04.01.2011

Downfall - The Outlaw | 2010 | Eigenproduktion | CD | Thrash / Death Metal

Downfall ist eine noch relativ junge Gruppe die mit The Outlaw ihr selbstfinanziertes Debütalbum auffährt und eine gefällige Mischung aus melodischem Thrash und Death Metal spielt. Die Anteile des Thrash Metals sind aber weitaus größer, was sich in einer Vielzahl melodischer Riffs und zuweilen auch in technischem Gefrickel niederschlägt. Das Tempo von The Outlaw ist überwiegend mittelschnell, weshalb vor allem die Gitarren sowie Markus Tröbs' zumeist nur leicht verzerrter, dafür verraucht und heiser wirkende Gesang, die meiste Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Auf The Outlaw hat sich Liedgut der letzten drei Jahre angesammelt, also auch aus der Anfangszeit, als man noch keinen gefestigten Stil gefunden hatte. Dies hört man dem Album ab und zu auch an, denn vereinzelt wirken manche Strecken etwas langatmig, noch nicht vollends ausgereift, was aber ganz normal ist und durch die guten Arrangements in anderen Parts wett gemacht wird. An The Outlaw gefallen mir vor allem die schnelleren Stücke und Passagen, die genau das richtige Maß an schwungvoller Rhythmik und spielfreudigen Gitarren besitzen. Cry City ist beispielsweise eine sehr gute treibende Nummer mit Härte, tollen Riffs, Abwechslung aber auch Eingängigkeit. Auf dem Album sind viele Einflüsse von Thrash und Death Gruppen zu hören, was Downfall aber gut ins eigene Spiel eingearbeitet hat.

Für ein erstes Album das man selbst finanziert hat macht The Outlaw einen klanglich sehr guten und insgesamt sehr professionellen Eindruck. Downfall hat bisher wohl alles richtig gemacht und wenn man den Spaß am Spiel beibehält, sich festig und entwickelt, wird man in den kommenden Jahren noch das eine und andere gute Album aus Ruhla zu hören bekommen. The Outlaw ist melodisch eingefärbter Thrash Death Metal mit technischen Strukturen und trotz einiger Durststrecken abwechslungsreich, wer sich nun angesprochen fühlt, kann auf der Myspaceseite probehören.


6/10
Aceust

01. Intro
02. The outlaw
03. Until it burns
04. Calling the predator
05. Downfall
06. Noman's land
07. Peter Nirsch
08. Jigsaw
09. Cry city
10. In this cell
11. Lost alone

Aurvandil - Ferd | 2011 | Eisenwald | CD | Black Metal

Aurvandil gehört zu der Sorte von Gruppen, die mich vorab erst mal skeptisch macht. Bei Aurvandil handelt es sich um ein französisches Einmannprojekt,  von dem 2007 erstmals etwas zu hören war und nun mit dem Debütalbum Ferd kommt man bereits auf die neunte Veröffentlichung. Bei solchen Phänomenen denke ich sofort an Masse statt Klasse.

Ferd jedenfalls ist klanglich roh gefasster, atmosphärischer Black Metal mit einigen Ambienteinlagen. Vor allem die bewusste klangliche Rohheit wertet die Musik enorm auf. Mit einer kostenträchtigen Hochglanzproduktion würde das Material bei weitem nicht so gut funktionieren, da die Musik dann viel zu austauschbar und beliebig wirken würde. Doch so kann Aurvandil mit seinen teilweise minimalistischen Klangstrukturen sowohl verträumt und atmosphärisch als auch harsch und aggressiv aufspielen. Denn der Rhythmus der langen Lieder ist zumeist von rasender Eingängigkeit, was mir gut gefällt und eben sehr gut zum rohen, dünnen Klang passt.
Neben dem schnellen, atmosphärisch-hypnotischem Black Metal ist in der Musik von Ferd dann und wann aber auch Nordisches herauszuhören. Da ist es wohl auch kein Zufall dass ein Lied Through Hordanes Land heisst. Es beginnt mit Akustikgitarre und Cello und entwickelt sich zu einem schnellen und harschen Stück, welches in seiner Bissigkeit und Eindringlichkeit durchaus an die Anfangstage von Enslaved erinnert.

