07.01.2010

Sammath - Triumph In Hatred | 2009 | Folter Records | CD | Black Metal

Sammath war schon immer eine eigenständige und auch eigenwillige Gruppe, die es dem Hörer nicht unbedingt leicht macht, Zugang zur Musik zu finden. Ich brauche jedes Mal aufs Neue einige Zeit, um mit Sammaths Black Metal warm zu werden. Ich stellte ja bereits beim Vorgänger Dodengang fest, wie sehr sich Sammath seit den Anfangstagen (zum Positiven hin) verändert hat. Triumph in hatred ist, wie auch Dodengang, in erster Linie von Heftigkeit und Brutalität geprägter Black Metal. Dabei ist es Sammath allerdings gelungen, das Material erneut einem Feinschliff zu unterziehen, sodass man von einer weiteren Steigerung sprechen kann. Die Lieder sind noch immer zum Teil äußerst technisch und komplex, dabei aber auch flüssiger und spielerischer ausgefallen. Zudem wurde auch an der Klangproduktion gefeilt, welche nun einen natürlicheren Klang als auf Dodengang hat.

Spielerisch ist Triumph in hatred also flüssiger ausgefallen, was man stark an den Gitarrenläufen merkt, die nicht mehr so häufig abstrakt und technisch rüberkommen. An einigen Stellen sind auch Soli zu hören, die den spielerischen Eindruck verstärken. Es waren zwar auch auf Dodengang immer wieder Soli zu hören, doch waren diese noch nicht so stimmig und flüssig integriert, wie nun auf Triumph in hatred. Aber Triumph in hatred ist nicht nur verspielt. Pustekuchen. Sammath schmettert immer wieder wahnsinnig brutale und alles vernichtende Parts, die an Brutalität kaum zu überbieten sind. Es ist schon bemerkenswert, wie schnell die Musiker bei den Wechseln abrupt umschalten. Spieltechnisch wurde das Material einwandfrei umgesetzt, was alles andere als einfach ist.

Triumph in hatred löst Dodengang als bestes Album ab. Die beiden Alben sind sich nicht unähnlich, doch ist das neue Werk in allen Belangen etwas besser. Spielerisch, klanglich und atmosphärisch kann es mehr überzeugen. Eigenwillig bleibt Sammath aber dennoch, was mir an Sammath schon immer gut gefallen hat. Die Niederländer machen ihr Ding und lassen sich dabei scheinbar von nichts und niemanden beeinflussen.
Es ist also ein gutes Album, das sicherlich nicht jedem gefallen wird. Es ist sehr heftig und brutal mit zum Teil sehr technischen, trockenen Arrangements. Aber ebenso mit einer feinen spielerischen Note, die sich in den zahlreichen Soli niederschlägt. Man höre sich nur Blazing storm of steel an, wo Sammath rohe Grimmigkeit, mörderische Härte und ein filigranes Soli brillant miteinander verwebt und umsetzt!


8/10
Aceust

Maleficio - Go To Hell | 2009 | Apollon Records / Painkiller Records | CD | Death Metal

Riffbetont und flott ist das zweite Album Maleficios. Die Gruppe wurde zwar schon 1990 gegründet, doch veröffentlichte man bis 2008 ausnahmslos Demos. Nach dem Debütalbum Under the black veil folgte nun der zweite Streich Go to hell. Das Album ist zehn Lieder stark und strotzt nur so vor vielen Riffs, Gitarrenläufen und Soli. Es ist schon eine Art Riffgewitter, welches man hier zu hören bekommt. Damit ist schon eine gewisse Vielfalt gewahrt, zu der sich dann noch eine glasklare, drückende Klangproduktion gesellt. Vielfältig ist allerdings auch das rhythmische Gefüge, welches im Kern zwar stets flott ist, aber viele Abstufungen von langsam bis hyperschnell kennt. So gibt es auf dem Album sehr melodische Death Metal Passagen, die mir schon beinahe zu lieblich und nett sind. Ebenso geht Maleficio aber auch in die Vollen und prügelt sich gnadenlos jeglichen Zorn von der Seele.

