08.03.2010

The Frost - ...Of The Forests Unknown | 2010 | BlackMetal.Com | CD | Black Metal

Mit der Kassetten EP Everlasting Damnation konnte mich The Frost vollständig zum willenlosen Gefangenen machen. Nun, ein Dreivierteljahr später, steht das Debütalbum ...of the Forests Unknown in den Startlöchern. The Frost verfolgt den eingeschlagenen Weg von Everlasting Damnation weiter, sodass das kommende Album vollgepackt ist mit wunderbarem oldschool Black Metal, fernab der nordischen Pfade. Stattdessen kombiniert man das Gebräu weiterhin mit einer leichten thrashigen Note, die sehr dezent gehalten wurde, sodass man auf gar keinen Fall von Black Thrash Metal sprechen kann. Das Black im Metal steht felsenfest im Vordergrund.

Wem Everlasting Damnation gefiel, kann also bedenkenlos zugreifen. Es wurde am Klang geschraubt, der nun klarer und differenzierter ist. Ansonsten sind die neuen Lieder vom selben Schlag wie auf der Kassette. The Frost versteht es erneut, tolle Riffs, die gerne einfach und extrem einprägsam sind, mit flotten, abwechslungsreichen Rhythmen und einem bissigen Kreischgesang zu vereinen. Der Klang des Schlagzeuges ist ein wenig blechern und polternd, was der Atmosphäre sehr zuträglich ist, da es natürlich und authentisch klingt. Die Klangproduktion mag insgesamt zwar etwas flach sein, da es an Volumen bei den tiefen Tönen fehlt, doch stört das überhaupt nicht. Viel zu gut wurden die Gitarren gespielt, die immer wieder begeistern. ...of the forests unknown ist einfach rundum guter, rotziger Black Metal der alten Schule. Das ist zwar überhaupt nicht neu, doch hat es The Frost mühelos geschafft, dabei ohne Verweise auf altgediente Größen auszukommen. The Frost klingt für mich absolut eigenständig und frisch und ist frei von aufgesetztem Pathos. Deshalb bekommt man auch zu keinem Zeitpunkt das Gefühl vermittelt, hier würde jemand nur auf Retro machen, weil früher alles besser war und es eben "in" ist, auf dieser Welle zu fahren.

Für mich war Everlasting Damnation ja schon eine der besten Veröffentlichungen 2009. Dies kann ich für ...of the Forests Unknown wiederholen. Es ist ein herrliches Album auf dem jedes Lied erstklassig ist. Ein genaues Veröffentlichungsdatum ist mir noch nicht bekannt, doch sobald das Album draußen ist, gilt, unbedingt kaufen! The Frost hat sich zu einer absolut erstklassigen Gruppe entwickelt, die man nicht verpassen darf.


9,5/10
Aceust

01. Violent ritual
02. Stopping the wheel of time
03. While waiting for the dawn
04. Escape into eternal isolation
05. ...of the forests unknown
06. Riding through the smell of plague
07. My dark night

07.03.2010

Ordo Templi Orientis - Paganautum (Pagan Autumn) / The Doll | 2009 | SFH Records | Kassette | Black Metal



Diese Kassettenveröffentlichung enthält die zwei Demos Paganatum (Pagan Autumn) und The Doll (Temptful whisper of succubi Lilith). Paganatum erschien 2007 in Eigenregie auf CDR und bei The Doll handelt es sich um keine offizielle Veröffentlichung, die 2008 erschien. Die vier Lieder von Paganatum sind schnell und einfach beschrieben, da es sich bei ihnen um einfachen, rumpligen Black Metal mit dünnem Klang handelt. Streckenweise spielt Ordo Templi Orientis überaus roh und minimalistisch auf, wie gleich das erste Lied verdeutlicht. Das (vermutlich programmierte) Schlagzeug pocht eingängig monoton, während sich zwei oder drei Riffs abwechseln und obskurer Gesang zu hören ist. Puristischer geht es kaum und irgendeine Form von Abwechslung ist ebenfalls nicht vorhanden, wenn man mal von der kurzen, atmosphärischen Pause in der Schlussminute absieht.

