05.08.2014

Malsaint - Anti Islamist Proselytism | 2014 | Hass Weg Productions | Vinyl | Black Metal




Über die französische Gruppe MALSAINT ist mir leider nichts bekannt. Die einzig gesicherte Information ist die mir vorliegende Promo des in Kürze erscheinenden Albums „Anti Islamist Proselytism“. Das Album enthält acht Titel grimmigen Black Metals und wird ausschließlich auf Vinyl erscheinen.

MALSAINT machen musikalisch von Beginn an eine gute Figur. Die acht Lieder sind direkt und geradlinig, von der ersten Sekunde an versprühen die Franzosen eine grimmige, rohe und hasserfüllte Atmosphäre. Das Tempo ist dabei nicht einmal durchgängig hoch, obgleich es natürlich treibend schnelle Titel gibt. MALSAINT gehen aber auch mit schleppenden sowie mittelschnellen Liedern auf Fang. Ganz gleich in welchem Tempo man spielt, die Atmosphäre ist stets negativ und grimmig. Dies ist überwiegend dem eindringlichen Keifgesang sowie dem bestimmenden Riffing geschuldet. Dabei erinnern mich MALSAINT immer wieder mal an JUDAS ISCARIOT. Es ist die Kombination aus besonderen Riffs, grimmigen Gesang und roher Spielweise, welche mich erinnern macht. MALSAINT sind nicht unmelodisch, wobei die Melodik zumeist jedoch zurückhaltend ist, sich in die rohe Spielweise integriert und die Atmosphäre aus dem Hintergrund heraus bestimmt. Vereinzelt tritt die Gitarre auch in den Vordergrund, wo MALSAINT dann gar ein wenig überraschen ob der dreckigen Riffs oder Soli.

„Anti Islamist Proselytism“ ist dezidierter roher und kompromissloser Black Metal, der stilistisch und atmosphärisch an Gruppen und Veröffentlichungen rund um die Jahrtausendwende erinnert. MALSAINT überzeugen mit Schnelligkeit und Härte ebenso wie mit den schleppenden Passagen. Ich denke, es handelt sich hierbei um das Debütalbum und dafür ist es schon verdammt gut. Für Anhänger unverfälschter und direkter Klänge sowie Freunde des Vinyls absolut empfehlenswert.

1. Mystic  Blood
2. Waffen des Hasses
3. Scientia Occultans
4. Anti Islamist Proselytism
5. Ahaswerus Bastards
6. Crimen
7. Krematorium Solution
8. Sequestration

02.08.2014

Stormnatt - Omega Therion | 2014 | Self Mutilation Services / Death Temple | CD | Black Metal



Fünf Jahre sind seit dem letzten Album „The Crimson  Sacrament“ vergangen. Damals enttäuschten mich STORMNATT. Nicht so sehr weil die Darbietung schlecht gewesen wäre, sondern weil man sich entwickelt hatte und den Stil der ersten beiden Veröffentlichungen „Funeral Apocalypse“ und „Resurrection Ov The Kult“ liegen ließ. An den ersten beiden Veröffentlichungen mochte ich vor allem das Rohe und Primitive. Das traf damals genau meinen Nerv, ich liebte es einfach. Und dann kam „The Crimson Sacrament“. Es war anders, und genau das war mein Problem. Dabei ist es musikalisch gar nicht mal verkehrt gewesen, es war nur nicht das was ich erwartet hatte. Entsprechend neugierig und interessiert war ich dann im Vorfeld auch auf das neue Album „Omega Therion“. Die Enttäuschung blieb diesmal aus, im Gegenteil, STORMNATT können mich sogar positiv überraschen.

Dabei ist eines natürlich klar: „Omega Therion“ hat nicht viel mit „Funeral Apocalypse“ und „Resurrection Ov The Kult“ zu tun. Trotzdem wirkt es ganz subjektiv wie eine Mischung aus den beiden ersten Tonträgern und „The Crimson Sacrament“ auf mich. Dann und wann schimmert eine Melodie durch, die auf eine besondere Art und Weise, Rohheit und Melancholie zugleich verkörpert, das mochte ich schon immer an STORMNATT. Überdies wirkt „Omega Therion“ insgesamt wieder etwas grimmiger auf mich, was zu großen Teilen dem warmen, kehligen Gesang geschuldet ist. Er ist zwar nicht harsch oder aggressiv aber dennoch dezidiert grimmig, was wunderbar mit dem melodischen, stets leicht melancholischem Riffing harmoniert. Es gibt aber auch neues. In „The Bitter Fruit Of Deceit“ wildern STORMNATT kurzweilig im Thrash Metal und leiten das Lied mit entsprechendem Riffing ein. Das klingt gut und sorgt für etwas Abwechslung.

