15.04.2013

Lychgate - Lychgate | 2013 | Mordgrimm | CD | Black Metal

LYCHGATE ist ein neues Projekt, welches sich aus Greg Chandler (ESOTERIC), Aran (LUNAR AURORA) sowie Tom Vallely (OMEGA CENTAURI) zusammensetzt. So international die Aufstellung ist, so speziell ist auch das musikalische Ergebnis dieser Zusammenkunft. LYCHGATE spielen auf ihrem selbstbetitelten Debüt zwar Black Metal, allerdings auf eigenartige und experimentelle Art und Weise. Lychgate ist ein Album, auf dem es sehr viel unterschiedliches zu hören gibt.

Nach der Einleitung The Inception, die von Riffs und pompöser Orgel geprägt ist, legen LYCHGATE mit Resentment bizarr und obskur los. Resentment ist ein Stück, in dem das Trio Black Metal mit Doom und einer dezenten aber obskuren Prise Death Metal kombinieren. Rhythmisch als auch harmonisch ist das Stück schwer verdaulich und eigenwillig. Am Anfang ist ein gequältes Soli aufschreiend zu hören, im Mittelteil gibt es einen schleppenden und düsteren Part, der mich an das Album Todessehnsucht von ATROCITY erinnert, was am Zusammenspiel von schweren Riffs und Orgel liegt. Überhaupt tritt die Orgel immer wieder in Erscheinung, manchmal auch reichlich skurril, wo sie dann ein wenig an Jahrmarktsmusik erinnert, was gerade dann bizarr wird, wenn der Rest des Liedes eher in Richtung sphärischen Funeral Doom geht.

Die Lieder sind sehr komplex und vielschichtig strukturiert. Teilweise ist der Black Metal melodisch und gitarrenbetont, andernorts ergeht man sich in grotesken Orgelorgien und woanders zelebriert man dann eben finsteren Doom. Im Grunde ist auf Lychgate immer etwas los. Vereinzelt gibt es zwar kurze, geradlinige und direkte Parts, die sich dann aber schnell durch einen Break auflösen. Die Lieder sind sehr abwechslungsreich, nicht nur spielerisch sondern auch atmosphärisch und stimmungstechnisch. Innerhalb eines einzelnen Liedes können sich Licht und Schatten, Depression und Aggression, Hässlichkeit und Schönheit hintereinander abwechseln. Wenn es einen roten Faden gibt, dann ist es die obskure Verschachtelung diverser Stimmungen.

Lychgate kann sehr atmosphärisch und sphärisch sein, ebenso gibt es aber auch wahnsinnige Raserei oder malträtierende Soli, die den Saiten alles abverlangen. Und immer wieder, zwischendurch und hintendran die Orgel - welche mir manchmal stark auf die Nerven geht, da sie manchmal so unfassbar grotesk wirkt, so übertrieben und zugespitzt ist. Was LYCHGATE hier zusammengebraut haben ist alles andere als Schonkost. Das Album ist hochgradig experimentell und kombiniert auf sonderbare Weise progressive Modernität mit einigen traditionellen Elementen.

Auf mich wirkt die Musik sehr anstrengend und nervenaufreibend und sie klingt wie eine böse Mischung aus den neueren Sachen von ABIGOR, EMPEROR und Todessehnsucht von ATROCITY. Wer diese experimentelle und hochgradig abwechslungsreiche Düstermusik mag, kann LYCHGATE probieren. Alle anderen sollten LYCHGATE jedoch nur mit Vorsicht und in geringen Dosen probieren, ich habe jedenfalls eine Überdosis abbekommen und bin froh, LYCHGATE für immer absetzen zu können.

01. The inception
02. Resentment
03. Against the paradoxi
04. In self ruin
05. Sceptre to control
06. Intermezzo
07. Triumphalism
08. Dust of a gun barrel
09. When scorn can scour

http://www.facebook.com/Lychgate
http://mordgrimm.bigcartel.com/

Mother Susurrus - Maahaavaa | 2013 | Ektro Records | CD | Psychedelic Doom

MOTHER SUSURRUS ist eine interessante, seit 2008 bestehende finnische Gruppe, die kürzlich das Debütalbum Maahaavaa veröffentlich hat. Interessant ist die Musik deshalb, weil MOTHER SUSURRUS bekannte und bewährte Stile eigenwillig miteinander vermischt und daraus etwas sonderbares und merkwürdiges, eben interessantes, macht.

