21.07.2012

Blood Legion - Promo 2012 | 2012 | Eigenproduktion | CDR | Death Metal

Bei BLOOD LEGION handelt es sich um eine 2008 in Kuala Lumpur, Malaysia, gegründete Death Metal Formation. Im Gründungsjahr brachte man eine Demo raus eher es vier Jahre, bis zur Promo 2012, still um BLOOD LEGION wurde. Das Ziel der Demo war es damals gewesen, Death Metal mit Anleihen von Thrash und Heavy Metal zu machen. Von diesem Anspruch ist auf der Promo nur noch bedingt etwas vorhanden.

Klanglich hören sich die drei Stücke der Promo wie eine lupenreine Demo an, was mir persönlich ganz gut gefällt. Ich mag es immer, wenn es einer Gruppe gelingt, einen anständigen Demoklang zu machen, der einerseits roh und organisch, andererseits aber auch nicht zu verwaschen und etwas differenziert ist. Dies trifft auf BLOOD LEGION zu und so erinnert das erste Lied God Of Lies auch ein wenig an eine langsame Variante von DEICIDE zuzeiten der Demos. God Of Lies ist ein riffbetontes Lied welches zumeist langsam oder mittelschnell daher kommt. Einige Tempowechsel sorgen neben den reichhaltigen Riffs für Abwechslung. Schön an dem Stück ist vor allem die Bassgitarre, die man sehr gut und deutlich heraushören kann.

Überaus riffbetont geht es mit Against The Sun weiter, dessen markantes Eingangsriff dann tatsächlich thrashig wirkt. Im weiteren Verlauf des Liedes gibt es einige Tempowechsel, auch das Eingangsriff kommt zurück und BLOOD LEGION wechseln schleppenden Death Metal mit flottem sowie riffbetontem Deathrash ab. Abschließend gibt es Blood Legion zu hören, welches sehr schnell beginnt und ein blechern schepperndes Schlagwerk sowie flotte Riffs offenbart. Hier ist phasenweise auch wieder die Bassgitarre sehr schön zu hören; man hört richtig, wie die Finger über die Saiten wandern. Das ist eine richtig schöne Demoatmosphäre die BLOOD LEGION hier versprühen. Das  Lied Blood Legion gefällt mir dann auch am besten. Es gibt einige Tempowechsel, brutale Schnelligkeit aber auch schleppende Momente und der abgehakt wirkende Gesang hat auch seinen Charme.

Diese Promo ist ein interessanter Ausblick und Einblick nach Malaysia. BLOOD LEGION haben zwar nicht gerade das beste Material geschrieben, obgleich es einige gute und interessante Ansätze in sich birgt, die durchaus vielversprechend für die Zukunft sind. Zudem gefällt mir der klangliche Democharakter und die offensive Bassgitarre. Mal abwarten und schauen ob man hier in Europa noch mehr von BLOOD LEGION zu hören bekommt, das Interesse ist jedenfalls geweckt.


6/10
Aceust

01. God of lies
02. Against the sun
03. Blood legion

http://www.facebook.com/bloodlegion666

06.07.2012

Humiliation - From Strength To Strength | 2012 | Ultra Hingax Production | CD | Death Metal

Das malaysische Todeskommando HUMILIATION kehrt nur ein Jahr nach dem letzten Album Seek To Survive mit dem dritten Langeisen From Strength To Strength zurück. Seit der Gründung im Jahr 2009 bringt man zurzeit im Jahresrythmus ein Album nach dem anderen raus. Oft sorgt dies für eher mittelmäßige Werke, doch im Falle von HUMILIATION ist dies nicht so. Bisher konnte man sich von Veröffentlichung zu Veröffentlichung steigern, was im bisher besten Album letztes Jahr gipfelte. Ihren Stil haben HUMILIATION natürlich nicht geändert. Wie auf jeder Scheibe gibt es zumeist langsamen aber sehr kräftigen Death Metal mit einiger Reminiszenz an den guten alten Death Metal längst vergangener Tage.