Abschließend lässt sich resümieren, dass ich von Ferd und Aurvandil positiv überrascht bin. Ich weiß zwar nicht wie die anderen acht Veröffentlichungen ausgefallen sind, aber Ferd kann sich hören lassen. Die Mischung aus atmosphärischem Ambient Black Metal mit minimalistischer Geradlinigkeit und klanglicher Rohheit weiß zu gefallen.

01. Peregrination I
02. Over the seven mountains
03. Through hordanes land
04. Still he walks
05. Peregrination II

03.01.2011

Malvento - Oscuro Esperimento Contro Natura | 2010 | Natura Morti Edizioni | CD | Black Metal

Obwohl Malvento bereits 1996 gegründet wurde und es einige Veröffentlichungen gibt, dürfte die Gruppe hierzulande noch weitgehend unbekannt sein. Mit dem aktuellen Album Oscuro Esperimento Contro Natura könnte sich das vielleicht ändern, denn Malvento spielt hier obskuren esoterischen Black Metal, der es verdient hat einem breiteren Publikum zugänglich gemacht zu werden.

Das Album ist von Anfang bis Ende düster und sehr dunkelharmonisch. Selbst die lange Einleitung aus Ritual Ambient langweilt mich nicht im geringsten. Malvento versteht es sehr gut, überaus düstere und obskure Atmosphären zu erzeugen. Manchmal erinnert mich Malvento dabei sogar an Shava Sadhana. Oscuro Esperimento Contro Natura ist ein in jeder Hinsicht bizarres Album, denn es gibt oft bizarre elektronische Einsprengsel zu hören. Überraschen kann Malvento aber auch. Nach zwei ruhigen und längeren Liedern folgt mit Sanguina nämlich ein schnelles und rhythmisch sehr eingängiges, fast schon aggressives und verstörendes Lied, welches man so an dieser Stelle überhaupt nicht erwartet hätte. Obwohl der Anteil an diversen unterschiedlichen atmosphärischen Elementen groß ist, verliert man sich bei Malvento nicht in belanglosem harmonischem Geplänkel. Ganz im Gegenteil, Malvento beherrscht es perfekt, den - zumeist langsam, monoton und hypnotisch gespielten - Black Metal mit dunkelatmosphärischen Elementen zu vermischen.

Oscuro Esperimento Contro Natura ist kein einfaches Album für jedermann. Man muss solch obskure, rituelle und esoterische Musik mögen um Gefallen an den bisweilen eigenartigen Kompositionen zu finden.


8/10
Aceust

01. Catene (Il patto. La morte. La dannazione)
02. Veleno
03. Sanguina
04. Ira
05. Essenza
06. Osa - Outro (Oscuro sentiero della follia)

Goatfuneral / Dies Fyck / Occulta / Panzerkreutz - Thuringian Supremacy Vol. 1 | 2010 | Monokulturell Productions | CD | Black Metal

Vor gar nicht allzu langer Zeit erreichten mich die beiden ersten Veröffentlichungen Goatfunerals, darunter auch die Split mit Dies Fyck. Nun suchen mich beide Gruppen erneut heim mit dieser 4fach-Split, deren Name sich von selbst erklärt.


Den Anfang macht Goatfuneral und die Entwicklung die man von der Split hin zum Album machte, scheint sich fortzusetzen. Klanglich konnte man sich nochmals verbessern, und so ertönen die zwei Lieder von Goatfuneral glasklar. Vom einstigen grellen und rauen Klang ist nichts mehr zu hören. Black Earth ist ein sehr abwechslungsreiches Stück das grimmige Tempoeinlagen mit sehr guten, atmosphärischen Passagen verbindet. Nachdem man auf Bastion Lucifer auf das Keyboard verzichtet hat, ist es nun punktuell wieder zu hören, aber, wie gesagt, sehr gut und stimmig inszeniert. My Woods - Their Graves schlägt einen etwas anderen Weg sein, denn es ist von Anfang an ein ruhiges Lied, das sehr atmosphärisch und gefühlvoll vorgetragen wird. Im Mittelteil wird es härter und schneller, was mir vor allem der guten Riffs wegen gefällt doch zum Ende hin gibt's Klargesang zu hören, der mir nicht so zusagt. Musikalisch überzeugt Goatfuneral in jedem Fall, allerdings darf man nicht noch melodischer werden. My Woods - Their Graves ist hart an der Grenze und ein etwas anderes Lied, welches eine Ausnahme bleiben sollte.


