Die deutsche Einmann-Gruppe Wolfsblut existiert seit
2004 und kann auf einige selbstveröffentlichte Werke zurückschauen. Nun
wurde über Thor’s Hammer Productions das 2006 veröffentlichte Album Seelenqual gemeinsam mit dem ersten Wolfsblut-Demo Legion Wolfsblut auf einer CD veröffentlicht.
Wolfsblut spielt rohen, dreckigen und
primitiven Black Metal, der mit einfachen Mitteln aufgenommen wurde und
an dessen Klang wenig nachbearbeitet worden ist. Mir gefällt solch
„übler“ Klang, doch könnte dieser für den einen und anderen Hörer
sicherlich ein Grund sein, Seelenqual abzulehnen. In einem
Interview hat Alleinmusiker Wendul gesagt, dass er völlig dem Thrash-,
Speed- und Heavy Metal der 1980iger Jahre verfallen ist. Davon spürt
man auf Seelenqual jedenfalls nichts, wenn überhaupt, dann nur
minimal an dem einen oder anderen markanten Riff. Die einfachen, grell
und roh klingenden Riffs, die verwaschen und schrammig den Raum
ausfüllen, erinnern mich teilweise eher an dreckigen Oi und Straßen
Punk. Zusammen mit den einfachen stampfenden Rhythmen und dem
hasserfüllten Gesang, kommt Wolfsblut manchmal in die Nähe zu Akitsas „Sang Nordique“.
Obwohl Wolfsbluts Black Metal sehr simpel,
dafür aber kompromisslos und geradlinig strukturiert ist, entwickelt er
im Durchlauf der CD durchaus eine gute Atmosphäre. Am Anfang von Seelenqual
stehen zunächst die schnelleren Stücke, die räudig und teilweise heftig
sind und eine immense hasserfüllte Atmosphäre schüren. Dann kommt das
lange und schleppende Kriegserklärung an die Menschheit, in
dem von dieser wüsten und barbarischen Kriegsatmosphäre kaum noch etwas
vorhanden ist. Roh und direkt ist natürlich auch dieses Lied, doch die
schleppende Trägheit der Musik, das einfach dahin dümpelnde Schlagwerk,
und der wenige, aber eindringliche Gesang, erschaffen durchaus eine
apokalyptische Stimmung, die gut zum Liednamen passt. Mit Depression befindet sich dann ein weiteres langes und langsames Stück auf Seelenqual, in dem die Gitarre allerdings etwas lebendiger gespielt wurde, als zuvor in Kriegserklärung an die Menschheit. Dennoch versprüht Depression Schwermut und Trostlosigkeit, da die grelle Gitarre ob der lebhafteren Spielweise monoton und eingängig ist.
Mit Endkampf beginnt dann das 2004 aufgenommene Demo Legion Wolfsblut. Klanglich ist es noch roher und heftiger als Seelenqual, dafür aber recht riffbetont, weshalb man hier dann auch die Vorliebe für den Metal der ´80iger durchaus spüren kann.
Mir gefällt Seelenqual / Legion Wolfsblut, da es einfacher, ehrlicher und rumpeliger Black Metal frei von Verunreinigungen ist. Deshalb ist Wolfsblut
auch nur jenen Recken zu empfehlen, die sich ohnehin schon dem
einfachen, dreckig klingenden und primitiven Black Metal hingeben.
Besonderes gibt’s hier jedenfalls nicht zu hören.
7/10
Aceust
01. In ewiger Einsamkeit
02. Tod und Verderben
03. Seelenqual
04. Der Regen lässt die Träne nieder
05. Kriegserklärung an die Menschheit
06. Hohn und Spott erreicht der Menschheits Ohr
07. Depression
08. Deathcrush (Mayhem Cover)
09. Endkampf
10. F.L.A.K. (Flugabwehrkanone)
11. Mienenfeld
12. Supergau
14.10.2009
Lupus Nocturnus - Suicidal Thoughts Pt. I | 2009 | Thor's Hammer Productions | Kassette | Black Metal
Der Name verrät es bereits, dass man mit diesem Album Depressive Black Metal bekommt. Suicidal Thoughts Pt. I ist das Debütalbum von Lupus Nocturnus, welches 2008 bereits auf CD erschien und nun auch als professionell gefertigte Kassette zu haben ist.
Besonders viel gibt es zur Musik eigentlich nicht zu erzählen, zumal Lupus Nocturnus nichts Neues oder Besonderes vertont hat. Stattdessen bekommt man drei lange, langsame und roh klingende Stücke vorgesetzt. Die Musik ist ziemlich einfach gehalten, der Klang roh und rau. Man könnte Lupus Nocturnus getrost als Minimalisten ihres Standes beschreiben. Es gibt sicherlich viele Leute, die solchen monoton und langatmigen Black Metal mögen, der melancholisch und voller Pein ist, oder zumindest sein soll. Bei mir kommt davon jedenfalls nicht viel an. Das liegt nicht daran, dass Lupus Nocturnus schlecht spielen würde. Die Mexikaner treffen mit ihrer musikalischen Melancholie nur einfach nicht meinen Geschmack. Die Gitarren frickeln zumeist eingängige Melodien, die aufgrund der Länge der einzelnen Lieder ziemlich monoton wirken. Das einzige lebhafte und emotionsgebundene Element ist der Kreischgesang, welche für diese Musik sehr typisch ist. Sänger Nahual Tenebras legt sich ordentlich ins Zeug und kreischt und schreit sich Groll und Schmerz aus dem Leib, aufgewühlt und zerfressen von Hoffnungslosigkeit und Depression.
Dieser 52 Minuten andauernde Durchlauf des Albums ist nahezu komplett langsam und schleppend. Lediglich im Intro sowie in Depressive Landscapes gibt es eingängig schnell gespielte Parts zu hören, die das Ganze etwas auflockern und variabel gestalten. Doch gemessen an der Gesamtlänge ist das ein überaus geringer Anteil, der letztlich kaum ins Gewicht fällt. Unterm Strich bleibt also langsame Monotonie, getragen von den grellen Gitarren und dem Kreischgesang. Mich langweilt es auf die Dauer, aber ich bin auch kein Anhänger dieser Musik.