Man muss diesen retrospektiven und auf Bewahrung sowie Stillstand ausgelegten Death Metal mögen um Gefallen an HUMILIATION zu finden. Neues, Besonderes oder Innovatives findet man nämlich nicht im Geringsten. Dafür bekommt man aber kraftvollen Death Metal mit einem wirklich tollen Sänger und jeder Menge guter Riffs, die zumeist kräftig drückend sind, manchmal aber auch flotter und melodischer sind. Wie immer bei HUMILIATION ist der Klang sehr gut, nämlich sauber und differenziert mit hohem Anteil an tiefen, warmen Tönen. Also genau richtig für diese Spielart des Death Metals.

Auch wenn sich HUMILIATION stets treu bleiben und sich auch die einzelnen Werke stark ähneln, gibt es vereinzelt, hier und da, Kleinigkeiten zu hören, die so in ihrer Eigenart neu oder anders sind. Auf From Strength To Strength gefällt mir in der Hinsicht das Lied Blind Bomb sehr gut. Es ist ein abwechslungsreiches und treibendes Lied, das tonal sehr tief und reich an Bässen ist, weshalb es manchmal schon etwas roh wirkt. Diese massiven Bässe sowie der treibende Rhythmus werden immer wieder durch helle Riffs und militärisch anmutende Breaks aufgebrochen. Das Thema Krieg ist ja ohnehin der Leitfaden von HUMILIATION und bestimmt jede Veröffentlichung.

HUMILIATION befinden sich auf einem guten Weg und etablieren sich zunehmend als wahre Perle des Untergrunds. From Strength To Strength steht dem Vorgänger Seek To Surive in nichts nach. In mancher Hinsicht ist das dritte Album sogar roher und schroffer sowie etwas reichhaltiger an schnellen Tempi. Von HUMILIATION wird es wohl nie ein schnelles oder brutales Album geben, aber rhythmisch betrachtet ist das neue Album jedenfalls facettenreicher als die bisherigen Werke geworden. Dies steht der Band gut zu Gesicht und somit ist From Strength To Strength ein mehr als gelungenes drittes Album. Wer traditionellen mittelschnellen Death Metal mag, sollte HUMILIATION also unterstützen, verdient haben es die fernöstlichen Fanatiker definitiv!


7,5/10
Aceust

01. Set the fire (Intro)
02. Days of terror
03. Artillery open fire
04. Counter offensive
05. Blind bomb
06. Nassau
07. Preposition of violence
08. Fastkill
09. Manifesto of lie
10. Struggle of wills
11. Bukit kepong

http://www.humiliation.my/

03.07.2012

Various Artists - Unheillige Reliquien | 2012 | Sturmglanz | CD | Black Metal

Bereits letztes Jahr gab es von Sturmglanz mit Waldesland eine Kompilation zumeist roher Untergrundgruppen. Nun ist mit Unheilige Reliquien quasi ein Nachfolger erschienen, der sich diesmal auf rohen Black Metal aus Deutschland und Österreich beschränkt. Auch wenn die eine oder andere Gruppe bereits ein Album veröffentlicht hat, bewegt sich das Ganze hier vorwiegend auf Demoniveau.

Den Anfang machen AEGROTUM mit einem langen Stück, das vor allem vom grellen Riffing sowie dem stark verzerrten Kreischgesang lebt. Die grelle Riffs sind übersichtlich und das Tempo antreibend, wobei das programmierte Schlagwerk leider stellenweise arg künstlich sowie mechanisch wirkt. Weiter geht es mit BLUTKULT, einer mir bisher völlig unbekannten Gruppe, in der Brand von ARMATUS am Schlagzeug sitzt. Mit ARMATUS hat das Lied allerdings gar nichts zu tun, denn Novembernacht ist ein langsames und auf harmonische Gitarren aufbauendes Lied, mit enorm hohen Rockanteil. Das Gitarrenspiel ist beschaulich und der Gesang ist im Grunde langsam gesprochen, also nichts eindringliches oder hasserfülltes. Davon gibt’s dann aber mehr in Durch Ahnenwälder und Frostnächte von EWIGER WALD. Das Lied ist zwar zumeist langsam, doch gibt es einen schönen energischen Kreischgesang, der fies und gemein ist und einige Tempovariationen bringen Bewegung in die Sache. Das Lied ist gar nicht schlecht, da es EWIGER WALD gelingt, mit geringem Aufwand eine durchaus eindringliche Atmosphäre aufzubauen. Ob der Bandname vom gleichnamigen Film inspiriert wurde, weiß man nicht.

