Dieses selbstbetitelte Debütalbum der schwedischen Folk Pagan Viking Gruppe Irminsul
erschien bereits 2009 über Det Germanske Folket, konnte aber wohl aus
unbekannten Gründen seinerzeit nicht wirklich verfügbar gemacht werden.
Über Purity Through Fire gibt es nun die Neuauflage, und die Scheibe
war auch schon auf dem Weg, unbesprochen und unbeachtet irgendwo tief
in einem vergessenen Regal zu verschwinden. Folk, Pagan und Viking
Metal ist nun mal gar nicht mein Ding. Melodisch, verspielt und von
grässlicher Fröhlichkeit malträtieren mich diese Gruppen mit ihrer
Musik. Aber genau in dem Moment, als ich die CD aus dem Spieler
befördern wollte, musste ich die spielerischen Qualitäten von Irminsul
erkennen, weshalb es nun doch zu einer Vorstellung des Albums kommt,
auch wenn es keine Punktevergabe geben wird. In diesem
unübersichtlichen und vielfältigen Genre gibt und gab es bisher nur
eine einzige Gruppe, die es geschafft hat mir zu gefallen. Und das ist Hel. Da ist es schon ein seltsamer Zufall, dass genau der Markus Skroch von Hel Irminsul für die Wiederveröffentlichung neu gemastert hat.
Wie es sich für die Musik gehört, sind allerlei Melodien,
Klargesänge und Schunkelrhythmen zu hören. Neben den Klargesängen und
einer weiblichen Stimme ist auch leicht verzerrter Gesang dabei. Der
gefällt mir zwar auch nicht wirklich, doch darum geht es mir hierbei
auch nicht. Es sind die Instrumente und die Fähigkeiten der Musiker
diese zu spielen, die das Album offensichtlich so gut machen. Von der
musikalischen Qualität her ist Irminsul eine wahrlich
meisterliche Veröffentlichung, die sogar ich, als Kostverächter,
anerkennen muss. Deshalb sollte auch jeder, der sich irgendwie entfernt
mit Folk, Pagan oder Viking Metal beschäftigt, diese CD kaufen.
Enttäuscht werden wird mit Sicherheit niemand.
01. Gryning
02. Urberg
03. Vinterskald
04. Midvinterblot
05. Frostfödd
06. Vigridslätt
07. Vakaren
08. Häxhammaren
09. Svikaren
http://www.caveofirminsul.se/
http://www.purity-through-fire.com/
31.10.2010
Grabfinsternis - Wahn | 2010 | Black Mass Productions | Kassette | Black Metal
Grabfinsternis wurde 2007 gegründet und präsentiert nun mit Wahn
die erste Demo. Neben der mir vorliegenden Kassettenversion gibt es
auch eine in Eigenregie veröffentlichte CD-Version, der allerdings die
Liveversion von Thron aus Furcht fehlt.
Dass es sich hierbei um deutschen Black Metal handelt muss nicht gesondert hervorgehoben werden, aber dennoch ist es erwähnenswert. Denn Grabfinsternis klingt sehr deutsch, da der Kreischgesang stets verständlich ist und mich an die eine und andere bekannte, deutsche Formation erinnert. Die drei Lieder von Wahn sind riffbetonter sowie geradliniger Black Metal. Das Tempo ist stets flott und treibend, dabei aber variabel und abwechslungsreich. Für eine erste Demoveröffentlichung ist das Material von Wahn überdurchschnittlich gut, zumal auch der Klang der Kassette für Demoverhältnisse sehr gut ist. Sicherlich klappert das Schlagzeug bisweilen etwas drucklos und dumpf, genau das ist aber der Charme von Demokassetten; ich kann es nicht oft genug wiederholen und betonen. Auch wenn es viel Tempo und Grimmigkeit gibt, enthält Wahn einige melodische Anleihen, die noch in Ordnung sind, aber in der Zukunft nicht zu sehr an Einfluss aufs Material bekommen sollten. Die Liveversion von Thron aus Furcht weiß auch zu gefallen, da sie durch die klanglichen Bedingungen eines kleinen Untergrundkonzerts sehr aggressiv und harsch ausgefallen ist.
Wahn ist ein überaus anständiges, deutsches Black Metal Demo. Wer deutschsprachigen Black Metal sowie die gute alte Kassette mag, wird mit Grabfinsternis und Wahn vollauf zufrieden sein.
7/10
Aceust
01. Grabfinsternis
02. Thron aus Furcht
03. Wahn
04. Thron aus Furcht (Live)
Dass es sich hierbei um deutschen Black Metal handelt muss nicht gesondert hervorgehoben werden, aber dennoch ist es erwähnenswert. Denn Grabfinsternis klingt sehr deutsch, da der Kreischgesang stets verständlich ist und mich an die eine und andere bekannte, deutsche Formation erinnert. Die drei Lieder von Wahn sind riffbetonter sowie geradliniger Black Metal. Das Tempo ist stets flott und treibend, dabei aber variabel und abwechslungsreich. Für eine erste Demoveröffentlichung ist das Material von Wahn überdurchschnittlich gut, zumal auch der Klang der Kassette für Demoverhältnisse sehr gut ist. Sicherlich klappert das Schlagzeug bisweilen etwas drucklos und dumpf, genau das ist aber der Charme von Demokassetten; ich kann es nicht oft genug wiederholen und betonen. Auch wenn es viel Tempo und Grimmigkeit gibt, enthält Wahn einige melodische Anleihen, die noch in Ordnung sind, aber in der Zukunft nicht zu sehr an Einfluss aufs Material bekommen sollten. Die Liveversion von Thron aus Furcht weiß auch zu gefallen, da sie durch die klanglichen Bedingungen eines kleinen Untergrundkonzerts sehr aggressiv und harsch ausgefallen ist.
