23.08.2013

Fyrnask - Eldir Nótt | 2013 | Temple Of Torturous | CD / Vinyl | Black Metal

2010 erschien von FYRNASK die Debütdemo Fjǫrvar Ok Benjar, welche atmosphärischen sowie düsteren Black Metal darstellte und mich überzeugen konnte. Nur ein Jahr später kam das erste Album Bluostar, welches ich irgendwie verpasste und nun wird Mitte September der Nachfolger Eldrig Nótt erscheinen. Zwei Jahre haben die Arbeiten gedauert und das Resultat ist phänomenal.

Eldir Nótt ist 56 Minuten lang und bereits das nicht gerade kurze Intro, bestehend aus Ambient, verzerrter Gitarre und Chor, bereitet auf ein düsteres Werk vor, das schon mit Vigil seinen ersten Höhepunkt offenbart. Vigil beginnt mit einem schnellen und monoton stampfendem Rhythmus und leisen aber grell verzerrten Gitarren, deren wunderbare und dezente Melodik sofort vereinnahmt und pure Dunkelheit versprüht. Während dieser Eröffnungsphase von Vigil klingt FYRNASK ein wenig wie eine Mischung aus BLUT AUS NORD und AURVANDIL. Doch Vigil ist viel mehr, es ist ein intensives, abwechslungsreiches Lied, in dem auch die Wechsel und atmosphärischen Passagen vorzüglich sind. Für mich ist Vigil ein bares Feuerwerk an hervorragenden düsteren Harmonien, die von FYRNASK sehr unauffällig und zurückhaltend arrangiert wurden, was das Erlebnis meiner Meinung nach nur steigert.

Bereits mit Vigil wird sofort klar wie sehr sich FYRNASK seit der Demo weiterentwickelt hat. Eldir Nótt ist ein überaus intensives Album mit extrem vielen Details und Elementen, die von Leidenschaft und Perfektionismus zeugen. Die Lieder sind abwechslungsreich und sehr vielschichtig, harmonisch und rhythmisch gibt es viele Veränderungen und Wechsel und trotzdem wirkt Eldir Nótt überaus stimmig und flüssig. Ich finde die Übergänge der einzelnen Passagen innerhalb der Lieder überaus spannend, da sie sehr ausgereift sind und wesentlich zu der tiefen Ausstrahlung und Atmosphäre der Musik beitragen.

Obwohl Eldir Nótt atmosphärisch und düster ist, ist es zugleich aber auch ein kraftvolles Album das auch viel Härte und Bedingungslosigkeit bietet. FYRNASK schafft es scheinbar mühelos atmosphärische Schwermut und Dunkelheit mit Aggression und Härte zu verbinden. Jarðeldr ist zum Beispiel so ein Lied, wo verschiedene Stimmungen, gegensätzliche und vermeintlich widersprüchliche Akzente und Momente extrem dicht bei einander liegen und sich teilweise miteinander vermischen, was zur einer großartigen Gesamtkomposition führt. Anders verhält es sich in Saltrian, einem Stück das vorwiegend schnell und aggressiv ist. Hier sind dann streckenweise derbe, sägende Riffs und entfesselte Raserei zu hören, was streckenweise regelrecht verstörend und bedrohlich wird. Ich finde diesen heftigen Ausreißer sehr gut, da er den hervorragenden und von tollen Harmonien geprägten Gesamteindruck exzellent abrundet.

Es ist FYRNASK gelungen mit Eldir Nótt ein kleines Meisterwerk zu erschaffen. Nicht nur dafür ist FYRNASK zu bestaunen sondern auch für die Tatsache, dass es sich hierbei um eine Einmanngruppe handelt, was man dem Material zu keinem Zeitpunkt anhört. Also Augen auf und den 23. September dick und rot im Kalender anstreichen, denn dann soll das Album erhältlich sein.

01. Intro
02. Vigil
03. Jarðeldr
04. Suonnas sedir
05. Saltrian
06. Samas stígr
07. Síaiða
08. Sút

https://www.facebook.com/pages/Fyrnask/114847128596890
http://www.templeoftorturous.com/

22.08.2013

For Many Reasons - Make Your Own | 2013 | Great Dane Records | CD | Death Metal

Beeinflusst vom eher dürftigen Cover konnten mich FOR MANY REASONS sehr schnell positiv überraschen. Ich wusste nicht was mich erwarten würde und so war das Cover der einzige Anhaltspunkt, welcher nichts Gutes verhieß, doch mit dem ersten Titel Hell verflogen alle Bedenken und FOR MANY REASONS entpuppen sich als ein kraftvoller und düsterer Vertreter des Death Metals.

