07.03.2009
DRENGSKAPUR - VON NEBEL UMSCHLUNGEN | VERÖFFENTLICHT: 2009 | PLATTENFIRMA: EIGENPRODUKTION
Von Nebel umschlungen ist die dritte, in Eigenregie produzierte Veröffentlichung von Drengskapur, einer zwei Mann starken Gruppe aus Berlin. Sowohl die Aufmachung mit einer nebeligen Waldszene, als auch die Liednamen lassen darauf schließen, es hier mit naturbezogenem Pagan Metal zu tun zu haben. Glücklicherweise erweist sich dies schnell als Trugschluss. Nachdem die beschauliche Akustikgitarreneinleitung Nebelfeld vorbei ist, erklingt mit Drunten im Tal alsbald grimmig roher Black Metal, der sofort durch den knarzenden, rabengleichen Gesang und die grell gestimmten, lebhaften Gitarren auffällt. Somit ist Drengskapur die Überraschung gelungen, denn an dieser Form des Black Metals ändert sich auf dem Album wenig.
Von Nebel umschlungen ist ein 67 Minuten langes Werk, in dem es bis auf die kurzen Ein- und Ausleitungen, grimmigen sowie abwechslungsreichen Black Metal gibt. Sowohl rhythmisch als auch an den Saiteninstrumenten gibt es viele Facetten, Wechsel und Übergänge zu hören. Dies ist auch nötig, da vier von fünf Liedern weit über zehn Minuten lang sind. Wirkliche Monotonie kommt dabei nur selten auf, was dem vielfältigen Spiel an Gitarre und Schlagwerk geschuldet ist. So manches Mal erinnern mich die grell gestimmten Gitarren, das überaus abwechslungsreich polterne Schlagzeug und der rabenhafte Gesang an Graveland. Ein oder zwei Mal fühle ich mich auch an Judas Iscariot erinnert, etwa als Drengskapur einen rhythmisch eingängig schnellen Part spielt, welcher der rohen Grimmigkeit von Judas Iscariot ähnlich ist. Da die Riffs streckenweise recht melodisch beschaffen sind, erschaffen sie ob der rohen und grimmigen Instrumentalisierung durchaus eine heidnische Black/Pagan Metal Atmosphäre, ganz so, wie es Graveland früher ebenfalls tat, ohne dabei auf Klargesang oder Lagerfeueridylle zurückzugreifen, was mir sehr gut gefällt.
Genau genommen gibt es an Von Nebel umschlungen nur eine einzige Sache zu bemängeln: Die Länge. Auf die Dauer wirken die langen Hymnen etwas langatmig, obgleich die einzelnen Stücke allesamt gelungen und überzeugend sind und Drengskapur schon sehr viel Abwechslung und fließende Strukturen eingearbeitet hat. Vereinzelt gibt es in den Liedern kurze Klargitarrenpassagen, die das Ganze auflockern. Zudem sind diese Passagen sehr schön gespielt und bestechen durch gute, herrliche Melodien. Von Nebel umschlungen ist also eine gute, empfehlenswerte Veröffentlichung, die eigentlich jedem Hörer genügend bieten sollte, zumal Drengskapur das Album komplett eigenständig aufgenommen und produziert hat! Grimmiger Black Metal mit Abwechslung, Melodik, Rohheit und einer Priese Heidentum, wer will da schon widerstehen?
7,5/10
Aceust
01. Nebelfeld
02. Drunten im Tal
03. Auf zum Kampfe
04. Herbst
05. Aufbruch
06. Uralte Macht
07. Blut'ges Abendrot
http://www.drengskapur.de/
Ordo Templi Orientis / Iad Uroboros - Vex Irritation | 2009 | SFH Records | Kassette | Black Metal
Bei Ordo
Templi Orientis scheint es sich um eine sehr wandelbare Gruppe
zu handeln. Denn das hier vertretene Lied Permanent
suicide ist klanglich um Welten besser als die Lieder von Paganatum. Aber auch
stilistisch unterscheidet sich das Lied. Es ist ein knapp zwölf Minuten langes,
melancholisches Lied, welches ich als eine gelungene Mischung aus depressiven
Black Metal und Dark Metal bezeichnen möchte. Es gibt klassische DSBM Passagen
mit dem stark verzerrten Kreischgesang und ruhigem Gitarrenspiel. Ebenso, was
mir gut gefällt, enthält das Lied allerdings auch Strecken ohne diesen Kreischgesang.