Wahn ist ein überaus anständiges, deutsches Black Metal Demo. Wer deutschsprachigen Black Metal sowie die gute alte Kassette mag, wird mit Grabfinsternis und Wahn vollauf zufrieden sein.
7/10
Aceust
01. Grabfinsternis
02. Thron aus Furcht
03. Wahn
04. Thron aus Furcht (Live)
28.10.2010
Fyrnask - Fjǫrvar ok benjar | 2010 | Eigenproduktion
Anders als die Namensgebung vermuten lässt, handelt es sich bei Fyrnask um eine deutsche Gruppe die mit Fjǫrvar Ok Benjar das erste Demo herausgebracht hat. Für ein Demo ist Fjǫrvar Ok Benjar
ein opulentes Machwerk mit einer Länge von 57 Minuten und es kommt als
pro CDR im DigiPak. Es könnte sich genauso gut um ein Album handeln,
zumal das Material einen guten Eindruck macht und hinter Fyrnask einzig und allein ein gewisser Fyrnd steht.
Musikalisch geht die Reise in Richtung atmosphärischen Black Metal mit Ausflügen in den Ambient. Obwohl ich bekanntermaßen kein Freund von Einklängen bin und diese meist nach wenigen Sekunden überspringe, gefällt mir die sphärische und düstere Einleitung von Fjǫrvar Ok Benjar sehr gut. Es sind apokalyptisch anmutende, ruhig gespielte Gitarrenklänge und eine Flüsterstimme zu hören. Eigentlich nichts Besonderes aber allein die Klänge der Gitarren sind überaus stimmungsvoll und entzückend, da ist die Kürze von knapp drei Minuten beinahe schon tragisch. Auf diesen überaus gelungenen Auftakt folgt das über neun Minuten dauernde Diese Asche, in dem sich kalte Raserei mit langsamen und riffbetonten Passagen abwechselt. Ähnlich verläuft auch Inn I De Dypene. Dieses Schema funktioniert auch ganz gut da Fyrnask ein gutes Händchen für Melodik hat. Die atmosphärischen, melodischen Abschnitte sind stets stimmungsvoll und überzeugend, was man dann auch sehr gut in Forderver den Første Vanndråpen oder Interludium demonstriert bekommt, wo es feine, gut und sauber gespielte Klargitarre zu hören gibt. Schnelligkeit, Eiseskälte und Grimmigkeit gerät aber auch im übrigen Material nicht in Vergessenheit. Vor allem das rhythmisch abwechslungsreiche Licht setzt hier gute Akzente, da es Fyrnd hier besonders gut gelungen ist, Melodik mit Raserei und Härte zu vereinen. Bevor Fjǫrvar Ok Benjar dann irgendwann sein Ende findet überrascht Fyrnd mit A Thousand Winters To Come. Zunächst ist es ein ruhiges und schwermütiges Lied, in dem auch Klargesang zu hören ist der sogar überzeugend und stimmig vorgetragen wird. Doch der darauf folgende, abwechslungsreiche und schnelle Part mit tollen, überraschend dommig und rockig wirkenden Riffs, weiß dann noch mehr zu begeistern.
Fjǫrvar Ok Benjar ist eine sehr ansprechende Demoveröffentlichung, die vor allem sehr starke atmosphärische Anteile besitzt. In Sachen Melodik und Atmosphäre hat Fyrnask alles richtig gemacht und lässt für die Zukunft auf großes hoffen. Die harten, schnellen und kalten Elemente sind allesamt solide aber noch nicht immer formvollendet. Wer sich für atmosphärischen, düsteren Black Metal begeistert, sollte sich Fjǫrvar Ok Benjar auf keinen Fall entgehen lassen.
01. Vos qui transitis...
02. Diese Asche
03. Inn I de dypene
04. Forderver den første vanndråpen
05. Licht
06. Interludium
07. Tre og tegn
08. A thousand winters to come
09. Fjǫrvar ok benjar
10. Exitus
Musikalisch geht die Reise in Richtung atmosphärischen Black Metal mit Ausflügen in den Ambient. Obwohl ich bekanntermaßen kein Freund von Einklängen bin und diese meist nach wenigen Sekunden überspringe, gefällt mir die sphärische und düstere Einleitung von Fjǫrvar Ok Benjar sehr gut. Es sind apokalyptisch anmutende, ruhig gespielte Gitarrenklänge und eine Flüsterstimme zu hören. Eigentlich nichts Besonderes aber allein die Klänge der Gitarren sind überaus stimmungsvoll und entzückend, da ist die Kürze von knapp drei Minuten beinahe schon tragisch. Auf diesen überaus gelungenen Auftakt folgt das über neun Minuten dauernde Diese Asche, in dem sich kalte Raserei mit langsamen und riffbetonten Passagen abwechselt. Ähnlich verläuft auch Inn I De Dypene. Dieses Schema funktioniert auch ganz gut da Fyrnask ein gutes Händchen für Melodik hat. Die atmosphärischen, melodischen Abschnitte sind stets stimmungsvoll und überzeugend, was man dann auch sehr gut in Forderver den Første Vanndråpen oder Interludium demonstriert bekommt, wo es feine, gut und sauber gespielte Klargitarre zu hören gibt. Schnelligkeit, Eiseskälte und Grimmigkeit gerät aber auch im übrigen Material nicht in Vergessenheit. Vor allem das rhythmisch abwechslungsreiche Licht setzt hier gute Akzente, da es Fyrnd hier besonders gut gelungen ist, Melodik mit Raserei und Härte zu vereinen. Bevor Fjǫrvar Ok Benjar dann irgendwann sein Ende findet überrascht Fyrnd mit A Thousand Winters To Come. Zunächst ist es ein ruhiges und schwermütiges Lied, in dem auch Klargesang zu hören ist der sogar überzeugend und stimmig vorgetragen wird. Doch der darauf folgende, abwechslungsreiche und schnelle Part mit tollen, überraschend dommig und rockig wirkenden Riffs, weiß dann noch mehr zu begeistern.
