Die niederländische Einmanngruppe Mordaehoth geistert schon mindestens 13 Jahre durch den Untergrund, dennoch ist Eens Weer Prevaleert Het Heidens Hart
erst das zweite Album. Das erste erschien 2003, weshalb es sicherlich
ganz gut ist, wieder mal etwas neues heraus zu bringen. Von Mordaehoth kenne ich nur die Split LP mit Altar Of Perversion, die ich in guter Erinnerung habe. Auch wenn Eens Weer Prevaleert Het Heidens Hart
das aktuelle und neue Album ist, so klingt der roh eingespielte Black
Pagan Metal über weite Strecken doch sehr nach den 1990iger Jahren. Da
ist es wohl auch kein Zufall, wenn das Photo von Solomusiker Sygwyrd
mit Kettenhemd, Schild und Schwert stark an Rob Darken erinnert, denn
phasenweise erinnert nämlich auch die Musik an Graveland. Auch wenn der grimmige Pagan Black Metal von Mordaehoth
sich ganz klar an den alten Sachen orientiert, ist das Album keine
monotone Angelegenheit. Im Gegenteil, das Album ist sogar sehr
abwechslungsreich und enthält sehr unterschiedliche Stücke. Mit der
gleichnamigen Demo aus dem Jahre 1998 hat das Album übrigens nichts zu
tun, auch wenn die Klangproduktion der einzelnen Lieder auf
unterschiedliche Entstehungsphasen schließen lässt.
Mit Balder beginnt das Album recht grimmig, schnelle
Passagen und bissiger Gesang treiben das lange Lied voran. Langsamere
Abschnitte mit dunkelmelodischen Gitarren lockern das Ganze etwas auf
und am Ende wird es sogar richtig melodisch an der Gitarre und ein
rockiges Soli ist zu hören. Das viel kürzere Helheim ist eine gitarrenbetonte und klangliche rohe Nummer, die in ihrer schnellen und unsteten grimmigen Art etwas von Lugubrum hat. Das direkt nachfolgende Alvader erinnert in seiner majestätisch-grimmigen Art dann tatsächlich etwas an Graveland. Ganz anders geht es dann mit Beschermd Bij Den Hamerslag
weiter, welches sieben Minuten lang ist und in der ersten Hälfte aus
wüstem und roh klingendem Black Metal besteht. Die zweite Hälfte
hingegen wird mit Klargitarre eingeleitet zu der dann auch Klargesang
hinzu kommt. Akustikgitarre und Klargesang sind im folgenden Prayers To A God Who Never Came sogar durchgängig zu hören, und ein wenig erinnert mich das schwermütige Stück sogar an Death In June.
Wie bereits erwähnt, ist Eens Weer Prevaleert Het Heidens Hart
ein überaus vielschichtiges Album. Nicht nur die einzelnen Lieder
unterschieden sich, es gibt auch oftmals in einem einzelnen Stück viel
Abwechslung. Dies äußert sich unter anderem auch an zeitweiligen
chaotisch anmutenden Strukturen, die sich an eigenartigen Rhythmen und
lebendigen Riffs äußern. Eens Weer Prevaleert Het Heidens Hart
ist ein Werk für das man viel Zeit mitbringen muss, da es einfach sehr
viele Kleinigkeiten beinhaltet, die man erst nach und nach entdeckt.
Manchmal wirkt das Treiben von Mordaehoth auch etwas
dilettantisch, was mir persönlich jedoch sympathisch ist. Sygwyrd hat
mit dem Album seinen eigenen musikalischen Kosmos geschaffen, der
sowohl überaus grimmig rohen Black Metal als auch reinen Pagan Metal
enthält. Sehr interessant finde ich auch Bloodstorm, welches mit seinem bissigen dualen Gesang ein wenig an Necromass' Debütalbum Mysteria Mystica Zothyriana erinnert. Auch wenn es Ähnlichkeiten zu einigen Bands gibt, ist Eens Weer Prevaleert Het Heidens Hart
ein eigenständiges Album, welches allerdings Ecken und Kanten hat,
weshalb es definitiv nicht jedem gefallen wird. Am besten geht man
unvoreingenommen an das Album heran, denn neben der CD im A5 Digipak
gibt es das Teil auch als Vinyl und Pro-Kassette. Mir gefällt der Black
Metal gut, der Pagan und Folk ist für meinen Geschmack
gewöhnungsbedürftig und nicht immer gelungen.