FAAGRIM gehören auf Unheilige Reliquien sicherlich zu den bekanntesten Vertretern und entsprechen erfahren und professionell klingt dann auch Torchlight Funerals. Die Gitarren flimmern leicht melodisch sowie melancholisch während das Schlagwerk gemäßigt aber treibend ertönt und der Gesang rabengleich gekrächzt erscheint. Von GRATZUG gibt es bisher zwei Demos, wovon das erste gar nicht schlecht abschnitt, auch wenn es im Netz Kuriositäten über GRATZUG zu lesen gibt. Wie dem auch sei. Das aktuelle Lied Särge aus Eis und Schnee ist ein gefälliges, langes Lied mit starkem Kreischgesang und gut gespielten, leicht melodischen aber rauen Riffs. Irgendwie erinnert mich das Lied an PAYSAGE D’HIVER, was für GRATZUG spricht.

Von HATUL gibt es bisher nur eine Demo und das Lied Sturmgetrieben unterscheidet sich zudem stark von allen bisherigen Titeln der Kompilation. Statt greller und heller Töne dominieren bei HATUL tiefe und dunkle Töne, was dem Stück ein wenig Death Metal Charakter gibt. Zudem ist der Gesang auch sehr verständlich. Ungewöhnlich und deshalb interessant, aber auch im Bereich der Riffs erweisen sich HATUL als eigenständig. Ob diese Spielweise für ein ganzes Album funktionieren würde, weiß ich nicht, aber hier auf Unheilige Reliquien passt diese Andersartigkeit ganz gut rein. Zumal mit LEBENSWINTER Black Metal folgt, der Rohheit mit Melodik kombiniert. Der Gesang von LEBENSWINTER erklingt böse, erdig und kehlig sowie leise, während melodisches Gitarrenspiel das Spiel der Instrumente dominiert. So etwas gefällt mir meistens nicht, aber hier mit Nebel funktioniert es im Umfeld der anderen Gruppen.

Über MORDRAK, die hier mit dem Titel Nachtjäger vertreten sind, gibt es leider auch keine Informationen. Ich gehe aber stark davon aus, dass es sich hierbei nicht um MORDRAK handelt die 2006 das Album Nebelklang veröffentlichten. Nachtjäger ist jedenfalls ein ziemlich interessantes Lied mit einem überaus giftigen und stark verzerrten Kreischgesang, zu dem tief tönende sowie basslastige Saiteninstrumente zu hören sind. Phasenweise kommt kurzweilig stimmungsintensivierendes Keyboard dazu. Nachtjäger ist aber ein sehr abwechslungsreiches Lied, das sowohl atmosphärische Elemente als auch hasserfüllte Raserei beinhaltet. Das direkt nachfolgende Letzter Ritt von NORDFROST ist hingegen ein durchgängig ruhiges Stück mit viel Gitarrenmelodie und einer lauten, heiser wirkenden Gesangsstimme. Wirkt irgendwie paganesk auf mich.

Atmosphärisch, harmonisch und melodisch geht es mit dem langen Titel Tristitia von TEMPLE OF OBLIVION weiter. Das Lied ist auch auf dem Debütalbum zu hören und bietet vor allem dunkelatmosphärischen Black Metal, der allerdings ziemlich abwechslungsreich ist. Harte und bissige Parts gibt es ebenso wie kurze Klargesangseinlagen oder dezente Keyboarduntermalungen. Auch wenn das Lied phasenweise eingängige Momente aufweist, ist es in seiner Gesamtheit doch recht komplex und macht Lust auf das Album. WALDESSCHREI sind mir von der Split mit LYKANTHROPIE her bekannt und konnten mich auf dieser nicht vollends überzeugen. Ähnlich verhält es sich nun auch hier mit dem Lied Reich deine Hände. Das ist allerdings dem Stil geschuldet, melodische Arrangements mit deutschem Gesang zu verbinden. Da fehlt mit einfach die gewisse Härte oder Bösartigkeit. Die bekommt man dann aber mit dem letzten Titel Tretet Eure Götter tot. Es ist das kürzeste Lied, welches DECHRISTIANISERUNG EUROPAS hier abschließend zum Besten geben. Der Klang ist ziemlich dünn und neben langsamen melodischen Parts gibt es auch kurzweilige aggressive Ausbrüche. Richtig überzeugend ist das Lied aber nicht, gerade melodisch ist es doch etwas platt geraten.