Make Your Own ist ein verdammt kraftvolles, energisches und druckvolles Album ohne jedoch Geschwindigkeitsrekorde zu brechen. Selbst wenn die Franzosen im gedrosselten Tempo aufspielen, klingen sie sehr brachial, was das Album zu einer wahren Dampfwalze werden lässt. Make Your Own ist ein sehr modernes Album, die in Teilen harte technische Spielweise sowie dezente Keyboardbegleitungen oder orchestrale Untermalungen verleihen dem Ganzen bisweilen einen Hauch von Industrial, wobei Elektronik gar nicht vorkommt. Dabei erinnern mich FOR MANY REASONS in ihrer bestechenden Brachialgewalt manchmal ein wenig an THE MONOLITH DEATHCULT, nur ohne den ganzen Industrialkram.

Make Your Own ist aber auch ohne die guten orchestralen Untermalungen oder kurzen, betonenden Keyboardbegleitungen, ein spannungsreiches und abwechslungsreiches Album. Sowohl der Rhythmus als auch das Gitarrenspiel erweisen sich als vielfältig. Neben dem bereits genannten kraftvollen und schwungvollen Spiel sind auch zahlreiche atmosphärische Riffs und Harmonien zu hören, die atmosphärisch oder auch endzeitlich wirken können. Make Your Own ist, wie beschrieben, düster und vereinzelt mischt sich auch ein Hauch Black Metal bei. Wer auf massiv drückende Gitarrenwände und treibende Rhythmen steht, ist hier genau richtig.

Ich bin eigentlich kein Fan von Dan Swanö, seine Produktionen sind mir oft zu seelenlos und klar, doch im Falle von Make Your Own hat der Schwede alles richtig gemacht. Der Klang ist sehr differenziert, sauber und enorm druckvoll. Make Yourn Own ist ein bebendes, schüttelndes und düsteres Album voller Abwechslung und Vielfalt. FOR MANY REASONS ist es großartig gelungen, die Scheibe brutal und atmosphärisch zugleich wirken zu lassen.

01. Hell
02. Way
03. Hole
04. Sky
05. Colors
06. Truth
07. Silence
08. Funeral

http://www.formanyreasons.fr/
http://www.greatdanerecs.com/

Wall Of The Eyeless - Wimfolsfestta | 2013 | Eigenproduktion | CD | Death Metal

WALL OF THE EYLESS ist es in schwedisch-russisches Duo, welches sich ende 2011 suchte und schließlich fand. Mit Wimfolsfestta wurde im Sommer die zweite, sehr aufwendig produzierte und gestaltete Demo veröffentlicht, welche von Magnus „Devo“ Andersson von MARDUK abgemischt und produziert wurde. Spielerisch gibt es abwechslungsreichen Death Metal, der progressiv ausgerichtet ist und Melodik mit technisch versierter Spielweise verbindet. Das Demostadium hört man Wimfolsfestta zu keiner Zeit an. Weder klanglich, spielerisch oder strukturell weist die Demo irgendwelche klassischen Anzeichen einer Demo auf. Im Grunde kann man das Digipak auch als EP oder Minialbum bezeichnen.

Inhaltich gibt es, wie erwähnt, eine breitgefächerte Mischung an Death Metal zu hören. WALL OF THE EYELESS beginnen mit Flicker, mit knapp zehn Minuten das längste Lied, melodisch und technisch zu gleich. Flicker ist ein sehr kraftvolles und energisches Stück, in dem zahlreiche melodische aber auch kräftige Riffs zum Tragen kommen, während der Rhythmus hochgradig variabel ist. Ein wenig Melancholie schimmert auch durch und irgendwo ist kurzweilig gar Klargesang zu hören, was mich irgendwie an eine Mischung aus SENTENCED und KATATONIA erinnert. Wimfolsfestta ist aber nicht nur eine abwechslungsreiche Demo sondern auch eine sehr lebendiges Stück Musik, in dem es keinen Stillstand, keine Monotonie oder echte Eingängigkeit gibt. Die Zwei halten ständig etwas in Bewegung, stets ist ein Break oder ein Soli zu hören. Dabei ist es WALL OF THE EYELESS gut gelungen, das Material flüssig und nicht anstrengend wirken zu lassen. Obwohl es viel verschiedenes und einen konstanten Fluss an Reizen zu hören gibt, wirken die Lieder stimmig und nicht überladen.

