17.03.2008

Lönndom - Fälen Från Norr | 2008 | Eisenwald | CD | Black Metal / Folk

Hinter Lönndom stecken A. und S., die vor allem durch Armagedda und LIK bekannt sind. Fälen från norr ist das Debütalbum, welches dieser Tage auf Vinyl veröffentlicht werden wird und düsteren sowie gitarrenlastigen Metal mit Anleihen von Rock und Folk enthält.

Entsprechend dieser Rahmenbedingungen ist die Musik von Lönndom von einem ruhigeren Naturell. Die zwei Hauptmerkmale sind der vorwiegend klare und sonore schwedische Gesang und die diversen Gitarrenmelodien, die nicht selten bizarre und düstere Züge aufweisen. Dieses Gitarrenspiel ist es dann auch, welches mir am besten an Lönndom gefällt. Zuweilen werden an den Saiteninstrumenten nämlich großartige Melodien und Harmonien geschaffen, die mich in ihrer düsteren und vereinnahmenden Merkwürdigkeit ein wenig an Lifelover erinnern. Lönndom hat hierbei das richtige Maß an Eingängigkeit und Veränderung gefunden.

Es wird aber nicht nur klar gesungen, dann und wann ist auch leicht verzerrter Gesang zu hören, der ein wenig dem von Armageddas letztem Album Ond spiritism: Djæfvulens skalder gleicht. Ich hätte mir mehr davon gewünscht, da das düstere Gitarrenspiel und der leicht verzerrte Gesang wunderbar miteinander harmonieren.

So gefallen mir an Fälen från norr vor allem die Instrumentalpassagen mit dem guten Gitarrenspiel und die wenigen Parts mit verzerrtem Gesang. Vollends ist Fälen från norr also nicht mein Fall. Wer sich aber nicht an klaren Gesang stört und düstere Gitarrenmusik mag, wird Lönndom vermutlich weitaus mehr abgewinnen können als ich. Und wer LIK mag, wird Lönndom mit Sicherheit ebenfalls mögen.


01. Vid elden
02. Ripeluokte
03. Himlalågor
04. Tjåkkå
05. Stállo
06. Ripeluokte II
07. Nordafejd
08. På fjället

16.03.2008

Noneuclid - The Crawling Chaos | 2008 | Merciless Records | CD | Death / Thrash Metal

Das Debütalbum The crawling chaos stellt eine eigenwillige Progressivmischung aus Thrash und Death Metal dar, wobei vor allem progressive Thrash-Elemente zum Tragen kommen. So progressiv Noneuclid aufspielt, so vielschichtig sind die sieben Titel des Albums. Neben harten und schön treibenden Passagen übergießen die Musiker den Hörer immer wieder mit ausgeklügelten Gitarrenarrangements, die nicht selten sehr sphärische und kosmische Züge haben. Überhupt ist der sphärisch-atmosphärische Anteil am Album recht hoch. Es tauchen immer wieder harmonisch gespielte Gitarrensoli und atmosphärische Klangelemente auf, die zusätzlich zu den sehr wechselbehafteten Strukturen dem Ganzen eine sehr komplexe und tiefgehende Ausstrahlung verleihen.

Denn wenn The crawling chaos eines nicht ist, dann in irgendeiner Art und Weise eingängig. Noneuclid hält fast immer etwas in Bewegung: Zahlreiche Tempowechsel und das sehr ausdifferenzierte Gitarrenspiel sorgen für eine sehr lebendige Stimmung in der Musik. Kräftige Riffs und stampfende Rhythmen gibt es zwar auch, doch eben nur in einzelnen Parts, die von atmosphärischen Passagen oder den Soli zerstückelt werden. Durch diese Vielschichtigkeit und das hohe Maß an steter Veränderung und Bewegung ist The crawling chaos kein Album, das einfach mal so runter geht wie Wasser. Dem Album liegen zum Teil sehr komplexe und abstrakte Strukturen zugrunde, die mir auf Dauer etwas zu anstrengend werden. Ich hätte mir mehr von den harten und geradlinigen Parts gewünscht.

