23.11.2003

Fornost - Der Wind hat mir ein Lied erzählt | 2003 | Nebelfee Klangwerke | CD | Black Metal

Noch bevor man sich das Album anhört, fällt auf dass viele Lieder der beiden Demos Namenlos und Chaosaxt auf der CD enthalten sind. Das erfreut zunächst, da doch bereits die Demos zu ihrer Zeit gefielen. Doch verleitet dies zugleich auch zu der leisen Vermutung, Der Wind hat mir ein Lied erzählt könnte eine musikalisch aufgewertete Verwertung des bestehenden Demomaterials darstellen. Mit dem Abspielen der CD verfliegen jedoch alle etwaigen Vermutungen oder gar Befürchtungen. Obwohl Towards the fall of time ein neues Stück ist, verrät es die Dimension in der sich Fornost's Debut bewegt. Nämlich in einer, in der viel Wert auf ein durchdachtes Songwriting gelegt worden ist. Denn es fällt auf, das neben der eher rauen Spielnatur von Fornost oft sphärische und liebevolle Klänge durch das Werk begleiten. Ebenso fällt die Variationsvielfalt des Gesangs auf, der nicht nur in einem Muster präsent ist sondern auch klar mit hymnenhaften Charakter eingesungen wurde oder auch sanft und eher flüsternd ruhige und akustische Strecken begleitet. So ist mit Birkenwald ein Titel enthalten der gänzlich ohne Schlagzeug auskommt und allein mit verschiedenen Gesangsstilen- und Stimmen sowie akustischen Saiteninstrumenten und ruhigen Windgeräuschen arrangiert wurde.

Aber nicht nur die neuen Lieder stehen für das vielseitige Songwriting und die perfekt inszenierten Arrangements, auch die von den Demos bekannten Titel wie A.K.F.B. oder Amorph erstrahlen in dem neuen und intensiven Glanz der das gesamte Werk überzogen hat. Diese Lieder wurden nicht einfach nur neu eingespielt, sondern sind elementare Bestandteile des Albums mit ihrer zwar ursprünglichen Stimmung doch zugleich auch mit dem Fingerspitzengefühl mit dem Der Wind hat mir ein Lied erzählt generell den Hörer zu berühren vermag. Der Wind hat mir ein Lied erzählt ist ganz sicher kein konventionelles Album sondern ein bisher sehr einzigartiges und auch eigenständiges Werk in der horizontlosen Welt des Black Metals. Es ist eine Reise in eine eigene Welt auf der man - nicht nur vom Wind - eine Geschichte vorgetragen bekommt.

01. Towards the fall of time
02. A.K.F.B. (In the sign of total war)
03. Namenlos
04. Call of Nergal
05. Birkenwald
06. Amorph
07. Bustum
08. Outro

04.10.2003

Zemial - Face Of The Conqueror | 2003 | Iron Pegasus Records | Vinyl | Black Metal

Nach langer Zeit beglücken uns die zwei Griechen mit einem Werk. Leider ist es nur eine Mini LP mit vier neuen Titeln, denn Paimon wurde zuvor schon auf einer 7" Split EP mit Kawir publiziert. Dass durch die Venen von Zemial der alte und traditionsbewusste Geist fließt, ist jedem bekannt der die Musik der Band kennt. Doch mit Face of the conqueror stehen Eskarth und Vorskaath gänzlich für puren Metal mit einem Hauch von Dunkelheit. Sind die beiden früheren Veröffentlichungen The glory for us ur und Necrolatry klare Black Metal Werke mit großer Anreicherung von Heavy und Thrash, ist es nun umgekehrt. Face of the conqueror ist voll und ganz eine bare Metal Produktion die auch klanglich den Anschein erweckt, nicht 2003 entstanden zu sein sondern bereits 15 Jahre früher.

01. Face of the conqueror
02. Impending doom
03. Full moon necrophilia
04. Daimon
05. Pazuzu returns

Zavorash - In Odium Veritas 1996-2002 | 2003 | Selbstmord Services | CD | Black Metal

Dieses erste Album der Schweden Zavorash ist eine Mischung aus dem gleichnamigen 1998er Demo sowie zwei neuen Liedern. Die Lieder sind allesamt von einer flachen Schnelligkeit, flach deshalb da das Schlagzeug es nicht so recht schafft, sich ins Zentrum des Geschehens zu stellen. Es ist zu leise und zu schwach, es geht neben den hellen Gitarren und dem Gesang zu sehr unter. An den Gitarren kann man die schwedische Herkunft hören, Watain und Mörk Gryning verstehen es auf eine ähnliche Weise zu spielen. Zavorash machen aber ihr eigenes Ding, zumeist das schnelle Grundtempo, der rabenhaftige sprechende Gesang der sehr trocken ist, begleitet von den Bass- und Gitarrenmelodien. Für ein Demo ist In odium veritas wahrscheinlich gar nicht mal so schlecht, doch als Album fehlen bestimmte Dinge die dem Werk das Aha-Erlebnis geben. Demnächst steht eine neue MCD an, vielleicht ist das neue Material dort interessanter und besser arrangiert. In odium veritas ist jedenfalls eine schwache Nummer die in der Genreflut an Erscheinungen nicht weiter auffällt.

