21.07.2012

Tattered Soul / Varulv / Nightforest - When Life Brings Sorrow Beyond Death... | 2012 | Naturmacht Productions | CD | Black Metal

Auf der Split When Life Brings Sorrow Beyond Death... geben sich TATTERED SOUL aus Deutschland sowie die beiden österreichischen Gruppen VARULV und NIGHTFOREST die Klinke in die Hand. Vor rund zwei Jahren lag mir TATTERED SOULS Debütalbum Die Zerstörung des menschlichen Seins vor, welches ich als durchwachsen empfand. Nun gibt es drei neue Stücke, die insgesamt betrachtet homogener ausgefallen sind, da man die Lieder geradliniger aufgebaut hat. Mit dem ersten Lied Necromancer beginnen TATTERED SOUL sehr grimmig und roh. Das einfache aber passende Riffing wirkt schön fies und die schnellen aber vielseitigen Passagen besorgen den Rest, in dem sie hart, heftig und aggressiv sind. Necromancer ist ein recht kurzes aber energischer und intensives Lied, also ein mehr als gelungener Auftakt. Das nachfolgende The Art Of Death steht dem im Grunde in nichts nacht. Auch hier gibt es viel Tempo und Grimmigkeit zu hören, aber nicht nur, zwischendurch gibt es  kurze, langsamere Einsprengsel mit melodischem Riffing, was aber, im Gegensatz zum Album, gut in den Spielfluss passt und die Grimmigkeit nicht aufbricht. Interessant, da anders, ist As Ravens Call, welches deutlich vom Thrash Metal beeinflusst, seinen Lauf nimmt. Es ist ein schöner Einstieg der mich sofort an METALLICAS Creeping Death erinnert. Im Rest des Liedes wechseln sich melodisch eingefärbte Langsamkeit mit grimmigen, schnellen Schüben ab. Das ist alles zwar sehr abwechslungsreich, wirkt aber stimmig und deshalb besser und homogener als auf dem Debütalbum. TATTERED SOUL konnten sich steigern und mich positiv überraschen, sehr schön.


Österreichs VARULV veröffentlichten 2010 ebenfalls ein Album, welches mir jedoch nicht bekannt ist. Ähnlich wie TATTERED SOUL zuvor, spielen auch VARVUL recht grimmig intonierten Black Metal, der sich aber trotzdem stark unterscheidet. Der Gesang ist extrem verzerrt, knurrig und kehlig, und da er im Vergleich zu den Instrumenten laut ist, auch wesentlich und prägend für die Musik. Das Gitarrenspiel von VARULV ist recht melodisch, wobei sich die Harmonien im rohen und zum Teil sehr schnellen Herbststurm zu einem grellen und dichten Klangteppich verdichten. Das durchgehend langsam und schleppende Eternal Darkness setzt hingegen auf klare Gitarrenmelodien. Leider, dies muss man sagen, verwenden VARULV ein programmiertes Schlagwerk. Dessen Klang aber auch Programmierung wirkt zu mechanisch und künstlich, gerade die eingängigen und monotonen Rhythmusparts wirken dadurch schlechter als sie es mit einem menschlichen Schlagzeuger eigentlich wären. Hinzu kommen dann auch noch die technisch verschachtelten und sehr abwechslungsreichen Strukturen in Opfer, was das Ganze komplex und kompliziert macht. Opfer ist ein langsames aber zum Teil dennoch treibendes Lied mit sehr vielen Wechseln und unterschiedlichen Riffs, die manchmal extrem technisch und theoretisch ausgefallen sind. Verstärkt vom Drumcomputer wirkt das alles dann seltsam, bizarr und wenig flüssig.


