14.09.2011
Locus Mortis - Inter uterum et loculum MMXI | 2011 | ATMF | CD | Black Metal
MZ, auch bekannt durch sein Schaffen in Arcana Coelestia und Urna, hat sich dazu entschlossen das 2005er Debütalbum Inter Uterum Et Loculum komplett neu einzuspielen und aufzunehmen. Da ich das Original jedoch nicht kenne, kann ich keine Stellung zu den Neuerungen und Änderungen nehmen. Allerdings kann ich es mit dem 2007er Werk Voust vergleichen. Ich komme so schnell auf Voust zu sprechen, da mir Inter Uterum Et Loculum MMXI auf Anhieb besser gefällt als das zweite Album. Es ist düsterer und dunkelatmosphärischer, beinhaltet an einigen Stellen auch Ähnlichkeiten zu den beiden anderen Gruppen von MZ. Trotzdem ist Inter Uterum Et Loculum MMXI schneller und harter Black Metal, aber nicht so technisch, steril und maschinell wie auf Voust. Voust war gewiss kein schlechtes Album, aber es bedurfte einiger Durchläufe ehe ich Zugang fand. Mit der neuen Version des Debütalbums ist es anders, da geht die Musik sofort ins Mark. Es ist nicht ganz so komplex und verschachtelt, geradliniger aber auch atmosphärischer, was man schon bald in Te sit perpetua vita zu spüren bekommt. Das Lied beginnt zwar sehr schnell, hart und kompromisslos, doch im Mittelteil ist dann eine atmosphärische Passage mit sphärisch gespielter Klargitarre zu hören, was wirklich an die anderen Bands von MZ erinnert.
So und auf ähnliche Weise stellt sich das gesamte Album dar. Auf der einen Seite rasender Black Metal mit eisigem Riffing, der so kompromisslos und zerstörerisch ist wie ein Panzerbataillon, auf der anderen Seite aber auch atmosphärisch und melodisch. Diese Vermischung ist gut gelungen, zumal die jeweiligen Elemente für sich genommen abwechslungsreich gestaltet wurden und sich nicht wiederholen oder kopieren. Zudem gefällt mir die Klangproduktion von Inter Uterum Et Loculum MMXI, die wärmer und natürlicher als auf Voust ausgefallen ist. Wer rigoros schnellen Black Metal mag, der wird hiermit ganz sicher seine Freude haben. Aber auch andere könnten an dem Teil Gefallen finden, da das Album eben nicht nur blindes Geknüppel beinhaltet, sondern auch geschickte Strukturen mit Abwechslung und guten atmosphärischen Auflockerungen.
8/10
Aceust
01. Prologo
02. Te sit perpetua vita
03. Sentore di morte
04. La via mi fu mostrata
05. Il sole sorge sul luogo dei morti
06. Immortale decadenza
07. 1652 - Nigra pestilentia
08. Fiamme
09. Relitti
Rêx Mündi - IHVH | 2011 | Debemur Morti | CD | Black Metal
Sechs Jahre nach der gleichnamigen Demo erscheint in wenigen Tagen das Debütalbum der französischen Gruppe Rêx Mündi.
Geboten wird okkulter Black Metal mit Einflüssen der Kabbala. Thematik
und Stil sind also nicht neu, doch kann man damit sehr guten Black
Metal machen. Auf IVHV trifft das leider nur bedingt zu. Das Album hat viele Tiefen aber auch Höhen. Phasenweise präsentieren sich Rêx Mündi
richtig gut, sowohl spielerisch als auch strukturell. Andernorts
erblasst die spieltechnische Fertigkeit aber schnell und auch die
Klangproduktion ist nicht das Gelbe vom Ei.
Rêx Mündi spielen auf IVHV eine Mischung aus bedingungsloser Raserei und technischer Komplexität die durch Breaks und Tempowechsel ihren Ausdruck findet. Zudem gibt es Samples die die religiös-okkulte Thematik aufgreifen und langsame, atmosphärische Parts. Stellenweise sind die ultraschnellen Passagen richtig gut, können spielerisch und klanglich überzeugen um an anderer Stelle dann aber langweilig, plump und holprig zu wirken. Es gelingt Rêx Mündi also noch nicht, konstant auf hohem Niveau zu spielen. Am besten gefallen mir Rêx Mündi aber, wenn sie das Tempo herausnehmen oder geradlinig aufspielen. In manchen Liedern gibt es sehr viel Bewegung, Abwechslung und Tempowechsel, das nervt mich persönlich, da es unstet, flackernd und wirr auf mich wirkt. In den langsameren Abschnitten klingen Rêx Mündi oft sehr kraftvoll und düster, manchmal auch unheimlich und beklemmend.
IVHV ist für mich kein einfaches Album, da es auf der einen Seite extrem gute Momente besitzt, auf der anderen Seite aber auch hohe Defizite aufweist. Die geradlinigen, langsameren und atmosphärischen Passagen sind sehr überzeugend, wohingegen die abwechslungsreichen und hochgradig technischen Parts noch stark verbessert werden müssen. Somit ist IVHV ein durchwachsenes Album, bei dem sich ein Reinhören aber sicherlich lohnt, denn wenn die Franzosen sich verbessern, kann man von ihnen in der Zukunft noch viel erwarten.