Die Umsetzung des Materials ist gut. Die professionelle Klangproduktion passt gut zur riffbetonten Musik. Die Gitarristen verstehen ihr Handwerk und auch der Gesang und das Schlagwerk formen das Quintett zu einer geschlossenen Einheit. Klanglich und spielerisch ist Go to hell also ein überzeugendes Werk. Mir gefallen allerdings die melodischen sowie atmosphärischen Einsprengsel nicht. So gibt es mit In the name of the holy beispielsweise ein Lied, das langsam ist und in dem man Klargesang geboten bekommt. Da Sänger Dan Soxx auf Gruppen wie Kiss, W.A.S.P. und Mötley Crüe steht, kann man dies wohl als eine Huldigung begreifen. Gefallen tut es mir trotzdem nicht, ich finde es gar grässlich. Die harten und druckvollen Anteile von Go to hell gefallen mir hingegen gut, da sie geradlinig und packend sind. Doch sind solche Momente leider nicht der Hauptbestandteil des Albums. Melodik und riffbetonte, spielerische Elemente sind das tragende Element, verpackt in druckvollem Death Metal. Meinen Geschmack trifft man hiermit nicht, aber die Umsetzung ist gewiss nicht schlecht, weshalb ich trotzdem sieben Zähler vergeben muss.


7/10
Aceust

01. You are dead
02. Go to hell
03. Entwined in mysteries
04. I'll piss on your corpse
05. Harbringer of death
06. Fortress by the crystal line
07. In the name of the holy
08. Searching for death
09. Burn
10. Malediction lecture

Autumnal Reaper - Rise Of The Raging Death | 2009 | Apollon Records | CD | Death Metal

Die niederländische Gruppe Autumnal Reaper existiert bereits seit 1991 und kann auf eine beachtliche Anzahl von Veröffentlichungen zurückblicken. Das neue Album Rise of the raging death ist dabei allerdings erst das dritte Vollalbum. Diesem hört man eine gewisse Erfahrung und Professionalität sofort an, was auch nicht weiter verwundert, da Gitarrist Waltr Verschoor bereits 1985 auf einer Demoproduktion in Erscheinung trat. Auch die drei anderen Musiker sind lange dabei und verstehen somit ihr Handwerk. Dies allein reicht zwar nicht aus, um automatisch ein überzeugendes und gutes Album abzuliefern, doch im Falle von Rise of the raging death kann man das Resultat als sehr gelungen bezeichnen.

Autumnal Reaper spielt zwar in der ersten Linie kraftvollen sowie treibenden Death Metal, doch versteifen sich die Vier nicht all zu sehr auf Genrebeschränkungen. Es schimmern auf dem gesamten Album immer wieder  Anleihen aus dem Black und Thrash Metal durch. Dies geschieht allerdings sehr subtil, unaufdringlich und komplett klischeefrei. Autumnal Reaper verzichtet also auf direkte Elemente dieser Stilrichtungen. Es sind vielmehr stimmungstechnische und atmosphärische Merkmale, die den Death Metal erweitern und bereichern. So ist beispielsweise der Gesang überaus vielfältig, und manchmal schwenkt er vom Death Metal in den Black Metal über, ohne dass sich dabei Musik und Spielfluss verändern würden, was mir gut gefällt und was auch sehr gut rüberkommt.
Aber auch spielerisch beinhaltet Rise of the raging death eine breite Palette. Neben den treibenden, mächtigen und druckvollen Nackenbrechern sind viele Abstufungen und unzählige, gut gespielte Riffs zu hören, wobei eine stete, zügige und flüssige Grundstruktur gegeben ist. Dies ist ein Fakt, der mir am Album sehr gut gefällt. Autumnal Reaper ist es nämlich gelungen, mit Rise of the raging death ein Album einzuspielen, welches vom ersten bis zum letzten Lied flüssig, geradlinig und flott ist, sodass ich das Album beim erste Durchgang komplett durchlaufen ließ, ohne mich an irgendeiner Stelle auch nur ein einziges Mal gelangweilt zu haben. Autumnal Reaper bietet absolut nichts Neues, doch macht es einfach Spaß, dem spielfreudigen Treiben zuzuhören, der gekonnt und flüssig Härte mit einer leichten, feinen melodischen Note kombiniert.

Wenn Ihr sauber und druckvoll produzierten Death Metal, der stellenweise und auf angenehme Art und Weise einen schwarzen und thrashigen Einschlag hat, mögt, solltet Ihr Rise of the raging death nicht verpassen.


