Mit Grenzgänger steht das dritte Album der hessischen Gruppe Membaris
in den Regalen. Für mich ist es allerdings der erste Kontakt, was den
Genuss dieser Scheibe jedoch nicht schmälert. Denn bereits mit dem
langen Auftaktstück A Mind Full of Captured Stars kann sich Membaris
mein Interesse und Wohlwollen auf Anhieb sichern. Das Lied erweist sich
als vielschichtig, wobei am Anfang überaus schnelle Brutalität den Weg
ebnet. Atmosphärisch gelagerte Passagen, die langsam sind und mit
angenehmen melodischen Gitarren ausgekleidet wurden, komplettieren die
Reichhaltigkeit. Enorme Geschwindigkeitsangriffe sind auf dem gesamten
Album immer wieder zu hören. Ebenso der keifende Kreischgesang, der die
bissige Atmosphäre der Raserei anreichert. Doch Grenzgänger ist weitaus mehr, als nur ein Album auf dem ordentlich Gas gegeben wird. Membaris
streut ständig ruhigere Passagen ein, die stimmungsvoll und melodisch
sind; und von denen gerne eine gewisse Melancholie ausgeht. Dabei
kopiert man sich aber nicht selbst. Sowohl die rasenden Passagen, als
auch die melodischen Einsprengsel, sind für sich selbst genommen
abwechslungsreich und variabel gestaltet worden. Jedes Lied ist anders,
auch wenn das Schema Geschwindigkeit mit melodischen Passagen
abzuwechseln durchgängig Bestand hat. Neben dem hohen Einsatz am
Schlagzeug zeichnet sich Membaris auch durch schnelles, technisches sowie markantes Riffing aus.
Der Name des Albums passt übrigens perfekt zum musikalischen
Inhalt. Die Stimmungslage pendelt zwischen Aggressivität und Hass und
Schwermut hin und her. Spielerisch und klanglich ist die Umsetzung auch
absolut gelungen und überzeugend. Zudem kann auch der 16-seitige
Einschieber zur Gänze überzeugen, da es neben den Liedtexten zu jedem
Stück auch eine Zeichnung gibt. Mit Grenzgänger kann man also nichts
verkehrt machen.
8,5/10
Aceust
01. A mind full of captured stars
02. Seelenmacht
03. Crossing the borderline of event horizon
04. Grenzgänger
05. Realisation of the demon
06. Einsamkeit
07. Remains of solitude
08. ∞
11.02.2010
Nekrasov / Aderlating - Split LP | 2010 | Chrome Leaf Records | Vinyl | Dark Ambient / Noise / Black Metal
Hinter dieser, auf 300 Stück limitierten Split LP, verbergen sich Nekrasov aus Australien und Aderlating
aus den Niederlanden. Beide Gruppe zelebrieren auf diesem Vinyl
feierlich Dark Ambient und Black Noise. Normalerweise würde ich solch
eine Veröffentlichung gar nicht besprechen, da mich diese Musik in der
Regel nicht interessiert und sie deshalb auch nicht zu Hateful Metal
passt. Der Grund, weshalb ich es dennoch tue, ist, wie die Platte auf
Flugblättern und von Chrome Leaf angepriesen wird. Nämlich als Black
Metal/Noise/Dark Ambient. Wie gesagt, Dark Ambient und Noise ist in der
Tat zu hören, doch nach dem Black Metal muss man schon konzentriert
und gewissenhaft suchen. Und damit sich niemand die Platte kauft und
dann überrascht ist ob des geringen Anteils an Black Metal, schreibe
ich nun diese Zeilen.
Nekrasov ist mit einem einzigen Titel auf der A Seite vertreten, das satte 24 Minuten lang ist. Es ist durch die Bank ruhig gehalten und wurde mit einigen bizarren Klängen und Geräuschen angereichert, die manchmal einem Schnaufen des Teufels gleichen. Black Metal gibt es hier absolut gar nicht.
Bei Aderlating ist das alle schon etwas vielfältiger, da es nicht nur ruhige Ambientklänge zu hören gibt. Das Repertoire an unterschiedlichen Klängen, Geräuschen und Instrumenten ist wesentlich größer als bei Nekrasov. Es gibt immer wieder bizarre Klangausbrüche zu hören, die aus dem Ambient ausbrechen und teilweise überaus grotesk, bizarr und düster klingen. Ab und an sind auch extrem langsam und reduzierte Anschläge an einer Gitarre zu hören, die sehr in die Drone Richtung gehen. Ebenso sind stellenweise überaus verzerrte Stimmen und Schreie zu hören, die so extrem bearbeitet wurden, dass man sie manchmal gar nicht als solche erkennt und sie einfach für Noisegeräusche hält. Besonders viel mit Black Metal hat das ja nicht zu tun. Dazu kommt es erst im letzten Lied Dog semen. Dort ist der Black Metal aber klanglich überaus verrauscht und minimalistisch. Die grellen Gitarren flimmern monoton und das Schlagzeug poltert brachial und der eindringliche, kranke und hasserfüllte Kreischgesang keift unerbittlich. Mir gefällt Dog Semen verdammt gut, zumal es sich stellenweise stark nach Paysage d'Hiver anhört.
