Auf dieser 2010 erschienen Split CD geben sich zwei österreichische Gruppen die Klinke in die Hand.
Garden of Grief konnte mir kürlich auf der
Waldesland-Zusammstellung gefallen und von
Nightforest lag mir schon das Debütalbum
Winternight
vor. Obwohl nur zwei Lieder stark kommt die CD auf eine Spielzeit von
über 60 Minuten, da die Lieder jeweils etwas länger als 30 Minuten
sind.
Den Anfang macht
Garden of Grief und es ist erst mal
ein überlanges Intro zu hören, in dem allerlei Geräusche und
atmosphärische Instrumente zu hören sind. Einige Samples aus einem Film
dessen Name mir gerade nicht einfällt, wurden auch schon von
Nargaroth auf dem Album
Herbstleyd
als Einleitung verwendet. Nach ungefähr acht Minuten beginnt dann das
eigentliche Lied mit grellen und roh gestimmten Gitarren, sowie einem
polterndem Schlagzeug.
Garden of Grief gibt sich betont melodisch, aber dabei dezidiert roh, dreckig und gemein. Auf
Waldesland gefiel mir
Garden of Grief
jedoch besser, da das Konzept mit schneller eingängiger Rhythmik und
einprägsamen Riffs mehr meinen Geschmack traf. Schlecht ist das knapp
31 Minuten lange
The Eternal Path of Sorrow deshalb nicht, nur
ist es mir zu farbenfroh, was angesichts der Länge nur natürlich ist.
Irgendwo in der Mitte gibt es melodische Riffs, die mich auch an
Nargaroth erinnern, kann aber nur Zufall sein. Wie dem auch sei,
Garden of Grief
spielt hier abwechslungsreichen Black Metal in Überlänge mit
melodischen Riffs, grimmigen Rumpelpassagen und dreckigem Klanggewand.
Anders als bei
Garden of Grief gibt es bei
Nightforest
kein Intro zu hören, sodass umgehend grell-raue Gitarren und ein
keifender Kreischgesang ertönen. Dafür wird das Lied allerdings immer
wieder mal von seichten instrumentalen Passagen mit Akustikgitarre
unterbrochen, was ans Album erinnert. Auf dem Album war der Klang recht
gut sowie druckvoll, auf der Split klingt
Nightforest noch wesentlich roher und mehr nach Demostadium. Obwohl auch
Nightforest
in gewisser Weise auf melodisches Gitarrenspiel achtet, ist der Black
Metal aber wesentlich harscher und düsterer als der von
Garden of Grief. Hohes Tempo gibt es zwar auch hier nicht, aber insgesamt ist die Rhythmik von
Nightforest
flotter. Abwechslungsreich ist es aber gleichfalls und manchmal wirkt
es so, als hätte man mehrere Lieder einfach nahtlos aneinander gereiht.
Mir persönlich gefallen so überlange Lieder nicht, da es unglaublich
schwierig ist, über so einen langen Zeitraum den Spannungsbogen
aufrecht zu erhalten, so dass man gern gewillt ist, das Lied bis zum
Ende zu hören. Dies gelingt sowohl
Garden of Grief als auch
Nightforest
nur bedingt. Es gibt gute Ansätze, gewiss, aber auf über 60 Minuten
gestreckt beinhalten die zwei Lieder zu wenig fesselndes. Von beiden
Gruppen gefällt mir das neuere Material besser.
Zu empfehlen ist die Split CD nur für Untergrundfanatiker die auf rauen
sowie abwechslungsreichen und melodischen Black Metal stehen.
5,5/10
Aceust
01. Garden of Grief - The eternal path of sorrow
02. Nightforest - Where rain and thunder reign