01. J'imagine (Be-Reshit)
02. Naphtali
03. The flesh begat
04. Pious angels (Sefer seraphim)
05. Patrimoine génétique
06. Bloodline imagery (Achieving synthesis with Hokhmah)
07. Raising my temples
Rêx Mündi spielen auf IVHV eine Mischung aus bedingungsloser Raserei und technischer Komplexität die durch Breaks und Tempowechsel ihren Ausdruck findet. Zudem gibt es Samples die die religiös-okkulte Thematik aufgreifen und langsame, atmosphärische Parts. Stellenweise sind die ultraschnellen Passagen richtig gut, können spielerisch und klanglich überzeugen um an anderer Stelle dann aber langweilig, plump und holprig zu wirken. Es gelingt Rêx Mündi also noch nicht, konstant auf hohem Niveau zu spielen. Am besten gefallen mir Rêx Mündi aber, wenn sie das Tempo herausnehmen oder geradlinig aufspielen. In manchen Liedern gibt es sehr viel Bewegung, Abwechslung und Tempowechsel, das nervt mich persönlich, da es unstet, flackernd und wirr auf mich wirkt. In den langsameren Abschnitten klingen Rêx Mündi oft sehr kraftvoll und düster, manchmal auch unheimlich und beklemmend.
IVHV ist für mich kein einfaches Album, da es auf der einen Seite extrem gute Momente besitzt, auf der anderen Seite aber auch hohe Defizite aufweist. Die geradlinigen, langsameren und atmosphärischen Passagen sind sehr überzeugend, wohingegen die abwechslungsreichen und hochgradig technischen Parts noch stark verbessert werden müssen. Somit ist IVHV ein durchwachsenes Album, bei dem sich ein Reinhören aber sicherlich lohnt, denn wenn die Franzosen sich verbessern, kann man von ihnen in der Zukunft noch viel erwarten.
01. J'imagine (Be-Reshit)
02. Naphtali
03. The flesh begat
04. Pious angels (Sefer seraphim)
05. Patrimoine génétique
06. Bloodline imagery (Achieving synthesis with Hokhmah)
07. Raising my temples
Krater - Nocebo | 2011 | Eternity Records | CD | Black Metal
Es sind gute fünf Jahre seit Kraters Debütalbum Das Relikt des Triumphes vergangen ehe es nun mit Nocebo
einen Nachfolger gibt. Auf dem Debüt hatte ich stellenweise so meine
Schwierigkeiten mit den Gitarrenmelodien, obgleich mir das Album
ansonsten gefiel. Nach der kurzen instrumentalen Einleitung folgt das
mit drei Minuten Spielzeit kompakte Wider parasitärer Totgeburten, in dem Krater
keine Gefangenen machen. Dort wird kühle Raserei mit prägnanten Riffs
und eisigem Kreischgesang kombiniert. Ein kurzes
melodisch-atmosphärisches Zwischenspiel gibt es in der Mitte zwar auch,
doch ist dieses für meine Begriffe weitaus stimmiger als so mancher
Melodik-Part vor fünf Jahren. Ich bin von diesem Einstieg ins Album
jedenfalls angenehm überrascht und angetan.
Es wird also schnell deutlich dass sich Krater seit dem Debütalbum in eine gute Richtung entwickelt haben. Nocebo wirkt wesentlich kompromissloser, kälter und hasserfüllter als sein Vorgänger. Zudem hat man sich auch klanglich verbessert. Die Instrumente sind viel besser aufeinander abgestimmt und abgemischt worden, wodurch Kraters Black Metal homogener ertönt und seine volle Wucht entfalten kann. Gerade die schnellen Parts gefallen mir, da diese kalt, brutal und gnadenlos sind. Abwechslungsreich ist Nocebo dennoch, immer wieder werden langsame Einlagen dazwischen geschoben, in denen ruhige, melodische Gitarren zu hören sind oder auch einmal unverzerrter Gesang. Melodisch eingefärbtes Gitarrenspiel gibt es zwar auch in den energischeren Parts, aber gegenüber Das Relikt des Triumphes sind diese nun nicht mehr so hell, freundlich oder verspielt. Nocebo ist insgesamt düsterer und unheilvoller ausgefallen.
Krater konnte sich enorm steigern und mit Nocebo ein wirklich gutes Werk abliefern, welches direkt und kompromisslos als auch detail- und abwechslungsreich zugleich ist. Hier geben sich hasserfüllte Raserei und Melodik sehr gut die Klinke in die Hand. Nocebo gehört für mich in diesem Bereich definitiv mit zu den Besten Platten diesen Jahres, also unbedingt kaufen!
8/10
Aceust
01. ƱΏ
02. Wider parasitärer Totgeburten
03. Ebrietas - Crush the equilibrium
04. Aura
05. -
06. Geist ist Fluch
07. Nocebo
08. Ira initium insaniae
09. Zerrissen
http://www.bastion-krater.de/
Es wird also schnell deutlich dass sich Krater seit dem Debütalbum in eine gute Richtung entwickelt haben. Nocebo wirkt wesentlich kompromissloser, kälter und hasserfüllter als sein Vorgänger. Zudem hat man sich auch klanglich verbessert. Die Instrumente sind viel besser aufeinander abgestimmt und abgemischt worden, wodurch Kraters Black Metal homogener ertönt und seine volle Wucht entfalten kann. Gerade die schnellen Parts gefallen mir, da diese kalt, brutal und gnadenlos sind. Abwechslungsreich ist Nocebo dennoch, immer wieder werden langsame Einlagen dazwischen geschoben, in denen ruhige, melodische Gitarren zu hören sind oder auch einmal unverzerrter Gesang. Melodisch eingefärbtes Gitarrenspiel gibt es zwar auch in den energischeren Parts, aber gegenüber Das Relikt des Triumphes sind diese nun nicht mehr so hell, freundlich oder verspielt. Nocebo ist insgesamt düsterer und unheilvoller ausgefallen.