Dies Fyck spielte ja schon auf der ersten Split düsteren, unheilvollen Black Metal der nun noch schwerer und erdrückender daherkommt. Mastered by Doom ist eine langes, langsames und schleppendes Stück. Man kann es gut als Black Funeral Doom bezeichnen. Die ersten Minuten sind von Eingängigkeit und Monotonie geprägt, langsame und dunkle Riffs begleiten den heiser krächzenden Gesang. Im Mittelteil gibt es gute melodische Riffs zu hören die sehr schön mit dem schweren, doomigen Fluss harmonieren. Am Ende gibt es dann sogar einen etwas schnelleren, antreibenden Part, der das Lied dann angenehm ausklingen lässt. Im folgenden The Return to Venus Mountain gibt es mehr Bewegung und Abwechslung und phasenweise auch ein leises Keyboard im Hintergrund zu hören. Es ist ein interessantes Lied, da der doch recht rohe und heisere Gesang einen Gegensatz zur melodischen Musik darstellt.


Occulta ist gänzlich anders als Goatfuneral und Dies Fyck. Hier bekommt man dreckigen old school Metal vorgesetzt der sofort gefällt. Hier ein bisschen Venom, da ein bisschen Hellhammer, irgendwo auch etwas doomiges. Wenn man sich die beiden Lieder von Occulta anhört hat man nicht den Eindruck es würde sich hierbei um jüngst eingespieltes Material handeln. Die drei Musiker transportieren die Musik absolut authentisch rüber. Es gibt ja einige Gruppen die sich an dieser Form des old school Metals probieren, doch so gut und überzeugend wie Occulta schaffen es nur wenige. Jedenfalls habe ich in diesem Bereich seit langer Zeit keine so gute Gruppe wie Occulta mehr gehört.


Auf dem Papier ist wohl Panzerkreutz am interessantesten, denn einerseits existiert die Gruppe nicht mehr, andererseits haben sich in Panzerkreutz sehr bekannte Musiker zusammengefunden. Für den Gesang ist M. Roth von Eisregen verantwortlich, am Schlagwerk trommelt Herr Konstanz (The Vision Bleak) und die Gitarren wurden von Yantit (Eisregen, Ewigheim) eingespielt. Das sind nun alles wahrlich keine Gruppen die man mit thüringischen Untergrund Black Metal in Verbindung bringt.
Nun, musikalisch hat man sich bei Panzerkreutz auf schnellen aber abwechslungsreichen Black Metal verständigt. Teilweise agiert man sehr brutal und technisch, an anderer Stelle aber auch recht melodisch. Vor allem der Klargesang in Panzershreck weicht das harte Spiel etwas auf. In Panzerkreutz gibt es zwar keinen Klargesang, dafür aber eine abwechslungsreiche Mischung aus endzeitlichen Keyboardklängen, Roths typischem Gesang und absoluter Härte. Das professionelle, technische und harte Spiel von Panzerkreutz hat stellenweise sogar etwas von hartem Industrial Metal.


Thuringian Supremacy Vol. 1 ist eine etwas ungewöhnliche Split-Veröffentlichung, die vier sehr unterschiedliche Gruppen beherbergt. Alle vier Gruppen können für sich und ihren Stil überzeugen. Der Höhepunkt für mich ist aber definitiv Occulta, aber auch Panzerkreutz kann mich mit seiner teils sehr harten Musik überzeugen. Interessant wäre es zu wissen, wie man ein komplettes Album gestalten würde.


7/10
Aceust

GOATFUNERAL
01. Black earth
02. My woods - Their graves

DIES FYCK
03. Mastered by doom
04. The return to venus mountain

OCCULTA
05. Black wind desecration horde
06. Witch was dead

PANZERKREUTZ
07. Panzershreck (The art of war)
08. Panzerkreutz (Definition)

02.01.2011

Pestilential Shadows - Depths | 2011 | Séance Records / Adverse Order Music | CD | Black Metal

Depths heißt das vierte Album der aus Australien stammenden Gruppe Pestilential Shadows. Obwohl es die Band schon eine Weile gibt und einige Leute von bekannten Gruppen wie Nazxul, Drowning the Light oder Woods of Desolation mitmischen, ist Depths für mich dennoch die erste Berührung.