Interessant ist The crawling chaos allemal und wer es gerne abwechslungsreich mag, wird hiermit nicht zu kurz kommen. Das Album enthält quasi von allem ein wenig: druckvoll treibende Thrash-Parts, düstere atmosphärische Instrumentalpassagen und eine menge Soli – alles verpackt und zusammengeschnürt in einem progressiven komplexen Thrash/Death Metal-Paket.

01. Worm
02. The digital diaspora
03. Coming in tongues
04. Void bitch
05. Xenoglass
06. Time raper
07. Murder of worlds

15.03.2008

Rigor Sardonicous - Vallis Ex Umbra De Mortuus | 2008 | Paragon Records | CD | Funeral Doom

Rigor Sardonicous steht für rauen und eingängigen Funeral Doom, der auf dem vierten Album Vallis ex umbra de mortuus in bedrückender wie auch erdrückender Art und Weise vorgetragen wird. Wie es sich gehört, ist das Album vor allem von einer unaufgeregten und geradezu feierlich wirkenden Langsamkeit bestimmt, die durch die extrem dunkel gehaltenen Riffs und dem dunkel verzerrten, festen und tief aus der Kehle kommenden Gesang zementiert wird.

Die Atmosphäre, die von Vallis ex umbra de mortuus ausgeht, ist demnach absolut unheilvoll und könnte perfekt als Soundtrack eines Sterbenden durchgehen. Diese stete düstere Atmosphäre wird auch dadurch bekräftigt, da Rigor Sardonicous vollständig auf jedwede harmonische oder klare Passagen verzichtet, die die bleierne Todesmusik auflockern würden. Stattdessen beschränkt sich Rigor Sardonicous voll und ganz auf den rohen Funeral Doom, der zuweilen auch ziemlich eingängig wirkt, da einhergehend mit der Langsamkeit auch die Wechsel und Veränderungen entsprechend gemächlich vonstatten gehen. Vereinzelt erwacht das bleierne Spiel aber dennoch, wie etwa in Alveus de somnus, dessen Rhythmus ein schleppender, treibender und druckvoller ist.

Vallis ex umbra de mortuus ist ein eindrucksvolles Stück Todesmusik, an dem mir vor allem das Zusammenwirken von Langsamkeit, Gesang und den dunkel gestimmten Gitarren gefällt. Diese drei Attribute harmonieren hervorragend miteinander, sodass Vallis ex umbra de mortuus schlussendlich wunderbarer „Raw Apocalyptic Doom Metal“ ist, wie Rigor Sardonicus selbst von sich sagt. Wer es langsam und langsamer, düster und düsterer mag, wird mit diesem Album sicherlich seine Freude haben.

01. Mane de maeroris
02. Silens somnium
03. Incompertus quod anon
04. Laudare apocalypsis
05. Alveus de somnus
06. Prophecies I - Preapocalyptica
07. Agony
08. Rex regis fortuna

09.03.2008

ZwenZ - Alter Tage Weisheit | 2008 | Eigenproduktion | CDR | Black Metal

Nach A life's work of Natrgaard I und II war es eine Zeit lang sehr still um ZwenZ. Entsprechend überraschend ist die Auferstehung in Form der zwei CD starken Promoveröffentlichung Alter Tage Weisheit.

Nicht weniger überraschend ist dann die musikalische Darbietung mit dem Auftaktstück One's journey, da ZwenZ augenblicklich schnell, druckvoll und treibend aufspielt. Neben den harten und energischen Parts enthält One's journey zwar auch einige langsamere Passagen mit ganz dezent gehaltenen Gitarrenharmonien, doch bleibt es insgesamt ein sehr kraftvolles Lied, was nicht zuletzt auch am Gesang liegt, welcher harsch ist und den eindringlichen Ausdruck komplettiert.

Im Folgenden Ein unendliches Grab ist es zwar langsamer und atmosphärischer. Klare Gitarrenparts und ein ruhiger Rhythmus sind zu hören, doch auch hier zeigt sich der der Gesang vor allem von seiner härteren, harschen und eindringlichen Seite.
Rhythmisch vielschichtig gelagert ist Breaching the will of ignorance, in dem schnell und eingängig eingetrommelte Parts ebenso vorkommen wie schleppende Strukturen. Das eine oder andere Mal schimmert auch die Basslinie warm und druckvoll durch.

