Nach vierjähriger Stille melden sich URNA mit Verstärkung zurück. Neu,
von PROGENIE TERRESTRE PURA hinzugestoßen ist Bassist Eon[0]. Mit der
Musik von PTP hat URNAS viertes Album allerdings nichts zu tun. Die
Italiener ergeben sich nach wie vor dunklem Black/Doom Metal der
Grenzen verwischt und in ein eigenes klangliches Universum führt. Als
ich 2006 Sepulcrum
zum ersten Mal hörte, hat es mich beinahe umgehauen, so böse und
intensiv empfand ich damals die verstörende Musik URNAS. Drei Jahre
später erschien der Nachfolger Iter Ad Lucem,
der wesentlich atmosphärischer ausfiel und die bizarre Hässlichkeit
nur noch in Teilen aufwies. Entsprechend gespannt war ich, wie es sich
nun mit dem neuen Werk Mors Principium Est verhalten würde.
Mors Principium Est ist im Vergleich zu Sepulcrum
moderat ausgefallen, es ist sofort spürbar weniger rau, bizarr und
obskur. Allerdings ist es auch nicht so offen atmosphärisch wie Iter Ad Lucem,
stattdessen entpuppt sich das neue Album als ein düsteres und sehr
schweres Werk, das von einer gewissen Ernsthaftigkeit und steten, festen
Umklammerung des Dunklen geformt zu sein scheint. Die Lieder sind sehr
lang und langsam und werden mit einer besonnen wirkenden, in sich
gekehrten Ruhe vorgetragen. Der tief und dunkel verzerrte Gesang ist
nur sehr leise zu hören und fällt kaum ins Gewicht - was ihm eine
gewisse Eindringlichkeit verleiht.
Musikalisch sind die Stücke nicht unharmonisch, jedoch ist die
atmosphärische Ausgestaltung und Melodieführung komplex und nicht
geradlinig. Der Rhythmus ist überaus schleppend, während die Gitarren
sowohl sphärische Harmonien als auch dunkle und schwere Riffs spielen.
Oft ist beides gleichzeitig zu hören, was für eine spezielle Spannung
sorgt, da man nicht ahnt wie dies aufgelöst werden wird. Durch die sehr
ernste Umsetzung lassen sich URNA kaum zu besonderen Arrangements
verleiten, die etwa überraschen würden oder einen markanten Punkt
setzen. Dadurch wirkt das Album als Gesamtwerk zwar sehr stimmig aber
auch etwas trist. Mors Principium Est ist sehr schwere Kost, die in einem konstantem Fluss daher strömt. Im Vergleich zu Sepulcrum vermisse ich besondere Momente und bizarre Überraschungen. Mit dem numerisch betitelten Lied 137 = 73 + 64 weichen URNA zwar ein wenig vom restlichen Album ab, doch ist das Lied nicht besonders verstörend.
Vielleicht sind URNA einfach erwachsener geworden und das Bizarre
und Wilde ist einer betrübten, latenten Schwermut gewichen. So wirkt Mors Principium Est jedenfalls.
Auch wenn Extreme, Ausreißer und Kontraste kaum vorhanden sind, ist es
dennoch ein sehr düsteres und schweres Album welches eine sehr dichte
Atmosphäre besitzt. Zudem kommt das beste Lied als letztes. Mit Fui Sum Ero
endet das Album ein wenig experimentell, stilübergreifend und schräg,
was ich sehr gut finde, da es trotzdem hochgradig düster ist und am
Ende des Albums dann doch für das gewisse Etwas sorgt.
01. Omnis infinita mens est gremium et sepolcrum universi
02. Ego sum templum et principium omniae rei
03. Intermezzo
04. Octo sunt grados ad càpere fine cycli magni
05. 137 = 73 + 64
06. Fui Sum Ero
http://www.urnaproject.it/
http://www.atmf.net/
21.10.2013
Gnaw - Horrible Chamber | 2013 | Seventh Rule Recordings | CD/Vinyl | Doom Metal/Noise
GNAW sind ein neuer Vertreter des fiesen und derben Doom Metals der vor
allem gesanglich in Richtung KHANATE geht, was schlicht und einfach
daran liegt, das Alan Dubin (einst Sänger von KHANATE) für den Gesang
verantwortlich ist. GNAW hingegen treiben es mit der Langsamkeit aber
nicht ganz so heftig auf die Spitze wie KHANATE, wirken deshalb aber
nicht unbedingt freundlicher.