Krater konnte sich enorm steigern und mit Nocebo ein wirklich gutes Werk abliefern, welches direkt und kompromisslos als auch detail- und abwechslungsreich zugleich ist. Hier geben sich hasserfüllte Raserei und Melodik sehr gut die Klinke in die Hand. Nocebo gehört für mich in diesem Bereich definitiv mit zu den Besten Platten diesen Jahres, also unbedingt kaufen!
8/10
Aceust
01. ƱΏ
02. Wider parasitärer Totgeburten
03. Ebrietas - Crush the equilibrium
04. Aura
05. -
06. Geist ist Fluch
07. Nocebo
08. Ira initium insaniae
09. Zerrissen
http://www.bastion-krater.de/
12.09.2011
Traumatic Voyage - Traumaturgie | 2011 | Merciless Records | CD | Dark Metal
Nachdem Merciless Records vor einiger Zeit bereits die alten, auf Halde liegenden Alben Cogito Ergo Sum und Khiaoscuro verlegte, gibt es mit der aktuellen Veröffentlichung Traumaturgie nun erstmalig aktuelles Material aus dem Hause Traumatic Voyage
zu hören. Fünf Jahre hat Astorian an diesem Werk, welches zwei CDs
umfasst, mit Poster, dickem farbigen Beiheft und DVD-Hülle kommt,
gearbeitet. Ich lernte Traumatic Voyage mit Khiaoscuro kennen und hatte damals so meine Schwierigkeiten mit dem Werk. Mit Cogito Ergo Sum
änderte sich dies allerdings, ich fand Zugang zur chaotischen, wirren
und irren Musik. Stilistisch hat sich nichts verändert und so ist auch Traumaturgie ein hochgradig spezielles Werk klanggewordenen Wahnsinns.
Die Arbeit des Astorian hat sich gelohnt. Traumaturgie ist sowohl strukturell als auch technisch und klanglich besser, runder und harmonischer als Cogito Ergo Sum ausgefallen. Seltsame Melodiebögen, die gerne schräg und unharmonisch ausgefallen sind oder abgehackte Rhythmen gibt es nach wie vor, doch wirkt die Musik an sich schlüssiger. Zudem bekam Astorian (erneut) tatkräftige Unterstützung seiner Gattin Unikhanya, deren klare und leiser Stimme oft düster und bizarr im Hintergrund zu hören ist. Obwohl das Album sehr viel Text enthält und man auch viel Gesang hört, sind die Texte dennoch meist unverständlich, jedenfalls solange man nicht mitliest. Tut man dies, bekommt man einen Einblick in die menschenverachtende Gedankenwelt von Astorian. Musikalisch wirkt sich diese Negation in vielen düsteren Melodien und Harmonien aus, die fast allesamt gelungen sind und oft wirklich sehr dunkel und schwer wirken. Auch wenn es zahlreiche Tempoeinlagen gibt, sind es aber vor allem die langsamen, manchmal regelrecht doomigen Passagen, die mich ansprechen. Das melodische Spiel der Gitarren ist dort wirklich sehr gut und stimmig, manchmal sogar sanft, behutsam und lieblich, andernorts aber auch mal hell flackernd, frickelig und unstet. Doch gegenüber den beiden anderen Alben wirkt hier alles weitaus homogener und flüssiger, kaum noch so maschinell und technisch, obgleich die Musik an sich immer noch komplex, vielfältig und kompliziert ist. In der Hinsicht hat sich Traumatic Voyage also hervorragend entwickelt. Gefallen wird diese Musik aber trotzdem nur wenigen. Traumatic Voyage macht nach wie vor sehr spezielle Musik, die man im Grunde gar nicht in ein Genre einfassen kann. Traumatic Voyage macht absolut eigenständige Musik, und das auch sehr konsequent. Die drei Alben die ich kenne, erstrecken sich in ihrer Schaffenszeit auf einen Zeitraum von mindestens 14 Jahren und sind sich in ihrer Art treu geblieben, obgleich es in den einschlägigen Medien viel Kritik gab - und sicherlich auch erneut geben wird. Als Einstieg in das Schaffen von Traumatic Voyage eignet sich Traumaturgie indes sehr gut, jetzt kann ich sogar dem bisher ungeliebten Album Khiaoscuro etwas abgewinnen.
Wer Traumatic Voyage mag, wird sich die toll aufgemachte 2CD von Traumaturgie sowieso kaufen. Für die Anderen sei gesagt, dass man aufpassen muss was man hier erwartet. Die Musik ist düster, atmosphärisch aber auch wirr, überladen und hochgradig bizarr. Wer aber ein Faible für skurrile und düstere Musik hat, kann sein Geld aktuell kaum besser als in Traumaturige investieren.