Stattdessen ist die Stimme klar und ein wenig leidend oder klagend, dabei aber
durchaus sonor, was mich ein wenig an die frühen Lieder von Nagelfar erinnert. Diese
Passagen werten das Lied enorm auf, wie auch einige eigenwillige, disharmonische
Gitarrenläufe. Im Vergleich zu Paganatum
konnte sich Ordo Templi Orientis
also massiv steigern.
Iad Uroboros ist ein Einmannprojekt, welches mich sofort mit einem differenzierten und kraftvollen Klang überrascht. Beide Stücke sind allerdings rein instrumental, was die Sache nicht schlechter macht, ich aber dennoch ein wenig als bedauerlich empfinde, da die Musik gut ist, es schöne Riffs und rhythmische Vielfalt gibt. Ich würde gerne wissen, wie es sich anhört, wenn Iad Uroboros dazu singen würde. Denn die Musik könnte sowohl melancholisch sein als auch heftig und aggressiv. Das hängt davon ab, wie man den Gesang gestalten würde. Rein musikalisch ist Iad Uroboros jedenfalls sehr interessant: Roh und harsch, aber auch sanft und melodiebetont.
Vex irritation ist eine passable und interessante Untergrundveröffentlichung. Ordo Templi Orientis fällt zwar nicht durch originelle Musik auf, konnte mich aber aufgrund der Passagen mit Klarstimme überzeugen. Und für musikalische (experimentelle) Exoten wie Iad Uroboros habe ich ohnehin eine Neigung. Mir gefällt's und Kassettenjäger können hier gerne zugreifen.
7/10
Aceust
Iad Uroboros ist ein Einmannprojekt, welches mich sofort mit einem differenzierten und kraftvollen Klang überrascht. Beide Stücke sind allerdings rein instrumental, was die Sache nicht schlechter macht, ich aber dennoch ein wenig als bedauerlich empfinde, da die Musik gut ist, es schöne Riffs und rhythmische Vielfalt gibt. Ich würde gerne wissen, wie es sich anhört, wenn Iad Uroboros dazu singen würde. Denn die Musik könnte sowohl melancholisch sein als auch heftig und aggressiv. Das hängt davon ab, wie man den Gesang gestalten würde. Rein musikalisch ist Iad Uroboros jedenfalls sehr interessant: Roh und harsch, aber auch sanft und melodiebetont.
Vex irritation ist eine passable und interessante Untergrundveröffentlichung. Ordo Templi Orientis fällt zwar nicht durch originelle Musik auf, konnte mich aber aufgrund der Passagen mit Klarstimme überzeugen. Und für musikalische (experimentelle) Exoten wie Iad Uroboros habe ich ohnehin eine Neigung. Mir gefällt's und Kassettenjäger können hier gerne zugreifen.
7/10
Aceust
01. OTO - Permanent suicide
02. IU - Внутри
03. IU - Сходя C Ума
02. IU - Внутри
03. IU - Сходя C Ума
02.03.2009
Urna - Iter Ad Lucem | 2009 | ATMF | CD | Black Funeral Doom Metal
Gute zweieinhalb Jahre nach dem großartigen Album Sepulcrum gibt es nun mit Iter ad lucem den Nachfolger. Urna scheint sich seither weiterentwickelt zu haben, da Sepulcrum seinerzeit ein bisweilen recht raues, düsteres, verstörendes und obskures Werk war, so ist Iter ad lucem insgesamt betrachtet atmosphärischer und deswegen auch weniger düster und bizarr ausgefallen. Die beiden ersten Stücke, Iter ad lucem I und II,
die zusammengenommen knapp 20 Minuten lang sind, sind durchgehend
langsam, ruhig und atmosphärisch. Es sind zwei schöne Lieder, die in
ihrer andächtigen Ruhe etwas Idyllisches und Majestätisches vermitteln.