Faktisch ist diese Split LP Dark Ambient/Noise. Es gibt lediglich in einem einzigen Lied (verdammt guten, dreckigen und räudigen!) Black Metal zu hören. Die Ambientstücke kann und will ich nicht bewerten, weshalb es diesmal keine Punktevergabe gibt. Die Platte ist also ausdrücklich nur für jene interessant und bestimmt, die keinen Black Metal brauchen und sich auch an "reinen" Noise/Ambientklängen erfreuen können.
01. Nekrasov - Qualities of being futile and valueless
02. Aderlating - Chalic of Abalam
03. Aderlating - Ritus orgia sanqin
04. Aderlating - Dog semen
Nekrasov ist mit einem einzigen Titel auf der A Seite vertreten, das satte 24 Minuten lang ist. Es ist durch die Bank ruhig gehalten und wurde mit einigen bizarren Klängen und Geräuschen angereichert, die manchmal einem Schnaufen des Teufels gleichen. Black Metal gibt es hier absolut gar nicht.
Bei Aderlating ist das alle schon etwas vielfältiger, da es nicht nur ruhige Ambientklänge zu hören gibt. Das Repertoire an unterschiedlichen Klängen, Geräuschen und Instrumenten ist wesentlich größer als bei Nekrasov. Es gibt immer wieder bizarre Klangausbrüche zu hören, die aus dem Ambient ausbrechen und teilweise überaus grotesk, bizarr und düster klingen. Ab und an sind auch extrem langsam und reduzierte Anschläge an einer Gitarre zu hören, die sehr in die Drone Richtung gehen. Ebenso sind stellenweise überaus verzerrte Stimmen und Schreie zu hören, die so extrem bearbeitet wurden, dass man sie manchmal gar nicht als solche erkennt und sie einfach für Noisegeräusche hält. Besonders viel mit Black Metal hat das ja nicht zu tun. Dazu kommt es erst im letzten Lied Dog semen. Dort ist der Black Metal aber klanglich überaus verrauscht und minimalistisch. Die grellen Gitarren flimmern monoton und das Schlagzeug poltert brachial und der eindringliche, kranke und hasserfüllte Kreischgesang keift unerbittlich. Mir gefällt Dog Semen verdammt gut, zumal es sich stellenweise stark nach Paysage d'Hiver anhört.
Faktisch ist diese Split LP Dark Ambient/Noise. Es gibt lediglich in einem einzigen Lied (verdammt guten, dreckigen und räudigen!) Black Metal zu hören. Die Ambientstücke kann und will ich nicht bewerten, weshalb es diesmal keine Punktevergabe gibt. Die Platte ist also ausdrücklich nur für jene interessant und bestimmt, die keinen Black Metal brauchen und sich auch an "reinen" Noise/Ambientklängen erfreuen können.
01. Nekrasov - Qualities of being futile and valueless
02. Aderlating - Chalic of Abalam
03. Aderlating - Ritus orgia sanqin
04. Aderlating - Dog semen
Ptahil - Ortus | 2009 | Stronghold Records | CD | Black Metal
Obwohl Ortus lediglich zwei Lieder beinhaltet, kommt die MCD auf eine Spielzeit von knapp 29 Minuten. Und diese Länge wurde von Ptahil
überragend ausgefüllt, da es eine eigenwillige und obskure Mischung
aus Doom und Black Metal zu hören gibt. Thematisch dreht sich bei Ptahil alles um satanische Gnosis und antikosmisches Chaos.
Das erste Lied beginnt schnell, wüst und teils chaotisch, angereichert mit dünn flimmernden Gitarren und einem schwachbrüstigen Schlagzeug. Das Tempo ist enorm und der Gesang interessant, da recht eigenwillig und minimal verzerrt. Die zweite Hälfte des Liedes hingegen ist langsam bis schleppend und durchsetzt von einer klar sprechenden Stimme und eingängigen sowie einprägsamen Riffs und Melodieführungen. Nach zehn Minuten ist der Spuk vorbei und das zweite Lied beginnt recht kraftvoll mit dunklen Riffwänden, die mich ein wenig an Lugubrum erinnern. Das Stück ist 19 Minuten lang und durchgängig langsam. Obwohl in dem Lied nicht allzu viel passiert, sich die einzelnen Passagen ziehen, entsteht aber zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Langeweile. Dazu ist das Lied viel zu atmosphärisch aufgeladen, an einer düsteren, rituellen Stimmung.