STORMNATT beweisen auch auf ihrer vierten Veröffentlichung ein gutes Gespür für Melodien. Daran bestand nie ein Zweifel. Im Grunde gibt es an „Omega Therion“ wenig zu bemängeln. Für meinen Geschmack würde dem Album insgesamt betrachtet etwas mehr Tempo und Härte gut stehen. Denn gerade während der schnellen Passagen kommen die Stärken STORMNATTS zu voller Geltung. Dann entfalten die Riffs, das hohe Tempo und der Gesang eine intensive und vereinnahmende Atmosphäre, wieder etwas, was mich an früher erinnert. STORMNATT bleiben sich in jedem Fall treu, wem „The Crimson Sacrament“ gefiel, dem wird ganz sicher auch „Omega Therion“ gefallen. 

1. Ascension Of The Scarlett Angel
2. Dead Soul Mediation
3. The Bitter Fruits Of Deceit
4. Omega Therion
5. Deathmagick
6. Evangelist Of The Fall - Death's Seed
7. Lost And Forgotten


Human Serpent - The Gradual Immersion In Nihilism

Human Serpent - The Gradual Immersion In Nihilism
2014 | Black Metal
Kassette | Nebular Winter Productions / Funeral Chants Productions


HUMAN SERPENT sind ein noch junger Vertreter des griechischen Black Metals. Die Gruppe gründete sich 2013 und kann bereits auf drei Veröffentlichungen zurück blicken. Das aktuellste Werk ist das Debütalbum „The Gradual Immersion In Nihilism“. Das Album enthält acht treibende Stücke griechischen Black Metals.

Das Duo verknüpft dabei die griechische Tradition des Black Metal mit Eigenständig. Der alte Geist schimmert immer wieder durch und man wird an alte Größen erinnert, aber HUMAN SERPENT belassen es nicht dabei. Die acht Titel sind zumeist geradlinig im Aufbau und gekennzeichnet von treibender Schnelligkeit. Die schnellen Parts sind grimmig und bedingungslos. Das Schlagwerk poltert eingängig, während es an der Gitarre einfache aber wirksame Riffs zu hören gibt. Gerade diese Kombination von dezenter Gitarrenmelodik und roher Schnelligkeit machen das Album interessant. HUMAN SERPENT erzeugen so eine ganz besondere Atmosphäre, die Schlichtheit, Härte und spezielle Melodik miteinander verbindet.

An die großen Namen alter Tage kommen HUMAN SERPENT natürlich nicht ran, aber man spürt den Geist, welcher der Musik inne wohnt. HUMAN SERPENT befinden sich auf dem richtigen Weg. „The Gradual Immersion In Nihilism“ ist ein kompromissloses Werk, das trotz aller Härte und Einfachheit auch durch gute, kurze atmosphärische Passagen auffällt. Es war schon immer eine Stärke des griechischen Black Metals, mystische Melodien und Atmosphären mit bestimmender Rohheit, Hässlichkeit und schlichter Eleganz zu vereinen. Dies ist auch HUMAN SERPENT gelungen. Wer den griechischen Black Metal zu schätzen weiß, sollte HUMAN SERPENT definitiv im Auge behalten. Aber auch alle anderen Freunde des kompromissloses Black Metals werden sich hieran erfreuen können.

1. I Am A Misanthrope
2. Human Serpent
3. Anti-Human Propaganda
4. Grief
5. The Untrodden Paths
6. The Gradual Immersion In Nihilism
7. All Return To Nothing
8. Chapel Of Bones

http://humanserpentofficial666.blogspot.gr/
http://nebularwinter.blogspot.de/

Rimruna - Frostbann | 2014 | Eigenproduktion | CD | Black Metal



RIMRUNA ist ein Projekt von Hiverfroid und Wintergrimm, die auch zusammen DRENGSKAPUR betreiben. Vor wenigen Wochen ist das Debütalbum „Frostbann“ erschienen, zuvor gab es noch eine limitierte Demokassette Namens „Wintarfluoh“.

„Frostbann“ ist vollgepackt mit kaltem und grimmigen Black Metal. Bereits die gut gespielte Akustikgitarreneinleitung versprüht eine winterlichte Atmosphäre und erinnert nebenbei ein wenig an „Min Hyllest Til Vinterland“ von SATYRICONS Split mit ENSLAVED. Doch richtig gut wird es dann mit dem nachfolgendem „Erkaltet“, dessen melodisches aber dreckiges Eingangsriff schon mal aufhorchen lässt. Recht bald entwickelt das Stück volle Fahrt und RIMRUNA rasen grimmig dahin. Die Gitarren erklingen kalt und leicht melodisch, während das Schlagwerk nur so hämmert und peitscht. „Erkaltet“ ist aber nicht nur rasend, es gibt auch langsame und atmosphärische Passagen mit klaren Melodien.