Für NIGHTFOREST ist es nach einer Split mit GARDEN OF GRIEF und dem 2011 erschienen Debütalbum Winternight nun die dritte Veröffentlichung. Das Album gefiel mir gut und besser als die Split davor. Die drei neuen Stücke kommen gänzlich ohne Ambient aus, was ich persönlich sehr begrüße - und was natürlich programmatisch zur Split passt. Im direkten Vergleich zu TATTERED SOUL und VARULV machen NIGHTFOREST den rundesten und stimmigsten Eindruck. Sowohl klanglich aus auch spielerisch. Die drei Stücke sind unterschiedlich und abwechslungsreich. Es gibt sowohl leicht atmosphärisch gelagerten Black Metal der trotzdem kraftvoll und grimmig ist. Besonders schön dabei ist das melodische Riffing in A Tomb So Cold, das zwar harmonisch und melodisch ist, aber nicht zu dick aufträgt und verwässert. Zudem kann man auch die Bassgitarre sehr deutlich raus hören. A Tomb So Cold ist ein sehr gelungenes Stück, in dem NIGHTFOREST eine gute, subtile Melodik zum Besten geben. Das nachfolgende Into The Ancient Forest ist rhythmisch wesentlich variabler, sodass neben langsamen Parts auch rasende Ausbrüche zu hören sind. Das Schlagwerk wird dabei sehr gut, nämlich vielfältig, gespielt und auch die Riffs, eine Mischung aus dezenter Melodik sowie einprägsamer Geradlinigkeit, runden den positiven Gesamteindruck ab. Da passt denn auch das abschließende Saeculum Timoris zu, in dem NIGHTFOREST harsche Härte mit atmosphärischer Dunkelheit abwechslungsreich und gut gespielt verbinden. Das Lied birgt einen guten harmonischen Spannungsaufbau, eindringlichen Gesang und gute Melodien. Es ist NIGHTFOREST erneut gelungen sich zu steigern und es scheint so, als würde sich hier langsam aber sicher eine Perle des österreichischen Untergrunds heraus kristallisieren.


When Life Brings Sorrow Beyond Death... ist eine interessante Splitveröffentlichung mit drei unterschiedlichen Gruppen von denen nur VARULV den positiven Gesamteindruck eintrüben. Dabei sind VARULV nicht per se schlecht, aber das programmierte Schlagzeug macht doch einiges kaputt. TATTERED SOUL und NIGHTFOREST konnten nicht nur überraschend sondern auch überzeugen, was das Ganze also durchaus empfehlenswert macht.


Tattered Soul 7/10
Varulv 5/10
Nightforest 8/10


Svartfell - Apocryphe Apocalypse | 2012 | Hass Weg Productions | CD | Black Metal


Für Valhgarm, der sich in und mit SVARTFELL ganz alleine austobt, ist das aktuelle Werk Apocryphe Apocalypse mittlerweile das dritte Album. SVARTFELL konzentriert sich gänzlich auf rohen und wüsten Black Metal im Stile der 90iger Jahre. Dazu passt dann auch die konzeptionelle Behandlung von satanischen sowie apokryphen Themen.

Der musikalische Inhalt ist in gewisser Weise roh und minimaltisch, da zumeist das Schlagwerk, die raue Gitarre und der etwas heiser wirkende Gesang zu hören sind. Aus mehr setzt sich SVARTFELLS Black Metal im Grunde nicht zusammen. Wenn es eine Bassgitarre gibt, geht sie im Klang unter. Außerdem verzichtet SVARTFELL auch auf Ein- oder Überleitungen. Es gibt also Black Metal satt. Dieser schlägt sich in durchschnittlich fünf Minuten langen Liedern nieder, die sowohl rifftechnisch als auch rhythmisch vielseitig ausgefallen sind. Es gibt sehr flotte Stücke mit peitschendem Becken, als auch viele mittelschnelle Passagen. Klanglich ist es ein recht dreckiges Werk, woran auch der Gesang nicht ganz unschuldig ist, der verächtlich und versoffen wirkt. SVARTFELL verzichtet auf unverständlichen Kreischgesang, was gemeinsam mit dem manchmal rockigen oder auch thrashigen Riffing für nostalgische Gefühle sorgt.