Depths ist ein atmosphärisches sowie homogenes Album, bereits beim ersten Durchlauf wirken die acht Lieder, als kämen sie direkt aus einem Guss. Dies kann man gut finden, doch für mich erschwert es die Sache, denn dadurch wirkt Depths zunächst auch etwas glatt sowie ecken- und kantenlos. Vor allem auch deshalb, weil die Kompositionen oft atmosphärisch gelagert sind, was an den zwar kalt aber dezidiert melodisch gespielten Gitarren liegt. Obwohl Pestilential Shadows eigentlich nicht mit Austere zu vergleichen ist, erinnert mich Depths manchmal an "To Lay Like Old Ashes", welches mir stets etwas befremdlich und zu glatt blieb. Im Falle von Pestilential Shadows liegt dies an der melancholisch-atmosphärischen Ausrichtung und dem Kreischgesang, der auf Depths ganz klar in die Richtung DSBM geht.

Fernab der atmosphärischen Nörgelei meinerseits enthält Depths aber trotz allem eine gewisse Vielfalt. Immer wieder wird das Tempo enorm hochgeschraubt sodass das Schlagwerk erbarmungslos, geradlinig und bisweilen auch extrem monoton getrommelt wird. Da wundert es mich auch nicht, dass mir ausgerechnet Choirs Beyond the Blackened Stars am besten gefällt. Rhythmisch ist es eine radikal monoton vorgetragene Nummer, die schon einer Kältestarre gleicht, zumal die langsam gespielte Gitarre mit ihren wenigen aber guten Riffs diese kalte Raserei atmosphärisch perfekt begleitet. In Choirs Beyond the Blackened Stars gibt es ausnahmsweise auch kaum Kreischgesang, sondern zumeist lediglich dunkel gesprochene Stimmen zu hören. Die anderen Tempostücke überzeugen gleichfalls, da es Pestilential Shadows gut gelungen ist, die Raserei mit einer packenden, kalten Atmosphäre auszukleiden. Als nicht ganz so gelungen empfinde ich jedoch die langsameren und melodieintensiveren Stücke und Passagen. Diese gehen mir zu sehr in die Ecke der Depression und Einsamkeit, was vielen aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sehr gefallen wird. Mein Missfallen wird zudem auch von der Klangproduktion genährt, die mir vor allem in den gemäßigten Abschnitten zu glatt ist. Gerade die mächtigen Gitarren hätten meiner Meinung nach einen etwas markanteren und dreckigeren Klang verdient.

Es nützt aber alles nichts, in der Summe ist Depths ein durchaus brauchbares Album welches atmosphärischen Black Metal mit viel Raserei aber auch depressiver Stimmung enthält. Spielerisch in jedem Fall überzeugend, ist es aber stimmungstechnisch nicht immer mein Fall.


7/10
Aceust

01. Lost geists of the sunlight sphere
02. Tribulations of man
03. Choirs beyond the blackened stars
04. Architects of the spear
05. Shrine
06. Poisoner
07. Putrid earth
08. Depths

20.12.2010

Grave Desecrator - Insult | 2010 | Ketzer Records | CD | Black Death Metal

as Debütalbum Sign of Doom war für mich eines der besten Alben 2008 und nun gibt es mit Insult den Nachfolger. Grave Desecrator verkörperte ja schon von Anfang an absoluten und bedingungslosen Old School Metal. Die 2004er EP Cult of Warfare and Darkness war absolute Klasse, roher Blackthrash vom Feinsten. Sign of Doom war brutal, sehr riffbetont und eine exzellente Mischung aus Black, Thrash und Death. Insult ist gleichfalls Old School, wobei Grave Desecrator den Schwerpunkt ein wenig weg vom Thrash hin zum Death Metal verschoben hat. Insult ist nicht ganz so aggressiv und spritzig wie das Debütalbum, dafür reicher an tiefen, dunklen Tönen des Death Metals. Dies trifft auch auf den Gesang zu, der auf Insult tiefer, gedämpfter und auch gezähmter ist. Durch diese Tatsachen wirkt Insult nicht so bissig und vereinnahmend wie seinerzeit Sign of Doom. Im direkten Vergleich zum Vorgänger wirkt Insult insgesamt nüchterner, zumal es auf dem neuen Album keine Killerlieder wie Holocaust oder Christ's Blood gibt.