Ortus hat bei mir prompt eingeschlagen wie eine Mörsergranate, da mir die langen, langsamen sowie obskuren Doom Passagen verdammt gut gefallen und Ptahil eine sehr dichte und ergreifende Atmosphäre erschafft, die bis zur letzten Sekunde anhält. Wer obskuren Black/Doom Metal mag oder sich für die Thematik interessiert, sollte hier unbedingt zugreifen, zumal das dünne, komplett in rot gehaltene Digi, optisch ansprechend ist.
8,5/10
Aceust
01. The infinite TRUTH of the WORD of GOD is translated by corrupt fallen man.
02. Dies iræ! Dies illa! Solvet sæclum in favilla!
Das erste Lied beginnt schnell, wüst und teils chaotisch, angereichert mit dünn flimmernden Gitarren und einem schwachbrüstigen Schlagzeug. Das Tempo ist enorm und der Gesang interessant, da recht eigenwillig und minimal verzerrt. Die zweite Hälfte des Liedes hingegen ist langsam bis schleppend und durchsetzt von einer klar sprechenden Stimme und eingängigen sowie einprägsamen Riffs und Melodieführungen. Nach zehn Minuten ist der Spuk vorbei und das zweite Lied beginnt recht kraftvoll mit dunklen Riffwänden, die mich ein wenig an Lugubrum erinnern. Das Stück ist 19 Minuten lang und durchgängig langsam. Obwohl in dem Lied nicht allzu viel passiert, sich die einzelnen Passagen ziehen, entsteht aber zu keinem Zeitpunkt das Gefühl von Langeweile. Dazu ist das Lied viel zu atmosphärisch aufgeladen, an einer düsteren, rituellen Stimmung.
Ortus hat bei mir prompt eingeschlagen wie eine Mörsergranate, da mir die langen, langsamen sowie obskuren Doom Passagen verdammt gut gefallen und Ptahil eine sehr dichte und ergreifende Atmosphäre erschafft, die bis zur letzten Sekunde anhält. Wer obskuren Black/Doom Metal mag oder sich für die Thematik interessiert, sollte hier unbedingt zugreifen, zumal das dünne, komplett in rot gehaltene Digi, optisch ansprechend ist.
8,5/10
Aceust
01. The infinite TRUTH of the WORD of GOD is translated by corrupt fallen man.
02. Dies iræ! Dies illa! Solvet sæclum in favilla!
08.02.2010
Asofy / Sleeping Village - Information / Noise | VERÖFFENTLICHT: 2010 | PLATTENFIRMA: TRAZEROEUNO
Information / Noise ist zwar nicht mehr ganz taufrisch aber noch immer die aktuellste Veröffentlichung beider Gruppen. Während Sleeping Village mit Fragments ein weiteres aktuelles heißes Eisen im Feuer hat, ist es für Asofy die erste Veröffentlichung nach dreijähriger Stille. Seit Lento Procedere Prima Del Sonno
hat sich stilistisch einiges getan. Der dunkelatmosphärische,
trostlose und klagende Anteil ist zwar nach wie vor ein wesentlicher
Bestandteil der Musik, doch dem düsteren Doom wurde Abwechslung und
etwas Black Metal hinzugefügt. Atmosphärische, ruhig sowie langsam
gespielte Gitarren sind nach wie vor zu hören, aber nicht nur. Zudem
gibt es neben dem heiseren Klagegesang (den man auch von Fragments von Sleeping Village kennt, wo Tyrfar ebenfalls mitwirkt) nun auch echten, verzerrten Kreischgesang und hohes Tempo zu hören. Auf Information / Noise präsentiert sich Asofy nicht mehr als schleppende, dunkelatmosphärische Doom-Band. Hier gibt es nun mehr Black und Metal, was der Musik gut steht. Il Silenzio Per Parlare
ist durch den Wechsel von ruhiger und schwerer Atmosphäre mit den
schnellen und härteren Elementen viel eindringlicher und letztlich auch
düsterer als Lento Procedere Prima Del Sonno.