Horrible Chamber ist ein Album, welches trotz der zähen und schleppenden Langsamkeit dröhnend sowie lärmend ist. Mit dem ersten Stück Humming beginnen GNAW stark beeinflusst von Noise und Industrial, was gemeinsam mit Dubins derbem Gesang schon allein düster und verstörend ist. Im nachfolgendem Of Embers stehen zwar bleischwere Riffs und ein zäher Rhythmus in Mittelpunkt, was die Sache aber nicht aufhellt. Sehr kraftvoll, sehr zäh und überaus schwer, was sich hier mühevoll aus den Lautsprechern quält. Mir ist die Musik von KHANATE nicht mehr sonderlich präsent im Gedächtnis, doch GNAW klingen mit ihrem fiesem Doom, der klanglich etwas rau und dreckig ist, einfach nur kaputt und morbide. Und das, obwohl Of Embers strukturell ein sehr übersichtliches, ja geradezu minimalistisches Lied ist, welches mit wenigen Riffs und geradliniger Ausrichtung auskommt.
Die Musik ist gekennzeichnet durch rau klingende Gitarren und einem monströsem Bass, der sich bebend ausbreitet und gemeinsam mit den wiederkehrenden, dezenten Noise-Elementen für ein verstörendes Klangerlebnis sorgt. Die Klangproduktion gefällt mir ohnehin sehr gut, da sie einerseits sehr kraftvoll und mächtig ist, andererseits aber punktuell auch ein wenig Live-Atmosphäre aufkommen lässt. Zudem empfinde ich die leichte Durchmischung von Doom, Drone und Noise als gelungen, zumal eher traditioneller Doom ab und zu durchschimmert.
Horrible Chamber ist kein sonderlich originelles Album aber ein ehrliches, fieses und dreckiges Stück Doom Metal mit einer sehr intensiven, makabren Atmosphäre. Ich denke, wer Gruppen wie KHANATE mag oder verstörenden Doom grundsätzlich gut findet, kann sich mit Horrible Chamber über neues Futter freuen.
https://www.facebook.com/Gnawtheband
http://www.seventhrule.com/
Horrible Chamber ist ein Album, welches trotz der zähen und schleppenden Langsamkeit dröhnend sowie lärmend ist. Mit dem ersten Stück Humming beginnen GNAW stark beeinflusst von Noise und Industrial, was gemeinsam mit Dubins derbem Gesang schon allein düster und verstörend ist. Im nachfolgendem Of Embers stehen zwar bleischwere Riffs und ein zäher Rhythmus in Mittelpunkt, was die Sache aber nicht aufhellt. Sehr kraftvoll, sehr zäh und überaus schwer, was sich hier mühevoll aus den Lautsprechern quält. Mir ist die Musik von KHANATE nicht mehr sonderlich präsent im Gedächtnis, doch GNAW klingen mit ihrem fiesem Doom, der klanglich etwas rau und dreckig ist, einfach nur kaputt und morbide. Und das, obwohl Of Embers strukturell ein sehr übersichtliches, ja geradezu minimalistisches Lied ist, welches mit wenigen Riffs und geradliniger Ausrichtung auskommt.
Die Musik ist gekennzeichnet durch rau klingende Gitarren und einem monströsem Bass, der sich bebend ausbreitet und gemeinsam mit den wiederkehrenden, dezenten Noise-Elementen für ein verstörendes Klangerlebnis sorgt. Die Klangproduktion gefällt mir ohnehin sehr gut, da sie einerseits sehr kraftvoll und mächtig ist, andererseits aber punktuell auch ein wenig Live-Atmosphäre aufkommen lässt. Zudem empfinde ich die leichte Durchmischung von Doom, Drone und Noise als gelungen, zumal eher traditioneller Doom ab und zu durchschimmert.