Fjǫrvar Ok Benjar ist eine sehr ansprechende Demoveröffentlichung, die vor allem sehr starke atmosphärische Anteile besitzt. In Sachen Melodik und Atmosphäre hat Fyrnask alles richtig gemacht und lässt für die Zukunft auf großes hoffen. Die harten, schnellen und kalten Elemente sind allesamt solide aber noch nicht immer formvollendet. Wer sich für atmosphärischen, düsteren Black Metal begeistert, sollte sich Fjǫrvar Ok Benjar auf keinen Fall entgehen lassen.
01. Vos qui transitis...
02. Diese Asche
03. Inn I de dypene
04. Forderver den første vanndråpen
05. Licht
06. Interludium
07. Tre og tegn
08. A thousand winters to come
09. Fjǫrvar ok benjar
10. Exitus
Aluk Todolo - Descension | 2007 | Public Guilt | CD | Experimental Black Metal / Psychedelic Rock
Was die Franzosen von Aluk Todolo hier mit ihrem
Debütalbum abgeliefert haben, ist so eigenartig wie zugleich
interessant. Für diese Art von düsterer Musik gibt es keinen
übergeordneten kategorischen Begriff, jedenfalls keinen, der mir
geläufig ist. Aluk Todolo rekrutiert sich aus Leuten der französischen Black Metal-Gruppen Diamatregon und Vediog Svaor. Doch mit Black Metal hat Descension rein gar nichts zu tun.
Die vier Instrumentaltitel zeugen viel mehr von verstörenden, beklemmenden und auch hypnotisch rituell arrangierten Klangkulissen. Das Spektrum, das dabei von Aluk Todolo abgedeckt wird, ist denkbar breit gefächert.
So gibt es sehr leise Passagen mit sehr sanften und leisen Melodien, wie etwa am Anfang vom ersten Titel Obedience. Dieser Anfang ist zunächst sehr ruhig aber hochgradig düster. Es sind neben den düsteren Klängen und Geräuschen sehr zaghaft angedeutete Gitarrenmelodien zu hören, bevor allmählich das Schlagzeug leise und eingängig einsetzt. Die Ausstrahlung die in dieser anfänglichen Phase von Obedience ausgeht, ist eine nahezu grenzenlos wirkende Trostlosigkeit und Endzeitstimmung. Doch statt dies zu vertiefen, kommt ein radikaler Schnitt und ohne wirkliche Vorankündigung wird es mit einem Schlag sehr laut und verstörend. Ganz plötzlich sind mit einem Mal schräge, grelle und disharmonisch arrangierte Gitarren zu hören, die rau und gemein klingen. Dazu ist das ruhige Schlagzeug in einem merkwürdigen Rhythmus zu hören und die verstörende Disharmonie der Gitarren wird zusätzlich von mechanischen Industrialgeräuschen verstärkt. Was im ersten Moment nach Krach klingt, verdichtet sich dann jedoch zu einer gleichförmigen und psychedelischen Klanglandschaft.
Nicht weniger psychedelisch, dafür aber weitaus ruhiger, geht es mit Burial ground weiter. Hier bestimmt das eingängig gespielte Bass und schräge, sich verändernde Gitarrenmelodien das Klangbild. Der Bass und das Schlagzeug verändern sich nur minimal, dafür aber die Gitarren umso mehr. Nach etwa fünf Minuten, also genau in der Mitte des Liedes, kommen vereinzelte Hintergrundgeräusche hinzu, welche die bizarre Atmosphäre noch zusätzlich beflügeln.
Woodchurch hingegen ist ein überaus eingängig strukturiertes Lied, in dem das Schlagzeug die gesamte Spielzeit über unverändert seinen langsamen Rhythmus spielt. Lediglich die Gitarren, die zum Teil extrem langsam und verzerrt gespielt werden, bringen etwas Veränderung ein.
Zu guter letzt folgt mit Disease das abwechslungsreichste wie auch bizarrste Lied. Es enthält laute, verstörende und disharmonische Anteile wie sie Obedience zu hören waren aber auch sehr düstere und klare atmosphärische Passagen. An einer Stelle ist sogar kurzweilig eine Stimme zu hören, die weder spricht noch singt, sondern sehr speziell und bizarr klingt. Umsäumt wird diese Stimme von extrem verzerrten und kurz angestimmten Gitarrenriffs.
Descension ist für mich ein großartiges Werk, das extrem, bizarr, beklemmend und düster ist. Auf eine Art ist es enorm rau und grell, auf eine andere Art aber auch stellenweise sehr harmonisch. Interessant dabei ist, soweit ich meinem Gehör vertrauen kann, dass Aluk Todolo fast alles mit Gitarren, Bass und Schlagzeug bewerkstelligt hat. Angesichts mancher Passagen, die laut und verstörend sind und in ihrer extremen Beschaffenheit eher nach Industrial oder Noise klingen, schon bemerkenswert.
Mir gefällt Descension jedenfalls verdammt gut, da es bizarre und überaus düstere Musik ist, die eine sehr negative Ausstrahlung hat.
Descension ist ab dem 20. November im Handel als CD und LP erhältlich.
01. Obedience
02. Burial ground
03. Woodchurch
04. Disease
Die vier Instrumentaltitel zeugen viel mehr von verstörenden, beklemmenden und auch hypnotisch rituell arrangierten Klangkulissen. Das Spektrum, das dabei von Aluk Todolo abgedeckt wird, ist denkbar breit gefächert.