Obwohl die MCD Fragments und diese Split zeitlich nur sechs Monate auseinander liegen, unterscheiden sich beide Veröffentlichungen. Einerseits ist To The Harsh Corners Of Reality länger als die gesamte MCD, andererseits ist das Lied ärmer an Tempo und Schroffheit. Fragments war eine rohe und obskure Mischung aus düsterem Black und Doom Metal. Auf Information / Noise wurde das Tempo gänzlich rausgenommen, rasende Parts wie in Bliss gibt es nicht mehr. Stattdessen ist durchweg ein langsamer, schleppender Rhythmus zu hören, der von grellen Gitarren, vielfältigen Melodiesträngen und dem heiseren, aus der Ferne stammenden Gesang begleitet wird. Atmosphärische Passagen und harmonische Wechsel sorgen in dem 17 Minuten langen Lied für Abwechslung. Am interessantesten ist das Schlagzeugspiel, welches immer wieder in den Vordergrund rückt und dann sehr lebendig und flott gespielt wird, dass man es fast schon als Solo bezeichnen kann. To The Harsh Corners Of Reality ist ein interessantes Lied mit feinen, guten atmosphärischen und melodischen Veränderungen.
Von Asofy bin ich angenehm überrascht, da die Veränderung der Gruppe wirklich gut getan hat. Sleeping Village überzeugt nach Fragements gleichfalls, auch wenn man sich hier etwas anders präsentiert. Aber das spricht für die Vielfalt und Klasse der Band. Obsure Black Doom, so kann man Information / Noise abschließend zusammenfassen!
8/10
Aceust
01. Asofy - Il silenzio per parlare
02. Sleeping Village - To the harsh corners of reality
http://www.trazeroeuno.org/
Obwohl die MCD Fragments und diese Split zeitlich nur sechs Monate auseinander liegen, unterscheiden sich beide Veröffentlichungen. Einerseits ist To The Harsh Corners Of Reality länger als die gesamte MCD, andererseits ist das Lied ärmer an Tempo und Schroffheit. Fragments war eine rohe und obskure Mischung aus düsterem Black und Doom Metal. Auf Information / Noise wurde das Tempo gänzlich rausgenommen, rasende Parts wie in Bliss gibt es nicht mehr. Stattdessen ist durchweg ein langsamer, schleppender Rhythmus zu hören, der von grellen Gitarren, vielfältigen Melodiesträngen und dem heiseren, aus der Ferne stammenden Gesang begleitet wird. Atmosphärische Passagen und harmonische Wechsel sorgen in dem 17 Minuten langen Lied für Abwechslung. Am interessantesten ist das Schlagzeugspiel, welches immer wieder in den Vordergrund rückt und dann sehr lebendig und flott gespielt wird, dass man es fast schon als Solo bezeichnen kann. To The Harsh Corners Of Reality ist ein interessantes Lied mit feinen, guten atmosphärischen und melodischen Veränderungen.
Von Asofy bin ich angenehm überrascht, da die Veränderung der Gruppe wirklich gut getan hat. Sleeping Village überzeugt nach Fragements gleichfalls, auch wenn man sich hier etwas anders präsentiert. Aber das spricht für die Vielfalt und Klasse der Band. Obsure Black Doom, so kann man Information / Noise abschließend zusammenfassen!
8/10
Aceust
01. Asofy - Il silenzio per parlare
02. Sleeping Village - To the harsh corners of reality
http://www.trazeroeuno.org/
Nachtvorst - Stills | 2009 | Black Devastation Records | CD | Black Metal
Zwei Niederländer betätigen sich bei Nachtvorst, einer
von ihnen ist Erghal, der in der depressiven Gemeinde bereits von
Eindig bekannt sein könnte. Obwohl diese Stilistik sehr angesagt ist,
war mir keine der beiden Bands näher bekannt, da mir in diesem Bereich
nur Ausnahmen richtig gut gefallen. Etwas Skepsis schwingt bei mir
immer mit, wenn Tonträger als „depressiv“ angekündigt werden. Etwas
beruhigt bin ich schon, da es weitere musikalische Einflüsse gibt.
Immerhin sorgt die schlichte, doch schöne Optik schon mal für einen
guten Einstand.