5/10
Aceust
01. Intro (Suicidal thoughts)
02. Depressive landscapes
03. Immense loneliness
04. Dying on the white mountain
http://www.thorshammerproductions.com/
Besonders viel gibt es zur Musik eigentlich nicht zu erzählen, zumal Lupus Nocturnus nichts Neues oder Besonderes vertont hat. Stattdessen bekommt man drei lange, langsame und roh klingende Stücke vorgesetzt. Die Musik ist ziemlich einfach gehalten, der Klang roh und rau. Man könnte Lupus Nocturnus getrost als Minimalisten ihres Standes beschreiben. Es gibt sicherlich viele Leute, die solchen monoton und langatmigen Black Metal mögen, der melancholisch und voller Pein ist, oder zumindest sein soll. Bei mir kommt davon jedenfalls nicht viel an. Das liegt nicht daran, dass Lupus Nocturnus schlecht spielen würde. Die Mexikaner treffen mit ihrer musikalischen Melancholie nur einfach nicht meinen Geschmack. Die Gitarren frickeln zumeist eingängige Melodien, die aufgrund der Länge der einzelnen Lieder ziemlich monoton wirken. Das einzige lebhafte und emotionsgebundene Element ist der Kreischgesang, welche für diese Musik sehr typisch ist. Sänger Nahual Tenebras legt sich ordentlich ins Zeug und kreischt und schreit sich Groll und Schmerz aus dem Leib, aufgewühlt und zerfressen von Hoffnungslosigkeit und Depression.
Dieser 52 Minuten andauernde Durchlauf des Albums ist nahezu komplett langsam und schleppend. Lediglich im Intro sowie in Depressive Landscapes gibt es eingängig schnell gespielte Parts zu hören, die das Ganze etwas auflockern und variabel gestalten. Doch gemessen an der Gesamtlänge ist das ein überaus geringer Anteil, der letztlich kaum ins Gewicht fällt. Unterm Strich bleibt also langsame Monotonie, getragen von den grellen Gitarren und dem Kreischgesang. Mich langweilt es auf die Dauer, aber ich bin auch kein Anhänger dieser Musik.
5/10
Aceust
01. Intro (Suicidal thoughts)
02. Depressive landscapes
03. Immense loneliness
04. Dying on the white mountain
http://www.thorshammerproductions.com/
Infernal Hate - Upset | 2009 | Thor's Hammer Productions | Kassette | Black Metal
Neben „Suicidal Thoughts Pt. 1“ von Lupus Nocturnus hat Thor’s Hammer Productions mit Upset das Debütalbum einer weiteren mexikanischen Gruppe auf Kassette veröffentlicht. Zwar lässt sich der Stil von Infernal Hate grob ebenfalls als Depressive Black Metal beschreiben, aber eben auch nur grob. Anders als bei den Landsmännern von Lupus Nocturnus steht bei Infernal Hate variables Tempo im Vordergrund. Zudem sind die einzelnen Lieder bedeutend kürzer.
Mit dem ersten Lied Reborn to Die bekommt man umgehend die Vielfältigkeit von Upset vorgestellt. Es ist ein langes und überwiegend schleppend gehaltenes Stück, in dem ein irrsinniger Kreischgesang sowie langsame und dunkle Riffs das Geschehen dominieren. Manch ein Riff von Reborn to Die erinnert an Burzums „Hviss Lyset Tar Oss“. Der Gesang aber, der extrem verzerrt ist und sich bisweilen ins Groteske steigert, geht jedoch mehr in Richtung Todesstoß. In den nachfolgenden Liedern sind dann auch verschiedene Tempi zu hören, die von schleppend über mittelschnell bis zur peitschenden Raserei reichen. Infernal Hate versteift sich dabei allerdings nie allzu lange auf ein Tempo. Auch innerhalb der einzelnen Stücke sind zahlreiche Wechsel zu verzeichnen, was das Ganze ziemlich abwechslungsreich gestaltet, zumal es auch vereinzelt atmosphärische Momente gibt, in denen etwa klare Gitarren zum Einsatz kommen. Der Hauptanteil der Musik liegt allerdings im verstörenden Black Metal, der immer wieder durch den radikalen Kreischgesang sehr eindringliche, heftige und auch hasserfüllte Momente erfährt. Bis auf das Land gibt es also keine wirklichen Ähnlichkeiten zu Lupus Nocturnus. Und da Upset weder langatmig noch monoton ist, gefällt es mir auch ungleich besser als „Suicidal Thoughts Pt. 1“.
Upset ist zusammengefasst ein gelungenes Debütalbum, auf dem sich schnelle und langsame Passagen die Klinke in die Hand geben. So oder so ist es extremer und roher Black Metal, dem düstere Riffs und Melodien beiwohnen und der nicht zuletzt auch vom heftigen Kreischgesang lebt.
7,5/10
Aceust
01. Reborn to die
02. Black Metal hordes
03. Dead once again
04. War
05. Upset
06. Hellstorm
07. It is darkness
08. Subhuman
13.10.2009
Sõjaruun - Org | 2009 | Black Devastation Records | CD | Black Metal
Es liegt noch nicht ganz ein Jahr zurück, als Sõjaruun mit der selbstbetitelten MCD
debütierte und auf Anhieb mit kraftvollem aber Melodie bestücktem
Black/Pagan Metal zu gefallen wusste. Nun legen die drei Esten mit dem
Debütalbum Org nach. Org steht der MCD in nichts
nach. Verteilt auf neun Lieder und 48 Minuten gibt es druckvoll und
sauber produzierten Black/Pagan Metal satt. Wem das Debüt bereits
gefiel, der brauch gar nicht weiter zu lesen und kann sich Org umgehend bestellen.