Ein sehr schönes Lied ist Winterstille, dessen erste Hälfte durch harte und kompakt stehende Riffs sowie klaren, melodischen Gitarrenharmonien gekennzeichnet ist. In der zweiten Hälfte wird es dann schön schnell, scheppernd und mitreißend – wobei mir vor allem das Schlagzeug, sowohl klanglich wie auch spieltechnisch, sehr zusagt.

Ähnliches gilt auch für die verbleibenden Stücke. ZwenZ scheint sich vom atmosphärisch rohen „Nature Metal“ losgelöst zu haben, hin zu einer härteren und druckvolleren Spielart des Black Metals. Atmosphärische und melodische Arrangements sind zwar auch auf Alter Tage Weisheit vorhanden, jedoch in einer viel dezenteren Form und vollständig auf die Gitarren beschränkt. So fehlt zum Beispiel der klare Gesang, welchen man auf A life's work of Natrgaard hören könnte.
Stattdessen wird das neue Material vielmehr von Härte und druckvollem Spiel dominiert. In Nachtfrost etwa entwickelt ZwenZ regelrecht brachiale Züge, da schnelles Geknüppel mit eingängig technischen Riffs und einer latent lodernden Basslinie kombiniert wurde.

Auf der zweiten Scheibe sind dann drei Rehearsal-Versionen und eine „Raw“-Version vertreten, sozusagen als Bonus. Naturgemäß ist ihr Klang nicht so sauber und druckvoll wie bei den Endmixen der ersten CD, doch ist der Klang noch immer ziemlich gut. Er ist lediglich etwas dunkler und dumpfer, was der Atmosphäre eine interessante sowie düstere Note verleiht.

Alter Tage Weisheit ist eine sehr ordentliche, ansprechende und überzeugende Veröffentlichung, die so sicherlich niemand erwartet hätte. Alter Tage Weisheit enthält auf knapp 87 Minuten verteilt abwechslungsreichen Black Metal der mit einigen Tempowechseln aufwartet aber dennoch stets druckvoll und treibend ist. Ich bin sehr angenehm überrascht, zumal mit Fragen eines sterbenden Geistes oder Winterstille erstklassige Titel enthalten sind, die leicht zu Ohrwürmern avancieren können.

CD 1
01. One's journey
02. Ein unendliches Grab
03. Breaching the will of ignorance
04. Give me more fucking emptiness
05. Winterstille
06. Vom ewigen Kampf
07. Blutdurst
08. Metamorphosis to evil
09. Nachtfrost
10. Fragen eines sterbenden Geistes
11. Von der Suche nach Verdammnis
12. Über die Hügel der Freiheit
13. Travelling the deepths of depression
14. The glory of self-destruction

CD 2
01. The glory of self-destruction (Raw Version)
02. Fragen eines sterbenden Geistes (Rehearsal)
03. One's journey (Rehearsal)
04. Give me more fucking emptiness (Rehearsal)

Vrankenvorde - Schlachtensang | 2007 | Blood Fire Death Productions | CD | Pagan Metal

Vrankenvorde konnte mich mit Schlachtensang in jedem Fall überraschen, da ich den Bandnamen irgendwie mit melodieüberladenem Folk Metal verknüpft hatte, was sich jedoch sehr schnell als haltlos erwies. Statt kunterbunter und verspielter Melodien gibt es mit dem ersten Titel Heil unserem Leben deutschsprachigen Extreme Metal, der vor allem gesanglich in die Vollen geht. Das gesangliche Spektrum ist überaus vielfältig und pendelt zumeist zwischen verzerrtem aber verständlichen Pagan/Black Metal-Kreischgesang und tiefem, zuweilen nahezu gegrunztem Death Metal-Gesang. Entsprechend vielschichtig erscheint dann auch die Musik von Vrankenvorde, die sich sehr schlecht in eine Schublade verfrachten lässt.