Die erste Entwarnung für mich: Nachtvorst setzen weder auf fadendünne Gitarren noch auf den (manchmal sehr nervigen) Jaulgesang, der einfach nicht bei jeder Gruppe funktioniert. Dennoch beginnt alles sehr verhalten, eben der Stilistik entsprechend. Gezupfte Gitarren, mäßiges Tempo, aber das Dawn of End nimmt nach und nach immer mehr Fahrt auf, zum Schluß hin greift man sogar ziemlich aggressiv an. Es folgt das Instrumental Murmurs, ein zäher, basslastiger Batzen, der mit seinen hypnotischen Gitarren eine Stimmung einfängt, die mich ganz dezent an das letzte Werk von Fäulnis erinnert, was nicht für Nachtvorst im Allgemeinen gilt. Im Anschluß folgen drei weitere von Überlänge geprägte Stücke, die alle die 10-Minuten-Marke überschreiten. Lediglich Stills ist dabei noch gemäßigt, insbesondere bei Wandering treten Nachtvorst beherzter aufs Gaspedal. Epitaph ist dann nochmals eine Mischung daraus und klingt mit verzweifelten Schreien aus. Das Duo setzt auf in der Gesamtheit selbstverständlich auf die üblichen stilistischen Mittel, aber sie variieren dabei ganz gut und haben ihre Mischung gut abgeschmeckt. Riffs werden nicht deckungsgleich bis zum Erbrechen wiederholt, es gibt akzentuiert doomige Einstreuungen statt Dauerschleichen und gelegentlich Einprägsames von der Leadgitarre. Ja, Stills kann den Hörer mit sich nehmen, das Potential dazu steckt in einigen Momenten auf diesem Album. Positiv rechne ich weiterhin an, daß Nachtvorst nicht gleichförmig ihre Lieder runterspielen, das hätte mir bei der Ausrichtung (von der ich ausging) viel schlimmer vorgestellt – durch die etlichen aggressiveren, schnelleren Teile ist aber das Gegenteil der Fall. Auch der Klang leidet nicht an Unterernährung, man muß also kein Brot hinterherwerfen, daß schließlich auch was beim Hörer ankommt.
Rückblickend bin ich von Stills ziemlich positiv angetan. Gelegentliche Schwächen und Längen sind zwar vorhanden, aber starke Momente ebenso. Atmosphärischer Black Metal, der in die depressive Richtung schielt, jedoch oft auf aggressiverer Schiene fährt. In der Gesamtheit eine gute Veröffentlichung, die ein Antesten wert ist.
7,5/10
Der Einsiedler
01. Dawn of end
02. Murmurs
03. Stills
04. Wandering
05. Epitaph
Die erste Entwarnung für mich: Nachtvorst setzen weder auf fadendünne Gitarren noch auf den (manchmal sehr nervigen) Jaulgesang, der einfach nicht bei jeder Gruppe funktioniert. Dennoch beginnt alles sehr verhalten, eben der Stilistik entsprechend. Gezupfte Gitarren, mäßiges Tempo, aber das Dawn of End nimmt nach und nach immer mehr Fahrt auf, zum Schluß hin greift man sogar ziemlich aggressiv an. Es folgt das Instrumental Murmurs, ein zäher, basslastiger Batzen, der mit seinen hypnotischen Gitarren eine Stimmung einfängt, die mich ganz dezent an das letzte Werk von Fäulnis erinnert, was nicht für Nachtvorst im Allgemeinen gilt. Im Anschluß folgen drei weitere von Überlänge geprägte Stücke, die alle die 10-Minuten-Marke überschreiten. Lediglich Stills ist dabei noch gemäßigt, insbesondere bei Wandering treten Nachtvorst beherzter aufs Gaspedal. Epitaph ist dann nochmals eine Mischung daraus und klingt mit verzweifelten Schreien aus. Das Duo setzt auf in der Gesamtheit selbstverständlich auf die üblichen stilistischen Mittel, aber sie variieren dabei ganz gut und haben ihre Mischung gut abgeschmeckt. Riffs werden nicht deckungsgleich bis zum Erbrechen wiederholt, es gibt akzentuiert doomige Einstreuungen statt Dauerschleichen und gelegentlich Einprägsames von der Leadgitarre. Ja, Stills kann den Hörer mit sich nehmen, das Potential dazu steckt in einigen Momenten auf diesem Album. Positiv rechne ich weiterhin an, daß Nachtvorst nicht gleichförmig ihre Lieder runterspielen, das hätte mir bei der Ausrichtung (von der ich ausging) viel schlimmer vorgestellt – durch die etlichen aggressiveren, schnelleren Teile ist aber das Gegenteil der Fall. Auch der Klang leidet nicht an Unterernährung, man muß also kein Brot hinterherwerfen, daß schließlich auch was beim Hörer ankommt.
Rückblickend bin ich von Stills ziemlich positiv angetan. Gelegentliche Schwächen und Längen sind zwar vorhanden, aber starke Momente ebenso. Atmosphärischer Black Metal, der in die depressive Richtung schielt, jedoch oft auf aggressiverer Schiene fährt. In der Gesamtheit eine gute Veröffentlichung, die ein Antesten wert ist.