Apocryphe Apocalypse ist ungeschönter und roher satanischer Black Metal mit Ecken und Kanten und einer sympathischen Hässlichkeit, wie man sie heutzutage nicht mehr so oft zu hören bekommt. Man hört dem Album die Entstehung dieser Tage überhaupt nicht an. Die Scheibe hätte so auch um die Jahrtausendwende entstanden sein können. Deshalb wird Apocryphe Apocalypse auch längst nicht allen gefallen, viele werden es sicherlich grässlich finden, da es auf der einen Seite nichts Besonderes zu hören gibt und es andererseits ausgesprochen fieser, gemeiner und hässlicher Black Metal ist, der nichts mit melodischer Schönheit oder anspruchsvollen Strukturen zu tun hat. Stattdessen gibts schwarzen Black Metal vom Fanatiker für Fanatiker. Diese werden sich hieran erfreuen während die anderen kotzen gehen. Sehr schön!


7/10
Aceust

01. Terribilis ext locus iste
02. The crimson cross
03. Baphomet and death's heads
04. Depth of the sacred stone
05. Asmodée, le souffle ardent de dieu
06. The temple beneath the cromlech
07. INRI - Igne natura renovatur integra
08. Mountains of doom (Part II)
09. Maleficium - Epilogus

Laster - Wijsgeer & Narreman | 2012 | Dunkelheit Produktionen | CD | Death Metal

LASTER ist ein niederländisches Duo, welches mit dieser MCD ihr Debüt abliefert. Der Stil ist eindeutig dem DSBM zuzuordnen, doch handelt es sich hierbei nicht, wie es Dunkelheit Produktionen so vortrefflich formuliert, um eine „verheulte Schmusetruppe“. Es gibt ja viele Möglichkeiten DSBM zu interpretieren und vorzutragen, und den Weg den LASTER einschlugen, ist der richtige, denn die Niederländer verzichten auf gestellte und erzwungene Schwermut und Pein. Von der Qualität und Klasse her würde ich LASTER gerne mit LYRINX oder IRRWISCH vergleichen.

Wijsgeer & Narreman beinhaltet selbstverständlich jede Menge Schmerz und desolate Stimmungen, doch verblasst die Musik auf der einen Seite nicht in einer kantenlosen und glatten Produktion, auf der anderen Seite geht man den gängigen Klischees aber auch gekonnt aus dem Weg, sodass die drei Stücke auch gut als kalter und hasserfüllter Black Metal durchgehen können. Es gibt viele schnelle Passagen mit eindringlichem Schlagwerk, was ich persönlich im DSBM immer sehr mag. Aber auch die sehr subtilen sowie dezenten Gitarrenmelodien, die von den grell gestimmten und angenehm verzerrten Saiten ausgehen, besitzen Tiefgang und können sowohl schaurig schöne Anmut als auch direkte und ungehobelte Hässlichkeit ausdrücken. Nicht zuletzt kommt der harsche Kreischgesang, der heftig und energisch geschrien wird und gerade während der schnellen Passagen zügellos hasserfüllt wirkt.

Ein interessanter Nebenaspekt ist die Tatsache, dass man Textstücke aus Goethes „Faust“ verwendet, also keinen eigenen Text geschrieben hat. Da die Texte aber nicht abgedruckt sind und man den Kreischgesang ohnehin kaum oder gar nicht versteht, bleibt es im Verborgenen, um welche Teile von „Faust“ es sich genau handelt. Musikalisch ist Wijsgeer & Narreman aber eine mehr als nur ordentliche Debütveröffentlichung, die nicht nur für hartgesottene DSBM-Anhänger interessant sein dürfte. An die Klasse von LYRINX kommen LASTER zwar (noch) nicht ran, aber sie spielen definitiv in der selben Liga. Wijsgeer & Narreman ist kalt, schwarz, leidgeplagt aber auch hochgradig aggressiv und hasserfüllt, eine wunderbare Mischung also. Wijsgeer & Narreman gibt es auf Kassette, die bereits erschienen ist und auf MCD, die man aber erst ab dem 1. August erwerben kann.