Bei Sõjaruun hat sich also nichts verändert. Das Album knüpft nahtlos an, wo die MCD letztes Jahr endete. Sõjaruun weiß erneut durch erstklassige Melodiestränge zu gefallen, die sich wunderbar durchs komplette Album ziehen. Dabei wird es aber niemals zu melodisch oder gar verspielt. Nein, stattdessen ist das Gitarrenspiel wohldosiert und feingliedrig, sowohl in den ruhigeren und klaren Passagen als auch während der kraftvoll arrangierten Parts. Variables Tempo ist eine weitere Zutat, die zur Vielschichtigkeit beiträgt und den Durchlauf des Albums flüssig schmiert. Org ist von Anfang bis Ende ein sehr homogenes Album, das konstant gut auf hohem Niveau vorgetragen wird. Dies hat allerdings zur Folge, dass es keine echten Höhepunkte gibt. Mich persönlich stört es nicht, da es unter anderem auch den Einstieg ins Album wesentlich erleichtert. Man kann sich Org anhören wie man will, Lieder einfach überspringen, am Fluss und an der Stimmung des Werkes verändert das nichts. Nun könnte man hier kritisch anmerken, dass der Musik ein Wiedererkennungswert fehlen würde, da sich die Lieder zu gleichen scheinen. Dies stimmt allerdings nur bedingt, da einerseits das atmosphärische Gitarrenspiel überaus reichhaltig ist, und andererseits die energiegeladene Atmosphäre und Dynamik des Albums einfach von Anfang an auf hohem Niveau zelebriert wird.
Der einzige Punkt der mich zur Kritik veranlasst, ist die Klangproduktion, die im direkten Vergleich zur MCD etwas weniger warm ausgefallen ist. Der Klang ist nach wie vor klar, doch nicht mehr ganz so druckvoll in den tiefen Tönen, was man sowohl am Schlagzeug als auch an der Bassgitarre merkt. Aber dies sind nur Randnotizen, die auf das Endresultat keinen Einfluss haben. Org ist also wunderbar gespielter Black/Pagan Metal, der kraftvoll, eindringlich, gitarrenbetont und melodisch ist. Somit gehört Org für mich definitiv zu den besseren Veröffentlichungen in diesem Bereich!
8/10
Aceust
01. Ühe teekonna algus
02. Verimets
03. Haldjad
04. Ürgne
05. Piksevägi
06. Iidne org kevadel
07. Sõjasajatus
08. Lõpu hämaruses
09. Älves
Bei Sõjaruun hat sich also nichts verändert. Das Album knüpft nahtlos an, wo die MCD letztes Jahr endete. Sõjaruun weiß erneut durch erstklassige Melodiestränge zu gefallen, die sich wunderbar durchs komplette Album ziehen. Dabei wird es aber niemals zu melodisch oder gar verspielt. Nein, stattdessen ist das Gitarrenspiel wohldosiert und feingliedrig, sowohl in den ruhigeren und klaren Passagen als auch während der kraftvoll arrangierten Parts. Variables Tempo ist eine weitere Zutat, die zur Vielschichtigkeit beiträgt und den Durchlauf des Albums flüssig schmiert. Org ist von Anfang bis Ende ein sehr homogenes Album, das konstant gut auf hohem Niveau vorgetragen wird. Dies hat allerdings zur Folge, dass es keine echten Höhepunkte gibt. Mich persönlich stört es nicht, da es unter anderem auch den Einstieg ins Album wesentlich erleichtert. Man kann sich Org anhören wie man will, Lieder einfach überspringen, am Fluss und an der Stimmung des Werkes verändert das nichts. Nun könnte man hier kritisch anmerken, dass der Musik ein Wiedererkennungswert fehlen würde, da sich die Lieder zu gleichen scheinen. Dies stimmt allerdings nur bedingt, da einerseits das atmosphärische Gitarrenspiel überaus reichhaltig ist, und andererseits die energiegeladene Atmosphäre und Dynamik des Albums einfach von Anfang an auf hohem Niveau zelebriert wird.
Der einzige Punkt der mich zur Kritik veranlasst, ist die Klangproduktion, die im direkten Vergleich zur MCD etwas weniger warm ausgefallen ist. Der Klang ist nach wie vor klar, doch nicht mehr ganz so druckvoll in den tiefen Tönen, was man sowohl am Schlagzeug als auch an der Bassgitarre merkt. Aber dies sind nur Randnotizen, die auf das Endresultat keinen Einfluss haben. Org ist also wunderbar gespielter Black/Pagan Metal, der kraftvoll, eindringlich, gitarrenbetont und melodisch ist. Somit gehört Org für mich definitiv zu den besseren Veröffentlichungen in diesem Bereich!
8/10
Aceust
01. Ühe teekonna algus
02. Verimets
03. Haldjad
04. Ürgne
05. Piksevägi
06. Iidne org kevadel
07. Sõjasajatus
08. Lõpu hämaruses
09. Älves
Todeskult - Apathy | 2009 | Eisenwald | CD | Black Metal
Todeskult-Sänger Neideck zog erst kürzlich mein Interesse auf sich, da mir mit „Haunting Shores“ das neue Demo seines Soloprojektes Trauer vorlag. Nun gibt es seit dem Sommer das zweite Todeskult-Album Apathy. Mit dem Debütalbum vor zwei Jahren konnte Todeskult mich – wie viele andere auch – überzeugen. Mal schauen, wie es mit dem zweiten Album ist.