Die anderen Titel von Paganatum sind ähnlich puristisch und roh, wobei sich die klangliche Qualität und Lautstärke unterscheidet. Das eingängige Spiel an den Gitarren ist gar nicht mal so übel, da sich Ordo Templi Orientis vereinzelt ein paar nette, disharmonische Riffs hat einfallen lassen. Doch der radikale, nämlich aufs absolut Nötigste reduzierte Rhythmus, macht vieles kaputt. In den drei anderen Liedern gibt es zwar hie und da Tempowechsel, doch überwiegt die klopfende Monotonie am Drumcomputer, als würde man einen Sekundenzeiger im Schnelldurchlauf hören.

Das fünfte Lied, Pleasurespheres of valuable maniacal erotica von The doll, ist sagenhafte 25 Minuten lang und in neun Kapitel unterteilt. Es ist absonderliche Musik, in der elektronische Noiseklänge ebenso zu hören sind, wie groteske Stimmenfetzen, Ambientpassagen und eben auch Black Metal, der zum Teil überaus harsch und giftig ist. Dieser Black Metal gefällt mir hier allerdings viel besser als der von Paganatum. Er ist zwar ebenfalls roh und primitiv, allerdings wurde die Rhythmusmaschine wesentlich besser inszeniert. Zudem gibt sich Ordo Templi Orientis hier viel übler und extremer, was mir gut gefällt. Zusammen mit den bizarren Klangfragmenten ist Pleasurespheres of valuable maniacal erotica ein düsteres und hörenswertes Stück extremer Musik.

Empfehlen kann ich diese Kassette nur wegen Pleasurespheres of valuable maniacal erotica. Die vier Lieder von Paganatum sind zu simpel und belanglos, obwohl sich ein durchaus guter Ansatz erkennen lässt. Aber ohne einen vernünftigen Trommler zieht das leider die gesamte Musik runter. Deshalb bekommt Paganatum nur 4 und The Doll 7 Zähler, was letztlich zu fünfeinhalb Punkten insgesamt führt.


5,5/10
Aceust

01. BlueEyesLand dominions
02. Punished by might
03. Through the ravening winterstorms
04. Three graves in forest thicket
05. Pleasurespheres of valuable maniacal erotica

Various Artists - Dawn Of The Antichrist | 2009 | SFH Records | CD | Black Metal

Gemeinschaftstonträger freuen sich offensichtlich immer noch großer Beliebtheit. Sie bieten die Möglichkeit, viele Gruppen auf einem Tonträger vorzustellen, diese Möglichkeit ist aber nicht mehr so reizvoll, seitdem fast jede Gruppe bei Myspace ist oder anderweitig Hörproben im Netz zur Verfügung stehen. Viele werden sich fragen, warum sie den Preis einer regulären Veröffentlichung für so was bezahlen sollen – für Dawn of the Antichrist ist die Antwort einfach: Exklusivmaterial! Eine illustre Schar hat SFH Records für diesen Tonträger um sich gerottet und ein Großteil steuerte ein exklusives Lied bei. Das finstere Ensemble stellt sich vor: Annihilation 666, Permafrost, Knochenfell, Amalek, Kirchenbrand, Blutrache, Schwarzer Tod, Heretic, Antiphrasis, Celephais, Isolfur, Epithalium und Todfeind. Die Kassettenversion hat sogar mehrere Bonuslieder, unter anderem von Kankra und Blutrache.