Für Untergrundfanatiker ist Unheilige Reliquien sicherlich eine interessante Kompilation um neue Gruppen kennen zu lernen. Neben eher durchschnittlichen Liedern gibt es aber auch interessante und gute Gruppen sowie Lieder. Mir persönlich sagen hier besonders MORDRAK aber auch HATUL sowie TEMPLE OF OBLIVION zu. Als sehr schade empfinde ich allerdings die überaus informationsarme und minimalistische Gestaltung des Digipaks. Zu den Gruppen gibt es keinerlei Informationen, was ich bedauere und bemängele. Gerade auch weil es sich zumeist um kleine Gruppen aus dem unübersichtlichen Untergrund handelt, wäre es gut, wenn es ein gedrucktes Beiheft mit mehr oder weniger ausführlichen Informationen geben würde.

01. Aegrotum - Of suicide and pure misanthropy
02. Blutkult - Novembernacht
03. Ewiger Wald - Durch Ahnenwälder und Frostnächte
04. Faagrim - Torchlight funerals
05. Gratzug - Särge aus Eis und Schnee
06. Hatul - Sturmgetrieben
07. Lebenswinter - Nebel
08. Mordrak - Nachtjäger
09. Nordfrost - Letzter Ritt
10. Temple of Oblivion - Tristitia
11. Waldesschrei - Reich deine Hände
12. Dechristianisierung Europas - Tretet eure Götter tot

25.06.2012

Lento - Live Recordings 08.10.2011 | 2012 | Denovali | CD | Instrumental Post Metal / Sludge

Wer bereits in den Genuss kam LENTO einmal live zu erleben, der wird wissen, dass LENTO eine großartige Liveband ist. Ich konnte LENTO dreimal auf der Bühne bewundern und war jedes Mal begeistert, gerade die Konzerte gemeinsam mit UFOMAMMUT waren damals grandios, denn LENTO spielten ihr Material (auf den besagten Konzerten mit UFOMAMMUT nur vom Debütalbum Earthen) einen Tick schneller und härter, was angesichts des warmen und kräftigen Klanges live eine Offenbarung war. Dementsprechend dürfte nicht nur bei mir die Freude über die Ankündigung eines Livealbums groß gewesen sein. Das nun vorliegende Livealbum Live Recording 08.10.2011 wurde im italienischen Perugia aufgenommen und enthält Lieder von Earthen und Icon sowie das Stück Vault, welches auf keinem der beiden Alben vertreten ist.

Live Recording 08.10.2011 ist ein gutes und ein schönes Livealbum welches zunächst durch die gute Klangqualität auffällt. Die kräftigen und tiefen Töne erklingen schön satt, das Riffing der Saiteninstrumente kommt fein zur Geltung und auch das wahnsinnige Schlagzeugspiel ist gut zu hören. Nebenbei angemerkt, lohnt sich ein LENTO-Konzert immer auch schon, nur um den Schlagwerker zu beobachten, der die Felle voller Hingabe bis zur vollkommenen Erschöpfung malträtiert. Klanglich und spielerisch handelt es sich hierbei um ein einwandfreies Album und die einzelnen Stücke weichen leicht von den Studioversionen der Alben ab. Dies fällt zwar nicht immer unbedingt auf, doch gibt es Stücke wie Least, wo es offensichtlich ist. Die Liveversion von Least ist ungefähr anderthalb Minuten länger als auf Icon. Bereits die Icon-Version ist sehr kraftvoll, doch live ist Least noch wüster und brachialer, die verlängerte Liedführung, das in die Länge ziehen und Hinauszögern macht einfach nur Spaß und ist auch das Besondere an solchen Liveaufnahmen. Das Lied Earth von Earthen ist der Originalversion sehr nahe, doch Need vom selben Album, ist hier in der Liveausgabe etwas kürzer und härter, einige atmosphärische Parts im Mittelteil wurden gekürzt und anders gestaltet. Solche kleineren Abweichungen gibt es auch in anderen Liedern, die nicht immer offenkundig sind. Das bisher unveröffentlichte Lied Vault ist ein riffgewaltiges Lied, welches atmosphärisch sehr gut zu Earthen passt. Atmosphärische Riffs, die phasenweise gar verträumt wirken, wechseln sich mit harten Brachialriffs ab und auch ein Soli, vielleicht speziell für diese Liveversion, fehlt nicht.

