gefallen haben.

Die Kassette ist in einer Auflage von 100 Kopien erschienen.

01. Walpurgisnacht
02. Into the crypts
03. Ea, lord of the deep (Burzum Cover)
04. Laws of cemetary
 

Goatmoon - Death Before Dishonour | 2004 | Werewolf Records | CD | Black Metal

Death before dishonour ist das wütende und scheppernde Debüt von Goatmoon, einer Ein-Mann-Band aus Finnland. 13 Titel enthält das Werk, die alle eine Spielzeit zwischen zwei und vier Minuten haben. Da ist es schon klar, das Goatmoon gänzlich auf Firlefanz und großartige Arrangements verzichten. Death before dishonour ist einfacher und ehrlicher Black Metal mit einem primitiven Unterton. Sowohl was das Material an sich anbelangt als auch die klangliche Produktion. Alles ist sehr roh und minimalistisch gehalten. Die Lieder sind zumeist von einer eingängigen Beschaffenheit, die mal mehr polternd ausfällt, mal mehr antreibend. Das Becken peitsch oft laut gemeinsam mit dem grellen verzerrten Gesang. Wer auf Perfektionismus steht, dem ist geraten die Finger von Goatmoon zu lassen. Denn dann und wann tauchen in den Liedern immer mal wieder kleine spielerische Ausrutscher auf, was ich persönlich allerdings sympathisch finde.

Dass es auch ruhiger und bedachter geht, Goatmoon nicht nur durchgehend wütenden Krach machen, beweist das ruhige und melodische Lied Light will not be. Wer sich nicht an dem Demo-Klang stößt und auch sonst eine Zuneigung zum primitiven und barbarischen Black Metal hat, kann mit Death before dishonour durchaus warm werden.

01. Black Metal winter
02. Pure blood
03. Bloodvengeance
04. Forest of misanthropy
05. In the cursing embrace
06. Light will not be
07. Blackgoatworship
08. Rite of god deny
09. Humanhate grows strong within
10. Aryan evil
11. Disease
12. Death before dishonour
13. Kunnia, armageddon!

Funeral Forest - Winter Forest | 2005 | Irminsul Productions | Kassette | Black Metal

Winter forest scheint die erste Veröffentlichung von Funeral Forest zu sein. Mehr ist mir über diese Gruppe bisher nicht bekannt. Das vorliegende Demo lässt sich in zwei Hälften einteilen, die beiden ersten Stücke sind lang ausgefallen stehen wohl für den aktuellen Stand des Duos. Die letzen zwei Titel sind Bonusstücke aus dem Jahre 1998, die sich nicht nur technisch und klanglich unterscheiden sondern auch weitaus kürzer sind. Leider ist bei den Bonustiteln der Klang mies. Wobei es Words of suffering schlimmer erwischt hat, denn dort überlagert ein tiefes Übersteuern alles, nur der Gesang – und manchmal eine Melodie – lassen sich gut heraushören. Legion of darkness ist da schon etwas besser dran, obwohl ebenfalls sehr leise, ist die Akustik doch besser und verständlicher. Funeral Forest klingen bei dem Stück ein wenig nach Sombre Chemin und anderen vergleichbaren Gruppen aus Frankreich.

Bei den ersten zwei Liedern ist es glücklicher Weise anders. Der Klang ist viel besser und differenzierter, auch das Material an sich besitzt mehr Kontur. Das lange Intro beginnt mit einer minutenlangen klassischen Einleitung mit Pauken, Trompeten und Chören. Dies kommt gut rüber obwohl ich Intros grundsätzlich nicht mag. Auch nach dem abklingen der klassischen Einleitung bleibt Intro (The call of Grom) ein langes Instrumentalstück. Funeral Forest agieren dabei hauptsächlich mit zwei sich abwechselnden Rhythmen, einem schleppenden sowie einem antreibenden und eingängigen. Das ist ihnen ganz gut gelungen, da die Gitarren dabei immer in Bewegung sind und eine kalte Atmosphäre überzeugen.

The song of the brave warriors ist ebenfalls im Bezug zu den restlichen Liedern überdurchschnittlich lang und beginnt langsam, schleppend und mit ruhigem aber grimmigen Gesang. Auch hier erzeugen die sehr einprägsamen Gitarren eine düstere und kalte Atmosphäre. In der Mitte des Liedes heben Funeral Forest dann das Tempo an, spielen eingängig, schnell und der sehr präsente Gesang erinnert stark an Judas Iscariot.

Funeral Forest müssen in jedem Fall mehr aktuelles Material veröffentlichen. Die zwei neuen Lieder sind einfach noch zu wenig, um sich ein genaueres Bild von der Gruppe und ihrer Musik machen zu können, zumal eines davon ja ein „nur“ ein langes Intro ist. Die Ansätze die die beiden Stücke zeige, sind allerdings durchaus interessant und gelungen da sie strukturell einiges an Potential haben und auch ganz gut umgesetzt worden sind. Da bleibt es jetzt nur abzuwarten, was die nächste Veröffentlichung mit sich bringen wird.