Recht schnell wird das vielfältige Songwriting deutlich. Rhythmisch und harmonisch ist „Frostbann“ ein sehr reichhaltiges Album. Obwohl der Black Metal rau, grimmig und kalt ist, haben RIMRUNA ihren Kompositionen einen immensen Detailreichtum verpasst. Es gibt eine Vielzahl an Riffs, Melodien und rhythmischen Variationen. Das Tempo ist zwar häufig sehr hoch, aber niemals überbordend monoton. Es gibt zwar sehr dezidierte Passagen rasender Aggression, doch selbst diese sind durch feines und vielfältiges Spiel am Schlagwerk wahrlich nicht plump. Und trotz der Komplexität wirkt das Ganze geradlinig und direkt. Es ist RIMRUNA großartig gelungen, grimmige Wut mit Melodik und viel Härte zu kombinieren. Manchmal erinnert mich das Zusammenspiel von melodischem Riff und grimmig krächzendem Gesang an BILSKIRNIR, andernorts erinnern die Zwei mich dann atmosphärisch an norwegische Gruppen. Trotz allem klingen RIMRUNA letztlich eigenständig. Warum man RIMRUNA neben DRENGSKAPUR betreibt, bleibt jedoch offen. Stilistisch sind sich beide Gruppen ähnlich, obgleich es im Detail sicherlich Unterschiede gibt. Grimmig und kalt sind beide, aber vielleicht sind RIMRUNA partiell etwas dreckiger, härter und aggressiver. Es gibt auf „Frostbann“ den einen und anderen Part, der bitterböse, brutal und hasserfüllt klingt. Andererseits gibt es aber auch auf „Frostbann“ ruhige und atmosphärische Klänge und auch „Der Urgewalten Werk“ von DRENGSKAPUR kann rigoros und heftig sein.

Wie dem auch sei, „Frostbann“ ist ein rundum gelungenes, ansprechendes und überzeugendes Album. Lediglich ein, zwei Lieder wirken womöglich etwas zu sehr in die Länge gezogen, doch darüber kann man ob der Qualitäten getrost hinweg sehen. „Frostbann“ ist ein erstklassiges Album, nicht nur spielerisch und musikalisch, auch der Klang ist sehr gut, vor allem das Schlagwerk möchte ich an dieser Stelle hervorheben, da es schön kräftig zur Geltung kommt.


1. Aus den Wolken herab
2. Erkaltet
3. Frostbann
4. Winters Macht
5. Eisiger Sturmwind
6. Aus dunklen Tiefen
7. Die Sage vom ewigen Eis
8. Weiße Weiten

01.08.2014

From Beyond The Cerecloth #4



Obwohl die Ausgabe #4 des Printmagazins „From Beyond The Cerecloth“ vor über einem Jahr erschien, ist es nach wie vor die aktuelle Nummer. Es ist ein kleines und feines Fanzine, das sich musikalisch auf Death Metal und Doom konzentriert und deren Hauptaugenmerk auf langen und ausführlichen Interviews im Death Metal und Doom liegt. Es kommt im handlichen A5 Format und wurde auf dickem, rauem Papier gedruckt. Es umfasst 64 Seiten und beinhaltet überdies ein kleines Fotoheft, welches Fotografien von Grabplastiken und klug ausgewählte Zitate enthält.

Interviews wurden mit den folgenden Gruppen geführt: Head Of The Demon, Manipulator, Ignivomous, Nethilith, Ramesses sowie Helheim. Das ist eine interessante Mischung von bekannten und unbekannten Gruppen. Die Gespräche sind allesamt interessant und auf plumpe Fragen wurde verzichtet, und auch die Musiker die Rede und Antwort stehen mussten, waren zum Glück nicht mundfaul. Auch wenn die Interviews in den Jahren 2011 und 2012 geführt wurden, sind sie auch heute noch lesenswert.

Das „From Beyond The Cerecloth“ besteht zwar hauptsächlich aus Interviews, aber nicht nur. Es gibt auch ein paar Plattenkritiken zu bekannten und unbekannten Gruppen, wobei auch zwei ältere Werke und Klassiker dem womöglich noch jungen Leser näher gebracht werden.  Abschließend gibt es noch den ausführlichen und mehrteiligen Artikel „Hört, hört! Was rumpelt in der Kiste?“, in dem die Kultur und Geschichte deutschen Friedhofwesens behandelt wird. Der Artikel ist glücklicherweise frei von verklärter Romantik und depressivem Kitsch. Stattdessen erfährt der Leser etwas über mittelalterliche Kirchhöfe, Kirchenpolitik, Volksglauben, Bestattungsriten und noch einiges mehr. Wenn das Interesse am Thema erweckt wurde, gibt es auch noch Angaben zu weiterführender Literatur.

Das  „From Beyond The Cerecloth“ ist ein gelungenes, kleines und feines Fanzine. Es überzeugt inhaltlich als auch haptisch und optisch. Das Papier fühlt sich schön an, die Gestaltung der Texte und Illustrationen ist ansprechend und abwechslungsreich. Es steckt viel Leidenschaft und Idealismus im Heft, welches für sagenhafte 4 Euro (inkl. Versand) direkt beim Schöpfer geordert werden kann: frombeyondipp@gmx.de