9/10
Aceust
CD 1
01. Vorübergehend... (...vorndrüberstehend!!!)
02. Eskatologik (Neverlasting...!)
03. The other way (Voluntary outcast)
04. Epiphany (Synapsen in Flammen)
05. Consequencer (On constant consequest...)
06. To the dead... (...in my head...)
07. Crepuscular
CD 2
01. Usyesh' Ze
02. I to I with me
03. Wreckoning the black whole
04. In the dark of another night... (...and still life is dead!)
05. Egregora (The real think!!!)
06. Clairvoyage
07. Spiridual coalescence (Bonus)
Die Arbeit des Astorian hat sich gelohnt. Traumaturgie ist sowohl strukturell als auch technisch und klanglich besser, runder und harmonischer als Cogito Ergo Sum ausgefallen. Seltsame Melodiebögen, die gerne schräg und unharmonisch ausgefallen sind oder abgehackte Rhythmen gibt es nach wie vor, doch wirkt die Musik an sich schlüssiger. Zudem bekam Astorian (erneut) tatkräftige Unterstützung seiner Gattin Unikhanya, deren klare und leiser Stimme oft düster und bizarr im Hintergrund zu hören ist. Obwohl das Album sehr viel Text enthält und man auch viel Gesang hört, sind die Texte dennoch meist unverständlich, jedenfalls solange man nicht mitliest. Tut man dies, bekommt man einen Einblick in die menschenverachtende Gedankenwelt von Astorian. Musikalisch wirkt sich diese Negation in vielen düsteren Melodien und Harmonien aus, die fast allesamt gelungen sind und oft wirklich sehr dunkel und schwer wirken. Auch wenn es zahlreiche Tempoeinlagen gibt, sind es aber vor allem die langsamen, manchmal regelrecht doomigen Passagen, die mich ansprechen. Das melodische Spiel der Gitarren ist dort wirklich sehr gut und stimmig, manchmal sogar sanft, behutsam und lieblich, andernorts aber auch mal hell flackernd, frickelig und unstet. Doch gegenüber den beiden anderen Alben wirkt hier alles weitaus homogener und flüssiger, kaum noch so maschinell und technisch, obgleich die Musik an sich immer noch komplex, vielfältig und kompliziert ist. In der Hinsicht hat sich Traumatic Voyage also hervorragend entwickelt. Gefallen wird diese Musik aber trotzdem nur wenigen. Traumatic Voyage macht nach wie vor sehr spezielle Musik, die man im Grunde gar nicht in ein Genre einfassen kann. Traumatic Voyage macht absolut eigenständige Musik, und das auch sehr konsequent. Die drei Alben die ich kenne, erstrecken sich in ihrer Schaffenszeit auf einen Zeitraum von mindestens 14 Jahren und sind sich in ihrer Art treu geblieben, obgleich es in den einschlägigen Medien viel Kritik gab - und sicherlich auch erneut geben wird. Als Einstieg in das Schaffen von Traumatic Voyage eignet sich Traumaturgie indes sehr gut, jetzt kann ich sogar dem bisher ungeliebten Album Khiaoscuro etwas abgewinnen.
Wer Traumatic Voyage mag, wird sich die toll aufgemachte 2CD von Traumaturgie sowieso kaufen. Für die Anderen sei gesagt, dass man aufpassen muss was man hier erwartet. Die Musik ist düster, atmosphärisch aber auch wirr, überladen und hochgradig bizarr. Wer aber ein Faible für skurrile und düstere Musik hat, kann sein Geld aktuell kaum besser als in Traumaturige investieren.
9/10
Aceust
CD 1
01. Vorübergehend... (...vorndrüberstehend!!!)
02. Eskatologik (Neverlasting...!)
03. The other way (Voluntary outcast)
04. Epiphany (Synapsen in Flammen)
05. Consequencer (On constant consequest...)
06. To the dead... (...in my head...)
07. Crepuscular
CD 2
01. Usyesh' Ze
02. I to I with me
03. Wreckoning the black whole
04. In the dark of another night... (...and still life is dead!)
05. Egregora (The real think!!!)
06. Clairvoyage
07. Spiridual coalescence (Bonus)
Kodiak - Kodiak | 2011 | Denovali Records | CD | Drone/Dome/Ambient
Diese selbstbetitelte 2CD bietet einen wunderbaren Einblick in das Schaffen von Kodiak, da hier die gesamte Diskographie inklusive eines neues Liedes vertreten ist. Die beiden ersten Lieder The Beginning und End sind vom Debütalbum, kommen zusammen auf fast 40 Minuten Spielzeit und enthalten eine schöne Mischung aus Ambient und Drone. The Beginning
fängt angenehm mit Streichinstrumenten an und steigert sich sehr
gemächlich. Die Saitenanschläge lässt man zum Teil sekundenlang
ungehemmt ausklingen, wobei Lautstärke und Intensität zunehmen. The Beginning
gefällt mir gut, da es auf der einen Seite sehr ruhig ist, auf der
anderen Seite aber auch brachial und drückend und es zwischendurch
experimentelle Ambientklänge zu hören gibt. End geht da in
eine andere Richtung, es ist atmosphärisch viel düsterer und
bedrückender, stellenweise regelrecht beklemmend, was nicht nur an der
Atmosphäre liegt sondern auch an der reduzierten und überaus
minimalistischen Spielweise. Obwohl wenig passiert und viele Minuten
lang eher Monotonie vorherrscht, wirkt das Lied enorm kraftvoll, was dem
guten und sauberen Klang geschuldet ist.
Town Of Machine entstammt der Split mit Black Shape Of Nexus und ist hier erstmals auf CD zu hören. Es ist gleich von Anfang an kraftvoller als die beiden Stücke vom Debüt und klanglich auch etwas roher, die Saiteninstrumente klingen organisch und warm. Das passt auch sehr gut zu den langen und schleppenden Drone-Passagen, die ob aller Langsamkeit sehr kräftig und wuchtig aus den Lautsprechern kommen. Die zweite Hälfte des Liedes ist hingegen von experimenteller Natur und es sind leise psychedelische Gitarrenklänge zu hören, die in einem sehr kraftvollen sowie lauten Part münden. Großartig dieser Übergang, der sehr intensiv und energisch ist.
Abschließend für die erste CD ist das unveröffentlichte By The Sea zu hören. Mit einer Spielzeit von knapp acht Minuten ist es das mit Abstand kürzeste Lied der Doppel CD. Es ist ein kraftvolles doomiges Stück mit energischen Riffs, guten Melodien und einem langsamen aber druckvollem Rhythmus.