Je nach gesanglicher Tonlage und Geschwindigkeit verändert sich auch der stilistische Ausdruck von Vrankenvorde. So gibt es sehr kraftvolle und treibende Arrangements, zahlreiche mitteschnelle Strecken aber auch die von mir be- und gefürchteten, fröhlichen Folk Metal-Melodien tauchen hier und da mal auf. Glücklicherweise übertreibt es Vrankenvorde mit diesem Melodiegeschwurbel jedoch nicht.

Stattdessen bestimmt kraft- und druckvoller Extreme Metal das Geschehen, der sowohl harsch und mitreißend aber auch dunkel, technisch und bedrohlich sein kann. Mir gefallen diese dunklen und tiefen Parts mit ihrer direkten Nähe zum Death Metal am besten, da ich einerseits großen Gefallen an den tiefen Gesangseinlagen gefunden habe und ich andererseits das trockene und harte Instrumentenspiel während dieser Parts zu schätzen weiß.

Am Ende ist Schlachtensang ein sehr abwechslungsreich gestaffeltes Werk, in dem von allem ein bisschen vorkommt. Die Pagan Metal-Hymnen und Passagen sagen mir nicht so ganz zu, was weniger an Vrankenvorde liegt sondern daran, dass ich mit dieser Musik generell nichts anzufangen weiß. Die energischen Lieder und Passagen mit dem tiefen Gesang sind für mich jedoch sehr hörbar und wissen mir auch zu gefallen.

Wer deutschsprachigen Extreme / Pagan Metal mag, wird mit Schlachtensang sicherlich seine Freude haben, zumal das Album einen sehr eigenständigen Eindruck macht.

01. Heil unserem Leben
02. Sturmvogel
03. Der Geist des großen Kriegers
04. 17, 18, 19
05. Einst
06. Schlachtensang
07. Mutter Norden
08. Brandenburg
09. Instrumental
10. Des Krieges Ungeheuer
11. In eternum perflorescunt
12. Euch lachend entgegen
13. Zu früh zu jung

06.03.2008

Behexen - My Soul For His Glory | 2008 | Hammer Of Hate | CD | Black Metal

Nach dem Debütalbum 2000 und dem zweiten Streich 2004 wird nun am 8. Februar 2008 das dritte Behexen-Album entfesselt werden. Behexen lässt sich also jede Menge Zeit und überstürzt nichts. Dies hört man My soul for his glory auch in jedem Fall an. Das Album ist ein sehr ausgereiftes Werk, welches die traditionelle Linie Behexens mit einigen Neuerungen vereint.

Als erstes fällt in dieser Hinsicht der enorm dunkel und sauber produzierte Klang auf. Die ersten zwei Minuten des Auftaktstückes Let the horror and chaos come bestehen aus düsteren Klängen, Glocken und Stimmen, bevor Behexen dann überaus kraftvoll aber fies und räudig in einem schleppenden Gewand loslegt. Genau in diesem Moment, als die ruhige Einleitung endet und lauthals der Black Metal beginnt, fällt überraschend die erheblich verbesserte und professionellere Klangbearbeitung auf. Überraschend deshalb, da der rauere, unsaubere und vor allem grellere Klang des Vorgängers und der Split mit Horna einen gewissen atmosphärischen Charme beherbergte, den ich an Behexen schätzte. In dieselbe Kerbe schlägt dann auch der Gesang, der nun – bis auf zwei Ausnahmen in den beiden letzten Stücken - nicht mehr so hell und kreischend verzerrt ist. Stattdessen ist Behexens Gesang nun, passend zum Klang, tiefer und dunkler. Das sind Umstände, an die man sich erst gewöhnen muss, bevor das Material anfängt auf einen zu wirken.

Denn strukturell hat es My soul for his glory in sich. Das Album enthält sämtliche Essenzen, die es für ein gutes Werk bedarf. Schnelligkeit und Eingängigkeit sind ebenso vorhanden wie schleppende Parts. Es fehlen auch keine atmosphärischen Einlagen (welche allerdings rar sind) und auch das Riffing – welches zweifelsohne 100% Behexen ist – überzeugt auf ganzer Linie.