Gänzlich ohne Einleitung beginnt das 60 Minuten lange Werk, welches ruhig und schleppend mit Where discomfort is lurking seinen Auftakt hat. Es fällt sofort die Klangproduktion auf, die im direkten Vergleich zu Als die Farben älter wurden, etwas dunkler, kälter und steriler ausgefallen ist. Das ist nicht zwangsläufig schlecht, erschwert mir aber ein wenig den Einstieg ins Album, zumal Where discomfort is lurking ein langes und weitgehend unaufgeregtes Lied ist (was allerdings hervorragend zum Titel des Albums passt), welches teilweise minimale Anleihen des Doom Metals enthält. Musikalisch agiert Todeskult also eher zurückhaltend in dem Lied. Die Melodien sind von sanftem Gemüt und oft auch von heller Klangfarbe, was mir nicht ganz so gut gefällt. Neidecks verzerrter Gesang ist aber aussagekräftig, da emotional, ohne dabei zu dick aufzutragen. Das ist nicht immer ganz einfach, doch ihm gelingt das auf Apathy durchgängig.
Nach diesem langen und etwas zähen Anfang lockert sich mit …dem Menschen ein Wolf die triste Bewölkung etwas auf, da recht bald das Tempo partiell flott angezogen wird. In diesem Wechsel der variablen Tempi, langsam und schnell, entwickelt Todeskult eine viel fesselndere Atmosphäre, da durch die Geschwindigkeit etwas Druck und Dynamik Einzug in die Musik erhält und auch die Gitarren wissen in den schnellen Abschnitten mit besseren Riffs und Melodien zu überzeugen.
Auch in den verbleibenden Liedern, die bis auf das kurze instrumentale Titelstück alle über zehn Minuten lang sind, wirkt Todeskult lebendiger und spielfreudiger als am Anfang. Trotz einiger schnell gespielten Passagen, die manchmal, aufgrund sehr guter Übergänge und brachialem Schlagwerkspiels, eindringlich und mächtig wirken, obliegt insgesamt auf Apathy aber eine eher bedrückte Atmosphäre. Hierzu trägt nicht nur Neidecks Kreischgesang bei, sondern auch triste Melodiebögen im Hintergrund zementieren eine unterschwellig schwelende Stimmung von Tristesse und Dunkelheit. Vereinzelt wiederkehrend, erklingen die hell gestimmten Gitarren mit ihren klaren Melodien aber einen Deut zu fröhlich für mich. In solchen ruhigen Passagen kann ich mich nicht so richtig entscheiden, ob diese hellen Nuancen zur ansonsten schweren Kost passen.
Insgesamt ist Apathy aber als ein gelungenes Nachfolgewerk zu beschreiben. Lediglich mit dem ersten Lied habe ich so meine Probleme, da es mir einfach mit seinen zwölfeinhalb Minuten zu langatmig ist. Doch danach fängt sich Todeskult und weiß eindringlich sowie stimmungsintensiv zu gefallen. Die Stärken von Apathy sind also die Wechselwirkungen, die aus Langsamkeit, Melodik und Härte entstehen. Etwas mehr Härte währe womöglich besser gewesen, doch würde dies vielleicht nicht zum Konzept passen. Wie dem auch sei, Apathy ist trotz alldem ein insgesamt gelungenes Album.
7/10
Aceust
01. Where discomfort is lurking
02. ...dem Menschen ein Wolf
03. Apathy
04. Inviolable
05. Submissive
06. Schwinden
Gänzlich ohne Einleitung beginnt das 60 Minuten lange Werk, welches ruhig und schleppend mit Where discomfort is lurking seinen Auftakt hat. Es fällt sofort die Klangproduktion auf, die im direkten Vergleich zu Als die Farben älter wurden, etwas dunkler, kälter und steriler ausgefallen ist. Das ist nicht zwangsläufig schlecht, erschwert mir aber ein wenig den Einstieg ins Album, zumal Where discomfort is lurking ein langes und weitgehend unaufgeregtes Lied ist (was allerdings hervorragend zum Titel des Albums passt), welches teilweise minimale Anleihen des Doom Metals enthält. Musikalisch agiert Todeskult also eher zurückhaltend in dem Lied. Die Melodien sind von sanftem Gemüt und oft auch von heller Klangfarbe, was mir nicht ganz so gut gefällt. Neidecks verzerrter Gesang ist aber aussagekräftig, da emotional, ohne dabei zu dick aufzutragen. Das ist nicht immer ganz einfach, doch ihm gelingt das auf Apathy durchgängig.
Nach diesem langen und etwas zähen Anfang lockert sich mit …dem Menschen ein Wolf die triste Bewölkung etwas auf, da recht bald das Tempo partiell flott angezogen wird. In diesem Wechsel der variablen Tempi, langsam und schnell, entwickelt Todeskult eine viel fesselndere Atmosphäre, da durch die Geschwindigkeit etwas Druck und Dynamik Einzug in die Musik erhält und auch die Gitarren wissen in den schnellen Abschnitten mit besseren Riffs und Melodien zu überzeugen.
Auch in den verbleibenden Liedern, die bis auf das kurze instrumentale Titelstück alle über zehn Minuten lang sind, wirkt Todeskult lebendiger und spielfreudiger als am Anfang. Trotz einiger schnell gespielten Passagen, die manchmal, aufgrund sehr guter Übergänge und brachialem Schlagwerkspiels, eindringlich und mächtig wirken, obliegt insgesamt auf Apathy aber eine eher bedrückte Atmosphäre. Hierzu trägt nicht nur Neidecks Kreischgesang bei, sondern auch triste Melodiebögen im Hintergrund zementieren eine unterschwellig schwelende Stimmung von Tristesse und Dunkelheit. Vereinzelt wiederkehrend, erklingen die hell gestimmten Gitarren mit ihren klaren Melodien aber einen Deut zu fröhlich für mich. In solchen ruhigen Passagen kann ich mich nicht so richtig entscheiden, ob diese hellen Nuancen zur ansonsten schweren Kost passen.