Horrible Chamber ist kein sonderlich originelles Album aber ein ehrliches, fieses und dreckiges Stück Doom Metal mit einer sehr intensiven, makabren Atmosphäre. Ich denke, wer Gruppen wie KHANATE mag oder verstörenden Doom grundsätzlich gut findet, kann sich mit Horrible Chamber über neues Futter freuen.
https://www.facebook.com/Gnawtheband
http://www.seventhrule.com/
Germ - Grief | 2013 | Eisenwald | CD | Black Metal
Viele dürften das neue Album von GERM wohl mit großer Spannung erwarten. Am 21. Oktober ist es soweit und mit Grief steht nach nur einem Jahr der Nachfolger von Wish im Handel. Für mich war Wish
damals ein großartiges Album, gerade und vor allem der unorthodoxen,
experimentellen Herangehensweise wegen, die Black Metal mit Elektronik
sowie orchestraler Untermalung verband. Wish war zweifelsohne
ein intensives und emotionales Album. Diesen Ansatz verfolgt GERM auf
dem neuen Werk zwar nach wie vor, allerdings mit etwas anderen Mitteln.
Auf Grief steht (wieder) der Black Metal vermehrt im Mittelpunkt. Es lassen sich deutlich Tims Jahre bei AUSTERE heraushören. Es gibt viele Passagen die mich stark an den tristen depressiven Black Metal von AUSTERE erinnern, allem voran der stark verzerrte Kreischgesang. Im Gegenzug fehlen die luftigen Synthesizerklänge des Debüts komplett, was ich persönlich sehr bedauere. Stattdessen ist Audrey Sylvain von AMESOEURS in zwei Liedern zu hören, was mir überhaupt nicht gefällt. Denn hier klingt GERM ebenso rockig und betont melancholisch, wie eben auch AMESOEURS. Für mich ist das nichts Ansprechendes, im Gegenteil, es stößt mich irgendwie ab. Ich kann mit dieser Verbindung und Vermischung aus Black Metal, Depressive Rock und irgendeinem Post-Metal-Gedudel nicht viel anfangen. Dazu passt auch das sehr ruhige Stück How Can I?, in dem seichtes Piano und Tims Klargesang zu hören sind, was auf mich sehr balladesk wirkt und mich irgendwie kitschig an „November Rain“ von Guns `N Roses erinnert.
Für mich ist Grief ein enttäuschendes Werk. Gerade die Sachen die ich so an Wish mochte fehlen hier leider gänzlich und da mich einzelne Passagen auch stark an AUSTERE erinnern, mit denen ich ebenfalls nie so richtig warum wurde, finde ich einfach keinen Zugang zur Klangwelt GERMS. Die Lieder sind gefühlvoll, teilweise auch intensiv und GERM versteht es zweifelsfrei eine Art Spannungsbogen aufzubauen, nur spricht er mich damit nicht an.
https://www.facebook.com/germofficial
http://www.eisenton.de/
Auf Grief steht (wieder) der Black Metal vermehrt im Mittelpunkt. Es lassen sich deutlich Tims Jahre bei AUSTERE heraushören. Es gibt viele Passagen die mich stark an den tristen depressiven Black Metal von AUSTERE erinnern, allem voran der stark verzerrte Kreischgesang. Im Gegenzug fehlen die luftigen Synthesizerklänge des Debüts komplett, was ich persönlich sehr bedauere. Stattdessen ist Audrey Sylvain von AMESOEURS in zwei Liedern zu hören, was mir überhaupt nicht gefällt. Denn hier klingt GERM ebenso rockig und betont melancholisch, wie eben auch AMESOEURS. Für mich ist das nichts Ansprechendes, im Gegenteil, es stößt mich irgendwie ab. Ich kann mit dieser Verbindung und Vermischung aus Black Metal, Depressive Rock und irgendeinem Post-Metal-Gedudel nicht viel anfangen. Dazu passt auch das sehr ruhige Stück How Can I?, in dem seichtes Piano und Tims Klargesang zu hören sind, was auf mich sehr balladesk wirkt und mich irgendwie kitschig an „November Rain“ von Guns `N Roses erinnert.
Für mich ist Grief ein enttäuschendes Werk. Gerade die Sachen die ich so an Wish mochte fehlen hier leider gänzlich und da mich einzelne Passagen auch stark an AUSTERE erinnern, mit denen ich ebenfalls nie so richtig warum wurde, finde ich einfach keinen Zugang zur Klangwelt GERMS. Die Lieder sind gefühlvoll, teilweise auch intensiv und GERM versteht es zweifelsfrei eine Art Spannungsbogen aufzubauen, nur spricht er mich damit nicht an.
https://www.facebook.com/germofficial
http://www.eisenton.de/
07.10.2013
Lustre - A Spark Of Times Of Old | 2013 | ATMF | CD | Ambient Black Metal
Die Serie an Veröffentlichungen aus dem Hause LUSTRE reißt nicht ab. Erst vor kurzem erschien Wonder und nun gibt es eine MCD, bestehend aus einem einzigen langen Lied. Von Wonder war ich positiv überrascht, war es für mich bis dato das beste Gehörte von LUSTRE.
