Frostscald Records hat sich LIK angenommen, einem weiteren Projekt von Armageddas Graav, und alle drei Alben mit neuer Aufmachung wiederveröffentlicht. LIKs erstes Album Må Ljuset Aldrig Nå Oss Mer erstand und erschien 2003, also ungefähr in der Endphase von Armagedda. So liegt es auch nahe, dass LIK mit dem anfänglichen Black Metal von Armagedda nicht viel gemeinsam hat. Vielleicht könnte man LIK aber als eine okkulte Mischung aus Armageddas letztem Album und Lönndom bezeichnen. Auf Må Ljuset Aldrig Nå Oss Mer
kombiniert Graav jedenfalls Black Metal mit okkultem aber auch
depressiven Rock, und die eine und andere folkloristische Anleihe, in
der Form von Gitarrenläufen, ist auch gegeben.
Må Ljuset Aldrig Nå Oss Mer ist ein abwechslungsreiches,
stimmungswechselndes Album, auf dem Graav sich zur Gänze unheilvollen
Stimmungen und Harmonien hingibt. Hate to be Human
beispielsweise, ist ein erstklassiges Lied, welches absolut schwermütig
ist, da Graav hier wunderbar seine Stimme flüsternd und hauchend, mit
der Klargitarre inszeniert. Die Melodik ist düster und eingängig, aber
dennoch vereinnahmend und fesselnd. Das direkt darauf folgende Djupa Sinn
schlägt hingegen in eine andere Kerbe. Es ist lauter, die rockigen
Riffs ertönen etwas grell und roh, das mittelschnelle Schlagwerk
poltert und auch der minimal melodische Gesang setzt das Lied in einem
starken Kontrast zu Hate to be Human. Gleichfalls dreckige Riffs sowie antreibendes Schlagwerk ist in Guds Förlorade Skapelser zu hören, in dem Graav verzerrten und klaren Gesang abwechselnd vorträgt. Black Metal trifft hier suizidal wirkenden Rock.
Må Ljuset Aldrig Nå Oss Mer ist definitiv ein
interessantes Album, auf dem Graav zwar nicht unbedingt experimentelle
Töne anschlägt, aber dennoch einen eigenwilligen Weg bestreitet. Es
gibt rohe, dreckige und räudige Passagen ebenso wie sanfte, klare und
verträumte Momente. Vereinzelt schimmert auch eine angenehme Portion
Wahnsinn durch. Wem die Mischung aus Black Metal und düsterem Rock
gefällt, kann ich hier nichts verkehrt machen.
6/10
Aceust
01. Pest & Pina
02. Hate to be human
03. Djupa sinn
04. Guds förlorade skapelser
05. Evig natt
06. Namnlös
07. Bortom allt liv
27.08.2010
26.08.2010
Finnr's Cane - Wanderlust | 2010 | Frostscald Records | CD | Atmospheric Black Metal
Wanderlust heißt das Debütalbum der kanadischen Gruppe Finnr's Cane.
Atmosphärischen und mit progressiven Anteilen angereicherten (extrem)
Metal zu spielen, ist in diesen Tagen nichts Neues, stattdessen schon
eher die Regel. Aber anstatt in die Fußstapfen von beliebten Gruppen
wie Wolves in the Throne Room zu treten, bestreitet Finnr's Cane andere, eigene Pfade. Als Einflüsse nennt man Gruppen wie Opeth, Katatonia, Agalloch oder auch Drudkh. Wanderlust lässt
sich auch nicht so recht in eine Schublade stecken, denn das Album ist
vielfältig. Obwohl die Musik weitgehend ruhig sowie atmosphärisch
aufgeladen ist, werden unterschiedliche Stimmungen transportiert. Und
obwohl es Gesang gibt, nämlich vorwiegend klaren, leisen sowie choralen
Gesang, wirkt Wanderlust wie ein instrumentales Werk. Die
wunderbaren Riffs und Melodiestränge der Saiteninstrumente stehen ganz
klar im Vordergrund. Vereinzelt sind auch unauffällig platzierte
Einsätze eines Cellos zu hören.