So gibt es sehr leise Passagen mit sehr sanften und leisen Melodien, wie etwa am Anfang vom ersten Titel Obedience. Dieser Anfang ist zunächst sehr ruhig aber hochgradig düster. Es sind neben den düsteren Klängen und Geräuschen sehr zaghaft angedeutete Gitarrenmelodien zu hören, bevor allmählich das Schlagzeug leise und eingängig einsetzt. Die Ausstrahlung die in dieser anfänglichen Phase von Obedience ausgeht, ist eine nahezu grenzenlos wirkende Trostlosigkeit und Endzeitstimmung. Doch statt dies zu vertiefen, kommt ein radikaler Schnitt und ohne wirkliche Vorankündigung wird es mit einem Schlag sehr laut und verstörend. Ganz plötzlich sind mit einem Mal schräge, grelle und disharmonisch arrangierte Gitarren zu hören, die rau und gemein klingen. Dazu ist das ruhige Schlagzeug in einem merkwürdigen Rhythmus zu hören und die verstörende Disharmonie der Gitarren wird zusätzlich von mechanischen Industrialgeräuschen verstärkt. Was im ersten Moment nach Krach klingt, verdichtet sich dann jedoch zu einer gleichförmigen und psychedelischen Klanglandschaft.
Nicht weniger psychedelisch, dafür aber weitaus ruhiger, geht es mit Burial ground weiter. Hier bestimmt das eingängig gespielte Bass und schräge, sich verändernde Gitarrenmelodien das Klangbild. Der Bass und das Schlagzeug verändern sich nur minimal, dafür aber die Gitarren umso mehr. Nach etwa fünf Minuten, also genau in der Mitte des Liedes, kommen vereinzelte Hintergrundgeräusche hinzu, welche die bizarre Atmosphäre noch zusätzlich beflügeln.
Woodchurch hingegen ist ein überaus eingängig strukturiertes Lied, in dem das Schlagzeug die gesamte Spielzeit über unverändert seinen langsamen Rhythmus spielt. Lediglich die Gitarren, die zum Teil extrem langsam und verzerrt gespielt werden, bringen etwas Veränderung ein.
Zu guter letzt folgt mit Disease das abwechslungsreichste wie auch bizarrste Lied. Es enthält laute, verstörende und disharmonische Anteile wie sie Obedience zu hören waren aber auch sehr düstere und klare atmosphärische Passagen. An einer Stelle ist sogar kurzweilig eine Stimme zu hören, die weder spricht noch singt, sondern sehr speziell und bizarr klingt. Umsäumt wird diese Stimme von extrem verzerrten und kurz angestimmten Gitarrenriffs.
Descension ist für mich ein großartiges Werk, das extrem, bizarr, beklemmend und düster ist. Auf eine Art ist es enorm rau und grell, auf eine andere Art aber auch stellenweise sehr harmonisch. Interessant dabei ist, soweit ich meinem Gehör vertrauen kann, dass Aluk Todolo fast alles mit Gitarren, Bass und Schlagzeug bewerkstelligt hat. Angesichts mancher Passagen, die laut und verstörend sind und in ihrer extremen Beschaffenheit eher nach Industrial oder Noise klingen, schon bemerkenswert.
Mir gefällt Descension jedenfalls verdammt gut, da es bizarre und überaus düstere Musik ist, die eine sehr negative Ausstrahlung hat.
Descension ist ab dem 20. November im Handel als CD und LP erhältlich.
01. Obedience
02. Burial ground
03. Woodchurch
04. Disease
Imperium Dekadenz - Dämmerung der Szenarien | 2007 | Perverted Taste | CD | Black Metal
Etwas mehr als ein Jahr nach dem mehr als gelungenen Debütalbum, …und die Welt ward kalt und leer, gibt es mit Dämmerung der Szenarien den Nachfolger. Imperium Dekadenz hat hierbei nicht nur den Schriftzug erneuert sondern auch am Klang und Songwriting gefeilt.
Dies wird gleich mit Der Dolch im Gewande deutlich, welches nach Into the breathless sleep, einer instrumentalen Einleitung, dunkel, klar und druckvoll erschallt. Diese kalten und nordischen Melodien sind in Der Dolch im Gewande zwar sehr präsent und erinnern stellenweise etwas an Kampfar, doch sind sie nicht mehr so rau und vordergründig wie auf dem ersten Album. Dort stand, die gute und intensive, Melodieführung oftmals zentral im Mittelpunkt und fiel eben auch durch die rau kalte Beschaffenheit auf. Auf Dämmerung der Szenarien ist es anders, differenzierter. Der Klang wirkt stimmiger und abgerundeter. Er hat weniger Ecken und Kanten, strahlt dadurch aber, im Zusammenspiel mit dem facettenreicher geschriebenen Material, mehr Dunkelheit, Beklemmung und Komplexität aus.
Diese Entwicklung verdeutlicht sich im folgenden Staub und Erinnerungen, in dem die helle und offenkundige Melodieführung – wie sie in Der Dolch im Gewande noch zu verzaubern wusste – gänzlich fehlt und stattdessen düstere sowie tiefe Harmonien das Klangbild bestimmen. Zeitweise spielt Imperium Dekadenz dabei wahrlich majestätisch auf, da die Basslinie hervorragend mit den atmosphärischen Gitarren und dem Kreischgesang harmoniert.
Mit dem Titelstück, Dämmerung der Szenarien, folgt ein klares und sehr schön vertontes Instrumentalstück, das durch die tolle Melodie eine würdevolle Ruhe ausstrahlt.
Danach setzt dann Hordes from the dark star kraftvoll und prächtig ein, sodass die zuvor geschaffene Schönheit und Klarheit erstmal von dannen ist. Doch so kraftvoll der Anfang war, so harmonisch ist der Rest von Hordes from the dark star. Es herrschen subtile Gitarrenmelodien vor, begleitet vom vorwiegend ruhigen Rhythmus. Phasenweise gibt es auch recht melodische und klar angelegte Parts, aber auch kurzweilige kraftvolle Passagen wie zu beginn.
Mit wunderbar angelegten dunklen Passagen geht es in Nebelbrandung weiter, einem durchgängig langsam vorgetragenem Stück. Die Melodien sind zwar recht überschaubar und einfach aber extrem wirksam. Sie erzeugen gemeinsam mit dem ruhigen Kreischgesang und den punktuell auftretenden harmonischen Klängen eine sehr dunkle aber ebenso majestätisch kalte Atmosphäre.
