26.07.2002

Ninnghizhidda - Demigod | 2002 | Displeased Records | CD | Black / Death Metal

Eine inzwischen schon etwas betagte deutsche Band hat nun nach einer langen Atempause ein neues Werk über Displeased Records veröffentlicht. Diese Band aus Marl war ja schon in den 90igern unter Eternal Dirge aktiv, haben dann aber bei dem inzwischen untergegangenem Label aus Königs Wusterhausen, Invasion Records als Ninnghizhidda das Album Blasphemy veröffentlicht. Damals konnte man noch relativ eindeutig Zusammenhänge zwischen Eternal Dirge (mit dem Album Khaos Magick) und Blasphemy heraushören. Das ist nun mit Demigod nicht mehr so einfach der Fall. Sicherlich. Wer die Band kennt, der wird sie auch wiedererkennen. Doch seit dem letzten Album (soweit ich weiß, ist es Blasphemy) hat sich musikalisch einiges getan in Marl. Ninnghizhidda hatten ja schon damals einen interessanten Sinn für symphonische Klänge, aber zugleich auch eine makante Härte die sie wunderbar arrangiert und vereint hatten. Inwzischen ist diesesy symphonische Merkmal etwas stärker in den Vordergrund getreten, aber auch andere Elemente werden jetz eifriger implementiert. So erhört man doch dann und wann beim Durchhören von Demigod das eine oder andere Soli, was so in der Form für die Band neu ist, und was dem Ganzen einen etwas rockigen Charakter gibt. Insegesamt ist es nicht einfach einen Stil für die Band zu definieren, da verschiedene Stilelemente durchgehen präsent sind. Allerdings verkommte das Werk dabei aber nicht zu einem "Versuchsalbum" an dem man sich künstlerisch austobt.

Bei Mistress of the night und The awakening kann man sogar eine etwas düster gesprochene Frauenstimme vernehmen, die stark an die Dame von Cradle Of Filth erinnert, die bei der Cruelty and the Beast ihre Stimme den Briten geliehen hat. Alles in allem bieten Ninnghizhidda eine hörenswerte und auch interessante Mischung aus blashpemisch-symphonischen Dark / Death Metal. Die Produktion ist sehr sauber und druckvoll, was der Musik auch sehr gut zu Gesicht steht. Für mich stellt dieses Album mal etwas anderes und vielleicht ein wenig auch etwas "außergewöhnliches" dar, wobei man das dann auch mit Vorsich zu genießen hat, da heutzutage ja viel zu leichtfertig mit solchen Einschätzungen umgegangen wird. Antesten sollte man das Album aber allemal, sofern man die Gelegenheit dazu hat und gern mal etwas ausgefalleneres ausprobiert.

01 - Prowling sin
02 - Fools of christ
03 - Rape
04 - Mistress of the night
05 - The awakening
06 - March of the servants
07 - Conquering what was once
08 - Demigod
09 - Siesta in a minor
10 - Ode to the horned majesty
11 - Finale

17.07.2002

Nachtmystium - Reign Of The Malicious | 2002 | Regiemental Records / Sombre Records | CD / Vinyl | Black Metal

Wenn man mal von Unholy Terrorist Cult absieht handelt es sich ja bei Reign of the Malicious um das Debutalbum von Nachtmystium. Erschienen ist es in zwei Versionen. Einmal auf CD mit 666 Kopien über Regimental Records. Und einmal als Vinyl mit anderem Frontcover und 350 Kopien über Sombre Records.

Direkt nach dem Intro geht es auch gleich los mit den schwarzen und hasserfüllten Klängen von Azentrius, dem Mann der hinter Nachtmystium steht. Sicherlich. Es ist nichts neues oder besonders außergewöhnliches. Aber dennoch versteht es die Band musikalisch zu überzeugen und ebenso in den Bann zu ziehen. Aufgefallen ist mir das schon beim ersten Demo damals. Die Band hat sozusagen das gewisse Etwas in der Musik. Sie begreifen es einfach mit ehrlicher Hingabe und dem nötigen Verständnis zur Musik zu musizieren ohne auf ein vorgefertigtes Repertoire zurückzugreifen und somit schnell dem Einheitlichen zu erliegen. Musikalisch bewegt sich Reign of the Malicious in einem aggressivem wechsel aus Mittelgeschwindigkeit und höherem Tempo. Insgesamt bin ich zwar zufrieden mit der Produktion, doch leider kommt es manchmal vor das die Stimme und die Gitarre etwas zu laut aufgenommen und abgemischt wurde. Aber stören tut es beim hören dennoch nicht wirklich.