8/10
Aceust

01. In levenskolken, in dadenstorm
02. Tot eenheid verweven
03. Wijsgeer ende narreman

Myhrding - A Legacy Of Shadows | 2012 | Unexploded Records | CD | Pagan Black Metal

Die schwedische Gruppe MYHRDING wurde 2006 gegründet, 2008 gab es die erste sowie einzige Demo, die 2011 noch mal neu aufgelegt wurde, ehe nun im August das Debütalbum erscheinen wird. Bis auf Sänger Jimmie Nyhlén, der jahrelang bei BLODSRIT sein Unwesen trieb, sind MYRHDING ein unbeschriebenes Blatt.

Stilistisch spielen sie riff- sowie melodiebetonten Black Metal mit gehörigen Einflüssen aus der Pagan/Viking Ecke. MYHRDING verzichten zwar auf Klargesang oder paganeske Instrumente, doch reicht das Gitarrenspiel sowie eine gemäßigte Rhythmik bereits aus, um diese Einflüsse spürbar zu machen. Manchmal entsteht gar eine regelrechte Schunkelatmosphäre, die gut zu einem Gelage am Lagerfeuer passen würde, was mir nicht so gut gefällt. Spieltechnisch und klanglich ist A Legacy Of Shadows kein schlechtes Album, doch ist die melodische und riffbetonte Spielweise mit besagtem Einfluss und Bezug nicht mein Ding. Die Musik ist dadurch zu freundlich, zu hell und heiter. Es gibt unter den vielen klaren Gitarrenmelodien auch gute Riffs, keine Frage, aber ist diese melodische Betonung in ihrer Summe einfach zu penetrant. Härte, Schnelligkeit und fiese oder grimmige Elemente gibt es kaum, und dann auch nur sehr dezent, geradezu zaghaft. Man muss diese schunkelige sowie melodische Form des schwedischen Black Metals mögen, um hiermit glücklich zu werden.

Für mich ist es ein harmloses aber gut gespieltes Album mit viel zu viel Melodik. Zugute halten muss ich der Band aber den kompletten Verzicht auf instrumentale, klischeebehaftete Überleitungen. Für Genreliebhaber sicherlich ein interessantes Album, alle anderen sollten aber Vorsicht walten lassen.


6/10

01. Intro
02. Blood is the life
03. Myhrding
04. Fight for all demise
05. Döden
06. Follow the light
07. The inner voice
08. Irrblosset och älvan
09. No reason to return
10. The plague

Solveris - Tunes From The Dungeon | 2012 | Eigenproduktion | CD | Black Metal

SOLVERIS wurde bereits 2002 unter dem Namen SONS OF LIGHT gegründet, doch bekam man damals nichts auf die Reihe und löste das Ganze dann 2004 auf. 2011 formierten sich zwei der Gründungsmitglieder wieder und hoben dann SOLVERIS aus der Taufe. Man spielte altes Material neu ein und schrieb für diese erste Demo noch zwei neue Stücke.

Tunes From The Dungeon enthält fünf Lieder melodischen Black Metals, der sehr gern riffbetont ist. Die Lieder sind allesamt abwechslungsreich, melodisch als auch rhythmisch. Es gibt Schnelligkeit, bissigen Kreischgesang und wie es sich für melodischen Black Metal eben gehört, jede Menge melodischer Riffs. Das interessante dabei ist für mich aber die Atmosphäre, die SOLVERIS hier erzeugen. Die ganze Zeit über habe ich das Gefühl, hier etwas „altbackenes“ zu hören. Klanglich und spielerisch ist das Material zwar auf der Höhe der Zeit, für eine erste Demo sogar sehr gut, aber es hört sich eben so an, als seien die drei Musiker musikalisch vor einer Dekade stehen geblieben. Dies liegt aber sicherlich auch daran, dass die Demo eben drei alte Stücke enthält, die durchaus an die eine und andere Band aus jener Zeit erinnern. Trotz des hohen Grades der Melodik wirken die drei alten Stücke (Archia, Jabberwocky und Portia) stellenweise etwas technisch, abstrakt und verschachtelt. Die beiden neuen Lieder sind da wesentlich flüssiger und stimmiger. Das Riffing der neuen Lieder ist darüber hinaus auch etwas düsterer ausgefallen. Das gefällt mir gut, und die Musik gerät dadurch nicht zu freundlich.