Zwar gibt es hier und da kraftvolle Arrangements, aber haben diese
dann einen schleppenden und atmosphärischen Charakter. Oft sind auch
klare, sphärisch gespielte Gitarren zu hören, die den ruhigen sowie
idyllischen Charakter unterstreichen.
An diesem atmosphärischen Gefüge ändert sich auch in K-TH-R nur punktuell etwas. Der atmosphärische Funeral Doom wird zwar auch hier gepflegt, doch haben sich vereinzelt einige eingängig verstörende Riffs oder stampfende Schlagzeugparts eingeschlichen, die diese bisher ruhige Atmosphäre etwas aufbrechen. Dieses Kalkül geht natürlich sofort auf und Urna entwickelt schlagartig diese düstere und mystische Atmosphäre, die auf Sepulcrum so präsent war. Ähnlich verhält es sich auch in Om. Überaus ruhige, wunderbare sphärische Parts wechseln sich mit majestätischem, stets atmosphärischen Funeral Doom ab.
Erst mit Sefira Malkuth kommt es dann zu einer Art Stilbruch. Der Anfang des Liedes ist sehr eigenartig. Es ist ein flotter, eingängiger, blechern und mechanisch klingender Rhythmus zu hören. Sowohl das Tempo als auch der Klang sind sehr eigentümlich und passen überhaupt nicht zur bisherigen Darbietung Urnas. Es ist ein netter Effekt, da er das Ganze etwas aufbricht und auflockert. Im weiteren Verlauf wird Sefira Malkuth dann allerdings wieder auf gewohnte Weise atmosphärisch, auch wenn treibende Doublebass-Parts oder ein klares Gitarrensoli für einprägsame Momente sorgen.
Iter ad lucem ist ein gutes Album, daran besteht kein Zweifel. Allerdings muss es sich mit Sepulcrum messen lassen, und diesem direkten Vergleich hält es nicht stand. Denn Iter ad lucem ist einfach viel zu atmosphärisch und deswegen unterm Strich auch etwas zu harmlos für meinen Geschmack. Im Detail gibt es zwar immer wieder richtig gute Arrangements und Momente, doch sind diese ja nur Momentaufnahmen, die ein Album mitprägen aber insgesamt zu wenig Gewicht haben. Iter ad lucem ist aber in seiner atmosphärischen Charakteristik ein sehr majestätisch und erhaben wirkendes Funeral-Doom-Album. Es besitzt erstklassige harmonische Stränge, die durchaus geheimnisvoll und düster sind. Doch ist Iter ad lucem niemals so dunkel und bedrohlich wie Sepulcrum.
7,5/10
Aceust
01. Iter ad lucem I
02. Iter ad lucem II
03. K-TH-R
04. Om
05. Sefira Malkuth
06.
http://www.atmf.net/
An diesem atmosphärischen Gefüge ändert sich auch in K-TH-R nur punktuell etwas. Der atmosphärische Funeral Doom wird zwar auch hier gepflegt, doch haben sich vereinzelt einige eingängig verstörende Riffs oder stampfende Schlagzeugparts eingeschlichen, die diese bisher ruhige Atmosphäre etwas aufbrechen. Dieses Kalkül geht natürlich sofort auf und Urna entwickelt schlagartig diese düstere und mystische Atmosphäre, die auf Sepulcrum so präsent war. Ähnlich verhält es sich auch in Om. Überaus ruhige, wunderbare sphärische Parts wechseln sich mit majestätischem, stets atmosphärischen Funeral Doom ab.
Erst mit Sefira Malkuth kommt es dann zu einer Art Stilbruch. Der Anfang des Liedes ist sehr eigenartig. Es ist ein flotter, eingängiger, blechern und mechanisch klingender Rhythmus zu hören. Sowohl das Tempo als auch der Klang sind sehr eigentümlich und passen überhaupt nicht zur bisherigen Darbietung Urnas. Es ist ein netter Effekt, da er das Ganze etwas aufbricht und auflockert. Im weiteren Verlauf wird Sefira Malkuth dann allerdings wieder auf gewohnte Weise atmosphärisch, auch wenn treibende Doublebass-Parts oder ein klares Gitarrensoli für einprägsame Momente sorgen.
