„Geiles Ding!“, mehr fällt einem dazu nicht ein, wenn die neue Scheibe von Horna den ersten Rundlauf macht und einem fast die Sprache raubt!
Von Anfang an wird man von diesem druckvollen und treibenden Album mitgerissen. Wurden die aktuelleren Werke von Horna in letzter Zeit doch oftmals als „langweilig“ abgestempelt, sind hier wieder definitiv die besseren Horna
am Werk. Angesichts der Spielzeit, die die 60 Minuten locker
überschreitet, würde man möglicherweise meinen können, dass schnell die
Luft rausgeht, aber bis zum Ende hin wird hier hasserfüllter,
finnischer Black Metal, wie man ihn sich wünscht, geboten. Kaum eine
Schwäche lässt sich irgendwo erkennen.
Fast schon niederstampfende Drums, spielfreudige Gitarren und der Horna
typische Gesang schaffen durch die überwiegend treibenden Passagen,
mit hier und da vorkommenden, schleppenden Passagen, ein wirklich
atmosphärisches Album, welches den Hörer nicht enttäuschen wird.
Eines der besten Horna Alben. Mitreißend, druckvoll
und teilweise fast melodische Riffs. Reinhören ist Pflicht, wobei man
auch bei einem Blindkauf sicher nicht enttäuscht wird!
8,5/10
F.
01. Muinaisten Alttarilta
02. Verilehto
03. Mustan Kirkkauden Sarastus
04. Katseet
05. Askeesi
06. Sanojesi Äärelle
07. Orjaroihu
08. Risti Ja Ruoska
09. Wikinger
10. Merkuriana
11. Liekki Ja Voima
12. Ruumisalttari
13. Musta Rukous
14. Baphometin Siunaus
http://www.legion-horna.com/
http://www.debemur-morti.com/
11.02.2008
10.02.2008
Necroid - Nefarious Destiny | 2008 | Eigenproduktion | CD | Death Metal
Mit dem zweiten Album Nefarious destiny haben die Stuttgarter von Necroid ein reichhaltiges wie abwechslungsreiches Death Metal-Werk geschaffen. Bereits mit dem ersten Titel Enemy inside
wird die spielerische Vielfalt dokumentiert. In ihm sind sowohl
wuchtige, stampfende znd brachiale Arrangements zu hören wie auch leicht
melodisch eingefärbtes Riffing und auch der technische Aspekt kommt
nicht zu kurz. Auf den flotten und antreibenden Einstieg mit Enemy inside folgt das mittelschnell und schleppend orientierte Betrayed by life,
welches aber nicht weniger druckvoll und niederwalzend ist. Denn der
Bass und die Gitarren haben einen sehr kräftigen und festen Klang,
sodass an den zentnerschweren Riffs kein vorbeikommen ist. Necroid beherrscht aber auch flinkes und lebhaftes Riffing, wie Racked and ruined
beweist. Es ist ein sehr schnell und geradlinig vorgetragenes Lied, in
dem zeitweise der Thrash Metal-Einschlag an den Sechssaitern die
Oberhand gewinnt.
Auch in den übrigen Titeln von Nefarious destiny bleibt Necroid dieser abwechslungsreichen Spielweise treu. Stampfend schnelle Passagen geben sich mit mittelschnellen und schleppenden Parts die Klinke in die Hand und auch rifftechnisch und harmonisch bleibt das Album fesselnd und packend. Auf Nefarious destiny ist ständig etwas in Bewegung und dennoch wirkt es zu keiner Zeit zu überladen, was mir sehr gut an dem Werk gefällt. Trotz der Reichhaltigkeit wird das Album von einer homogenen Linie durchzogen, was sicherlich auch daran liegt, dass Necroid es mit keinem der unterschiedlichen Elemente übertreibt.
Nefarious destiny ist weder zu harmonisch noch zu technisch. Stattdessen gibt es wohldosierte Abwechslung satt, angeführt von einer scheinbar spielerischen Leichtigkeit, die einfach Spaß macht beim Zuhören. Necroid hat alles richtig gemacht und wem abwechslungsreicher und druckvoller Death Metal gefällt, wird sich auf die Veröffentlichung von Nefarious destiny freuen dürfen.
01. Enemy inside
02. Betrayed by life
03. Manipulation
04. Racked and ruined
05. The blood of all
06. Shadows of the light
07. Retribution
08. Follow the order
09. Amnesia
10. Demolishing poetry
Auch in den übrigen Titeln von Nefarious destiny bleibt Necroid dieser abwechslungsreichen Spielweise treu. Stampfend schnelle Passagen geben sich mit mittelschnellen und schleppenden Parts die Klinke in die Hand und auch rifftechnisch und harmonisch bleibt das Album fesselnd und packend. Auf Nefarious destiny ist ständig etwas in Bewegung und dennoch wirkt es zu keiner Zeit zu überladen, was mir sehr gut an dem Werk gefällt. Trotz der Reichhaltigkeit wird das Album von einer homogenen Linie durchzogen, was sicherlich auch daran liegt, dass Necroid es mit keinem der unterschiedlichen Elemente übertreibt.
