05.09.2004

Thanatos - Undead. Unholy. Divine. | 2004 | Black Lotus Records | CD | Death/Thrash Metal

Die wohl bereits nahezu legendären Niederländer von Thanatos haben nun über das griechische Label Black Lotus ihr viertes Album in der langen Bandgeschichte veröffentlicht. Nach acht jähriger Schaffenspause erschien vor vier Jahren Angelic encounters, welches aber nach den zwei wunderbaren Alben Emerging from the netherworlds 1990 und Realm of ecstasy 1992 eher ernüchternd war und die Erwartungen ziemlich hoch gewesen sind. Dies ist nun mit Undead. Unholy. Divine. schon anders, natürlich sind viele Jahre ins Land gegangen und wir sind eben nicht mehr in den frühen 1990iger Jahren, und dennoch ist das neue Thanatos Album ein sehr kraftvolles Bündel.

Die zehn Lieder sind sehr einprägsam gestaltet worden und ausgefallen, neben den typischen trockenen und druckvollen Death Metal Elementen verfeinern die Niederländer wie eh und je ihre Musik mit thrashigen Zutaten, sehr abwechslungsreiches Riffing und hier und da auch mal ein gutes Soli. Trotz der eindeutigen Handschrift die Undead. Unholy. Divine. kennzeichnet, ist das Material abwechslungsreich und sehr lebendig ausgefallen. Die Vier agieren mit großer Spielfreude und technischem Verständnis an ihren Instrumenten, sind geradlinig schnell und antreibend aber auch schleppend und brutal dabei. Thanatos haben für ihr neues Album die richtige Mischung aus Eingängigkeit, Abwechslung und hoher Spielbereitschaft gefunden. Dank der exzellenten Produktion die alle Instrumente klar und kräftig in dem Raum stellt, hat das Album alles Vorraussetzungen um erfolgreich zu sein.

01. Lambs to the slaughter
02. Undead. Unholy. Divine.
03. Eraser
04. Beyond terror
05. The sign of Sadako
06. Servants of hatred
07. Devour the living
08. Godforsaken
09. The suffering...
10. ...the sweet suffering

03.09.2004

Szron - The Purificating Flame Of Annihilation | 2004 | Under The Sign Of Garazel | CD | Black Metal

Dass die Polen Szron ernst zu nehmen sind, haben sie bereits zuvor mit den Demos Frost eternal und Pure slavonic blasphemy bewiesen. The purificating flame of annihilation schließt dort nahtlos an und Szron haben ihren Stil perfektioniert. Eine Mischung von eingängigem Black Metal der vereinzelt in seiner Umsetzung und Auslegung an Darkthrone erinnert, sich in einer polternden Rhythmik und dunklen Melodien verläuft aber auch losbricht und schnell und aggressiv ist. Gerade diese Mischung und Zusammensetzung verleiht The purificating flame of annihilation seine Ausdrucksstärke. Denn sowohl im langsameren und Atmosphäre schaffenden Bereich als auch in der Schnelligkeit und Brutalität verstehen Szron ihr Handwerk geschickt zu inszenieren. So kommt es auch, dass trotz der insgesamt eingängigen Linie des Albums, eine subtile arrangierte Abwechslung das Werk kennzeichnet und beim Hören spielend verschiedene Stimmungsmuster schafft.
Die CD ist in einer Auflage von 666 Pressungen erschienen.

01. Beyond the gaschamber door (Intro)
02. Crushing the traitors
03. Christianhater
04. Forgotten paths
05. Total cleansing
06. At the edge of autumn
07. The vision of the coldest hatred
08. Usurpers's wrath
09. The night of our retribution

02.09.2004

Svartkraft - Den Onda Pesten | 2004 | Perish In Light | CD | Black Metal

Bei Svartkraft handelt es sich - angeblich - um das neue Projekt des umtriebigen Finnen Narqath. Offizielle Angaben diesbezüglich konnte ich nirgends ausfindig machen. Ein wenig stutzig macht mich die dänische oder norwegische Sprache, in der die Texte von Svartkraft verfasst sind sowie der genannte Künstlername Godslayer Vassago im Booklet der CD, anstatt Narqath. Im Grunde ist es auch nur eine statistische Nebensächlichkeit, wer denn genau hinter diesem Werk steckt. Musikalisch sind die acht Titel von Den onda pesten jedenfalls stilistisch und atmosphärisch an älteren Wyrd-Veröffentlichungen orientiert. Die Stücke sind allesamt in einem schroffen und rauen Gewand eingespielt; oft in einer ruhigen, dunklen Eindrücklichkeit vorgetragen. Insbesondere das erste Lied Elementens fall, welches auch das Längste des Albums ist, erinnert sehr stark an Heathen und Huldrafolk von Wyrd. Dieser Eindruck wird durch die, von Burzum bestens bekannten, ruhigen sphärischen Hintergrundklänge erzeugt. Gesanglich geht es ebenso in jene Richtung. Rau und leicht krächzend ertönt er, dabei immer in einer dezidiert ruhigen Form.
Den onda pesten ist aber nicht durch und durch langsam und gemächlich, sondern zieht die Schnelligkeit sehr wohl auch zu einem Poltern an, das archaische und räudige Züge trägt wie es bei Bortom tid och genom död der Fall ist. Es ist etwas schade, dass diese primitiven Anfälle auf dieser CD nur die seltene Ausnahme sind und es sich ansonsten langsam und dunkel harmonisch verhält. Alles in allem sehr nordischer Black Metal, der mal mehr, mal weniger in die frühzeitliche Richtung von Wyrd geht.