7/10
Aceust
01. Balder
02. Helheim
03. Alvader
04. Beschermd bij den hamerslag
05. Prayers to a god who never came
06. Als't vlammend zwaard de laatste dageraad inluidt
07. Father's sword
08. Bloodstorm
09. Lindisfarne
14.09.2011
Bahrrecht - Nuit De Neige | 2011 | Ketzer Records | CD | Black Metal
Bahrrecht wurde zwar bereits 2001 von Winterhalter (unter anderem bekannt durch Peste Noir und Alcest)
und Fëanor gegründet, doch erst jetzt kommt es zum Debütalbum. In den
Jahren 2005 und 2010 brachte man jeweils eine Demo heraus, ehe es nun
zur Veröffentlichung von Nuit De Neige kommt. Mit den anderen Gruppen von Winterhalter hat Bahrrecht nicht viel zu tun. Bahrrecht spielt hier überwiegend schnell und grimmig gehaltenen Black Metal. Trotz des hohen Grundtempos und grimmiger Stimmung ist Nuit De Neige
aber alles andere als ein geradliniges oder gar eingängiges Werk. Das
Spiel an den Saiteninstrumenten ist oft und gern melodisch, und dies
zumeist mit eigenwilligen Harmonien, die unstet und schräg oder einfach
auch nur schnell und technisch wirken. Gleich im ersten Stück, dem
Titellied, bekommt man die hässliche Seite von Bahrrecht
zu spüren. Es ist ein von Beginn an schnelles Lied mit Geknüppel und
grimmigem Gesang. Das ist im Grunde gar nicht mal schlecht aber
gewöhnungsbedürftig und irgendwie auch arg französisch, da der
melodische und grimmige Black Metal mit einem sehr dünnen und dumpfen
Klang kombiniert wurde. Die Klangproduktion ist denn für mich auch das
größte Manko dieser Veröffentlichung. Das schnelle und brutale Spiel
kann die gespielte Brachialität nur unzureichend kommunizieren, da es
den Instrumenten an Bässen fehlt und die Spuren nicht gerade
differenziert und sauber abgemischt wurden, was phasenweise zu einem
verwaschenen Klang führt. Schade, denn spielerisch ist Nuit De Neige
wahrlich nicht schlecht. Das Schlagwerk wurde sehr lebendig
eingespielt und nicht plump geradeaus runtergespult. Das Material ist
durchaus abwechslungsreich und neben den vielen Geschindigkeitspassagen
gibt es auch mittelschnelle und langsame Parts. Stellenweise wirkt das
Material fast schon überladen, vor allem wenn man den sehr lebendigen
und flinken Gitarren lauscht, die nur sehr selten eingängig und
geradeaus spielen.
Nuit De Neige ist in jedem Fall ein interessantes Album, welches schroffen und schnellen französischen Black Metal beinhaltet. Trotz allen Tempos ist die Spielweise von Bahrrecht oft technisch und komplex, was manchmal etwas anstrengend sein kann. Dies stört aber weniger als der Klang. Mehr Klarheit und mehr Tiefe hätte der Musik sehr gut getan. Allerdings besteht, wie erwähnt, die Möglichkeit, dass sich die Kaufversion besser als meine Promo anhört. Wer ein Faible für den französischen Black Metal hat, sollte Bahrrecht ruhig probieren.
6/10
01. Nuit de neige
02. The sign of Bahrrecht lotharingen black hordes
03. My last sunrise
04. Eisenfaust
05. Ode à undredal
06. Towards the inconquerable platforms built by wind
07. Frozen by demonized
08. Les trois sources
09. Sous une pluie d'étoile
10. I was born
Nuit De Neige ist in jedem Fall ein interessantes Album, welches schroffen und schnellen französischen Black Metal beinhaltet. Trotz allen Tempos ist die Spielweise von Bahrrecht oft technisch und komplex, was manchmal etwas anstrengend sein kann. Dies stört aber weniger als der Klang. Mehr Klarheit und mehr Tiefe hätte der Musik sehr gut getan. Allerdings besteht, wie erwähnt, die Möglichkeit, dass sich die Kaufversion besser als meine Promo anhört. Wer ein Faible für den französischen Black Metal hat, sollte Bahrrecht ruhig probieren.