Iter ad lucem ist ein gutes Album, daran besteht kein Zweifel. Allerdings muss es sich mit Sepulcrum messen lassen, und diesem direkten Vergleich hält es nicht stand. Denn Iter ad lucem ist einfach viel zu atmosphärisch und deswegen unterm Strich auch etwas zu harmlos für meinen Geschmack. Im Detail gibt es zwar immer wieder richtig gute Arrangements und Momente, doch sind diese ja nur Momentaufnahmen, die ein Album mitprägen aber insgesamt zu wenig Gewicht haben. Iter ad lucem ist aber in seiner atmosphärischen Charakteristik ein sehr majestätisch und erhaben wirkendes Funeral-Doom-Album. Es besitzt erstklassige harmonische Stränge, die durchaus geheimnisvoll und düster sind. Doch ist Iter ad lucem niemals so dunkel und bedrohlich wie Sepulcrum.
7,5/10
Aceust
01. Iter ad lucem I
02. Iter ad lucem II
03. K-TH-R
04. Om
05. Sefira Malkuth
06.
http://www.atmf.net/
01.03.2009
Eole Noir - Ambivalence | 2008 | Thor's Hammer Productions | Kassette | Black Metal
Ganz frisch ist das Material von Ambivalence nicht mehr. Die
Kassette enthält Material aus dem Jahre 2003, welches bisher
unveröffentlicht blieb. Was etwas schade ist, da der letzte Tonträger
bereits 2004 erschien. Das war die Split EP mit Sombre Chemin, die mir
seinerzeit sehr gut gefiel. Im Übrigen ist diese Split auch die einzige
Veröffentlichung von Eole Noir, auf der Gesang zu hören ist. Ambivalence ist genau so wie Valeurs ein rein instrumentales Werk. Valeurs wollte mir allerdings nie so recht gefallen, da mit der Klang für instrumentale Musik zu grell und roh war. Mit Ambivalence
ist das glücklicherweise anders, weshalb ich sehr froh bin, dass es
nach sechs Jahren nun doch zu einer Veröffentlichung des Materials kam.
Die fünf Titel von Ambivalence sind in erster Linie gitarrenbetont. Die Stücke sind von eingängigen Riffs und Melodieführungen geprägt, die zwar rau im klanglichen Bereich sind aber stets eine gewisse vereinnahmende Atmosphäre versprühen. Das rhythmische Spektrum reicht dabei von monoton stampfend und eingängig schnell bis hin zu schleppenden Passagen. Der Klang des Schlagzeuges ist zwar etwas dumpf, dabei aber durchaus natürlich. Zudem erweist sich das Spiel des Schlagzeuges bis zu einem gewissen Grat als vielschichtig. Eole Noir klopft nicht nur plump einen Takt, sondern nutzt stellenweise auch die Möglichkeiten, die das Instrument bietet, was mir gut gefällt. Denn es sind nicht einfach nur Instrumentalstücke, die andere Gruppen als atmosphärische Zwischenstücke auf ihr Album oder Demo packen würden, sondern es sind echte Lieder, denen lediglich der Gesang fehlt. Aus diesem Grund ist Ambivalence auch ein atmosphärisch sehr ansprechendes und dichtes Werk, auf dem man den fehlenden Gesang keinen Augenblick lang vermisst!
Für mich ist Ambivalence ein echter Leckerbissen unter den Kassettenveröffentlichungen. Wirklich gelungener instrumentaler Black Metal, der einen angenehmen rau-grellen Klang hat und gute vereinnahmende Harmonien besitzt.