Insgesamt ist Apathy aber als ein gelungenes Nachfolgewerk zu beschreiben. Lediglich mit dem ersten Lied habe ich so meine Probleme, da es mir einfach mit seinen zwölfeinhalb Minuten zu langatmig ist. Doch danach fängt sich Todeskult und weiß eindringlich sowie stimmungsintensiv zu gefallen. Die Stärken von Apathy sind also die Wechselwirkungen, die aus Langsamkeit, Melodik und Härte entstehen. Etwas mehr Härte währe womöglich besser gewesen, doch würde dies vielleicht nicht zum Konzept passen. Wie dem auch sei, Apathy ist trotz alldem ein insgesamt gelungenes Album.
7/10
Aceust
01. Where discomfort is lurking
02. ...dem Menschen ein Wolf
03. Apathy
04. Inviolable
05. Submissive
06. Schwinden
Cryptic Tales - Anathema | 2009 | Redrum666 | CD | Death Metal
1993 erschien das Debütalbum Anathema seinerzeit auf Kassette
und konnte auch außerhalb Polens für einige Beachtung sorgen. Es
folgten noch zwei weitere Werke ehe es Jahre lang still wurde um Cryptic Tales, bis dann kürzlich das neue Album
VII Dogmata of Mercy
erschien. Viel hatte das neue Album mit den frühen Werken nicht mehr
gemein, weshalb ich mich über diese Wiederveröffentlichung, erstmalig
auf CD und neu abgemischt, besonders freue. Denn auf Anathema klingt Cryptic Tales verdammt noch mal nach schrummigen, dumpfen und unheiligen Death Metal der alten Schule.
Aus heutiger Sicht gibt es auf Anathema natürlich nichts Neues mehr zu entdecken. Doch damals, als die Flut der Death-Metal-Gruppen zugunsten des immer populärer werdenden Black Metals abnahm, war Anathema ein echter Knaller, und ist es heute noch. Obwohl der Klang „remastered“ ist, fehlt den sechs Titeln nichts von der dunkel wabernden, basslastigen und etwas rohen Klangproduktion, die zu solch geradlinigem oldschool Death Metal einfach mit dazugehört. Sofort mit dem Titellied am Anfang der CD zeigt Cryptic Tales sein Können. Das Lied beginnt schnell, stampfend und ruppig. Man erkennt in diesem Part sofort die klassische Rhythmik, die man so und ähnlich auch von anderen, bekannteren Klassikern her kennt. Ebenfalls im Titellied zeigt sich auch bereits die Bereitschaft, atmosphärische Elemente wie das Keyboard zu benutzen. Doch auf Anathema sind diese Keyboardeinsätze viel, viel geringer und dezenter als zuletzt auf VII Dogmata of Mercy.
Obwohl das Lies Anathema schnell und brachial ins Album geleitete, entwickelt sich das Album allerdings im Verlauf zu einem Werk im moderaten Tempo. Die Rhythmik ist vorwiegend langsam bis mittelschnell, dabei aber stets schwungvoll und treibend. Die Gitarren erklingen, wie mehrfach erwähnt, kräftig, dunkel und türmen sich in manchen Passagen zu niederwalzenden Wänden auf. Andernorts hingegen spielt Cryptic Tales betont sanft und melodisch auf. Neben den zumeist geradlinigen Strukturen sind vereinzelt auch einige technische Riffs und Übergänge zu hören, die gemeinsam mit den atmosphärischen Parts und Piotrs exzellentem Gesang, welcher extrem dunkel, tief und kehlig ist, zu einem wunderbaren Album führen.
Anathema erinnert mich, stilistisch als auch atmosphärisch, aber auch aus Gründen der Nostalgie, an Carnages „Dark Recollection“ oder an Dismembers „Like an Ever Flowing Stream“. Wer solche Klassiker liebt und schätzt, sollte sich die Neuauflage von Anathema in jedem Fall kaufen, zumal der CD für den heimischen Rechner eine reichhaltige Dreingabe spendiert wurde.
9 /10
Aceust
01. Anathema
02. Steeple of the nightmare
03. Live in vineless
04. In grave rotting is slowly
05. Voices inside the beast
06. Putrid mutants
http://www.cryptictales.pl/
VII Dogmata of Mercy
erschien. Viel hatte das neue Album mit den frühen Werken nicht mehr
gemein, weshalb ich mich über diese Wiederveröffentlichung, erstmalig
auf CD und neu abgemischt, besonders freue. Denn auf Anathema klingt Cryptic Tales verdammt noch mal nach schrummigen, dumpfen und unheiligen Death Metal der alten Schule.Aus heutiger Sicht gibt es auf Anathema natürlich nichts Neues mehr zu entdecken. Doch damals, als die Flut der Death-Metal-Gruppen zugunsten des immer populärer werdenden Black Metals abnahm, war Anathema ein echter Knaller, und ist es heute noch. Obwohl der Klang „remastered“ ist, fehlt den sechs Titeln nichts von der dunkel wabernden, basslastigen und etwas rohen Klangproduktion, die zu solch geradlinigem oldschool Death Metal einfach mit dazugehört. Sofort mit dem Titellied am Anfang der CD zeigt Cryptic Tales sein Können. Das Lied beginnt schnell, stampfend und ruppig. Man erkennt in diesem Part sofort die klassische Rhythmik, die man so und ähnlich auch von anderen, bekannteren Klassikern her kennt. Ebenfalls im Titellied zeigt sich auch bereits die Bereitschaft, atmosphärische Elemente wie das Keyboard zu benutzen. Doch auf Anathema sind diese Keyboardeinsätze viel, viel geringer und dezenter als zuletzt auf VII Dogmata of Mercy.
Obwohl das Lies Anathema schnell und brachial ins Album geleitete, entwickelt sich das Album allerdings im Verlauf zu einem Werk im moderaten Tempo. Die Rhythmik ist vorwiegend langsam bis mittelschnell, dabei aber stets schwungvoll und treibend. Die Gitarren erklingen, wie mehrfach erwähnt, kräftig, dunkel und türmen sich in manchen Passagen zu niederwalzenden Wänden auf. Andernorts hingegen spielt Cryptic Tales betont sanft und melodisch auf. Neben den zumeist geradlinigen Strukturen sind vereinzelt auch einige technische Riffs und Übergänge zu hören, die gemeinsam mit den atmosphärischen Parts und Piotrs exzellentem Gesang, welcher extrem dunkel, tief und kehlig ist, zu einem wunderbaren Album führen.