6/10
01. Nuit de neige
02. The sign of Bahrrecht lotharingen black hordes
03. My last sunrise
04. Eisenfaust
05. Ode à undredal
06. Towards the inconquerable platforms built by wind
07. Frozen by demonized
08. Les trois sources
09. Sous une pluie d'étoile
10. I was born
Lebensessenz - Tage der Nostalgie | 2011 | Dunkelheit Produktionen | Vinyl | Neo Klassik
Tage der Nostalgie ist das jüngst erschienene Vinylalbum des brasilianischen Pianisten Newton Schner, den ich bereits von Inmitten des Waldes und Valium her kenne. Anders als bei Valium und Inmitten des Waldes gibt es bei Lebensessenz
überhaupt keinen Metal, stattdessen 50 Minuten lang traumhafte
klassische Pianomusik. Dass Herr Schner musikalische sowie
kompositorische Fähigkeiten besitzt, wusste ich schon durch seine
anderweitigen Aktivitäten, dennoch bin ich von der Qualität von Lebensessenz
überrascht. Wen mir bisher der Sinn nach klassischer Musik stand, griff
ich zumeist auf Streichmusik von Franz Joseph Haydn oder Carl Philipp
Emanuel Bach zurück, da mir die meisten Pianokompositionen die ich
kannte, nicht gefielen und ich sie als langweilig empfand. Dank Lebensessenz muss ich mich nun doch wohl näher mit diesem Zweig der Klassik zu beschäftigen.
Tage der Nostalgie ist nicht nur nostalgisch sondern auch durchzogen von einer latenten und dezenten Melancholie, die durch das flinke und gefühlvolle, stellenweise aber auch kraftvolle Tastenspiel hervorragend kommuniziert wird. Die Komposition Gedichte aus der Kindheit ist anders als die übrigen Stücke, es ist ein eher lautes und energisches Lied mit hohem Tempo und Dramatik, in dem Newton Schner sein Talent eindrucksvoll unter Beweis stellt. In seiner Heimat scheint Herr Schner allgemein als Talent am Piano zu gelten, was die Interviews und Berichte im brasilianischen Fernsehen nahe legen.
Wer sich auch nur irgendwie im entferntesten für Klassik oder Pianomusik interessiert, sollte sich diese Vinylveröffentlichung also nicht entgehen lassen. Musikalisch eine traumhafte emotionale Reise, von der es nur 300 Kopien gibt, die sicherlich nicht lange auf ihre Käufer warten müssen.
01. The Heidegger's silence
02. Das Herz des Menschen
03. Die lieben Lisztz
04. Un amour irréalisable Pt. I
05. Tage der Nostalgie
06. Liebesgeschichte
07. Un anour irréalisable Pt. II
08. Gedichte aus der Kindheit
09. Sabela und Serrano
10. The silence
http://www.dunkelheit-produktionen.de/
Tage der Nostalgie ist nicht nur nostalgisch sondern auch durchzogen von einer latenten und dezenten Melancholie, die durch das flinke und gefühlvolle, stellenweise aber auch kraftvolle Tastenspiel hervorragend kommuniziert wird. Die Komposition Gedichte aus der Kindheit ist anders als die übrigen Stücke, es ist ein eher lautes und energisches Lied mit hohem Tempo und Dramatik, in dem Newton Schner sein Talent eindrucksvoll unter Beweis stellt. In seiner Heimat scheint Herr Schner allgemein als Talent am Piano zu gelten, was die Interviews und Berichte im brasilianischen Fernsehen nahe legen.
Wer sich auch nur irgendwie im entferntesten für Klassik oder Pianomusik interessiert, sollte sich diese Vinylveröffentlichung also nicht entgehen lassen. Musikalisch eine traumhafte emotionale Reise, von der es nur 300 Kopien gibt, die sicherlich nicht lange auf ihre Käufer warten müssen.
01. The Heidegger's silence
02. Das Herz des Menschen
03. Die lieben Lisztz
04. Un amour irréalisable Pt. I
05. Tage der Nostalgie
06. Liebesgeschichte
07. Un anour irréalisable Pt. II
08. Gedichte aus der Kindheit
09. Sabela und Serrano
10. The silence
http://www.dunkelheit-produktionen.de/
Deadly Carnage - Sentiero II: Ceneri | 2011 | De Tenebrarum Principio | CD | Black Metal
Für die Italiener von Deadly Carnage ist Sentiero II: Ceneri das zweite Album und wird von der Plattenfirma in einem Atemzug mit Gruppen wie Satyricon, Secrets Of The Moon und Janvs
genannt. Manchmal stimmen solche Vergleiche, meistens jedoch nicht.
Auf dieses Werk trifft das Heranziehen der genannten Bands allerdings
in Teilen zu. Deadly Carnage spielen auf dem Album eine
moderne und technische Variante des Black Metals, die in ihrem
Naturell durchaus mit diesen Gruppen oder auch Sonic Reign zu vergleichen ist. Allerdings gehen Deadly Carnage sehr atmosphärisch und melodisch zu Werke.