Auch wenn Tunes From The Dungeon sicherlich nichts Besonderes ist, so ist die Demo für mich trotzdem eine sympathische Veröffentlichung, da es SOLVERIS gelingt, mich mit der Musik an Gruppen zu erinnern, die ich vor zehn, zwölf Jahren gern gehört habe. Zudem kann man sich die Demo kostenlos runterladen oder zum Selbstkostenpreis von 2,50€ bestellen. Wer melodischen Black Metal, der ein wenig angestaubt wirkt, mag, kann hiermit nicht viel falsch machen.


6/10
Aceust

01. Archia
02. Out of darkness
03. Jabberwocky
04. Portia
05. Under a birch
 

Blood Legion - Promo 2012 | 2012 | Eigenproduktion | CDR | Death Metal

Bei BLOOD LEGION handelt es sich um eine 2008 in Kuala Lumpur, Malaysia, gegründete Death Metal Formation. Im Gründungsjahr brachte man eine Demo raus eher es vier Jahre, bis zur Promo 2012, still um BLOOD LEGION wurde. Das Ziel der Demo war es damals gewesen, Death Metal mit Anleihen von Thrash und Heavy Metal zu machen. Von diesem Anspruch ist auf der Promo nur noch bedingt etwas vorhanden.

Klanglich hören sich die drei Stücke der Promo wie eine lupenreine Demo an, was mir persönlich ganz gut gefällt. Ich mag es immer, wenn es einer Gruppe gelingt, einen anständigen Demoklang zu machen, der einerseits roh und organisch, andererseits aber auch nicht zu verwaschen und etwas differenziert ist. Dies trifft auf BLOOD LEGION zu und so erinnert das erste Lied God Of Lies auch ein wenig an eine langsame Variante von DEICIDE zuzeiten der Demos. God Of Lies ist ein riffbetontes Lied welches zumeist langsam oder mittelschnell daher kommt. Einige Tempowechsel sorgen neben den reichhaltigen Riffs für Abwechslung. Schön an dem Stück ist vor allem die Bassgitarre, die man sehr gut und deutlich heraushören kann.

Überaus riffbetont geht es mit Against The Sun weiter, dessen markantes Eingangsriff dann tatsächlich thrashig wirkt. Im weiteren Verlauf des Liedes gibt es einige Tempowechsel, auch das Eingangsriff kommt zurück und BLOOD LEGION wechseln schleppenden Death Metal mit flottem sowie riffbetontem Deathrash ab. Abschließend gibt es Blood Legion zu hören, welches sehr schnell beginnt und ein blechern schepperndes Schlagwerk sowie flotte Riffs offenbart. Hier ist phasenweise auch wieder die Bassgitarre sehr schön zu hören; man hört richtig, wie die Finger über die Saiten wandern. Das ist eine richtig schöne Demoatmosphäre die BLOOD LEGION hier versprühen. Das  Lied Blood Legion gefällt mir dann auch am besten. Es gibt einige Tempowechsel, brutale Schnelligkeit aber auch schleppende Momente und der abgehakt wirkende Gesang hat auch seinen Charme.