01. Elementens fall
02. Besatt av den femuddiga stjärnan
03. Liv i ruiner
04. Marscherande mot den svarta gryningen
05. Bortom tid och genom död
06. Den onda pesten
07. En mörkare skugga
08. Frysande svart blod

29.08.2004

Sotajumala - Death Metal Finland | 2004 | Woodcut Records | CD | Death Metal

Death Metal Finland ist das gewaltige Debutalbum von Sotajumala, die es bereits seit 1998 gibt. Bisher jedoch ohne einen permanenten Schlagzeuger. Diesen Nachteil merkt man dem Album aber in keiner Weise an. Death Metal Finland steht voll und ganz für brachialen Death Metal der mit einigen technischen Raffinessen verfeinert ist. Das Spiel ist zwar überwiegend von einer trockenen, geradlinigen und schnellen Natur ist. Allerdings haben Sotajumala äußerst geschickt die spielfreudigen und lebendigen Gitarren in diesen aggressiven Stil integriert. Immer mal wieder tauchen Soli und das sehr facettenreiche Riffing auf. So entsteht eine interessante Eigenständigkeit und Atmosphäre der man sich nur schwer entziehen kann. Sotajumala wirken dabei aber niemals zu thrashig für eine Death Metal Band, die niederwalzenden Anteile dominieren deutlich. Auch was den Gesang betrifft, geben sich die Finnen keine Blöße. Der Sänger mit dem numerischen Pseudonym "105" variiert seine Stimme zwischen zwei verschiedenen Tonlagen, überwiegend in einem dunklen trockenen Muster, manchmal aber auch feuchter und aggressiver ausbrechend. Death Metal Finland ist ein ausgesprochen gelungenes und überzeugendes Debut.


01. Intro
02. Meidän maa
03. Elämän vihollinen
04. Syytömien veri
05. Kuolleet
06. Rakkaudesta sotaan
07. Panssarikolonna
08. Sisu sinivalkoinen
09. Sotajumala
10. Vanki
11. Pommitus

28.08.2004

Sonic Reign - The Decline Portrait | 2004 | Supreme Chaos Records | CD | Black Metal

The decline portrait ist die zweite Veröffentlichung von Sonic Reign. Bereits 2002 in Eigenregie aufgenommen und produziert ist die Mini CD erst kürzlich erschienen. In gewisser Weise kann man The decline portrait als Appetitanreger auf das bevorstehende Album Raw, dark, pure verstehen welches Ende 2005 im Handel erscheinen soll.

Musikalisch präsentieren sich Sonic Reign von einer sehr technischen und teilweise sterilen Spielweise und Akustik. Altmodische Facetten wie Eingängigkeit und Monotonie sucht man vergebens; The decline portrait ist moderner Black Metal mit ausgefeiltem und anspruchsvollem Songwriting, bis hin zu komplexen Strukturen - Ähnlichkeiten zu neueren Veröffentlichungen von Satyricon sind nicht zu leugnen. Die Gitarren werden sehr spielfreudig, abwechslungsreich und vordergründig bedient. Technisches und trockenes Riffing gehört ebenso zum Repertoire wie schnelles, kreisendes spielen und selbst Soli wurden eingestreut. Am Schlagwerk gibt man sich gleichsam variabel und technisch orientiert wie an den Saiteninstrumenten. Die Lieder sind allesamt vielschichtig aufgebaut, viele Taktwechsel, schnellere Passagen wie auch langsamere und melodiösere Abschnitte geben sich ein ausgewogenes Wechselspiel. Keine Frage, das Duo welches sich hinter Sonic Reign verbirgt, versteht sein Handwerk tadellos, doch bleibt ein wenig die Atmosphäre auf der Strecke. Durch diesen technischen, sterilen und kalten Eindruck der beim Hören entsteht, ist es nicht unbedingt einfach einen Zugang zur Musik zu finden. Irgendwie passt der Slogan einer italienischen Death Metal Band ganz gut zu The decline portrait: „Technologial hate is coming now!“.

Der letzte Titel Raw, dark, pure wird auch auf dem gleichnamigen Debüt vertreten sein. Da mir dieses Stück persönlich am besten gefällt, die Mischung bei dem Titel aus Technik und Atmosphäre am besten gelungen ist, bin ich dennoch gespannt darauf, was Sonic Reign künftig von sich hören lassen werden.