Wie schon mehrfach erwähnt, ist Live Recording 08.10.2011 ein verdammt gutes Livealbum, welches sich jeder LENTO-Anhänger nicht entgehen lassen sollte. Der Klang ist sehr gut, die Liedauswahl ebenfalls und die leicht veränderteren Versionen machen einfach jede Menge Spaß. Sowohl das Digipak als auch die Vinylversion sind jeweils auf 500 Kopien limitiert, weshalb man nicht allzu lange mit dem Kauf warten sollte.


9/10
Aceust

01. Icon
02. Earth
03. Hymen
04. Hymn
05. Still
06. Need
07. Vault
08. Hadrons
09. Least

20.06.2012

Heresiarch Seminary - Dark Ages Of Witchery | 2012 | Infernal Kommando Records

Dark Ages Of Witchery ist das erstmals 2010 auf CDR erschienene Debütalbum des russischen Duos HERESIARCH SEMINARY. 2011 gab es eine Wiederveröffentlichung auf CD und nun gibt es das Album auch auf Kassette mit vier Bonusstücken.

HERESIARCH SEMINARY spielen geradlinigen und schnörkellosen Black Metal, bestehend aus den Saiteninstrumenten, Schlagwerk und Gesang. Mehr gibt es nicht, selbst auf stimmungsvolle Ein- und Ausklänge wurde verzichtet. Stattdessen dominieren antreibende Rhythmen und ein giftiger, stark verzerrter Kreischgesang das Geschehen. Der Gesang erinnert mich manchmal an Gruppen wie MORTIFERA, jedoch ohne deren depressive oder hysterische Attitüde. HERESIARCH SEMINARY spielen gerne schnell und geradlinig. Das hohe Tempo wird mit dezenten melodischen Riffs kombiniert, so dass die Atmosphäre, die das Duo erzeugt, oftmals kalt und unheilvoll ist. Mich kann Dark Ages Of Witchery jedenfalls auf Anhieb überzeugen, da sich das Album absolut wie unverfälschter und authentischer Black Metal ohne Firlefanz anhört. Manchmal erinnert mich die Verbindung von rohem Black Metal, Gesang und dezenter Melodik an Gruppen wie SATANIC WARMASTER.

Dark Ages Of Witchery ist ein gutes Album, das nicht nur musikalisch ansprechend ist sondern auch vom Klang her überzeugt. Der Klang ist natürlich roh aber dennoch differenziert, die grellen Riffs der Gitarre kommen schön zur Geltung, das Schlagwerk ertönt ebenfalls gut und der Gesang wurde richtig, also nicht zu laut oder leise, abgemischt. Dark Ages Of Witchery hätte so auch vor zehn Jahren erscheinen können, was mir das Album zusätzlich sympathisch macht.

Das Bonusmaterial ist klanglich und spielerisch wesentlich harscher und räudiger als das Albummaterial. Dies gilt auch für das von JUDAS ISCARIOT nachgespielte From Hateful Visions, das klanglich um ein vielfaches roher und dünner als das Original ist. Man erkennt das Original nur an den speziellen melodischen Riffs im Refrain, ansonsten kommt von der ursprünglichen, düsteren Atmosphäre des Originals nur wenig an. Das Bonusmaterial scheint aus der Anfangszeit von HERESIARCH SEMINARY zu bestehen.