Abschließend gibt es noch ein Coversong von Burzum der nicht schlecht umgesetzt wurde - und ein Livetitel der im November 2001 auf dem Under the Horns of Darkness" aufgenommen wurde. Eben dieser Titel war auch schon auf dem Livemitschnitt von Live Onslaught zu hören, wobei diese Version hier klanglich viel besser und richtig geil herrüberkommt.

01. Intro
02. Reign of the Malicious
03. Hateful descent
04. Call of the ancients
05. Ritual sacrifice
06. May darkness consume the earth
07. Lost Wisdom
08. Under the horns of darkness (Live)

Nachtmystium - Live Onslaught | 2002 | Majestic Twilight Creations | Kassette | Black Metal

Mit diesem Live-Angriff auf der guten alten Kassette beweisen die Amerikaner von Nachtmystium daß sie nicht zu jenden unnahbaren Bands gehören, die sich zu fein sind, um vor der niederen Meute zu spielen.

Zwar sind fünf Lieder nicht gerade viel für einen Livemitschnitt, aber dafür können sie sich qualitativ sehr gut sehen bzw. hören lassen. Zumal die Klangqualität bei Nachtmystium bisher nicht immer ein Vorzeigemerkmal war. Allerdings wirkt die Band bei diesem Livemitschnitt nicht so gewohnt aggressiv wie auf den vorangegangenen Veröffentlichungen. Dann und wann ist die Stimme klar und gemäßigt, was sich aber gut und passend anhört, aber auch die Musik an sich ist teilweise recht gedämpft und harmonisch. Das verwundert ein wenig beim Hören, obgleich es aber ein positiver Augenmerk ist.

Durch diese Verpackung bekommen die Lieder einen gewissen theatralischen Anstrich der zum Teil gar etwas tiefes wie Verzweiflung beherbergt. Zum Abschluss befindet sich auf dieser Kassette noch eine Coverversion von Black Metal ist Krieg. Allerdings in einer offenbar sehr eigenwilligen Interpretation die viel ruhiger und atmosphärischer als das Original ist.

Insgesamt ist Live Onslaught eine sehr gelungene und hörbare Live-Veröffentlichung einer (sonst) extremen Band.

01. Intro
02. Infernal fury
03. Under the horns of darkness
04. May darkness consume the earth
05. Black Metal ist Krieg (Cover from Nargaroth)

03.07.2002

Malkuth - Destroying The Symbols Of Lies | 2002 | Necrodemon Recordz | CD | Black Metal

Inzwischen haben die Brasilianer ihr drittes Album veröffentlicht. Diesmal sogar ohne eine Plattenfirma. Was man dann zu hören bekommt (gerade wenn man die Band schon kennt), ist gelinde gesagt, etwas verwunderlich. So stellt doch Destroying the Symbols of Lies ein neues musikalisches Kapitel der Band dar. So waren die beiden Vorgänger noch etwas verspielt (was mir sehr gefiehl), so präsentiert sich die Band inzwischen geprägt und zusammengewachsen in einer neuen Härte des Musikalischen. Die Produktion wurde weiterhin verbessert, die Konzeptionierung der Lieder verbessert und halt auch auf die spielerischen Elemente verzichtet. Dennoch kann man deutlich erkennen, das es sich hierbei um Malkuth handelt. Eine immernoch hierzulande wenig beachtete Band. Aber vielleicht wird sich das ja mit diesem Album langsam mal ändern, da es auch bei weitem nicht mehr so exotisch klingt, wie es noch sonst der Fall bisher war.

Trotz alldem haben sich dennoch das eine und andere Relikt aus vergangenen Tagen bis heute bewahrt, was man beispielsweise gut bei Insatiable Thirst For Blood hören. Denn da sind wieder diese absolut malkuthtypischen Riffs.

Heute spielen Malkuth einen druckvollen Black Metalder teils schnell und aggressiv ist, und teils auf ruhigere und harmonische Momente setzt, wie es aber bei der Band Tradition ist. Es ist bei weitem nicht mehr so andersartig wie noch die zwei Alben zuvor, aber trotzdem eindeutig noch ein vollkommen eigener Stil in der europäischen Landschaft.

01 - Moonblood's Domination
02 - Warpagan's Heart
03 - Burn At Midnigh
04 - Devil Killing Christ Again
05 - Golgotha In Flames
06 - Destroying the Symbols of Lies
07 - My Last Touching Battlefield
08 - Insatiable Thirst For Blood
09 - Total Wargasm

28.06.2002

Lugubrum / Finsternis - Split | 2002 | Full Moon Productions | CD | Black Metal

Weshalb auf dieser Split das komplette aktuelle Album von Lugubrum veröffentlich wurde, bleibt mir schleierhaft. Besprechen werde ich den Beitrag von Lugubrum hier nicht, da ich ja vor einiger Zeit schon Al Ghemist vor einiger Zeit rezensiert habe.