Eine Einleitung enthält das Album nicht, weshalb Deadly Carnage umgehend mit Guilt Of Discipline loslegen und verschiedene mittelschnelle Tempi, Breaks, eisige Riffs und harte Nackenbrecher abwechselnd abfeuern. Stellenweise ist das Spiel direkt und geradlinig um sich an anderer Stelle sehr technisch und trocken zu entladen. In der Zwischenzeit ist auch mal ein melodisches, lockeres Soli zu hören. Das Material ist vielschichtig und manch ein Brachialpart enthält auch leichte Anteile von Death Metal. Deadly Carnage lockern ihre Musik aber immer wieder durch sehr atmosphärische und ruhige, eigentlich schon regelrecht lieblich vorgetragene Passagen auf, die ein Gegensatz zum teils harten und technischen Spiel stehen. Diese Härte nimmt aber im Verlauf des Albums stark ab und Deadly Carnage agieren vorwiegend mittelschnell oder langsam, was ich etwas bedauere. Dadurch wirken die Lieder phasenweise zu lieb und nett, was Deadly Carnage dann auch von den oben genannten Bands unterscheidet, die immer wieder sehr brutale und direkte Momente einstreuen.
Sentiero II: Ceneri beginnt mit Guilt Of Discipline gut, verliert dann aber etwas an Fahrt und verlagert sich zu sehr auf atmosphärische Elemente. Das abschließende Ceneri ist ein neuneinhalb Minuten langes Stück, das gänzlich aus ruhigen Klängen wie Klargesang, Akustikgitarre und Piano besteht. Spielerisch ist es ein gelungenes Album welches mir stilistisch aber nicht so zusagt, da es in der Summe zu atmosphärisch ist und mehr Brachialität verdient hätte. Wer aber moderne Klänge gepaart mit Atmosphäre mag, kann Sentiero II: Ceneri gerne probieren.
6/10
Aceust
Eine Einleitung enthält das Album nicht, weshalb Deadly Carnage umgehend mit Guilt Of Discipline loslegen und verschiedene mittelschnelle Tempi, Breaks, eisige Riffs und harte Nackenbrecher abwechselnd abfeuern. Stellenweise ist das Spiel direkt und geradlinig um sich an anderer Stelle sehr technisch und trocken zu entladen. In der Zwischenzeit ist auch mal ein melodisches, lockeres Soli zu hören. Das Material ist vielschichtig und manch ein Brachialpart enthält auch leichte Anteile von Death Metal. Deadly Carnage lockern ihre Musik aber immer wieder durch sehr atmosphärische und ruhige, eigentlich schon regelrecht lieblich vorgetragene Passagen auf, die ein Gegensatz zum teils harten und technischen Spiel stehen. Diese Härte nimmt aber im Verlauf des Albums stark ab und Deadly Carnage agieren vorwiegend mittelschnell oder langsam, was ich etwas bedauere. Dadurch wirken die Lieder phasenweise zu lieb und nett, was Deadly Carnage dann auch von den oben genannten Bands unterscheidet, die immer wieder sehr brutale und direkte Momente einstreuen.
Sentiero II: Ceneri beginnt mit Guilt Of Discipline gut, verliert dann aber etwas an Fahrt und verlagert sich zu sehr auf atmosphärische Elemente. Das abschließende Ceneri ist ein neuneinhalb Minuten langes Stück, das gänzlich aus ruhigen Klängen wie Klargesang, Akustikgitarre und Piano besteht. Spielerisch ist es ein gelungenes Album welches mir stilistisch aber nicht so zusagt, da es in der Summe zu atmosphärisch ist und mehr Brachialität verdient hätte. Wer aber moderne Klänge gepaart mit Atmosphäre mag, kann Sentiero II: Ceneri gerne probieren.
6/10
Aceust
Lost Inside - Mourning Wept Beside Me | 2011 | Dusktone | CD | Black Metal
Lost Inside aus Kalifornien wurde erst 2009 als
Einmannprojekt gegründet, hat sich aber zwischenzeitlich zu einem Duo
entwickelt und veröffentlichte jüngst mit Mourning Wept Beside Me
bereits das dritte Album. Diese Fruchtbarkeit macht mich immer etwas
stutzig, zumal der Stil auf diesem Album ganz klar langsamer und
melancholischer Black Metal ist.
Obwohl es sich beim ersten Titel Bewildered nicht um eine klassische Einleitung handelt, unterscheidet sich das Stück von allen anderen. Bewildered ist eine ruhiges und atmosphärisches Lied mit sanfter Klargitarre, düsteren und sehr guten Keyboardklängen sowie eindringlichem Kreischgesang. Es ist ein guter Einstieg, der für diese Spielart des Black Metals mal etwas anderes ist und durch eine düstere, abgründige Atmosphäre besticht, die mich an frühe Sachen von Xasthur erinnert.