Wanderlust bewegt sich zwischen atmosphärischem Metal mit Akustikparts, schwerem Doom und Depressive Black Metal hin und her. Überzeugen kann Finnr's Cane dabei durchgehend, auch die vereinzelten, schnellen Einschübe, die hart und melancholisch zugleich sind, gefallen sofort. Dies liegt, wie bereits erwähnt, vor allem an den sehr guten Melodien und Harmonien, die von Gitarrist und Sänger The Bard, an seinem Instrument erzeugt werden. Wer es gern atmosphärisch mag und ein Faible für gute Gitarrenmelodien hat, sollte Wanderlust unbedingt probieren.
7/10
Aceust
01. The healer
02. Snowfall
03. A winter for shut-ins
04. The lost traveller
05. Glassice
06. The hope for spring
07. Eternal
08. House of memory
Wanderlust bewegt sich zwischen atmosphärischem Metal mit Akustikparts, schwerem Doom und Depressive Black Metal hin und her. Überzeugen kann Finnr's Cane dabei durchgehend, auch die vereinzelten, schnellen Einschübe, die hart und melancholisch zugleich sind, gefallen sofort. Dies liegt, wie bereits erwähnt, vor allem an den sehr guten Melodien und Harmonien, die von Gitarrist und Sänger The Bard, an seinem Instrument erzeugt werden. Wer es gern atmosphärisch mag und ein Faible für gute Gitarrenmelodien hat, sollte Wanderlust unbedingt probieren.
7/10
Aceust
01. The healer
02. Snowfall
03. A winter for shut-ins
04. The lost traveller
05. Glassice
06. The hope for spring
07. Eternal
08. House of memory
22.08.2010
Seelenfrost - Metamorphosis | 2010 | Eigenproduktion | Kassette | Black Metal
Es ist noch gar nicht lange her, dass mit Im Schatten toter Worte Seelenfrosts Debütalbum erschien, und nun liegt bereits das zweite Album vor. Die hohe Produktivität von Seelenfrost ist allerdings nichts Neues. Zu geistlosen Massenveröffentlichern kann man Seelenfrost glücklicherweise nicht zählen, da sowohl das musikalische Schaffen, als auch der Tonträger selbst, stets überzeugen können. Die professionell gefertigte Kassette mit dem Einleger aus schwerem Karton ist jedenfalls sehr schön und schon alleine jeden Euro wert.
Seit meiner ersten Berührung mit Seelenfrost, nämlich das Demo Ein Gedicht, ist man sich musikalisch treu geblieben. Auch auf der neusten Veröffentlichung bekommt man roh klingenden, angenehm atmosphärisch angereicherten, Black Metal zu hören. Wer Seelenfrost bisher mochte, wird also auch an Metamorphosis sein Gefallen finden. Die Lieder zeugen von einer knurrigen Grimmigkeit, die gern von einem schnell und eingängig gespielten Schlagwerk vorangetrieben wird. Seelenfrost ist und war aber nie einfach nur grimmig. Auf Metamorphosis etwa sind vereinzelt kurzweilig Keyboardklänge zu hören. Zudem versteht man es, einfache und einprägsame Riffs und Melodieführungen zusammenfassend zu einer unterschwelligen, atmosphärischen Komponente zu verdichten. Diese ist dem ersten Augenschein nach zwar nicht mehr so offenkundig wie noch auf Ein Gedicht, aber genau so vorhanden. Wenn ich Metamorphosis mit Ein Gedicht direkt vergleiche, empfinde ich das Album eindringlicher in seiner Härte und klanglich auch etwas roher sowie organischer. Die einzelnen Stücke wurden abwechslungsreich geschrieben, sodass sich tosender und grimmiger Black Metal mit tollen atmosphärischen sowie ruhigen Parts abwechselt. Seelenfrost spielt dabei mit den Stimmungen, lässt sie wandeln - was übrigens hervorragend zum Albumtitel passt. So kann es auf dem Album harsch und aggressiv zugehen, aber eben auch dunkelatmosphärisch, schwermütig oder gar gefühlvoll. Mir sind zwar nicht alle Werke von Seelenfrost bekannt, doch von dem was ich kenne, gefällt mir Metamorphosis am besten. Mir gefällt es sehr gut, wie Seelenfrost rohen und zuweilen auch minimalistischen Black Metal mit melodischen und atmosphärischen Elementen kombiniert und eine sehr eigenständige, variantenreiche Musik daraus erzielt. Darüber hinaus sagt mir auch der Klang der Kassette sehr zu, der zwar dezidiert rau, dabei aber stets natürlich ist und perfekt zu den jeweiligen Stimmungen der Musik passt.