Nefarious destiny ist weder zu harmonisch noch zu technisch. Stattdessen gibt es wohldosierte Abwechslung satt, angeführt von einer scheinbar spielerischen Leichtigkeit, die einfach Spaß macht beim Zuhören. Necroid hat alles richtig gemacht und wem abwechslungsreicher und druckvoller Death Metal gefällt, wird sich auf die Veröffentlichung von Nefarious destiny freuen dürfen.
01. Enemy inside
02. Betrayed by life
03. Manipulation
04. Racked and ruined
05. The blood of all
06. Shadows of the light
07. Retribution
08. Follow the order
09. Amnesia
10. Demolishing poetry
08.02.2008
TOTAL NEGATION - A LIFE LEAD BY SORROW AND NOT BY MYSELF | VERÖFFENTLICHT: 2008 | PLATTENFIRMA: EIGENPRODUKTION
A life lead by sorrow and not by myself ist die erste Demo-Veröffentlichung des Einmann-Projekts Total Negation.
Womit man es hier zu tun hat, lässt sich leicht aus dem Titel ableiten,
nämlich mit depressivem Black Metal. Davon gibt es zurzeit natürlich
eine Menge und so merkt man Total Negation auch an,
dass man um Eigenständigkeit bemüht ist. Dies gelingt meiner Meinung
nach auch recht gut, wenn auch nicht immer. So erweist sich das sehr
interessant angelegte Gitarrenspiel immer wieder von Todesstoß
inspiriert. Mir gefällt das. Schon bei Todesstoß; und auch bei Total Negation
sagt mir dieses düstere, immer einen Tick schräg und merkwürdig
klingende, Spiel an den rau und grell gestimmten Saiteninstrumenten zu.
Der Kreischgesang von Total Negation ist natürlich stark verzerrt und drückt viele Emotionen wie Hass und Wut, Verzweiflung und Einsicht auf einmal aus. Total Negation übertreibt es gesanglich aber nicht, die Intensität der Verzerrung und des Kreischens bleibt wohldosiert und harmoniert mit der eigenwilligen, trostlosen Melodieführung.
Vereinzelt und dann auch nur kurzweilig verlässt Total Negation den sonst langsam und schleppend angelegten Rhythmus, wird etwas schneller und entwickelt sofort eine energische, antreibende und mitreißende Dynamik. Diese schnelleren Momente, wie im letzten Drittel von Mistake, sind allerdings selten und haben somit Ausnahmewert. Dies empfinde ich als schade, da dieser kurze, schnellere Part gut angelegt war und perfekt zum restlichen, schleppenden Spiel passt.
Somit bleibt mir abschließend eigentlich nur noch zu sagen, dass A life lead by sorrow and not by myself ein anständiges Demo geworden ist, welches auch für all jene interessant ist, die sich am depressiven Black Metal überhört haben. Total Negation hat das Rad natürlich nicht neu erfunden - wer so etwas erwartet, ist ohnehin völlig fehl am Platze -, doch befinden sich genügend eigenständige Akzente in der Musik, die das Demo solide und anständig machen. Außerdem ist die, von mir bereits gelobte, Melodieführung wirklich nicht zu verachten. Für 4€ gibt es die selbstproduzierte CDr direkt bei Total Negation zu ordern.
01. Consumed
02. Mistake
03. Dead day
Der Kreischgesang von Total Negation ist natürlich stark verzerrt und drückt viele Emotionen wie Hass und Wut, Verzweiflung und Einsicht auf einmal aus. Total Negation übertreibt es gesanglich aber nicht, die Intensität der Verzerrung und des Kreischens bleibt wohldosiert und harmoniert mit der eigenwilligen, trostlosen Melodieführung.
Vereinzelt und dann auch nur kurzweilig verlässt Total Negation den sonst langsam und schleppend angelegten Rhythmus, wird etwas schneller und entwickelt sofort eine energische, antreibende und mitreißende Dynamik. Diese schnelleren Momente, wie im letzten Drittel von Mistake, sind allerdings selten und haben somit Ausnahmewert. Dies empfinde ich als schade, da dieser kurze, schnellere Part gut angelegt war und perfekt zum restlichen, schleppenden Spiel passt.
Somit bleibt mir abschließend eigentlich nur noch zu sagen, dass A life lead by sorrow and not by myself ein anständiges Demo geworden ist, welches auch für all jene interessant ist, die sich am depressiven Black Metal überhört haben. Total Negation hat das Rad natürlich nicht neu erfunden - wer so etwas erwartet, ist ohnehin völlig fehl am Platze -, doch befinden sich genügend eigenständige Akzente in der Musik, die das Demo solide und anständig machen. Außerdem ist die, von mir bereits gelobte, Melodieführung wirklich nicht zu verachten. Für 4€ gibt es die selbstproduzierte CDr direkt bei Total Negation zu ordern.