Diese Promo ist ein interessanter Ausblick und Einblick nach Malaysia. BLOOD LEGION haben zwar nicht gerade das beste Material geschrieben, obgleich es einige gute und interessante Ansätze in sich birgt, die durchaus vielversprechend für die Zukunft sind. Zudem gefällt mir der klangliche Democharakter und die offensive Bassgitarre. Mal abwarten und schauen ob man hier in Europa noch mehr von BLOOD LEGION zu hören bekommt, das Interesse ist jedenfalls geweckt.


6/10
Aceust

01. God of lies
02. Against the sun
03. Blood legion

http://www.facebook.com/bloodlegion666

06.07.2012

Humiliation - From Strength To Strength | 2012 | Ultra Hingax Production | CD | Death Metal

Das malaysische Todeskommando HUMILIATION kehrt nur ein Jahr nach dem letzten Album Seek To Survive mit dem dritten Langeisen From Strength To Strength zurück. Seit der Gründung im Jahr 2009 bringt man zurzeit im Jahresrythmus ein Album nach dem anderen raus. Oft sorgt dies für eher mittelmäßige Werke, doch im Falle von HUMILIATION ist dies nicht so. Bisher konnte man sich von Veröffentlichung zu Veröffentlichung steigern, was im bisher besten Album letztes Jahr gipfelte. Ihren Stil haben HUMILIATION natürlich nicht geändert. Wie auf jeder Scheibe gibt es zumeist langsamen aber sehr kräftigen Death Metal mit einiger Reminiszenz an den guten alten Death Metal längst vergangener Tage.

Man muss diesen retrospektiven und auf Bewahrung sowie Stillstand ausgelegten Death Metal mögen um Gefallen an HUMILIATION zu finden. Neues, Besonderes oder Innovatives findet man nämlich nicht im Geringsten. Dafür bekommt man aber kraftvollen Death Metal mit einem wirklich tollen Sänger und jeder Menge guter Riffs, die zumeist kräftig drückend sind, manchmal aber auch flotter und melodischer sind. Wie immer bei HUMILIATION ist der Klang sehr gut, nämlich sauber und differenziert mit hohem Anteil an tiefen, warmen Tönen. Also genau richtig für diese Spielart des Death Metals.

Auch wenn sich HUMILIATION stets treu bleiben und sich auch die einzelnen Werke stark ähneln, gibt es vereinzelt, hier und da, Kleinigkeiten zu hören, die so in ihrer Eigenart neu oder anders sind. Auf From Strength To Strength gefällt mir in der Hinsicht das Lied Blind Bomb sehr gut. Es ist ein abwechslungsreiches und treibendes Lied, das tonal sehr tief und reich an Bässen ist, weshalb es manchmal schon etwas roh wirkt. Diese massiven Bässe sowie der treibende Rhythmus werden immer wieder durch helle Riffs und militärisch anmutende Breaks aufgebrochen. Das Thema Krieg ist ja ohnehin der Leitfaden von HUMILIATION und bestimmt jede Veröffentlichung.

HUMILIATION befinden sich auf einem guten Weg und etablieren sich zunehmend als wahre Perle des Untergrunds. From Strength To Strength steht dem Vorgänger Seek To Surive in nichts nach. In mancher Hinsicht ist das dritte Album sogar roher und schroffer sowie etwas reichhaltiger an schnellen Tempi. Von HUMILIATION wird es wohl nie ein schnelles oder brutales Album geben, aber rhythmisch betrachtet ist das neue Album jedenfalls facettenreicher als die bisherigen Werke geworden. Dies steht der Band gut zu Gesicht und somit ist From Strength To Strength ein mehr als gelungenes drittes Album. Wer traditionellen mittelschnellen Death Metal mag, sollte HUMILIATION also unterstützen, verdient haben es die fernöstlichen Fanatiker definitiv!