Also nun gleich zum zweiten belgischen Beitrag dieser Split. Nachdem das Intro von Finsternis verklungen ist, poltert im wahrsten Sinne des Wortes schroff/rauher Black Metal los. Eine leicht grimmige Stimme welche etwas zu sehr im Vordergrund steht bestimmt zusammen mit dem schnellen polternden Schlagzeug das bestimmen. Allerdings hört sich das gar nicht mal so schlecht an, wie es sich jetzt hier liest. Denn klingen tut das bisher nämlich ganz gut. Zumal die Gitarren nett anzuhören gespielt sind, auch wenn sie zuweilen etwas zu sehr in den Hintergrund geraten.

De Verdorvenen die Stimme fast schon zu sehr im Hintergrund. Es hat fast so den Anschein, als ob der Band bewußt wurde das auf den Stücken zuvor der Gesang zu laut war und er nun leiser eingesungen wurde.
Insgesamt ist das musikalische Konzempt der Band etwas thrash/schrummige Gitarren, gekoppelt mit dem ebenfalls etwas thrashig/polter wirkenden Drum und der ausgeprägten Stimme die Linie des Albums. Allerdings verändert sich die Klangqualität auf dem Album ein wenig. So ist ab

Abschließend bleibt zu sagen, das auf dieser CD zwei durchaus ähnliche Bands ihre Werke als Split veröffentlicht haben. Ehrlicher, rauher Black Metal der ohne Verscnörkelungen auskommt, sondern sich auf das Wesentliche beschränkt.

LUGUBRUM
01 Intrede
02 Hunted Ordure
03 St. Revel
04 Marginatus
05 Silencer Of Apices
06 Temptatie
07 Boccigh Besaait
08 Uittreding

FINSTERNIS
09 Intro
10 Haunting Hellfury
11 Grafgeraas
12 De Verdorvenen
13 Immernacht
14 De Neveloorden
15 War Witch Breeding
16 Outro

27.06.2002

Lord Belial - Angelgrinder | 2002 | No Fashion Records | CD | Black Metal

Nun haben auch die Schweden von Lord Belial ihr neustes Werk und somit insgesamt auch schon den vierten Longplayer abgefertigt. Da mir zuvor nur Kiss the Goat leicht geläufig war, wußte ich also nicht so genau was mich mit Angelgrinder erwartet. Allerdings sehe ich mich hier mit etwas konfrontiert, das ich nicht erwartete. Der Albumname und die satanische Aufmachung der Band ließen mich in die Irre führen. Es mag durchaus an der (für mich) etwas ungewöhnlichen Produktion der CD liegen, daß ich mich nicht so recht auf das Album einstimmen kann. Lord Belial gehen solide ans Werke, was man ja auch bei vier Alben erwarten dürfte. Die Songs sind alle durchgehend ausgewogen und aufeinander gut abgestimmt, so das sie innerhalb des Albums gut zu einander passen. Allerdings trübt die Produktion das Ganze enorm. Sie ist schon geradewegs irreführend. Man erwartet irgendwie den Knaller, aber es kommt einfach nichts. Die Produktion ist gut, das ist es ja. Sie ist gut, vermittelt aber ein Gefühl dsa man nicht so recht wußte was man mit ihr anfangen sollte. Es fehlt einfach das Druckvolle das sich gerade durch eine gute Produktion hätte erreichen lassen können. Und das ist es auch, auf das man vergebens wartet da es ja fälschlicher Weise suggeriert wird. Die Drums fallen gänzlich zu flach aus und erinnern mich irgendwie an einen kleinen Motorboot-Beimotor der im Leerlauf auf ein Wunder wartet.

Es ist schade, daß unter dieser merkwürdigen Produktion das gesamte Ergebnis leidet. Denn vom Aufbau her sind die Lieder interessant und wettern auch mit einigen ausgeklügelten Arrangements auf. Musikalisch stellt Angelgrinder also durchaus ein interessantes Album dar. Inwieweit einem das Soundgewand auf´s Gemüt schlägt muß jeder für sich selbst herausfinden.