Für eine Demo ist Wimfolsfestta starkes Material, welches in jeglicher Hinsicht überzeugen kann. WALL OF THE EYELESS sind derzeit auf der Suche nach einer Plattenfirma für das anstehende, schon in der Entstehung befindende Debütalbum. Ich bin mir sicher, dass man von WALL OF THE EYELESS in den kommenden Jahren noch viel hören wird. Allerdings dürfen sie es meinem Geschmack nach mit den emotionalen Klargesangseinlagen nicht übertreiben, der lebendige und riffbetonte Death Metal ist auch so gut genug.

01. Flicker
02. The longest winter
03. Revulsion fever
04. Piercings mi

https://www.facebook.com/walloftheeyeless

Lycus - Tempest | 2013 | 20 Buck Spin | CD / Vinyl | Funeral Doom

Auf Tempest, dem Debütalbum der Amerikaner LYCUS, gibt es Funeral Doom satt. Gegründet wurde die Band zwar schon 2008, doch erst 2011 brachte man eine Demokassette über Graceless Recordings (betrieben von Mike Meacham von LOSS) heraus ehe es nun zur Veröffentlichung von Tempest kam.

Tempest umfasst drei Lieder mit einer Gesamtspielzeit von 42 Minuten und bietet dem geneigten Hörer solide Kost. Wie es sich für Funeral Doom gehört, sind die Lieder lang, langsam und bleischwer. Bei LYCUS stehen dabei ein sehr tiefer, kehliger und erdiger Gesang sowie eine oft melodisch zu hörende Gitarre im Mittelpunkt. Während dieser markante und bedrohliche Gesang stellenweise finster und böse wirkt, geht das melodische Saitenspiel, vor allem in Coma Burn, stark in die elegische Richtung von MY DYING BRIDE. Tempest ist aber insgesamt ein relativ melodisches und harmonisches Werk, auf dem die Gitarren nicht nur bleierne Riffwände zum Besten geben, sondern durch verschiedene Melodien stark in die Atmosphäre eingreifen. Für weitere Abwechslung sorgen unter anderem kurze schnelle und extreme, morbide Passagen oder Chorgesang.

Trotz oder auch gerade wegen der melodischen und atmosphärischen Ausrichtung ist Tempest ein sehr tiefbedrückendes, melancholisches und schweres Album, welches eine regelrechte Grabesstimmung verbreitet. Der ruhig gespielte Funeral Doom wirkt über weite Strecken überaus andächtig. LYCUS erinnern auf Tempest zwar immer wieder an verschiedene Vertreter des Genres, können mich aber trotzdem von sich überzeugen. Mir gefällt die atmosphärische Ausrichtung, die Riffs und Melodien sind zum Teil sehr gefühlvoll und man verlässt sich nicht nur auf massive Gitarrenwände, sondern gibt melodischen Facetten viel Raum. Dazu passt dann auch die Violine, die im Titelstück phasenweise zu hören ist. Wer atmosphärischen aber überaus bedrückenden Funeral Doom mag und den einen und anderen Verweis zu MY DYING BRIDE zu schätzen weiß, ist hier genau richtig. Für mich ist Tempest ein „schönes“ Album, welches trotz der Länge keine Hängepartien aufweist.

01. Coma burn
02. Engravings
03. Tempest

https://www.facebook.com/pages/Lycus/156095311142662
http://www.20buckspin.com/

Fallen Tyrant - No World To Win, A Life To Lose | 2013 | Fat And Holy Records | CD | Black Metal

FALLEN TYRANT ist ein hessisches Trio, welches mit No World To Win, A Life To Lose, nach einer Demo und zwei EPs, sein Debütalbum vorstellt. Die Drei spielen rohen, oftmals schnellen und stark nordisch geprägten Black Metal der alten Schule. Doch trotz des rohen und etwas dünnen aber durchaus klaren Klanges - was wohl auch an der Liveaufnahme im Studio liegt - und den zahlreichen Tempoeinlagen, gibt es zahlreiche melodische Riffs und Rhythmuswechsel. In Bortrykkelsen erinnert mich die Mischung aus grell-rauem Klang und melodischem Riff stellenweise ein wenig an das Debüt von BORKNAGAR. FALLEN TYRANT kombinieren ohnehin Melodik mit Rohheit und Härte, vergessen dabei aber nicht eine dezidierte Kälte und Grimmigkeit, was zu einem flüssigen sowie abwechslungsreichen Album führt.