Metamorphosis ist eine feine Veröffentlichung, auf der sich Verpackung und Inhalt in absolutem Einklang befinden. Und wer es nicht so mit Kassetten hat, kann auf die geplante Vinylausgabe warten, die noch irgendwann in diesem Jahr folgen soll. Und wie ich Seelenfrost bisher kenne, wird diese mit Sicherheit gleichfalls ein optischer wie auch haptischer Leckerbissen werden.
8/10
Aceust
01. Im Wandel der Gezeiten
02. M
03. Die Farbe des Mondes
04. Wanderer der Finsternis
05. Am alten Mosaik
06. Sei mir gegrüßt, Melancholie
07. Gezeitenend
19.08.2010
Sad / Warwulf - Walking The Paths Of Despair | 2010 | Thor's Hammer Productions | CD | Black Metal
Auf Walking the paths of despair teilen sich Sad aus Griechenland und Warwulf aus den USA den Platz auf der CD. Obwohl es Sad
seit einigen Jahren gibt und die Griechen auf einige Tonträger
verweisen können, sind die vier Lieder dieser Split meine erste
Berührung mit der Gruppe. Von der Musik bin ich etwas überrascht, da
ich irgendwie aus einem unerfindlichen Grund, vielleicht wegen des
Gruppennamens, langsamen, depressiven Black Metal erwartet hatte.
Stattdessen erklingt klanglich kraftvoll produzierter Black Metal,
dessen Schlagzeug ordentlich Druck hat. Das Klangbild von Sad ist ohnehin klar und differenziert, in den ruhigeren Passagen kann man die Bassspur sehr schön deutlich hören.
Stilistisch sind die vier Lieder, die allesamt von längerer Spieldauer sind, recht abwechslungsreich behaftet. A maze of rats beginnt mit einem eingängigen, schnellen Rhythmus. Doch dabei bleibt es nicht, denn Sad ändert das Tempo häufig. Den unterschiedlichen Tempi wurde eine spielfreudige Gitarre an die Seite gestellt, deren Melodieführung mir manchmal etwas zu melodisch ist, manchmal aber auch mit grandiosen, simplen Riffs begeistern kann. Stets gitarrenbetont und rhythmisch vielfältig ist auch das über elf Minuten lange In the arms of sleep. Streckenweise ist das Lied sehr gut, einige Melodieführungen sind bestechend, doch ist mir die Reichhaltigkeit auf die Dauer etwas zu viel. Dann und wann würde ich mir etwas mehr Eingängigkeit von Sad wünschen. Diese gibt es zumindest rhythmisch in Mass annihilation, welches über lange Strecken eingängig schnell ist. Aber auch hier kann es Sad nicht lassen die Gitarren spielerisch und lebendig in Szene zu setzen.
Bei Warwulf war ich im Vorfeld bereits mit dem Demo Forgotten dreams of a lost empire vertraut. So wusste ich also, was mich erwarten würde. Wie schon auf dem Demo, zelebriert Warwulf rohen Black Metal, der ordentlich in Richtung Seigneur Voland und alte Satanic Warmaster geht. Die drei Lieder sind demnach roh und grimmig aber stets auch dezent mit einer leichten, melodischen Note versehen. Die Lieder hier unterscheiden sich stilistisch nicht groß vom Demo, allerdings ist der Klang ein besserer. Die grellen, rauen Gitarren stehen nun nicht mehr so laut und zentral im Raum, weshalb sich die Riffs und Melodieführungen nun besser heraushören lassen. Allerdings klingt das Schlagzeug phasenweise arg mechanisch und programmiert. Mich stört es nicht, da das Gitarrenspiel stimmt und mir der Kreischgesang mit leichtem Hall gut gefällt. Warwulf steht halt für rohen und primitiven Black Metal, den man hier auch geboten bekommt. Es wurde nichts aufpoliert oder geschönt, weshalb ich die Defizite des mechanischen Schlagwerks verschmerzen kann.