Harmatia ist wie bereits das Tittelstück zuvor, ein sehr ruhiges, klares und schönes Instrumentalstück.
Reich der fahlen Seelen ist dann ein langsam und melodisch gespieltes Lied. Zeitweise wird der langsame Rhythmus etwas antreibender, doch wirkt das Lied insgesamt sehr harmonisch, was der Melodieführung geschuldet ist, die wie in Der Doch im Gewande, ab und zu etwas an Kampfar erinnert.
Bevor Dämmerung der Szenarien mit dem ruhigen Ausklang Waiting sein Ende nimmt, folgt mit The night whispers to the wise ein langes Lied, in dem Imperium Dekadenz ein weiteres Mal durch eine sehr gute Melodieführung auffällt. Die Melodiebögen sind teilweise sehr unauffällig und verschachtelt, so dass es übergangsweise zu leichten Überschneidungen kommt, was dazu führt, dass sich ihre Ausstrahlung potenziert und Imperium Dekadenz eine erhabene Atmosphäre auf hohem Niveau kreiert.
Dämmerung der Szenarien ist in jedem Fall ein würdiges, zweites Album nach dem gelungenen Debüt. Das Material als solches ist etwas anspruchsvoller und ausgereifter ausgefallen, die Fülle an Details die es zu entdecken gibt hat damit also zugenommen. Dämmerung der Szenarien enthält sehr gute und großartige Lieder. Die gab es aber auch bereits auf dem Debüt. Von daher vermag ich mich nicht zu einer Bewertung hinreißen lassen, welches Werk mir besser gefällt. Denn …und die Welt ward kalt und leer, besaß neben den tollen harmonischen Elementen eben auch einige raue und aggressive Anteile, die ich sehr zu schätzen wusste und die auf Dämmerung der Szenarien leider gänzlich fehlen. Deshalb empfinde ich das zweite Album, ob der majestätischen Momente, zeitweise als etwas zu zahnlos.
01. Into breathless sleep
02. Der Dolch im Gewande
03. Staub und Erinnerungen
04. Dämmerung der Szenarien
05. Hordes from the dark star
06. Nebelbrandung
07. Harmatia
08. Reich der fahlen Seelen
09. The night whispers to the wise
10. Waiting
Dies wird gleich mit Der Dolch im Gewande deutlich, welches nach Into the breathless sleep, einer instrumentalen Einleitung, dunkel, klar und druckvoll erschallt. Diese kalten und nordischen Melodien sind in Der Dolch im Gewande zwar sehr präsent und erinnern stellenweise etwas an Kampfar, doch sind sie nicht mehr so rau und vordergründig wie auf dem ersten Album. Dort stand, die gute und intensive, Melodieführung oftmals zentral im Mittelpunkt und fiel eben auch durch die rau kalte Beschaffenheit auf. Auf Dämmerung der Szenarien ist es anders, differenzierter. Der Klang wirkt stimmiger und abgerundeter. Er hat weniger Ecken und Kanten, strahlt dadurch aber, im Zusammenspiel mit dem facettenreicher geschriebenen Material, mehr Dunkelheit, Beklemmung und Komplexität aus.
Diese Entwicklung verdeutlicht sich im folgenden Staub und Erinnerungen, in dem die helle und offenkundige Melodieführung – wie sie in Der Dolch im Gewande noch zu verzaubern wusste – gänzlich fehlt und stattdessen düstere sowie tiefe Harmonien das Klangbild bestimmen. Zeitweise spielt Imperium Dekadenz dabei wahrlich majestätisch auf, da die Basslinie hervorragend mit den atmosphärischen Gitarren und dem Kreischgesang harmoniert.
Mit dem Titelstück, Dämmerung der Szenarien, folgt ein klares und sehr schön vertontes Instrumentalstück, das durch die tolle Melodie eine würdevolle Ruhe ausstrahlt.
Danach setzt dann Hordes from the dark star kraftvoll und prächtig ein, sodass die zuvor geschaffene Schönheit und Klarheit erstmal von dannen ist. Doch so kraftvoll der Anfang war, so harmonisch ist der Rest von Hordes from the dark star. Es herrschen subtile Gitarrenmelodien vor, begleitet vom vorwiegend ruhigen Rhythmus. Phasenweise gibt es auch recht melodische und klar angelegte Parts, aber auch kurzweilige kraftvolle Passagen wie zu beginn.
Mit wunderbar angelegten dunklen Passagen geht es in Nebelbrandung weiter, einem durchgängig langsam vorgetragenem Stück. Die Melodien sind zwar recht überschaubar und einfach aber extrem wirksam. Sie erzeugen gemeinsam mit dem ruhigen Kreischgesang und den punktuell auftretenden harmonischen Klängen eine sehr dunkle aber ebenso majestätisch kalte Atmosphäre.
Harmatia ist wie bereits das Tittelstück zuvor, ein sehr ruhiges, klares und schönes Instrumentalstück.
Reich der fahlen Seelen ist dann ein langsam und melodisch gespieltes Lied. Zeitweise wird der langsame Rhythmus etwas antreibender, doch wirkt das Lied insgesamt sehr harmonisch, was der Melodieführung geschuldet ist, die wie in Der Doch im Gewande, ab und zu etwas an Kampfar erinnert.
Bevor Dämmerung der Szenarien mit dem ruhigen Ausklang Waiting sein Ende nimmt, folgt mit The night whispers to the wise ein langes Lied, in dem Imperium Dekadenz ein weiteres Mal durch eine sehr gute Melodieführung auffällt. Die Melodiebögen sind teilweise sehr unauffällig und verschachtelt, so dass es übergangsweise zu leichten Überschneidungen kommt, was dazu führt, dass sich ihre Ausstrahlung potenziert und Imperium Dekadenz eine erhabene Atmosphäre auf hohem Niveau kreiert.