A Spark Of Times Of Old geht in eine ähnliche Richtung. Das Stück ist sehr ruhig und wird durch sanfte Harmonien getragen, die auf der einen Seite etwas verträumt sind, andererseits aber auch eine gewisse Schwere erkennen lassen. Die synthetisch erzeugte Grundmelodie durchzieht das komplette Lied, weshalb es sehr eingängig und minimalistisch wirkt. Über weite Strecken ist es schaurig schöner Ambient Black Metal zum Abschalten. Lediglich zwei Mal ist kurzweilig Kreischgesang zu hören, welcher der Musik etwas Robustes aufzwingt. Obwohl die Harmonie und Atmosphäre schön ist, fehlt mir hier auf die Dauer etwas. Auf Wonder mochte ich die Abwechslung zwischen den einzelnen Titeln, dies fehlt auf A Spark Of Times Of Old jedoch gänzlich.
Diese EP ist ganz sicher nur etwas für Anhänger LUSTRES. Mir ist die Scheibe ob der fehlenden Abwechslung einfach zu langweilig, wobei ich die Grundmelodie durchaus zu schätzen weiß. Es ist ruhiger Ambient Black Metal wie man ihn von LUSTRE erwartet und kennt.
01. A Spark Of Times Of Old
https://www.facebook.com/lustresweden
http://www.atmf.net/
A Spark Of Times Of Old geht in eine ähnliche Richtung. Das Stück ist sehr ruhig und wird durch sanfte Harmonien getragen, die auf der einen Seite etwas verträumt sind, andererseits aber auch eine gewisse Schwere erkennen lassen. Die synthetisch erzeugte Grundmelodie durchzieht das komplette Lied, weshalb es sehr eingängig und minimalistisch wirkt. Über weite Strecken ist es schaurig schöner Ambient Black Metal zum Abschalten. Lediglich zwei Mal ist kurzweilig Kreischgesang zu hören, welcher der Musik etwas Robustes aufzwingt. Obwohl die Harmonie und Atmosphäre schön ist, fehlt mir hier auf die Dauer etwas. Auf Wonder mochte ich die Abwechslung zwischen den einzelnen Titeln, dies fehlt auf A Spark Of Times Of Old jedoch gänzlich.
Diese EP ist ganz sicher nur etwas für Anhänger LUSTRES. Mir ist die Scheibe ob der fehlenden Abwechslung einfach zu langweilig, wobei ich die Grundmelodie durchaus zu schätzen weiß. Es ist ruhiger Ambient Black Metal wie man ihn von LUSTRE erwartet und kennt.
01. A Spark Of Times Of Old
https://www.facebook.com/lustresweden
http://www.atmf.net/
30.09.2013
Stortregn - Evocation Of Light | 2013 | Apocalyptic Art / Great Dane Records | Kassette / CD | Black Metal
Mit dem vor zwei Jahren erschienenem Debütalbum Uncreation
konnten mich STORTREGN aus der Schweiz nicht wirklich von sich
überzeugen. Nicht, weil sie etwa unfähig wären ein Instrument zu
spielen, sondern weil ich diesen schwedischen und melodischen Stil Black
Metal zu spielen nicht sonderlich mag. Nun ist mit Evocation Of Light der Nachfolger erschienen und STORTREGN knüpfen nahtlos am Vorgänger an.
STORTREGN spielen nach wie vor dynamischen und kraftvollen Black Metal, der riffbetont, melodisch und abwechslungsreich ist. Wer Gruppen wie DISSECTION oder IN FLAMES mag, wird hiermit voll auf seine Kosten kommen. Evocation Of Light ist rhythmisch und melodisch ein sehr vielfältiges Album auf dem es keine Form des Stillstands gibt. Stattdessen ist stets etwas in Bewegung, gerade das melodische Gitarrenspiel fällt sehr fokussiert auf und erinnert immer wieder an DISSECTION. Trotz des hohen melodischen Faktors vergessen STORTREGN aber die Härte nicht. Es gibt zahlreiche schnelle und harte Einlagen die zur Abwechslung beitragen und den melodischen Moment aufbrechen.