Die Kassettenversion ist in einer Auflage von 100 Kopien erschienen, es gibt aber auch eine CDr-Version, die ein (aktuelles) Lied mehr hat.

01. Intro (The call of Grom)
02. The song of the brave warriors
03. The depressive vision of the cursed warriors (Burzum Cover)
04. Words of suffering (Bonus 1998)
05. Legion of darkness (Bonus 1998)

19.11.2005

Elysian Blaze - Cold Walls And Apparitions | 2005 | Northern Silence Productions | CD | Black Metal

Ich beendete die Rezension zum Elysian Blaze Demo Beneath silent faces mit den Worten „ich bin sehr gespannt und voller Erwartung“ im Hinblick auf die bevorstehende Veröffentlichung des Debütalbums. Elysian Blaze haben meine Erwartungen mit Cold walls and apparitions weit übertroffen. Wie schon zuvor auf dem Demo, arbeitet der Australier mit ruhigen langsamen Klangpassagen und schnell gespielten monotonen Elementen. Dieses schnelle, mechanisch anmutende Schlagzeugspiel hat es in sich, da es in seiner Eigenheit sehr bedrückend wirkt und ein wunderbarer und gleichsam extremer Kontrast zu den ruhigeren Tönen ist. Diese ruhigen Strecken wurden sehr unterschiedlich gestaltet, so gibt es Passagen mit einer klaren Akustikgitarre oder schleppende Elemente mit langsamen eingängigen Gitarrenmelodien die manchmal sogar für ein paar Sekunden schräg bzw. von Takt und Melodie losgelöst klingen.
Auch wenn die Stilistik nicht neu ist, so unterscheiden sich Elysian Blaze jedoch in einem Punkt ganz speziell von vergleichbaren Gruppen wie etwa Xasthur oder Dusk. Elysian Blaze verzichten nämlich auf den grellen, hysterisch kreischenden Gesang der in dieser Sparte oft und gerne verwendet wird. Der Gesang des Australiers ist dunkler und tiefer und dadurch viel raumfüllender und präsenter als bei anderen Gruppen auf diesem Feld. Auch die Anordnung und Strukturierung der ruhigen akustischen Strecken sowie den schnellen wütenden Parts sind eigenständig und teilweise auch überraschend. Einzelne Elemente von Cold walls and apparitions sind durchaus simpel gestrickt, doch wenn man das Album als Ganzes nimmt und die Übergänge, Wechsel und Stimmungen anschaut hat man ein sehr ansprechendes und vielschichtiges Werk. Darüber hinaus haben die einzelnen Lieder einen Widererkennungswert, was beispielsweise bei Xasthur leider nicht immer der Fall ist.
Elysian Blaze haben mit Cold walls and apparitions ein beeindruckendes Debüt hingelegt dass ich jedem empfehlen kann, der diese depressive Spielart des Black Metals mag.

01. Celestial mourning beneath a forgotten sky
02. Funeral possession
03. Sleeping with corpses... Dreaming of the dead
04. The altar of necromancy
05. Walking on the winds of sin
06. A colder wall

Erhabenheit - ...verhallend mit des Todesboten Kunde | 2005 | Bloodlust Records / Phlegethon Productions | Vinyl | Black Metal

Bereits mit der CD Mauern ließen mich Erhabenheit gewaltig aufhorchen, doch diese neue 7“ EP ist eine immense Steigerung und dürfte wohl spätestens jetzt dafür sorgen, dass Erhabenheit hierzulande als barer Geheimtipp gelten. Vor allem in der Klangproduktion sind die zunächst auffälligsten Veränderungen zu verzeichnen. Der Klang von … verhallend mit des Todesboten Kunde ist um einiges klarer, deutlicherer und besser ausgesteuert als man es von Mauern gewohnt ist. Die Gitarren sind nicht mehr so grell und Raum füllend und das von Taaken eingespielte Schlagwerk besitzt einen warmen und kraftvollen Klang.

Mit dem langen Titel Traum der toten Sonnen haben es Erhabenheit doch tatsächlich geschafft, eine Art Ohrwurm zu kreieren. Vor allem die einfachen aber herrlichen Riffs in den langsameren Passagen sowie die übersichtliche Struktur des Liedes sind dafür verantwortlich. Aber auch sonst weiß das Lied zu überzeugen. In der ersten Hälfte ist es ruhiger und facettenreicher, in der zweiten Hälfte dann überwiegend schnell, eingängig und antreibend. Dabei entwickelt das Lied eine Art Sog, der sich bis zum Ende des Stücks immer ein wenig steigert. Aber auch die beiden anderen Stücken sind absolut hörenswert, wobei das langsame und schleppende Fragmente einer Wahrnehmung einen ähnlich hymnenhaften Charakter wie Traum der toten Sonnen hat, was wieder auf die außerordentlich gute Arbeit an den Saiteninstrumenten zurückzuführen ist und ebenso im etwas heiser wirkenden Gesang von Taaken begründet liegt, der aber wunderbar zu Melodie und Rhythmik passt.

Somit ist … verhallend mit des Todesboten Kunde schon jetzt einer meiner Favoriten in diesem Jahr. Ein erstklassiges Werk deutschen Black Metals bei dem einfach alles sitzt und stimmt.