01 - Intro
02 - Angelgrinder
03 - Satan divine
04 - Burn the kingdom of christ
05 - Unrelenting scourge of war
06 - Wrath of the antichrist horde
07 - Purify Sweden
08 - Ungodly passage
09 - Kingdom of inifinite grief
10 - Outro

Limbonic Art - The Ultimate Death Worship | 2002 | Nocturnal Art Productions | CD | Black Metal

Das neue Album des norwegischen Duos von Limbonic Art ist ungemein thrashiger als es mir bei den vorangegangenen Alben in Erinnerung geblieben ist. Schon gleich beim ersten Lied, welches auch das Titellied des Album ist, geht es zum Teil sehr thrashlastig zur Sache. Riffs, Breaks und Soli. Nur ist es keine Thrash Stimme, sonst könnte man fast schon meinen, man hätte es hier mit einer sehr schnellen Thrash-Combo zu tun. Dem ist aber nicht so. Vielmehr ist es ein pfeilschneller Metal mit vielen und langen schnellen Drumpassagen die zum Teil an die wahnwitzigen Drums der alten Helden Sarcofago erinnern, auch wenn das Drumming dann insgesamt doch nicht so perfekt rüberkommt. Zu dieser hyperblastigen Eigenschaft des Silberlings gesellt sich aber dennoch die bisher bekannte musikalische Mentalität der Band. Sei es bei dem Gesang oder dem Hang zu instrumentalen Einsprängseln mit flüsternden Stimmen oder Tiergeräuschen im Hintergrund.

Insgesamt ist The Ultimate Death Worship gut produziert, wie man es von Limbonic Art eigentlich auch gar nicht anders kennt. Leider kränkelt das Schlagzeug bei den Breaks im sehr hohen Tempobereich sowie bei langsameren Teilstücken der einzelnen Lieder. Es wirkt dann einfach etwas flach in der Relation zum Gesamten der Musik. Das Songwriting dagegen erscheint sehr ausgeklügelt und gut durchdacht. So sind zwar überwiegendes die schon mehrmals erwähnten schnellen Passagen zu hören, doch sind die nicht langweilig oder erdrückend, noch sind sie dauerhaft präsent. So gibt es durchaus zwischendurch ruhigere und andächtigere Momente bei denen man sich etwas gehen lassen kann.

Gerade durch diese interessant gestaltete Abwechslung auf dem Album, klingt dieses Album kraftvoll frisch und wartet mit einigen Interessanten Feinheiten auf. Wie halt z.B. die erwähnten Trashanleihen zum Anfang des Albums oder auch bei den zum Teil etwas epischen Gitarren bei Interstellar Overdrive, welches für mich das stärkste Lied des Albums ist. Dort paßt meiner Meinung nach das diesmal kraftvoll wirkende Drumming am besten mit den Riffs und dem Gesang zusammen.

Allgemein betrachtet, haben die zwei Norweger ein gutes und durchaus auch innovatives limbonisches Metal Album abgeliefert, bei dem man die Band auch wieder zweifelsfrei erkennt, auch wenn man da vielleicht erst ein paar Lieder für braucht.

01 The Ultimate Death Worship
02 Suicide Commando
03 Purgatorial Agony
04 Towards The Oblivion Of Dreams
05 Last Rite For The Silent Darkstar
06 Interstellar Overdrive
07 From Shades Of Hatred
08 Funeral Of Death

26.06.2002

Leukorrhea - Hatefucked And Tortured | 2002 | Forever Underground | CD | Death Metal

Diese amerikanische Band mit dem unaussprechlichen Namen Leukorrhea haben nun das 2001 aufgenommene Album über Forever Undergrund Records veröffentlicht. Wie schon das Cover unschwer erahnen läßt, handelt es sich hierbei nicht um klassischen Death Metal, sondern um eine Vermischung von Death Metal, und Goregrind. Aber halt auch nicht im herkömmlichen Sinne von kurzen, grunzigen Liedern, sondern vielmehr durch eine dauerhafte Intensität des druckvollen und treibenden Gesamtpakets der Musik. Denn die ist in der Tat extrem treibend. Schön kräftig, mit zum Teil vernichtend schnellen Drumparts, aber auch langsameren Stücken die von zum Teil gequälten Gitarrenriffs begleitet werden. Die Stimme ist auch nicht übertrieben bzw. extrem verzerrt und gegrunzt. Bei Hatefucked and tortured halten sich die beiden Stilelemente gekonnt die Waage was dem Album sehr zugute kommt.

Der Name des Albums macht dem Inhalt, also der Musik, alle Ehre. Brutal und direkt. Und die Tortur kann man auch wiederfinden. So ist das Gitarrenspiel für die Saiten ganz bestimmt kein Leichtes gewesen. Insgesamt hat mich die Band sehr positiv überzeugt. Das Album verfällt nicht in eine durchgehende Monotnie, sondern bietet innerhalb des Stils eine erfrischende aber zerschmetternde Abwechslung. Hoffe bald mehr von der Band zu hören.

01 Resurrect the Nekromantik
02 Mistaken Identity
03 Bloodbath of Carnage
04 Dead in the Dark
05 Hatred Foreseen
06 Tied Down and Strung Up
07 Humanity's Victim
08 Hymns of the Rotting
09 Vaginal Hemophilia