STORTREGN verstehen ihr Handwerk zweifelslos, das anspruchsvolle und riffbetonte Gitarrenspiel ist sehr flüssig und auch am Schlagwerk gibt man sich keine Blöße. Die Lieder sind abwechslungsreich, es gibt viel Härte und antreibende Stücke. Aber über allem liegt eben diese spezielle schwedische Melodik, für die man sich begeistern muss, was mir persönlich einfach nicht gelingt. Evocation Of Light ist kein schlechtes und ein gut gespieltes Album, aber es sagt mir stilistisch nicht zu. Wer schwedische Bands wie DISSECTION, IN FLAMES oder NAGLFAR mag, wird STORTREGN sicherlich auch mögen. Mir ist es mit der Melodik jedenfalls zu viel, ich kann auch schon lange nicht mehr DISSECTION hören. Irgendwann war es einfach vorbei.
Neben der regulären CD-Version gibt es auch eine, auf 111 Stück, limitierte Pro-Kassetten-Version mit einem Bonusstück.
01. Inner black flame
02. Epitaph - An evocation of light
03. Between shadow and soul
04. Negative theology
05. Moonshade
06. A mournful saraband
07. So much dust...
08. Thoroughfares
09. The call
10. Like a drap of blood on crystal ice (Nur auf Kassette)
http://www.stortregn.com/
http://www.greatdanerecs.com/
http://www.apocalyptic-art.de/
STORTREGN spielen nach wie vor dynamischen und kraftvollen Black Metal, der riffbetont, melodisch und abwechslungsreich ist. Wer Gruppen wie DISSECTION oder IN FLAMES mag, wird hiermit voll auf seine Kosten kommen. Evocation Of Light ist rhythmisch und melodisch ein sehr vielfältiges Album auf dem es keine Form des Stillstands gibt. Stattdessen ist stets etwas in Bewegung, gerade das melodische Gitarrenspiel fällt sehr fokussiert auf und erinnert immer wieder an DISSECTION. Trotz des hohen melodischen Faktors vergessen STORTREGN aber die Härte nicht. Es gibt zahlreiche schnelle und harte Einlagen die zur Abwechslung beitragen und den melodischen Moment aufbrechen.
STORTREGN verstehen ihr Handwerk zweifelslos, das anspruchsvolle und riffbetonte Gitarrenspiel ist sehr flüssig und auch am Schlagwerk gibt man sich keine Blöße. Die Lieder sind abwechslungsreich, es gibt viel Härte und antreibende Stücke. Aber über allem liegt eben diese spezielle schwedische Melodik, für die man sich begeistern muss, was mir persönlich einfach nicht gelingt. Evocation Of Light ist kein schlechtes und ein gut gespieltes Album, aber es sagt mir stilistisch nicht zu. Wer schwedische Bands wie DISSECTION, IN FLAMES oder NAGLFAR mag, wird STORTREGN sicherlich auch mögen. Mir ist es mit der Melodik jedenfalls zu viel, ich kann auch schon lange nicht mehr DISSECTION hören. Irgendwann war es einfach vorbei.
Neben der regulären CD-Version gibt es auch eine, auf 111 Stück, limitierte Pro-Kassetten-Version mit einem Bonusstück.
01. Inner black flame
02. Epitaph - An evocation of light
03. Between shadow and soul
04. Negative theology
05. Moonshade
06. A mournful saraband
07. So much dust...
08. Thoroughfares
09. The call
10. Like a drap of blood on crystal ice (Nur auf Kassette)
http://www.stortregn.com/
http://www.greatdanerecs.com/
http://www.apocalyptic-art.de/
16.09.2013
Lustre - Wonder | 2013 | Nordvis Produktion | CD | Ambient Black Metal
Mitte September wird ein neues Album vom schwedischen Projekt LUSTRE erscheinen. Es trägt den kurzen Namen Wonder und enthält vier, jeweils um die zehn Minuten lange Stücke der üblichen Machart. Wonder ist sehr atmosphärisch und dabei zugleich düster, oftmals auch hypnotisch und beschwörend.