Überraschungen oder Besonderheiten enthält das Album naturgemäß nicht. Darum geht es natürlich auch nicht. FALLEN TYRANT wollen vor allem Black Metal spielen, dies ist das Ziel und das ist dem hessischen Trio auch bestens gelungen. Im anfänglich schleppendem To Finnmarken sind kurzweilig sogar schwungvolle, doomige Akzente zu hören, was mir gut gefällt, zumal es FALLEN TYRANT mit der Melodik nicht übertreiben. Im Lied Godhate gehen FALLEN TYRANT dann einen gänzlich anderen Weg und erinnern mit ihrem Riffing ein wenig an die kalten, epischen und erhabenen Klänge von KAMPFAR.

No World To Win, A Life To Lose ist ein absolut solides sowie ansprechendes Debütalbum, welches viele interessante Details beherbergt und mit jedem Durchlauf etwas besser wird. Auch wenn der Klang etwas dünn sein mag, macht die Produktion dennoch einen stimmigen Eindruck auf mich, da sie das Entfesselte der Musik gut transportiert. No World To Win, A Life To Lose ist aus Hessen stammender Black Metal, der eigenständig ist aber den alten nordischen Größen huldigt und dabei Härte, Wut und Melodik gut miteinander verbindet.

01. Fallen tyrant rising
02. Exaltation
03. Bortrykkelsen
04. Descent
05. To Finnmarken
06. Godhate
07. Approach
08. No world to win, a life lose

http://www.fallentyrant.com/
http://www.fatandholy.com/

13.08.2013

Necromass - Calix. Utero. Babalon. | 2013 | Funeral Industries | CD / Vinyl | Black Metal

Wer hätte das gedacht? 17 Jahre nach dem letzten Album Abyss Calls Life melden sich die Italiener NECROMASS zurück. 1998 erschien noch die zwei Lieder umfassende EP Chrysalis‘ Gold ehe sich NECROMASS aufgrund persönlicher Probleme auflösten. 2011 tat man sich dann mit leicht veränderter Besetzung erneut zusammen und die beiden frühen Alben wurden wiederveröffentlicht. NECROMASS ist die erste und einzige Gruppe, die bei Hateful Metal die volle Punktzahl (Punktebewertungen werden inzwischen nicht mehr vergeben) erreichte. Ich bin und war von Anfang an ein Anhänger NECROMASS‘. NECROMASS hatten einen gänzlich eigenen Stil, der düster, morbide und okkult war. Sie spielten Riffs und Melodien, die einzigartig waren und sind. Die Messlatte für ein drittes Werk ist also (unerreichbar) hoch, dennoch war ich natürlich überaus gespannt auf Calix. Utero. Babalon.

Die gute Nachricht vorweg: Man erkennt NECROMASS nach all den Jahren wieder. Die spezielle Art, düstere melodische Riffs zu spielen ist noch vorhanden. Das Gitarrenspiel auf dem neuen Album erinnert immer wieder an die großartigen Lieder von Abyss Calls Life, wobei sie anno 2013 aber weniger düster, melancholisch oder obskur sind. Überhaupt wirkt das ganze Album Calix. Utero. Babalon. insgesamt etwas aufgehellter und weniger bedrückend als Abyss Calls Life und auch weniger harsch und obskur als Mysteria Mystica Zothyriana. Dies liegt zu einem nicht unerheblichen Anteil am Gesang. Der Gesang ist viel weniger verzerrt und extrem als auf Mysteria Mystica Zothyriana aber auch bei weitem nicht so dunkel, kehlig und ruhig wie auf Abyss Calls Life. Ab und zu gibt es eine bissige gesangliche Spitze die dann ans Debüt erinnert, doch insgesamt kommt der Gesang atmosphärisch einfach nicht an die beiden alten Alben heran. Das ist schade, denn durch den etwas blassen, farblosen Gesang kommt die gute, für NECROMASS durchaus typische Musik,  nicht so gut zur Geltung.

Musikalisch sind sich NECROMASS absolut treu geblieben. Die Lieder sind abwechslungsreich strukturiert, es gibt viele Tempovariationen und treibende Rhythmen die zumeist mittelschnell aber auch rasend oder schleppend sind, und über allem liegt das riffbetonte und melodische Gitarrenspiel. Dass Calix. Utero. Babalon. es nicht schafft, solch eine fesselnde und großartige Atmosphäre wie die beiden Vorgänger zu entwickeln, liegt aber auch an der Produktion, die ich persönlich etwas zu klar, blank, sauber und steril empfinde. Diese glatte, durchaus gute Klangproduktion, raubt der Musik meiner Meinung nach das gewisse Etwas.