8,5/10
Aceust
01. Dés-Espérer
02. Astre
03. Cimes et abîmes
04. De profondes racines
05. Déchirure
http://www.thorshammerproductions.com/site/site.html
Die fünf Titel von Ambivalence sind in erster Linie gitarrenbetont. Die Stücke sind von eingängigen Riffs und Melodieführungen geprägt, die zwar rau im klanglichen Bereich sind aber stets eine gewisse vereinnahmende Atmosphäre versprühen. Das rhythmische Spektrum reicht dabei von monoton stampfend und eingängig schnell bis hin zu schleppenden Passagen. Der Klang des Schlagzeuges ist zwar etwas dumpf, dabei aber durchaus natürlich. Zudem erweist sich das Spiel des Schlagzeuges bis zu einem gewissen Grat als vielschichtig. Eole Noir klopft nicht nur plump einen Takt, sondern nutzt stellenweise auch die Möglichkeiten, die das Instrument bietet, was mir gut gefällt. Denn es sind nicht einfach nur Instrumentalstücke, die andere Gruppen als atmosphärische Zwischenstücke auf ihr Album oder Demo packen würden, sondern es sind echte Lieder, denen lediglich der Gesang fehlt. Aus diesem Grund ist Ambivalence auch ein atmosphärisch sehr ansprechendes und dichtes Werk, auf dem man den fehlenden Gesang keinen Augenblick lang vermisst!
Für mich ist Ambivalence ein echter Leckerbissen unter den Kassettenveröffentlichungen. Wirklich gelungener instrumentaler Black Metal, der einen angenehmen rau-grellen Klang hat und gute vereinnahmende Harmonien besitzt.
8,5/10
Aceust
01. Dés-Espérer
02. Astre
03. Cimes et abîmes
04. De profondes racines
05. Déchirure
http://www.thorshammerproductions.com/site/site.html
(V.E.G.A.) - Alienforest - A Sick Mind's Hologram | 2008 | Debemur Morti | CD | Industrial Black Metal
Es ist allen voran ein überaus abwechslungsreiches Werk, das über 74 Minuten lang ist und definitiv keine Langeweile oder Monotonie aufkommen lässt. Sowohl die zahlreichen und verschieden gestalteten Elektro- und Dark-Ambient-Passagen sind vielschichtig und ansprechend, als auch die wüsten Black-Metal-Stücke. Diese sind gerne schnell und extrem, in ihrem grellen Klang auch etwas schroff und entwickeln zuweilen eine kalte und abweisende Atmosphäre, die mich so manches Mal an Niden div. 187 erinnert. Vereinzelt entwickelt (V.E.G.A.) in diesem radikalen und heftigen Geschwindigkeitsrausch auch eine extreme Krachatmosphäre, die laut und aggressiv ist, dann aber von einem überaus ruhigem Ambientlied abgelöst wird.
Allerdings ist das Album nicht eben kurz, weshalb es durchaus vorkommen kann, das diese Hülle und Fülle an verschiedenen Stilen und Einflüssen zu einer Art Reizüberflutung führt. So geht es mir jedenfalls. Dieser extreme Black Metal, der wüst und laut ist, und sicht nicht selten weit in den Industrial Black Metal hinein ausdehnt, zehrt an den Nerven. Da sind die Ambientlieder eine willkommene Erholungspause. Dennoch ist mit das Album insgesamt etwas zu langatmig. So sind auch die Längen der einzelnen Lieder überaus unterschiedlich und reichen von anderthalb bis zu über zehn Minuten. Alienforest ist ein akustischer Angriff auf die Sinneswahrnehmung. Extrem aber auch düster.