Es ist zwar nicht neu, okkulten und psychedelischen Rock der 70iger mit Metal zu kombinieren. Genau das machen MOTHER SUSURRUS zwar, aber etwas anders. Die Finnen kreuzen auf eine düstere Art und Weise, alten psychedelischen Rock mit Doom und einer gewissen Portion endzeitlichem Post-Metal, welcher hier und da an SÓLSTAFIR erinnert. Welcher jeweilige Stil gerade überwiegt, lässt sich oft nur schwer sagen, da sich die Elemente der unterschiedlichen Spielarten fortwährend und dauerhaft miteinander vermischen, sodass es psychedelische Gitarrenläufe gleichzeitig zu schemenhaften und sphärischen Post-Metal-Arrangements zu hören gibt. Andernorts wird dem Ganzen stellenweise kräftiger aber ruhiger Sludge beigemengt, was die Grenzen dann völlig auflöst.

Trotz allem ist Maahaavaa ein eher ruhiges und atmosphärisches Werk, welches stellenweise regelrecht rituell und hypnotisch wirkt. MOTHER SUSURRUS greifen gerne auf lange und eingängige Passagen zurück, die sich wiederholen und durch diese bewusste Monotonie einen psychedelischen, düsteren und eben auch rituellen Sog entwickeln.

Maahaavaa ist kein leicht zu fassendes oder greifendes Album. Man muss sich einfach auf die ruhigen und sphärischen Arrangements einlassen ohne dabei wissen zu müssen, um was es sich hierbei genau handelt.  Es ist spezielle, stilübergreifende und Grenzen auflösende Musik für gewisse Stunden, die sowohl schwer, doomig und monoton als auch sphärisch, psychedelisch und luftig ist. Für Liebhaber sonderbarer und düsterer Musik also durchaus zu empfehlen, obgleich Maahaavaa sicherlich nicht massentauglich ist.


01. Superposition
02. Scopolamine
03. Anagnorisis
04. Ylösnousemus
05. Uniemä

https://www.facebook.com/mothersusurrus
http://www.ektrorecords.com/

08.04.2013

Bone Sickness - Alone In The Grave | 2013 | 20 Buck Spin | Vinyl | Death Metal

BONE SICKNESS aus dem Nordwesten der Vereinigten Staaten dürften hierzulange noch kaum bekannt sein. Vielleicht ändert sich das mit der kommenden 12“ Veröffentlichung Alone In The Grave. BONE SICKNESS spielen unprätentiösen amerikanischen Death Metal der sich wie eine Mischung aus alten AUTOPSY und REPULSION anhört, mich aber auch ein wenig an Gruppen wie NECROVATION erinnert.

Alone In The Grave ist ein kurzes, nämlich rund 18 Minuten langes, derbes und heftiges Werk. Klanglich aus auch spielerisch ist es roh und dumpf klingender Death Metal, der kurze und zumeist schnell antreibender aber rhythmisch dennoch facettenreiche Lieder offenbart. Die Riffs, die zumeist tief tönend erklingen, klingen böse und old school. Aber auch der Gesang wirkt sehr unheilvoll, da er in der Relation zur Musik ziemlich leise aber dumpf und kehlig klingt, was das Rohe der Musik unterstreicht. Alone In The Grave ist eine enorm lebendige und bewegliche Scheibe. Stillstand oder Eingängigkeit gibt es so gut wie gar nicht. Die Lieder sind kurz, heftig und stets flott. BONE SICKNESS streuen dabei aber immer wieder auch mal das eine und andere Soli oder ein leicht melodisches bzw. disharmonisches Riff ein, was mich an einer Stelle gar ein wenig an POSSESSED erinnert. BONE SICKNESS spielen abgefahrenen und kranken Death Metal, der an eine Vielzahl großer und bekannter Gruppen erinnert, aber von Anfang bis Ende eine angenehme böse und vereinnahmende Atmosphäre besitzt.

Obwohl Alone In The Grave nicht allzu lang geraten ist, erweist sich die kurze Spielzeit als absolut ausreichend und auf den Punkt gebracht. Die Lieder sind so knackig und vielfältig und strapazierend in ihrer morbiden Bösartigkeit, dass man mehr dazu gar nicht sagen bzw. vorspielen muss. Wer derben und lärmenden Death Metal mit einem leichten Hauch Grind mag, sollte die Augen offen halten. Das Vinyl wird am 30. April erscheinen.