Anathema erinnert mich, stilistisch als auch atmosphärisch, aber auch aus Gründen der Nostalgie, an Carnages „Dark Recollection“ oder an Dismembers „Like an Ever Flowing Stream“. Wer solche Klassiker liebt und schätzt, sollte sich die Neuauflage von Anathema in jedem Fall kaufen, zumal der CD für den heimischen Rechner eine reichhaltige Dreingabe spendiert wurde.
9 /10
Aceust
01. Anathema
02. Steeple of the nightmare
03. Live in vineless
04. In grave rotting is slowly
05. Voices inside the beast
06. Putrid mutants
http://www.cryptictales.pl/
12.10.2009
Heimdalls Wacht / Winterlieke / Heervader - Niewelkraien | 2009 | Ger Germanske Folket | CD | Black Metal
Hach, welch ein Augenschmaus das mal wieder ist, den Det Germanske
Folket mit diesem Gemeinschaftstonträger veröffentlichen. Eine
wundervoll nostalgische Bebilderung ziert das Beiheft, das aus
robustem, strukturiertem Material besteht. Komplettiert wird der tolle
optische Eindruck von den Texten aller Lieder. Was nützt aber die
schönste äußerliche Fassade, wenn sie bröckelt, sobald man durch sie
hindurch ins Innere schaut? Zurückgezogen in seinem Heime, wird der
Einsiedler deshalb für Euch erkunden, ob der Augenschmaus auch ein
Ohrenschmaus ist.
Heimdalls Wacht gelang in den letzten Jahren, sich bereits einen beachtlichen Hörerkreis zu erarbeiten. Mit ihrem Titel Threnos (Ursprung Teil II) leistet diese verdienstvolle Gruppe des deutschen Untergrundes ihren Beitrag zu Niewelkraien. Es gibt Musik, da bleibt das Gemüt völlig regungslos und es gibt Musik, von der man sich schon ab den ersten Tönen ergriffen fühlt. Der Beitrag von Heimdalls Wacht zählt für mich zur zweiten Variante; ja, dieser behutsame Anfang des Liedes, der von einer gezupften Akustikgitarre getragen wird, verfehlt seine Wirkung bei mir nicht. Langsam nimmt auch das akustische Gitarrenspiel etwas Fahrt auf und wird von markantem Männergesang ergänzt. Melancholie ist es, die ich verspüre – das Lied ist all denen gewidmet, die in die Ferne ziehen mußten und dieses Abschiedsgefühl ist es, das mich hier zutiefst berührt. Nach diesen starken 5 Minuten setzt dann schlagartig die metallische Instrumentierung ein, wobei Heimdalls Wacht die melancholischen Züge beibehalten. Im weiteren Verlauf des Stückes, das immerhin über 13 Minuten lang ist, bieten die stolzen Männer viel Abwechslung. Ich beschreibe es mal als Black Metal, der mit sehr guten Melodien überzeugen kann und mit klaren Gesängen angereichert wurde. Ein emotionales Meisterstück von den Westfalen – sowohl der akustische als auch der metallische Teil gefallen mir sehr gut. Wenn ich mir Threnos (Ursprung Teil II) anhöre und die Augen schließe, dann sehe ich tatsächlich Bilder des Abschieds; es baut sich eine Verbundenheit mit der Musik auf, da sie es schafft, die Stimmung des Textes sehr greifbar zu vermitteln.
Winterlieke steuern mit dem Titel Nebelkrähen ihren Teil zum Ganzen bei. Die gebotene Musik ist stellenweise ziemlich monotoner Black Metal, der besonders das anfängliche Gitarrenriff ständig wiederholt. Vom Schlagzeug kommt größtenteils derselbe Takt, von dem nur im Mittelteil und mit einigen Wirbeln mal abgewichen wird. Nebelkrähen kann im späteren Verlauf noch mal ordentlich zulegen, besonders nach dem Mittelteil. Der Gesang ist sehr eindringlich und auch der Klang knüpft in etwa an den metallischen Abschnitt von Heimdalls Wacht an, was musikalisch nicht der Fall ist, denn Nebelkrähen wirkt zum einen nicht so facettenreich (was ich als so gewollt erachte) und von der Stimmung her deutlich düsterer – auch in textlicher Hinsicht. Wie mir scheint, ist es das erste Material, was auf Tonträger veröffentlicht wurde und ich finde, Winterlieke ist ein guter Einstand gelungen, da besonders Stellen der zweiten Liedhälfte Interesse an weiterer Musik wecken können.
Heervader aus den Niederlanden komplettieren dann das Aufgebot und präsentieren sich auf Niewelkraien mit zwei Liedern. Berserkgangr (Inhalt läßt sich wohl erahnen) und Voorwaarts (handelt von der Varusschlacht) nennen sich die heidnischen Kampfeshymnen und stellen eine Mischung aus Black- und Viking Metal dar. Die Urwüchsigkeit des Schwarzmetalls einschließlich des Krächzens wird mit paganen Melodien und Heidengesängen zusammengetan. Dadurch gelingt es Heervader, zu keiner Zeit dem Kitsch zu verfallen und die schwarzmetallische Komponente gibt dem Material die nötige Ungeschliffenheit. Daß auch Heervader sich auf eingefahrenen Bahnen bewegen, muß ich hier eingestehen, aber sie tun es auf überzeugende Art und Weise.
Niewelkraien ist rundum gelungen. Heimdalls Wacht haben mich am meisten beeindruckt, aber auch Winterlieke und Heervader wissen zu gefallen. Da sich die 3 Gruppen voneinander abheben, bleibt der Reiz jedes Beitrages bestehen. Fast 35 Minuten Spielzeit von 3 verschiedenen Gruppen und eine hochwertige, geschmackvolle Aufmachung – da kann man, sofern man für die Ausrichtung offen ist, bedenkenlos zugreifen.