7,5/10
Aceust

01. Set the fire (Intro)
02. Days of terror
03. Artillery open fire
04. Counter offensive
05. Blind bomb
06. Nassau
07. Preposition of violence
08. Fastkill
09. Manifesto of lie
10. Struggle of wills
11. Bukit kepong

http://www.humiliation.my/

03.07.2012

Various Artists - Unheillige Reliquien | 2012 | Sturmglanz | CD | Black Metal

Bereits letztes Jahr gab es von Sturmglanz mit Waldesland eine Kompilation zumeist roher Untergrundgruppen. Nun ist mit Unheilige Reliquien quasi ein Nachfolger erschienen, der sich diesmal auf rohen Black Metal aus Deutschland und Österreich beschränkt. Auch wenn die eine oder andere Gruppe bereits ein Album veröffentlicht hat, bewegt sich das Ganze hier vorwiegend auf Demoniveau.

Den Anfang machen AEGROTUM mit einem langen Stück, das vor allem vom grellen Riffing sowie dem stark verzerrten Kreischgesang lebt. Die grelle Riffs sind übersichtlich und das Tempo antreibend, wobei das programmierte Schlagwerk leider stellenweise arg künstlich sowie mechanisch wirkt. Weiter geht es mit BLUTKULT, einer mir bisher völlig unbekannten Gruppe, in der Brand von ARMATUS am Schlagzeug sitzt. Mit ARMATUS hat das Lied allerdings gar nichts zu tun, denn Novembernacht ist ein langsames und auf harmonische Gitarren aufbauendes Lied, mit enorm hohen Rockanteil. Das Gitarrenspiel ist beschaulich und der Gesang ist im Grunde langsam gesprochen, also nichts eindringliches oder hasserfülltes. Davon gibt’s dann aber mehr in Durch Ahnenwälder und Frostnächte von EWIGER WALD. Das Lied ist zwar zumeist langsam, doch gibt es einen schönen energischen Kreischgesang, der fies und gemein ist und einige Tempovariationen bringen Bewegung in die Sache. Das Lied ist gar nicht schlecht, da es EWIGER WALD gelingt, mit geringem Aufwand eine durchaus eindringliche Atmosphäre aufzubauen. Ob der Bandname vom gleichnamigen Film inspiriert wurde, weiß man nicht.

FAAGRIM gehören auf Unheilige Reliquien sicherlich zu den bekanntesten Vertretern und entsprechen erfahren und professionell klingt dann auch Torchlight Funerals. Die Gitarren flimmern leicht melodisch sowie melancholisch während das Schlagwerk gemäßigt aber treibend ertönt und der Gesang rabengleich gekrächzt erscheint. Von GRATZUG gibt es bisher zwei Demos, wovon das erste gar nicht schlecht abschnitt, auch wenn es im Netz Kuriositäten über GRATZUG zu lesen gibt. Wie dem auch sei. Das aktuelle Lied Särge aus Eis und Schnee ist ein gefälliges, langes Lied mit starkem Kreischgesang und gut gespielten, leicht melodischen aber rauen Riffs. Irgendwie erinnert mich das Lied an PAYSAGE D’HIVER, was für GRATZUG spricht.

Von HATUL gibt es bisher nur eine Demo und das Lied Sturmgetrieben unterscheidet sich zudem stark von allen bisherigen Titeln der Kompilation. Statt greller und heller Töne dominieren bei HATUL tiefe und dunkle Töne, was dem Stück ein wenig Death Metal Charakter gibt. Zudem ist der Gesang auch sehr verständlich. Ungewöhnlich und deshalb interessant, aber auch im Bereich der Riffs erweisen sich HATUL als eigenständig. Ob diese Spielweise für ein ganzes Album funktionieren würde, weiß ich nicht, aber hier auf Unheilige Reliquien passt diese Andersartigkeit ganz gut rein. Zumal mit LEBENSWINTER Black Metal folgt, der Rohheit mit Melodik kombiniert. Der Gesang von LEBENSWINTER erklingt böse, erdig und kehlig sowie leise, während melodisches Gitarrenspiel das Spiel der Instrumente dominiert. So etwas gefällt mir meistens nicht, aber hier mit Nebel funktioniert es im Umfeld der anderen Gruppen.