HERESIARCH SEMINARY haben mit Dark Ages Of Witchery jedenfalls ein sehr gelungenes Debütalbum abgeliefert. Das Album enthält gute, stets dezente Melodien, geradlinige aber abwechslungsreiche Strukturen. HERESIARCH SEMINARY verstehen es Andeutungen von Schwermut und Melodik mit Härte und Hass zu vermischen. In jedem Fall verdient das Album mehr Aufmerksamkeit, weshalb die Neuauflage auf Kassette richtig ist. Allerdings gibt es nur 150 Kopien, weshalb man nicht allzu lange warten sollte.

01. Dark ages of witchery
02. Hyperborean nostalgia
03. Obscure wallachian woods
04. Funeral march of rats
05. Hordes of the winter wolves
06. At the walpurgis night
07. Darkened abyss of eternal solitude torment
08. Dark ages of witchery (Rehearsal)
09. Hyperborean nostalgia (Rehearsal)
10. Hell's maw chamber
11. From hateful visions (Judas Iscariot Cover)

http://infernalkommando.blogspot.com/

19.06.2012

Heresiarch Seminary - Spill The Cursed Wine | 2012 | Self Mutilation Services / Deathcult Records

Nachdem mir das Debütalbum Dark Ages Of Witchery so gut gefiel, war ich auf die neue, kürzlich erschienene EP Spill The Cursed Wine, natürlich sehr gespannt. Doch recht schnell musste ich feststellen, dass HERESIARCH SEMINARY eine grundlegende Sache verändert haben. Während das Album ohne Ein- und Ausklang ausgekommen ist, gibt es auf der EP nun sehr viel instrumentalen Ambient zu hören. Genau genommen besteht die Hälfte aus ruhigen Ambientklängen. Die andere Hälfte hingegen beinhaltet eben jenen Black Metal, mit dem die Russen schon auf dem Album gefielen.

Stilistisch hat sich am Black Metal kaum etwas verändert. HERESIARCH SEMINARY spielen auch auf Spill The Cursed Wine geradlinigen Black Metal mit harschem Gesang. Allerdings wurde am Klang geschraubt, der nun etwas wärmer, druckvoller und voluminöser ist. Die drei Black Metal Stücke überzeugen aber nach wie vor, da HERSIARCH SEMINARY weiterhin auf leicht melodische Gitarren, antreibende Rhythmen und den bissigen Gesang setzen.

Part I: Cry of the Bleeding Raven und Part II: Far Tower Beacon sind zwei lange, vornehmlich rhythmisch eingängige aber schnelle Stücke, die von den Riffs und dem Gesang leben. Die Gitarren spielen leicht melodische Riffs, die gern auch kalt sind und gemeinsam mit dem Gesang und dem hohen Tempo, für eine hasserfüllte Atmosphäre sorgen. Part III: Spill the Cursed Wine ist da etwas anders. Das Lied ist über weite Strecken langsam, fällt streckenweise durch sehr präsente und melodische Riffs sowie den radikalen Kreischgesang auf. Ich würde nicht unbedingt behaupten, es wäre DSBM, geht aber partiell schon in eine melancholisch eingehauchte Richtung. Aber nicht nur, es gibt auch schnelle und harsche Wutausbrüche, womit sich HERESIARCH SEMINARY quasi treu bleiben und zurück zum direkten Black Metal kehren.

Abgesehen von den drei Ambientstücken ist die EP ebenso wie das Album überzeugend, in Teilen auch überaus energisch und eindringlich. Die Ambientstücke hätten meiner Meinung nach nicht sein müssen, da der Black Metal gut genug ist, es viele gute Riffs und eine dichte Atmosphäre gibt, für die es gar keinen Ambient bedarf. Aber diese „Pausenfüller“, so empfinde ich den Ambient jedenfalls, kann man ja einfach überspringen. Für die Zukunft von HERESIARCH SEMINARY hoffe ich nur, dass man dem Ambient nicht noch mehr Raum gibt, denn der Black Metal ist hörenswert genug und davon sollte man nicht ablenken.