Für Fanatiker des Black Metals ist diese Split sicherlich interessant. Zwiegespalten bin ich persönlich allerdings bei Sad. Klanglich und spieltechnisch gibt es bei Sad nichts auszusetzen, stellenweise sagt mir die Musik auch sehr zu. Doch sind mir die langen Lieder insgesamt etwas zu melodisch ausgefallen. Etwas mehr Geradlinigkeit und Härte würde dem Material bestimmt gut stehen. Dass Sad es kann, wird stellenweise bewiesen. Mehr meinen Geschmack trifft deshalb Warwulf, der rohe und dreckige Vertreter dieser Veröffentlichung. Es ist einfach purer und direkter Black Metal, der spielerisch sicherlich seine Schwächen hat, mir aber auch deshalb sympathisch ist.
7/10
Aceust
SAD
01. A maze of rats
02. In the arms of sleep
03. Mass annihilation
04. Fade to infinity
WARWULF
05. Memories of a cruel past
06. Follow the wolves to my grave
07. Of secret and shadows
08. Symbol of purity
Stilistisch sind die vier Lieder, die allesamt von längerer Spieldauer sind, recht abwechslungsreich behaftet. A maze of rats beginnt mit einem eingängigen, schnellen Rhythmus. Doch dabei bleibt es nicht, denn Sad ändert das Tempo häufig. Den unterschiedlichen Tempi wurde eine spielfreudige Gitarre an die Seite gestellt, deren Melodieführung mir manchmal etwas zu melodisch ist, manchmal aber auch mit grandiosen, simplen Riffs begeistern kann. Stets gitarrenbetont und rhythmisch vielfältig ist auch das über elf Minuten lange In the arms of sleep. Streckenweise ist das Lied sehr gut, einige Melodieführungen sind bestechend, doch ist mir die Reichhaltigkeit auf die Dauer etwas zu viel. Dann und wann würde ich mir etwas mehr Eingängigkeit von Sad wünschen. Diese gibt es zumindest rhythmisch in Mass annihilation, welches über lange Strecken eingängig schnell ist. Aber auch hier kann es Sad nicht lassen die Gitarren spielerisch und lebendig in Szene zu setzen.
Bei Warwulf war ich im Vorfeld bereits mit dem Demo Forgotten dreams of a lost empire vertraut. So wusste ich also, was mich erwarten würde. Wie schon auf dem Demo, zelebriert Warwulf rohen Black Metal, der ordentlich in Richtung Seigneur Voland und alte Satanic Warmaster geht. Die drei Lieder sind demnach roh und grimmig aber stets auch dezent mit einer leichten, melodischen Note versehen. Die Lieder hier unterscheiden sich stilistisch nicht groß vom Demo, allerdings ist der Klang ein besserer. Die grellen, rauen Gitarren stehen nun nicht mehr so laut und zentral im Raum, weshalb sich die Riffs und Melodieführungen nun besser heraushören lassen. Allerdings klingt das Schlagzeug phasenweise arg mechanisch und programmiert. Mich stört es nicht, da das Gitarrenspiel stimmt und mir der Kreischgesang mit leichtem Hall gut gefällt. Warwulf steht halt für rohen und primitiven Black Metal, den man hier auch geboten bekommt. Es wurde nichts aufpoliert oder geschönt, weshalb ich die Defizite des mechanischen Schlagwerks verschmerzen kann.
Für Fanatiker des Black Metals ist diese Split sicherlich interessant. Zwiegespalten bin ich persönlich allerdings bei Sad. Klanglich und spieltechnisch gibt es bei Sad nichts auszusetzen, stellenweise sagt mir die Musik auch sehr zu. Doch sind mir die langen Lieder insgesamt etwas zu melodisch ausgefallen. Etwas mehr Geradlinigkeit und Härte würde dem Material bestimmt gut stehen. Dass Sad es kann, wird stellenweise bewiesen. Mehr meinen Geschmack trifft deshalb Warwulf, der rohe und dreckige Vertreter dieser Veröffentlichung. Es ist einfach purer und direkter Black Metal, der spielerisch sicherlich seine Schwächen hat, mir aber auch deshalb sympathisch ist.