7/10
Aceust
22.02.2009
Old Wainds - Death Nord Kult | 2008 | Debemur Morti | CD | Black Metal
Mit Death Nord Kult steht nun das mittlerweile dritte Album der Murmansker Division Old Wainds in den Regalen. Sowohl die beiden Alben Religion of spiritual violence und Scalding coldness als auch die Demobänder waren allesamt überragend und meisterhaft. Entsprechend groß waren die Erwartungen an Death Nord Kult, welche von Old Wainds
allerdings nur bedingt erfüllt wurden. Ob es mit dem Weggang von Kull
zu tun hat, kann ich nicht so recht beurteilen, die Band hat aber in
jedem Fall an Atmosphäre eingebüßt. Dies wird schon unmittelbar mit dem
ersten Titel Storm-Whip deutlich. Es ist ein antreibendes und
geradliniges Stück, das zuweilen nüchtern, trocken und technisch
rüberkommt. Einerseits gefällt es, zumal hier und da eine durchaus
angenehme thrashige Note durchschimmert. Old Wainds
beherrscht es nach wie vor, durch brillantes Riffing einzigartige
Akzente zu setzen, ohne Zweifel. Ähnliche Oldschoolelemente sind auch
in Cruel black dead zu hören, einem sehr riffbetonten Stück. Was Old Wainds
da spielt hört sich wirklich gut an. Für solche Riffs wurden schon vor
20 Jahren Bands geliebt, die heute Kultstatus besitzen. Trotzdem fehlt
mir auf Death Nord Kult etwas, was ich auf den beiden Vorgängeralben so sehr liebte. Dort kombinierte Old Wainds
meisterhaft eine nordische und grimmige Kälte mit wunderbaren dunklen
und atmosphärischen Melodieführungen. Ich denke da beispielsweise an
die Lieder Flaming one, The one „holy“ dead und Unholy nordic Metal von Religion of spiritual violence oder an Scalding coldness und Freezing winter breath
vom Zweitling. Das war traditioneller roher Black Metal gepaart mit
superbem Riffing, der direkt unter die Haut ging und das Blut gefrieren
ließ und trotz aller Roh- und Grimmigkeit stets auch atmosphärische
Anteile besaß. Dieses Gesamtpaket vermisse ich aktuell etwas.
Handwerklich und strukturell ist das dritte Werk zweifelsfrei ein gutes
und gelungenes Album.
Nun ist es aber auch nicht so, dass es auf dem dritten Album keine erstklassigen und unter die Haut gehenden Momente geben würde. Born in the freezing dark ist zum Beispiel so ein Lied, dessen eingängig schnellen Arrangements absolut überwältigend sind. Grimmig und kalt ist dieser Part, gute schnelle Riffs werden zum Besten gegeben. Doch dann kommt der Break und Old Wainds setzt zu sehr auf gefällige Riffs, die einen ähnlichen Charakter wie in Storm-Whip oder Cruel black dead haben. Die anfängliche Stimmung des Liedes wird dadurch zunichte gemacht.
Death Nord Kult ist ein Album, welches mich zwiespältig macht wie kein anderes in der letzten Zeit. Ständig wäge ich das Für und Wider ab. Death Nord Kult ist in jedem Fall 100% Old Wainds, auch wenn mir einige Facetten der aktuell vorliegenden Entwicklung nicht so sehr gefallen. Trotz einiger offenkundigen Verweise zum Oldschool wirkt das Album so manches Mal einen Ticken zu modern auf mich. Mit modern meine ich den Eindruck, dass Old Wainds versucht, durch das Weglassen der düsteren und harmonischen Melodieführungen mehr Härte, mehr nüchterne Brachialität aufzubauen - was letztlilch auch gelingt.
Trotz allem ist es ein Album das ich jedem uneingeschränkt empfehlen kann. Old Wainds sind nach wie vor eine völlig zu unrecht unterschätze Gruppe im Black Metal. Mein Lieblingsalbum wird es aber nicht werden, dafür sind die beiden Vorgänger einfach zu mächtig.
8/10
Aceust
01. Storm-Whip
02. Once moonlight...
03. Cruel black dead
04. Bloodstained
05. Cold twilight of the worlds
06. Born in the freezing dark
07. Death Nord Kult
08. Cold northern order
Nun ist es aber auch nicht so, dass es auf dem dritten Album keine erstklassigen und unter die Haut gehenden Momente geben würde. Born in the freezing dark ist zum Beispiel so ein Lied, dessen eingängig schnellen Arrangements absolut überwältigend sind. Grimmig und kalt ist dieser Part, gute schnelle Riffs werden zum Besten gegeben. Doch dann kommt der Break und Old Wainds setzt zu sehr auf gefällige Riffs, die einen ähnlichen Charakter wie in Storm-Whip oder Cruel black dead haben. Die anfängliche Stimmung des Liedes wird dadurch zunichte gemacht.