01. Consumed
02. Mistake
03. Dead day
03.02.2008
Cethegus - Ipsa Scientia Potestas Est | 2008 | Trazeroeuno | CD | Doom Metal / Sludge
Die schwedische Doom-Metal-Band Cethegus stellt mit Ipsa scientia potestas
est ihr Debütalbum vor, auf dem sich die drei Musiker vornehmlich
düsteren und obskuren Arrangements widmen. Neben dem konsequent
durchgezogenen Downtempo, tragen eine Vielzahl an verzerrten
Gitarrenklängen, verschiedenen Gesangsstimmen und düstere
Ambient-Einlagen zu der unentwegt obskur und unheilvoll wirkenden
Atmosphäre bei. Am besten gefällt mir dabei das Gitarrenspiel, welches
sowohl klassisch, also langsam und kraftvoll gespielt wird, darüber
hinaus aber auch unzählige grell und hell klingende, zuweilen grotesk
und gequält wirkende, Spielweisen besitzt. Dadurch wirkt die Musik
manchmal trotz aller Langsamkeit wüst und ungestüm, zuweilen auch
schroff und roh. Cethegus arbeitet aber auch gesanglich
abwechslungsreich und so sind nicht nur tief und dunkel verzerrte
Stimmen, sondern auch klare, unverzerrte Stimmen zu hören, die
wunderbar zur Musik passen. Sie beschwören und verstärken die düstere
Atmosphäre der Musik, zumal sie nicht einfach nur gesungen, sondern, je
nach dem, eine Mischung aus Sprechen, Singen und Schreien sind.
Ipsa scientia potestas est ist ein gelungenes und ansprechendes Werk, wen man düstere und bizarre Musik mag, die mehr ist, als einfacher Doom Metal. Ipsa scientia potestas est ist einerseits dunkelatmosphärisch, andererseits aber auch kraftvoll und bis zu einem gewissen Grat rau. Wie schon zuvor bei Asofy und Cervix, kommt auch diese CDR in einem von hand gemachten Digipak und ist auf 150 Stück limitiert.
7/10
Aceust
01. Disharmonins begynnelse
02. Dirt on my feet
03. Inkompetensens paradis
04. Earthbound
05. Current 5
06. My throne of rotten roots
07. Weeping willows
08. Ensamhetens monument
Ipsa scientia potestas est ist ein gelungenes und ansprechendes Werk, wen man düstere und bizarre Musik mag, die mehr ist, als einfacher Doom Metal. Ipsa scientia potestas est ist einerseits dunkelatmosphärisch, andererseits aber auch kraftvoll und bis zu einem gewissen Grat rau. Wie schon zuvor bei Asofy und Cervix, kommt auch diese CDR in einem von hand gemachten Digipak und ist auf 150 Stück limitiert.
7/10
Aceust
01. Disharmonins begynnelse
02. Dirt on my feet
03. Inkompetensens paradis
04. Earthbound
05. Current 5
06. My throne of rotten roots
07. Weeping willows
08. Ensamhetens monument
Kilte / Funeral Mourning - Emission Through Self Infliction | 2007 | Choirs Of Delusion | Kassette | Black Metal
Auf dieser Split-Kassette trifft schwarz auf schwärzer. Den Anfang macht Kilte aus Belgien mit sehr schwermütigem und düsterem Black Metal, gefolgt von der australischen Gruppe Funeral Mourning, die in zwei Stücken Black Funeral Doom zelebriert.
Der Stilvorgabe entsprechend, sind Deaden myself Part 1 und Part 2 schleppende Lieder mit dunklen Melodien und stark verzerrtem Kreischgesang. So weit, so gut und schon oft gehört. Was Kilte anders oder besser macht als viele andere Gruppen dieser Spielart ist einerseits, trotz einer gewissen Grell- und Rauheit, auch warme und druckvolle Klänge zuzulassen. Gerade wenn das Schlagzeug sehr ruhig und langsam gespielt wurde und die Bassgitarre bedrohlich und erdrückend für bleierne Harmonien sorgt, entwickelt Kiltes Klang etwas sehr druckvolles, was mir gut gefällt, da die Musik dadurch düsterer und schwermütiger wird.
Es ist aber nicht nur die gute und zur Musik passende Klangproduktion die an Kilte gefällt. Das Liedgut selbst weiß natürlich auch zu überzeugen. Die Melodieführungen und Harmonien der Saiteninstrumente sind einerseits sehr subtil und tiefgründig, anderseits aber auch gerne eingängig. Vor allem aber sind es unauffällige Melodien, die durch ihre Überschaubarkeit und Schlichtheit bestechen. Das Übrige erledigt dann der Gesang, der zwar stark verzerrt ist, aber dabei stets ruhig bleibt, weshalb er nur bedingt als Kreischgesang bezeichnet werden darf. Dieser ruhig vorgetragene aber dennoch extreme Gesang passt hervorragend zur instrumentalen Beschallung, was letztlich dazu führt, das Kilte sehr düsteren und packenden Black Metal kreiert hat, der sich durchaus mit Größen wie Abyssic Hates grandiosem Album „Suicidal emotions“ messen lassen kann.