Annihilation 666 und Permafrost machen den Anfang und beide Gruppen überzeugen wie schon auf dem Tonträger mit Menneskerhat. Knochenfell sind da deutlich roher und primitiver – phasenweise mutet das etwas chaotisch an, das ist nicht ganz mein Fall. Amalek gefallen mir dafür wesentlich besser! Amalek zeigen wirklich deutlich, daß sie sich seit ihrem Debüt gesteigert haben. Guter deutschsprachiger Black Metal, der produktionstechnisch Ähnlichkeit zu Annihilation 666 aufweist. Ein Kirchenbrand mag vielleicht ein optisches Spektakel sein, in akustischer Hinsicht ist das dargebotene Lied alles andere als spektakulär. Monotones Gepolter vom Schlagzeug und vom Rauschen unterdrückte Gitarren hinterlassen bei mir keinen guten Eindruck. Wie in einer Achterbahnfahrt geht es mit den deutschen Blutrache schnell erneut bergauf. Ein weiteres Mal guter Black Metal aus deutschen Landen, der zum besser produzierten Anteil dieser Scheibe zählt. Danach begleite ich Schwarzer Tod auf ihrem Vernichtungszug – Sirenen hier, Marschgeräusche da und rotziger Black Metal im Anschlag. Von den rotzigen Vertretern gefällt mir das bisher am besten. Einen griffigen, rockenden Bastard aus Metal und Rock gibt es im Anschluss von den Gruftrockern Heretic. Von Antiphrasis habe ich mir etwas mehr versprochen – Asstraffic ist ein geradliniges Stück Todesblei und zweifelsohne druckvoll aufgenommen, doch statt geradlinigem Death Metal mit irgendwelchen Pornoeinspielern erwartete ich eher etwas in Richtung Terror Management. Schlecht ist das selbstverständlich dennoch nicht. Behind the Cross der Kroaten Celephais ist nicht das beste Stück der Gruppe, deren Demo Nest Of All Plagues bietet noch stärkere Lieder, dennoch nicht übel. Die noch recht junge Horde Isolfur stürmt schon los wie ein Haufen Berserker, das erinnert mich etwas an Totenburg zu Zeiten der Art und Kampf. Nicht so schmetternd und mitreißend wie die altgedienten Thoringer, aber ein vielversprechender Beitrag seitens Isolfur. Zum Schluss kommt es noch mal ganz dicke: Erst Epithalium und dann Todfeind. So klingt gut gemachter, deutscher Black Metal und der Tonträger ist um zwei Höhepunkte reicher.

Eine Punktevergabe werde ich nicht vornehmen, da das Material sich von Beitrag zu Beitrag schon mal enorm unterscheidet. Durch den hohen Anteil an exklusiven Liedern lohnt sich die Anschaffung von Dawn of the Antichrist und Ihr habt sogar die Wahl zwischen günstiger Kassette oder dem Silberling. Für Anhänger der Gruppen ist der Gemeinschaftstonträger ohnehin zu empfehlen und die Vielfalt tut ihr übriges. Erwerben kann man Dawn of the Antichrist bei SFH Records oder beim Vertrieb Eures Vertrauens nachschauen.


Der Einsiedler

01. Annihilation 666 - Sacrificed for satans gloria
02. Permafrost - Ich bin Gott
03. Knochenfell - Trauloser Friede
04. Amalek - Wolfsrudel
05. Kirchenbrand - Hate injection
06. Blutrache - Lord of the apocalypse
07. Schwarzer Tod - Vernichtungszug
08. Heretic - Forever possessed
09. Antiphrasis - Asstraffic
10. Celephais - Behind the cross
11. Isolfur - Berserker
12. Epithalium - Der Sturm verstreut die Asche
13. Todfeind - Frei ohne Leid!

Moloch / Begotten / Deviator - On The Stub Of Fate New Life Will Not Grow | 2009 | SFH Records | CD | Ambient / Black Metal