Mit der Eröffnungstitel Moonlit Meadow beginnt das Album sehr eindringlich. Obwohl sich LUSTRE seinem Stil absolut treu geblieben ist, empfinde ich die Vermischung von atmosphärischem Ambient und düsterem Black Metal in dem Lied als sehr gelungen. Schuld daran trägt vor allem die überaus ruhig gespielte Klargitarre, die begleitend und hypnotisch zu hören ist und deren einfache Melodie überaus wirksam und hochgradig schwermütig ist. Die monotone Keyboarduntermalung tut ihr übriges um Moonlit Meadow zu einem schweren, düsteren Brocken zu machen.
Wonder ist ein ruhiges und eher unauffällig arrangiertes und umgesetztes Werk, welches auf dezent akzentuierte Harmonien und Stimmungen setzt. Auf früheren Werken fand ich das teilweise langweilig oder mir missfielen die Melodien, was diesmal anders ist. Die langen und langsamen Harmonien, phasenweise auf der Stelle tretend und monoton, wirken diesmal sehr bedächtig, grüblerisch und auf eine sehr subtile, tiefgreifende Art und Weise gefühlvoll, die alles andere als plakativ ist. Der Ambient ist auf Wonder eher sekundär und stellt lediglich ein atmosphärisches Element dar, weshalb man hier auch von atmosphärischem und düsterem Black Metal sprechen kann.
Für mich ist Wonder bisher die beste Veröffentlichung LUSTRES die ich zu Gehör bekommen habe. Wonder ist dezenter und ruhiger in seiner Melodieführung als etwa Of Strength And Solace, wo das Keyboard viel lauter, zentraler und aufdringlicher war. Wonder ist deshalb eher mit They Awoke The Scent Of Spring zu vergleichen, wobei ich Wonder in seiner Gesamtheit wesentlich stimmiger und ausgefeilter empfinde. Die Harmonien und Melodien von Wonder strotzen nur so vor Melancholie und innerer Einkehr. Die Musik ist traurig und schön zugleich.
01. Moonlit meadow
02. Green worlds
03. A summer night
04. Petrichor
http://www.nordvis.com/
https://www.facebook.com/lustresweden
Mit der Eröffnungstitel Moonlit Meadow beginnt das Album sehr eindringlich. Obwohl sich LUSTRE seinem Stil absolut treu geblieben ist, empfinde ich die Vermischung von atmosphärischem Ambient und düsterem Black Metal in dem Lied als sehr gelungen. Schuld daran trägt vor allem die überaus ruhig gespielte Klargitarre, die begleitend und hypnotisch zu hören ist und deren einfache Melodie überaus wirksam und hochgradig schwermütig ist. Die monotone Keyboarduntermalung tut ihr übriges um Moonlit Meadow zu einem schweren, düsteren Brocken zu machen.
Wonder ist ein ruhiges und eher unauffällig arrangiertes und umgesetztes Werk, welches auf dezent akzentuierte Harmonien und Stimmungen setzt. Auf früheren Werken fand ich das teilweise langweilig oder mir missfielen die Melodien, was diesmal anders ist. Die langen und langsamen Harmonien, phasenweise auf der Stelle tretend und monoton, wirken diesmal sehr bedächtig, grüblerisch und auf eine sehr subtile, tiefgreifende Art und Weise gefühlvoll, die alles andere als plakativ ist. Der Ambient ist auf Wonder eher sekundär und stellt lediglich ein atmosphärisches Element dar, weshalb man hier auch von atmosphärischem und düsterem Black Metal sprechen kann.
Für mich ist Wonder bisher die beste Veröffentlichung LUSTRES die ich zu Gehör bekommen habe. Wonder ist dezenter und ruhiger in seiner Melodieführung als etwa Of Strength And Solace, wo das Keyboard viel lauter, zentraler und aufdringlicher war. Wonder ist deshalb eher mit They Awoke The Scent Of Spring zu vergleichen, wobei ich Wonder in seiner Gesamtheit wesentlich stimmiger und ausgefeilter empfinde. Die Harmonien und Melodien von Wonder strotzen nur so vor Melancholie und innerer Einkehr. Die Musik ist traurig und schön zugleich.