7/10
Aceust
SAD
01. A maze of rats
02. In the arms of sleep
03. Mass annihilation
04. Fade to infinity
WARWULF
05. Memories of a cruel past
06. Follow the wolves to my grave
07. Of secret and shadows
08. Symbol of purity
14.08.2010
Psychomantum / Nachtmahr - Minas / Morgul | 2010 | Eigenproduktion | Vinyl | Black Metal
Zum 15-jährigen Jubiläum des Summoning-Albums Minas Morgul gibt es diese besondere und liebevoll gestaltete Vinyleigenproduktion von Psychomantum und Nachtmahr. Sowohl Psychomantum als auch Nachtmahr spielen auf dieser 10" Platte ein Summoning-Lied von Minas Morgul nach. Ich muss dazu gestehen, dass ich noch nie ein Freund von der Musik Summonings
gewesen bin. Ich musste mir für diese Besprechung das Album erst einmal
im Bekanntenkreis besorgen, damit ich überhaupt weiß, worum es hier im
Einzelnen genau geht. Psychomantum konnte mich kürzlich erst mit dem Album Genius Loci überzeugen, weshalb ich entspannt in Die Legende des Meisterrings einstieg.
Psychomantum hält sich melodisch strikt ans Original, auch wenn es zwei Minuten länger ist. Die Version von Psychomantum gefällt mir allerdings besser, da gerade die verträumten Klarpassagen mit Flüsterstimmen und Streichinstrumenten wunderbar gespielt und inszeniert wurden. Diese Passagen gibt es so nicht im Original und werten das Lied für meine Bedürfnisse enorm auf.
Nachtmahr hält sich gleichfalls stark an die Vorlage, auch wenn die deutsche Version durch die klangliche Begebenheit etwas düsterer und dumpfer klingt. Dadurch wirkt die Version von Nachtmahr kriegerischer als das Original. Ansonsten sind sich Original und die Nachtmahr-Version sehr ähnlich.
Dieses gute Stück Vinyl wird mich zwar nicht zu einem Anhänger Summonings bekehren können, doch ist es Psychomantum nach Genius Loci erneut gelungen mich zu beeindrucken. Denn vor allem die hinzugefügten Eigenkompositionen in Die Legende des Meisterrings überzeugen mich voll und ganz. Für Summoning-Jünger und Vinylliebhaber ist diese Split also definitiv ein absoluter Pflichtkauf.
01. Psychomantum - Die Legende des Meisterrings
02. Nachtmahr - Der Ritt der grauen Schar
Psychomantum hält sich melodisch strikt ans Original, auch wenn es zwei Minuten länger ist. Die Version von Psychomantum gefällt mir allerdings besser, da gerade die verträumten Klarpassagen mit Flüsterstimmen und Streichinstrumenten wunderbar gespielt und inszeniert wurden. Diese Passagen gibt es so nicht im Original und werten das Lied für meine Bedürfnisse enorm auf.
Nachtmahr hält sich gleichfalls stark an die Vorlage, auch wenn die deutsche Version durch die klangliche Begebenheit etwas düsterer und dumpfer klingt. Dadurch wirkt die Version von Nachtmahr kriegerischer als das Original. Ansonsten sind sich Original und die Nachtmahr-Version sehr ähnlich.
Dieses gute Stück Vinyl wird mich zwar nicht zu einem Anhänger Summonings bekehren können, doch ist es Psychomantum nach Genius Loci erneut gelungen mich zu beeindrucken. Denn vor allem die hinzugefügten Eigenkompositionen in Die Legende des Meisterrings überzeugen mich voll und ganz. Für Summoning-Jünger und Vinylliebhaber ist diese Split also definitiv ein absoluter Pflichtkauf.