01. Resurgent star
02. End of rebellion
03. In silence I observe
04. Of ignorance and irony
05. Raw, dark, pure

26.08.2004

Sigillum Diaboli - Sigillum Diaboli | 2004 | Eigenproduktion | CDR | Black Metal

Diese gleichnamige Demo CDr scheint die bisher erste und einzige Veröffentlichung zu sein. Auch sonst ist von dieser vermutlichen jungen Gruppe aus Russland wenig bekannt. Das ist etwas schade, denn das Demo Sigillum diaboli kann mich auf ganzer Linie überzeugen. Bei einigen Vertrieben steht als kurze Beschreibung „Raw Black Metal“ geschrieben, was mich zwar neugierig machte und mich dazu bewog, mein Glück damit zu versuchen, doch kann ich diese simple Einschätzung nicht wirklich teilen. Einerseits ist die Klangproduktion viel zu gut als dass es einfach nur rauer Black Metal sein kann, andererseits ist auch das Material klug und interessant strukturiert und wartet mit einigen Facetten auf. Denn neben den härteren und eingängigen Passagen haben Sigillum Diaboli auch einige ruhige und melodische Momente eingebaut, jedoch nicht zu oft oder zu dick aufgetragen und selbstverständlich ohne jedwedes Zutun von elektronischen harmonischen Effekten.
Sigillum Diaboli spielen ehrlichen Black Metal, wobei die Betonung auf Metal liegt, der ohne Zierde und Beiwerk auskommt und ganz allein auf das Geschick an den Instrumenten setzt. Insbesondere die richtige Mischung aus langsamen melodischen Strecken und aggressiveren schnelleren Passagen ist die Stärke des Demos.

Wer spieltechnisch guten Black Metal zu schätzen weiß, der ohne großes Drumherum auskommt, sollte zugreifen falls er das Demo bei einem Vertrieb sieht. Denn das Demo ist inzwischen schon ein Jahr alt und auf 100 Einheiten limitiert.

Mein persönliches Fazit: sehr geiles Teil!

Sethery - Kholera | 2004 | Woodcut Records | CD | Black Metal

Sethery gehören zu jenen Bands, die schnellen Black Metal mit bombastischen und symphonischen Arrangements ausstaffieren. Man muss schon eine Schwäche für solcherlei Inszenierungen haben, ansonsten kann man Kholera gleich vergessen. Sethery haben mit Kholera nichts neues oder gar überraschendes auf die Beine gestellt, so oder ähnlich gab es das schon mehrmals. Dazu muss aber gesagt werden, dass sie sich nicht plump oder amateurhaft anstellen. Sethery setzen ihre Ideen gut und gekonnt um, die Keyboardklänge sind zwar oft zugegen aber glücklicherweise nicht penetrant im Vordergrund. Ein gewisses Maß an Verträglichkeit wird also gewahrt. Die Lieder werden zumeist in einem schnelleren Tempo vorgetragen, verfeinert mit einigen schnell gespielten Riffs und abrupten Rhythmuswechsel. Teilweise werden auch begleitende Soli gespielt. Sethery machen ihre Sache gewiss nicht schlecht, Vorraussetzung um mit dem Album warm werden zu können ist aber eindeutig, eine Zuneigung für moderne bombastische Inszenierungen.

01. Demons spoke the lullaby
02. Mindblast cholera
03. Impasse and lick of the serpent
04. Hellvision designed
05. (I am) Condemnation
06. The sheep who always lied
07. Amen and nightmare
08. Vulturous hectoric aspect

23.08.2004

Seigneur Voland - Ma Nécropole... Live | 2004 | Adversary Productions | Kasette | Black Metal

Wer die Franzosen von Seigneur Voland mag, sollte bei dieser Live-Kassette unbedingt zuschlagen. Die Klangqualität der vier Titel ist sehr gut, die Stimmung die transportiert wird steht dem in nichts nach. Das Schlagwerk hat Druck und einen kräftigen Klang, der markante Gesang ist stets sehr präsent, drängt die Instrumente aber nicht in den Hintergrund. Die Gitarren sind auch klar zu hören und wurden sauber gespielt. Einzig und allein die Anzahl der Titel, nämlich lediglich vier, ist Kritikpunkt. Einige mehr hätten es schon sein können, gerade weil das enthaltene Live-Material wirklich gut ist.
Ma nécropole… Live ist ein sehr gelungener Live-Mitschnitt, welcher 350 mal auf Kassette verewigt wurde. Aufgenommen wurden die ersten drei Stücke am 17. April 2004 in Bladel; Titel vier wurde am 19. Juni 2004 in der Schweiz aufgenommen.

01. Jeunesse epuration
02. ...et autres germes de pourriture
03. Consumatum est
04. Ma nécropole