Die zweite CD beginnt mit MCCCXLIX The Rising End von der Split mit Nadja. Anders als Town Of Machine oder By The Sea ist es weniger doomig und dafür reichhaltiger an experimentellen Klängen. Die stark verzerrten Gitarren hallen grenzenlos durch den Raum und vereinzelt sind auch Pianoklänge zu hören. Das geht so rund sieben Minuten ehe die Intensität zunimmt, die Gitarren lauter werden und erstmalig das Schlagwerk zu hören ist. Die zweite Hälfte des Liedes ist zwar kraftvoller und lauter, aber nach wie vor sehr experimentell und zusammengesetzt aus verschiedenen Klangteppichen. Teilweise sind diese Klanglandschaften sehr sehr düster, dunkel und basslastig, manchmal auch sehr sphärisch und universell. In den 21 Minuten, die das Lied dauert, kommt allerdings zu keinem Zeitpunkt Stillstand oder langwierige Monotonie auf. Viel passiert zwar nicht, doch sind die Arrangements so gut gesetzt und platziert, dass trotz aller spielerische Armut, ein sehr intensives und sich veränderndes Monument epischen Ausmaßes entstanden ist. MCCCXLIX The Rising End ist für mich mit das Beste, was ich je in bereich des experimentellen Drone gehört habe, ganz hervorragend.
Mit den beiden Edelgasen Radon und Xenon endet die Doppel CD. Radon und Xenon sind gemeinsam mit der Band N geschrieben und eingespielt worden. Der Einfluss von N ist spürbar deutlich, da der Anteil von Ambient, vor allem in Radon, sehr viel höher als bei den anderen Liedern von Kodiak ist. Radon besteht in der ersten Hälfte aus sehr ruhigem elektronischen Ambient, während die zweite Hälfte von langsamen und langgezogenen Gitarren bestimmt ist. Radon bleibt aber ruhig. Xenon ist da schon doomiger und beginnt unmittelbar mit Schlagwerk und einem melodischen, sich wiederholenden Riff. Dabei ertönt Xenon stellenweise sehr druckvoll, brachial und raumfüllend ohne dass das schleppende Tempo sich verändert. Ruhige Abschnitte, die ausschließlich aus einer leisen Akustikgitarre bestehen gibt es aber auch. Das Lied verändert sich alle paar Minuten, neue Elemente kommen hinzu, andere verschwinden.
Mit dieser 2CD bekommt man ein großartiges Stück Musik. Ich kannte Kodiak bisher noch gar nicht und mit dieser Zusammenstellung des bisherigen Schaffens kann mich Kodiak vollends begeistern. Kodiak versteht es hervorragend sowohl mit krachendem Doom als auch mit experimentellen Ambient und Drone gleichermaßen zu überzeugen. Auch wenn einzelne Passagen sehr lang ausfallen können, versteht es Kodiak ausgezeichnet, durch geschickte kleine Veränderungen, die Spannung stets aufrecht zu erhalten. Wer auf Instrumentalmusik steht, die neben Drone und Ambient auch sehr gute Melodien besitzt, sollte sich Kodiak auf keinen Fall entgehen lassen. Und wer die bisherigen Veröffentlichungen schon besitzt aber auf die zwei Neuen Lieder mit N nicht verzichten möchte, kann sich diese auch auf einer gesonderten LP bestellen, die zusammen mit dieser Doppel CD am 9. September erscheinen wird. Optisch macht das dicke Gatefolddigipak der Doppel CD aber auch viel her, weshalb jeder Euro hier gut angelegt ist.
10/10
Aceust
CD 1
01. Beginning
02. End
03. Town of machine
04. By the sea
CD 2
01. MCCCXLIX the rising end
02. Radon
03. Xenon
http://www.denovali.com/
Town Of Machine entstammt der Split mit Black Shape Of Nexus und ist hier erstmals auf CD zu hören. Es ist gleich von Anfang an kraftvoller als die beiden Stücke vom Debüt und klanglich auch etwas roher, die Saiteninstrumente klingen organisch und warm. Das passt auch sehr gut zu den langen und schleppenden Drone-Passagen, die ob aller Langsamkeit sehr kräftig und wuchtig aus den Lautsprechern kommen. Die zweite Hälfte des Liedes ist hingegen von experimenteller Natur und es sind leise psychedelische Gitarrenklänge zu hören, die in einem sehr kraftvollen sowie lauten Part münden. Großartig dieser Übergang, der sehr intensiv und energisch ist.
Abschließend für die erste CD ist das unveröffentlichte By The Sea zu hören. Mit einer Spielzeit von knapp acht Minuten ist es das mit Abstand kürzeste Lied der Doppel CD. Es ist ein kraftvolles doomiges Stück mit energischen Riffs, guten Melodien und einem langsamen aber druckvollem Rhythmus.
Die zweite CD beginnt mit MCCCXLIX The Rising End von der Split mit Nadja. Anders als Town Of Machine oder By The Sea ist es weniger doomig und dafür reichhaltiger an experimentellen Klängen. Die stark verzerrten Gitarren hallen grenzenlos durch den Raum und vereinzelt sind auch Pianoklänge zu hören. Das geht so rund sieben Minuten ehe die Intensität zunimmt, die Gitarren lauter werden und erstmalig das Schlagwerk zu hören ist. Die zweite Hälfte des Liedes ist zwar kraftvoller und lauter, aber nach wie vor sehr experimentell und zusammengesetzt aus verschiedenen Klangteppichen. Teilweise sind diese Klanglandschaften sehr sehr düster, dunkel und basslastig, manchmal auch sehr sphärisch und universell. In den 21 Minuten, die das Lied dauert, kommt allerdings zu keinem Zeitpunkt Stillstand oder langwierige Monotonie auf. Viel passiert zwar nicht, doch sind die Arrangements so gut gesetzt und platziert, dass trotz aller spielerische Armut, ein sehr intensives und sich veränderndes Monument epischen Ausmaßes entstanden ist. MCCCXLIX The Rising End ist für mich mit das Beste, was ich je in bereich des experimentellen Drone gehört habe, ganz hervorragend.