23.04.2012

No Return - Inner Madness | 2012 | Great Dane Records | CD | Thrash / Death Metal

Für NO RETURN stellt Inner Madness bereits das achte Album dar. Gegründet wurde die Gruppe 1989, zuvor hatte man aber schon 1987 eine Demo unter dem Namen EVIL POWER veröffentlicht. Im Laufe der Jahre hatte die Band aber einen ansehnlichen Verschleiß von Musikern, so dass von der einstigen Besetzung nicht mehr viel übrig geblieben ist. Auf Inner Madness spielen NO RETURN melodischen Thrash Metal mit einigen Ausflügen in den Heavy Metal, aber auch der eine und andere Einfluss des Death Metals schimmert durch.

Inner Madness ist ein enorm riffbetontes Album. Die beiden Gitarristen verstehen ihr Handwerk und beherrschen sowohl melodische Soli des Heavy Metals als auch harte Death Metal Riffs und nicht zuletzt auch technische Thrash Riffs. Teilweise erinnern mich NO RETURN an IRON MAIDEN, um andernorts in ihrer technischen Schiene dann in die progressive Richtung von DEATH zu gehen. Inner Madness ist ein reichhaltiges Album, das vor allem für Freunde des gitarrenbetonten Metals geeignet ist. Mir persönlich fehlt nämlich die Härte. Ich mag meinen Thrash Metal gerne mit einer gewissen Härte und Hässlichkeit, davon lässt sich hier kaum etwas finden. Dabei gibt es durchaus schnelle und geradlinige Passagen, nur nicht sonderlich lang. Die Lieder sind sehr vielschichtig und abwechslungsreich, zwischendurch gibt es auch die eine und andere Klargesangseinlage sowie viele melodische Gitarrenparts.

Wer melodischen Thrash Metal mit Death Metal Einfluss mag, wird hiermit ganz sicher seine Freude haben. NO RETURN können in jedem Fall hervorragend spielen, tolle Riffs gibt es massig. Aber alles ist eben eher melodisch als brutal, was mir persönlich sauer aufstößt und geschmacklich nicht so zusagt.


6/10
Aceust

01. N.I.L. 2
02. Inquisitive hegemony ($even)
03. Backdoor
04. Near death experiences
05. Morgane's song
06. Inner madness
07. Borderline
08. The dead inside
09. Death scars

22.04.2012

Lustre - Of Strength And Solace | VERÖFFENTLICHT: 2012 | PLATTENFIRMA: Nordvis Produktion

Die schwedische Einmanngruppe LUSTRE wird am 22. April das Minialbum Of Strength And Solace veröffentlichen. Die vier Lieder starke Scheibe ist ein hochgradig atmosphärisches Werk, auf dem der Ambient sehr stark vertreten ist. LUSTRE koppelt ruhigen Keyboard Ambient mit stark verzerrten Gitarren und punktuellem und seltenem Kreischgesang. Die Lieder sind so ruhig und atmosphärisch, dass sie meiner Meinung nach der ideale Soundtrack für eine kleine Rundreise durch den Kosmos sind. Beim Lauschen der Ambientklänge muss ich jedenfalls unweigerlich an die Weiten des Alls, an Sterne und dergleichen denken. Dieser atmosphärische und zugleich auch entspannende Aspekt wird auch durch die minimalistische Gestaltung und Umsetzung verstärkt. LUSTRE agiert hier nicht nur einfach ruhig sondern auch sehr reduziert und übersichtlich. Es gibt also nicht viel Abwechslung.

Ich kenne die anderen Werke von LUSTRE nicht, möglich also, dass alle Veröffentlichungen so sind wie Of Strength And Solace. Man muss aber in jedem Fall minimalistischen Keyboard Ambient mögen, um an diesem Minialbum Freude zu haben. Ich hätte mir eine stärkere Betonung des Black Metals gewünscht, der im Grunde nur als Hintergrundbegleitung existiert.  Trotzdem muss ich der Scheibe einen gewissen Charme zusprechen, da sogar ich, als Kostverächter des Ambients, mich in gewisser Weise angesprochen sowie entspannt fühle. Ob dies die Intention des Musikers ist, weiß ich nicht, aber wenn er es schafft, auch mich irgendwie anzusprechen, ist das gut und spricht für die Qualität dieser Veröffentlichung.

01. Part 1
02. Part 2
03. Part 3
04. Part 4

http://www.facebook.com/lustresweden
http://www.nordvis.com/