Über MORDRAK, die hier mit dem Titel Nachtjäger vertreten sind, gibt es leider auch keine Informationen. Ich gehe aber stark davon aus, dass es sich hierbei nicht um MORDRAK handelt die 2006 das Album Nebelklang veröffentlichten. Nachtjäger ist jedenfalls ein ziemlich interessantes Lied mit einem überaus giftigen und stark verzerrten Kreischgesang, zu dem tief tönende sowie basslastige Saiteninstrumente zu hören sind. Phasenweise kommt kurzweilig stimmungsintensivierendes Keyboard dazu. Nachtjäger ist aber ein sehr abwechslungsreiches Lied, das sowohl atmosphärische Elemente als auch hasserfüllte Raserei beinhaltet. Das direkt nachfolgende Letzter Ritt von NORDFROST ist hingegen ein durchgängig ruhiges Stück mit viel Gitarrenmelodie und einer lauten, heiser wirkenden Gesangsstimme. Wirkt irgendwie paganesk auf mich.

Atmosphärisch, harmonisch und melodisch geht es mit dem langen Titel Tristitia von TEMPLE OF OBLIVION weiter. Das Lied ist auch auf dem Debütalbum zu hören und bietet vor allem dunkelatmosphärischen Black Metal, der allerdings ziemlich abwechslungsreich ist. Harte und bissige Parts gibt es ebenso wie kurze Klargesangseinlagen oder dezente Keyboarduntermalungen. Auch wenn das Lied phasenweise eingängige Momente aufweist, ist es in seiner Gesamtheit doch recht komplex und macht Lust auf das Album. WALDESSCHREI sind mir von der Split mit LYKANTHROPIE her bekannt und konnten mich auf dieser nicht vollends überzeugen. Ähnlich verhält es sich nun auch hier mit dem Lied Reich deine Hände. Das ist allerdings dem Stil geschuldet, melodische Arrangements mit deutschem Gesang zu verbinden. Da fehlt mit einfach die gewisse Härte oder Bösartigkeit. Die bekommt man dann aber mit dem letzten Titel Tretet Eure Götter tot. Es ist das kürzeste Lied, welches DECHRISTIANISERUNG EUROPAS hier abschließend zum Besten geben. Der Klang ist ziemlich dünn und neben langsamen melodischen Parts gibt es auch kurzweilige aggressive Ausbrüche. Richtig überzeugend ist das Lied aber nicht, gerade melodisch ist es doch etwas platt geraten.


Für Untergrundfanatiker ist Unheilige Reliquien sicherlich eine interessante Kompilation um neue Gruppen kennen zu lernen. Neben eher durchschnittlichen Liedern gibt es aber auch interessante und gute Gruppen sowie Lieder. Mir persönlich sagen hier besonders MORDRAK aber auch HATUL sowie TEMPLE OF OBLIVION zu. Als sehr schade empfinde ich allerdings die überaus informationsarme und minimalistische Gestaltung des Digipaks. Zu den Gruppen gibt es keinerlei Informationen, was ich bedauere und bemängele. Gerade auch weil es sich zumeist um kleine Gruppen aus dem unübersichtlichen Untergrund handelt, wäre es gut, wenn es ein gedrucktes Beiheft mit mehr oder weniger ausführlichen Informationen geben würde.

01. Aegrotum - Of suicide and pure misanthropy
02. Blutkult - Novembernacht
03. Ewiger Wald - Durch Ahnenwälder und Frostnächte
04. Faagrim - Torchlight funerals
05. Gratzug - Särge aus Eis und Schnee
06. Hatul - Sturmgetrieben
07. Lebenswinter - Nebel
08. Mordrak - Nachtjäger
09. Nordfrost - Letzter Ritt
10. Temple of Oblivion - Tristitia
11. Waldesschrei - Reich deine Hände
12. Dechristianisierung Europas - Tretet eure Götter tot