Mit den beiden Edelgasen Radon und Xenon endet die Doppel CD. Radon und Xenon sind gemeinsam mit der Band N geschrieben und eingespielt worden. Der Einfluss von N ist spürbar deutlich, da der Anteil von Ambient, vor allem in Radon, sehr viel höher als bei den anderen Liedern von Kodiak ist. Radon besteht in der ersten Hälfte aus sehr ruhigem elektronischen Ambient, während die zweite Hälfte von langsamen und langgezogenen Gitarren bestimmt ist. Radon bleibt aber ruhig. Xenon ist da schon doomiger und beginnt unmittelbar mit Schlagwerk und einem melodischen, sich wiederholenden Riff. Dabei ertönt Xenon stellenweise sehr druckvoll, brachial und raumfüllend ohne dass das schleppende Tempo sich verändert. Ruhige Abschnitte, die ausschließlich aus einer leisen Akustikgitarre bestehen gibt es aber auch. Das Lied verändert sich alle paar Minuten, neue Elemente kommen hinzu, andere verschwinden.
Mit dieser 2CD bekommt man ein großartiges Stück Musik. Ich kannte Kodiak bisher noch gar nicht und mit dieser Zusammenstellung des bisherigen Schaffens kann mich Kodiak vollends begeistern. Kodiak versteht es hervorragend sowohl mit krachendem Doom als auch mit experimentellen Ambient und Drone gleichermaßen zu überzeugen. Auch wenn einzelne Passagen sehr lang ausfallen können, versteht es Kodiak ausgezeichnet, durch geschickte kleine Veränderungen, die Spannung stets aufrecht zu erhalten. Wer auf Instrumentalmusik steht, die neben Drone und Ambient auch sehr gute Melodien besitzt, sollte sich Kodiak auf keinen Fall entgehen lassen. Und wer die bisherigen Veröffentlichungen schon besitzt aber auf die zwei Neuen Lieder mit N nicht verzichten möchte, kann sich diese auch auf einer gesonderten LP bestellen, die zusammen mit dieser Doppel CD am 9. September erscheinen wird. Optisch macht das dicke Gatefolddigipak der Doppel CD aber auch viel her, weshalb jeder Euro hier gut angelegt ist.
10/10
Aceust
CD 1
01. Beginning
02. End
03. Town of machine
04. By the sea
CD 2
01. MCCCXLIX the rising end
02. Radon
03. Xenon
http://www.denovali.com/
10.09.2011
Timor Et Tremor - Towards The Shores Of Light | 2011 | Eigenproduktion | CD | Black Metal
Die neue EP Towards The Shores Of Light ist keine reine Neuveröffentlichung sondern beinhaltet zwei alte, neueingespielte Lieder. Black Havoc entstammt der Demo The Winding Path und In My Oaken Chest wurde dem gleichnamigen Debütalbum entnommen. Die neue Version von Black Havoc kommt frischer und knackiger durch die Lautsprecher, wirkt dadurch besser als die Demoversion. Stilistisch hat sich Timor Et Tremor
seit der Demo von 2007 nicht sonderlich verändert. Die beiden anderen
Lieder zeugen gleichfalls vom melodischen Black Metal, den man schon
auf der Demo verfolgte. Dabei erweist sich aber gerade das neue Lied Night's Radiance
streckenweise als sehr schnell und brutal, aber auch da gibt es
phasenweise melodische Auflockerungen und Klargesang. Dieser ist auch
in In My Oaken Chest zu hören und obwohl ich Klargesang im Black und Pagan Metal zumeist überhaupt nicht mag, muss ich Timor Et Tremor hierfür eine gewisse Sonorität attestieren.
Towards The Shores Of Light ist melodischer Black Metal, der klanglich und spielerisch überzeugen kann. Da man sich die EP auf der Bandseite kostenlos runterladen kann, schadet es nicht ein Ohr zu riskieren, sofern man melodische Klänge mag, da die Stärken der Band ganz eindeutig in diesem Bereich zu finden sind.
6/10
Aceust
01. Black havoc
02. In my oaken chest
03. Night's radiance
Towards The Shores Of Light ist melodischer Black Metal, der klanglich und spielerisch überzeugen kann. Da man sich die EP auf der Bandseite kostenlos runterladen kann, schadet es nicht ein Ohr zu riskieren, sofern man melodische Klänge mag, da die Stärken der Band ganz eindeutig in diesem Bereich zu finden sind.
6/10
Aceust
01. Black havoc
02. In my oaken chest
03. Night's radiance
05.09.2011
The Crevices Below - Below The Crevices | 2011 | Nordvis | CD | Black Metal
Australien beheimatet ja doch die eine oder andere Perle, was den extremen Metal angeht, man denke nur beispielsweise an Deströyer 666 oder Gospel Of The Horns. Zuletzt begeisterten mich Nazxul mit ihrem herausragenden Album Iconoclast und abseits vom extremen Metal blieb mir Grey Waters
in guter Erinnerung, die ja zumindest aus diesem Dunstkreis stammen -
ich assoziiere daher durchaus Gutes mit dieser Konstellation. The Crevices Below ist ein neues Projekt des Australiers Dis Pater, der bereits mit Midnight Odyssey etwas Aufmerksamkeit ergattern konnte, wie mir scheint.