8/10
Aceust
01. Full mooon ExScythement
02. Flag of united despair
03. Requiem
04. Chambers of infinite madness
05. Realms of gold, inhabitants of greed
06. Guilty of divinity
07. Rise of the raging death
08. Ex mortis
09. The bodiless


AUTUMNAL REAPER
APOLLON RECORDS

21.12.2009

Nuclearhammer - Obliteration Ritual | 2009 | Morib Moon Records | CD | Black / Death Metal

Nuclearhammer aus Kanada zelebriert hier auf dem Debütalbum grandiosen Black/Death Metal unter dem Banner des Gehörnten. Nuclearhammer zieht alle Register und klingt sowohl so überaus simpel und geradlinig wie Von, als auch so brachial und niederwalzend wie ihre Landsmänner von Blasphemy. Es schimmern aber auch Züge von Blasphemophagher und Teitanblood durch. Obliteration ritual hat mich auf Anhieb mit dem ersten Durchgang umgehauen, das hatte ich in diesem Segment schon lange nicht mehr.

Obliteration ritual wurde nicht komplett schnell eingespielt, obgleich hohes Tempo und streckenweise aberwitzige aber geniale Schlagzeugparts das Geschehen ganz klar dominieren. Zwei düstere, langsame und an okkulte Rituale erinnernde Lieder zwischendurch, lockern den sonst rigorosen, basslastigen und kehligen Metal auf. Am Ende gibt es mit Winter’s profane acrimony auch noch ein überlanges Lied, welches teilweise sehr schleppend ist und somit schon in den Death/Doom Bereich abdriftet.

Obliteration ritual ist ein großartiges Album, das von Anfang bis Ende voll reinhaut und für mich definitiv zu den besten Veröffentlichungen 2009 gehört. Es ist für alle jene absolutes Pflichtprogramm, die die hier genannten Gruppen mögen. Obliteration ritual ist Black/Death Metal der böse, primitiv und brachial ist aber auch mystische, bizarre Anleihen wie bei Necros Christos oder Goat Molestör enthält.


9/10
Aceust

01. Obliteration ritual
02. Impalement (of the wretched)
03. Witchfuck
04. Dementia (A black void) Part II
05. Slavestate (Burn in eternity)
06. The ancient one
07. Sacramental pestilence
08. I am the serpent lord
09. Prologue to murder
10. Whirlwinds of toxic perdition
11. Winter's profane acrimony

07.12.2009

Eyecult - Morituri Te Salutamus | 2009 | Ewiges Eis Records | CD | Black Metal

Eyecult wurde 2004 von den beiden Schweden Andreas Åkerlind und Patrik Carlsson gegründet, die beide auch für Anachronaeon verantwortlich sind. Bereits 2006 wurden die Gitarren für das gerade veröffentlichte Debütalbum Morituri te salutamus aufgenommen, der Rest kam allerdings erst 2009 hinzu. Warum das alles so lange gedauert hat, ist unbekannt. In diesem langen Entstehungszeitraum liegt vielleicht auch die Ursache dafür begründet, dass es sich bei Morituri te salutamus um ein ziemlich abwechslungsreiches sowie unterschiedliches Album handelt.

Auf dem Album treffen zum Teil sehr unterschiedliche Stile und Elemente aufeinander, die auf dem ersten Blick nicht immer einwandfrei miteinander zu harmonieren scheinen. Denn Eyecult spielt immer wieder überaus technisch, kalt und steril. Gerade was das Schlagwerk anbelangt. Es gibt immer wieder Parts zu hören, in denen das Schlagwerk so technisch und mechanisch klingt, dass man es für einen programmierten Computer hält. Doch dem ist nicht so, es wurde von Hand gespielt. Aber auch an den Gitarren ergeht sich Eyecult immer wieder in überaus trockenen und technischen Riffs. Das Spektrum der Riffs ist allerdings überaus breit gefächert. So gibt es eben sehr technische und komplexe Riffs, aber auch viele flüssige Melodiebögen, die stellenweise sehr melodisch und verspielt beschaffen sind. Zwischendurch flackern dann auch immer wieder schön geradlinige Passagen auf, die treibend und hart sind und direkt ins Blut gehen.
Morituri te salutamus ist ein sehr lebhaftes Werk, auf dem ständig etwas in Bewegung ist. Es gibt häufige Rhythmuswechsel, wobei das Grundtempo jedoch recht hoch und flott ist. Diesem Tempo wurden auch die Wechsel und Übergänge angepasst, was die ohnehin technische Komplexität des Materials zusätzlich verstärkt. Spielerisch hat es Eyecult also wirklich drauf.