Nicht weniger dunkel und schleppend geht es mit With life comes death von Funeral Mourning weiter. Der Rhythmus ist natürlich sehr langsam und schleppend, das Schlagzeug fällt dabei kaum auf, da es sehr leise ist und zwischen den Gitarren, den sphärischen Hintergrundklängen und dem Gesang untergeht. Normalerweise würde ich das zu leise Schlagzeug als störend empfinden, doch in diesem Fall ist es anders, da es gerade die Gitarren und das sphärisch gespielte Keyboard sind, die durch sehr gute Melodien und die interessante Spielweise, die volle Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Mich ziehen vor allem die Gitarren in ihren Bann. Eine sehr langsam gespielte und stark verzerrte Gitarre sorgt für extrem düstere Momente, während die andere klarer im Klang ist, und durch die vordergründigere, eingängige Melodie Beklemmung verursacht.
Das zweite Stück ist gleichfalls sehr düster und dunkelharmonisch gehalten, auch wenn hier vor allem der Gesang und das abgründige Keyboard dafür verantwortlich sind. Die diesmal dezenter inszenierten Gitarren spielen aber dennoch düster und unheilvoll auf und betonen in ihrer Unauffälligkeit das sehr düstere und erdrückende Spiel. Mir gefällt This wretched existence fast noch besser als With life comes death, da die Atmosphäre insgesamt noch düsterer, schwerer und vereinnahmender ist, da das stets ruhig gespielte Keyboard mit seinen Harmonien und der Gesang alles in eine erstickende Dunkelheit hüllen.
Emission through self infliction ist eine sehr gelungene Split-Veröffentlichung mit zwei unterschiedlichen Gruppen, die sehr gut miteinander harmonieren und sich ergänzen. Sowohl Kilte als auch Funeral Mourning wissen mit ihrem Part zu überzeugen und dem geneigten Hörer mit ihren düsteren Intentionen zu infizieren.
KILTE
01. Deaden myself Part I
02. Deaden myself Part II
FUNERAL MOURNING
03. With life comes death
04. This wretched existence
Der Stilvorgabe entsprechend, sind Deaden myself Part 1 und Part 2 schleppende Lieder mit dunklen Melodien und stark verzerrtem Kreischgesang. So weit, so gut und schon oft gehört. Was Kilte anders oder besser macht als viele andere Gruppen dieser Spielart ist einerseits, trotz einer gewissen Grell- und Rauheit, auch warme und druckvolle Klänge zuzulassen. Gerade wenn das Schlagzeug sehr ruhig und langsam gespielt wurde und die Bassgitarre bedrohlich und erdrückend für bleierne Harmonien sorgt, entwickelt Kiltes Klang etwas sehr druckvolles, was mir gut gefällt, da die Musik dadurch düsterer und schwermütiger wird.
Es ist aber nicht nur die gute und zur Musik passende Klangproduktion die an Kilte gefällt. Das Liedgut selbst weiß natürlich auch zu überzeugen. Die Melodieführungen und Harmonien der Saiteninstrumente sind einerseits sehr subtil und tiefgründig, anderseits aber auch gerne eingängig. Vor allem aber sind es unauffällige Melodien, die durch ihre Überschaubarkeit und Schlichtheit bestechen. Das Übrige erledigt dann der Gesang, der zwar stark verzerrt ist, aber dabei stets ruhig bleibt, weshalb er nur bedingt als Kreischgesang bezeichnet werden darf. Dieser ruhig vorgetragene aber dennoch extreme Gesang passt hervorragend zur instrumentalen Beschallung, was letztlich dazu führt, das Kilte sehr düsteren und packenden Black Metal kreiert hat, der sich durchaus mit Größen wie Abyssic Hates grandiosem Album „Suicidal emotions“ messen lassen kann.
Nicht weniger dunkel und schleppend geht es mit With life comes death von Funeral Mourning weiter. Der Rhythmus ist natürlich sehr langsam und schleppend, das Schlagzeug fällt dabei kaum auf, da es sehr leise ist und zwischen den Gitarren, den sphärischen Hintergrundklängen und dem Gesang untergeht. Normalerweise würde ich das zu leise Schlagzeug als störend empfinden, doch in diesem Fall ist es anders, da es gerade die Gitarren und das sphärisch gespielte Keyboard sind, die durch sehr gute Melodien und die interessante Spielweise, die volle Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Mich ziehen vor allem die Gitarren in ihren Bann. Eine sehr langsam gespielte und stark verzerrte Gitarre sorgt für extrem düstere Momente, während die andere klarer im Klang ist, und durch die vordergründigere, eingängige Melodie Beklemmung verursacht.
Das zweite Stück ist gleichfalls sehr düster und dunkelharmonisch gehalten, auch wenn hier vor allem der Gesang und das abgründige Keyboard dafür verantwortlich sind. Die diesmal dezenter inszenierten Gitarren spielen aber dennoch düster und unheilvoll auf und betonen in ihrer Unauffälligkeit das sehr düstere und erdrückende Spiel. Mir gefällt This wretched existence fast noch besser als With life comes death, da die Atmosphäre insgesamt noch düsterer, schwerer und vereinnahmender ist, da das stets ruhig gespielte Keyboard mit seinen Harmonien und der Gesang alles in eine erstickende Dunkelheit hüllen.
Emission through self infliction ist eine sehr gelungene Split-Veröffentlichung mit zwei unterschiedlichen Gruppen, die sehr gut miteinander harmonieren und sich ergänzen. Sowohl Kilte als auch Funeral Mourning wissen mit ihrem Part zu überzeugen und dem geneigten Hörer mit ihren düsteren Intentionen zu infizieren.