Insofern mag Insult erst mal etwas enttäuschend sein, da es mit Sign of Doom nicht mithalten kann. Doch losgelöst von diesem Vergleich entpuppt sich Insult als gute und direkte Old School Scheibe, die ihre eigenen Akzente besitzt, die auch böse und heftig sind. Geradlinige Stücke wie Stared to Hell sind zwar wenig spektakulär, dafür aber absolut kompromisslos, authentisch und atmosphärisch einfach nur stimmig. Und auch an den Soli hat man nicht gespart. Es wird immer wieder mal das eine und andere Soli eingestreut, auch wenn das reguläre Riffing insgesamt nicht so lebendig und thrashig wie beim Vorgänger ist.

Insult ist etwas anders geraten als das Debüt, aber nach wie vor guter, böser und authentischer Old School Metal!


7/10
Aceust

01. Black vengeance
02. Stared to hell
03. Hellbound breed
04. Insult
05. Stained by blood
06. Dangerous cult
07. Serpent seedline
08. Decline of faith
09. Jesus joint
10. Poisoned purit
11. The satanic coven
12. Baphomet

Thy Final Pain - Desire, Freedom And Confusion | 2010 | STF Records | CD | Death Metal

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Thy Final Pain mit dem Vorgängeralbum ...of Life and Death meine Aufmerksamkeit erregen konnte. Das Album war zwar wenig spektakulär aber sehr kraft- und schwungvoll, was mir gut gefiel. Auf dem jüngst erschienen dritten Album Desire, Freedom and Confusion hat sich grundsätzlich wenig am Stil geändert. Thy Final Pain steht nach wie vor für schwungvollen Death Metal mit sattem, kraftvollem Klang. Desire, Freedom and Confusion ist die konsequente Fortsetzung und bietet auch diesmal nichts neues oder innovatives. Mittelschnell mit einigen Tempoeinlagen spielt man sich durchs Album, dann und wann an den Old School angelehnt. Der Klang ist auf dem neuen Album rauer ausgefallen, gerade wenn man sich die Gitarren anhört, ertönen diese unsauberer und verzerrter als beim Vorgänger. Dafür ist der Klang insgesamt aber massiver und lauter, was den Raum, gerade bei hoher Lautstärke, stark zum Beben bringt.

Auch wenn sich nicht allzu viel verändert hat, wirkt Thy Final Pain auf der aktuellen Scheibe nicht ganz so treibend wie auf dem Vorgänger. Mit Scars Inside oder Bury Your God enthält zwar auch das neue Album schnelle und brachiale Schübe, doch ist das Tempo insgesamt etwas zu gleichförmig und gemäßigt ausgefallen. Mir fehlt eine latente treibende Note, die durch ganze Album geleitet. Auf der anderen Seite gefallen die rhythmisch eingängigen Passagen, die sehr schwungvoll inszeniert wurden, ganz gut. Psychotic! schlängelt sich zwar eher langsam aus den Lautsprechern, besitzt aber eine sehr mächtige, schwungvolle Rhythmik. Maneater hingegen ist von Beginn an eine schneller gespielte, antreibende Nummer. In Maneater ist es Thy Final Pain sehr gut gelungen, hohes Tempo mit langsameren, dafür sehr schwungvollen Passagen zu kombinieren. In Bury Your God ist dies leider nicht so gut geworden, da die schnellen Parts zu technisch und zu gewollt sind, da fehlt die spielerische Eleganz und Leichtigkeit.