Die restlichen Lieder hingegen finden im klassischen DSBM-Stil statt. Stark sowie grell verzerrte Gitarren mit langen Melodiebögen wurden mit langsamer Rhythmik und Kreischgesang unterlegt. Obwohl die Lieder zwischen sieben und zehn Minuten lang sind, passiert recht wenig. Natürlich verändert sich die Melodie oder ein Riff durchaus, auch gibt es mal eine Tempovariation, aber im Gesamtbild spielt Lost Inside sehr unaufgeregt, mithin auch doomig auf. Das alles ist für sich genommen auch schön und gut. Die langen Melodieführungen wissen zu gefallen, da sie Atmosphäre erzeugen und stets auch Melancholie vermitteln. Nur fehlt dem Album auf die Dauer das gewisse Etwas, eine spezielle Dramatik. Etwas Schwung in die Angelegenheit kommt dann erst mit dem abschließenden Lied Feed On Tears. Dieses beginnt sehr ruhig, harmonisch und melodisch, steigert und intensiviert sich zunehmend, wird kraftvoll und nimmt etwas an Fahrt auf.
Für ein DSBM-Album ist Mourning Wept Beside Me wirklich nicht schlecht, zumal es Lost Inside nocht nicht lange gibt und man an Veröffentlichungen nicht geizt. Es ist ein atmosphärisch stimmiges Werk, welches mir gesanglich als auch melodisch zusagt - ich fühle mich immer wieder an die langsamen Parts von Irrwisch erinnert. Aber es zieht sich etwas, da es streckenweise zu ruhig und gemächlich ist. Potential ist vorhanden und für Freunde dieser Spielart durchaus zu empfehlen.
6/10
Aceust
01. Bewildered
02. A ghost among people
03. Four walls and a restless shadow
04. Like a wilted flower
05. Feed on tears
Obwohl es sich beim ersten Titel Bewildered nicht um eine klassische Einleitung handelt, unterscheidet sich das Stück von allen anderen. Bewildered ist eine ruhiges und atmosphärisches Lied mit sanfter Klargitarre, düsteren und sehr guten Keyboardklängen sowie eindringlichem Kreischgesang. Es ist ein guter Einstieg, der für diese Spielart des Black Metals mal etwas anderes ist und durch eine düstere, abgründige Atmosphäre besticht, die mich an frühe Sachen von Xasthur erinnert.
Die restlichen Lieder hingegen finden im klassischen DSBM-Stil statt. Stark sowie grell verzerrte Gitarren mit langen Melodiebögen wurden mit langsamer Rhythmik und Kreischgesang unterlegt. Obwohl die Lieder zwischen sieben und zehn Minuten lang sind, passiert recht wenig. Natürlich verändert sich die Melodie oder ein Riff durchaus, auch gibt es mal eine Tempovariation, aber im Gesamtbild spielt Lost Inside sehr unaufgeregt, mithin auch doomig auf. Das alles ist für sich genommen auch schön und gut. Die langen Melodieführungen wissen zu gefallen, da sie Atmosphäre erzeugen und stets auch Melancholie vermitteln. Nur fehlt dem Album auf die Dauer das gewisse Etwas, eine spezielle Dramatik. Etwas Schwung in die Angelegenheit kommt dann erst mit dem abschließenden Lied Feed On Tears. Dieses beginnt sehr ruhig, harmonisch und melodisch, steigert und intensiviert sich zunehmend, wird kraftvoll und nimmt etwas an Fahrt auf.
Für ein DSBM-Album ist Mourning Wept Beside Me wirklich nicht schlecht, zumal es Lost Inside nocht nicht lange gibt und man an Veröffentlichungen nicht geizt. Es ist ein atmosphärisch stimmiges Werk, welches mir gesanglich als auch melodisch zusagt - ich fühle mich immer wieder an die langsamen Parts von Irrwisch erinnert. Aber es zieht sich etwas, da es streckenweise zu ruhig und gemächlich ist. Potential ist vorhanden und für Freunde dieser Spielart durchaus zu empfehlen.
6/10
Aceust
01. Bewildered
02. A ghost among people
03. Four walls and a restless shadow
04. Like a wilted flower
05. Feed on tears
Til Det Bergens Skyggene - Til Det Bergens Skyggene | 2011 | Voldsom Musikk | Kassette | Ambient
Diese selbstbetitelte Debütdemo von Til Det Bergens Skyggene
ist eine reine Ambientveröffentlichung und dürfte trotzdem nur für
Musikinteressierte mit speziellen Neigungen gedacht sein. Fünf Lieder
und 37 Minuten lang bekommt man hier ausschließlich gedämpfte
Keyboardmusik zu hören, wie man sie in 1990iger Jahren bei einigen
nordischen Black-Metal-Gruppen öfters serviert bekam. Da ich mich
damals für derlei Musik nicht im geringsten interessierte, fällt mir
spontan auch nur Burzum als Vergleich ein.