Auf dieser Split-Kassette treffen sich drei Gruppen aus der Ukraine und den Anfang macht Deviator mit dem Instrumentallied Mesmerized by blood. Es ist ein treibendes, kraftvolles Lied mit unterschiedlichen Tempi, melodischem Gitarrenspiel und stetem Wolfsgeheul. Eigentlich ist es nichts besonderes, aber mir gefällt Mesmerized by blood ziemlich gut, da es gleich von Beginn an eine gute Atmosphäre aufbaut. Zudem gefallen mir die verschiedenen Geschwindigkeiten, weshalb ich hierbei auch nicht von einem Einklang sprechen möchte, zumal es sich bei den folgenden Liedern Undying darkness und Grief of ancient gods gleichfalls um instrumentale Stücke handelt. Undying darkness ist auch sehr riffbetont und kommt druckvoll treibend daher. Obwohl es fünf Minuten lang ist und Deviator die Strukturen übersichtlich hält, wirkt das Lied zu keinem Zeitpunkt langweilig. Das abschließende Grief of ancient gods ist sogar über sechs Minuten lang und enthält neben melodischen Riffs und Tempowechseln auch sanfte, zeitweilige Keyboardbegleitung bereit.
Ich weiß nun nicht, ob Deviator immer komplett ohne Gesang spielt, da es schon eine Vielzahl an Veröffentlichungen gibt. Doch die drei hier enthaltenen Stücke können mich überzeugen. Sie sind atmosphärisch und melodisch, gleichzeitig aber auch treibend, kraftvoll und abwechslungsreich. Ob mir das alles auch noch so gut gefallen würde, wenn ein ganzes Album mit 50 Minuten Spielzeit so wäre, weiß ich nicht. Aber als Auftakt für diese ukrainische Split gefällt es mir sehr gut.

Für Begotten war diese Split die erste Veröffentlichung und schon gleich in den ersten Sekunden von Where the sun goes down ist Gesang zu hören. Dieser ist recht interessant, da er dunkel, erdig, heiser und gedrungen erklingt. Zudem wurde er ruhig und langsam vorgetragen, was ihn zusätzlich düster erscheinen lässt. Die musikalische Begleitung ist vom Rhythmus her mittelschnell treibend und atmosphärisch. Ein wenig fühle ich mich hier an die apokalyptischen, russischen Klangmeister von Nuclear Winter erinnert. Where the sun goes down ist zwar nur etwas wenig länger als drei Minuten, doch kreiert Begotten eine so eindringliche und vereinnahmende Atmosphäre epischen Ausmaßes, dass ich es bedauere, dass nach den wenigen Minuten schon alles vorbei sein soll. The native land ist härter, ruppiger und lauter. Und bei Under the moon's shining handelt es sich dann leider nur um eine kurze Ausleitung.

Moloch ist ja nun wahrlich keine gänzlich unbekannte Gruppe mehr, obwohl ich mich, trotz der unüberschaubaren Zahl an Veröffentlichungen, noch nicht wirklich mit der Musik beschäftigt habe. Irgendwann habe ich irgendwo mal komische, elektronische Musik von Moloch gehört, und das war es dann für mich. Da Moloch aber wohl auch mal Black Metal spielt, war meine Hoffnung hierauf natürlich immens. Und ich wurde nicht enttäuscht. Zwar handelt es sich bei ...why my soul in coldness? um ein ruhiges, langweiliges Ambientstück, doch folgt dann tatsächlich mit Dark side of human depression roher und grell klingender Black Metal. Allerdings ist es instrumental und besteht hauptsächlich aus dem grellen Gitarrenspiel. Als Einleitung ist es aber dennoch ganz nett, zumal dann My cold essence is slowly dying folgt, in dem gleich am Anfang ein stark verzerrtes Gekreische zu hören ist, wie man ihn im depressiven Black Metal öfters mal hört. Doch dieses leicht hysterisch anmutende Gekreische geht alsbald in eine klare, sprechende Stimme über, die von langsamen Gitarren begleitet wird. Vor allem die langsamen Gitarren gefallen mir gut, da sie ganz leicht etwas von Drone Doom haben. Das letzte Lied ist dann nochmal anders. Hier ist lediglich recht lautes sowie einfach gespieltes Keyboard und eine kreischende, krächzende Stimme sowie ein seicht und leise dahin dümpelndes Schlagzeug zu hören. Skurril und eigentümlich und minimal atmosphärisch für mich, was allerdings eher an den eingespielten Windgeräuschen liegt als am Keyboard. Moloch ist und bleibt für mich eine sonderbare Erscheinung, zu der ich keinen Zugang finde.