Morituri te salutamus ist kein einfaches Album das sofort einschlägt. Man muss sich etwas Zeit nehmen und in diese eigenwillige, technische Black/Death Metal Mischung eintauchen. Mir fällt es jedenfalls nicht immer leicht, so schnell von melodisch auf brutal oder technisch umzuschalten, wie es die beiden Musiker tun. Teilweise ist Morituri te salutamus grandios. Es besitzt sehr gute düstere und atmosphärische, als auch zerstörerische, geradlinige Momente. Andererseits ist es mir stellenweise aber zu lebhaft, technisch und komplex. Ein eindeutiges Fazit zu ziehen, ist in diesem Fall unmöglich. Die Unterschiede sind zu groß. Eyecult ist zu eigenwillig, weshalb hier vor allem gilt, das Album selbst zu probieren. Mir gefällt nicht alles, doch das, was mir gefällt, überzeugt mich vollends! Und eine Gruppe mit Ecken und Kanten ist mir lieber, als irgendeine weitere seelenlose, überproduzierte Platte.


7/10
Aceust

01. Aeternum
02. Saligia
03. Furor
04. Skuld
05. Oblivaeon
06. Ashes
07. Slave

http://www.platten-firma.de/

03.12.2009

Wolfthrone - Unleash The Hate | 2009 | Art Of Propaganda | CD | Black Metal

Dank Weltnetz und Metalarchiven wird die Namenswahl auch nicht leichter, denn nun kann man sich sehr leicht darüber informieren, welche Namen bereits vergeben sind und welche nicht (bzw. welche noch nicht erfasst wurden). Skeptisch bin ich immer wieder aufs Neue, wenn mir Namen wie Wolfthrone unterkommen. Erleichtert durfte ich dann aber feststellen, daß Wolfthrone weder Anfänger noch Stümper sind. Mit Unleash the Hate kam über die deutsche Schmiede Art of Propaganda eine MCD raus, die 4 Lieder der spanisch-finnischen Band parat hält. Gitarrist Kryth dürfte einigen von Euch schon von den finnischen Korgonthurus bekannt sein, nehme ich an. Für das Schlagzeug holte man sich die schlagkräftige Unterstützung von Lunatic, der auch bei Korgonthurus trommelt.

Ich sag’s ja immer wieder: Solange die Umsetzung stimmt, kann auch heute noch Black Metal überzeugen, der für sich genommen weder neu noch herausragend ist. Nachdem ich erst etwas skeptisch war, kann ich Wolfthrone getrost dazuzählen. Ungeachtet irgendwelcher Modeerscheinungen holzt man so herrlich drauf los, das gefällt mir. Hin und wieder fühle ich mich an ältere Pest (Schweden) oder Armagedda erinnert, wofür unter anderem der gelungene Gesang verantwortlich ist. Was mir auch gut an Unleash the Hate gefällt, ist der Umstand, daß es den Musikern trotz der Geradlinigkeit gelang, die Musik nicht zu eintönig oder stumpf zu gestalten. Mit dem Gaspedal war man etwas sparsam und setzte nur auf gelegentliche Geschwindigkeitsausbrüche beim Komponieren. Es sind so oder so die mittelschnellen und rockenden Bestandteile, die mir Wolfthrone schmackhaft machen. Daß sich durch den zeitweiligen Einsatz prägnanter, melodischer Tonfolgen Auflockerungen ergeben, unterstützt den positiven Gesamteindruck. Selbst die Qualität der Aufnahmen finde ich gelungen, da sie weder saft- und kraftlos noch überproduziert wirken.

Unleash the Hate ein gelungener Appetithappen, das kann ich bedenkenlos so sagen. Einzig entscheidend wird sich die Frage auswirken, wie der angehende Hörer seine Prioritäten setzt, denn zweifelsohne bieten auch Wolfthrone nichts, was es im Black Metal nicht schon zu Genüge gab. Wenn man das beachtet und akzeptiert, steht dem Hören von Unleash the Hate nichts im Wege.