Dämmerung der Szenarien ist in jedem Fall ein würdiges, zweites Album nach dem gelungenen Debüt. Das Material als solches ist etwas anspruchsvoller und ausgereifter ausgefallen, die Fülle an Details die es zu entdecken gibt hat damit also zugenommen. Dämmerung der Szenarien enthält sehr gute und großartige Lieder. Die gab es aber auch bereits auf dem Debüt. Von daher vermag ich mich nicht zu einer Bewertung hinreißen lassen, welches Werk mir besser gefällt. Denn …und die Welt ward kalt und leer, besaß neben den tollen harmonischen Elementen eben auch einige raue und aggressive Anteile, die ich sehr zu schätzen wusste und die auf Dämmerung der Szenarien leider gänzlich fehlen. Deshalb empfinde ich das zweite Album, ob der majestätischen Momente, zeitweise als etwas zu zahnlos.
01. Into breathless sleep
02. Der Dolch im Gewande
03. Staub und Erinnerungen
04. Dämmerung der Szenarien
05. Hordes from the dark star
06. Nebelbrandung
07. Harmatia
08. Reich der fahlen Seelen
09. The night whispers to the wise
10. Waiting
Avsked / Schlaflos - Split | 2008 | Ashen Productions | CD | Black Metal
Erwartungsvoll und mit Vorfreude nahm ich diese Splitveröffentlichung
im Vorfeld zur Kenntnis. Die jeweils vorangegangenen Demos von Avsked und Schlaflos
konnten mich beide voll und ganz überzeugen. Und nun beide Gruppen
gemeinsam auf einer CD, besser kann es eigentlich kaum laufen.
Mit Nattliga tankar I beginnt der Part von Avsked sehr ruhig und düster. Klare, dunkel gespielte Gitarrenklänge, leichtes Beckenantippen und Stimmenfetzen sind zu hören. Es ist ein guter und stimmungsvoller Einklang, auf den Nattliga tankar II im Anschluss eingängig schnell und mechanisch hämmernd einsetzt. Diese eingängig schnelle Monotonie wird immer wieder mal durch langsamere und dunkelatmosphärische Parts unterbrochen, in denen Avsked vor allem durch den sehr guten, vielschichtigen Gesang und harmonischen Gitarrenlinien punktet.
Im dritten Teil ist es insgesamt ruhiger und phasenweise ist ein melodisches und sphärisch klingendes Soli zu hören. Dieses hört sich sehr gut an und bildet einen interessanten Kontrast zur ansonsten sehr rohen, schroffen und rauen Klangkulisse. Eine sehr interessante und bizarre Wendung erfährt das Lied in seinen letzten Sekunden, in dem das Gesangsorgan sehr strapaziert wird und groteskes, sehr kurzes Lachen zu hören ist.
Nattliga tankar IV rundet Avskeds Part dann sehr gut ab, da es das beste Stück von Avsked auf dieser Split ist und dem Demo ...med rök och kallt järn am nächsten kommt. Hier ist eine wunderbare, dezente Grundmelodie zu hören, die gelungen, von einem guten sowie schleppenden Schlagzeug und ruhig intoniertem Gesang begleitet wird. Teilweise werden dabei einzelne Instrumente, wie auch der Gesang, sehr laut, was die intensive, schwermütige und trostlose Atmosphäre des Liedes verstärkt. Schade das Avsked erst zum Schluss so auftrumpft.
Das Instrumentalprojekt Schlaflos beginnt mit dem ersten Titel Jenseits meiner Reichweite ruhig und beschaulich. Neben düsteren, rauen Riffs und dem dumpf pochendem Schlagzeug ist auch eine klare, sanfte Gitarre zu hören. Abwechslungsreicher erweist sich Erschöpfung, in dem neben klaren Akustikparts auch schnellere Passagen zu hören sind. Allerdings mindert das künstlich klingende Schlagzeug ein wenig die Hörfreude. Zuweilen übersteuert leider auch der Bass die Musik, wodurch sie einen schwammigen, unsauberen und wummernden Beigeschmack bekommt, der nicht ganz zur Instrumentalisierung passt. Dieser fade klangliche Beigeschmack betrifft im Übrigen den gesamten Part von Schlaflos. Das ist sehr schade, da Schlaflos es so nicht ganz schafft, die guten und teilweise regelrecht malerisch wirkenden Harmonien angemessen zu transportieren.
So wie es auf dem letzten Lied des Demos ein Lied gab, in dem Stimmen zu hören sind, so ist es auch diesmal wieder der Fall. In W.d.S.z.T.f. gibt es gleichfalls eine Art „Gesang“, sofern man diese gurgelnde, dumpfe und gequälte Stimme als Gesang bezeichnen mag. W.d.S.z.T.f. ist in jedem Fall das interessanteste Lied von Schlaflos auf dieser Split, da hier neben einem schnellen Grundrhythmus auch die Gitarren bizarre und grell klingende Melodien erzeugen. Dies habe ich in den anderen Stücken vermisst. So mochte ich am Demo Schlaflos gerade auch die rohen und bizarren Gitarren. Bis auf das wüste und rohe W.d.S.z.T.f. ist Schlaflos ruhiger und sanfter als auf dem Demo.
Diese Split ist sicherlich eine interessante Veröffentlichung, doch kann sie meine Erwartungen, die ich im Vorfeld hatte, nicht erfüllen. Sowohl Avsked als auch Schlaflos können nicht ganz an die Klasse ihrer Demos anknüpfen, wobei ich Avsked in dieser Hinsicht jedoch stärker einstufe. Nattliga tankar IV ist ein wunderbares und intensives Lied, und auch die anderen Titel haben so ihre wirklich guten Momente. Bei Schlaflos ist es ernüchternder. Die instrumentalen Stücke sind nett und haben ihren Charme, aber da ist einerseits der etwas unglücklich geratene Klang, und andererseits das Fehlen des Bizarren und Extremen, welches meinen Genuss trübt.