Calix. Utero. Babalon. ist gewiss kein schlechtes Album und wenn man NECROMASS hiermit zum ersten Mal zu Gehör bekommt, wird man meine Kritik auch nicht nachvollziehen können. Denn NECROMASS haben es nach wie vor drauf, düsteren, melodischen und hochgradig eigenständigen Black Metal zu spielen. Nur gibt es da eben die beiden ersten Alben, und an diesen müssen sich NECROMASS nun einmal messen lassen. Und diesen Vergleich kann das dritte Album natürlich nur verlieren. Trotzdem ist es ein gutes Album mit dem man neue Hörer gewinnen sollte, die dann vielleicht auch an die betagten Meisterwerke herangeführt werden können. Auch wenn Calix. Utero. Babalon. nicht ganz so großartig geworden ist wie Abyss Calls Life oder  Mysteria Mystica Zothyriana, so ist es dennoch ein gutes, kraftvolles und eigenständiges Album, mit vielen tollen Melodien und abwechslungsreichen, düsteren Strukturen und Atmosphären.

01. Calix. Utero. Babalon.
02. Chapel of abominations
03. Dawn of silver star
04. Vacuum
05. Scarlet void of lust
06. The bornless one
07. Beyond the veil of shame and glory
08. Stellae rubae
09. Ad luciferis vim
10. Mater triumphans

http://www.necromass.it/
http://www.funeral-industries.com/

12.08.2013

Mortis Mutilati - Nameless Here For Evermore | 2013 | Naturmacht Productions | CD | Black Metal

Rund anderthalb Jahre nachdem das Debütalbum Sombre Neurasthénie erschien, ist nun mit Nameless Here For Evermore der Nachfolger rausgekommen. Während das Debütalbum noch in einer Kleinstauflage auf Kassette erschien, gibt es das neue Album nun auf CD. Es gelang MORTIS MUTILATI mit Sombre Neurasthénie noch nicht, mich vollständig zu überzeugen. Vor allem gewisse melodische Akzente sagten mir damals nicht zu.

Auf Nameless Here For Evermore macht MORTIS MUTILATI von Anfang an einen besseren, runderen und stimmigeren Eindruck. Einerseits wurde wesentlich an der Produktion geschraubt aber auch strukturell macht das Material einen viel ansprechenderen Eindruck. Die Melodien und Harmonien die nun zu hören sind, machen einen besseren, weil unauffälligeren Eindruck. Durch die dezenteren Arrangements können die Lieder eine dunklere und kältere Atmosphäre entwickeln, als noch auf dem Debüt.

Nameless Here For Evermore ist ein kraftvolles und abwechslungsreiches Album, auf dem sich direkte, geradlinige Lieder und Passagen mit atmosphärischen und melodischen Elementen und Strecken abwechseln. Diese Wechsel und Übergänge sind flüssig und stimmig, lediglich die überlange Orgelpassage in Neige De Sang hätte man erheblich kürzen können. Doch das stört nicht weiter, da mich gerade die vielen schnell gespielten Passagen ansprechen. Es ist MORTI MUTILATI gelungen, die Schnelligkeit mit einer gewissen Härte und Grimmigkeit aber auch düsteren Melodik zu paaren. So entsteht trotz der Geschwindigkeit eine negative und kalte Atmosphäre.
MORTIS MUTILATI lässt sich zwar noch zu der einen und anderen melodischen Eigenart, ein spezielles, aufdringliches Riff etwa, verleiten, doch steht diesmal der Black Metal, kraftvoll und dunkel, im Vordergrund. Nameless Here For Evermore ist für mich somit ein gutes Untergrundalbum, das Dunkelheit, dezente melancholische Melodik und kraftvolle Härte miteinander verbindet.