Insgesamt betrachtet ist diese Split-Kassette für mich ein Gewinn, denn Deviator und Begotten konnten mich überzeugen und ich werde schauen, ob ich von diesen beiden Gruppen in Zukunft noch andere Tonträger ergattern kann. Moloch allerdings, ist eine jener obskuren Gruppen, mit denen ich partout nichts anzufangen weiß. Die Mischung aus rohem Black Metal und ruhigen Ambientklängen finde ich einfach langweilig. Zudem macht es mich stutzig, wenn man pro Jahr fünf bis zehn Tonträger herausbringt.


Deviator 7/10
Begotten 8/10
Moloch 5/10

Aceust

http://www.sfh-records.com/

01.03.2010

Permafrost / Menneskerhat / Annihilation 666 - Split

Permafrost / Menneskerhat / Annihilation 666 - Split
Permafrost / Menneskerhat / Annihilation 666 - Split
2009 | Black  Metal
CD | SFH Records / Nebelklang

Bereits Mitte 2009 entstieg dieses Gemeinschaftswerk von Nebelklang und SFH Records dem Höllenfeuer und wurde auf die Menschheit losgelassen. In Anbetracht der Beteiligung werden einige Gutmenschen sicher aufschreien, Fakt ist aber, daß auf diesem Tonträger blasphemischer, zerstörerischer Black Metal geboten wird und sonst nichts. Der Zentralrat der hyperkorrekten Schwarzmetaller in Deutschland kann sich also wieder beruhigen! Überzeugen kann man sich davon, indem man sich die Liednamen anschaut bzw. die Texte im Beiheft durchliest, denn die sind alle abgedruckt.

Viel Aufmerksamkeit brachte ich den Deutschen von Permafrost bisher nicht entgegen, aber der stürmische Beginn dieses Tonträgers kann mich musikalisch uneingeschränkt überzeugen. Das erste Lied der Scheibe müßte Satanic Order sein und nicht wie auf der Rückseite der Hülle angegeben Antichrist. Dabei handelt es sich um einen Druckfehler, das ist nicht weiter wichtig und dient lediglich der Vollständigkeit. Permafrost überzeugen mit einer gängigen Mischung aus Rasanz und gedrosselten Anteilen. Düstere Landschaften entstehen vor dem geistigen Auge des Hörers und die Sturmtruppen Satans marschieren unaufhaltsam. Festzustellen ist ein dezenter Hauch von schwarzem Schwedenstahl, zumindest bei den Gitarren; keine Sorge, ich will damit nicht sagen, daß Permafrost ein Schwedenklon sind – sind sie nämlich nicht. Klanglich dicht ist das zwar nichts für die Saubermänner des Black Metals, aber gut aufeinander abgestimmt und ich kann da nichts Bemerkenswertes bemängeln. Klassisch, schnörkellos, gut!

Als nächstes kommt das Duo Menneskerhat und es bricht ein wahrer Feuersturm los. Sprach ich bei Permafrost noch von einem stürmischen Beginn, was bitte soll ich dann hierzu sagen? Pain, Torture, Kill prescht voran, da wurde viiieel Kohle nachgelegt. Die Hochgeschwindigkeitsattacken des Schlagzeugs haben mit dem melodischen Gitarrenhandwerk einen steten Begleiter gefunden und sie passen ausgezeichnet zusammen. In Holocaust on Heaven, Holocaust on Earth nimmt dann die Leadgitarre eine führende Position ein, das ist kein Standardgeschrammel mehr. Trotz der Geschwindigkeit bieten Menneskerhat kein unüberlegtes Gemetzel, denn gut eingestreute Pausen ermöglichen dem Hörer kurze Erholungsphasen, bevor das Duo erneut zum Angriff schreitet. Seine vollmundige Abrundung bekommt der Feuersturm vom aufpeitschenden, fauchenden Gesang. Menneskerhat sind melodisch und brachial zugleich und sorgen für eine faustdicke Überraschung bei mir.