01. Psychomantum - Die Legende des Meisterrings
02. Nachtmahr - Der Ritt der grauen Schar
Psychomantum - Genius Loci | 2010 | Karge Welten Kunstverlag | CD | Black Metal
Psychomantum wurde 1993 von Sargath gegründet, um seine eigenen Ideen und Vorstellungen von Musik festzuhalten. Zwischenzeitlich lag Psychomantum auf Eis, da Sargath sich voll auf Geweih konzentrierte, ehe es 2005 mit Psychomantum weiterging und nun, 2010, mit Genius Loci
das Debütalbum erschien. Grob umschrieben lässt sich vorab sagen, dass
es sich hierbei um ruhigen, melodischen bzw. atmosphärischen Black
Metal handelt. Die Lieder sind allesamt lang und es werden Sagen und
Gedichte behandelt und wiedergegeben, die geographisch die
kurpfälzische Region rund um Heidelberg umfassen.
Aber nun zur Musik: Genius Loci ist ein opulentes Werk mit epischen Ausmaßen. Auch wenn melodischer, mit Keyboard begleiteter Black Metal nicht mein Steckenpferd ist, so muss ich zugeben, dass es Sargath dennoch schafft, mein Interesse an seiner Musik zu fesseln. Die Atmosphäre die von der Musik ausgeht, ist majestätisch und erhaben und scheint regelrecht beseelt vom thematischen Inhalt zu sein. Es gibt sehr sanfte, bedachte Töne und Klänge, die von der Hingabe Sargaths zeugen und dadurch die Neugier wecken, worum es inhaltlich gerade eigentlich geht. Aber auch die Verwendung des Keyboards ist als absolut stimmig zu charakterisieren, da es Sargath damit niemals übertreibt und sich nicht zu schnödem, pompösem Geklimper hinreißen lässt. Die Kompositionen mitsamt allen Arrangements machen einen überaus stimmigen und wohl überlegten Eindruck. Allerdings gibt es ob aller musikalischen Schönheit Abstriche am Klang. Denn sowohl das programmierte Schlagzeug als auch die Gitarren klingen zuweilen sehr künstlich, synthetisch. Allerdings fällt diese Tatsache gar nicht so schwer ins Gewicht, da diese beiden Instrumente auf Genius Loci eine untergeordnete Rolle spielen. Dadurch bekommt Psychomantums Musik allerdings eine besondere, eigen- und einzigartige Atmosphäre.
Genius Loci ist Musik mit Geist und somit allen empfohlen, die ernsthafte Musik mögen und oder sich für die Thematik interessieren. Allerdings darf man Melodik und Keyboardeinsatz nicht per se ablehnen.
7/10
Aceust
01. Die Sage (Einleitung)
02. Ein Fluch und seine Erfüllung
03. Der Schatz im alten Berg
04. Die Jetta
05. Von einer schwarzen Hochzeit
06. Genius Loci (Finale)
Aber nun zur Musik: Genius Loci ist ein opulentes Werk mit epischen Ausmaßen. Auch wenn melodischer, mit Keyboard begleiteter Black Metal nicht mein Steckenpferd ist, so muss ich zugeben, dass es Sargath dennoch schafft, mein Interesse an seiner Musik zu fesseln. Die Atmosphäre die von der Musik ausgeht, ist majestätisch und erhaben und scheint regelrecht beseelt vom thematischen Inhalt zu sein. Es gibt sehr sanfte, bedachte Töne und Klänge, die von der Hingabe Sargaths zeugen und dadurch die Neugier wecken, worum es inhaltlich gerade eigentlich geht. Aber auch die Verwendung des Keyboards ist als absolut stimmig zu charakterisieren, da es Sargath damit niemals übertreibt und sich nicht zu schnödem, pompösem Geklimper hinreißen lässt. Die Kompositionen mitsamt allen Arrangements machen einen überaus stimmigen und wohl überlegten Eindruck. Allerdings gibt es ob aller musikalischen Schönheit Abstriche am Klang. Denn sowohl das programmierte Schlagzeug als auch die Gitarren klingen zuweilen sehr künstlich, synthetisch. Allerdings fällt diese Tatsache gar nicht so schwer ins Gewicht, da diese beiden Instrumente auf Genius Loci eine untergeordnete Rolle spielen. Dadurch bekommt Psychomantums Musik allerdings eine besondere, eigen- und einzigartige Atmosphäre.
Genius Loci ist Musik mit Geist und somit allen empfohlen, die ernsthafte Musik mögen und oder sich für die Thematik interessieren. Allerdings darf man Melodik und Keyboardeinsatz nicht per se ablehnen.