KILTE
01. Deaden myself Part I
02. Deaden myself Part II
FUNERAL MOURNING
03. With life comes death
04. This wretched existence
02.02.2008
Terdor - Axis Panzerzug Anno November 1942 | 2008 | Thor's Hammer Productions | CD | Black Metal
Roher War Black Metal wird hier dem geneigten Hörer geboten.
Allerdings, anders als bei vielen anderen Vertretern dieser Gattung,
handelt es sich bei Terdor keineswegs um eine Hochgeschwindigkeitstruppe die vor allem durch Brachialgewalt auffällt. Das Gegenteil ist der Fall. Terdor
spielt zumeist mittelschnell, gerne auch schleppend. Schnelle und
antreibende Parts sind zwar auch zu hören, doch allerdings lediglich
als ein strukturelles Element der Musik und nicht als dominierendes
Stilmittel. Rein musikalisch handelt es sich hierbei also um rohen und
bisweilen auch harschen Black Metal. Harsch vor allem des Gesangs
wegen, der stark verzerrt und eindringlich ist und dem Ganzen einen
extremen Anstrich verleiht.
Nach dem kurzen Einklang Into the trench, in dem natürlich das obligatorische Mündungsfeuer nicht fehlt, eröffnet sich mit In het land van Kyandyrollen ein recht abwechslungsbehaftetes Stück. Es sind sowohl langsame Passagen, wie auch recht melodische Arrangements und schnelle sowie harte Ausbrüche zu hören. Dabei verweilt ein Part nie sehr lange, weshalb das Lied abwechslungsreich und lebhaft wirkt. Lebhaft aber auch deshalb, da Terdors Gitarrenspiel alles andere als eingängig ist. Anstatt einfache, sich wiederholende Riffs zum Besten zu geben, wurde die 7-saitige Gitarre stets ein wenig melodisch und vielschichtig eingespielt. Anders ist es da dann schon im folgenden Amgedpha no more, wo harte und raue Riffs das Sagen haben – es sind auch Soli zu hören – und gemeinsam mit dem stampfenden Schlagzeug eine treibende und energische Stimmung erzeugen.
Nach dem durchgehend schleppenden World War propaganda mit dunklen und teils leicht schwermütigen Melodien, folgt Weemoed in het antieke woud, das von Anfang an ruppig rüberkommt. Diese Ruppigkeit ist dem lauten Gesang zu verdanken, aber auch einstweiliges Riffing wirkt extrem schroff und pöbelnd. Angenehmer und strukturierter ist es dann aber wieder in Trench love.
Burning corpses ist dann quasi ein Ausklang bevor die beiden letzten Titel folgen, die eindeutig aus einer anderen (vermutlich früheren) Aufnahme stammen. Pantsertrein ist ein extrem rohes und grelles Stück mit unsauberem Klang. Es ist auch recht schnell und aufgrund des Kreischgesangs auch aggressiv ausgefallen. War revised version steht dem in nichts nach und wirkt in seiner rohen und barbarischen Anordnung zuweilen recht chaotisch und irgendwie klingt Terdor hier auch ein bisschen nach Garagenpunk.
Axis Panzerzug anno November 1942 ist absolut nichts für Schöngeister oder Anhänger des modernen Black Metals. Vielmehr steht Terdor für traditionelle und rohe Klänge, verpackt mit militärischem Inhalt. Obwohl durchaus roh, erweist sich das Gitarrenspiel so manches Mal als überdurchschnittlich und interessant. Traditionalisten und Puristen dürfen hier also durchaus zugreifen.
5/10
Aceust
01. Into the trench
02. In het land van Kyandyrollen
03. Amgedpha no more
04. World War propaganda
05. Weemoed in het antieke woud
06. Trench love
07. Burning corpses
08. Pantsertrein
09. War revised version
Nach dem kurzen Einklang Into the trench, in dem natürlich das obligatorische Mündungsfeuer nicht fehlt, eröffnet sich mit In het land van Kyandyrollen ein recht abwechslungsbehaftetes Stück. Es sind sowohl langsame Passagen, wie auch recht melodische Arrangements und schnelle sowie harte Ausbrüche zu hören. Dabei verweilt ein Part nie sehr lange, weshalb das Lied abwechslungsreich und lebhaft wirkt. Lebhaft aber auch deshalb, da Terdors Gitarrenspiel alles andere als eingängig ist. Anstatt einfache, sich wiederholende Riffs zum Besten zu geben, wurde die 7-saitige Gitarre stets ein wenig melodisch und vielschichtig eingespielt. Anders ist es da dann schon im folgenden Amgedpha no more, wo harte und raue Riffs das Sagen haben – es sind auch Soli zu hören – und gemeinsam mit dem stampfenden Schlagzeug eine treibende und energische Stimmung erzeugen.
Nach dem durchgehend schleppenden World War propaganda mit dunklen und teils leicht schwermütigen Melodien, folgt Weemoed in het antieke woud, das von Anfang an ruppig rüberkommt. Diese Ruppigkeit ist dem lauten Gesang zu verdanken, aber auch einstweiliges Riffing wirkt extrem schroff und pöbelnd. Angenehmer und strukturierter ist es dann aber wieder in Trench love.