8,5/10
Der Einsiedler
01. Heimdalls Wacht - Threnos (Ursprung Teil II)
02. Winterlieke - Nebelkrähen
03. Heervader - Berserkgangr
04. Heervader - Voorwaarts!
Heimdalls Wacht gelang in den letzten Jahren, sich bereits einen beachtlichen Hörerkreis zu erarbeiten. Mit ihrem Titel Threnos (Ursprung Teil II) leistet diese verdienstvolle Gruppe des deutschen Untergrundes ihren Beitrag zu Niewelkraien. Es gibt Musik, da bleibt das Gemüt völlig regungslos und es gibt Musik, von der man sich schon ab den ersten Tönen ergriffen fühlt. Der Beitrag von Heimdalls Wacht zählt für mich zur zweiten Variante; ja, dieser behutsame Anfang des Liedes, der von einer gezupften Akustikgitarre getragen wird, verfehlt seine Wirkung bei mir nicht. Langsam nimmt auch das akustische Gitarrenspiel etwas Fahrt auf und wird von markantem Männergesang ergänzt. Melancholie ist es, die ich verspüre – das Lied ist all denen gewidmet, die in die Ferne ziehen mußten und dieses Abschiedsgefühl ist es, das mich hier zutiefst berührt. Nach diesen starken 5 Minuten setzt dann schlagartig die metallische Instrumentierung ein, wobei Heimdalls Wacht die melancholischen Züge beibehalten. Im weiteren Verlauf des Stückes, das immerhin über 13 Minuten lang ist, bieten die stolzen Männer viel Abwechslung. Ich beschreibe es mal als Black Metal, der mit sehr guten Melodien überzeugen kann und mit klaren Gesängen angereichert wurde. Ein emotionales Meisterstück von den Westfalen – sowohl der akustische als auch der metallische Teil gefallen mir sehr gut. Wenn ich mir Threnos (Ursprung Teil II) anhöre und die Augen schließe, dann sehe ich tatsächlich Bilder des Abschieds; es baut sich eine Verbundenheit mit der Musik auf, da sie es schafft, die Stimmung des Textes sehr greifbar zu vermitteln.
Winterlieke steuern mit dem Titel Nebelkrähen ihren Teil zum Ganzen bei. Die gebotene Musik ist stellenweise ziemlich monotoner Black Metal, der besonders das anfängliche Gitarrenriff ständig wiederholt. Vom Schlagzeug kommt größtenteils derselbe Takt, von dem nur im Mittelteil und mit einigen Wirbeln mal abgewichen wird. Nebelkrähen kann im späteren Verlauf noch mal ordentlich zulegen, besonders nach dem Mittelteil. Der Gesang ist sehr eindringlich und auch der Klang knüpft in etwa an den metallischen Abschnitt von Heimdalls Wacht an, was musikalisch nicht der Fall ist, denn Nebelkrähen wirkt zum einen nicht so facettenreich (was ich als so gewollt erachte) und von der Stimmung her deutlich düsterer – auch in textlicher Hinsicht. Wie mir scheint, ist es das erste Material, was auf Tonträger veröffentlicht wurde und ich finde, Winterlieke ist ein guter Einstand gelungen, da besonders Stellen der zweiten Liedhälfte Interesse an weiterer Musik wecken können.
Heervader aus den Niederlanden komplettieren dann das Aufgebot und präsentieren sich auf Niewelkraien mit zwei Liedern. Berserkgangr (Inhalt läßt sich wohl erahnen) und Voorwaarts (handelt von der Varusschlacht) nennen sich die heidnischen Kampfeshymnen und stellen eine Mischung aus Black- und Viking Metal dar. Die Urwüchsigkeit des Schwarzmetalls einschließlich des Krächzens wird mit paganen Melodien und Heidengesängen zusammengetan. Dadurch gelingt es Heervader, zu keiner Zeit dem Kitsch zu verfallen und die schwarzmetallische Komponente gibt dem Material die nötige Ungeschliffenheit. Daß auch Heervader sich auf eingefahrenen Bahnen bewegen, muß ich hier eingestehen, aber sie tun es auf überzeugende Art und Weise.
Niewelkraien ist rundum gelungen. Heimdalls Wacht haben mich am meisten beeindruckt, aber auch Winterlieke und Heervader wissen zu gefallen. Da sich die 3 Gruppen voneinander abheben, bleibt der Reiz jedes Beitrages bestehen. Fast 35 Minuten Spielzeit von 3 verschiedenen Gruppen und eine hochwertige, geschmackvolle Aufmachung – da kann man, sofern man für die Ausrichtung offen ist, bedenkenlos zugreifen.
8,5/10
Der Einsiedler
01. Heimdalls Wacht - Threnos (Ursprung Teil II)
02. Winterlieke - Nebelkrähen
03. Heervader - Berserkgangr
04. Heervader - Voorwaarts!
Thy Wicked - Treu dem alten Weg | 2009 | Heidenklangwerke | CD | Pagan Metal
Ich gestehe: Hätte man mir das Album ohne sichtbaren Titel vorgelegt,
wäre ich nicht sofort davon ausgegangen, daß es sich bei Thy Wicked um
Pagan Metal handelt. Bei der Erstellung des Logos verwendete man
nämlich keinerlei heidnische Symbolik und das düstere Bild auf der
Frontseite verrät es auch nicht direkt. Ingo von Riger zeichnet sich
für das Bild verantwortlich und da hat er ganze Arbeit geleistet. Mir
ist zwar nicht bekannt, ob die Worte, mit denen Treu dem alten Weg
beworben wird, direkt von der Plattenfirma stammen, aber in jedem
Falle lassen sie etwas verlauten, was die Band so kaum erfüllen kann,
denn es ist beispielsweise von „neuen Maßstäben“ die Rede.