01. Submit to decay
02. Strange obsession
03. Paranoid delusions
04. Scraping the bones
05. Alone in the grave
06. Death and dismemberment
07. Tiet to the stake

Asche der Welten - Brennende Atmosphäre | 2013 | Apocalyptic Art | Kassette | Black Metal

Das Einmannprojekt ASCHE DER WELTEN lässt sich Zeit. 2011 erschien die erste Demo Ascheregen und nun ist die zweite Demo Brennende Atmosphäre rausgekommen. Beide Demos umfassen lediglich jeweils zwei Stücke, weshalb man von einer gemächlichen und wohl auch bedachten Herangehensweise sprechen kann. Wie dem auch sei, die zwei jährige Wartezeit hat sich gelohnt, denn das rund 16 Minuten lange Titelstück ist ein wunderbares und abwechslungsreiches Stück Musik. Wenn man  sich das Lied anhört, wirkt es, als sei es in verschiedene Kapitel aufgeteilt, so abwechslungsreich und verschieden sind die einzelnen Passagen. Dabei verbindet und kombiniert ASCHE DER WELTEN schwermütige Melodik mit vielfältigen Arrangements und variablen Rhythmen.

Der Anfang, abgesehen von der kurzen Akustikgitarreneinleitung, ist überwiegend schnell aber atmosphärisch, dezentes Keyboard und gute melodische Riffs erzeugen umgehend einen tiefen, atmosphärischen Sog und sofort wird die Steigerung zu Ascheregen deutlich. Klanglich, spielerisch und harmonisch ist die neue Kassette wesentlich besser geworden. Dies gilt für alle Belange des Titelliedes. ASCHE DER WELTEN überzeugt sowohl mit komplexen Strukturen in denen sich verschiedene Tempi miteinander abwechseln, dabei aber immer harmonisch und melodisch stimmungsvoll bleiben, als auch mit den verträumten, ruhigen Überleitungen, in denen etwa eine Akustikgitarre zu hören ist. Wie erwähnt, das Lied ist sehr abwechslungsreich, dabei aber stets enorm stimmungsvoll, was der sehr guten und fortwährenden Harmonik geschuldet ist. Immer wieder sind dezent begleitende Keyboardklänge zu hören, die sehr unauffällig sind und sich hervorragend mit den Gitarren vermischen

Spieltechnisch und klanglich ist Brennende Atmosphäre eine überaus vielversprechende und überzeugende Kassettendemo, zumal auch die professionelle Fertigung von Kassette und Cover qualitativ hochwertig sind und diesen Tonträger für jeden Kassettenliebhaber zu einem begehrenswerten Objekt macht. Lediglich über das zweite Lied Verglüht lässt sich streiten. Es ist ein ruhiges Ambientstück, in dem ruhige Keyboardklänge sowie ein sphärisches Hintergrundrauschen zu hören sind. Solche Nummern sagen mir nie zu, ich finde sie schlicht langweilig, aber stimmungstechnisch passt Verglüht zur endzeitlichen Vision von ASCHE DER WELTEN.

01. Brennende Atmosphäre
02. Verglüht

http://www.apocalyptic-art.de/

Vetusmora - Lugubre | 2013 | Eigenproduktion | CDR | Black Metal

VETUSMORA ist ein deutsch-griechisches Projekt, welches sich dem depressiven Black Metal verschrieben hat und jüngst die erste Demo Lugubre veröffentlichte. Diese ist gerade mal auf 60 Stück limitiert und beherbergt drei lange, ruhige sowie dunkelatmosphärische Stücke.

Mit dem ersten Lied A Journey Into The Depths Of Nothingness beginnt die Demo gut und ansprechend, da das Stück durch sehr gute grell verzerrte und packende Riffs geprägt ist. Das Riffing ist eingängig und in gewisser Weise hypnotisch, was mir gut gefällt, da es sofort eine düstere Stimmung und Schwere verbreitet. Verstärkt wird diese desolate Klanglandschaft durch den stark verzerrten und mit leichtem Hall unterlegten Gesang, der sich aber dennoch zurück hält und nicht gekeift oder extrem geschrien wird. Stattdessen wurde er eher ruhig und dezent intoniert, was das Ganze eben zusätzlich dunkel und schwer macht. Obwohl die Atmosphäre die VETUSMORA auf der Demo verbreiten eine beklemmende und schwere ist, verlieren sie sich nicht in einer übertriebenen Emotionalität. Stattdessen zeugen die drei Stücke von einer latenten aber zugleich irgendwie auch distanzierten Niedergeschlagenheit und Tristesse, da das Material ruhig und gemächlich vorgetragen wird, was aber nicht bedeutet, das Trio würde lediglich in einer konstant schleppenden Spielweise ausharren. Rhythmische Variationen gibt es durchaus, auch einige schnellere Schübe sind zu hören.