Da ich nun kein Experte in Sachen Ambient bin, kann ich nicht wirklich gut beurteilen wie gut oder schlecht sich Til Det Bergens Skyggene hiermit angestellt hat, allerdings kann ich die Wirkung der sphärischen Klänge beschreiben: Gelangweilt werde ich nicht, was bei Ambient schon mal sehr viel ist. Zudem mag ich den Klang des Keyboards, der punktuell etwas angestaubt, einfach und altbacken wirkt - eben 1990iger. Aus dieser Sicht dürfte das Soll von Til Det Bergens Skyggene auch voll erfüllt sein, denn man wollte "nostalgische Keyboard-Musik" schaffen. Und so ist es auch, die Demo erscheint mir wie eine leise Liebeserklärung an jene Zeit. Insofern gehe ich auch stark davon aus, dass Til Det Bergens Skyggene mit dieser Leidenschaft nicht alleine ist und es sicherlich auch unter Euch einige Liebhaber jener Tage und Musik gibt, für die diese professionelle Kassettenproduktion in einer 100er Auflage gedacht ist. Wer einmal probehören möchte, kann sich auf der Seite von Voldsom Musikk das - meiner Meinung nach beste - Lied Skog, Natt Og Stjerner herunterladen.
01. Inn I villmarken
02. Skog, natt og stjerner
03. Til det bergens skyggene
04. Min tid har kommet...
05. Opphavens stillhet
Da ich nun kein Experte in Sachen Ambient bin, kann ich nicht wirklich gut beurteilen wie gut oder schlecht sich Til Det Bergens Skyggene hiermit angestellt hat, allerdings kann ich die Wirkung der sphärischen Klänge beschreiben: Gelangweilt werde ich nicht, was bei Ambient schon mal sehr viel ist. Zudem mag ich den Klang des Keyboards, der punktuell etwas angestaubt, einfach und altbacken wirkt - eben 1990iger. Aus dieser Sicht dürfte das Soll von Til Det Bergens Skyggene auch voll erfüllt sein, denn man wollte "nostalgische Keyboard-Musik" schaffen. Und so ist es auch, die Demo erscheint mir wie eine leise Liebeserklärung an jene Zeit. Insofern gehe ich auch stark davon aus, dass Til Det Bergens Skyggene mit dieser Leidenschaft nicht alleine ist und es sicherlich auch unter Euch einige Liebhaber jener Tage und Musik gibt, für die diese professionelle Kassettenproduktion in einer 100er Auflage gedacht ist. Wer einmal probehören möchte, kann sich auf der Seite von Voldsom Musikk das - meiner Meinung nach beste - Lied Skog, Natt Og Stjerner herunterladen.
01. Inn I villmarken
02. Skog, natt og stjerner
03. Til det bergens skyggene
04. Min tid har kommet...
05. Opphavens stillhet
Primal / Iugulatus / Deep Desolation - Chapel Of Fear | 2011 | Q.E.V. Productions | CD | Black/Death/Doom
Den Platz auf Chapel Of Fear teilen sich drei noch junge polnische Gruppen. Während es sich bei Iugulatus und Deep Desolation um echte Gruppen mit mehreren Musikern handelt, ist Primal ein Einmannprojekt. Man hört es Primal allerdings nicht an, klanglich und spielerisch macht das Liedgut einen guten Eindruck. Das erste Stück Nadczłowiek
beginnt sehr atmosphärisch mit sphärischem Riff und Keyboardeinsatz.
Dieses sphärische Eingangsriff kommt mir sehr bekannt vor, es gefällt
mir sehr gut, nur kann ich mich nicht mehr erinnern, wo ich dieses Riff
so oder ähnlich schon mal gehört habe. Wie dem auch sei. Auf den
atmosphärischen Anfang wechselt Primal ins grimmige
Lager über. Das Tempo ist schnell und der Gesang ertönt kehlig und
etwas krank. Diese Grimmigkeit wird allerdings immer wieder durch das
anfängliche Keyboard mitsamt des sphärischen Riff unterbrochen.