Den Abschluß des unheiligen Dreigestirns bilden Annihilation 666, die wie die beiden Vorgänger mit zwei Liedern vertreten sind und wie auch bei Permafrost scheint es einen Dreher bei den Liedern zu geben. Das erste von zwei Liedern ist also nicht Blasphemous Violation, sondern DeathSexObsession, wenn ich meinem Gehör noch trauen kann. Liedtitel hin oder her, handwerklich sitzen auch diese Männer gut im Sattel. Verschiedene Tempi zu verwenden war eine gute Idee, die Lieder siechen so nicht leblos vor sich hin. Rhythmisch gelungene Mitteltempostrecken sind genauso vertreten wie kurze Hassanfälle, die sich durch erhöhte Geschwindigkeit auszeichnen. Annihilation 666 schmettert zwei Stücke garstigen Black Metals aus dem Höllenschlund, die dem klassischen Schema folgen, aber gut umgesetzt sind.

Abschließende Worte meinerseits will ich Euch nicht vorenthalten. Keine Neuerfindung des Rades, keine (pseudo?)intellektuellen Phrasen und kein unnötiger Firlefanz, der Tonträger bietet pure Satanskost. Alle beteiligten Gruppen haben ihre Stärken und die Aufnahmequalität kennt man vom Untergrund wesentlich schlechter. Für Freunde des blasphemischen Black Metals eine empfehlenswerte halbe Stunde Musik!


8/10
Der Einsiedler

PERMAFROST
01. Satanic order
02. Antichrist

MENNESKERHAT
03. Pain, torture, kill
04. Holocaust on heaven, Holocaust on earth

ANNIHILATION 666
05. DeathSexObsession
06. Blasphemous violence

Mistblinde - Bortom Helgrindens Gissel | 2009 | SFH Records | Kassette | Black Metal

Bortom helgrindens gissel ist die erste und bisher auch einzige Veröffentlichung von Mistblinde aus Schweden. Für ein allererstes Lebenszeichen in der Form einer Demokassette macht das Demo einen überaus abgerundeten, stimmigen und vielversprechenden Eindruck. Die sechs Lieder zeugen von melodischem Schweden Black Metal, der klanglich als auch spielerisch von Anfang an überzeugt. Dabei wird das Rad selbstverständlich nicht neu erfunden, aber ebenso wenig kopiert man irgendwelche großen Gruppen, auch wenn Mistblinde Gruppen wie Bathory, Dissection oder Marduk als Einflüsse angibt.

Die Musik ist vorwiegend in mittelschnellen Tempi angesiedelt, die manchmal schneller oder langsamer werden. Kraftvoll ist Musik aber dennoch durchgängig. Denn, wie gesagt, ist der Klang verdammt gut. So ertönen die Gitarren und das Schlagzeug sehr druckvoll und raumfüllend, weshalb die Musik ob fehlender hoher Geschwindigkeit, genügend Kraft und Energie aufbauen kann. Nicht zu vergessen ist dabei der verständliche Gesang, der eine warme, kehlige und natürliche Klangfarbe hat, welche die druckvolle Atmosphäre verstärkt.
Bortom helgrindens gissel ist darüber hinaus aber auch sehr melodisch. Einerseits sorgen die Gitarren für melodische Strukturen, die detailreich und ausgiebig vorhanden sind. Immer wieder werden diese auch von Keyboardklängen aus dem Hintergrund unterstützt, was dann manchmal schon in Richtung Viking/Pagan Black Metal geht. Allerdings sind diese Einlagen wohldosiert und nicht aufdringlich, weshalb das alles noch sehr gut verträglich ist.

Bortom helgrindens gissel ist eine überaus gelungenes, erstes Demo, das in jeglicher Hinsicht überzeugt! Wer kraftvollen aber betont melodischen Black Metal aus Schweden mag, sollte sich die Kassette also unbedingt zulegen. Ich bin gespannt, wie sich Mistblinde entwickeln wird. Denn noch melodischer sollte man für meinen Geschmack nicht mehr werden. Aber so wie es hier auf dem Demo ist, ist es genau richtig.