01. Traum der toten Sonnen
02. ... in den Eisenwaldern
03. Fragmente einer Wahrnehmung

Endstille - Dominanz | 2004 | Twilight | CD | Black Metal

Endstille gehören wohl zu jener Sorte Bands, die man entweder voll und ganz mag oder aber gar nicht. Viel Platz dazwischen scheint es nicht zu geben. Die Lieder sind schnell und in der Schnelligkeit liegt auch gleich die Brutalität von Endstille begründet. Besondere oder auffallende Merkmale die man auch zum Aggressionspotential zählen könnte, gibt es beinahe nicht, wenn nicht der extreme Gesang wäre der das Ganze etwas aufwertet. Ansonsten ist Dominanz ein Album das hauptsächlich auf kompromisslose Schnelligkeit setzt und innerhalb der einzelnen Titel wenig Abwechslung bietet. Das ist eigentlich schade, denn mit dem letzten Lied Endstille (Feindfahrt) zeigt die Band, dass sie sehr wohl auch anders kann und darin nicht mal schlecht ist. Langsam und stimmungsintensiv. Für mich persönlich wäre das Album weitaus interessanter, wenn die Anteile an solchen Passagen wie beim letzten Stück öfters im Album eingearbeitet wären. So ist es aber nicht und das ist auch in Ordnung. Es gibt sicher eine menge Leute, die mehr mit dieser Musik anfangen können als ich.


01. Dominanz
02. Instinct
03. Conquest is atheism
04. Monotonous III
05. Bleed for me
06. Monotonous
07. Witch
08. Worldabscess
09. Crucified
10. Endstille (Feindfahrt)

17.11.2005

Drudkh - The Swan Road | 2005 | Northern Heritrage / Faustian Distribution | Vinyl | Black Metal

The swan road ist inzwischen das dritte Album der ukrainischen Band Drudkh. Das neuste Werk ist in seiner Machart ähnlich gehalten wie Autumn aurora, jedoch was Klangbild und Atmosphäre angeht, ist es einige Nuancen rauer und greller ausgefallen. The swan road unterlag nicht einer so weichen und sauberen Produktion wie Autumn aurora. Aber nicht nur klangliche Differenzen zum Vorgänger wirken sich aggressiver und eingängiger aus sondern auch die Beschaffenheit des Materials. Drudkh haben auf der dritten Scheibe die melodiösen Aspekte mehr oder besser versteckt, tiefer in die Strukturen eingearbeitet. Das heißt, gemeinsam mit dem roheren Klang ist der hymnenhafte Charakter von The swan road nicht mehr ganz so offensichtlich, was die Qualität des Werkes aber in keiner Weise schmälert. Drudkh haben auch mit ihrer dritten Platte ein überaus gelungene Veröffentlichung erschaffen, die sehr subtil die unterschiedlichen Einflüsse und Stile in sich vereint und zum Tragen bringt. Egal ob der Takt eingängig und stampfend ist oder die Rhythmik harmonischer, ruhiger und sehr eindringlich ist; The swan road klingt einfach klasse und alle die Drudkh bisher mochten, können auch hier wieder bedenkenlos zugreifen.

Das Vinyl ist über Faustian Distribution und Northern Heritage erschienen, dieser Tage wird das CD-Abbild von Supernal Music veröffentlicht.

01. Eternal sun
02. Blood
03. Glare of 1768
04. The price of freedom
05. Fate
06. Song of sich destruction 

Deathspell Omega - Kénôse | 2005 | Norma Evangelium Diaboli / The Ajna Offensive | Vinyl | Black Metal

Kénôse schlägt musikalisch in die gleiche Kerbe wie Si monumentum requires, circumspice. Wobei die aktuelle Veröffentlichung einen Tick wirrer und chaotischer strukturiert ist. Am Klang haben Deathspell Omega auch gefeilt, Kénôse hat einen viel klareren und kräftigeren Klang als es auf dem Vorgänger der Fall war. Die drei langen und namenlosen Lieder beherbergen sowohl schnelle und komplexe Strukturen - die zunächst seltsam wirken aufgrund der schnell wechselnden Rhythmen – als auch ruhigere und klarere Passagen samt sanfter Akustikgitarre. Trotz der geringen Anzahl an Liedern ist Kénôse eine abwechslungsreiche Veröffentlichung, denn durch die vielen Facetten und sehr komplexen Schichten gibt es viel zu entdecken. Die durchaus als eigenwillige Beschaffenheit der Lieder beinhaltet auch ein intensives Stimmungsgemisch das Deathspell Omega dank der makellosen technischen Inszenierung gut zu bedienen wissen.
Wer Si monumentum requires, circumspice bereits mochte, der sollte sich Kénôse in jedem Fall zulegen. Alle anderen sollten womöglich erst einmal versuchen Probe zu hören, denn durch die komplexen und chaotischen Strukturen kann die Musik schnell zu überladen wirken.
Zu der Vinylversion gehört noch ein sehr edel gestaltetes, 40 Seiten starkes Heft mit Texten und Illustrationen.

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