Schnellig- und Grimmigkeit wechselt sich hier mit atmosphärischen Parts
ab, wobei vor allem die atmosphärischen Elemente überzeugen. Mit Matka Noc
geht es ähnlich grimmig und stellenweise sehr aggressiv weiter. Hier
ist vor allem der Gesang derbe abgefahren und erinnert mich
stellenweise an Maniacs Organ auf Wolf's Lair Abyss. In der Kombination mit den schnellen Parts klingt Primal hier schön böse und harsch. Allerdings hält auch Matka Noc immer wieder atmosphärische Passagen mit netten Harmonien bereit. An dieser Spielweise ändert sich auch in Poza Grób nicht viel, wobei es hier ein längeres Gitarrensoli zu hören gibt. Primal
kann mit den drei Liedern überzeugen. Grimmigkeit - vor allem was den
Gesang betrifft - wird hier mit langen Liedern die schnelle als auch
langsame und melodische Parts besitzen, kombiniert. Ist nicht
überragend aber grundsolide und vor allem die Gitarrenmelodien wissen
zu gefallen.
Die Lieder von Iugulatus sind wesentlich kürzer als die von Primal, aber mit rund sechs Minuten auch nicht gerade kurz. Und obwohl das Tempo von Iugulatus zumeist mittelschnell ist, entwickelt man eine riffbetonte, aggressive Atmosphäre die mich irgendwie an Aufnäherkutte, Bier und Mittelfingerattitüde erinnert. Iugulatus spielt eine treibende Mischung aus satanischem Death und Black Metal, wobei vor allem die Gitarren und der Gesang im Vordergrund stehen. Stellenweise gibt es auch brutale Knüppeleinlagen, doch ansonsten dominieren mittelschnelle Tempi und vordergründiges Riffing das Geschehenen. Ist ganz nett, aber irgendwie fehlt der Musik noch das gewisse Etwas, zumal die Lieder zu lang geraten sind und sich deshalb etwas ziehen. Die Intention von Iugulatus ist gut, die Riffs gefallen mir auch - aber da ist nocht Luft nach oben.
Deep Desolation konnten mich ja eben schon mit dem Debütalbum Subliminal Visions überzeugen. Das Lied Chapel Of Fear ist eine sehr düsteres und tieftöniges Doom Stück in dem fast pausenlos langsam gespielte, melodische Riffs zu hören sind. Das ist in diesem Falle ganz interessant, da Deep Desolation hier auf klassische Liedstrukturen, bestehend aus dem Wechsel von Vers, Refrain und Bridge verzichtet. Es wiederholen sich zwar Elemente, doch wirkt das Lied in seiner Gesamtheit gleichförmig, was einerseits zwar interessant, andererseits aber auch etwas langatmig ist. Satanic Orgy ist gleichfalls schleppend und riffbetont, aber sehr viel eingängiger als Chapel Of Fear. Erst in der letzten Minute kommt Veränderung und Abwechslung auf. Deep Desolation zeigt sich mit diesen beiden Liedern etwas enttäuschend, hinsichtlich des Albums. Der Death/Doom der hier zu hören ist, dem fehlt leider das gewisse Etwas und die stimmige und düstere Atmosphäre vom Album. Die Riffs sind an sich ganz nett, aber wurden so und ähnlich von vielen anderen Vertretern des Genres schon massig vorgetragen.
Chapel Of Fear ist ein durchwachsene Splitveröffentlichung. Am besten gefällt mir das Einmannprojekt Primal. Primal hat einfach die besten Melodien und abgefahrenen Gesang. Iugulatus kann spielerisch überzeugen, sagt mir aber stilistisch nicht so ganz zu und Deep Desolation sind leider enttäuschend und harmlos, wenn man die zwei Lieder mit dem Album vergleicht.
Primal 7/10
Iugulatus 6/10
Deep Desolation 5/10
PRIMAL
01. Nadczłowiek
02. Matka noc
03. Poza grób
04. Outro
IUGULATUS
05. Will of satan
06. Master of illusion
07. Gates of abyss
DEEP DESOLATION
08. Chapel of fear
09. Satanic orgy
Die Lieder von Iugulatus sind wesentlich kürzer als die von Primal, aber mit rund sechs Minuten auch nicht gerade kurz. Und obwohl das Tempo von Iugulatus zumeist mittelschnell ist, entwickelt man eine riffbetonte, aggressive Atmosphäre die mich irgendwie an Aufnäherkutte, Bier und Mittelfingerattitüde erinnert. Iugulatus spielt eine treibende Mischung aus satanischem Death und Black Metal, wobei vor allem die Gitarren und der Gesang im Vordergrund stehen. Stellenweise gibt es auch brutale Knüppeleinlagen, doch ansonsten dominieren mittelschnelle Tempi und vordergründiges Riffing das Geschehenen. Ist ganz nett, aber irgendwie fehlt der Musik noch das gewisse Etwas, zumal die Lieder zu lang geraten sind und sich deshalb etwas ziehen. Die Intention von Iugulatus ist gut, die Riffs gefallen mir auch - aber da ist nocht Luft nach oben.