7,5/10
Aceust

01. Giganternas salar
02. Bortom helgrindens gissel
03. Galgbackens snara
04. Från djupet av din själ
05. När råttorna kom
06. Liv och död

Nachts - GeistesGegenwart | 2009 | Karge Welten Kunstverlag | Kassette | Black Metal

Nachts ist das neue Einmannprojekt von Wiedergänger, der ebenfalls alleinverantwortlich für Total Negation ist und bei Through the Pain die Bassgitarre spielt. GeistesGegenwart stellt nun die erste Veröffentlichung dar und beinhaltet vier, eher roh klingende, latent melancholische Stücke. Anders als beim Demo von Total Negation steht bei GeistesGegenwart aber nicht der depressive Black Metal im Vordergrund. Die Schwermut bei Nachts rührt eher von düsteren, teils obskuren Klangkulissen her, die in die Richtung Dark Metal gehen.

Den Kontakt zum Hörer stellt Nachts mit einem roh klingenden Lied her, das schnelle Schübe ebenso enthält wie eingängige Riffs und eine dezidierte Grimmigkeit. Die schnell Gespielte Gitarre steht streckenweise stark im Vordergrund, was mir nicht so besonders gut gefällt. Die langsameren Passagen mit den dunkleren, kräftigeren Riffs gefallen mir da schon bedeutend besser. Der Kontakt ist also vielfältig und verrät noch nicht unbedingt, wohin die Fahrt der GeistesGegenwart geht.
Nachdem der Kontakt also hergestellt wurde folgt prompt die Starre, in der sich eingängig schnelle Rhythmen, gepaart mit einer hell und vordergründig flackernden Gitarre, mit langsamen Passagen abwechseln. Starre ist Kontakt also ähnlich. Interessant ist hierbei der Gesang, der eigentlich kein Gesang ist, sondern eher ein heiser sowie verzerrtes Sprechen oder lautes Flüstern ist. Das gefällt und klingt gut, da es sowohl atmosphärisch stimmig ist, als auch düster und geheimnisvoll.
Stilistisch verändert sich mit dem Wunsch und der abschließenden Verbindung nicht viel. Wiedergänger wechselt schnelle Parts mit langsamen, melodischen und/oder dunklen Passagen ab. Mir gefallen die langsamen Arrangements aber in jedem Lied besser als die schnell gespielten Abschnitte. Wenn das Tempo angezogen wird, missfällt mir oft die helle, frickelige Gitarre. Die langsamen Passagen hingegen sind sehr stimmungsvoll und intensiv, überzeugen mit guten Melodien und harmonischen Klängen.

GeistesGegenwart ist eine interessante Veröffentlichung, die vor allem mit den düsteren und ruhigeren Momenten punkten kann. Der schnelle und rohe Black Metal kann da noch nicht ganz mithalten. Potenzial hat Nachts aber definitiv, weshalb ich gespannt bin, ob und was man in Zukunft noch hören wird. Die Kassette ist auf 100 Stück limitiert und kommt in dickem Pro Cover und schwarzem Pro Tape. Als Freund der Kassette kann man hiermit also nichts falsch machen.


6,5/10

01. Kontakt
02. Starre
03. Wunsch
04. Verbindung

Amystery - All Hail The Cult | 2010 | Pestilence Records | CD | Black Metal

Die Freude war enorm, als mich die Promo zum neuen, dritten Amystery-Album erreichte. Empfand ich doch den letzten Streich Grim Satanic Blessing als überragend. Doch die Freude wurde schnell getrübt, denn der Promo wurde zu jeder vollen Minute ein drei Sekunden langes "Weißes Rauschen" hinzugefügt, was das Hören - und vor allem Besprechen - der Musik erheblich erschwert. Nun habe ich vollstes Verständnis dafür, wenn man die Tonträger mit Schutzmechanismen ausstatten möchte, um das Verbreiten illegaler Kopien zu unterbinden bzw. zu erschweren. Aber muss man deswegen alle 60 Sekunden drei Sekunden Krach einblenden? Das Album ist 50 Minuten lang, was 50 Unterbrechungen à 3 Sekunden macht. Man kann die Musik nur leise hören und ehrlich gesagt ist es auch fast unmöglich, sich auf die Musik zu konzentrieren, da dieses Rauschen sehr unangenehm und zudem auch ungefähr doppelt so laut wie die Musik ist. Hätte es nicht gereicht, am Anfang und Ende eines jeden Liedes, solch "Weißes Rauschen" einzuspielen? Der gewünschte Effekt wäre wohl derselbe und als Rezensent könnte man sich mehr auf die Musik konzentrieren.