01. Moonlit meadow
02. Green worlds
03. A summer night
04. Petrichor
http://www.nordvis.com/
https://www.facebook.com/lustresweden
09.09.2013
Nocturnal Damnation - Desecration, Crucifixion, Perversion | 2013 | Dunkelheit Produktionen | CD | Black/Death Metal
Dies ist wahrlich harter Tobak und nichts für schwache Nerven. Desecration, Crucifixion, Perversion
heißt dieses Debütalbum des südkoreanischen Duos NOCTURNAL DAMNATION.
Sie selbst beschreiben ihre Musik als Nuclear War Metal und richten
sich an Fans von Gruppen wie CONQUEROR, REVENGE, BLASPHEMY oder auch
BESTIAL WARLUST.
Desecration, Crucifixion, Perversion ist ein hässliches, fieses und überaus lärmendes Album mit rohem Klang und jeder Menge Aggression. Der Terminus Nuclear War Metal trifft den Kern der Angelegenheit ziemlich gut, da NOCTURNAL DAMNATION mit ihrer Musik keine Gefangenen machen und jegliche Menschlichkeit qualvoll ausmerzen. NOCTURNAL DAMNATION sind nicht nur musikalisch heftig und hart, auch der rohe und dreckige Klang trägt zur bestialischen Atmosphäre des Werkes bei. NOCTURNAL DAMNATION erfinden das Rad nicht neu und reihen sich in die Riege jener Gruppen ein, die sich dieser besonders verstörenden und brutalen Mischform aus Black und Death Metal verschrieben haben. Das Spiel an den Instrumenten ist überwiegend einfach und vor allem zweckmäßig, was nicht nur puristisch wirkt sondern und vor allem auch böse und verstörend. Es wurden immer wieder mal qualvolle Soli eingestreut oder grotesk verzerrtes Geschreie und Gegurgel implementiert, was das Kranke und Bestialische nur unterstreicht.
Um das Album genießen zu können muss man halt eine Vorliebe für die Musik der oben genannten Bands mitbringen, ansonsten empfindet man das Ganze nur als Schrott und es platzt einem schlicht der Kopf. Also Bonus enthält das Album die komplette Demo Sadogoat Warmageddon Command, die sich zu meiner Überraschung klanglich und qualitativ kaum vom Album unterscheidet. Wer auf wirklich extremen Black/Death Metal mit entsprechendem Klang steht, sollte sich diese Veröffentlichung nicht entgehen lassen, morbider und kaputter geht es kaum und die gut gestaltete CD beinhaltet zudem noch ein gefaltetes Poster.
01. Intro: Prelude to Nöcturnal Damnatiön / Mephisto Enthroned
02. Nuclear Desecration
03. Crucifixion & Sodomy
04. Fornication Of The Black Mass
05. Black Destruction
06. Iron Baphomet's Demoniac Reign / Outro: Atomik Weapons Onslaught (Devastation Of Heaven)
07. Satanic War Metal
08. The Almighty Sathanas
09. Apocalyptic Nuclear War
Desecration, Crucifixion, Perversion ist ein hässliches, fieses und überaus lärmendes Album mit rohem Klang und jeder Menge Aggression. Der Terminus Nuclear War Metal trifft den Kern der Angelegenheit ziemlich gut, da NOCTURNAL DAMNATION mit ihrer Musik keine Gefangenen machen und jegliche Menschlichkeit qualvoll ausmerzen. NOCTURNAL DAMNATION sind nicht nur musikalisch heftig und hart, auch der rohe und dreckige Klang trägt zur bestialischen Atmosphäre des Werkes bei. NOCTURNAL DAMNATION erfinden das Rad nicht neu und reihen sich in die Riege jener Gruppen ein, die sich dieser besonders verstörenden und brutalen Mischform aus Black und Death Metal verschrieben haben. Das Spiel an den Instrumenten ist überwiegend einfach und vor allem zweckmäßig, was nicht nur puristisch wirkt sondern und vor allem auch böse und verstörend. Es wurden immer wieder mal qualvolle Soli eingestreut oder grotesk verzerrtes Geschreie und Gegurgel implementiert, was das Kranke und Bestialische nur unterstreicht.