Deep Desolation konnten mich ja eben schon mit dem Debütalbum Subliminal Visions überzeugen. Das Lied Chapel Of Fear ist eine sehr düsteres und tieftöniges Doom Stück in dem fast pausenlos langsam gespielte, melodische Riffs zu hören sind. Das ist in diesem Falle ganz interessant, da Deep Desolation hier auf klassische Liedstrukturen, bestehend aus dem Wechsel von Vers, Refrain und Bridge verzichtet. Es wiederholen sich zwar Elemente, doch wirkt das Lied in seiner Gesamtheit gleichförmig, was einerseits zwar interessant, andererseits aber auch etwas langatmig ist. Satanic Orgy ist gleichfalls schleppend und riffbetont, aber sehr viel eingängiger als Chapel Of Fear. Erst in der letzten Minute kommt Veränderung und Abwechslung auf. Deep Desolation zeigt sich mit diesen beiden Liedern etwas enttäuschend, hinsichtlich des Albums. Der Death/Doom der hier zu hören ist, dem fehlt leider das gewisse Etwas und die stimmige und düstere Atmosphäre vom Album. Die Riffs sind an sich ganz nett, aber wurden so und ähnlich von vielen anderen Vertretern des Genres schon massig vorgetragen.
Chapel Of Fear ist ein durchwachsene Splitveröffentlichung. Am besten gefällt mir das Einmannprojekt Primal. Primal hat einfach die besten Melodien und abgefahrenen Gesang. Iugulatus kann spielerisch überzeugen, sagt mir aber stilistisch nicht so ganz zu und Deep Desolation sind leider enttäuschend und harmlos, wenn man die zwei Lieder mit dem Album vergleicht.
Primal 7/10
Iugulatus 6/10
Deep Desolation 5/10
PRIMAL
01. Nadczłowiek
02. Matka noc
03. Poza grób
04. Outro
IUGULATUS
05. Will of satan
06. Master of illusion
07. Gates of abyss
DEEP DESOLATION
08. Chapel of fear
09. Satanic orgy
Shroud Of Distress - Be Happy | 2011 | Pest Productions | CD | Black Metal
Für das 2010 gegründete Quartett Shroud Of Distress stellt die EP Be Happy die
Debütveröffentlichung dar. Wenn man sich das Cover anschaut, kann man
ziemlich gut erahnen worum es sich hierbei musikalisch handelt: Nämlich
depressiv eingehauchten Black Metal. Dieser weiß auf Anhieb zu
gefallen, da das Titellied mit dem die EP ihren Lauf nimmt, gut,
nämlich düster und melancholisch, beginnt. Der teilweise unverzerrte
Gesang ertönt klagend und eindringlich während die melodische Gitarre
eine schöne und sphärische Melodie zum Besten gibt. Im Grunde ist dies
alles nichts Neues, doch die Art und Weise wie Shroud of Distress
das alles umsetzt, weiß zu gefallen. Das Spiel am Schlagwerk ist
überzeugend, der Klang der Instrumente ebenfalls und auch der eine und
andere schnell gespielte Part weiß zu gefallen. Die Grundatmlosphäre
der EP setzt sich ganz klar aus Schmerz, Traurigkeit und desolater
Schwermut zusammen, doch geht dies glücklicherweise nicht mit
permanenter Langsamkeit einher. Die Strukturen der Lieder weisen immer
wieder schnelle Passagen auf, die manchmal sogar richtig energisch und
harsch sind. Auf der anderen Seite gibt es auch ruhige Parts mit
unverzerrter Gitarre.
Ich bin von Be Happy jedenfalls angenehm überrascht, da es Shroud Of Distress mit dem depressiven Gejammer nicht übertreibt, es stattdessen sehr gute Melodien gibt und man auch im bandeigenen Studio einen recht vernünftigen Klang gebastelt hat. Deshalb ist Be Happy auch nicht nur für absolute Genreliebhaber empfehlenswert.
7/10
Aceust
01. Be happy
02. Life undererstimated
03. Discolored leaves
04. Signs
Ich bin von Be Happy jedenfalls angenehm überrascht, da es Shroud Of Distress mit dem depressiven Gejammer nicht übertreibt, es stattdessen sehr gute Melodien gibt und man auch im bandeigenen Studio einen recht vernünftigen Klang gebastelt hat. Deshalb ist Be Happy auch nicht nur für absolute Genreliebhaber empfehlenswert.
7/10
Aceust
01. Be happy
02. Life undererstimated
03. Discolored leaves
04. Signs
Abonnieren
Posts (Atom)