Um erst mal eine grobe Orientierung zu geben, werfe ich mal atmosphärisches, tastenunterlegtes Dunkelmetall in den Raum. Zweifelsohne bezieht Dis Pater viel Einfluss aus dem Black Metal, aber ich möchte an dieser Stelle The Crevices Below nicht darauf beschränken. Los geht’s mit einem heraufbeschwörenden Einklang, bis nach kurzer Zeit eine Leadgitarre zur eigentlichen Musik überleitet. Nach dem enthaltenen Intro mausert sich das Titellied tatsächlich zu einem recht geradlinigen Lied symphonischen Black Metals. Vom Schlagwerk wird gleich mal eine ordentliche Taktrate abgefeuert (dazu später mehr), während Keyboard und Gitarre eine für symphonischen Black Metal typische Atmosphäre besorgen. Man hört zwar die üblichen BM-Riffs raus, doch phasenweise übertönt das Keyboard selbst diese deutlich. Schwierig, Vergleiche zu nennen, vielleicht irgendwo zwischen Limbonic Art und alten Emperor könnte man das ganze ansiedeln. Das dominante Keyboard erinnert mich sogar ein wenig an Kataxu! The Tombs Of Subterranea hebt sich bereits vom ersten Lied ab, es ist nämlich nicht nur langsamer, seichter sondern bisweilen auch experimenteller. Unverzerrte Gitarren, klarer Gesang und ein grooviger Rhythmus lassen mitunter etwas Gothic-Flair aufkommen. Das stärkste Lied des Albums ist für mich A Grand Cavernous Awakening, das in der ersten Hälfte dem ersten Lied nicht unähnlich ist. Nach einem nicht allzu spektakulären Akustikklampfen-Intermezzo bekommt das Lied aber durch den Klargesang – der mich an Nemtheanga von Primordial erinnnert – eine interessante Note. Whispers Of Sorrow entpuppt sich als durchschnittliche Ambient-Nummer, die auf mich keinen besonderen Reiz ausübt. Trapped In Suicidal Depths verzichtet wieder sehr häufig auf verzerrten Gitarren und wirkt dabei etwas langatmig. Carrying The Cries Of The Lost gefällt mir schon wieder besser – das Album klingt also mit diesem Stück symphonischen Black Metals aus, das mit mächtigen Keyboardeinlagen punkten kann. Für einen Einzelkämpfer ist die musikalische Leistung nicht verkehrt, auch die Klangqualität ist in Ordnung. Was mich wie eigentlich immer stört, ist das programmierte Schlagzeug. Es könnte zwar schlimmer (programmiert) sein, aber an einigen Stellen wirkt es sich eben doch nachteilig aus.
Das ist ja alles nicht übel, was Dis Pater mit The Crevices Below zu bieten hat, für eine klare Kaufempfehlung reicht es jedoch nicht. Es gibt interessante Ideen zu hören, dafür aber auch einige Längen. Da ist in Zukunft sicher noch mehr rauszuholen.
6,5/10
Der Einsiedler
01. Below the crevices
02. The tombs of subterranea
03. A grand cavernous awakening
04. Whispers of sorrow
05. Trapped in suicidal depths
06. Carrying the cries of the lost
Um erst mal eine grobe Orientierung zu geben, werfe ich mal atmosphärisches, tastenunterlegtes Dunkelmetall in den Raum. Zweifelsohne bezieht Dis Pater viel Einfluss aus dem Black Metal, aber ich möchte an dieser Stelle The Crevices Below nicht darauf beschränken. Los geht’s mit einem heraufbeschwörenden Einklang, bis nach kurzer Zeit eine Leadgitarre zur eigentlichen Musik überleitet. Nach dem enthaltenen Intro mausert sich das Titellied tatsächlich zu einem recht geradlinigen Lied symphonischen Black Metals. Vom Schlagwerk wird gleich mal eine ordentliche Taktrate abgefeuert (dazu später mehr), während Keyboard und Gitarre eine für symphonischen Black Metal typische Atmosphäre besorgen. Man hört zwar die üblichen BM-Riffs raus, doch phasenweise übertönt das Keyboard selbst diese deutlich. Schwierig, Vergleiche zu nennen, vielleicht irgendwo zwischen Limbonic Art und alten Emperor könnte man das ganze ansiedeln. Das dominante Keyboard erinnert mich sogar ein wenig an Kataxu! The Tombs Of Subterranea hebt sich bereits vom ersten Lied ab, es ist nämlich nicht nur langsamer, seichter sondern bisweilen auch experimenteller. Unverzerrte Gitarren, klarer Gesang und ein grooviger Rhythmus lassen mitunter etwas Gothic-Flair aufkommen. Das stärkste Lied des Albums ist für mich A Grand Cavernous Awakening, das in der ersten Hälfte dem ersten Lied nicht unähnlich ist. Nach einem nicht allzu spektakulären Akustikklampfen-Intermezzo bekommt das Lied aber durch den Klargesang – der mich an Nemtheanga von Primordial erinnnert – eine interessante Note. Whispers Of Sorrow entpuppt sich als durchschnittliche Ambient-Nummer, die auf mich keinen besonderen Reiz ausübt. Trapped In Suicidal Depths verzichtet wieder sehr häufig auf verzerrten Gitarren und wirkt dabei etwas langatmig. Carrying The Cries Of The Lost gefällt mir schon wieder besser – das Album klingt also mit diesem Stück symphonischen Black Metals aus, das mit mächtigen Keyboardeinlagen punkten kann. Für einen Einzelkämpfer ist die musikalische Leistung nicht verkehrt, auch die Klangqualität ist in Ordnung. Was mich wie eigentlich immer stört, ist das programmierte Schlagzeug. Es könnte zwar schlimmer (programmiert) sein, aber an einigen Stellen wirkt es sich eben doch nachteilig aus.