Lugubre lässt sich auch als eine dunkelatmosphärische Demo beschreiben, da VETUSMORA das Depressive nicht sonderlich betonen und stattdessen mehr das Atmosphärische und Harmonische fokussieren. Für eine erste Demo ist das Material alles andere als schlecht, insbesondere das erste Lied lässt eine Menge Potenzial erkennen. Wer es düster, schwermütig und atmosphärisch mag, sollte zugreifen, 60 Kopien können schnell vergriffen sein.

01. A journey into the depths of nothingness
02. Lamyl
03. Memories from the dreadful past

http://www.facebook.com/vetusmora

01.04.2013

Dizziness - Offermort Heritage | 2013 | Apocalyptic Art | CD| Black Metal

Die meisten die an griechischen Black Metal denken, denken an ROTTING CHRIST und vielleicht noch an THOU ART LORD. Doch es gibt und gab viele großartige hellenische Bands, wie etwa auch DEVISER, AGATUS, MEDIEVAL DEMON, NAER MATARON, VARATHRON oder ORDER OF THE EBON HAND, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. DIZZINESS können sich mit ihrem Debütalbum Offermort Heritage in diese illustre Reihe eingliedern. DIZZINESS existieren seit 2008, haben drei Demos und eine Split veröffentlicht und beglücken den kundigen Hörer mit bestem griechischen Black Metal.

Der griechische Black Metal hat seit jeher einige besondere Merkmale, die sich in all den oben genannten Bands wiederfinden lassen, so auch bei DIZZINESS mit Offermort Heritage. Es ist das besondere Zusammenwirken von Gesang und Riffing, das zu einer besonderen Atmosphäre führt, welches für diese Bands kennzeichnend ist. Offermort Heritage ist ein angenehm riffbetontes, flottes und treibendes Album mit einer speziell verzerrten, etwas kehlig und erdig klingenden Gesangsstimme. Der Black Metal ist leicht melodisch aber dabei immer auch kraftvoll und bisweilen auch hasserfüllt. Und obwohl dies für den griechischen Black Metal grundsätzlich gilt, haben alle diese Bands dennoch ihren eigenen Stil. So auch DIZZINESS. Es ist schön und auch nostalgisch, sich an einige griechische Bands zu erinnern, während DIZZINESS diesem Stil eine eigene Prägung aufdrücken. Wer sich mit diesen Gruppen nicht auskennt, wird das alles nicht verstehen, doch der darf sich dennoch auf ein Album freuen, welches gute Gitarrenmelodien mit einer gewissen, majestätischen Erhabenheit und Härte verbindet.

Offermort Heritage ist abwechslungsreich und geradlinig zugleich. Die Abwechslung findet vor allem harmonisch und melodisch statt, während man rhythmisch auf klare und direkte Strukturen setzt. Natürlich wird das Tempo verändert, aber in einem klar definierten und überschaubaren Rahmen, wobei die Rhythmik aber zumeist treibend ist. Für Freunde der hellenischen Klänge ist Offermort Heritage eine absolut empfehlenswerte Scheibe und DIZZINESS befinden sich auf dem besten Wege in den Olymp!

01. Uplifting touch
02. For glory and pride
03. Polemos
04. Triumph of a superior idea
05. The age of darkness
06. Mortuus spes
07. Unveiling the truth of universe
08. Offermort heritage
09. Nyx

http://www.dizziness.de.vu/
http://www.apocalyptic-art.de/

Chaos Invocation - Black Mirror Hours | 2013 | W.T.C. Productions | CD| Black Metal

Das zweite Album von CHAOS INVOCATION ist ein sehr abwechslungsreiches und komplexes Album, das sehr ausdifferenzierte Strukturen mit schwedischer Dunkelheit und einem Schuss SECRETS OF THE MOON kombiniert. Somit ist Black Mirror Hours eigentlich dem Album Malediction von FLAGELLANT nicht unähnlich, aber auch nur eigentlich. Trotz gewisser Vergleichbarkeiten zu den dort genannten Gruppen fahren CHAOS INVOCATION doch einen ganz anderen Stil als FLAGELLANT.

Wenn man sich die Scheibe anhört ist viel los im Ohr. Eingängigkeit und Stillstand scheint man bei CHAOS INVOCATION nicht zu kennen, stattdessen erweisen sich die Lieder als enorm komplex und vielschichtig, und dies in mehrerlei Hinsicht. Black Mirror Hours ist ein Werk, welches atmosphärisch, rhythmisch und harmonisch viele Wandlungen und Wendungen bereit hält. Es gibt sowohl schnelle Härte, bissigen Kreischgesang als auch viele langsame und mittelschnelle Parts, die dunkelatmosphärisch oder melodisch ausgekleidet wurden. Vereinzelt sind dann auch sphärische, langgezogene Riffs und Chorgesänge oder unverzerrte Stimmen zu hören. Ebenso gibt es viele Breaks innerhalb der Lieder, was das Ganze eben so abwechslungsreich und komplex macht und mich eben an SECRETS OF THE MOON erinnert. Das Riffing, welches zum Teil recht melodisch aber ebenso auch kalt und schnell ist, wirkt zuweilen schwedisch inspiriert.