Burning corpses ist dann quasi ein Ausklang bevor die beiden letzten Titel folgen, die eindeutig aus einer anderen (vermutlich früheren) Aufnahme stammen. Pantsertrein ist ein extrem rohes und grelles Stück mit unsauberem Klang. Es ist auch recht schnell und aufgrund des Kreischgesangs auch aggressiv ausgefallen. War revised version steht dem in nichts nach und wirkt in seiner rohen und barbarischen Anordnung zuweilen recht chaotisch und irgendwie klingt Terdor hier auch ein bisschen nach Garagenpunk.
Axis Panzerzug anno November 1942 ist absolut nichts für Schöngeister oder Anhänger des modernen Black Metals. Vielmehr steht Terdor für traditionelle und rohe Klänge, verpackt mit militärischem Inhalt. Obwohl durchaus roh, erweist sich das Gitarrenspiel so manches Mal als überdurchschnittlich und interessant. Traditionalisten und Puristen dürfen hier also durchaus zugreifen.
5/10
Aceust
01. Into the trench
02. In het land van Kyandyrollen
03. Amgedpha no more
04. World War propaganda
05. Weemoed in het antieke woud
06. Trench love
07. Burning corpses
08. Pantsertrein
09. War revised version
IC Rex - Valonkantajan Alkemia | 2008 | Hammer Of Hate | CD | Black Metal
Zeitgleich mit dem neuen Behexen-Album veröffentlicht Hammer of Hate das zweite Album von Behexens Landsmännern IC Rex. Außer der Herkunft und der okkulten sowie satanischen Thematik haben IC Rex und Behexen allerdings wenig gemeinsam.
Valonkantajan alkemia ist ein wesentlich harmonischeres Album in dem gerne Keyboardklänge zum Einsatz kommen. Dennoch wäre es zuviel, zu sagen, es würde sich um puren melodischen Keyboard Black Metal handeln, denn dafür ist der rohe Anteil viel zu hoch. Kaikkivaltiaan kammioissa ist zum Beispiel so ein Lied, in dem die symphonischen Anleihen auf rauen ungestümen Black Metal prallen. Am Anfang ist Kaikkivaltiaan kammioissa hochgradiger Keyboard Black Metal, dem man nur bedingt Kompromisslosigkeit und Härte zutrauen würde. Doch dann vollzieht sich ein radikaler Wandel und IC Rex spielt harsch, peitschend und rau auf.
Diesem Wandel ist das komplette Album unterworfen. Es sind einerseits sehr harmonisch melodisch kreierte Keyboardparts zu hören, die mal sehr vordergründig sind aber auch andererseits sehr dezent inszeniert wurden. Unabhängig vom Keyboard ist Valonkantajan alkemia gleichfalls ein enorm wechselhaftes Werk, in dem es sehr harsche und ruppige Passagen gibt, wie auch eine Vielzahl an schleppenden und mittelschnellen Momenten. Damit geht auch die atmosphärische Vielfalt einher.
In manchen Passagen und Liedern, wie etwa in Alisen maailman virroissa, ist das Spiel von IC Rex sehr kraftvoll und dunkelharmonisch. Der Rhythmus ist schleppend und wird von düsteren Gitarrenharmonien und einem dezent arrangierten Keyboard begleitet. Durch diese Spielweise entwickelt Alisen maailman virroissa eine sehr dichte und gute Atmosphäre, da die Strukturen klar gegliedert sind und die harmonischen Anteile wesentlich sind aber nicht zu dick aufgetragen. Dann gibt es aber auch Stücke wie das im direkten Anschluss folgende Väkivaltaisten tulien hehkussa, welche harsche und schnelle Anteile haben. Hinzu kommen dann wildes Keyboardspiel und einige helle Riffs und Melodieführungen, die sehr lebendig sind und hektisch auf mich wirken. Solche hektischen Momente treten immer wieder in Erscheinung, was mir nicht ganz zu sagt. Im selben Lied gibt es dann aber auch eine sehr dunkele, kraftvolle und schleppende Passage mit einem extremen Kreischgesang, was mir wiederum sehr gut gefällt. Aber auch in schnellen und aggressiven Stücken kann IC Rex sehr wohl gänzlich überzeugen. In Kielletty lääkee - Fosforoksen valmistus spielt IC Rex zum Beispiel so gnadenlos kalt, extrem und hasserfüllt auf, wie Horna einst auf dem grandiosem Album „Haudankylmyyden mailla“.
Genau hierin liegt für mich die Schwäche von Valonkantajan alkemia. Es gibt sehr gute Strecken, die packend und mitreißend, harsch und aggressiv sind, die dann aber von Parts abgelöst werden, in denen entweder das sehr lebhafte und grelle Gefrickel an den Gitarren nervt oder wo das Keyboard einen zu hohen Stellenwert eingeräumt bekommen hat. Dieser Umstand macht Valonkantajan alkemia für mich zu einem schwierigen Werk, da das Ganze ein wenig wie ein ständiges Auf und Ab ist.