01. Intro
02. Nameless here for evermore
03. Neige de sang
04. Way to end your useless life I
05. Way to end your useless life II
06. Obsèques
07. Quoth the raven, nevermore
08. Outro

https://www.facebook.com/pages/Mortis-Mutilati/162958337119565
http://www.naturmacht.com/

Lebensnacht / Agael - Apathologie | Veröffentlicht : 2012 | Plattenfirma: Naturmacht Productions

Apathologie ist die Split der Einmanngruppen LEBENSNACHT und AGAEL. Die beiden Gruppen unterscheiden sich sehr. Während LEBENSNACHT im klanglich rohen und atmosphärischen Black Metal mit Anleihen aus Ambient und DSBM verhaftet ist, geht AGAEL einen wesentlich melodischeren sowie experimentellen Weg.
LEBENSNACHT beginnt mit der Pianoeinleitung Geboren, die schön gespielt wurde und sehr schwermütig wirkt. Für eine Einleitung ist Geboren gut gelungen und leitet gekonnt über in das nachfolgende Im Käfig. Im Käfig ist ein langes und langsames Stück mit minimalistischer Ambientmelodik, die stark an BURZUMS Dunkelheit erinnert. Das scheppernde Schlagwerk stampft treibend und der krächzende Kreischgesang ertönt energisch und eindringlich zugleich. Im Käfig ist eine gelungene Mischung aus Ambient und DSBM, wobei LEBENSNACHT aber auch sehr eigene Akzente setzt. Gerade das eine und andere Riff ist sehr eigenwillig, aber auch Flüsterstimmen und Akustikgitarreneinsätze sorgen für eine eigenständige, stets dunkel schwelende Atmosphäre. In Lebensnacht geht es mit atmosphärischer und ruhiger Akustikgitarre angenehm weiter. Irgendwann kommt der Kreischgesang hinzu und verzerrte Gitarren ersetzten die Akustikgitarre. Die einzelnen Elemente sind recht einfach gestrickt aber dennoch äußert wirksam. Es gelingt LEBENSNACHT ausgesprochen gut, mit einfachen Mitteln atmosphärisch sehr dichten und schwermütigen sowie authentischen Black Metal zu machen. Schade ist da nur, dass das letzte Lied von LEBENSNACHT, Dem Ende nah, immerhin über acht Minuten lang, lediglich aus Vogelgezwitscher, anderen Naturklängen und Piano besteht. Das ist etwas viel und angesichts der beiden guten Black-Metal-Stücke gar nicht nötig.

AGAEL beginnt seinen Part mit der Einleitung Offenbarung, einem atmosphärischen Pianostück, auf welches Vom Nichtsein folgt. Von Anfang an sind melodische Gitarren im Mittelpunkt. Luftige Riffs und Melodien, die verträumt wirken und ganz klar in Richtung Post-Rock / Shoegaze gehen. Demzufolge bleibt Vom Nichtsein insgesamt eine ruhige, atmosphärische Nummer. In Remorphose steht das melodische Gitarrenspiel ebenfalls im Zentrum, obgleich es ein rein instrumentales Stück ist. Remorphose gefällt mir besser als Vom Nichtsein, da es einfach ein atmosphärisch wie melodisch schönes Stück ist, das sich nicht festlegt, ob es melancholisch oder einfach nur angenehm verträumt ist. Am Ende ist dann Die letzte Geburt zu hören, das sehr ruhig beginnt und sich dann zu einem melodischen Stück mit kehlig verzerrtem Gesang entwickelt. Die Riffs und die Rhythmik sind recht eigenwillig, fast schon holprig und phasenweise kommen auch sphärische Keyboardklänge dazu. Auf mich wirkt das Lied sonderbar und experimentell, auch hier weiß ich nicht so richtig, was AGAEL musikalisch genau ausdrücken will. AGAEL legt sich also nicht auf eine spezielle Stimmung fest, was den einen und anderen Hörer sicherlich entgegenkommt, da sich die Musik so zu verschiedensten "Anlässen" eignet.

Apathologie ist eine Splitveröffentlichung die zwei sehr unterschiedliche Gruppen beherbergt. LEBENSNACHT hat mir mit seinem stets dunklen atmosphärischen Ambient Black Metal gut gefallen. AGAEL macht es mir nicht ganz so leicht, mir sagt die Mischung aus Post-Rock und melodischem Black Metal nicht ganz so zu, wobei AGAEL mit dem Instrumentalstück aber beweist, durchaus ein Gespür für gute Melodik zu haben.

LEBENSNACHT
01. Geboren
02. Im Käfig
03. Lebensnacht
04. Dem Ende nah

AGAEL
07. Offenbarung
08. Vom Nichtsein
09. Remorphose
10. Die letzte Geburt

http://www.naturmacht.com/lebensnacht/
http://www.naturmacht.com/agael/
http://www.naturmacht.com/