Death Nord Kult ist ein Album, welches mich zwiespältig macht wie kein anderes in der letzten Zeit. Ständig wäge ich das Für und Wider ab. Death Nord Kult ist in jedem Fall 100% Old Wainds, auch wenn mir einige Facetten der aktuell vorliegenden Entwicklung nicht so sehr gefallen. Trotz einiger offenkundigen Verweise zum Oldschool wirkt das Album so manches Mal einen Ticken zu modern auf mich. Mit modern meine ich den Eindruck, dass Old Wainds versucht, durch das Weglassen der düsteren und harmonischen Melodieführungen mehr Härte, mehr nüchterne Brachialität aufzubauen - was letztlilch auch gelingt.
Trotz allem ist es ein Album das ich jedem uneingeschränkt empfehlen kann. Old Wainds sind nach wie vor eine völlig zu unrecht unterschätze Gruppe im Black Metal. Mein Lieblingsalbum wird es aber nicht werden, dafür sind die beiden Vorgänger einfach zu mächtig.
8/10
Aceust
01. Storm-Whip
02. Once moonlight...
03. Cruel black dead
04. Bloodstained
05. Cold twilight of the worlds
06. Born in the freezing dark
07. Death Nord Kult
08. Cold northern order
VI - De Praestigiis Daemonum | 2008 | Debemur Morti | CD | Black Metal
Eine knappe halbe Stunde an purem, blasphemischen Black Metal wird hier
von den 2 Franzosen geboten. Stellenweise erinnert mich ihr Debüt ein
wenig an eine Mischung aus Deathspell Omega und Inquisition. Allerdings
probiert man nicht wie eine (billige) Kopie von etwas zu klingen. Ich
persönlich finde es etwas schade, dass, obwohl es klar erkennbar ist,
dass die Musiker ihre Instrumente gut beherrschen, eine spezielle Note
an "Eigenständigkeit" fehlt. Allerdings bemerkt man doch, dass die 4
Stücke mit viel Gefühl dahinter geschrieben wurden. Recht druckvoll und
treibend kommt das Album daher und weiß zu gefallen. Nicht nur, weil
man von Beginn an in die durchgängig kalte Atmosphäre gezogen und bis
zum Ende nicht mehr losgelassen wird, sondern auch, da es alles in
allem sehr spannungsgeladen und abwechslungsreich ist. So folgt auf
schnellere Blastbeatpassagen eine Untermalung durch einen Chor(?), um
daraufhin wieder in ein weiteres Inferno auszuarten, was Stellenweise
auch mal etwas langsamer daherkommen kann und trotzdem zu gefallen und
zu überzeugen weiß.
Ein gestandenes, erstes „Lebenszeichen“, was zwar nicht viele Überraschungen aufweist, aber trotzdem an sich zu überzeugen weiß. Selbst die am PC programmierten Drums machen angesichts einiger Gänsehautmomente kaum Abstriche. Wenn im nächsten Werk noch einiges mehr an meiner bemängelten „Eigenständigkeit“ hinzukommt, vermag ich nun schon zu sagen, dass sich diese Band bald hinter niemandem mehr zu verstecken braucht.
7/10
F.
01. Et maintenant je lui appartiens...
02. Je me dresse devant le trône...
03. Si le sommeil de ma raison...
04. Il n'y a pas de repos...
Ein gestandenes, erstes „Lebenszeichen“, was zwar nicht viele Überraschungen aufweist, aber trotzdem an sich zu überzeugen weiß. Selbst die am PC programmierten Drums machen angesichts einiger Gänsehautmomente kaum Abstriche. Wenn im nächsten Werk noch einiges mehr an meiner bemängelten „Eigenständigkeit“ hinzukommt, vermag ich nun schon zu sagen, dass sich diese Band bald hinter niemandem mehr zu verstecken braucht.
7/10
F.
01. Et maintenant je lui appartiens...
02. Je me dresse devant le trône...
03. Si le sommeil de ma raison...
04. Il n'y a pas de repos...
Khors - Mysticism | 2008 | Paragon Records | CD | Black Metal
Khors ist eine ukrainische Band, die sich aus
Musikern rekrutiert, die unter anderem in recht bekannten Gruppen wie
Astrofaes, Hate Forest, Nokturnal Mortum oder Runes of Dianceht spielen
oder gespielt haben. Mysticism ist bereits das dritte Album
und enthält atmosphärischen Black Metal, der bisweilen regelrecht
romantische und idyllische Züge aufweist. Interessanterweise erinnert
der Gesang von Khors stark an den von Drudkh. Die einzige echte Gemeinsamkeit allerdings ist das Herkunftsland. Khors’
Gesang ist also nur minimal verzerrt, dafür rau bis heiser und kehlig.