Ich weiß noch nicht so recht, was ich insgesamt von Valonkantajan alkemia halten soll. Das Album enthält extrem gute Momente und Stücke, die genau meinen Geschmack treffen. Leider gibt es aber auch einige Sachen, die mir gar nicht gefallen. Insgesamt ist es mir zu wechselhaft und launisch. Vor allem manche Riffs empfinde ich als sehr ärgerlich und störend in ihrer hektischen Lebhaftigkeit.
01. Saturnaalisen alkukaaoksen partaalla
02. Alisen maailman virroissa
03. Väkivaltaisten tulien hehkussa
04. Kielletty lääkee - Fosforoksen valmistus
05. Valonkantajan ylösnousemus
06. Kaikkivaltiaan kammioissa
07. Välttämättömyyden pyöräin lävitse
08. Sielun alkemistin uni
Valonkantajan alkemia ist ein wesentlich harmonischeres Album in dem gerne Keyboardklänge zum Einsatz kommen. Dennoch wäre es zuviel, zu sagen, es würde sich um puren melodischen Keyboard Black Metal handeln, denn dafür ist der rohe Anteil viel zu hoch. Kaikkivaltiaan kammioissa ist zum Beispiel so ein Lied, in dem die symphonischen Anleihen auf rauen ungestümen Black Metal prallen. Am Anfang ist Kaikkivaltiaan kammioissa hochgradiger Keyboard Black Metal, dem man nur bedingt Kompromisslosigkeit und Härte zutrauen würde. Doch dann vollzieht sich ein radikaler Wandel und IC Rex spielt harsch, peitschend und rau auf.
Diesem Wandel ist das komplette Album unterworfen. Es sind einerseits sehr harmonisch melodisch kreierte Keyboardparts zu hören, die mal sehr vordergründig sind aber auch andererseits sehr dezent inszeniert wurden. Unabhängig vom Keyboard ist Valonkantajan alkemia gleichfalls ein enorm wechselhaftes Werk, in dem es sehr harsche und ruppige Passagen gibt, wie auch eine Vielzahl an schleppenden und mittelschnellen Momenten. Damit geht auch die atmosphärische Vielfalt einher.
In manchen Passagen und Liedern, wie etwa in Alisen maailman virroissa, ist das Spiel von IC Rex sehr kraftvoll und dunkelharmonisch. Der Rhythmus ist schleppend und wird von düsteren Gitarrenharmonien und einem dezent arrangierten Keyboard begleitet. Durch diese Spielweise entwickelt Alisen maailman virroissa eine sehr dichte und gute Atmosphäre, da die Strukturen klar gegliedert sind und die harmonischen Anteile wesentlich sind aber nicht zu dick aufgetragen. Dann gibt es aber auch Stücke wie das im direkten Anschluss folgende Väkivaltaisten tulien hehkussa, welche harsche und schnelle Anteile haben. Hinzu kommen dann wildes Keyboardspiel und einige helle Riffs und Melodieführungen, die sehr lebendig sind und hektisch auf mich wirken. Solche hektischen Momente treten immer wieder in Erscheinung, was mir nicht ganz zu sagt. Im selben Lied gibt es dann aber auch eine sehr dunkele, kraftvolle und schleppende Passage mit einem extremen Kreischgesang, was mir wiederum sehr gut gefällt. Aber auch in schnellen und aggressiven Stücken kann IC Rex sehr wohl gänzlich überzeugen. In Kielletty lääkee - Fosforoksen valmistus spielt IC Rex zum Beispiel so gnadenlos kalt, extrem und hasserfüllt auf, wie Horna einst auf dem grandiosem Album „Haudankylmyyden mailla“.
Genau hierin liegt für mich die Schwäche von Valonkantajan alkemia. Es gibt sehr gute Strecken, die packend und mitreißend, harsch und aggressiv sind, die dann aber von Parts abgelöst werden, in denen entweder das sehr lebhafte und grelle Gefrickel an den Gitarren nervt oder wo das Keyboard einen zu hohen Stellenwert eingeräumt bekommen hat. Dieser Umstand macht Valonkantajan alkemia für mich zu einem schwierigen Werk, da das Ganze ein wenig wie ein ständiges Auf und Ab ist.
Ich weiß noch nicht so recht, was ich insgesamt von Valonkantajan alkemia halten soll. Das Album enthält extrem gute Momente und Stücke, die genau meinen Geschmack treffen. Leider gibt es aber auch einige Sachen, die mir gar nicht gefallen. Insgesamt ist es mir zu wechselhaft und launisch. Vor allem manche Riffs empfinde ich als sehr ärgerlich und störend in ihrer hektischen Lebhaftigkeit.
01. Saturnaalisen alkukaaoksen partaalla
02. Alisen maailman virroissa
03. Väkivaltaisten tulien hehkussa
04. Kielletty lääkee - Fosforoksen valmistus
05. Valonkantajan ylösnousemus
06. Kaikkivaltiaan kammioissa
07. Välttämättömyyden pyöräin lävitse
08. Sielun alkemistin uni
Bosse - 3 | 2007 | Choirs Of Delusion | Kassette | Post-Rock / Ambient
Diese schlicht aber edel aufgemachte Kassettenveröffentlichung von 3, dem bezeichnenderweise dritte Demo von Bosse, enthält drei unbetitelte Stücke, die gleichfalls von einer schlichten Schönheit zeugen.