Das ist ja alles nicht übel, was Dis Pater mit The Crevices Below zu bieten hat, für eine klare Kaufempfehlung reicht es jedoch nicht. Es gibt interessante Ideen zu hören, dafür aber auch einige Längen. Da ist in Zukunft sicher noch mehr rauszuholen.
6,5/10
Der Einsiedler
01. Below the crevices
02. The tombs of subterranea
03. A grand cavernous awakening
04. Whispers of sorrow
05. Trapped in suicidal depths
06. Carrying the cries of the lost
02.09.2011
Svarthyr - Manifestation Of The Antichrist | 2011 | Schwaerze Productions | CD | Black Metal
Für Svarthyr ist die Demo Manifestation Of The Antichrist nach einer Split aus dem Jahre 2009 nun die zweite Veröffentlichung. Ungewöhnlich für eine Demo ist das Format, denn Manifestation Of The Antichrist
wurde weder als Kassette noch als CDR veröffentlicht sondern auf CD
gepresst. Aber nicht nur das Format, sondern auch die Länge der Demo
ist ungewöhnlich, denn die acht Stücke kommen auf eine Spielzeit von
über 53 Minuten, was für eine Demo nun wirklich lang ist, zumal es sich
hierbei auch um traditionellen Black Metal handelt, der keine langen
Ambient- oder Doom-Passagen besitzt.
Svarthyr besteht aus fünf Leuten, die hier richtig Gas geben und schnelle Arrangements mit grimmigen Gesang und dezentem melodischen Riffing zum Besten geben. Dies sind die drei Eckpfeiler der Demo, ein hohes Grundtempo, leicht melodische Gitarren und der grimmige Gesang. Für eine erste Demo wurde das alles schon sehr gut umgesetzt. Die Lieder, die recht lang sind, wurden nicht eingängig runtergespult. Es gibt immer wieder auflockernde Passagen innerhalb der Lieder zu hören, in denen Svarthyr das Tempo rausnehmen und das melodische Moment stärker in den Vordergrund heben.
In den schnellen Parts wirken Svarthyr überaus grimmig und engagiert, was wie in The Warlord auch schon sehr gut funktioniert. Dort harmoniert die Kombination aus Schnelligkeit, Riffing und Gesang sehr gut. An anderen Stellen klappt das noch nicht immer so gut, da sind beispielsweise die dezenten Melodiebögen in den schnellen Phasen verbesserungswürdig, sie wirken stellenweise noch etwas unstet und flackernd. Aber dies ist zum Teil auch in der Länge des Materials begründet. Die Lieder sind im Schnitt alle zwischen sechs und sieben Minuten lang, was erstmal gefüllt werden muss, zumal man dann auch noch Abwechslung und Unterscheidbarkeit reinbringen möchte. Im Großen und Ganzen ist dies auch ganz gut gelungen, auch wenn sich das Material manchmal etwas zieht. Spielerisch und klanglich ist die Demo jedoch absolut überzeugend und ansprechend. Svarthyr befinden sich auf einem guten Weg, der schnellen und satanischen Black Metal verspricht. Für eine (erste!) Demo ist Manifestation Of The Antichrist überdurchschnittlich gut mit sehr ansprechenden Passagen aber auch einigen Schwächen. Manifestation Of The Antichrist ist eine unterstützungswerte sowie ambitionierte Untergrundveröffentlichung.
6/10
Aceust
Svarthyr besteht aus fünf Leuten, die hier richtig Gas geben und schnelle Arrangements mit grimmigen Gesang und dezentem melodischen Riffing zum Besten geben. Dies sind die drei Eckpfeiler der Demo, ein hohes Grundtempo, leicht melodische Gitarren und der grimmige Gesang. Für eine erste Demo wurde das alles schon sehr gut umgesetzt. Die Lieder, die recht lang sind, wurden nicht eingängig runtergespult. Es gibt immer wieder auflockernde Passagen innerhalb der Lieder zu hören, in denen Svarthyr das Tempo rausnehmen und das melodische Moment stärker in den Vordergrund heben.
In den schnellen Parts wirken Svarthyr überaus grimmig und engagiert, was wie in The Warlord auch schon sehr gut funktioniert. Dort harmoniert die Kombination aus Schnelligkeit, Riffing und Gesang sehr gut. An anderen Stellen klappt das noch nicht immer so gut, da sind beispielsweise die dezenten Melodiebögen in den schnellen Phasen verbesserungswürdig, sie wirken stellenweise noch etwas unstet und flackernd. Aber dies ist zum Teil auch in der Länge des Materials begründet. Die Lieder sind im Schnitt alle zwischen sechs und sieben Minuten lang, was erstmal gefüllt werden muss, zumal man dann auch noch Abwechslung und Unterscheidbarkeit reinbringen möchte. Im Großen und Ganzen ist dies auch ganz gut gelungen, auch wenn sich das Material manchmal etwas zieht. Spielerisch und klanglich ist die Demo jedoch absolut überzeugend und ansprechend. Svarthyr befinden sich auf einem guten Weg, der schnellen und satanischen Black Metal verspricht. Für eine (erste!) Demo ist Manifestation Of The Antichrist überdurchschnittlich gut mit sehr ansprechenden Passagen aber auch einigen Schwächen. Manifestation Of The Antichrist ist eine unterstützungswerte sowie ambitionierte Untergrundveröffentlichung.
6/10
Aceust
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