7/10
Aceust
01. Die Sage (Einleitung)
02. Ein Fluch und seine Erfüllung
03. Der Schatz im alten Berg
04. Die Jetta
05. Von einer schwarzen Hochzeit
06. Genius Loci (Finale)
12.08.2010
Patria - Sovereign Misanthropy | 2010 | Monokrom | CD | Black Metal
Zwischen der Veröffentlichung des Debütalbums Hymns of Victory and Death und dem Nachfolgealbum Sovereign Misanthropy lagen gerade einmal neun Monate. Patria
ist also fleißig gewesen und dieser Fleiß wurde auch belohnt, denn
nach dem Soliden ersten Album ist es gelungen sich zu steigern. Sovereign Misanthropy
schlägt natürlich in dieselbe Kerbe und präsentiert puren Black Metal.
Aber man hat an der Architektur des Materials gewerkelt und die
einzelnen Zutaten entwickelt und verfeinert, weshalb das zweite Album
nun insgesamt besser und gefälliger ausgefallen ist. Feine Riffs der
alten Schule, räudig, dreckig und gemein, sind nach wie vor vertreten
und verleihen dem Liedgut punktuell eine sehr angenehme Atmosphäre. Patria
beherrscht es gleichermaßen, schleppend, mittelschnell oder schnell zu
spielen und stets den Geist des puren Black Metals zu transportieren.
Man spürt zwar hier und da, dass man bei Patria unter anderem von Darkthrone beeinflusst wurde, aber wer wurde das nicht?
Sovereign Misanthropy ist eine feine Scheibe, die rhythmisch abwechslungsreichen Black Metal bietet, der aber stets sehr authentisch und old school ist. Zudem ist das Cover von Songe D'Enfer eine gutes und atmosphärisches Zusatzlied, welches zwar gänzlich anders ist, das Album aber nett ausklingen lässt.
7/10
Aceust
01. Arson cult
02. Sovereign misanthropy
03. Choir of damnation
04. At darkest night
05. Dying dream
06. From the solitude veil
07. Season of shadows
08. My lady princess of hell (Songe D'Enfer Cover)
Sovereign Misanthropy ist eine feine Scheibe, die rhythmisch abwechslungsreichen Black Metal bietet, der aber stets sehr authentisch und old school ist. Zudem ist das Cover von Songe D'Enfer eine gutes und atmosphärisches Zusatzlied, welches zwar gänzlich anders ist, das Album aber nett ausklingen lässt.
7/10
Aceust
01. Arson cult
02. Sovereign misanthropy
03. Choir of damnation
04. At darkest night
05. Dying dream
06. From the solitude veil
07. Season of shadows
08. My lady princess of hell (Songe D'Enfer Cover)
06.08.2010
Grey Waters - Below The Ever Setting Sun | 2010 | Eisenwald Tonschmiede | CD | Dark Metal
Aus den Tiefen des Eisenwaldes erreichte mich kürzlich dieses
Schmuckstück. Wie toll die Kombination Eisenwald und Australien
funktionieren kann, bewies mir insbesondere Nazxuls herausragendes Iconoclast. Grey Waters ist eine zweiköpfige Band, die aus dem Dunstkreis um Austere stammt und die EP Below The Ever Setting Sun ist das erste auf Tonträger veröffentlichte Liedgut der beiden Künstler.