Die Musik die hier von Bosse vorgetragen wird, ist nicht leicht zu bestimmen. Vor allem ist es sehr ruhige instrumentale Musik mit Akustikgitarren und Einflüssen aus dem Dark Ambient. Es ist sehr schwierig, 3 irgendwie zuzuordnen und zu kategorisieren. Dies ist aber auch nebensächlich, da die Musik und die in ihr zugrunde liegenden Stimmungen für sich sprechen. Alle drei Titel lassen sich als eine düstere Vision trostloser Existenzialität deuten. Es gibt auf 3 keinerlei Aufgeregtheit oder bedeutungsschwangere Momente, mit denen der Musiker versuchen würde, künstlich irgendwelche speziellen Bilder oder Emotionen beim Hörer zu erzeugen. Stattdessen lässt er ruhige düstere Ambientklänge erklingen oder spielt auf der Akustikgitarre schaurigschöne Melodien.
Die drei Titel unterscheiden sich dabei. Das erste Stück besteht ausschließlich aus den düsteren Dark Ambient-Klängen, gefolgt von einem Titel, in dem lediglich die Akustikgitarre mitsamt einigen Hintergrundgeräuschen und einer extrem leisen und deshalb unverständlichen Stimme zu hören ist.
Im dritten und längsten Stück werden dann Akustikgitarre und Ambient-Klänge kombiniert. Die erste Hälfte ist dabei bestimmt von der ruhig gespielten Gitarre. In der zweiten Hälfte sind dann sehr düstere und ebenfalls ruhige Klänge und Töne zu hören, was ein wenig wie eine unheilvolle Steigerung wirkt, da die Instrumente und Töne in diesem Part lauter und damit intensiver werden.
Mir persönlich gefällt 3 recht gut, da mir die Art und Weise, diese ganz spezielle Gelassenheit, mit der Bosse diese vertonte Trostlosigkeit vorträgt, sehr zusagt. 3 ist ein schlichtes Werk der Unaufgeregtheit. Einigen wird es aber vielleicht zu langweilig sein.
Neben dem musikalischen ist aber auch noch die Aufmachung von 3 selbst, ein möglicher Grund, sich diese Veröffentlichung zuzulegen. Denn die Gestaltung ist anspruchsvoll und optisch sehr gelungen und man erhält keine bespielbare Leerkassette mit Herstellerlogo aus dem Einzelhandel, sondern eine schneeweiße und geschraubte Kassette, passend zum gedruckten Cover. Kassettenliebhaber werden dies sicherlich zu schätzen wissen.
Die Musik die hier von Bosse vorgetragen wird, ist nicht leicht zu bestimmen. Vor allem ist es sehr ruhige instrumentale Musik mit Akustikgitarren und Einflüssen aus dem Dark Ambient. Es ist sehr schwierig, 3 irgendwie zuzuordnen und zu kategorisieren. Dies ist aber auch nebensächlich, da die Musik und die in ihr zugrunde liegenden Stimmungen für sich sprechen. Alle drei Titel lassen sich als eine düstere Vision trostloser Existenzialität deuten. Es gibt auf 3 keinerlei Aufgeregtheit oder bedeutungsschwangere Momente, mit denen der Musiker versuchen würde, künstlich irgendwelche speziellen Bilder oder Emotionen beim Hörer zu erzeugen. Stattdessen lässt er ruhige düstere Ambientklänge erklingen oder spielt auf der Akustikgitarre schaurigschöne Melodien.
Die drei Titel unterscheiden sich dabei. Das erste Stück besteht ausschließlich aus den düsteren Dark Ambient-Klängen, gefolgt von einem Titel, in dem lediglich die Akustikgitarre mitsamt einigen Hintergrundgeräuschen und einer extrem leisen und deshalb unverständlichen Stimme zu hören ist.
Im dritten und längsten Stück werden dann Akustikgitarre und Ambient-Klänge kombiniert. Die erste Hälfte ist dabei bestimmt von der ruhig gespielten Gitarre. In der zweiten Hälfte sind dann sehr düstere und ebenfalls ruhige Klänge und Töne zu hören, was ein wenig wie eine unheilvolle Steigerung wirkt, da die Instrumente und Töne in diesem Part lauter und damit intensiver werden.
Mir persönlich gefällt 3 recht gut, da mir die Art und Weise, diese ganz spezielle Gelassenheit, mit der Bosse diese vertonte Trostlosigkeit vorträgt, sehr zusagt. 3 ist ein schlichtes Werk der Unaufgeregtheit. Einigen wird es aber vielleicht zu langweilig sein.
Neben dem musikalischen ist aber auch noch die Aufmachung von 3 selbst, ein möglicher Grund, sich diese Veröffentlichung zuzulegen. Denn die Gestaltung ist anspruchsvoll und optisch sehr gelungen und man erhält keine bespielbare Leerkassette mit Herstellerlogo aus dem Einzelhandel, sondern eine schneeweiße und geschraubte Kassette, passend zum gedruckten Cover. Kassettenliebhaber werden dies sicherlich zu schätzen wissen.
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