Diese verschiedenen Stilelemente wurden abwechslungsreich und in diversen Abstufungen gestaltet. So gibt es zwar schnelle Passagen und Stücke, die dann entweder eingängig treibend oder machtvoll scheppernd sind, doch entwickeln diese Parts nicht mehr solch einen harschen und brutalen Ausdruck, wie es noch vier Jahre zuvor beim Vorgänger der Fall war. Die einzige Ausnahme hierbei ist And all believers shall be damned, einem kurzen und nahezu durchgängig flott und schnell gespieltem Lied, welches punktuell die harsche Eindringlichkeit früherer Werke entwickelt.
Die mittelschnellen und schleppenden Passagen sind nicht minder vielfältig. Behexen überzeugt hier in fiesem und räudigem Spiel genauso wie in den klarer und mächtig druckvoll arrangierten Parts, was an der überragenden Arbeit an den Saiteninstrumenten liegt. Ganz gleich ob schnelle kalte Riffs oder dunkle, bedrohliche Melodiebögen und Harmonien zu hören sind, permanent erzeugen Gitarren und Bass einen vereinnahmenden Sog.

My soul for his glory ist in jedem Fall ein sehr gelungenes und überzeugendes Album obgleich es einer Eingewöhnungszeit bedarf, wenn man mit dem älteren Material vertraut ist. Behexen anno 2008 ist nicht mehr ganz so harsch und extrem, dafür aber dunkler und bedrohlicher.

01. Let the horror and chaos come
02. Born in the serpent of the abyss
03. Demonic fleshtemple
04. O.O.O.
05. Cathedral of the ultimate void
06. My soul for his glory
07. And all believers shall be damned
08. My stigmas bleeding black

27.02.2008

Taarma - Beyond The Cemetery Gates | 2008 | Ancient Dreams Records | Kassette | Black Metal

Aus dem fernen Belutschistan kommt dieses Einmann-Projekt namens Taarma, welches bereits auf einige Veröffentlichungen verweisen kann und nun mit Beyond the cemetery gates das zweite Album herausgebracht hat. Die ungewöhnliche Herkunft hört man dem Material nicht an. Taarma zelebriert klassischen depressiven Black Metal nach allen Regeln des Genres.

Die Lieder sind allesamt sehr langsam, sodass vor allem der stark verzerrte Kreischgesang und die Gitarren für sämtliche atmosphärische Angelegenheiten zuständig sind. Im – mit großem Abstand – längsten Titel Lost martyrs of Tora Bora fallen vor allem die dunkel verzerrten Gitarren auf, die oftmals in ihrer langsamen Spielweise düstere, fast schon disharmonische Harmonien erzeugen. Kombiniert wird dies dann mit dem entsprechend energisch geschrienen Gesang, welcher Verzweiflung, Hass und Schmerz ausdrücken soll. Zeitweise wird auch das Schlagzeug etwas schneller und energischer getrommelt, vor allem aber wirkt das Gitarrenspiel. Mir gefällt der elegische Ausdruck der Gitarren, der düster, roh und bohrend ist. Dieses Gitarrenspiel erinnert mich zuweilen in seiner schrägen, schroffen und bizarren Eindringlichkeit ein wenig an „Hateful spell“ von Infinite Hatred oder auch „I“ von Spectral Lore, obgleich die Gruppen auf musikalischer Ebene zum Teil sehr unterschiedlich sind. Vielmehr ist es der abgrundtiefe und seelenzerschmetternde Ausdruck im Klang der Gitarren, welcher für mich diese Gruppen in Verbindung bringt.

In den folgenden Titeln verzichtet Taarma allerdings weitgehend auf diese beeindruckenden Gitarrenvariationen. Stattdessen beherrschen der präsente Kreischgesang und düstere sowie kalte und weniger raumfüllende Gitarrenharmonien das Geschehen, welches zuweilen einen dezidiert unstrukturierten Eindruck macht und das eine oder andere Mal sicherlich auch an Xasthur erinnert. Wesentlich an Beyond the cemetery gates ist in jedem Fall das atmosphärische Element, welches von der ersten bis zur letzten Sekunde dunkel, unheilvoll und beklemmend ist.