01. The discipline of David
02. Intro
03. In odium veritas
04. The superior creed
05. Dreams for ingrates
06. Human delirium
07. Thorn
08. Bluescreen / The enemy

Xasthur - Suicide In Dark Serenity | 2003 | Bestial Onslaught Productions | Vinyl | Black Metal

Bei Xasthur aus den Vereinigten Staaten war es schon immer klar das es sich um sehr düsteren und melancholischen Black Metal handelt. So auch auf mit diesem neuen Werk welches in der Vinylversion auf 100 Kopien limitiert ist und auf dem kleinen Label Bestial Onslaught publiziert wurde.

Dementsprechend verhält es sich auch mit den vier Liedern (Intro ausgenommen). Die Stücke sind langsam, rauh relativ einfach gestrickt und überaus von Dunkelheit geprägt. Leider ist aber die Produktion nicht berauschend, der Klang auf dem Vinyl ist etwas leise und die Instrumente und der Gesang verwaschen streckenweise zu sehr miteinander. Angesichts der Ausstrahlung von Suicide in dark serenity ist das ein echtes Manko. Denn diese kalte und grimmige Musik kann wahrlich verzaubern und tief sitzende Gefühle dunkelster Melancholie wecken.

01. Intro (Instrumental)
02. Suicide in dark serenity
03. With hate freezing my veins
04. Storms of red revenge
05. MIddle ages return

Xasthur - The Funeral Of Being | 2003 | Blood Fire Death | CD | Black Metal

Mit The funeral of being hat Malefic - welcher sich allein hinter Xasthur verbirgt - nun das dritte vollständige Album veröffentlicht. Es ist ein sehr düsteres und depressives Werk voller Erhabenheit geworden. Die Lieder sind zum Großteil von einer längeren Spieldauer und bedacht und begrenzt mit Gesang versehen. Malefics Gesang ist sehr kreischend und gestreckt und bekommt im umsäumten Gewand der Klänge einen teilweise morbiden Charakter. Das Material wurde in einem Zeitraum von zwei Jahren geschrieben, so sind auch leicht abweichende Produktionen sowie zwei differenzierte Versionen von Tyrant of nightmares zu hören. Dies rührt jedoch an der ästhetischen und rauen Ausstrahlung von The funeral of being in keiner Weise. Beim Hören des Albums spürt man klar und deutlich das dort nicht einfach nur Musik fabriziert worden ist, sondern mit einer speziellen Hingabe essentielle Gefühle vertont wurden. Trotz des schroffen und rauen Klangs stecken in den Liedern tiefe Melodien und Harmonien, die zumeist durch Gitarren und einem sehr dezenten - im Hintergrund stehenden - aber bestimmten Keyboard getragen werden. The funeral of being ist zwar im Großen und Ganzen langsam doch fehlt es nicht an aggressiven Schüben mit hasserfüllter Stimmung. Xasthur stehen auch mit der aktuellen Veröffentlichung voll und ganz für misanthropischen und melancholisch-dunklen Black Metal.

01. The awakening to the unknown...
02. Tyrant of nightmares
03. Intro
04. Sigils made of flesh and trees
05. Blood from the roots of forests Pt. II
06. Blood from the roots of forests Pt. I
07. Intro
08. Bleak necrotic paleness
09. Reflecting hateful energy
10. Tyrant of nightmares (Promo 2001)
11. Outro

03.10.2003

Wolfsmond - Des Düsterwaldes Reigen | 2003 | Blut & Eisen | Vinyl | Black Metal

Es braucht nicht lange beim Hören, um zu erkennen das bei Wolfsmond jemand aus betagten Zeiten von Absurd mit dabei ist. Besser gesagt an einer der beiden Gitarren und auch für den Gesang zuständig. Nun darf man aber nicht in Aberglaube verfallen und denken bei Des Düsterwaldes Reigen würde es sich um eine unmittelbare Fortsetzung handeln. Dem ist nicht so. Nach einem Demo und der Split EP mit Eternity wurde nun vor wenigen Monaten über Blut & Eisen Prod. dieses edel aufgemachte Vinyl veröffentlicht - inzwischen wurde auch über Nebelfee Klangwerke ein Silberling gepresst.

Musikalisch gehen die Vier kraftvoll aber auch sehr melodiös und mindestens ebenso düster ans Werke. Diese dauerhafte düstere und fesselnde Atmosphäre wird nicht nur einzig durch die Klänge geschaffen sondern auch zu gleichen Anteilen durch die in den Bann ziehenden Texte. Beim Hören des Albums wird man entführt durch feuchte Moorlandschaften, und fliegt durch Eiswinde und Schneestürme.