Desire, Freedom and Confusion ist für mich ein ambivalentes Album. Die minimalistischen, schwungvollen und rhythmisch eingängigen Parts gefallen mir gut, obgleich sie auf die Dauer etwas langweilig werden können. Spielerisch ist es kein schlechtes Album und im mittelschnellen Spiel liegen auch ganz klar die Stärken der Band. Allerdings kann nicht jede Tempoeinlage glänzen. Desire, Freedom and Confusion kommt nicht ganz an den Vorgänger ran, auch wenn es seine guten Lieder hat. Allerdings ist das Album 13 Lieder lang, weshalb sich die guten Lieder relativieren. Zudem finde ich den Klang phasenweise als etwas unglücklich. Gerade die Gitarren klingen in den schnelleren Passagen etwas zu rau und grell. Desire, Freedom and Confusion besitzt Höhen und Tiefen, weshalb es wohl nur für jene von Interesse sein dürfte, die voll und ganz auf schwungvollen Death Metal stehen.


5,5/10
Aceust

01. Desire
02. Bury your god
03. Psychotic!
04. Freedom
05. Maneater
06. Trigger the pain
07. Forever failing
08. Hell on earth
09. The certainty of death
10. Confusion
11. Scars inside
12. Book of pain
13. Final war

13.12.2010

Tattered Soul - Die Zerstörung des menschlichen Seins | 2010 | Naturmacht Productions | CD | Black Metal

Tattered Soul wurde 2007 gegründet und mit Die Zerstörung des menschlichen Seins hat man nun das Debütalbum veröffentlicht. Tattered Soul beschreibt den gespielten Stil als "Post Suicide Black Metal". Im Grunde kann dies alles und nichts bedeuten, auf die Texte mag das auch zutreffen, doch hat das Album in musikalischer Hinsicht nicht so viel mit Suicidal Black Metal zu tun. Die Zerstörung des menschlichen Seins ist ein langsames bis schleppendes Werk, auf dem sich roher, melodischer Black Metal mit Einflüssen aus Death und Doom die Klinke in die Hand geben. Als Einflüsse werden von Tattered Soul Shining, Mayhem und Verdunkeln geltend gemacht. Eine dunkle Atmosphäre besitzt die Musik durchaus, allerdings nicht auf eine für den DSBM typische Weise, denn Tattered Soul verzichtet auf selbstmitleidiges und von Schmerz und Trauer erfülltes Gewimmer und Gewese.

In den langsam gespielten Liedern, die durch rau und grell klingende Saiteninstrumente auffallen, tauchen immer wieder atmosphärische Passagen mit Klargitarre und Flüsterstimme auf. Diese Parts sind gut gelungen und werten das Material enorm auf. Denn manchmal wirken die Lieder etwas langatmig, da die melodischen Riffs nicht immer zu 100% überzeugen und zudem auch manchmal etwas unsicher wirken. Da geraten dann die energischen Ausbrüche, in denen es kurzweilig schneller und lauter wird, zu wahren Wohltaten.

Die Zerstörung des menschlichen Seins ist kein einfaches und homogenes Album und manchmal wirkt es so, als hätte man seinen Stil noch nicht so recht gefunden. Phasenweise ist es sehr melodisch, an anderer Stelle monoton und minimalistisch, klanglich als auch spielerisch, und an wieder anderer Stelle spielt man kraftvoll, knurrig und grimmig auf. Dann und wann kann Tattered Soul auch überzeugen und einzelne Passagen sind sehr gut geworden, doch insgesamt ist und bleibt es ein unsicheres und noch nicht vollends zur Reife gebrachtes Album. In jedem Fall beherrscht man es, düstere und bisweilen auch bizarre, groteske Stimmungen zu erzeugen, da man ab und zu auf recht eigenwillige Melodien zurückgreift. Gerade wenn man etwas weniger melodisch spielt und es eher direkt und geradlinig angeht, kann Tattered Soul überzeugen.

Das Debütalbum von Tattered Soul ist eigenwilliger Black Metal, der gute und interessante Ansätze besitzt, vollends aber noch nicht überzeugen kann. Insgesamt ist das Album etwas zu langatmig und sperrig und auch die merkwürdigen rockigen Anleihen im letzten Lied muten sehr seltsam, gar etwas experimentell an.


5/10
Aceust

01. God kills you (God must die)
02. Life ending
03. Verzweiflung
04. Terror Propaganda
05. Parts of myself want dying
06. Tattered soul
07. Fäulnis
08. Darkness
09. Froststurm
10. Everyone dies alone
11. In the front of death