Tja, tatsächlich kann das Album die durch derartige Anpreisungen die eventuell aufkommende (bei mir nicht) Erwartungshaltung nicht erfüllen, welch Wunder. Die neuen Maßstäbe werden von Thy Wicked sicherlich nicht gesetzt, das muß ich ganz klar feststellen. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, daß das ihre Intention war. Der Pagan Metal, den der Vierer auf Treu dem alten Weg darbietet, entstammt soweit aus der Mitte des Genres. Fotos in heidnischer Gewandung, typische Themen in den Texten und ebenfalls typische musikalische Elemente, die mal mehr und mal weniger überzeugen können. Nehmen wir als Beispiel den Gesang – der Kreischgesang und auch sein tiefes Gegenstück gefallen mir ganz gut, während ich den Klargesang für ausbaufähig halte. Negativ fallen mir die ständigen Gesangslinien auf, die lediglich mit „Ohoho“ besungen sind. Irgendwie fügt sich das nicht so passend in das Gesamtbild ein. Leider sind das nicht meine einzigen Kritikpunkte. Ein Stück wie Trinkgelage will mir einfach nicht so recht gefallen. Allgemein wäre mir in thematischer Hinsicht etwas Abwechslung lieber gewesen – Thy Wicked haben ja keine miesen Texte, so ist es ja nicht, da gibt es viel Schlimmeres. Einige Motive halte ich aber einfach für zu oft gebraucht, da verliert sich der Reiz, da sie nahezu jede Truppe im Pagan Metal einmal in ihren Liedern verarbeitet hat. Es gibt noch einige weitere Punkte, aber ich will das gar nicht zu sehr vertiefen. Nun zum Positiven: Schönes Motiv auf der Albumfront, der Klang ist soweit ganz gut gelungen, wie erwähnt steckt im Gesang und speziell in den härteren Passagen Potential und ganz allgemein scheinen die musikalischen Fähigkeiten ganz gut ausgeprägt zu sein. Mit Details wie akustischen Zwischenspielen und von akustischen Gitarren überlagerte verzerrte Gitarren sind zwar nett, aber an den Arrangements und Feinheiten sollten die Männer noch feilen, wenn sie sich dereinst tatsächlich vom Genrestandard abheben wollen.
Für frischen Wind im Genre reicht es nicht, der Pagan Metal dieser Horde ist auch eher Treu dem alten Weg. Für eine Empfehlung reicht das ebenfalls nicht, dafür existieren auf dem Album noch zu viele Schwächen. Dessen ungeachtet können zumindest Fanatiker der Richtung mal reinhören. Der Weg zur Speerspitze des Pagan Metals ist jedenfalls noch weit.
6/10
Der Einsiedler
01. Der Aufbruch
02. Zur Walstat
03. Wolfsfller
04. Im Wandel der Zeit
05. Treu dem alten Weg
06. Frankonia
07. Trinkgelage
08. Allvaters Weisheit
09. Abschied
10. Die Heimkehr
Tja, tatsächlich kann das Album die durch derartige Anpreisungen die eventuell aufkommende (bei mir nicht) Erwartungshaltung nicht erfüllen, welch Wunder. Die neuen Maßstäbe werden von Thy Wicked sicherlich nicht gesetzt, das muß ich ganz klar feststellen. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, daß das ihre Intention war. Der Pagan Metal, den der Vierer auf Treu dem alten Weg darbietet, entstammt soweit aus der Mitte des Genres. Fotos in heidnischer Gewandung, typische Themen in den Texten und ebenfalls typische musikalische Elemente, die mal mehr und mal weniger überzeugen können. Nehmen wir als Beispiel den Gesang – der Kreischgesang und auch sein tiefes Gegenstück gefallen mir ganz gut, während ich den Klargesang für ausbaufähig halte. Negativ fallen mir die ständigen Gesangslinien auf, die lediglich mit „Ohoho“ besungen sind. Irgendwie fügt sich das nicht so passend in das Gesamtbild ein. Leider sind das nicht meine einzigen Kritikpunkte. Ein Stück wie Trinkgelage will mir einfach nicht so recht gefallen. Allgemein wäre mir in thematischer Hinsicht etwas Abwechslung lieber gewesen – Thy Wicked haben ja keine miesen Texte, so ist es ja nicht, da gibt es viel Schlimmeres. Einige Motive halte ich aber einfach für zu oft gebraucht, da verliert sich der Reiz, da sie nahezu jede Truppe im Pagan Metal einmal in ihren Liedern verarbeitet hat. Es gibt noch einige weitere Punkte, aber ich will das gar nicht zu sehr vertiefen. Nun zum Positiven: Schönes Motiv auf der Albumfront, der Klang ist soweit ganz gut gelungen, wie erwähnt steckt im Gesang und speziell in den härteren Passagen Potential und ganz allgemein scheinen die musikalischen Fähigkeiten ganz gut ausgeprägt zu sein. Mit Details wie akustischen Zwischenspielen und von akustischen Gitarren überlagerte verzerrte Gitarren sind zwar nett, aber an den Arrangements und Feinheiten sollten die Männer noch feilen, wenn sie sich dereinst tatsächlich vom Genrestandard abheben wollen.
Für frischen Wind im Genre reicht es nicht, der Pagan Metal dieser Horde ist auch eher Treu dem alten Weg. Für eine Empfehlung reicht das ebenfalls nicht, dafür existieren auf dem Album noch zu viele Schwächen. Dessen ungeachtet können zumindest Fanatiker der Richtung mal reinhören. Der Weg zur Speerspitze des Pagan Metals ist jedenfalls noch weit.
6/10
Der Einsiedler
01. Der Aufbruch
02. Zur Walstat
03. Wolfsfller
04. Im Wandel der Zeit
05. Treu dem alten Weg
06. Frankonia
07. Trinkgelage
08. Allvaters Weisheit
09. Abschied
10. Die Heimkehr
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