Taarma erschafft hier in sechs Titeln eine desolat anmutende Klanglandschaft, die in ihrer schroffen und rohen Ausdrucksweise mit früheren Sachen von Elysian Blaze oder Xasthur zu vergleichen ist. Wem also solcher rauer und depressiver Black Metal zusagt, sollte Beyond the cemetery gates mal probieren, zumal mit Lost martyrs of Tora Bora ein sehr gutes Lied auf dem Werk vertreten ist.

01. Wolves howl in their memory
02. Lost martyrs of Tora Bora
03. Beyond the cemetery gates
04. As the night becomes a funeral
05. Suffering a sickening death
06. Untitled (Instrumental)

Hader - Ascheregen | 2008 | Atrium Toringi | CDR | Black Metal

Ascheregen heißt das zweite Demo der Aachener Gruppe Hader, welches als ProCDr ausgeliefert wird. Geboten wird leicht melodischer aber dennoch dezidiert roh und kalt gehaltener Black Metal.

Das Gitarrenspiel zum Anfang von I.N.R.I. ist melodisch gehalten und geleitet gut ins Werk hinein, da die Melodie einfach, wirksam und einen angenehmen grellen Klang hat. Im nachfolgend mittelschnellen Spiel Haders übernimmt dann vorwiegend der Kreischgesang das atmosphärische Ruder, da er zuweilen schön energisch wird und auch das immer wieder auftretende rollende R weiß zu gefallen, da es doch in einer gewissen Weise die kalte Ausstrahlung betont. Rhythmisch bleibt I.N.R.I. indes ein harmloses Lied in einer schleppenden Geschwindigkeit. Dafür melden sich die Gitarren zum Ende hin immer öfter melodisch und harmonisch zu Wort.
Viel präsenter ist das melodische Gitarrenspiel in der ersten Hälfte von Freitod, wo sie durchgängig zu dem ruhigen Rhythmus und dem Gesang zu hören ist. Erst im Mittelteil verändert sich das Spiel, der Rhythmus wird kurzweilig energischer, zwischendurch ist auch eine klare Passage mit einer unverzerrten Gitarre zu hören, bevor die anfängliche melodische Gitarre erneut auftaucht und Freitod dann auch zum Ende geleitet.

Nach dem kurzen Gitarreninstrumental Dämmerung folgt Feld der Ehre, welches für mich das beste Lied von Ascheregen ist. Hier treffen gute, zum Teil schön dunkel und eingängig strukturierte Gitarrenmelodien auf einen schnellen und eindringlichen Kreischgesang. Rhythmisch ist zwar auch Feld der Ehre nahezu komplett treibend ruhig, aber Hader hat es sich diesmal erlaubt, kurzweilig die Geschwindigkeit zu erhöhen.
Im abschließenden Sterne ist die melodische Gitarre erneut stark vertreten und neben Eingängigkeit gibt es auch den einen und anderen guten harmonischen Einwurf. Der Rhythmus ist wie gehabt ein langsamer, sodass allein die Gitarren und der Gesang für jegliche Atmosphäre verantwortlich sind.

Ascheregen ist insgesamt betrachtet anständiges Demomaterial, auch wenn etwas mehr rhythmische Abwechslung gut getan hätte. Die starke Ausrichtung auf das melodische Gitarrenspiel ist auf die Dauer gleichfalls etwas zu einfältig. Sicherlich, es gibt schöne und gute Melodien und Harmonien, ebenso gibt es aber auch einige mittelmäßige Durststrecken, da die Lieder zum Teil recht lang sind und diese langen Strecken von Hader nicht immer optimal ausgefüllt werden. Aber das sind alles Superlative, die man von einem zweiten Demo nicht wirklich erwarten kann. Vergessen sollte man hierbei auch nicht, dass der Gesang von Hader sehr gut ist und er vieles wett macht.

01. Intro
02. I.N.R.I.
03. Freitod
04. Dämmerung
05. Feld der Ehre
06. Sterne