AVSKED 7/10
SCHLAFLOS 6/10
AVSKED
01. Nattliga tankar I
02. Nattliga tankar II
03. Nattliga tankar III
04. Nattliga tankar IV
SCHLAFLOS
05. Jenseits meiner Reichweite
06. Erschöpfung
07. Endloses Meer aus Scheisse
08. Wahre Dunkelheit
09. W.d.S.z.T.f.
Mit Nattliga tankar I beginnt der Part von Avsked sehr ruhig und düster. Klare, dunkel gespielte Gitarrenklänge, leichtes Beckenantippen und Stimmenfetzen sind zu hören. Es ist ein guter und stimmungsvoller Einklang, auf den Nattliga tankar II im Anschluss eingängig schnell und mechanisch hämmernd einsetzt. Diese eingängig schnelle Monotonie wird immer wieder mal durch langsamere und dunkelatmosphärische Parts unterbrochen, in denen Avsked vor allem durch den sehr guten, vielschichtigen Gesang und harmonischen Gitarrenlinien punktet.
Im dritten Teil ist es insgesamt ruhiger und phasenweise ist ein melodisches und sphärisch klingendes Soli zu hören. Dieses hört sich sehr gut an und bildet einen interessanten Kontrast zur ansonsten sehr rohen, schroffen und rauen Klangkulisse. Eine sehr interessante und bizarre Wendung erfährt das Lied in seinen letzten Sekunden, in dem das Gesangsorgan sehr strapaziert wird und groteskes, sehr kurzes Lachen zu hören ist.
Nattliga tankar IV rundet Avskeds Part dann sehr gut ab, da es das beste Stück von Avsked auf dieser Split ist und dem Demo ...med rök och kallt järn am nächsten kommt. Hier ist eine wunderbare, dezente Grundmelodie zu hören, die gelungen, von einem guten sowie schleppenden Schlagzeug und ruhig intoniertem Gesang begleitet wird. Teilweise werden dabei einzelne Instrumente, wie auch der Gesang, sehr laut, was die intensive, schwermütige und trostlose Atmosphäre des Liedes verstärkt. Schade das Avsked erst zum Schluss so auftrumpft.
Das Instrumentalprojekt Schlaflos beginnt mit dem ersten Titel Jenseits meiner Reichweite ruhig und beschaulich. Neben düsteren, rauen Riffs und dem dumpf pochendem Schlagzeug ist auch eine klare, sanfte Gitarre zu hören. Abwechslungsreicher erweist sich Erschöpfung, in dem neben klaren Akustikparts auch schnellere Passagen zu hören sind. Allerdings mindert das künstlich klingende Schlagzeug ein wenig die Hörfreude. Zuweilen übersteuert leider auch der Bass die Musik, wodurch sie einen schwammigen, unsauberen und wummernden Beigeschmack bekommt, der nicht ganz zur Instrumentalisierung passt. Dieser fade klangliche Beigeschmack betrifft im Übrigen den gesamten Part von Schlaflos. Das ist sehr schade, da Schlaflos es so nicht ganz schafft, die guten und teilweise regelrecht malerisch wirkenden Harmonien angemessen zu transportieren.
So wie es auf dem letzten Lied des Demos ein Lied gab, in dem Stimmen zu hören sind, so ist es auch diesmal wieder der Fall. In W.d.S.z.T.f. gibt es gleichfalls eine Art „Gesang“, sofern man diese gurgelnde, dumpfe und gequälte Stimme als Gesang bezeichnen mag. W.d.S.z.T.f. ist in jedem Fall das interessanteste Lied von Schlaflos auf dieser Split, da hier neben einem schnellen Grundrhythmus auch die Gitarren bizarre und grell klingende Melodien erzeugen. Dies habe ich in den anderen Stücken vermisst. So mochte ich am Demo Schlaflos gerade auch die rohen und bizarren Gitarren. Bis auf das wüste und rohe W.d.S.z.T.f. ist Schlaflos ruhiger und sanfter als auf dem Demo.
Diese Split ist sicherlich eine interessante Veröffentlichung, doch kann sie meine Erwartungen, die ich im Vorfeld hatte, nicht erfüllen. Sowohl Avsked als auch Schlaflos können nicht ganz an die Klasse ihrer Demos anknüpfen, wobei ich Avsked in dieser Hinsicht jedoch stärker einstufe. Nattliga tankar IV ist ein wunderbares und intensives Lied, und auch die anderen Titel haben so ihre wirklich guten Momente. Bei Schlaflos ist es ernüchternder. Die instrumentalen Stücke sind nett und haben ihren Charme, aber da ist einerseits der etwas unglücklich geratene Klang, und andererseits das Fehlen des Bizarren und Extremen, welches meinen Genuss trübt.
AVSKED 7/10
SCHLAFLOS 6/10
AVSKED
01. Nattliga tankar I
02. Nattliga tankar II
03. Nattliga tankar III
04. Nattliga tankar IV
SCHLAFLOS
05. Jenseits meiner Reichweite
06. Erschöpfung
07. Endloses Meer aus Scheisse
08. Wahre Dunkelheit
09. W.d.S.z.T.f.
27.10.2010
Akrival - Vitriolic | 2008 | Pictonian Records | CD | Black Metal
Die Berliner Gruppe Akrival existiert bereits seit 14
Jahren und war mir bisher nur durch einige Konzertauftritte her
bekannt. Diese Auftritte vermochten mich bisher nie zu überzeugen,
weshalb ich vom zweiten Album Vitriolic auch nicht allzu viel
erwartete. Diese heruntergeschraubte Erwartungshaltung bestätigt sich
dann auch umgehend mit den ersten Minuten des Albums. Vitriolic
ist ein durch und durch abstraktes, komplexes und wechselhaftes Werk,
in dem es kaum klare und eingängige Strukturen gibt. Stattdessen ist
permanent etwas in Bewegung, irgendetwas zappelt immer herum. Die
Gitarren werden sehr lebhaft gespielt. Sowohl im harmonischen Bereich,
wo dann eigenwillige Melodieführungen zu hören sind, als auch bei den
schnellen und harten Riffs, die überaus technisch ausgefallen sind.