Mir gefällt es, zumal der Gesang gut zur atmosphärischen und ruhigen
Instrumentalisierung passt. Dabei zieht Khors alle
Register und so sind akustische Gitarren, klare melodische Soli,
dezente Keyboardarrangements als auch klare Gesänge zu hören. Hier und
da wird der Metal komplett weggelassen, so dass sehr ruhige und
beschauliche Musik zu hören ist, die dann eben idyllisch und romantisch
klingt. Es ist nicht schlecht, zumal Khors diese Parts
kitschfrei gestaltet hat und sich das Ganze glücklicherweise nicht
nach nervendem Pagan Gedöns anhört. Vielmehr sind diese klaren Parts
schöne und ruhige Zwischenstücke, die dem ohnehin schon atmosphärischen
Black Metal zusätzlich einen sanften Charakter verleihen.
Obwohl alles Hand und Fuß hat und Khors trotz aller Melodik und Atmosphäre auf zu melodische oder aufheiternde Elemente verzichtet, ist mir Mysticism auf die Dauer dennoch zu gediegen und lieblich. Ich vermisse etwas Mächtiges und Druckvolles in der Musik. Ein wenig davon lässt sich im Titelstück erahnen. Es ist zwar langsam und melodisch, doch besitzt das Lied zuweilen kraftvolle Riffs und einen gleichfalls auffordernden, kräftigen Gesang.
Mysticism ist ein gutes Album, da es trotz aller Melodik und Atmosphäre zu keinem Zeitpunkt zu verspielt oder aufgesetzt wirkt und „fröhliche“ Pagan-Elemente fehlen. Zudem können die klaren als auch die metallischen Parts für sich genommen überzeugen. Wer atmosphärischen Black Metal mag, der sollte Mysticism in jedem Fall probieren. Mir persönlich ist es allerdings einfach zu ruhig auf die Dauer, obgleich ich die musikalischen Qualitäten von Khors anerkenne. Ein wenig wirkt Khors auf mich wie eine lieblichere Drudkh-Variante. Und das kann schon mal gar nicht verkehrt sein.
7/10
Aceust
01. Through the rays of fading moond
02. Raven's dance
03. Milk of heavens
04. Winterfall
05. In the cold embrace of mist
06. Pagan scars
07. Mysticism
08. Red mirrors
Obwohl alles Hand und Fuß hat und Khors trotz aller Melodik und Atmosphäre auf zu melodische oder aufheiternde Elemente verzichtet, ist mir Mysticism auf die Dauer dennoch zu gediegen und lieblich. Ich vermisse etwas Mächtiges und Druckvolles in der Musik. Ein wenig davon lässt sich im Titelstück erahnen. Es ist zwar langsam und melodisch, doch besitzt das Lied zuweilen kraftvolle Riffs und einen gleichfalls auffordernden, kräftigen Gesang.
Mysticism ist ein gutes Album, da es trotz aller Melodik und Atmosphäre zu keinem Zeitpunkt zu verspielt oder aufgesetzt wirkt und „fröhliche“ Pagan-Elemente fehlen. Zudem können die klaren als auch die metallischen Parts für sich genommen überzeugen. Wer atmosphärischen Black Metal mag, der sollte Mysticism in jedem Fall probieren. Mir persönlich ist es allerdings einfach zu ruhig auf die Dauer, obgleich ich die musikalischen Qualitäten von Khors anerkenne. Ein wenig wirkt Khors auf mich wie eine lieblichere Drudkh-Variante. Und das kann schon mal gar nicht verkehrt sein.
7/10
Aceust
01. Through the rays of fading moond
02. Raven's dance
03. Milk of heavens
04. Winterfall
05. In the cold embrace of mist
06. Pagan scars
07. Mysticism
08. Red mirrors
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