7/10
Der Einsiedler

01. Unleash the hate
02. Death by my side
03. Flames of the end (Infernal storm)
04. Blind faith

The Beast Of The Apocalypse - A Voice From The Four Horns Of The Golden Altar | 2009 | Transcendental Creations | CD | Black Metal

Es ist schon verdammt beachtlich, was The Beast of the Apocalypse (nachfolgend TBOTA genannt) hier auf dem Debütalbum A voice from the four horns of the golden altar (nachfolgend AVFT genannt) zustande gebracht hat. Die Scheibe überwältigt mich bereits beim allerersten Durchgang, beim allerersten Lied! Das hat absoluten Seltenheitswert. Und diese Begeisterung reißt auch bei den folgenden Liedern nicht ab… Was also macht dieses Album so verdammt gut? Es ist die Tatsache, das TBOTA primitiven Black Metal der Sorte Blasphemy oder Revenge, mit okkulten, mystischen und bizarr abstrakten Elementen zu dieser vereinnahmenden, musikalischen Urgewalt geformt hat. AVFT ist einerseits brutal, roh, eingängig und schonungslos. Andererseits aber eben auch unheimlich, düster und bizarr. Wer dabei denkt, es könne kein Zufall sein, das TBOTA wie De Magia Veterum ebenfalls in den Niederlanden beheimatet ist, und wie De Magia Veterum bei Transcendental Creations unter Vertrag ist, der irrt. Beide Gruppen haben miteinander nichts zu tun, was aber auch absolut unwichtig ist. Beide Gruppen mögen in einigen Belangen Ähnlichkeiten aufweisen, etwa technisch abstrakte und bizarre Momente, doch ansonsten geht TBOTA einen gänzlich anderen Weg.

Es gibt auf AVFT immer wieder ausgiebig längere Parts zu hören, die nur so von brutaler, eingängiger Schnelligkeit beherrscht sind, wie man sie von diversen Goat/War Metal Gruppen her kennt. Doch ist dies nur ein Element neben den okkulten und mystischen Passagen, die atmosphärisch und eher ruhig daher kommen. Beides ist nicht neu, doch die Art und Weise, wie TBOTA diese zwei Gegensätze flüssig, spielerisch und umwerfend miteinander vereint, ist hochgradig beeindruckend.

AVFT gehört definitiv zu den besten Veröffentlichungen 2009. Es ist kranker und verstörender Black Metal auf hohem Niveau, der keine Gefangenen macht.


9,5/10
Aceust

01. Etemenaki: Temple of the foundation of heaven and earth
02. The key of bottomless pit
03. A voice from the four horns of the golden altar
04. The hypothasis of the archons
05. And they withdrew up to their heavens
06. Twins of Jesus

02.12.2009

Norns - In Fog They Appear | 2009 | Voldsom | CD | Black Metal

In fog they appear ist das erste, 2005 veröffentlichte Demo der finnischen Gruppe Norns, welches nun remastered und mit komplett neuer Gestaltung auf CD wiederveröffentlicht wurde. Obwohl das Demo lediglich drei Lieder enthält, ist es mit einer Gesamtspielzeit von über 33 Minuten alles andere als zu kurz.

Norns spielt finnischen Black Metal, der klang- und gesanglich schroff und rau ist, rhythmisch gerne auf Eingängigkeit setzt. Die Gitarren hingegen werden zumeist melodisch gespielt. Im ersten Lied Descent into the black night hält sich Norns mit der Melodik allerdings noch etwas zurück, es herrschen hier vor allem geradlinige Strukturen vor, obgleich eine gewisse, angenehm dezente Melodieführung durchaus gegeben ist, die wunderbar zum schnell, monoton und stampfend spielenden Schlagzeug passt. In Supreme goat cult kommt dann mehr Abwechslung zum Zuge. Es wechseln sich sehr verspielte, melodische Parts mit harschen sowie rohen Parts ab. In der zweiten Hälfte ist es dann durchgängig langsam, während Norns dabei immer wieder mit guten und schönen Riffs für atmosphärische Momente sorgt, die teilweise ein wenig melancholisch sind. Nicht weniger vielfältig ist das dritte und letzte Lied, welches über 18 Minuten lang ist und phasenweise lang anhaltende Passagen enthält, in denen Norns erneut durch gutes Gitarrenspiel punktet.

In fog they appear ist ein überaus anständiges Demo, welches mich stellenweise an Norns’ Landsmänner von Vitsaus erinnert. Es ist die gelungene Verschmelzung von Melodik (in der Form eisiger Riffs und grimmiger Verspieltheit), Rohheit und harschem Black Metal, der mir hier imponiert. Insofern ist diese Wiederveröffentlichung all jenen dringend zu empfehlen, die finnische Gruppen wie Vitsaus, Perisynti oder Ruttokosmos mögen!


8/10
Aceust

01. Descent into the black night
02. Supreme goat cult
03. In fog they appear