Nicht nur Herkunftsland und Produktionsschmiede haben Iconoclast und Below The Ever Setting Sun gemeinsam, in meinem Falle ähnelt sich das Gefühl nach dem ersten Hören sogar. Als ich die Lieder der EP das erste Mal hörte – die komplette EP konnte man sich vorab legal auf einer Metalseite im Netz anhören –, war ich sogleich von der Musik eingenommen und wusste, daß die Scheibe den Weg in meine Sammlung finden muss, genau wie bei Iconoclast. Grey Waters spielen aber keinen Black Metal, in dieser Hinsicht haben sie nichts mit Nazxul gemeinsam. Dargeboten wird stattdessen eine melancholische Form der Rockmusik, die dennoch das Interesse vieler Metalhörer auf sich ziehen wird. Ohne Frage ist der Produktionsstandard schon mal höher als bei manchem Projekt, wo die Musiker sonst mitwirken. Strukturell gesehen sind die 4 Lieder dieser EP sehr direkt, auf ausufernde Akustikpassagen und progressive Anleihen trifft der Hörer auf Below The Ever Setting Sun nicht. Sie verpacken ihren Schwermut relativ leicht verdaulich und das ermöglicht dem Hörer Zugang ab dem ersten Durchlauf des Silberlings. An Tiefgang mangelt es indes nicht, das beweist das Titellied eindrucksvoll. Alle Lieder halten zwar etwa die Qualität, das Titellied reißt aber doch ein bißchen nach oben aus. Besonders das ergreifende Ende, wenn der Chor einsetzt, jagt mir einen Schauer über den Rücken! Say Goodbye knüpft fast daran an und The Truth In Your Eyes und Broken hinken da nicht entschieden hinterher. Der Großteil des Gesangs besteht aus normaler Gesangsstimme, in Broken kommt aber auch BM-typisches Kreischen als Kontrast zum Einsatz. Der vermehrte Einsatz solcher Elemente wäre ein Rezept für die Zukunft, um etwas mehr Variation zu erreichen.
Nicht jedem wird Below The Ever Setting Sun gefallen, für die einen ist es ein langweiliger Abklatsch und für die anderen eine der hoffnungsvollsten Neuerscheinungen. Ich finde den Einstand sehr gelungen, aber es gilt diesen mit dem kommenden Vollalbum zu bestätigen - hoffentlich haben Grey Waters dafür noch ein Ass im Ärmel!
8/10
Der Einsiedler
01. Prelude
02. Say goodbye
03. Below the ever setting sun
04. The truth in your eyes
05. Broken
Nicht nur Herkunftsland und Produktionsschmiede haben Iconoclast und Below The Ever Setting Sun gemeinsam, in meinem Falle ähnelt sich das Gefühl nach dem ersten Hören sogar. Als ich die Lieder der EP das erste Mal hörte – die komplette EP konnte man sich vorab legal auf einer Metalseite im Netz anhören –, war ich sogleich von der Musik eingenommen und wusste, daß die Scheibe den Weg in meine Sammlung finden muss, genau wie bei Iconoclast. Grey Waters spielen aber keinen Black Metal, in dieser Hinsicht haben sie nichts mit Nazxul gemeinsam. Dargeboten wird stattdessen eine melancholische Form der Rockmusik, die dennoch das Interesse vieler Metalhörer auf sich ziehen wird. Ohne Frage ist der Produktionsstandard schon mal höher als bei manchem Projekt, wo die Musiker sonst mitwirken. Strukturell gesehen sind die 4 Lieder dieser EP sehr direkt, auf ausufernde Akustikpassagen und progressive Anleihen trifft der Hörer auf Below The Ever Setting Sun nicht. Sie verpacken ihren Schwermut relativ leicht verdaulich und das ermöglicht dem Hörer Zugang ab dem ersten Durchlauf des Silberlings. An Tiefgang mangelt es indes nicht, das beweist das Titellied eindrucksvoll. Alle Lieder halten zwar etwa die Qualität, das Titellied reißt aber doch ein bißchen nach oben aus. Besonders das ergreifende Ende, wenn der Chor einsetzt, jagt mir einen Schauer über den Rücken! Say Goodbye knüpft fast daran an und The Truth In Your Eyes und Broken hinken da nicht entschieden hinterher. Der Großteil des Gesangs besteht aus normaler Gesangsstimme, in Broken kommt aber auch BM-typisches Kreischen als Kontrast zum Einsatz. Der vermehrte Einsatz solcher Elemente wäre ein Rezept für die Zukunft, um etwas mehr Variation zu erreichen.
Nicht jedem wird Below The Ever Setting Sun gefallen, für die einen ist es ein langweiliger Abklatsch und für die anderen eine der hoffnungsvollsten Neuerscheinungen. Ich finde den Einstand sehr gelungen, aber es gilt diesen mit dem kommenden Vollalbum zu bestätigen - hoffentlich haben Grey Waters dafür noch ein Ass im Ärmel!
8/10
Der Einsiedler
01. Prelude
02. Say goodbye
03. Below the ever setting sun
04. The truth in your eyes
05. Broken
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