Um das Album genießen zu können muss man halt eine Vorliebe für die Musik der oben genannten Bands mitbringen, ansonsten empfindet man das Ganze nur als Schrott und es platzt einem schlicht der Kopf. Also Bonus enthält das Album die komplette Demo Sadogoat Warmageddon Command, die sich zu meiner Überraschung klanglich und qualitativ kaum vom Album unterscheidet. Wer auf wirklich extremen Black/Death Metal mit entsprechendem Klang steht, sollte sich diese Veröffentlichung nicht entgehen lassen, morbider und kaputter geht es kaum und die gut gestaltete CD beinhaltet zudem noch ein gefaltetes Poster.
01. Intro: Prelude to Nöcturnal Damnatiön / Mephisto Enthroned
02. Nuclear Desecration
03. Crucifixion & Sodomy
04. Fornication Of The Black Mass
05. Black Destruction
06. Iron Baphomet's Demoniac Reign / Outro: Atomik Weapons Onslaught (Devastation Of Heaven)
07. Satanic War Metal
08. The Almighty Sathanas
09. Apocalyptic Nuclear War
Begrafven - Begrafven | 2013 | Eigenproduktion | CD | Black Metal
BEGRAFVEN ist ein neues schwedisches Trio, welches mit der
selbstbetitelten Demo debütiert. Bis auf Schlagzeuger und Gitarrist
K.L., der auch bei ELIMI ist, sind die Drei noch ein unbeschriebenes
Blatt. Das Artwork als auch der Informationsgehalt sind sehr
minimalistisch und sparsam, weshalb ausschließlich die zwei Lieder
sprechen müssen.
Mit Universums Grav beginnt die Demo stark finnisch geprägt und von SATANIC WARMASTER inspiriert. Das Gitarrenspiel ist leicht melodisch, der Rhythmus abwechselnd schnell und schleppend und der Gesang ist stark verzerrt und bissig. Universums Grav ist typischer, nordischer Black Metal, der dezidierte Melodik mit Grimmigkeit und Kälte verbindet. Das zweite Lied Frälsaren ist insgesamt langsamer und melodischer. Das melodische Gitarrenspiel steht hier klar im Mittelpunkt und offenbart sehr einprägsame Riffs, die schnell ins Ohr gehen und hängen bleiben.
Mit nur zwei Liedern ist die Demo etwas kurz, auch wenn sie vierzehneinhalb Minuten lang ist. BEGRAFVEN machen aber schon sehr deutlich, wohin es sie verschlagen wird. Die Drei stehen für nordischen Black Metal, der Melodik mit Härte und Geradlinigkeit verbindet. Gerade Universums Grav macht Lust auf mehr, da das Lied den Geist alter Größen zutage fördert und eine Menge Potential erkennen lässt.
Die Demo ist auf CD im Pappschuber erschienen und auf 50 Einheiten limitiert. Sie kann für 6 Euro direkt bei der Band bestellt werden und dürfte für jeden Freund des nordischen Black Metals interessant sein.
01. Universums Grav
02. Frälsaren
http://www.begrafven.se/
Mit Universums Grav beginnt die Demo stark finnisch geprägt und von SATANIC WARMASTER inspiriert. Das Gitarrenspiel ist leicht melodisch, der Rhythmus abwechselnd schnell und schleppend und der Gesang ist stark verzerrt und bissig. Universums Grav ist typischer, nordischer Black Metal, der dezidierte Melodik mit Grimmigkeit und Kälte verbindet. Das zweite Lied Frälsaren ist insgesamt langsamer und melodischer. Das melodische Gitarrenspiel steht hier klar im Mittelpunkt und offenbart sehr einprägsame Riffs, die schnell ins Ohr gehen und hängen bleiben.
Mit nur zwei Liedern ist die Demo etwas kurz, auch wenn sie vierzehneinhalb Minuten lang ist. BEGRAFVEN machen aber schon sehr deutlich, wohin es sie verschlagen wird. Die Drei stehen für nordischen Black Metal, der Melodik mit Härte und Geradlinigkeit verbindet. Gerade Universums Grav macht Lust auf mehr, da das Lied den Geist alter Größen zutage fördert und eine Menge Potential erkennen lässt.
Die Demo ist auf CD im Pappschuber erschienen und auf 50 Einheiten limitiert. Sie kann für 6 Euro direkt bei der Band bestellt werden und dürfte für jeden Freund des nordischen Black Metals interessant sein.
01. Universums Grav
02. Frälsaren
http://www.begrafven.se/
Abonnieren
Posts (Atom)