Stilistisch sind die neun Titel zumeist in ein langsames und klares Tongewand gekleidet das gut und lebhaft produziert wurde. Die beiden Gitarren sind immer deutlich und getrennt zu hören, verzaubern durch ihre Melodien und Spielweise wie auch das Bass oft hörbar und identifizierbar ist. Die Gesänge sind abwechslungsreich gestaltet - warm und ergreifend - aggressiv aber auch klar und getragen. Mit diesem ersten Album haben Wolfsmond ein wahrhaftiges Meisterwerk im deutschsprachigen Metal geschaffen ohne dabei irgendwelche Klischees und Schubladen zu bedienen. Man sollte es sich anhören und sich vom versprühenden Runenzauber hinfort tragen lassen...

01. Des Mondes Mörder
02. Wo der Tod allein thront
03. Entfesselt
04. Todesgleiche Stille
05. Düsterwald
06. Tod ohne Traum
07. Auf den Schwingen des Drachen
08. Blutmond
09. Greet the beyondworld

Wintermoon - Kingdom Of Hate | 2003 | Eigenproduktion | Kassette | Black Metal

Wintermoon ist dem Demo nach zu beurteilen, wohl eine sehr strenge und puritanische musikalische Selbstverwirklichung von Argathon, der nur für die Aufnahme auf einen Aushilfsschlagzeuger zurückgriff. Die vier Lieder sind allesamt sehr rau und düster gehalten. Kingdom of hate hört sich nicht nur wie ein richtiges Demo an sondern konzentriert sich zugleich auf die Zelebrierung von anstandslosem und Hass geschwängerten Black Metal. Die Titel sind zwar im Grunde einfach und schlicht gehalten, verlieren sich aber nicht in einem identitätslosen Aufreihen von künstlich generierten Liedern die Misanthropie verheißen. Trotz der zunächst etwas fahl auftretenden Atmosphäre erschließt sich beim Hören - der langen - Titel durchaus, dass Argathon beim Schreiben der Musik Elemente produziert hat, die Kingdom of hate von plumpen und einfallslosen Veröffentlichungen unterscheidet. Klanglich bewegt sich alles natürlich, passend zur Musik, in einem einfachen aber ehrlichen Gewand. Hier und da gibt es Defizite was Lautstärkeanpassung einzelner Spuren angeht, aber das ist nicht störend für das Demo. Abschließend bleibt zu sagen, das besonders die gesangliche Leistung - die zwar primär im Vordergrund steht - sehr interessant ausgefallen ist und für positive Überraschungen gut ist.


01. Kingdom of hate
02. The meaning of life
03. Cleansing revenge
04. The dark chamber
Einigen wird Kingdom of hate zu langweilig und ideenarm sein

, dafür werden andere aber gerade diese Eigenschaft zu schätzen wissen.
Das Demo ist für fünf Euro erhältlich.

Winterblut - Grund: Gelenkkunst | 2003 | Noble Wolve Records | CD | Black Metal

Es ist nun bereits das siebte Jahr im Bestehen von Winterblut. Diese sieben Jahre sind aber kein Zeugnis von Kontinuität wenn man den Stil der Band betrachtet. Angefangen hatte es damals mit schroffem Black Metal. Inzwischen ist man aber gereift und somit bekommt auch die Musik ein anderes Gesicht mit immer mehr Zügen und Feinheiten. Grund: Gelenkkunst ist kein Black Metal Album im klassischen und herkömmlichen Sinn. Zu sehr ist die Musik geprägt von eigenen Gedankenkonstrukten und der Individualität. So hat man hiermit einen Tonträger der die Schaffung einer eigenen Gedanken- und Gefühlswelt darstellt. Allein die Namen der Titel sind dafür wohl als repräsentativ zu bewerten.

Düstere und beklemmende Musik ist es, was man mit der aktuellen CD von Winterblut zu hören bekommt. Immer langsam, beschaulich und zumeist klar getragen durch die klare Gitarre die sich gut anhört und nicht einfach ideenlos eingespielt worden ist. Es ist leicht zu hören das viel Gefühl in die Musik hineingelegt worden ist. Genau deshalb dürfte dieses Album auch nicht jedermanns Sache sein, da es einfach zu anders, zu eigens ist. Der Gesang ist nahezu duchgehend knurrig, düster und getragen von einer abfälligen Melancholie oder Verachtung. Ein wenig wundert der seltsam anmutende Gesang, da die Produktion und der Klang ansonsten nämlich sehr gut und sauber ausgefallen sind.

Grund: Gelenkkunst ist ein bizarres Album an das man sich gewöhnen muss - wo man sich reinhören muss. Zuerst wirkt es ein wenig verspielt doch dem ist nicht so. Denn das Songwriting bietet durchaus mehr als eine eigene gedankliche und emotionale Vertonung. Man achte auf die Gitarren. Das Album dürfte wohl begeisterte Freunde genau so finden wie ächtende Feinde.

01. Die Krücken, das Irrlicht
02. Treffen beklemmend
03. Wenn ein Tropfen fällt
04. Und Sorgen zu ertragen
05. Vom endlosen Schrei
06. Am 32. September
07. Qualenduster
08. Grund Abgrund
09. 9 nahm er mit
10. Der lange Weg und der kurze Traum