Black Mirror Hours ist ein Werk, für das man viel Zeit und Aufmerksamkeit mitbringen muss. Sich das Album mal so zwischendurch anzuhören bringt nicht viel. Sowohl spielerisch als auch atmosphärisch gibt es unfassbar viel zu entdecken, was in gewisser Weise sogar ein wenig anstrengend oder bedrückend sein kann. Jedenfalls geht es mir so, manchmal offenbaren sich in sehr kurzer Zeit sehr viele Facetten und Eindrücke, die erst mal geordnet und verarbeitet werden wollen. In jedem Fall aber verstehen CHAOS INVOCATION ihr Handwerk und haben mit Black Mirror Hours ein Werk epischen Ausmaßes erschaffen. Mir persönlich ist auf der Scheibe insgesamt betrachtet aber zu viel los, obgleich ich einzelne Passagen, Riffs und Harmonien durchaus genial und perfekt empfinde. Aber insgesamt gibt es eben doch recht viel Abwechslung, die es mir schwierig macht, die einzelnen hervorragenden Passagen und Stimmungen zu genießen. Manchmal wirkt Black Mirror Hours auf mich wie ein düsteres Musical, woran vor allem die zahlreichen gesprochenen, geflüsterten oder geschrienen Parts schuld sind.

Über den persönlichen Geschmack und Vorlieben kann man vortrefflich streiten und auch wenn mir die opulente Vielfalt und Reizdichte des Albums etwas zu viel des Guten ist, muss ich die atmosphärische und strukturelle Brillanz des Albums anerkennen. CHAOS INVOCATION haben hier gewiss ein starkes, großes Album kreiert, welches den geneigten Hörer für endlose Stunden fesseln wird.


01. Delirium worship and total abandon
02. The mirror
03. Beyond coming
04. The beckoning flame
05. Hypertoxication
06. Faces on my spiritual plane
07. Lord of our temple
08. Funeral messiah
09. Towards the boundless horizon
10. Walking in his city
11. Into the living darkness

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Flagellant - Maledictum | 2013 | W.T.C. Productions | CD| Black Metal

Für die schwedische Formation FLAGELLANT ist das aktuelle Album Malediction nach dem 2010 erschienenem Debütalbum nun der zweite Schlag. Über acht Lieder verteilt bekommt man rund 54 Minuten lang kalten, schwedischen Black Metal um die Ohren gehauen.

Malediction ist ein riffbetontes und antreibendes Album. FLAGELLANT kombinieren Schnelligkeit mit zahlreichen langsamen sowie mittelschnellen Passagen, wobei vor allem das Gitarrenspiel stets kalte und dunkelatmosphärische Akzente setzt. Der Sechssaiter erinnert mich immer wieder mal an DISSECTION oder WATAIN. Trotz der spielfreudigen Gitarre und dem variablen Rhythmus erweist sich Malediction als ein hochgradig stimmiges und flüssiges Gesamtwerk, welches wie aus einem Guss wirkt.

FLAGELLANT präsentieren sich sehr Kraft- und druckvoll, wobei immer aber auch ein dezenter nebulöser und mystischer Hauch mitschwingt. Dies ist vor allem dem nur leicht verzerrten Gesang geschuldet, der dem Ganzen etwas Besonderes verleiht und mich vereinzelt gar ein wenig an das Album Carved In Stigmata Wounds von SECRETS OF THE MOON erinnert. Gemeinsam mit den kalten, leicht melodischen Schweden-Riffs ergibt das eine sehr interessante, eigenständige Atmosphäre.

Malediction ist ein gutes und in gewisser Weise auch minimalistisches Werk, da FLAGELLANT komplett auf jedwede Spielereien oder Experimente verzichten. Es gibt lediglich Gesang, Gitarren und Schlagwerk zu hören, gewiss, abwechslungsreich zwar, aber dennoch geradlinig und auf den Punkt. Diese Reduzierung auf das Wesentliche sowie die verdammt guten Riffs machen das Album für mich zu einer ansprechenden und empfehlenswerten Scheibe.

01. From the abyss they shine
02. Towers of silence
03. Necromantic revelations
04. Domini canes
05. A rebirth in sterility
06. Horned shadows rise
07. Rousing the serpent
08. Thirteen cauldrons boild

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