Nun aber zur Musik! Enttäuschend ist All hail the cult definitiv nicht, soviel lässt sich feststellen. Im direkten Vergleich zum Vorgänger wurden die Strukturen verfeinert und man hat auch an der Klangproduktion geschraubt, die nun etwas wärmer und organischer als auf Grim satanic blessing ist. Soweit ich das mit der stark gedämpften Lautstärke beurteilen kann, scheint das abwechslungsreich und gitarrenbetonte Material schön druckvoll abgemischt zu sein. Durch diese klanglichen Veränderungen ist Amystery nicht mehr so vordergründig grimmig, wie noch auf Grim satanic blessing. Dies bedeutet nun nicht, dass Amystery anno 2010 weicher aufspielen würde. Groll, Geradlinigkeit und Eiseskälte ist massig vorhanden, eben nur klanglich besser verpackt.

Viel mehr kann ich leider nicht sagen. Das Album scheint wirklich gut zu sein und wem Grim satanic blessing gefiel, kann wohl bedenkenlos zugreifen, wie eigentlich auch alle anderen. Aber nach anderthalb Durchgängen rauschen meine Ohren auch ohne "Weißes Rauschen", weshalb mir die Lust fehlt, mir die einzelnen Lieder und Strukturen genauer anzuhören. Aus diesem Grund gibt es auch keine Punktevergabe, da ich mir das Album nicht unter der Lupe anschauen kann.
Das Album erscheint übrigens am 8. März.

Nachtrag 1. März:
Pestilence Records war so freundlich, eine neue Promo herauszugeben, die nun bedeutend rezensierfreundlicher ausgefallen ist, weshalb es diesen ergänzenden Nachtrag gibt.

Wie es sich schon auf der alten Promo andeutete, wurde All hail the cult schön druckvoll abgemischt. Das Schlagwerk hat Druck und füllt mit seinem Trommelfeuer den Raum komplett aus. Zudem ist das Spiel der Rhythmusmaschine überaus vielfältig. Es gibt extrem eingängig stampfend gespielte Passagen, die an Monotonie kaum zu überbieten sind. Ebenso gibt es aber auch Passagen, Breaks und Wechsel, in denen sich aus der schnellen Monotonie urplötzlich ein mannigfaltiges Spiel entwickelt.

All hail the cult ist in der Tat sehr grimmig ausgefallen, da man nicht nur oft ein hohes sowie geradliniges Tempo hält, sondern auch das Gitarrenspiel übersichtlich und aufgeräumt gestaltet hat. Besondere und auffallende Riffs gibt es natürlich auch, doch ist Amystery mit diesen relativ sparsam umgegangen, wenn man den direkten Vergleich mit Grim satanic blessing macht. Die Riffs sind oftmals sehr unauffällig und ertönen wie eine massive Wand. Erstklassige Melodieführungen, die unter die Haut gehen, gibt es aber dennoch, nur sind die auf All hail the cult besser versteckt als auf Grim satanic blessing. Gazing shades in broken glass ist beispielsweise so ein Lied. Es ist behutsam riffbetont und von eisigem Charakter.

Ich bin froh über diese neue Promo, denn All hail the cult ist ein verdammt gutes Album geworden, das eine anerkennende und würdige Bewertung voll und ganz verdient hat. Obwohl schon Grim satanic blessing ein verdammt heißes Eisen war, konnte sich Amystery nochmals steigern und mit All hail the cult ein erstklassiges Album veröffentlichen, welches mächtig Feuer hat. All hail the cult vereint geradlinige Schnelligkeit mit guten, oft unauffälligen Riffs, einem vielfältigen Schlagzeug und sauberen, differenzierten und druckvollen Klang zu einem infernalischen Black-Metal-Leckerbissen.


8,5/10
Aceust

01. Arrival of the prophets
02. All hail the cult
03. Dark aura
04. Back from the tomb
05. Gazing shades in broken glass
06. The sacrifice
07. Infernal kingdoms rise

http://www.pestilence-records.de/