7,5/10
Der Einsiedler
01. Dawn of end
02. Murmurs
03. Stills
04. Wandering
05. Epitaph
07.02.2010
ASKEREGN - DEMO 2010 | VERÖFFENTLICHT: 2010 | PLATTENFIRMA: SFH RECORDS
Wieder mal hilft SFH Records einem jungen Projekt auf die Beine, und das sogar auf die eine und andere Weise. Das Demo 2010 von Askeregn ist auf 100 Stück limitiert und gibt einen Vorgeschmack auf das noch in diesem Jahr erscheinende, komplette Album. Hinter Askeregn steckt offensichtlich eine Dame, die aber für die Aufnahmen Porcus (u.a. Permafrost) als Schlagwerker gewinnen konnte. Sicherlich nicht die schlechteste Unterstützung, oder?
3 Lieder sind auf dem Tonband zu hören, mit denen man immerhin auf weit über eine Viertelstunde Laufzeit kommt. Marschroute gefällig? SH Sathanas (Ave Satani) und Deadly Possessed sind zwei Titel, die auf unverfälschtes, zur Huldigung des Deibels geschmiedetes Schwarzmetall schließen lassen. Wem soll ich da noch erzählen, daß man als Hörer selbstverständlich keine Innovationen zu erwarten hat? Freudentränen treibt mir dieses doch recht übliche Material zwar nicht in die Augen, aber gute Hörbarkeit kann ich ihm ohne weiteres attestieren. Eine angenehme, bodenständige Untergrundproduktion setzt die Musik in Szene, die auch Porcus und seinem hier überwiegend gemäßigtem Schlagzeugspiel Freiraum lässt. Gemäßigt ist das Stichwort – Askeregn bewegt sich bevorzugt in diesem Tempobereich. So schaffte es insbesondere das Stück Deadly Possessed, mir mit seinem recht simplen doch prägnanten Rhythmus im Ohr zu bleiben. Natürlich gibt es gleichwohl Einzelheiten, die mir nicht so zusagen wollen. Exemplarisch nenne ich mal die schwachbrüstigen Zwischenspiele mit unverzerrter Gitarre, die erscheinen mir dann doch zu nichtssagend, das baut keine Stimmung auf.
Der ganz große Wurf wird Askeregn mit dem ersten Album noch nicht gelingen, aber das erwartet auch niemand. Es sei denn, Belial hat noch einen Reißer in der Hinterhand. Ein Pflichtkauf ist das nicht, aber als Demosammler kann man der Sache eine Chance geben. Für die erste Veröffentlichung ist das mehr als in Ordnung – ob man eine weitere derartige Veröffentlichung braucht, will ich nicht bewerten, denn das führt schon wieder zur üblichen Grundsatzdiskussion.
6,5/10
Der Einsiedler
01. Pogrom der Flammen
02. SH Sathanas (Ave satani)
03. Deadly possessed
http://www.gratis-webserver.de/Askeregn/
http://www.sfh-records.com/
3 Lieder sind auf dem Tonband zu hören, mit denen man immerhin auf weit über eine Viertelstunde Laufzeit kommt. Marschroute gefällig? SH Sathanas (Ave Satani) und Deadly Possessed sind zwei Titel, die auf unverfälschtes, zur Huldigung des Deibels geschmiedetes Schwarzmetall schließen lassen. Wem soll ich da noch erzählen, daß man als Hörer selbstverständlich keine Innovationen zu erwarten hat? Freudentränen treibt mir dieses doch recht übliche Material zwar nicht in die Augen, aber gute Hörbarkeit kann ich ihm ohne weiteres attestieren. Eine angenehme, bodenständige Untergrundproduktion setzt die Musik in Szene, die auch Porcus und seinem hier überwiegend gemäßigtem Schlagzeugspiel Freiraum lässt. Gemäßigt ist das Stichwort – Askeregn bewegt sich bevorzugt in diesem Tempobereich. So schaffte es insbesondere das Stück Deadly Possessed, mir mit seinem recht simplen doch prägnanten Rhythmus im Ohr zu bleiben. Natürlich gibt es gleichwohl Einzelheiten, die mir nicht so zusagen wollen. Exemplarisch nenne ich mal die schwachbrüstigen Zwischenspiele mit unverzerrter Gitarre, die erscheinen mir dann doch zu nichtssagend, das baut keine Stimmung auf.
Der ganz große Wurf wird Askeregn mit dem ersten Album noch nicht gelingen, aber das erwartet auch niemand. Es sei denn, Belial hat noch einen Reißer in der Hinterhand. Ein Pflichtkauf ist das nicht, aber als Demosammler kann man der Sache eine Chance geben. Für die erste Veröffentlichung ist das mehr als in Ordnung – ob man eine weitere derartige Veröffentlichung braucht, will ich nicht bewerten, denn das führt schon wieder zur üblichen Grundsatzdiskussion.