Diese mathematische Abwechslung wird leider auch im rhythmischen Bereich
konsequent fortgeführt. Es gibt sehr viele Breaks und ungewöhnliche
Rhythmen zu hören.
Im Infoschreiben von Pictonian steht geschrieben, dass sich Akrival irgendwo zwischen Abigor und Atheist bewegt. Dies mag insofern stimmen, als dass mir Abigors letztes Album ebenso missfiel und Kopfschmerzen bereitete, wie es Vitriolic tut. Wer auf komplexe und möglicherweise auch avantgardistische Strukturen im extremen Metal steht, wird das Album womöglich lieben. Ich kann hiermit aber rein gar nichts anfangen. Selbst der heiser klingende und leicht verzerrte Gesang vermag hier nichts mehr zu reißen. Ich bin jedenfalls froh, dass ich diese Scheibe nach dieser Besprechung nie wieder hören muss!
3/10
Aceust
01. Vitriolic circles
02. Striving for antipathy
03. Lost man's domain
04. Straight path to disintegration
05. Thorn
06. Moor of mercilessness
07. Your last breath
08. Desperate fight
09. War commands
Im Infoschreiben von Pictonian steht geschrieben, dass sich Akrival irgendwo zwischen Abigor und Atheist bewegt. Dies mag insofern stimmen, als dass mir Abigors letztes Album ebenso missfiel und Kopfschmerzen bereitete, wie es Vitriolic tut. Wer auf komplexe und möglicherweise auch avantgardistische Strukturen im extremen Metal steht, wird das Album womöglich lieben. Ich kann hiermit aber rein gar nichts anfangen. Selbst der heiser klingende und leicht verzerrte Gesang vermag hier nichts mehr zu reißen. Ich bin jedenfalls froh, dass ich diese Scheibe nach dieser Besprechung nie wieder hören muss!
3/10
Aceust
01. Vitriolic circles
02. Striving for antipathy
03. Lost man's domain
04. Straight path to disintegration
05. Thorn
06. Moor of mercilessness
07. Your last breath
08. Desperate fight
09. War commands
25.10.2010
Myrd - Myrd Dig Selv | 2010 | Purity Through Fire | CD | Black Metal
Myrd ist eine neue dänische Gruppe, die sich aus Musikern der bekannten Gruppen Vardlokkur und Holmgang rekrutiert. Sänger und Schlagzeuger V hilft zudem noch live bei Angantyr aus. Myrd Dig Selv
ist das Debütalbum und behandelt thematisch die Destruktivität des
menschliches Geistes. Es wird also dem Selbstmord und der
Selbstzerstörung gehuldigt, jedoch nicht auf eine in Selbstmitleid
zerfließende Art und Weise. Myrd Dig Selv ist ein
mittelschnelles Album das atmosphärisch und gitarrenbetont ist. Für ein
Vollalbum ist es mit einer Spielzeit von 31 Minuten nicht gerade lang,
aber im Falle von Myrd Dig Selv völlig ausreichend.
Myrd Dig Selv ist ein merkwürdiges Album, das durch eigenwillige Riffs, Melodiebögen und Rhythmen auffällt. In jedem Fall versprüht die Musik etwas bedrückendes und verstörendes, denn das Spiel an den Saiteninstrumenten verkörpert die Negativität und Destruktivität der Thematik sehr gut. Es sind dunkle, zuweilen grotesk anmutende Riffs und Melodien, die manches Mal disharmonisch wirken. Zudem sind auch einige Breaks und Wechsel gewöhnungsbedürftig, da sehr eigenwillig. Es ist kein einfaches Album, welches mal eben so zwischendurch konsumiert wird. Deshalb empfinde ich die Länge des Albums auch vollkommen ausreichend, auch wenn andere Schreiberlinge dies ganz anders sehen. Myrd Dig Selv ist bizarr, düster und auch morbide. Neben guten Ansätzen und Melodien enthält das Album aber auch jede Menge schwer verdauliche Zutaten, die den Zugang zur Musik erheblich erschweren.
6/10
Aceust
01. Articulo mortis
02. Ingenting
03. Voldtaget på dødsleje
04. Medlidenhedsdrab
05. De dødes sang
06. Myrd dig selv
https://myspace.com/myrd
http://www.purity-through-fire.com/
Myrd Dig Selv ist ein merkwürdiges Album, das durch eigenwillige Riffs, Melodiebögen und Rhythmen auffällt. In jedem Fall versprüht die Musik etwas bedrückendes und verstörendes, denn das Spiel an den Saiteninstrumenten verkörpert die Negativität und Destruktivität der Thematik sehr gut. Es sind dunkle, zuweilen grotesk anmutende Riffs und Melodien, die manches Mal disharmonisch wirken. Zudem sind auch einige Breaks und Wechsel gewöhnungsbedürftig, da sehr eigenwillig. Es ist kein einfaches Album, welches mal eben so zwischendurch konsumiert wird. Deshalb empfinde ich die Länge des Albums auch vollkommen ausreichend, auch wenn andere Schreiberlinge dies ganz anders sehen. Myrd Dig Selv ist bizarr, düster und auch morbide. Neben guten Ansätzen und Melodien enthält das Album aber auch jede Menge schwer verdauliche Zutaten, die den Zugang zur Musik erheblich erschweren.
6/10
Aceust
01. Articulo mortis
02. Ingenting
03. Voldtaget på dødsleje
04. Medlidenhedsdrab
05. De dødes sang
06. Myrd dig selv
https://myspace.com/myrd
http://www.purity-through-fire.com/
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