6,5/10
Der Einsiedler
01. Pogrom der Flammen
02. SH Sathanas (Ave satani)
03. Deadly possessed
http://www.gratis-webserver.de/Askeregn/
http://www.sfh-records.com/
01.02.2010
Sleeping Village - Fragments | 2010 | Ashen Productions | CD | Black / Doom Metal
Sleeping Village ist ein italienisches Duo, welches sich aus M. (Cervix, Blue Deers) sowie Tryfar (Asofy)
zusammensetzt. Asofy, aber vor allem Cervix fiel durch schwer
einzuordnende, bizarre Musik auf. Deshalb ist es auch nicht
verwunderlich, dass Sleeping Village mit Fragments
gleichfalls nicht klar und eindeutig zu kategorisieren ist. Die Musik
der vier Lieder beinhaltet eine schier unendliche Fülle aus den
unterschiedlichsten Stilrichtungen. Die beiden Stücke My quality of being und Yet longing for more
sind am ehesten als roh klingender, bizarrer Doom Metal zu
beschreiben, der phasenweise auch etwas Drone Doom und Post-Rock hat.
Als erstes fallen da die extrem klingenden, schön rau und grell
gestimmten Gitarren von M. auf, der mit seinem Gitarrenspiel auch bei
Cervix deutlich Akzente setzen konnte. Die doomigen Passagen der Lieder
sind streckenweise sehr roh und monoton, was düster und erdrückend
rüberkommt. Der leicht verzerrte, etwas heiser klingende Gesang,
komplettiert diese von Dunkelheit geschwängerte Atmosphäre, die auch
etwas bizarr und grotesk ist.
Bliss hingegen, das mit knapp fünf Minuten Spielzeit kürzeste Lied, schlägt einen anderen Weg ein, der vor allem aus den schnellen, zum Teil sehr eingängigen Parts, resultiert. Deswegen ist Bliss aber nicht weniger dunkel, da Sleeping Village auch hier düstere Riffs, Melodien und verstörte Gesänge verwendet. Am deutlichsten unterscheidet sich allerdings Out-of-the-way, da es ein reines instrumentales Dark Ambient/Noise Stück ist. Es ist, wie es sich für diese Musik gehört, dunkelatmosphärisch und bizarr. Sagt mir aber nicht sonderlich zu, da es keine Besonderheiten hat.
Die drei metallischen Lieder hingegen überzeugen mich vollends. Es ist düstere, bizarre und obskure metallische Musik, die verstörend ist und eine gehörige Portion Eigenwilligkeit besitzt. Zudem sind die klaren, atmosphärischen Post-Rock-Parts gleichermaßen überzeugend, wie die dunklen, metallischen Doom Passagen. Da ist es schon ein wenig schade, dass es sich hierbei nur um eine MCD handelt. Ich würde hiervon gerne noch mehr hören, zumal ich Bliss mit seinen schnellen und harschen Anteilen überaus interessant finde.
7,5/10
Aceust
01. My quality of being
02. Bliss
03. Out-of-the-way
04. Yet longing for more
Bliss hingegen, das mit knapp fünf Minuten Spielzeit kürzeste Lied, schlägt einen anderen Weg ein, der vor allem aus den schnellen, zum Teil sehr eingängigen Parts, resultiert. Deswegen ist Bliss aber nicht weniger dunkel, da Sleeping Village auch hier düstere Riffs, Melodien und verstörte Gesänge verwendet. Am deutlichsten unterscheidet sich allerdings Out-of-the-way, da es ein reines instrumentales Dark Ambient/Noise Stück ist. Es ist, wie es sich für diese Musik gehört, dunkelatmosphärisch und bizarr. Sagt mir aber nicht sonderlich zu, da es keine Besonderheiten hat.
Die drei metallischen Lieder hingegen überzeugen mich vollends. Es ist düstere, bizarre und obskure metallische Musik, die verstörend ist und eine gehörige Portion Eigenwilligkeit besitzt. Zudem sind die klaren, atmosphärischen Post-Rock-Parts gleichermaßen überzeugend, wie die dunklen, metallischen Doom Passagen. Da ist es schon ein wenig schade, dass es sich hierbei nur um eine MCD handelt. Ich würde hiervon gerne noch mehr hören, zumal ich Bliss mit seinen schnellen und harschen Anteilen überaus interessant finde.
7,5/10
Aceust
01. My quality of being
02. Bliss
03. Out-of-the-way
04. Yet longing for more
Leichenbrand - Dorn | 2007 | Black Metal | CDR | Black Metal
Dorn entstand und erschien bereits 2007, wurde jetzt aber zum
kostenlosen Download freigegeben. Zu jeden ersten eines Monats soll ein
weiteres Album freigeschaltet werden. Das letzte von mir besprochene Leichenbrand-Album, Ein Schneesturm kommt, erschien ebenfalls 2007. Wenn man Dorn damit vergleicht, hat sich stilistisch erwartungsgemäß nicht allzu viel verändert. Leichenbrand ist auch auf Dorn ein Zustand, dem düsterer und experimenteller Metal inne wohnt.
Das Material ist zunächst einmal vielschichtig ausgefallen. Es gibt einige atmosphärische Passagen und Stücke, in der beispielsweise elektronische Klänge, ein Piano oder auch Akustikgitarre zu hören sind. Auf der anderen Seite gibt es aber auch überaus rohe, harsche und aggressive Elemente, deren durchdringende Rigorosität mich etwas überraschte. Insgesamt betrachtet versteift sich Leichenbrand aber nicht allzu sehr auf eine spezielle Stilrichtung. Die Stilistik und damit einhergehend auch die Atmosphäre ist oft einem Wandel unterzogen. Neben den sanften, atmosphärischen Stimmungen und der rohen Aggressivität gibt es auch melancholische oder düstere, mit Sprachsamples unterlegte Passagen.
Diese spielerische Vielfalt kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei Leichenbrand um ein Einmannprojekt handelt, was man dem Material immer wieder anhört. Vor allem bei den schnellen Passagen oder Wechseln erreicht Leichenbrand ab und an seine Grenzen, was man dann am mechanisch und teilweise holprig programmierten Schlagzeug ableiten kann. Mich stört das zwar nicht, da die langsameren und melodischen Lieder durchaus sehr stimmig sind. Doch den Gegnern vom programmierten Schlagzeug wird dies dennoch überhaupt nicht schmecken.
Für mich ist und bleibt Leichenbrand aber dennoch ein interessantes Projekt, da Leichenbrand musikalisch und inhaltlich einen sehr eigenständigen Weg geht. Dazu gehört auch die kostenlose Bereitstellung der Alben, die für das Projekt spricht. Und musikalisch spricht mich das Wechselspiel zwischen den schönen, melodischen und rohen, wüsten, teilweise auch primitven Passagen an.
6,5/10
Aceust
01. Ich schreibe eine Liste
02. Geheiligt sei der Folterknecht
03. Auf der Jagd
04. Totenwacht
05. Ein Mensch ward geboren
06. Lichterspiel
07. Freitod
08. Am Tor zum Licht
09. Schlaftrunken
10. Dorn
11. ROT
12. Gesicht
Das Material ist zunächst einmal vielschichtig ausgefallen. Es gibt einige atmosphärische Passagen und Stücke, in der beispielsweise elektronische Klänge, ein Piano oder auch Akustikgitarre zu hören sind. Auf der anderen Seite gibt es aber auch überaus rohe, harsche und aggressive Elemente, deren durchdringende Rigorosität mich etwas überraschte. Insgesamt betrachtet versteift sich Leichenbrand aber nicht allzu sehr auf eine spezielle Stilrichtung. Die Stilistik und damit einhergehend auch die Atmosphäre ist oft einem Wandel unterzogen. Neben den sanften, atmosphärischen Stimmungen und der rohen Aggressivität gibt es auch melancholische oder düstere, mit Sprachsamples unterlegte Passagen.
Diese spielerische Vielfalt kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei Leichenbrand um ein Einmannprojekt handelt, was man dem Material immer wieder anhört. Vor allem bei den schnellen Passagen oder Wechseln erreicht Leichenbrand ab und an seine Grenzen, was man dann am mechanisch und teilweise holprig programmierten Schlagzeug ableiten kann. Mich stört das zwar nicht, da die langsameren und melodischen Lieder durchaus sehr stimmig sind. Doch den Gegnern vom programmierten Schlagzeug wird dies dennoch überhaupt nicht schmecken.
Für mich ist und bleibt Leichenbrand aber dennoch ein interessantes Projekt, da Leichenbrand musikalisch und inhaltlich einen sehr eigenständigen Weg geht. Dazu gehört auch die kostenlose Bereitstellung der Alben, die für das Projekt spricht. Und musikalisch spricht mich das Wechselspiel zwischen den schönen, melodischen und rohen, wüsten, teilweise auch primitven Passagen an.
6,5/10
Aceust
01. Ich schreibe eine Liste
02. Geheiligt sei der Folterknecht
03. Auf der Jagd
04. Totenwacht
05. Ein Mensch ward geboren
06. Lichterspiel
07. Freitod
08. Am Tor zum Licht
09. Schlaftrunken
10. Dorn
11. ROT
12. Gesicht
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